Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 72

Odin, Tuesday, 13.07.2004, 15:45 (vor 7878 Tagen)

RoteMänner!
Oberste und Oberetten!
Hauptmänner, Hauptfrauen!
Quotilden in Knobelbechern!

Wer bislang dachte, der Feldwebel sei bereits die Bezeichnung für weibliche Haushaltsleiter, die in Küche und Wohngemach ein Schreckensregime führen, wird zukünftig möglicherweise den Begriff der Feldwebelin in seine Systematik einzuordnen haben. Das Gesetz für die Gleichstellung in der Bundeswehr nimmt Formen an: „Darin sind unter anderem hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte vorgesehen, die über die ersten Gleichstellungspläne der Truppe wachen sollen. Etwa vierzig Soldatinnen werden die Streitkräfte dafür freistellen, schätzt das Verteidigungsministerium.“ Ehe man sich versehen hat, haben diese fantastischen Frauen also schon wieder 40 Arbeitsplätze geschaffen. Aber es werden noch viel mehr: „Frauen sollen nach diesen Plänen in den Bereichen gefördert werden, in denen sie unterrepräsentiert sind. Das sind ungefähr alle Bereiche der Bundeswehr, denn Ende 2003 stellten die Soldatinnen gerade einmal fünf Prozent der Streitkräfte.“ Ungefähr alle! Es gibt also viel zu tun. Wer jetzt denkt, Frauen werden entsprechend ihrem ANTEIL in der Truppe gefördert, sieht sich jedoch im Irrtum. Denn – heißa! – es „wurde eine neue Definition für die Unterrepräsentanz gefunden: ‚Soldatinnen sind dann als unterrepräsentiert anzusehen, wenn ihr Anteil in den einzelnen Bereichen unter 15 Prozent, in der Laufbahn des Sanitätsdienstes unter 50 Prozent liegt’, heißt es in dem Gesetzentwurf …“ Was nichts anderes bedeutet, als dass Frauen kaum irgendwo entsprechend dieser Normen vertreten sein KÖNNEN, weil es zumindest bisher einfach nicht genug von ihnen gibt in der Bundeswehr. Mit anderen Worten: Die Zahlen werden gleich zu Beginn so konditioniert, dass das Gejammer über weibliche „Unterrepäsentanz“ vorab legitimiert wird. Wäre auch schlimm, wenn die Damen nichts mehr zu nörgeln hätten. Daran ändert dann auch die Tatsache nichts, dass die Privilegierung nur „bei gleicher Qualifikation“ Gültigkeit haben soll. http://www.taz.de/pt/2004/06/30/a0099.nf/text
Außerdem wird es bei der Bundeswehr zukünftig auch Teilzeitangebote geben für solche Angehörige der Truppe, die sich um ihre Kinder zu kümmern haben. Was wir uns – bei aller unzweifelhaften zivilen Sinnhaftigkeit – im neuerdings so zeitgemäßen Out-of-area-Einsatz wirklich witzig vorstellen: „Stellen Sie jetzt bitte das Feuer ein, mein Herr, ich habe nämlich Feierabend!“

„Als sehr bedeutsam für die Präventions- und Interventionsarbeit hat sich im Aktionsprogramm der Begriff der ‚antizipierten Gewalterfahrung’ erwiesen. Sie stellt eine Vermeidungsstrategie dar, mit der lesbenfeindliche Gewalt antizipiert wird als ‚normale Diskriminierung’ u.ä., um den hohen Preis erheblicher Beschränkungen der persönlichen Handlungsräume und der persönlichen Entscheidungsmöglichkeiten.“ können wir auf der Homepage http://www.lesben-gegen-gewalt.de/D/index.html lesen. Lesben gegen Gewalt hätten wir durchaus für angebracht gehalten, seit wir gelesen haben, dass in über der Hälfte der lesbischen Partnerschaften Gewalt ausgeübt wird. Darum geht es hier aber nicht, weil die – eigentlich doch ihrerseits homophoben – Damen weniger die vielfältige Gewalt beklagen, der sie durch ihresgleichen ausgesetzt werden, als eine „homophobe Hassgewalt“, die für die Zementierung des lukrativen Benachteiligungsbonus ja auch erheblich bedeutsamer ist! „Antizipierte Gewalterfahrung“ ist dabei die Gewalt, von der die Lesben annehmen, sie KÖNNTE ihnen in bestimmten Situationen widerfahren – so dass sie dann diese Situationen vermeiden. Ein normales und vernünftiges menschliches Verhalten und durchaus diskussionswürdig in Fällen realer Bedrohungen! Bei unseren Lesben aber wird daraus eine „antizipierte“ Repressionserfahrung. Welche Situationen hier in unterstellter Voraussicht unter Inkaufnahme schwerwiegender lebensweltlicher Beeinträchtigungen umgangen werden, erfahren wir gleichwohl nicht. Dabei hätte uns gerade dies am allermeisten interessiert. Interessant, ja geradezu faszinierend ist in jedem Fall, dass Gewalt gar nicht vorhanden sein muss, um sich gegen Frauen zu richten. In dieser Logik ist eine Frau, die Angst vor tätowierten Männern hat, Grund genug, diese tätowierten Männer als Verkörperung von Gewalt zu betrachten.

Währenddessen gedachte man am vergangenen Wochenende in Srebrenica eines Massenmords vor neun Jahren, dessen sehr reale Opfer – inzwischen schätzt man die Zahl auf über 8.000 – ausschließlich männlichen Geschlechts waren. Ebendarum wurden sie umgebracht im Jahr 1995, als in Deutschland eine zweifelhafte Koalition aus friedensbewegten und bibelforschenden Gesinnungsethikern noch jede effektive (nämlich militärische) Hilfe verhinderte. Die Anerkennung dieses Massakers als systematische Männervernichtung ignorierte in besonders perfider Weise ein „taz“-Beitrag, der resümierte: „Viele Frauen, die das Massaker überlebt haben, leben mit ihren Kindern in bitterer Armut.“ http://www.taz.de/pt/2004/07/12/a0112.nf/text Da stellt sich mindestens mal die Frage, wie jemand ein Massaker überleben kann, dem er – bzw. sie! – gar nicht ausgesetzt war.

Ein Scheinvater kann zweimal der Dumme sein: Zahlt ein Mann jahrelang Unterhalt für sein (vermeintliches) Kind, stellt sich dann aber heraus, daß er nicht der Vater ist, so hat das Finanzamt ihm die Steuervergünstigungen nachträglich zu entziehen, da das Steuerrecht für Scheinväter Steuerentlastungen nicht vorsieht. Das gilt auch dann, wenn er den Unterhalt weder vom Kind noch vom leiblichen Vater noch von der Mutter zurückerhält. (Niedersächsisches Finanzgericht, Aktenzeichen: 13 K 332/02) http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/07/08/126a1403.asp?cat=/geldundrecht/recht
Angesichts solcher Urteile sollte man vielleicht einen Passus ins Grundgesetz aufnehmen, der so lauten könnte: „Rechtssicherheit wird Frauen und Kindern zuteil. Männer sind in jedweder Form in den Arsch zu treten. Das Nähere regelt eigenmächtig unsere zuverlässige Rechtsprechung.“

Weibliche Fehlbesetzungen selbst ohne Quote: „Nein danke, Anke“ mäkelt Spiegel-online an der Nachfolgerin des unerreichbaren Harald Schmidt herum und läutet scheinbar schon das Ende dieses speziellen weiblichen Gegenhumors ein, dessen Subtilität sich uns Holzköpfen mal wieder nicht erschließt. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,306475,00.html
Die „Süddeutsche“ vom 29. Juni dagegen erinnerte uns an Edith Cresson, jene überkandidelte EU-Kommissarin, die die Engländer schon mal pauschal für schwul erklärte und dies obendrein auch noch beleidigend meinte. Brüssel zittere, weil Cresson im Auftrag ihres Präsidenten dort erneut repräsentieren darf, und den Meisten fault beinahe schon die Hand ab, wenn sie einer derart dämlichen Wachtel dieselbe zum Gruße reichen sollen.

Andererseits wird auch die Liste der Männer, die sich aus der Verantwortung stehen, immer länger. Zu den fahnenflüchtigen Lafontaine und Harald Schmidt gesellte sich jüngst Ottmar Hitzfeld, der die Insolvenzverwaltung der deutschen Fußballnationalmannschaft schnöde verweigerte. Otto Rehakles dagegen erfüllte uns mit Stolz, ist er doch ein Mann, der seine Erwartungen erfüllt, wo auch immer man ihn hinstellt. Ein echter Europäer!

Die Gesetzgebung zum Unterhalt hat „kein anderes Band zwischen Mensch und Mensch übrig gelassen, als die gefühllose ‚bare Zahlung’. Sie hat die heiligen Schauer der frommen Schwärmerei, der ritterlichen Begeisterung, der spießbürgerlichen Wehmut in dem eiskalten Wasser egoistischer Berechnung ertränkt... Sie hat, mit einem Wort, an die Stelle der mit religiösen und politischen Illusionen verhüllten Ausbeutung die offene, unverschämte, direkte, dürre Ausbeutung gesetzt.“ Von wem mag das wohl sein, hm? Der Autor heißt Karl Marx, und gemeint hat er nicht bloß jenen entwürdigenden Ausdruck der Bourgeoisie sondern das ganze System. Im Kleinen sieht man heute noch, wie Recht er hatte! Jaja, er war schon ein garstiger Schlingel, der Marx!

„Der Gedanke, dass auch Männer in bestimmten Bereichen benachteiligt sein könnten, darf hier zu Lande erst gar nicht gedacht werden. Er widerspricht der ‚political correctness’“, konstatiert der „Männerforscher“ Walter Hollstein. Dagegen werde unter dem Arbeitstitel „Gleichstellung“ allein Frauenpolitik betrieben. Wissen wir auch nicht erst seit heute. Dennoch schön, dass jemand mit den eher weniger spektakulären unter unseren Erkenntnissen seinen Lebensunterhalt verdienen kann. Die Avantgarde wird zitierfähig, das Originelle zum Konsumgut. Erste Anzeichen für einen gewissen Erfolg! http://www.vafk.de/themen/Presse/P260604_rheinische.htm

Politisch korrektes Verhalten war anfangs ein Bestandteil informeller Verständigung, die Folge bestimmter Debatten in Öffentlichkeit und Medien. Inzwischen wird es – vermittelt durch Seminare – zunehmend „verordnet“. In den USA längst Usus: Ein Unternehmen, das an die New Yorker Börse gehen will, muss zwingend nachweisen, dass es seine Mitarbeiter zu einer spezifischen Form von Gender-Training verpflichtet. Etwas verschwiemelt heißt dies Diversity-Management: „Die Diversity-Philosophie stellt das Geschlecht explizit mit den Bereichen Alter, Ethnie, sexuelle Orientierung, religiöse Glaubensprägung oder Behinderung auf eine Stufe. Was diese Kriterien betrifft, sollen demnächst auch die Bundesbürger vor Benachteiligung im Beruf geschützt sein - mit einem Antidiskriminierungsgesetz, das im Herbst verabschiedet werden soll. Auch die Diversity-Philosophie will - wie das Gender Mainstreaming - eine differenzierte Wahrnehmung erreichen.“ http://www.taz.de/pt/2004/07/09/a0307.nf/text Der Beitrag weist auch darauf hin, dass die Veranstaltungen in der Regel eher einen Alibicharakter haben. Wer seinen Arbeitsplatz nicht auf’s Spiel setzen will, muss mitmachen. Aber die Begeisterung hält sich in Grenzen. Insofern ähnelt die Verpflichtung zu solchen Kursen eher der Mitgliedschaft in gewissen Parteien oder Jugendorganisationen, ohne die in bestimmten Zeiten der deutschen Geschichte zum Beispiel ein Studium nicht möglich war.

Sommerzeit, Reisezeit. Wer sich mit dem nächstbesten Biergarten oder einer schönen Straußenwirtschaft nicht begnügen mag, begibt sich auf Reisen. Gut essen, gut trinken, Sport treiben, das andere Geschlecht durch Sonnenbrillen anlinsen, Knutschparties. Herrliche Zeit! In diesen Tagen begegnen wir dann auch immer jener Spezies lebensuntüchtiger Frauen, die überhaupt nicht in der Lage sind, das was sie alles in den Koffer packen auch selbst zu stemmen! Manchmal, in den Zügen zwischen St. Blasien und Putbus, fragen wir uns, ob wir diese hilflosen Wesen verachten oder bewundern soll - weil sie's letztlich trotzdem immer schaffen: with a little help von starken, ritterlichen Männern, denen selbst unsereiner, wenn er das Elend nicht länger mit ansehen kann, sich ab und an zugesellt. Hinterher erzählen sie dann womöglich in ihren Frauengruppen, dass diese gewalttätigen Tiere ja doch zu dem Einen oder Anderen taugen, aber wie erniedrigend es wieder gewesen sei, sich wegen schierer Muskelkraft zur Bedürftigen degradiert wiedergefunden zu haben. Reisezeit eben! Da fällt auch das RoteMännerInfo trotz der bevorstehenden Sommerpause wieder ein wenig kürzer aus. Damit ihr endlich Zeit für den Proust findet!

Unser Schwerpunktthema verdient gleichwohl eine herausragende Position, nicht nur weil es bei uns lange Zeit vernachlässigt wurde. Männer als Opfer häuslicher Gewalt, das findet plötzlich wieder Beachtung, nachdem inzwischen die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie dazu fertig gestellt wurde.

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IDEOLOGISCHE EIERTÄNZE:
ÜBER DEN VERSUCH, AUS GEWALT GEGEN MÄNNER MÄNNER-GEWALT ZU MACHEN

Die Universität Osnabrück veranstaltet am 23. September 2004 einen Kongress zum Thema Gewalt. Es soll dabei auch um die Gewalt an Männern gehen, denn die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erstellte Studie hierzu wird dort vorgestellt. Den Veranstalterinnen und Texterinnen der Ministerin war dabei anscheinend etwas unwohl. Dass Gewalt gegen Frauen UND Männer existiert, ist eine Erkenntnis, die die Grundlagen des real existierenden Vulgärfeminismus massiv erschüttern muss. Also muss man sich dieser Einsicht verweigern, will man nicht ganze Systeme von Pfründen und Frauenförderung in Frage stellen. Frauenhäuser müssten dann nämlich eigentlich in Stätten zum Schutz vor Gewalt für jedermann umgewandelt werden. Die ganze heuchlerische Opferideologie, die dem Feminismus heute mehr denn je den Zuspruch empörungswilliger Dummbeutel bis weit in die politische Elite hinein sichert – dahin! Schon der Titel des Kongresses bereitete daher Probleme, die sich aber als lösbar erwiesen. „Gewalt im Leben von Frauen und Männern“ heißt es jetzt salomonisch – und lässt hinreichend Raum für den Erhalt der hergebrachten Vorurteile: Männer über sie aus, und Frauen sind ihre Opfer, Ausnahmen bestätigen bloß die Regel!

Das zuständige Referat der Bundesministerin für „Gedöns“ (Familie, Senioren, Frauen, Jugend, daher BMFSFJ) sah dies offenbar ähnlich und schrieb Frau Schmidt (Renate) für die Einladung ein Vorwort, das mit dem Satz beginnt: „Gewalt gegen Mädchen und Frauen ist eine schwere Menschenrechtsverletzung.“ Nun, wer hätte das gedacht? Die Kunst liegt, wie so häufig, in der Weglassung. Und ein wenig auch immer in der Prioritätensetzung.

Denn so geht es weiter: „Die Ergebnisse dreier wichtiger Studien (...) liegen nun vor (...) Für die erste Prävalenzstudie (...) wurden 10.000 Frauen über ihre Gewalterfahrungen in verschiedenen Lebensphasen befragt. Wir werden damit endlich einen genaueren Blick auf das hinter verschlossenen Türen liegende Leid von Frauen werfen können.“ Endlich, denn bislang hat ja offenbar niemand je etwas davon gehört. Das Erkenntnisinteresse dieser Studie wird schon in diesen wenigen Worten so offensichtlich, dass das Ergebnis der Studie bereits festgestanden haben muss, als noch nicht mal eine dieser 10.000 Frauen den Mund hatte aufmachen müssen.

Die zweite Untersuchung hat zum Ziel, „die Qualität bei der Unterstützung von gewaltbetroffenen Frauen in der Praxis zu verbessern. Darüber hinaus (sic!) wurde das Thema ‚Gewalterleben von Männern’ zum ersten Mal systematisch untersucht.“

Das Problem ist nur, dass der Titel dieser Studie nicht „Gewalterleben von Männern“ ist – was ja auch bedeuten kann, dass Männer die von ihnen selbst, quasi triebhaft, verübte Gewalt subjektiv erleben – sondern „Gewalt gegen Männer“. Aber in den Köpfen dieser Kamarilla, die auch im BMFSFJ längst ihr Wespennest kultiviert haben (und denen im Grunde eher egal ist, welche Politiker unter ihnen Minister sind!) trifft das Thema Gewalt gegen Männer per se der feministische Kirchenbann: Wer diese behauptet, muss ignoriert werden; brennen wie Giordano Bruno geht heute nicht mehr, obwohl es effektiver wäre. Schlimm genug, dass das Erstellen dieser Studie aus unerfindlichen Gründen nicht zu verhindern war; irgendwie war es für die Wächterinnen der exklusiv weiblichen Opferrolle schwierig, dagegen stringent zu argumentieren. Jetzt gilt es jedenfalls nach Kräften ihre Ergebnisse und deren Wahrnehmung zu beeinflussen.

Resonanz fand die Studie „Gewalt gegen Männer“ bisher eher an eher unvermuteter Stelle, in der „Ärztezeitung“: „Opfer von Gewalt, so die vorherrschende Meinung, werden vor allem Frauen, Kinder und Alte. Über die Gewalterfahrungen von Männern gibt es zwar mehrere Studien, deren Ergebnisse werden jedoch kaum öffentlich diskutiert. Noch weniger bekannt ist die Tatsache, daß viele Männer Gewalt durch ihre Partnerinnen erleiden. Manche Forscher gehen sogar davon aus, daß sich die Gewalt zwischen den Geschlechtern in Partnerschaften die Waage hält.
‚Männliche Opfer von Gewalt, Ausbeutung und Mißhandlung verschwinden hinter einer Schweigemauer’, so Hans-Joachim Lenz, der selbst eine Studie über Gewalt gegen Männer vorgelegt hat (‚Psychologie Heute’ 7, 2004, 53). Meist schwiegen Betroffene aus Scham; jene, die über ihre Gewalterfahrung redeten, würden nicht selten ignoriert.
Dabei bewege sich ‚die Gewalt, die Männern angetan wird, mindestens in der Größenordnung der Gewalt gegen Frauen’, so Lenz. ‚Sie ist vermutlich sogar noch größer.’“ mehr unter http://www.aerztezeitung.de/docs/2004/07/05/123a0301.asp?cat=/news

Die Frage bleibt aber, welche Konsequenzen diese Erkenntnisse haben werden. Die Vermutung, dass es KEINE sein werden, liegt nicht fern. Denn auch bei Anschlägen wird zwar die Zahl der Opfer stets akribisch bilanziert – von eindeutig vorrangigem Interesse sind dabei jedoch stets „Frauen und Kinder“. Ähnlich wie man verhungernden, gefolterten, getöteten Menschen in vielen Drittweltstaaten unterschwellig immer unterstellt, Schmerzen, Leid und Tod bedeuteten dort nicht dasselbe wie in unserer „Zivilisation“, so wird Ähnliches einigermaßen grundsätzlich auch Männern unterstellt: Keine Empfindsamkeit! Männer leiden nicht. – Und sind daher auch gar nicht schutzbedürftig. Tatsächlich: Weniger auffällig und demonstrativ zu leiden wird Männern schon in frühester Kindheit beigebracht. Ein Indianer kennt keinen Schmerz. Mit stoischer Ruhe noch die schlimmsten Foltern zu ertragen wird in der einschlägigen Jugend- bzw. Jungenliteratur zur höchsten Tugend entwickelt, in Fenimore Coopers (im Übrigen absolut grandiosem) „Lederstrumpf“ ebenso wie in über 70 Karl-May-Bänden. So ist es bis heute ein zentraler Bestandteil der herrschenden Ideologie über die Geschlechter: Frauen werden durch Gewalt geschändet und entwürdigt, Männer erhalten durch sie erst wahre Größe. Lächerlich angesichts der Profanität des konkreten Gewalterlebnisses, jedoch unzweifelhaft bis heute ein vorherrschender und wohlgepflegter Mythos. Aber damit auch ein Beleg für den Zustand unserer zivilisatorischen Vernunft, auf die wir uns bisweilen so viel einbilden!

Illusionen über die Resultate einer Forschung, die man heute noch als durchaus „alternativ“ bezeichnen muss, braucht sich also niemand zu machen. Denn auch hier gilt die kürzlich von der „Zeit“ zitierte These des Wissenschaftstheoretikers Thomas Kuhn, „Wissenschaft sei weniger von Fakten und objektiven Beobachtungen geprägt als vielmehr von Machtspielen, Cliquen und Vorurteilen.“

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„Als gebildeter und feministischer Mensch gehört man ja schon lange zum impliziten und expliziten Antipoden der taz-Mainstream-Boys-and-Girls“, schrieb eine gewisse Gabriele Kemper in einem fulminanten Leserbrief, den die Angesprochenen am 3. Juli publizierten, und fuhr fort: „An pubertärem Geschwätz wie herrschaftstragendem Aufgeblase herrscht ja kein Mangel, an einer reflektierten Stimme, die Geschlecht als machtanalytische Kategorie anzuwenden weiß, umso mehr.“ Schön gesagt! Die Frau kennt offenbar unser Info bislang nicht. Ob sie andererseits unsere reflektierte Stimme, die den machanalytischen Aspekt der Geschlechter sehr wohl sieht, zu goutieren wüßte, bezweifeln wir. Unter unseren bisherigen Bekanntschaften, die sich selbst für „gebildet und feministisch“ hielten, waren nämlich entschieden zu viele Dummschwätzer und selbstgerechte Faltenschrappen.

Mehr Mut zu „Sex mit Folgen“ hat dagegen der hessische CDU-Landtagsabgeordnete Armin Klein gefordert. http://www.rp-online.de/public/article/nachrichten/politik/deutschland/52101 Wie hieß das früher? „Junge sei mutig, Junge sei stark: bumms ohne Gummi, spar’ dir die Mark!“ Nur falls noch einige von euch darüber nachdenken, was sie diesen Sommer unternehmen könnten: Ihr könnt zum Beispiel unser Rentensystem retten!

Frohe Verrichtung wünscht
Euer RedManAlex
(13.07.04)

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Re: Rote Männer Info Nr. 72

susu, Tuesday, 13.07.2004, 18:46 (vor 7878 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Rote Männer Info Nr. 72 von Odin am 13. Juli 2004 12:45:08:

„Als sehr bedeutsam für die Präventions- und Interventionsarbeit hat sich im Aktionsprogramm der Begriff der ‚antizipierten Gewalterfahrung’ erwiesen. Sie stellt eine Vermeidungsstrategie dar, mit der lesbenfeindliche Gewalt antizipiert wird als ‚normale Diskriminierung’ u.ä., um den hohen Preis erheblicher Beschränkungen der persönlichen Handlungsräume und der persönlichen Entscheidungsmöglichkeiten.“ können wir auf der Homepage http://www.lesben-gegen-gewalt.de/D/index.html lesen. Lesben gegen Gewalt hätten wir durchaus für angebracht gehalten, seit wir gelesen haben, dass in über der Hälfte der lesbischen Partnerschaften Gewalt ausgeübt wird. Darum geht es hier aber nicht, weil die – eigentlich doch ihrerseits homophoben – Damen weniger die vielfältige Gewalt beklagen, der sie durch ihresgleichen ausgesetzt werden, als eine „homophobe Hassgewalt“, die für die Zementierung des lukrativen Benachteiligungsbonus ja auch erheblich bedeutsamer ist!

Hmm. Jetzt mal so: Der angegeben Link verweist auf eine Seite, die neben Trägerschaft und Kontaktinfos folgendes formuliert "Ab 2004 setzen wir unseren Schwerpunkt auf die Arbeit mit (lesbischen) Täterinnen häuslicher Gewalt".

Wir beachten den Begriff "Schwerpunkt". Unter dem Menüpunkt Schwerpunkte finden sich dann auch vor allem dafür relevante Sachverhalte. Ich würde gern den konkreten Link sehen unter dem die genannten Punkte stehen. Und eine Argumentation, weshalb LGG homophob ist. Wird ja nicht wirklich begründet...

susu

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