Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Macht macht Frauen einsam ...

Andreas, Sunday, 11.07.2004, 18:06 (vor 7880 Tagen)

Macht macht Frauen einsam - zumindest in den Topetagen deutscher Konzerne. Gerade mal 9,4 Prozent aller Spitzenpositionen in Deutschland sind laut einer Studie von Frauen besetzt. Diese Rechnung fasst den Begriff "Führungsposition" schon recht weit.

In den Top 30 der börsennotierten deutschen Unternehmen - den DAX-Konzernen - liegt die Quote teils deutlich darunter. Bei DaimlerChrysler sind es gerade 5,8 Prozent Frauen in leitenden Positionen. Bis ganz nach oben in den Vorstand eines der 30 Großen hat es bisher keine einzige Frau geschafft. Bis jetzt. Der Berliner Pharmakonzern Schering hat nun mit diesem Tabu in deutschen Führungsetagen gebrochen.

Schering schreibt Geschichte

Als ein Stück Börsen-Geschichte wurde die Berufung einer Frau in den Vorstand der im Deutschen Aktienindex (DAX) aufgeführten Schering AG gefeiert. Das Unternehmen selbst war sich der Tragweite dieser Entscheidung gar nicht bewusst: "Wir haben eine lange Liste von Interviewanfragen an die erste Frau in unserem Vorstand, eigentlich haben wir nur eine Personalie mitteilen wollen", sagt der Kommunikationschef von Schering, Oliver Renner. Karin Dorrepaal - promovierte Medizinerin und Betriebswirtin - kommt aus den Niederlanden. Die 43-Jährige wird vom 1. September an für das Geschäftsfeld Diagnostische Bildgebung verantwortlich sein.

Doch warum der Blick ins Ausland? "In Deutschland gibt es einfach nicht genügend Absolventinnen in den 'karriereorientierten' Studiengängen", sagte Wirtschaftsprofessorin Sonja Bischoff von der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik. Seit 1986 erforscht sie das Thema "Frauen in Führungspositionen".

40 Prozent Frauen in Wirtschaftsstudiengängen

In den Wirtschaftsstudiengängen habe sich der Frauenanteil mittlerweile auf fast 40 Prozent erhöht - "ein gutes Signal". Weibliche Ingenieure und Naturwissenschaftlerinnen seien jedoch immer noch absolute Mangelware. "Wir kooperieren deshalb mit Universitäten und auch schon mit Schulen, um mehr Frauen für diese Richtungen zu interessieren", sagt eine Unternehmenssprecherin von DaimlerChrysler.

Frauen für technische und wirtschaftliche Studien zu begeistern, ist auch ein Ziel der Initiative D21. Mehrere hundert Unternehmen haben sich in der Initiative zusammengeschlossen, um Technik und Wirtschaft gemeinsam mit der Politik in Deutschland zu fördern. "Deutsche Unternehmen müssen in ihrem Haus klar sagen: 'wir wollen Frauen mit an der Spitze haben'", sagt Barbara Schwarze vom Vorstand von D21. Mixed Teams in der Führung würden zudem bessere Ergebnisse bringen, da mehr Sichtweisen in der Diskussion einfließen könnten.

Kinder kein Karriere-Hinderniss

Kinder seien nach Ansicht der Präsidentin des Verbandes deutscher Unternehmerinnen (VdU), Regina Seidel, heute kein wirkliches Hindernis für die Karriere mehr. "Wer gut verdient, leistet sich ein Kindermädchen." Frauen fehlten jedoch für einen steilen Aufstieg die Netzwerke. "Sie sind auf ihrem Weg nach oben meist allein auf weiter Flur und je höher sie kommen, um so einsamer wird es im gleichen Geschlecht", sagt Seidel. Einem Kampf mit solchen Verlusten wollen sich Frauen oft nicht stellen. "Aber vor allem braucht es mehr Arbeitsplätze und konjunkturellen Aufschwung. Dann werden auch mehr Frauen für Führungspositionen gebraucht."

Nach Ansicht von Schwarze stelle jedoch für Männer, eine Frau in den Vorstand zu holen, ein "höheres Risiko " dar. "Wenn die Entscheidung falsch war, hat man nicht nur eine falsche Person geholt, sondern auch noch im falschen Geschlecht geschaut, das wussten dann alle vorher." Schering-Sprecher Renner lehnt dieses Vorurteil ab. "Wir haben den Besten für den Vorstandsposten gesucht, und das war eben eine Frau." Der Berliner Pharmakonzern ist 2003 von der Europäischen Kommission als beispielgebendes unter mehr als 1.000 europäischen Unternehmen mit dem Preis "Chancengleichheit der Geschlechter" geehrt worden.

http://www.n-tv.de/5268653.html

Re: Macht macht Frauen einsam ...

Eugen Prinz, Sunday, 11.07.2004, 21:18 (vor 7880 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Macht macht Frauen einsam ... von Andreas am 11. Juli 2004 15:06:07:

Bei den ewigen Klagen - es seien immer noch zu wenige Frauen in Vorstandspositionen - stellt sich mir die Frage, wer denn eigentlich ausdrücklich an Frauen in solchen Positionen interessiert ist.

Kaufmännische Gründe können kaum dafür sprechen. Und von einem Zugewinn an Geschlechtergerechtigkeit könnte man nur sprechen, wenn eine Mehrheit von Frauen an solchen Positionen interessiert wäre und vorsätzlich davon ausgeschlossen würde. Das ist natürlich nicht der Fall.

Es bleibt daher mein ausdrücklicher Verdacht, dass es eine Minderheit von Feministinnen ist, die nun auch über die Wirtschaft einen machtpolitischen Umbau der Gesellschaft anstrebt - wie es schon Jutta Limbach forderte: "Was wir wollen ist Macht - Macht für Frauen."

Da stellt sich die Frage, welche Rolle für Männer in diesem Szenario noch vorgesehen ist. Nichts gegen Konkurrenz. Aber wenn die Konkurrenz - wie hier die Frauen - über protektionistische Maßnahmen, über eine Frauenquote in die Wirtschaft reingefördert wird, dann wird es Zeit, dass Männer sich auch mal querstellen, wenn sie nicht einfach im gleichen Maße rausfliegen wollen.

Sie wird kommen!

Bruno, Monday, 12.07.2004, 17:08 (vor 7879 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Macht macht Frauen einsam ... von Andreas am 11. Juli 2004 15:06:07:

Das ganze Gesülze von Frauendiskriminierung in Führungspositionen (ich bin auch in keiner Führungsposition, werde ich diskriminiert?) dient einzig und allein dem nächsten großen Clou der FeministInnen: Die Einführung der Frauenquote in der Wirtschaft.

Was das bedeutet ist klar: In BW führt die Einfürhung der Frauenquote in den Landesbehörden zur Erhöhung des Frauenanteils um 3000 Beschäftigte und zur Reduktion des Männeranteils um 10.000 Beschäftigte. Das ganze ist also auch eine Männerrausschmissaktion.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Sie wird kommen!

Odin, Monday, 12.07.2004, 18:14 (vor 7879 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Sie wird kommen! von Bruno am 12. Juli 2004 14:08:57:

Das ganze Gesülze von Frauendiskriminierung in Führungspositionen (ich bin auch in keiner Führungsposition, werde ich diskriminiert?) dient einzig und allein dem nächsten großen Clou der FeministInnen: Die Einführung der Frauenquote in der Wirtschaft.

Ich glaube, durch die derzeitige, schwierige wirtschaftliche Lage, bleibt uns vieles erspart. Langsam ist es zu erahnen, welch Segen eine Rezession sein kann.

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Monday, 12.07.2004, 19:03 (vor 7879 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Odin am 12. Juli 2004 15:14:08:

Ich glaube eher, dass der Feminismus und der damit verbundene gesamtgesellschaftliche Niedergang eine ganz wesentliche Ursache der Rezession ist.
Schließlich hat man sich nichts anderes auf die Fahnen geschrieben, als einen kompletten Staat zum Abenteuerspielplatz für Frauen umzubauen. Männer sind das unbezahlte Personal, dass diesen Betrieb am Laufen zu halten hat. Wen wunderts, wenn da kaum noch Zeit ist, konstruktive Arbeit zu leisten.

Gruß,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Garfield, Monday, 12.07.2004, 20:31 (vor 7879 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 12. Juli 2004 16:03:03:

Hallo Manfred!

Hm, also der Feminismus hat die Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt sicher nicht allein verursacht. Da gibt es noch viel wesentlichere Gründe, vor allem die zunehmende Automatisierung von Produktion und Dienstleistungen, aber auch die fehlende Bereitschaft von Staat und Wirtschaft zur deutlichen Senkung von Steuern, Gebühren, Abgaben, Mieten, Preisen usw., die die angestrebte Senkung des deutschen Lohnniveaus sehr problematisch macht. Aber gerade in der derzeitigen Situation sind die Berufsfeministinnen und die Schäden, die den Bürgern und der Gesellschaft durch radikalfeministische Gesetzeskeulen entstehen, ein Klotz am Bein, der immer schwerer wiegt.

Der Feminismus ist allerdings nur eine Facette des Gutmenschentums, das überall bremst, blockiert und wertvolle Ressourcen frißt. Dazu kommen dann noch Korruption und Mißwirtschaft in Politik und Wirtschaft. Seit Jahrzehnten läuft die Entwicklung in Deutschland nun schon auf das Endziel "alle Macht der Dummheit" hinaus. Die Feministinnen sind nur eine Gruppe von vielen, die auf dieses Ziel hinarbeiten.

Unser politisches System hat einige Mängel, und einer davon besteht darin, daß sich ja nur diejenigen effektiv mit Politik beschäftigen können, die genügend Zeit dafür haben. Diese Zeit haben sie entweder, weil sie von zahlungskräftigen Interessengruppen finanziert werden, wofür dann aber von ihnen erwartet wird, daß sie im Interesse dieser Gruppen als Lobbyisten tätig werden. Oder aber sie haben diese Zeit, weil sie sonst nichts zu tun haben. Wer leistet nun aber die meisten Arbeitsstunden in Deutschland? Das sind die Männer. Folglich haben die meisten Männer nur die Möglichkeit, als Lobbyisten in die Politik zu gehen. Oder sich nur ansatzweise politisch zu engagieren, womit man aber nicht weit kommt. Auch männliche Arbeitslose ändern daran nichts, denn sie haben üblicherweise nicht die finanziellen Mittel, um Wahlkämpfe zu finanzieren und haben, wenn sie denn ernsthaft Arbeit suchen, damit auch gut zu tun.

Das Heer der Hausfrauen dagegen hat da schon rein zeitlich viel bessere Möglichkeiten. Das nötige Geld kommt dann entweder vom Ehemann oder aus irgenwelchen Frauenfördertöpfen. Als es letztere noch nicht gab, engagierten sich auch nur Frauen aus den besser verdienenden Schichten in der Frauenbewegung, denen das auf die eine oder andere Weise ebenfalls durch die Arbeit von Männern finanziell ermöglicht wurde.

Dazu kommt noch, daß es bei Frauen eher akzeptiert wird, wenn sie sich über tatsächliche oder angebliche Mißstände beklagen. Und daß dann gerade Männer auch immer sehr hilfsbereit sind. So ist es nur klar und logisch, daß sich in der Politik - sofern die Interessen der Wirtschaft nicht zu sehr berührt werden - alles um die Interessen der Frauen dreht.

Und wir haben so die Situation, daß diejenigen, die hier den größten Teil der Wertschöpfung leisten, politisch den geringsten Einfluß haben und von allen Seiten folgerichtig nur als Zahlesel verwendet werden. Das kann so aber nicht dauerhaft funktionieren.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 01:12 (vor 7879 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Garfield am 12. Juli 2004 17:31:21:

Hm, also der Feminismus hat die Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt sicher nicht allein verursacht.<

Nein, keinesfalls. Hab ich aber auch nie behauptet!

Da gibt es noch viel wesentlichere Gründe...<

Auf jeden Fall gibt es noch andere Gründe. Ob sie tatsächlich um so viel wesentlicher sind, ist wahrscheinlich nicht einfach zu klären.

...vor allem die zunehmende Automatisierung von Produktion und Dienstleistungen...<,

Die Automatisierung ist für mich bestenfalls ein Grund, kurzfristig oder regional bedingte Beschäftigungslosigkleit zu erklären. Langfristig aber keinesfalls, denn die Arbeit wird doch insgesamt nicht weniger. Sie verlagert sich lediglich auf ein höheres durchschnittliches Niveau.

aber auch die fehlende Bereitschaft von Staat und Wirtschaft zur deutlichen Senkung von Steuern, Gebühren, Abgaben, Mieten, Preisen usw., die die angestrebte Senkung des deutschen Lohnniveaus sehr problematisch macht.<

Ich war grade dabei "BINGO" zu tippen, als ich las, dass Du schon wieder im gleichen Atemzug mit dem Staat die Wirtschaft nennst.
Es ist nicht in erster Linie Aufgabe der Wirtschaft, Steuern, Abgaben und Mieten zu senken!
Sogar das Senken von Preisen zu fordern, ist unseriös, wenn nicht gleichzeitig dadurch die Wirtschaftlichkeit des Betriebes gesichert werden kann.

Der Feminismus ist allerdings nur eine Facette des Gutmenschentums, das überall bremst, blockiert und wertvolle Ressourcen frißt.<

Das macht ihn bedauerlicherweise zu viel mehr, als nur zu einer "Facette".

-wieviel Steuergelder werden wohl für feministischen Irrsinn direkt verschwendet?
(Frauenbeauftragte, Fraueneinrichtungen die entweder zweckentfremdet werden oder an sich schon unsinnig sind)
-wieviel Steuergelder werden wohl für feministischen Irrsinn indirekt verschwendet?
Wichtige Posten werden über Quoten nicht qualifizierten zugeschanzt. Schwachsinnige Propaganda will Frauen in Studienfächer drücken, die diese selbst offensichtlich gar nicht attraktiv finden. Den Hochschulinstituten selber hingegen fehlt das Geld. Aber: lieber gar keine Ingenieure, als männliche...
-wie groß mögen wohl die Auswirkungen des Feminismus auf die Bereitschaft sein, zu heiraten oder gar Kinder in die Welt zu setzen?
Frauen tuns nicht, weil sie Karriere und Kinder nicht unter einen Hut bekommen. Männer tuns nicht, weil sie wissen, dass spätestens nach einer Scheidung, die Karriere der Frau ohnehin aufgeteilt wird: Geld für "sie", Arbeit für "ihn".
-wie groß ist wohl der Einfluß des Feminismus in den Schulen auf die Berufsausbildung der Kinder und Jugendlichen? Muß sich ein Junge nicht allmählich schon indirekt frauenfeindlich fühlen, wenn er nur mit einem technischen Beruf liebäugelt?
Haben wir derzeit zuviele Techniker, Naturwissenschaftler, Ingenieure im Land? Alles nur Zufall?
-was kostet uns (Männer) die höhere Lebenswerwartung der Frauen sowohl medizinisch, als insbesondere auch rentenbeitragsbezogen?
-wie wirkt es sich qualitativ auf die Besetzung einer öffentlichen Stelle aus, wenn bei der Ausschreibung zu lesen ist "Bewerbungen von Frauen besonders erbeten" oder bei gleicher Qualifikation werden weibliche Bewerberinnen bevorzugt. Es reicht wenn der männliche Bewerber nur weiß, das Frauen bevorzugt werden! So mancher wird nicht antreten, zum Leid aller Bürger.
Da könnte ich noch viel schreiben, insbesondere wenn ich die schwer nachweisbaren, aber höchst relevanten psychischen Einflüsse aufzählen würde, die uns unterschwellig berühren.

Der Feminismus wie er in Deutschland (und auch den USA) praktiziert wird, ist nichts anderes als der unverfrorene und würdelose Versuch, geschlechtsspezifischen Parasitismus in allen Lebensbereichen zu etablieren - und zwar mit allen Mitteln.

Dazu kommen dann noch Korruption und Mißwirtschaft in Politik und Wirtschaft. Seit Jahrzehnten läuft die Entwicklung in Deutschland nun schon auf das Endziel "alle Macht der Dummheit" hinaus.<

Ja! Schlicht und ergreifend: "Ja!"

Die Feministinnen sind nur eine Gruppe von vielen, die auf dieses Ziel hinarbeiten. <

Auch hier Zustimmung.
ABER: durch die Art der Feministinnen propagandistisch zu wirken, haben sie den Effekt eines gefährlichen Katalysators, insbesondere in Verbindung mit dem Umstand "alle Macht der Dummheit" (siehe Abschnitt oben ;-)

Trotz aller meiner Kritik am Feminismus (kann man zwischen den Zeilen schon lesen, oder? ;-) bin ich übrigens nach wie vor der Überzeugung, dass Frauen an sich, kein Geschlecht "zweiter Klasse" sein müssen. (Es sei denn sie selbst machen sich dazu) Viele scheinen allerdings dieser "Verführung" des Feminismus folgen zu wollen, die einen mehr und bewußt, viele weniger, vielleicht auch ohne darüber nachdenken zu wollen.
(Wer will beim Verzehr des Schnitzels schon an den Schlachthof denken ;-)

Unser politisches System hat einige Mängel, und einer davon besteht darin, daß sich ja nur diejenigen effektiv mit Politik beschäftigen können, die genügend Zeit dafür haben...<

Auch meine Meinung! Deswegen bin ich z.B. auch nicht dafür, die Kultur der Volksbegehren all zu sehr auszubauen. Aber das ist ein anderes, dickes Kapitel.

Ebenso freundliche Grüße
von Manfred

Re: Sie wird kommen!

Expatriate, Tuesday, 13.07.2004, 11:22 (vor 7878 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Sie wird kommen! von Bruno am 12. Juli 2004 14:08:57:

dient einzig und allein dem nächsten großen Clou der FeministInnen: Die Einführung der Frauenquote in der Wirtschaft.

Per Gesetz oder wie? Also das glaube ich kaum.
Dann sind wichtige Firmen, die die Umzugsplaene jetzt schon fertig in der Schublade haben, ratzfatz im Ausland verschwunden. Damit waeren sie dann endgueltig nicht mehr konkurrenzfaehig.

Schaut doch mal, aus dem Frauenforum, geschrieben von meiner geschätzten Frau Lilith. Die bedauerlicherweise meine liebevoll verfassten, extraordinär wertvollen Beitraege nicht freischaltet. :-(

""Einen Chefsessel hab ich zwar nicht, will ich auch nicht, weil zuviel Streß für etwas mehr Geld.
Aber einen ausfüllenden und befriedigenden Job plus Privatleben. Was will man mehr?
Ich finde es nicht unbedingt erstrebenswert, von morgens bis abends zu ackern, was soll das?""

Das sagt doch wohl 'ne Menge, oder nicht? Also was wollen sie? Oder besser, was will sie?
Okay, etwas arbeiten ist nett, sonst wirds langweilig und das Fernseh-Programm nachmittags, naja, Schwamm drueber. Aber bitte nicht zuviel Arbeit und nicht zu hektisch, Zeit fuer ein halbstündiges Pläuschchen mit der Kollegin am Kopierer muss immer drin sein, und eine Arbeitszeit so von 9 bis 15 Uhr etwa waere angenehm.

Das ist 'ne Einzelaussage, klar, aber was meint Ihr wieviele Frauen noch so denken?
Viele Millionen. Ich gehe soweit zu sagen:
Alle in D bis auf vielleicht 20-50.000.
Und diese paar 10.000 schaffen es dann auch in Fuehrungspositionen, weil sie ganz einfach gut sind, warum auch nicht? Wie diese Karin Dorrepaal.
Naja, vielleicht sind es aber auch noch nicht einmal 10.000, denn wieso musste Schering eine Hollaenderin nehmen?

Die meisten Frauen wollen doch gar nicht den Stress,
also nutzt auch keine Quote.
Just my two cents.
Cheers!



Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 13:21 (vor 7878 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Expatriate am 13. Juli 2004 08:22:12:

Die meisten Frauen wollen doch gar nicht den Stress,

also nutzt auch keine Quote.<

Ich würde Dir in allem gesagten zustimmen, sogar in dem letzten,obigen Satz.
Aber die Konsequenz daraus muß immer noch nicht sein, dass deswegen die Quote nicht gesetzlich gefordert wird. Warum sollte etwas nicht gefordert und evtl. sogar umgesetzt werden, nur weil es sinnlos oder demokratieschädigend ist?
Ein solches "Restvertrauen" in die Politik mochte einst angemessen gewesen sein. Voraussetzung ist dafür (unter anderem) ein unverzerrtes, vorurteilsfreies Menschenbild, Wille zur Demokratie, die Fähigkeit zur rationalen Einsicht, Ideologiefreiheit und Lust am konstruktiven Gestalten.

Der derzeitigen deutschen Regierung muß ich alle diese Eigenschaften in weitem Maße absprechen. Wenn es bis 2006 nicht gelungen sein wird, diese Regierung (deren demokratische Legitimation ohnehin zweifelhaft ist) loszuwerden, kann man nur hoffen, dass die Deutschen schlau genug sind und eine weitere Form der Machtausübung erkannt zu haben, die es gilt, sich nie mehr wiederholen zu lassen.

Gruß,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

XRay, Tuesday, 13.07.2004, 14:45 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 13. Juli 2004 10:21:25:

Die meisten Frauen wollen doch gar nicht den Stress,

also nutzt auch keine Quote.<
Ich würde Dir in allem gesagten zustimmen, sogar in dem letzten,obigen Satz.
Aber die Konsequenz daraus muß immer noch nicht sein, dass deswegen die Quote nicht gesetzlich gefordert wird. Warum sollte etwas nicht gefordert und evtl. sogar umgesetzt werden, nur weil es sinnlos oder demokratieschädigend ist?
Ein solches "Restvertrauen" in die Politik mochte einst angemessen gewesen sein. Voraussetzung ist dafür (unter anderem) ein unverzerrtes, vorurteilsfreies Menschenbild, Wille zur Demokratie, die Fähigkeit zur rationalen Einsicht, Ideologiefreiheit und Lust am konstruktiven Gestalten.
Der derzeitigen deutschen Regierung muß ich alle diese Eigenschaften in weitem Maße absprechen.

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Die derzeitige Regierung?
Wenn ich mich nicht irre, dann gibt es im Grunde keine Partei, die nicht von feministischer
Ideologie verseucht ist. Darüberhinaus -schätze ich- ist es wohl ziemlich egal, wer gerade am Ruder sitzt.
Die Boote (Ministerien) lassen nur eingefahrene Fahrwasser zu und werden schwerlich zu neuen Ufern vordringen.
---------------

Wenn es bis 2006 nicht gelungen sein wird, diese Regierung (deren demokratische Legitimation ohnehin zweifelhaft ist) loszuwerden, kann man nur hoffen, dass die Deutschen schlau genug sind und eine weitere Form der Machtausübung erkannt zu haben, die es gilt, sich nie mehr wiederholen zu lassen.
Gruß,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Garfield, Tuesday, 13.07.2004, 15:02 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 12. Juli 2004 22:12:10:

Hallo Menfred!

"Die Automatisierung ist für mich bestenfalls ein Grund, kurzfristig oder regional bedingte Beschäftigungslosigkleit zu erklären. Langfristig aber keinesfalls, denn die Arbeit wird doch insgesamt nicht weniger. Sie verlagert sich lediglich auf ein höheres durchschnittliches Niveau."

Erwerbsmöglichkeiten werden durch Automatisierung schon weniger, und zunehmend betrifft das auch höher qualifizierte Berufe. Zwar entstehen durch neue Technologien immer auch wieder neue Berufe und Erwerbsmöglichkeiten, aber die Zahl gestrichener Stellen ist üblicherweise höher als die Zahl neuer Stellen. Denn genau das ist ja Sinn und Zweck der Automatisierung: Immer mehr menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen. Nicht nur weil Maschinen billiger sind (die Anschaffungskosten sind heute oft recht hoch, wodurch es immer länger dauert, bis sich neue Maschinen amortisieren), sondern viel mehr, weil sie oft 24 Stunden und 7 Tage in der Woche arbeiten, und das häufig auch noch schneller und exakter als Menschen.

"Ich war grade dabei "BINGO" zu tippen, als ich las, dass Du schon wieder im gleichen Atemzug mit dem Staat die Wirtschaft nennst."

Weil sowohl der Staat als auch die Wirtschaft die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung direkt oder indirekt festlegen. Eben durch Steuern, Gebühren, Abgaben, Preise usw.

"Es ist nicht in erster Linie Aufgabe der Wirtschaft, Steuern, Abgaben und Mieten zu senken!"

Das ist richtig - dafür sollte eigentlich der Staat sorgen, wenn das nötig ist.

"Sogar das Senken von Preisen zu fordern, ist unseriös, wenn nicht gleichzeitig dadurch die Wirtschaftlichkeit des Betriebes gesichert werden kann."

Ja, genau darum geht es ja auch. Was nützt es einem Betrieb denn, hohe Preise anzusetzen, wenn so die Kunden zunehmend ausbleiben? Wer Lohnsenkungen fordert, muß auch gleichzeitig eine Senkung der Lebenshaltungskosten fordern. Lohnsenkungen ohne gleichzeitige Senkung der Lebenshaltungskosten sind kontraproduktiv, denn sie sorgen nicht nur dafür, daß es immer mehr abhängig Beschäftigten schlechter geht, sondern indirekt auch dafür, daß es der Wirtschaft schlechter geht, weil so der Binnenmarkt noch weiter geschwächt wird. Sich darauf zu verlassen, daß sich die Lebenshaltungskosten automatisch mit den Einkommen senken, ist bestenfalls naiv. Daß das nicht funktioniert, haben wir im Osten ja gesehen. So werden nur einige wenige Reiche noch reicher, aber auch das funktioniert nur kurzfristig.

"wieviel Steuergelder werden wohl für feministischen Irrsinn ... verschwendet?"

Das würde ich auch gern wissen. Aber das ist ja nur die Spitze des Eisbergs. Ich denke, daß durch Korruption und Mißwirtschaft noch viel mehr Steuergelder verschwendet werden.

"wie groß mögen wohl die Auswirkungen des Feminismus auf die Bereitschaft sein, zu heiraten oder gar Kinder in die Welt zu setzen?"

Das ist sicher ein Faktor. Aber ich denke, daß die schlechte Situation auf dem Arbeitsmarkt noch weit schwerer wiegt. Viele Menschen können sich heute nicht mehr sicher sein, daß sie in einem Jahr ihren Job noch haben. Und wenn man erst einmal arbeitslos ist, dann wird es immer schwerer, einen neuen Job zu finden. So kann man heute nichts mehr mit Sicherheit vorausplanen. Und so werden Kinder zum unkalkulierbaren Risiko. Nicht nur, weil sie Kosten verursachen (dafür gibt's Kindergeld und Steuerfreibeträge, die das zumindest teilweise ausgleichen), sondern viel mehr, weil oft ein Partner für die Kinderbetreuung ganz oder teilweise aus dem Beruf aussteigen muß, dann das Einkommen sinkt und die Entlassung des Hauptverdieners aus dem Job ein noch größeres Risiko wird.

Bei vielen Paaren sind ja nicht etwa beide Partner berufstätig, weil sie Millionäre werden wollen, sondern weil einer allein immer öfter gar nicht mehr genug Geld zum Leben verdient. Die Realeinkommen sinken doch schon seit Jahren durch Steuer- und Beitragserhöhungen, 0-Runden bei Lohnerhöhungen, Kurzarbeit usw. Die Lebenshaltungskosten steigen aber fröhlich weiter. Allein der Vermieter will dann jedes Jahr wieder ein paar Euro mehr sehen, für medizinische Versorgung muß man trotz anhaltend hoher Beiträge immer mehr dazuzahlen, und die nächste "Ökosteuer" kommt auch bestimmt bald. Für manche Produkte des täglichen Bedarfs hat es in letzter Zeit zwar keine hohen Preiserhöhungen gegeben - aber nur, weil Produzenten und Handel bei der Euro-Einführung die Preise häufig schon satt erhöht haben. Das reichte offenbar für ein paar Jahre. Und sie haben dann ja auch allgemein Umsatzeinbußen festgestellt, weil für viele Konsumenten die Grenze der finanziellen Möglichkeiten tatsächlich schon überschritten war.

Für Normalverdiener ist es heute allein nicht mehr möglich, einen Kredit für ein Haus abzuzahlen. Wenn man aber ein Haus haben möchte, um im Alter von der Hungerrente nicht auch noch die Wuchermieten zahlen zu müssen, dann müssen beide auf Vollzeit weiter arbeiten. Mit Kindern wird das sehr stressig, und oft ist es gar nicht möglich, weil es in manchen Regionen wirklich nicht genügend Betreuungsmöglichkeiten gibt und weil Kindergärten und -krippen natürlich auch nicht umsonst sind.

Ich denke, das ist ein ganz wesentlicher Faktor. Sicher wirkt die ungerechte Gesetzgebung in Deutschland auch noch zusätzlich abschreckend, vor allem auf Männer, aber das wird sich erst so richtig auswirken, wenn es eine Verhütungspille für Männer gibt, die in Anwendung und Nebenwirkungen der Pille für Frauen entspricht. Dann erst können auch die Männer wirklich jederzeit mitentscheiden, ob ein Kind geboren wird oder nicht. Und das wird die Geburtenzahlen nochmal deutlich senken. Dann erst wird sich der Feminismus massiv auf die Geburtenrate auswirken.

"Muß sich ein Junge nicht allmählich schon indirekt frauenfeindlich fühlen, wenn er nur mit einem technischen Beruf liebäugelt?"

Das glaube ich zwar so extrem nicht, aber prinzipiell hast du da natürlich recht. Der feministische Einfluß auf das Bildungswesen ist sicher da und tut seine Wirkung.

"was kostet uns (Männer) die höhere Lebenswerwartung der Frauen sowohl medizinisch, als insbesondere auch rentenbeitragsbezogen?"

Die höhere Lebenserwartung der Frauen will ich keineswegs kritisieren. Kritisieren muß man aber, daß nichts dafür getan wird, um die Lebenserwartung der Männer anzuheben.

"wie wirkt es sich qualitativ auf die Besetzung einer öffentlichen Stelle aus, wenn bei der Ausschreibung zu lesen ist "Bewerbungen von Frauen besonders erbeten" oder bei gleicher Qualifikation werden weibliche Bewerberinnen bevorzugt. Es reicht wenn der männliche Bewerber nur weiß, das Frauen bevorzugt werden! So mancher wird nicht antreten, zum Leid aller Bürger."

Richtig. Ich hätte mal eine Ausbildung beim Finanzamt machen können. Allerdings wurde mir da von vorneherein gesagt, daß nach der Ausbildung eine Übernahme ins Amt nicht garantiert werden kann. Dann dachte ich mir, daß sie da - wenn überhaupt - natürlich nur Frauen übernehmen werden und daß ich nach der Ausbildung also wieder arbeitslos sein werde. Weil ich schon einen Job hatte, sah ich darin dann nicht viel Sinn und habe diese Ausbildung nicht begonnen.

"Der Feminismus wie er in Deutschland (und auch den USA) praktiziert wird, ist nichts anderes als der unverfrorene und würdelose Versuch, geschlechtsspezifischen Parasitismus in allen Lebensbereichen zu etablieren - und zwar mit allen Mitteln."

Das sehe ich auch so. Ursprünglich war der Feminismus mal eine fortschrittliche Bewegung, aber seit seine Ziele erreicht sind, ist er parasitär, denn es geht jetzt nur noch darum, die berufliche Existenz diverser Profi-Feministinnen irgendwie zu rechtfertigen. Um sich noch eine ausreichende Anzahl von Sympathisantinnen zu sichern, sind diese dann bestrebt, überall die Interessen von Frauen durchzusetzen, ohne Rücksicht auf Verluste.

"Deswegen bin ich z.B. auch nicht dafür, die Kultur der Volksbegehren all zu sehr auszubauen."

Da bin ich geteilter Meinung. Einerseits fände ich es positiv, wenn das Volk mehr mit entscheiden könnte. Andererseits fürchte ich aber ebenfalls, daß sehr viele Menschen einfach zu dumm dazu sind und lieber blind an irgendwelche dümmlichen Parolen und Schlagworte glauben, anstatt mal darüber nachzudenken. Nur so erklärt sich der Siegeszug des Gutmenschentums und damit auch des Feminismus in Deutschland.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Sie wird kommen!

Bruno, Tuesday, 13.07.2004, 15:03 (vor 7878 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Expatriate am 13. Juli 2004 08:22:12:

dient einzig und allein dem nächsten großen Clou der FeministInnen: Die Einführung der Frauenquote in der Wirtschaft.

Per Gesetz oder wie? Also das glaube ich kaum.
Dann sind wichtige Firmen, die die Umzugsplaene jetzt schon fertig in der Schublade haben, ratzfatz im Ausland verschwunden. Damit waeren sie dann endgueltig nicht mehr konkurrenzfaehig.

...die Feminsitinnen haben bisher alles bekommen, was sie wollten. Warum sollte dies hier anders sein? Was schert die Feministinnen die Wirtschaft und die Konkurrenzfähigkeit? Es geht ihnen um Macht, nicht um Sinn oder Unsinn.

Schaut doch mal, aus dem Frauenforum, geschrieben von meiner geschätzten Frau Lilith.

...bitte komm mir nicht mit dem Frauenforum. Befass dich lieber mit etwas Konstruktiven für die Jungen, Väter, Männer.

Die meisten Frauen wollen doch gar nicht den Stress,
also nutzt auch keine Quote.

...auch was die Frauen wollen ist den Feministinnen egal. Die Feministinnen bestimmen, was frau zu denken, zu fühlen und zu wollen hat. Denkt, fühlt und will frau anders, ist sie patriarchalisch deformiert und muss durch noch mehr Frauenfördermittel auf den rechten Weg gebracht werden. So einfach ist das.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Unsere Jungen werden uns dafür hassen!

Bruno, Tuesday, 13.07.2004, 15:11 (vor 7878 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Expatriate am 13. Juli 2004 08:22:12:

Übrigens: Wenn die Frauen in die Fürhungspositionen wollen ist das eine sache. Das Problem besteht aber darin, dass Frauenquote auch mit Männerrausschmiss verunden ist und zwar in allen Ebenen. Ich weise nochmals auch den Bilanzbericht in BW hin bei dem von 1996 bis 2000 die Effektivität der Frauenförderung dargelegt wurde: Zunahme weiblicher Mitarbeiter um 3.000; Abnahme männlicher Mitarbeiter um 10.000. Stell dir das mal auf die Wirtschaft in ganz Deutschand übertragen vor. Da kann man einem neugeboreren Jungen bald gleich die Stempelkarte mit in die Wiege legen.

Glaubst du nicht, dass unsere Jungen uns einmal dafür hassen werden, dass wir diese Entwicklung zugelassen haben?

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 15:50 (vor 7878 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von XRay am 13. Juli 2004 11:45:14:

Die derzeitige Regierung?

Wenn ich mich nicht irre, dann gibt es im Grunde keine Partei, die nicht von feministischer
Ideologie verseucht ist. Darüberhinaus -schätze ich- ist es wohl ziemlich egal, wer gerade am Ruder sitzt.<

Kann gut sein, aber die einen lassen Schlimmes befürchten, die andern praktizieren es. Da ist doch ein Unterschied.

Gruß,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Expatriate, Tuesday, 13.07.2004, 16:43 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 13. Juli 2004 10:21:25:

Ein solches "Restvertrauen" in die Politik mochte einst angemessen gewesen sein. Voraussetzung ist dafür (unter anderem) ein unverzerrtes, vorurteilsfreies Menschenbild, Wille zur Demokratie, die Fähigkeit zur rationalen Einsicht, Ideologiefreiheit und Lust am konstruktiven Gestalten.

Ich habe da mehr ein Restvertrauen in die deutsche Industrie. Wenn sowas kommt, per Quote Frauen in Fuehrungspositionen....
Dann muessten sie ja fast jeder Frau, die in den Posten kommt, noch einen Mann zur Seite stellen, der die Fehler ausbuegelt und nach 17Uhr arbeitet.

Aber dann werden von Pierer (Kleinfeld), Schrempp, Pischedsr.ieder etc. der Regierung sicher deutlich sagen, dass dann die Produktion weg ist. Und mit ihr nochmal die gleiche Anzahl an Arbeitsplaetzen bei den Zulieferern.
Die Gangart zu den Gewerkschaften wird ja auch endlich mal schaerfer.
Und zack, waere sowas vom Tisch, Gerhard kennt ja das Ganze noch aus Niedersachsen mit VW.
Also so wuerde ich zumindest hoffen, dass Arbeitsplaetze an sich doch noch mehr zaehlen als das andere Gedöns.
Aber vielleicht bin ich ja einfach nur zu optimistisch.
Cheers!

Wortsperre fuer den VW-Vorstandschef, komisch.
? Was ist denn nun los?

Re: Sie wird kommen!

Bruno, Tuesday, 13.07.2004, 17:03 (vor 7878 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Expatriate am 13. Juli 2004 13:43:31:

Es besteht die Möglichkeit, dass die Frauenquote auch indirekt eingeführt wird, indem man, wie momentan ja betrieben, eine Bildungspolitik fährt, die das Bildungsniveau der Jungen dermaßen herabsetzt, dass faktisch nur noch weibliche Mitbürger auf verantwortungsvolle Posten zu setzen sind. So machen dies ja die feministischen nordische Staaten. Bei Finnland, dem großen Vorbild deutscher BildungspolitikerInnen (merkt ihr was) sind die Defizite zwischen Jungen und Mädchen extrem groß. Dort schneiden die Jungen in allen Bereichen schlechter ab als die Mädchen. Auch dort zählen die Jungen nichts. Ein Ziel, das ja auch in Deutschland verfolgt wird.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Unsere Jungen werden uns dafür hassen!

Expatriate, Tuesday, 13.07.2004, 17:04 (vor 7878 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Unsere Jungen werden uns dafür hassen! von Bruno am 13. Juli 2004 12:11:47:

Ich weise nochmals auch den Bilanzbericht in BW hin bei dem von 1996 bis 2000 die Effektivität der Frauenförderung dargelegt wurde: Zunahme weiblicher Mitarbeiter um 3.000; Abnahme männlicher Mitarbeiter um 10.000. Stell dir das mal auf die Wirtschaft in ganz Deutschand übertragen vor.

Bruno, dann wird es keine Wirtschaft mehr in Deutschland geben.
So einfach und bedauerlich ist das.
IMHO.

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 17:10 (vor 7878 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Garfield am 13. Juli 2004 12:02:44:

Erwerbsmöglichkeiten werden durch Automatisierung schon weniger, und zunehmend betrifft das auch höher qualifizierte Berufe. Zwar entstehen durch neue Technologien immer auch wieder neue Berufe und Erwerbsmöglichkeiten, aber die Zahl gestrichener Stellen ist üblicherweise höher als die Zahl neuer Stellen. <

Aber doch nicht im langzeitlichen Mittel. Wirtschaftskrisen gabs immer - leider, kleine und größere. Und die Arbeitslosen wurden nicht grundsätzlich immer mehr.

Denn genau das ist ja Sinn und Zweck der Automatisierung: Immer mehr menschliche Arbeitskraft durch Maschinen zu ersetzen.<

Aber nein! :-) Du hast zwar nicht unrecht, aber Du nimmst die Sicht eines einzelnen Fabrikanten ein. Das ist nicht statthaft wenn wir von der Gesamtwirtschaft reden. Und es ist keineswegs wirtschaftliches Endziel, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern den Lebensstandard zu erhöhen, den "Kuchen größer zu backen".
Genauswenig wie es statthaft wäre die "ewige "Gehaltsabzockerei, die nichts als den finanziellen Ruin des Unternehmers will" der Arbeitnehmer zu kritisieren. Das ganze ist ein Geflecht, ein Räderwerk. Das Gewinnstreben des einen ist auch zum Vorteil des anderen. Zugegeben, sehr theoretisch, aber diese Theorie funktioniert im Prinzip recht gut!
Dass sie in Einzelfällen zuweilen aus dem Ruder läuft, muß man zugeben und man muß gegensteuern, aber prinzipiell ist sie anzuerkennen denke ich.

Nicht nur weil Maschinen billiger sind (die Anschaffungskosten sind heute oft recht hoch, wodurch es immer länger dauert, bis sich neue Maschinen amortisieren), sondern viel mehr, weil sie oft 24 Stunden und 7 Tage in der Woche arbeiten, und das häufig auch noch schneller und exakter als Menschen.<

Sicher, und das ist gut so. Den Porsche vom Fließband können sich viele von uns leichter leisten, als einen handgefertigten VW Golf. Es kommt also nicht NUR dem Unternehmer zugute.

Weil sowohl der Staat als auch die Wirtschaft die Lebenshaltungskosten der Bevölkerung direkt oder indirekt festlegen. Eben durch Steuern, Gebühren, Abgaben, Preise usw.

Ja, aber die Wirtschaft ist durch den eigenen Konkurrenzdruck bereits (im Normalfall) vielerlei Regelmechanismen unterworfen. Der Unternehmer, der falschen Ideologien anhängt, verschwindet schneller und weniger Langzeitschäden verursachend von der Oberfläche als eine ideologielastige Regierung.

Wer Lohnsenkungen fordert, muß auch gleichzeitig eine Senkung der Lebenshaltungskosten fordern.<

Man geht zurecht davon aus, dass letzteres die automatische Folge davon ist. Wenn Betrieb A billiger produziert, erhält zwar der Arbeitnehmer bei A weniger Lohn, aber wenn die Betriebe B bis Z das auch machen und Arbeitnehmer A dort einkauft, gleicht sich das mehr als aus.

Wohlstand wir nunmal nicht durch Geld erzeugt, sondern nur durch konstruktive, schöpferische Arbeit! Geld macht das Ganze lediglich "handlicher" und dadurch wesentlich effektiver.

Lohnsenkungen ohne gleichzeitige Senkung der Lebenshaltungskosten sind kontraproduktiv, denn sie sorgen nicht nur dafür, daß es immer mehr abhängig Beschäftigten schlechter geht, sondern indirekt auch dafür, daß es der Wirtschaft schlechter geht, weil so der Binnenmarkt noch weiter geschwächt wird.<

Diese Rechnung geht niemals auf. Demnach könnten die Unternehmer sich vor die Geschäfte stellen und Geld an Passanten verteilen, mit der Bitte es doch wieder bei ihnen auszugeben. Dann hat er das Geld zwar wieder zurück, vorher hatte er aber Geld UND Ware, was einen höheren Wert darstellt. Sehr gern gemachter Denkfehler, von Gewerkschaften bis zu Sozis, aber die Mathematik spielt nicht mit.

Sich darauf zu verlassen, daß sich die Lebenshaltungskosten automatisch mit den Einkommen senken, ist bestenfalls naiv. <

Keineswegs. Es ist nicht naiv, gewisse Zusammenhänge zu erkennen und -sofern positiv- sie wirken zu lassen. Das Schlüsselwort ist hier "automatisch". Ein Zusammenhang blendet ja nicht alle andern automatisch aus.
Es ist nicht naiv, das Auto vollzutanken wenn man fahren will. Naiv ist es nur zu glauben das alleine würde ausreichen und mit vollem Tank müsse man weder Handbremse lösen, noch das Steuer bedienen.

Daß das nicht funktioniert, haben wir im Osten ja gesehen. <

Wir haben nur gesehen, dass es nicht so einfach funktioniert. Alle andern Mechanismen sind auch zu beachten.

So, jetzt muß ich mal was arbeiten ;-) Auch einer dieser Mechanismen...

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Garfield, Tuesday, 13.07.2004, 19:10 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 13. Juli 2004 14:10:17:

Hallo Manfred!

"Aber doch nicht im langzeitlichen Mittel. Wirtschaftskrisen gabs immer - leider, kleine und größere. Und die Arbeitslosen wurden nicht grundsätzlich immer mehr."

Eben doch. Seit etwa Ende der 60er Jahre sind die Arbeitslosenzahlen immer weiter gestiegen. Anfangs betraf es überwiegend Menschen mit schlechter oder keiner beruflichen Qualifikation. Mittlerweile zieht sich das aber durch alle Berufe, und es sind auch immer häufiger Akademiker betroffen.

Die Grund dafür ist keine einfache, vorübergehende Wirtschaftskrise. Wir haben doch momentan sogar die Situation, daß die Exporte der deutschen Unternehmen sehr gut laufen. Die weltweite wirtschaftliche Situation ist alles andere als schlecht - trotzdem haben wir aber schon allein offiziell über 4,2 Millionen Erwerbslose. Und das ist nur die Zahl, die nach diversen Statistik-Verschönerungen noch übrig ist...

Da kann man sich gut vorstellen, wie das erst aussehen wird, wenn noch eine internationale Wirtschaftskrise dazu kommt und die deutschen Exporte zurück gehen...

In der Computerbranche sieht man das mittlerweile auch deutlich. Noch vor 3-4 Jahren galt der Computerbereich als Job-Motor. Viele Unternehmen suchten händeringend Arbeitskräfte, sie hängten Plakate in ihren Geschäftsräumen aus, auf denen jedem Mitarbeiter, der einen neuen Mitarbeiter wirbt, ein volles Monatsgehalt als Prämie versprochen wurde usw. Mitte 2001 änderte sich das dann fast von heute auf morgen. Viele neugegründete Internet-Unternehmen gingen auf einmal pleite, und dann kam noch das Attentat auf das World Trade Center dazu. Das hat auch die Computerbranche schwer getroffen, vor allem alle Unternehmen, die irgendwie mit Flughäfen und Fluglinien zu tun hatten. Da mußte plötzlich viel Geld in Sicherheitsmaßnahmen investiert werden, das man dann anderswo einsparte, z.B. eben bei Weiterentwicklung der Software. Die Krise verschärfte sich so noch mehr. So sah man dann auf einmal in vielen Software-Unternehmen massenweise leere Büros. Und von einer Greencard für Computer-Spezialisten redete nun auch niemand mehr. Mittlerweile ist man auch in der Software-Branche massiv dazu übergegangen, Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern. "Offshoring" nennt man das. Unternehmen wie IBM machen Werbung damit, daß sie tausende von Mitarbeitern in Billiglohn-Ländern wie der Ukraine haben. Zwar wird zumindest im Falle von IBM allgemein vermutet, daß nur ein geringer Teil dieser Leute wirklich effektiv tätig ist, aber Hauptsache, man kann damit werben. Unternehmen wie Daimler-Chrysler vergeben schon grundsätzlich nur Aufträge an Unternehmen, die eine bestimmte Prozentzahl des Auftragsvolumens in Billiglohnländern realisieren lassen. Neben Ländern der GUS ist da Indien sehr beliebt, aber weil auch dort die Lohnkosten mittlerweile gestiegen sind, ist jetzt Vietnam groß in Mode. Viele Software-Häuser befassen sich durchaus nicht gern mit "Offshoring", und einige haben damit auch schon schlechte Erfahrungen gemacht. Man muß viel exakter spezifizieren, die Kommunikationswege sind viel umständlicher usw. Oft kann man dann die Mitarbeiter in Deutschland nicht mehr beschäftigen, muß viele von ihnen entlassen, und wenn man mal wieder mehrere kleine Aufträge hat, für die "Offshoring" sich nicht lohnt, fehlen die Leute, und man muß teure Zeitarbeiter holen. Aber weil manche Kunden das verlangen, muß man es machen und dabei eventuell auch mal Verluste einkalkulieren...

So entwickelt sich häufig eine Eigendynamik, und die ändert sich auch nicht, wenn die Wirtschaftssituation sich mal wieder bessert.

"aber Du nimmst die Sicht eines einzelnen Fabrikanten ein. Das ist nicht statthaft wenn wir von der Gesamtwirtschaft reden."

Die Gesamtwirtschaft besteht aber aus einzelnen Unternehmen. Wenn viele von ihnen menschliche Arbeitskräfte durch Maschinen ersetzen - was ja nun einmal definitiv der Fall war und ist -, dann tut die Gesamtwirtschaft das nun einmal in der Summe ebenso.

"Und es ist keineswegs wirtschaftliches Endziel, Menschen durch Maschinen zu ersetzen, sondern den Lebensstandard zu erhöhen, den "Kuchen größer zu backen"."

Also, der Lebensstandard der Bevölkerung ist den Unternehmen erst einmal völlig egal. Das Ziel besteht immer im Gewinn. Das kann man positiv oder negativ werten - es ist aber nun einmal nicht Aufgabe eines Unternehmens, als Wohltäter der Menschheit aufzutreten. Ein Unternehmen muß vor allem Gewinn erwirtschaften, und so muß die Gesamtwirtschaft das als Summe der Unternehmen ebenso. Dafür zu sorgen, daß den Menschen dadurch kein Schaden entsteht, ist Aufgabe des Staates. Der Staat muß auch dafür sorgen, daß der Lebensstandard der Menschen möglichst hoch ist, wovon dann wiederum auch die Wirtschaft profitiert. Und das Problem besteht nun darin, daß der deutsche Staat in dieser Funktion seit Jahrzehnten versagt, indem er einerseits vor allem die Interessen der Unternehmen vertritt und andererseits Sozialgeschenke an der falschen Stelle macht, wobei letzteres aufgrund leerer Kassen immer seltener vorkommt. Verschärft wird alles noch durch Mißwirtschaft der Politiker zu ihrem eigenen Vorteil.

"Das Gewinnstreben des einen ist auch zum Vorteil des anderen."

Nur wenn man dafür sorgt, daß das Gewinnstreben an den richtigen Stellen ansetzt.

"Zugegeben, sehr theoretisch, aber diese Theorie funktioniert im Prinzip recht gut!"

Sie hat solange gut funktioniert, wie es Arbeitskräftemangel gab und wie auch noch der Ost-West-Konflikt zu gewissen Rücksichten zwang. Da konnte sich die Waagschale nur langsam zugunsten der Unternehmen neigen. Seit die Arbeitslosenzahlen aber so hoch sind und seit es kaum noch Bereiche gibt, in denen viel Personal gesucht wird, wird immer weniger Wert auf das Personal gelegt, und die Unternehmen sind auch immer weniger bereit, den Mitarbeitern noch viel vom Profitkuchen abzugeben.

"Sicher, und das ist gut so. Den Porsche vom Fließband können sich viele von uns leichter leisten, als einen handgefertigten VW Golf. Es kommt also nicht NUR dem Unternehmer zugute."

Die Automatisierung ist eine positive Entwicklung, ohne Zweifel. Es ist ein uralter Menschheitstraum, unangenehme Arbeiten nicht mehr selbst erledigen zu müssen. Problematisch ist nur, daß sie in unserem dezeitigem System nur wenigen Menschen wirklich zugute kommt. Die Masse der Menschen muß weiterhin irgendeiner Arbeit nachgehen, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, aber das wird immer schwieriger. Nicht jeder kann, wenn er denn keinen Job als Fließbandarbeiter mehr findet, einfach Manager werden. Und zumindest im Personalmanagement gibt es auch weniger zu tun, wenn es weniger Personal gibt... Es wird auch immer schwieriger, sich selbstständig zu machen. Weil der Binnenmarkt ja zunehmend wegbricht. Und wenn keine Kunden da sind, dann kann man noch so ein tolles Konzept haben - das bringt dann alles nichts.

"Ja, aber die Wirtschaft ist durch den eigenen Konkurrenzdruck bereits (im Normalfall) vielerlei Regelmechanismen unterworfen."

Ja, aber diese Mechanismen drängen das Unternehmen nicht immer in die richtige Richtung.

"Der Unternehmer, der falschen Ideologien anhängt, verschwindet schneller und weniger Langzeitschäden verursachend von der Oberfläche als eine ideologielastige Regierung."

Du vergißt, daß gerade große Unternehmen heute nur noch selten von ihren Besitzern geführt werden. Meist haben diese Besitzer diese Arbeit an Manager weiter delegiert, die dann wie Beamte oder auch wie Politiker handeln. Das Unternehmen ist ihnen dabei oft weniger wichtig als ihr eigenes Bankkonto. Und auch unter Managern gibt es mittlerweile Ideologien, die nicht immer richtig sind. So mancher Manager hat zwar ein Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht, hat dann aber beim Rauswurf trotzdem eine fette Abfindung kassiert und über seine Beziehungen schnell wieder einen neuen gutbezahlten Posten gefunden, auf dem er dann so weiter macht. Das Unternehmen, für das er vorher tätig war, verschwindet vielleicht von der Oberfläche - er als Verursacher aber nicht.

"Man geht zurecht davon aus, dass letzteres die automatische Folge davon ist. Wenn Betrieb A billiger produziert, erhält zwar der Arbeitnehmer bei A weniger Lohn, aber wenn die Betriebe B bis Z das auch machen und Arbeitnehmer A dort einkauft, gleicht sich das mehr als aus."

Gewinn wird aber dadurch erzielt, daß man für ein Produkt mehr verlangt als man hinein investiert hat. Wenn man mehr Gewinn machen will, muß man also die Preise erhöhen. Gibt der Markt das nicht her, dann muß man seine Kosten senken. Das schafft man z.B. durch Automatisierung, die dann oft mit Personalabbau verbunden ist. Wenn man dann die Preise senkt, war das Ganze sinnlos, weil man dann keinen höheren Gewinn hat. Und nicht nur das: Die Anschaffungskosten für die neuen Maschinen sollen ja möglichst schnell wieder rein kommen. Also wird man die Preise auch nicht senken und sie auch später auf dem hohen Niveau lassen, solange der Markt das hergibt. Wenn es am Markt harte Konkurrenz gibt, geht das natürlich nicht so einfach, aber in vielen Bereichen gibt es diese Konkurrenz so nicht. Weil diese Bereiche durch wenige große Unternehmen beherrscht werden, die allein durch ihre Marktmacht kleine Unternehmen am Aufstieg hindern und sich die Märkte zwecks Gewinnmaximierung untereinander aufteilen. Die Mineralölkonzerne zeigen uns immer wieder, wie so etwas funktioniert.

Es sieht also tatsächlich so aus: Der Arbeiter im Unternehmen A kriegt den Lohn gekürzt. Das passiert den Beschäftigten der Unternehmen B bis Z genauso. Die Preise werden nicht gesenkt, und so müssen die Arbeiter und Angestellten eben zusehen, wo sie Geld einsparen können. Also konsumieren sie weniger, und auch im Unternehmen A wundert man sich über Umsatzrückgänge. Daraus zieht man dann den Schluß, daß man die Preise doch senken muß. Damit die Profitspanne aber noch hoch bleibt, verlagert man die Produktion komplett in ein Billiglohnland. Dort sind nicht nur die Lohnkosten niedriger, sondern es gibt auch geringere Steuern, weniger Umweltschutzauflagen und vor allem möchte man seine Position auf diesem ausländischen Markt ohnehin verbessern. Die dort erzeugten Produkte verkaufen sie also auch vor Ort, natürlich zum halben Preis wie auf dem deutschen Markt. Trotzdem wird das Produkt hier günstiger angeboten als das vorher in Deutschland produzierte. Nur leider sind ja in den Unternehmen A-Z einige Leute gefeuert worden, die nun noch nicht einmal genug Geld haben, um den niedrigeren Preis zu bezahlen. So sieht der Umsatz in Deutschland leider auch nicht viel besser aus als vor der Produktionsverlagerung. Aber umso mehr freut sich das Management von Unternehmen A dann über diese Entscheidung, zumal in diesem Billiglohnland die Wirtschaft gerade wächst und die Umsätze steigen. Und mehrere der Manager der Unternehmen B-Z, die noch in Deutschland produzieren, ziehen daraus den Schluß, auch so bald wie möglich die Produktion ins Ausland zu verlagern...

"Diese Rechnung geht niemals auf. Demnach könnten die Unternehmer sich vor die Geschäfte stellen und Geld an Passanten verteilen, mit der Bitte es doch wieder bei ihnen auszugeben. Dann hat er das Geld zwar wieder zurück, vorher hatte er aber Geld UND Ware, was einen höheren Wert darstellt. Sehr gern gemachter Denkfehler, von Gewerkschaften bis zu Sozis, aber die Mathematik spielt nicht mit."

? Ich kann mich nicht erinnern, das jemals angezweifelt zu haben. Ich meinte etwas ganz anderes: Es ist ja okay, die deutschen Lohnkosten an das Ausland anzupassen. Dann muß man aber auch die deutschen Lebenshaltungskosten an das Ausland anpassen. Das wollen die Unternehmen natürlich nicht. Sie wollen zwar die Löhne drücken, aber trotzdem weiterhin für das gleiche Produkt aus ein und derselben Fabrik in Deutschland den doppelten Preis abkassieren wie im Ausland. Und sie wollen ganz selbstverständlich auch weiterhin von der guten Infrastruktur in Deutschland profitieren, für die wir alle dann also auch weiterhin hohe Steuern zahlen sollen. Das kann so natürlich nicht funktionieren.

"Es ist nicht naiv, gewisse Zusammenhänge zu erkennen und -sofern positiv- sie wirken zu lassen."

Und wenn sie aber in der Praxis nicht wirken? Was meinst du wohl, wieso in den USA viele Leute mehr als einen Job haben? Das machen die nicht aus Freude an der Arbeit, sondern weil sie schlicht und einfach sonst nicht genug Geld zum Leben haben!

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Sie wird kommen!

Odin, Tuesday, 13.07.2004, 19:11 (vor 7878 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 13. Juli 2004 12:50:16:

Kann gut sein, aber die einen lassen Schlimmes befürchten, die andern praktizieren es. Da ist doch ein Unterschied.

Eine Frau, die aufgrund einer Doppelquote erst Ministerin wurde (Frau und DDR) und in keinerster Weise irgendwie brillierte (was hat sie eigentlich getan) und noch in keinem Bundesland ihre Regierungsfähigkeit beweisen mußte, soll nun plötzlich eine gute Kanzlerin werden? Sie ist nur deshalb Kanzlerkandidatin (oder wird es), weil sie so nett war, in einer absoluten Krise einen Posten zu übernehmen, den niemand haben wollte.
Die einen tun Schlimmes, bei den anderen droht der Untergang - so würde ich das formulieren.

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 21:59 (vor 7878 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Odin am 13. Juli 2004 16:11:18:

Eine Frau, die aufgrund einer Doppelquote erst Ministerin wurde (Frau und DDR) und in keinerster Weise irgendwie brillierte (was hat sie eigentlich getan).<

Eine Politikerin die nichts getan hat...was willst du denn noch? :-)
Im Ernst, ich halte sie für eine vergleichsweise scharfsinnig denkende Person.

...soll nun plötzlich eine gute Kanzlerin werden? <

Wenns nach mir geht, soll sie es ja nicht werden.

Die einen tun Schlimmes...< Realität!
...bei den anderen droht der Untergang < nur eine Vermutung

Ausserdem, wenns Dich besänftigt, ich bin kein CDU/CSU-Fan!
Wenn dann setze ich im Moemnt noch am ehesten auf die FDP.

Gruß,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Tuesday, 13.07.2004, 23:55 (vor 7878 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Garfield am 13. Juli 2004 16:10:47:

Es sieht also tatsächlich so aus: Der Arbeiter im Unternehmen A kriegt den Lohn gekürzt. Das passiert den Beschäftigten der Unternehmen B bis Z genauso. Die Preise werden nicht gesenkt...<

Wie kommst Du denn darauf? Natürlich werden sie. Aldi tuts, Lidl tuts, viele Einzelhändler stehen vor dem Ruin wegen des Preiskampfes, KFZ sind billig wie noch nie, Handys werden einem nachgeschmissen, ein Rabattierungsflut nach der anderen, vom Media-Markt bis zum Kleiderschlußverkauf. Und Du sagst "die Preise werden nicht gesenkt".
Sie werden, wo immer es nur wirtschaftlich durch den Konkurrenzdruck nötig ist.
Wenn man das nicht anerkennt, ist es freilich möglich die Zusammenhänge verkehrt herum zu beschreiben und scheinbar eine "Logik" zu erkennen.

...und so müssen die Arbeiter und Angestellten eben zusehen, wo sie Geld einsparen können. Also konsumieren sie weniger...<,

Eben nicht "also". Sie konsumieren weniger, weil (wenn wir von Deutschland reden) eine "Reform" die andere jagt und niemand Zukunftsvertrauen hat.
Aber sicher liegts nicht daran, dass Aldi und andere die Preise (nicht) gesenkt hätten. Sie haben und tuns noch! Und das ist eine verbraucherfreundliche und unternehmerfreundliche Reaktion auf eine miserable Politik. Das es leichter ist Geld zu verprassen als zu erwirtschaften ist eine Grundtatsache, die natürlich den besten Wirtschaftsstandort ruinieren kann.

...Damit die Profitspanne aber noch hoch bleibt, verlagert man die Produktion komplett in ein Billiglohnland. Dort sind nicht nur die Lohnkosten niedriger, sondern es gibt auch geringere Steuern, weniger Umweltschutzauflagen und vor allem möchte man seine Position auf diesem ausländischen Markt ohnehin verbessern. Die dort erzeugten Produkte verkaufen sie also auch vor Ort, natürlich zum halben Preis wie auf dem deutschen Markt. Trotzdem wird das Produkt hier günstiger angeboten als das vorher in Deutschland produzierte. Nur leider sind ja in den Unternehmen A-Z einige Leute gefeuert worden, die nun noch nicht einmal genug Geld haben, um den niedrigeren Preis zu bezahlen. So sieht der Umsatz in Deutschland leider auch nicht viel besser aus als vor der Produktionsverlagerung. Aber umso mehr freut sich das Management von Unternehmen A dann über diese Entscheidung, zumal in diesem Billiglohnland die Wirtschaft gerade wächst und die Umsätze steigen. Und mehrere der Manager der Unternehmen B-Z, die noch in Deutschland produzieren, ziehen daraus den Schluß, auch so bald wie möglich die Produktion ins Ausland zu verlagern...<

Das ist ein Riesensammelsurium von Schlüssen die Du ziehst, sie aber den Firmen unterstellst. So ist es eben nicht.
Warum sollte ein Unternehmen ins Ausland gehen, wenn es im Inland auch gute Geschäfte machen kann? Die Komplettverlagerung eines Firmenstandortes ist ja keine Vergnügungsreise. Wenn hingegen die Unterschiede trotz aller Maßnahmen zu groß bleiben, werden viele ins Ausland abziehen. Das ist auch legitim, schließlich kann jeder, der es anders und besser kann in Deutschland ein Unternehmen aufziehen. Das florierende Billiglohnland hingegen wird nicht lange eines bleiben, und so schafft auch hier der Markt eine gewisse Regelung.

Dann muß man aber auch die deutschen Lebenshaltungskosten an das Ausland anpassen. Das wollen die Unternehmen natürlich nicht.<

Das ist einfach falsch, siehe oben. Du tust, als wäre "die Wirtschaft" eine einzige Bande von Verschwörern und Kartellen. Sie müssen die Preise senken
und tun es auch. Schau Dich doch einfach mal um.

Sie wollen zwar die Löhne drücken, aber trotzdem weiterhin für das gleiche Produkt aus ein und derselben Fabrik in Deutschland den doppelten Preis abkassieren wie im Ausland. <

Das geht nur solange der deutsche Verbraucher eine ausreichende Kaufkraft hat. Du unterstellst ja, dass er sie nicht hat.

Und sie wollen ganz selbstverständlich auch weiterhin von der guten Infrastruktur in Deutschland profitieren, für die wir alle dann also auch weiterhin hohe Steuern zahlen sollen. Das kann so natürlich nicht funktionieren. <

Tut es ja auch nicht :-)

Und wenn sie aber in der Praxis nicht wirken? <

Dann muß man sie eben wirken lassen. Dann tun sies auch.

Was meinst du wohl, wieso in den USA viele Leute mehr als einen Job haben?<

Ist nicht das allein schon ein Wunder? Sie haben Jobs! Bei uns ist der Tenor ja immer, die Arbeit sei "nicht vorhanden"

Das machen die nicht aus Freude an der Arbeit, sondern weil sie schlicht und einfach sonst nicht genug Geld zum Leben haben!<

Geht das nicht vielen von uns so? Nur: sie machens eben!
Das ist ein viel besseres Rezept als über zu wenig Kohle zu meckern, und gleichzeitig trotzig auf der 35 Stunden Woche zu beharren. Damit schließt sich der Kreis doch irgendwie nicht? ;-)

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Sie wird kommen!

Garfield, Wednesday, 14.07.2004, 13:23 (vor 7877 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Manfred am 13. Juli 2004 20:55:17:

Hallo Menfred!

"Und Du sagst "die Preise werden nicht gesenkt". Sie werden, wo immer es nur wirtschaftlich durch den Konkurrenzdruck nötig ist."

Sicher gibt es mal bei dem einen oder anderen Produkt eine Preissenkung. Das passiert aber meist nur bei Produkten, die vorher überteuert waren. Oder aber die Preissenkungen werden durch Billig-Importe realisiert.

Aber vergleiche mal die Preise aus den 1950er Jahren mit den heutigen Preisen. Und wir haben auch heute noch Inflation - zwar im Moment keine hohe, aber immerhin. Inflation bedeutet letztendlich immer Steigerung der Lebenshaltungskosten. Wenn die Einkommen genauso steigen, dann hat das insgesamt keinen Effekt. Wenn sie stärker steigen, stärkt das den Binnenmarkt. Sinken die Einkommen aber real, dann schwächt das eben den Binnenmarkt. Und genau das ist heute ein wesentliches Problem, wir haben nämlich die Situation, daß die deutschen Exporte zwar gut laufen, daß aber der Absatz auf dem deutschen Binnenmarkt schwächelt. In einer im "Focus" veröffentlichten Umfrage haben dann auch viele kleine und mittlere Unternehmer als größtes Problem nicht etwa die deutschen Lohnkosten, Steuern oder Umweltschutzauflagen angegeben, sondern den Rückgang der Kaufkraft und die damit verbundenen Umsatzeinbußen.

"Sie konsumieren weniger, weil (wenn wir von Deutschland reden) eine "Reform" die andere jagt und niemand Zukunftsvertrauen hat."

Das ist kein Grund, weniger zu konsumieren. Es wäre ein Grund, z.B. keinen Kredit aufzunehmen - aber selbst das wird durch die momentan noch niedrigen Zinsen ausgeglichen. Geld zu sparen, weil man ja eventuell mal länger arbeitslos werden könnte, macht überhaupt keinen Sinn, da das vorhandene Bar-Vermögen schon seit eh und je mit der Arbeitslosenhilfe verrechnet wird, und mit dem neuen "Arbeitslosengeld II" wird sich das auch nicht ändern, ganz im Gegenteil. Wer also brav spart, wird dann durch Zahlungskürzungen bestraft - wieso soll man also aus Angst vor Arbeitslosigkeit Geld horten?

Wenn man aber nur 3,50 Euro pro Stunde verdient, dann reicht das oft noch nicht einmal für die Miete. Wovon soll man dann noch konsumieren? Und wenn du jetzt meinst, daß in Deutschland niemand so wenig verdient, dann warst du offenbar noch nie im Osten. Das ist aber mittlerweile schon kein reines Ost-Problem mehr, sondern in manchen Gegenden im Westen, z.B. im Ruhrgebiet, sieht es auch schon ähnlich trostlos aus.

"Warum sollte ein Unternehmen ins Ausland gehen, wenn es im Inland auch gute Geschäfte machen kann?"

Weil es die Geschäfte in Deutschland ja auch nach der Produktionsverlagerung weiterhin machen kann. Siemens beispielsweise baut in Polen Waschmaschinen, die dort für umgerechnet ca. 270 Euro verkauft werden. Dieselben Maschinen aus derselben polnischen Fabrik werden in Deutschland für etwa 400 Euro verkauft. Da kannst du dir vorstellen, was für ein gutes Geschäft das ist. Der Transport nach Deutschland kostet nämlich keine 130 Euro pro Maschine.

Und wenn du es ganz genau wissen willst, dann frag' doch mal all die deutschen Unternehmer oder Manager, die schon komplett im Ausland produzieren lassen! Die werden dafür schon ihre Gründe haben, darauf kannst du dich verlassen.

"Das ist auch legitim, schließlich kann jeder, der es anders und besser kann in Deutschland ein Unternehmen aufziehen."

Leider nicht. 1850 konnte noch jeder mit einer guten Erbschaft oder einem normalen Kredit eine Fabrik hochziehen. Heute geht das nicht mehr. Bei dem heutigen Automatisierungsgrad muß man schon für eine kleinere bis mittlere Fabrik eine dreistellige Millionen-Summe einkalkulieren. Weil die Maschinen und Anlagen heute so teuer sind. Geh doch mal zu deiner Bank und frage, ob sie dir 500 Millionen Euro als Kredit geben, weil du eine Auto-Fabrik bauen möchtest. Dann werden sie dir schon klarmachen, welche Möglichkeiten du da hast.

"Das florierende Billiglohnland hingegen wird nicht lange eines bleiben, und so schafft auch hier der Markt eine gewisse Regelung."

Ja, aber das kann sich über Jahrzehnte hinziehen.

"Du tust, als wäre "die Wirtschaft" eine einzige Bande von Verschwörern und Kartellen."

Nein, wieso? Sie sind auf Profit aus, und das ist ja auch Sinn und Zweck eines Unternehmens. Übermäßiger Konkurrenzkampf inklusive Preiskrieg mindert aber den Profit. Teilweise werden deshalb tatsächlich auch illegale Vereinbarungen getroffen, aber oft sind das eher stillschweigende Übereinkünfte. Man sieht sich die Preise der Konkurrenz an und legt die eigenen Preise dann einfach etwa auf dasselbe Niveau.

"Sie müssen die Preise senken und tun es auch."

Ja, wenn die Umsätze zurück gehen, tun sie es eventuell. Aber wie schon oben geschrieben, haben wir nach wie vor Inflation, und das bedeutet, daß die Preise insgesamt weiterhin steigen. Wenn die Einkommen gleichzeitig sinken, ist das eben ein Problem.

"Das geht nur solange der deutsche Verbraucher eine ausreichende Kaufkraft hat. Du unterstellst ja, dass er sie nicht hat."

Manche Verbraucher haben ja auch noch genügend Kaufkraft. Es ist ja nicht so, daß der Binnenmarkt von heute auf morgen plötzlich total ausfällt. Viele Unternehmen machen es mittlerweile so, daß sie ein Produkt in zwei Varianten verkaufen: Die eine mit aufgedrucktem Markennamen zum hohen Preis, die andere ohne Markennamen oder unter einem Namen irgendeiner Supermarktkette zum niedrigeren Preis. Obwohl das Produkt in beiden Varianten häufig absolut identisch ist. So kann man einerseits der gesunkenen Kaufkraft Rechnung tragen, andererseits aber weiterhin diejenigen, die noch genug Geld haben oder aber glauben, daß das "Markenprodukt" besser ist, mit überhöhten Preisen abzocken.

"Tut es ja auch nicht :-)"

Ja, eben! Dazu kommt noch, daß auch die deutschen Unternehmen, die ihre Produktion schon komplett ins Ausland verlagert haben, natürlich gern weiterhin Fördermittel aus der deutschen Staatskasse beziehen möchten. Einige unterhalten deshalb noch in Deutschland Forschungszentren, weil sie so nämlich Fördermittel für Forschung bekommen. Die so mit unseren Steuergeldern entwickelten neuen Produkte werden dann also im Ausland produziert. Diese Kosten für die Staatskasse tragen dann also auch mit zum hohen Steuerniveau in Deutschland bei und machen Lohnsenkungen noch zusätzlich problematisch.

"Dann muß man sie eben wirken lassen. Dann tun sies auch."

Aha. Daran glauben unsere Politiker offenbar auch schon seit Jahrzehnten, nur leider bleibt die Wirkung weiterhin aus...

"Ist nicht das allein schon ein Wunder? Sie haben Jobs!"

Ja, aber was nützt denn ein Job, wenn man davon nicht leben kann? Kaum jemand arbeitet um der Arbeit willen.

"Das ist ein viel besseres Rezept als über zu wenig Kohle zu meckern, und gleichzeitig trotzig auf der 35 Stunden Woche zu beharren."

Die 35-Stunden-Woche ist doch nicht das Problem. Manche Unternehmen lassen ihre Mitarbeiter nur 30 Stunden arbeiten - nicht weil die Mitarbeiter das so wollten, sondern weil die Auftragslage nicht mehr hergibt. Für die Mitarbeiter ist das gar nicht so günstig, weil ihre Löhne dabei nämlich (im Gegensatz zu den Forderungen nach Arbeitszeitverlängerungen bei gleichbleibenden Löhnen) nicht gleich bleiben, sondern entsprechend sinken. Für die Unternehmen ist das gut, weil sie dann bei besserer Auftragslage genügend gut ausgebildetes Personal haben und dann einfach nur die Arbeitszeit erhöhen brauchen. Die Tarifverträge lassen das sehr wohl zu, und es ist auch gar kein Problem, die Arbeitszeit bei sehr guter Auftragslage z.B. für mehrere Monate auf 48 Stunden hoch zu setzen. Das habe ich selbst Mitte der 1990er Jahre erlebt. Wenn immer behauptet wird, daß so etwas in Deutschland nicht möglich wäre, dann ist das schlicht und einfach gelogen. Und da stellt sich mir die Frage, wieso solcher Unsinn eigentlich immer wieder verbreitet wird.

Obendrein gibt es keineswegs bei jedem Unternehmen 35-Stunden-Woche. Es gibt noch genügend Unternehmen, in denen 38 oder 40 Stunden üblich sind. Die stehen aber oft auch nicht besser da. Es gibt auch genügend außertarifliche Unternehmen, vor allem im Osten. Wie kommt es wohl, daß gerade dort die Situation so schlecht ist?

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Sie wird kommen!

Manfred, Wednesday, 14.07.2004, 16:18 (vor 7877 Tagen) @ Garfield

Als Antwort auf: Re: Sie wird kommen! von Garfield am 14. Juli 2004 10:23:09:

Hi Garfield!

Es gibt auch genügend außertarifliche Unternehmen, vor allem im Osten. Wie kommt es wohl, daß gerade dort die Situation so schlecht ist? <

Währe ich Zyniker, würde ich mutmaßen, sie teilen Deine Wirtschaftstheorien ;-)

Aber ich bins nicht; deswegen vermute ich: nicht WEGEN der außertariflichen Unternehmen, sondern TROTZ dieser.
Aus zwei Gründen möchte ich das hier nicht weiter ausbauen:

1) Andreas schmeißt uns raus ;-)
2) wir wiederholen uns, ohne weiterzukommen

Ich bewundere ja wie Du es hinkriegst, jede Zeile von mir mit einer ganzen Seite Gegenrede zu erwidern ;-)
Im Ernst, ich lese Deine Aufsätze gerne, sie sind angenehm geschrieben und bleiben stets oberhalb der Gürtellinie. Was unser aktuelles Thema jedoch anbelangt, fürchte ich, würden wir uns in 100 Threads immer noch im Kreise drehen.
Sogar in "harten" wissenschaftlichen Disziplinen wie der Mathematik könnte dies geschehen, sofern man sich nicht über die Grundaxiome einig ist. Wenn z.B. zwei Kontrahenden nicht einig sind ob die Zahl "4" größer oder kleiner als als "5", hat es auch keinens Sinn, darauf weitere Schlußfolgerungen aufzubauen.
Ich fürchte, wir haben ein ähnliches Problem und kommen daher nicht weiter.

Wir differieren offensichtlich bei ganz entscheidenden grundlegenden Einschätzungen. So ziehen wir offensichtlich nicht mal dieselben Schlüsse aus dem Zusammenhang, Preisniveau - Einkommensentwicklung seit der 50-er Jahre oder konstruktive Arbeit - Geld - Wohlstand **

Und so gerne ich das durchdiskutieren würde, so sehr glaube ich verzetteln wir uns im Nirwana (was nach obigem Prinzip ** destruktiv und daher unserem Wohlstand abträglich wäre).

In diesem Sinne schöne Grüße,
Manfred

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