Trendumkehr, wie?
Ich meine, daß in Deutschland insgesamt die Werte in ungutes Fahrwasser
geraten sind. Mit den Gründen die hier i.a. genannt werden ich stimme
ich im großen und ganzen zu. Nur: Wenn man immer nur diskutiert wer oder was der Schuldige ist, wird man sicher nicht weiterkommen: Der eine meint dies, der andere meint das ... naja und am Schluß ist außer Lamentieren nicht viel herausgekommen. Wenn man vorwärtsgerichtet denkt, sollte man besser nach Ansätzen suchen, die das Potenzial haben den Trend _umzukehren_.
Meiner Wahrnehmung nach ist sich die Gesellschaft sehr wohl bewußt, daß
etwas schief läuft. Nur hat in der öffentlichen gesellschaftlichen Debatte keiner den Mut, die notwendige Auseinandersetzung gegen diejenigen zu führen, die's immer noch nicht kapiert haben. Damit das bitte klar ist:
Ich will hier keiner bescheuerten "Männerpartei" das Wort reden. Eine Trendumkehr kann m.E. nur dann zustande kommen, wenn in der heutigen Gesellschaft *glaubwürdige* Vertreter (wenn möglich mehrere) eines ... ich will's mal "neuen Patriarchalismus" nennen ... damit anfangen, den am meisten augenfälligen Auswüchsen von Werteverhöhnung und Männerfeindlichkeit öffentlich die Stirn zu bieten und zwar *bitte* auf qualifizierte Weise. Das könnte dann ein Anfang sein, für einen Prozeß, der dann in's rollen käme auch wenn er ganz sicher einiges an Zeit bräuchte.
Ich hoffe, daß niemand jetzt hier ernsthaft an den Stoiber denkt, denn der ist nicht wirklich bodenständig und damit bestenfalls das kleinere Übel - übrigens auch innerhalb Bayerns wenig Glaubwürdig. Was mir vorschwebt ist eher vielleicht eine Mischung aus Joschka Fischer und Horst Köhler. Oder von mir aus auch Fischer und Stoiber. Gebraucht wird jedenfalls jemand der in irgendeiner Form von links *und* rechts akzeptiert wird.
Die größten Probleme mit der Wertefehlentwicklung in D. haben übrigens die
Spätaussieder. Da sie die Entwicklung der letzten 40 Jahre in Deutschland nicht mitgemacht haben, verstehen die *überhaupt* nicht was in diesem Land gespielt wird. Leider klinken sie sich aus der Gesellschaft aus, statt hier aktiv einen Part zu übernehmen. Horst Köhler ist übrigens Bessarabien- Deutscher (heutiges Moldova). Das ist der Grund weshalb ich den Köhler im Auge habe. Ein Bundespräsident hätte die Art von Autorität die gebraucht wird für eine Trendumkehr. Außerdem braucht er sich nicht im Alltagsscharmützel der Parteien abnutzen. Ich setze jedenfalls gewisse Hoffnungen in ihn.
Andreas