Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Strafsteuer für Kinderlose

Guildo, Wednesday, 07.07.2004, 01:07 (vor 7885 Tagen)

Nun meldet sich auch mal ein bisher schweigender Mitleser zu Wort. Wurde meine Ekelgrenze durch die liebe Frau Justizministerin bereits auf Äußerste strapaziert, so ist es jetzt wirklich Zeit zum Erbrechen: Die "Experten der rot/grünen Koalition" wollen für Kinderlose eine Erhöhung des Beitragssatzes für die Pflegeversicherung durchdrücken. Ein Mann, der sich nicht zum Zahlesel degradieren läßt, oder auch nur das Pech (oder eher das Glück!?!) hatte, keine Frau zu finden, soll von dem bisschen, was ihm bei der Steuerklasse 1 noch bleibt, die Pflegeversicherung sanieren. Wäre doch gelacht, dachten sich die Berufsemanzen wohl, wenn wir diese Männer nicht auch noch ausplündern können. Dummerweise trifft dies auch Menschen, die krankheitsbedingt gar keine Kinder zeugen/bekommen können. (zu lesen in der heutigen Hamburger Morgenpost) Und wem immer noch nicht schlecht ist, der blättert weiter zur Seite 38, wo zu lesen ist: "Studie belegt: Männer sind Schweine (da gehts um wichtige Themen wie das Wechseln der Unterhose)

der den Brechreiz kaum noch zu unterdrücken könnende
Guildo

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Odin, Wednesday, 07.07.2004, 03:35 (vor 7885 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

Wurde meine Ekelgrenze durch die liebe Frau Justizministerin bereits auf Äußerste strapaziert, so ist es jetzt wirklich Zeit zum Erbrechen:

Ja, unsere Justizministerin entwickelt sich langsam zu unserer eifrigsten Mitarbeiterin in Männerangelegenheiten :-)
Fast so, als würden wir sie dafür bezahlen

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Nikos, Wednesday, 07.07.2004, 12:42 (vor 7884 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Odin am 07. Juli 2004 00:35:05:

Super! Endlich eine gute Idee!

Ich schlage vor, daß die Positionen beim Geschlechtsverkehr ebenso genauestens geregelt werde.

Also, als erstes könnte z.b. die Missionärstellung vorgeschrieben werden. Dauer: 5 Min. Dann die "von Hinten". Dauer: Ebenso 5 Min. Oral, gegenseitig, ohne oder mit vorheriges Duschen (optional), Dauer: 7, 5 Min. usw. usw.

Selbstverständlich wird dabei eine genauere Anleitung herausgegeben, so kann bessere gleichbleibende Qualität bei den jeweiligen Stellungen gewährleistet werden, außerdem trägt dies zu mehrfachen Wiederholungen erheblich bei.

Wo kämen wir denn hin, wenn jeder machen würde, was er will?

Immerhin geht es um die Kinder. Also, man soll doch auch hinterher genau nachprüfen können, ob, wann, wie, mit wem und wielange Sex stattgefunden hat.

Ein Protokoll kann da sehr hilfreich sein. Selbstverständlich muß soetwas von beiden (bzw. mehreren) Partner unterschrieben werden! Bei Männer ist die Glaubhaftmachung durch die Anwesenheit und, ebenfalls durch Unterschrift, Bestätigung eines neutralen Zeugen sicherzustellen, am Besten eines Beamten des Bundesgrenzschutzes oder des Jugendamtes, wobei Männliche Beamten dabei ausgeschloßen werden (da brutaler).

.................

Nicht wie weg hier. Diese Grundlichkeit wird wieder ein mal dafür sorgen, daß sehr sehr sehr viel Leid hervorgerufen wird. Das ist ja bereits der Fall.

Schwachsinnig. Na ja, die sind hoffentlich bald weg vom Fenster.

Gruß
Nikos

Vom Oral-verkehr wird man nicht schwanger

Magnus, Wednesday, 07.07.2004, 13:57 (vor 7884 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Nikos am 07. Juli 2004 09:42:10:

Viel wichtiger wäre doch die Regel:

Sollte es mit dem Kinderzeugen nicht klappen, hat die Frau das Recht, einen Nachbar oder ihren Schwager für diese Aufgabe, ähnlich wie im Levirat, zu holen. Sollte ein Vaterschaftstest gemacht werden, so muss der Ehemann bei nachweislicher Impotenz trotzdem weiter Zahlen, da die Frau mit dieser Form der Kinderzeugung sich an die vorgeschriebenen Gesetze gehalten hat.

Magnus

Re: Vom Oral-verkehr wird man nicht schwanger

Nikos, Wednesday, 07.07.2004, 19:36 (vor 7884 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Vom Oral-verkehr wird man nicht schwanger von Magnus am 07. Juli 2004 10:57:19:

Stimmt.

Aber Geil.

bei feministisch korrektem Sex ist aber eine Durchführungsverordnung

Der Eman(n)ze, Thursday, 08.07.2004, 00:16 (vor 7884 Tagen) @ Magnus

Als Antwort auf: Vom Oral-verkehr wird man nicht schwanger von Magnus am 07. Juli 2004 10:57:19:

und eine schriftliche Einverständniserklärung seitens der Frau gemäß Formblatt (III)948a "Verlegung eines Rohres" in 3facher Ausfertigung notwendig.

Ein Fehlen der Einverständniserklärungsdurchschläge beim

-Gleichstellungsbüro
-Hoch- und Tiefbauamt
-Ordnungsamt

wird automatisch als Vergewaltigung gewertet, wodurch das Gewaltschutzgesetz greift

*ROTFL* (n/t)

Jörg, Thursday, 08.07.2004, 00:27 (vor 7884 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: bei feministisch korrektem Sex ist aber eine Durchführungsverordnung von Der Eman(n)ze am 07. Juli 2004 21:16:29:

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Manfred, Wednesday, 07.07.2004, 16:40 (vor 7884 Tagen) @ Nikos

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Nikos am 07. Juli 2004 09:42:10:

Wo kämen wir denn hin, wenn jeder machen würde, was er will?

Womöglich noch zu Demokratie, Freiheit, Liberalismus und Wohlstand.
Für einige (und gar nicht so wenige) Deutsche scheinbar eine gruselige Vorstellung.

Man mag meine Überlegungen und Philosophien stützen oder nicht, aber um es pointiert auszudrücken:
gerade solche Gesetze, wie der hier diskutierte Sonderzuschlag für Kinderlose, sind es, die mir signalisieren, einen solchen Staat eben nicht durch weiteren Kindersegen zu stärken.

Insofern ist auch beantwortet, wo wir hinkommen, wenn der Staat mentale Volkskrankheiten nicht nur nicht bekämpft, sondern selber eine ist!

Wir kommen als Volk ins Sterbezimmer, und es wird bereits praktiziert!

Brrr, ich bin (glaubts oder nicht) durchaus zu Optimismus fähig und zuweilen eine frohnatur, aber denk' ich manchmal an Deutschland in der Nacht... Zum Glück schlafe ich meist auch gut.

Ach übrigens: ich fordere eine Umweltabgabe für Leute mit Kindern!
Wer ist es denn, der die Umwelt kaputtmacht, wenn nicht Menschen?
Nein, keine Bange, sowas fordere ich nicht wirklich, bin ja kein Politiker, daher denke ich zuweilen an meine Selbstachtung. Aber sachlich gesehen steckt da Potential drin...

Schöne Grüße,
Manfred

Re: Strafsteuer für Kinderlose

terVara, Wednesday, 07.07.2004, 04:29 (vor 7885 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:


Moin Guildo,

da stimme ich dir absolut zu...

Ich bin verheiratet, aber kinderlos, weils irgendwie nicht geklappt hat. Ich habe auch keine Lust dazu, Ursachenforschung zu betreiben. Mir springt der Draht aus der Mütze, wenn ich so einen Blödsinn sehe, den diese Deppen dieser Regierung verzapfen.

Es kann ja wohl nicht sein, daß man dafür bestraft wird, weil man geplante Standards nicht erfüllt...

Ich kotze mit...

terVara

Re: Irgendwie ist das typisch deutsch...

Collantix, Wednesday, 07.07.2004, 04:37 (vor 7885 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:


...wer sich nicht an vorgegebene Kriterien hält, muß bestraft werden.
Und dabei wird noch ohne Rücksicht auf Verluste über einen Kamm geschert.

Gruß


Collantix

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Altschneider, Wednesday, 07.07.2004, 11:45 (vor 7884 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

der den Brechreiz kaum noch zu unterdrücken könnende

Hast recht, als ob die Menschheit am Aussterben wäre - Strafzahlung für Kinderlose. Gehen denen die so genannten allein Erziehenden aus oder was. Und wetten, dass trifft auch noch die entsorgten, unterhaltszahlenden Väter, die steuerlich kinderlosen gleichgestellt sind. Wie Mann es macht, es ist einfach verkehrt.

Altschneider

Unglückliche Namensgebung ABER…

Garp, Wednesday, 07.07.2004, 14:09 (vor 7884 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

es geht ja eigentlich nicht darum Kinderlose zu bestrafen. Ziel ist es, Familien mit Kindern zu entlasten. Dieses Ziel ist auch nicht ungerecht. Familien mit Kindern sind finanziell schlechter gestellt. Aber diese Familien leisten den Hauptbeitrag, durch Nachkommenschaft, für eine bezahlbare Pflegeversicherung.
Richtig ist, dass Kinderlose sowieso in einer höheren Steuerklasse sind. Dies gleicht aber die gesellschaftlichen Kosten der Kinderlosigkeit nicht aus.
Warum sollen nun die Hauptkosten den Familien mit Kindern aufgelastet werden?
Früher waren viele Kinder eine Alterversicherung. Heute übernimmt diese Aufgabe der Staat. Aber der Staat besteht aus den zukünftigen Steuerzahlern. Wenn es davon immer weniger gibt (Denn Einwanderung wollen wir in Deutschland ja auch nicht) dann müssen die Kosten eben neu verteilt werden. Meiner Meinung nach ist es daher auch legitim eigene Kinder bei der Renten- und Pflegeversicherung anzurechnen.
Dass solche Ideen überhaupt in der Politik diskutiert werden ist überraschend genug. Schließlich haben die meisten Entscheidungsträger in der Politik selber keine Kinder.
Schröder, Fischer, Bulmahn, Zypries, Ulla Schmidt, Künast, Trittin alle haben keine eigenen Kinder. Ich würde mir wirklich mehr Politiker mit Kindern wünschen, damit das Thema Generationengerechtigkeit endlich stärker in den Mittelpunkt rückt.
Seht auch einmal die Zahlen an, wie viele Kinder in Armut oder von der Sozialhilfe leben.
Altersarmut gibt es kaum noch, aber Kinderarmut im erschreckenden Ausmaß. Und jetzt stell diesen Familien die DINKS entgegen. Für die ist Urlaub und Zweitwagen meist kein Problem, aber welche Familie mit Kindern kann sich das leisten?

So eine Steuer ist natürlich bitter für Menschen, die sich eigentlich Kinder wünschen, aber keine bekommen können.
Dieses Thema hat aber keine geschlechtsspezifische Komponente. Schließlich muss auch die Karrierefrau, die bewusst auf Kinder verzichtet, diese „Strafsteuer“ zahlen.
Es ist ein Konflikt zwischen Menschen mit und ohne Kindern und der Frage wer die Kosten der Kinderlosigkeit übernimmt.

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Eugen Prinz, Wednesday, 07.07.2004, 16:32 (vor 7884 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Unglückliche Namensgebung ABER… von Garp am 07. Juli 2004 11:09:43:

es geht ja eigentlich nicht darum Kinderlose zu bestrafen. Ziel ist es, Familien mit Kindern zu entlasten. Dieses Ziel ist auch nicht ungerecht. Familien mit Kindern sind finanziell schlechter gestellt.

Nicht zwangsläufig. Es hängt vom Einkommen ab. Eltern stellen sich schlechter, wenn sie - gemessen an ihrem Einkommen - zuviele Kinder in die Welt setzen, das ist wahr.

Aber diese Familien leisten den Hauptbeitrag, durch Nachkommenschaft, für eine bezahlbare Pflegeversicherung.

Diese Rechnung geht nicht auf. Da müsste ein Kind später schon sehr sehr gut verdienen, wenn es neben seinen eigenen Eltern auch noch fremde kinderlose Alte mitfinanzieren wollte. Das klappt vielleicht ab drei, vier Kindern, aber da kommen wir nie mehr hin. Überall auf der Welt geht der Trend andersrum: Steigender Wohlstand - weniger Kinder.

Richtig ist, dass Kinderlose sowieso in einer höheren Steuerklasse sind. Dies gleicht aber die gesellschaftlichen Kosten der Kinderlosigkeit nicht aus.

Das ist ein sehr unglücklicher Sprachgebrauch. Es ist ja nicht die Kinderlosigkeit, die Kosten verursacht, es sind zu allererst und für lange Zeit Kinder, die Kosten verursachen. Die Kosten, von denen du vermutlich sprichst, sind Kosten für Rente und Pflege und sie fallen an, ob es nun Kinder gibt oder nicht.

Früher waren viele Kinder eine Alterversicherung.

Das war eine private Regelung. Die Kinder haben ihre(!) Eltern versorgt.

Heute übernimmt diese Aufgabe der Staat. Aber der Staat besteht aus den zukünftigen Steuerzahlern. Wenn es davon immer weniger gibt (Denn Einwanderung wollen wir in Deutschland ja auch nicht) dann müssen die Kosten eben neu verteilt werden. Meiner Meinung nach ist es daher auch legitim eigene Kinder bei der Renten- und Pflegeversicherung anzurechnen.

Das Kinderkriegen ist ein private Angelegenheiten, von vielen Zufälligkeiten und Motiven überlagert. Und niemand will sich da rein reden lassen. Schon garnicht die Frauen. Nur wenn es an die Kosten fürs Vergnügen geht - da reden die Leute schnell vom Allgemeinnutz, als hätten sie sich beim vögeln an der Rentenstatistik aufgegeilt.

Altersarmut gibt es kaum noch, aber Kinderarmut im erschreckenden Ausmaß.

Kannst du dazu mal ein paar Fakten (aus neutraler Quelle) beisteuern? Ich habe den Verdacht, dass der Armutsbegriff sehr dehnbar ist. Wenn ich z.B. sehe welcher Unterhaltsbetrag für ein Kleinkind angesetzt wird (dem Manne abgeknöpft wird) dann leben diese Kinder vergleichsweise wie Millionäre.

Und jetzt stell diesen Familien die DINKS entgegen. Für die ist Urlaub und Zweitwagen meist kein Problem, aber welche Familie mit Kindern kann sich das leisten?

Auch da wären Fakten hilfreich. Wenn ich mir in seltenen Fällen mal einen Urlaub im Süden leisten kann, dann ist der Flieger meist voll mit Familien mit Kindern. Ich frag mich manchmal auch, wie die das bezahlen können.

So eine Steuer ist natürlich bitter für Menschen, die sich eigentlich Kinder wünschen, aber keine bekommen können.

So ist es ja immer bei staatlichen Maßnahmen. Frauen müssen nicht zum Militär ... weil sie ja Kinder bekommen! Das ist natürlich bitter, weil dann auch Frauen, die keine Kinder haben, vom Zwangsdienst befreit sind. Ich kann solche "bedauerlichen" Ungerechtigkeiten nicht akkzeptieren.

Mein Fazit:

Das alte Modell kann nicht mehr funktionieren. Aber statt es jetzt mit staatlichen Zwangsmaßnahmen dürftig zu kitten, was ich völlig ablehne, sollten die Politiker über neue Modell der Altersversorgung nachdenken.

Das jetzige ist leider ein sehr asymmetrisches Generationenabkommen. Die jetzigen Kinderlosen werden gesetzlich(!) verpflichtet, die Kinder anderer Leute mit zu finanzieren. Diese (wenigen) Kinder sind aber nicht verpflichtet, und auch wohl nicht in der Lage, das jemals zurückzuzahlen. Wir können nur hoffen... dass sie nicht arbeitslos werden, ins Ausland gehen, in Armut leben wollen, krank werden, ins Gefängnis kommen...

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Bruno, Wednesday, 07.07.2004, 18:33 (vor 7884 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Eugen Prinz am 07. Juli 2004 13:32:11:

Wenn man realistisch ist, muss man zugeben, dass keine Eltern Kinder in die Welt setzen um die Rentenkasse oder sonst was zu retten, sondern weil sie Kinder haben wollen. Dennoch muss man auch sehen, dass eine zukunftsfähige Gesellschaft Kinder nicht einfach als Privatvergnügen einzelner sehen kann. Deshalb muss ein Ausgleich zwischen Eltern und Kinderlosen geschaffen werden. So wie er zur Zeit ist, ist er m.E. nicht ausreichend. Das Kindergeld und die steuerliche Entlastung deckt nicht annährend die direkten Aufwendungen, von der Erziehungsarbeit ganz zu schweigen. Und die Tatsache, das der Staat bei jedem Spielzeug und jeder Windel noch die Hand aufhält und beim Kauf MWSt abkassiert, ist eine Frechheit. Die intakte Familie die Basis der Zivilisation. Und die Decke dieser Zivilisation ist äußerst dünn. Dünner als wir glauben wollen. Wie schnell wir ins Barbarentum abgleiten können, zeigten die Entwicklungen im früheren Jugoslawien. (Nebenbei: Deshalb halte ich die Familienpolitik der Familienzerstörung durch Vätereliminierung und der Weg-mit-dem-Kind-Mentalität so gefährlich; nicht nur wegen der entsorgten Väter)

Was die vollen Urlaubsflieger anbetrifft: Ich habe auch zwei Kinder und bin bisher noch nie in Urlaub geflogen.

Aber ich glaube, das Thema für und gegen Kinder oder Kinderlose gegen Eltern sollte in einem anderen Forum ausgetragen werden. Hier geht es um andere Dinge.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Manfred, Wednesday, 07.07.2004, 19:07 (vor 7884 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Bruno am 07. Juli 2004 15:33:11:

...und die Tatsache, das der Staat bei jedem Spielzeug und jeder Windel noch die Hand aufhält und beim Kauf MWSt abkassiert, ist eine Frechheit...<

Verminderter MwSt-Satz (wie bei Lebensmitteln) auf Windeln, Kinderkleidung bis gewisse Grösse, etc.
Würde auch die mit vier Kindern relativ mehr entlasten, als die mit beispielweise nur einem ohne mißbrauch zu provozieren. Daher auch vergleichsweise unbürokratisch.
Genial einfache Anregung, bravo! Sollte doch mal eine Überlegung wert sein.

Aber ich glaube, das Thema für und gegen Kinder oder Kinderlose gegen Eltern sollte in einem anderen Forum ausgetragen werden. Hier geht es um andere Dinge<

Das glaube ich allerdings nicht!
Hier gehört vieles rein, weil es in gesamtgesellschaftlich komplexen Zusammenhängen steht.
Auch die Verbindung zur Politik und zum Feminismus ist beinahe immer gegeben.

Gruß,
Manfred

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Paul, Wednesday, 07.07.2004, 21:20 (vor 7884 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Manfred am 07. Juli 2004 16:07:02:

Verminderter MwSt-Satz (wie bei Lebensmitteln) auf Windeln, Kinderkleidung bis gewisse Grösse, etc.
[quote]Würde auch die mit vier Kindern relativ mehr entlasten, als die mit beispielweise nur einem ohne mißbrauch zu provozieren. Daher auch vergleichsweise unbürokratisch.
Genial einfache Anregung, bravo! Sollte doch mal eine Überlegung wert sein.
[/quote]

Ich habe da meine Zweifel. Die Hersteller/Händler gestalten die Endverkaufspreise (inkl. MwSt.) normalerweise in Hinsicht auf den größtmöglichen Umsatz. Wird jetzt die Mehrwertsteuer gesenkt, so wird dies relativ wenig am Endverkaufspreis ändern, da sich der für den Hersteller und Händler "ideale" Marktpreis (ich mag das Wort Gleichgewichtspreis nicht, da m.E. dieses Gleichgewicht nur in der Theorie jemals erreicht wird), dadurch nicht ändert. Die geringere Steuer kommt deswegen fast zu 100% dem Hersteller und dem Händler zugute, aber nicht dem Verbraucher. Das wäre nichts anderes als eine Subvention von Kinderbekleidungs-, Spielzeug-, Windel- und sonstigen Herstellern. Und wo lassen die größtenteils produzieren? In Deutschland jedenfalls nicht...

Der einzige Fall, wo dieser Effekt nicht auftritt: Wenn ein Produkt sehr kostenintensiv produziert wird, so daß es normalerweise überhalb des "idealen" Gleichgewichtspreis angeboten werden muß um überhaupt noch Gewinn zu erzielen. In diesem Fall könnte es durchaus sinnvoll - sprich profitabel - sein, den geringeren MwSt. Satz an den Verbraucher weiterzugeben. Dies trifft auf Kinderbekleidung- und Spielzeug, die größtenteils in Dritte-Welt und Schwellenländern zu Centlöhnen produziert werden, aber eben normalerweise nicht zu.

Gruß,
Paul

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Manfred, Wednesday, 07.07.2004, 21:35 (vor 7884 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Paul am 07. Juli 2004 18:20:29:

Du magst Recht haben, das entzieht sich im Detail meiner Kenntnisse.
Aber bei Nahrungsmitteln funktioniert es scheinbar auch. Ausserdem gibts ja doch sowas wie Konkurrenz, die dann den Preis drücken würde. Stellt sich allerdings auch noch die Frage ob das EU-Recht keine Probleme bereiten würde ("Subvetionierung heimischer Windelhersteller" ;-)
Bei Spielwahren sähe ich ohnehin Probleme der schwierigen Grenzziehung wegen.
Man stelle sich vor die Spielzeugeisenbahn würde vergünstigt angeboten! Dann würden Väter bald schon alleine deswegen der Wohnung verwiesen, nur um einem "Spielzeug-Mißbrauch" durch sie vorzubeugen.
Jaja, Väter mißbrauchen einfach alles. ;-)
Den Stein der Weisen wirds wohl nicht geben.

Gruß,
Manfred

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Eugen Prinz, Thursday, 08.07.2004, 00:57 (vor 7884 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Manfred am 07. Juli 2004 18:35:35:

ich glaube einfach nicht, dass wir, mit welchen Maßnahmen auch immer, die Kurve nochmal kriegen, damit der Generationenvertrag wieder funktioniert. Alle Anzeichen sprechen dagegen, und die Polititk stümpert mit äußerst widersprüchlichen Maßnahmen herum, über die hier viel geklagt wird.

Man kann natürlich Zwangsprogramme auflegen nach dem Motto: Zeugen oder zahlen! aber das geht mir viel zu weit. Ich bin kinderlos aus Gründen, die zu respektieren sind, und ich habe schon ein Zwangsprogramm erduldet - 18 Monate lang.

Es ist, wie Garp sagt: Die Trennungslinie läuft hier nicht zwischen den Geschlechtern. Es ist ein anderer Interessenkonflikt. Aber natürlich sind auch Gleichberechtigungsaspekte berührt.

Ein maßvoller Bevölkerungsrückgang, begleitet von sinnvollen Modellen der Alters- und Pflegevorsorge scheint mir bei weitem die bessere Lösung, als nun mit einem Dutzend Subventions- bzw. Strafprogrammen zu versuchen eine verlorene Schlacht zu gewinnen.

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Garp, Thursday, 08.07.2004, 01:59 (vor 7884 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Eugen Prinz am 07. Juli 2004 21:57:43:

Hallo Eugen,

nun ich denke in einem Punkt können wir uns schnell einigen.
Wenn wir uns schon mit einem Geburtenrückgang abfinden müssen und jeder von dem drohenden, zukünftigen Fachkräftemangel spricht, dann sollten wir uns um die Qualifizierung der wenigen Kinder besser kümmern. Ein besseres Bildungssystem, bessere Erzieher, mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Eltern und sicherlich nicht zuletzt, nach der weiblichen eine männliche Bildungsexpansion. Und schon sind wir wieder beim Forumsthema;-)

Grüße
Garp

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Eugen Prinz, Thursday, 08.07.2004, 02:45 (vor 7884 Tagen) @ Garp

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Garp am 07. Juli 2004 22:59:28:

Hallo Eugen,
nun ich denke in einem Punkt können wir uns schnell einigen.
Wenn wir uns schon mit einem Geburtenrückgang abfinden müssen und jeder von dem drohenden, zukünftigen Fachkräftemangel spricht, dann sollten wir uns um die Qualifizierung der wenigen Kinder besser kümmern. Ein besseres Bildungssystem, bessere Erzieher, mehr Verantwortungsbewusstsein bei den Eltern und sicherlich nicht zuletzt, nach der weiblichen eine männliche Bildungsexpansion. Und schon sind wir wieder beim Forumsthema;-)
Grüße
Garp

So isses. Die Trennungslinie läuft letztlich nicht zwischen Mann und Frau oder zwischen Eltern und Kinderlosen, sondern zwischen Hedonisten und denen, die über den Tellerrand hinaus sehen können...

Schönen Gruß von Eugen

Re: Unglückliche Namensgebung ...

Manfred, Wednesday, 07.07.2004, 18:48 (vor 7884 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Unglückliche Namensgebung ... von Eugen Prinz am 07. Juli 2004 13:32:11:

Falsche Politik bestraft letztlich alle!

Die Zukunft liegt meiner Überzeugung nach, in einem maßvollen Bevölkerungsrückgang, auf ein Nivea, welches dieser Globus langfristig mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit verkraften kann.
Denn darin -da bin ich mir sicher- kann man schnell einen weltweiten Konsens herstellen: wir wollen Wohlstand.
Das Problem wird die Verteilung sein. Langfristig (und das sind nicht Millionen von Jahren) wird es leichter sein, für weniger Menschen auf der Welt einen gewissen Mindestwohlstand zu sichern, als für zuviele.
Ich bin nun kein Mensch des religiösen Glaubens, und daher stellt Bevölkerungswachstum ("vermehret Euch") für mich keinen Wert an sich dar.
Ich kann eine ethische Verpflichtung eher darin sehen, maßvoll eine Welt zu schaffen, in wir zukünftigen Generationen ihre faire Chance auf Wohlstand wahren, sie nicht nur als Rentenzahler und zu "Zivis For Future" degradieren.
Qualität statt Quantität! Auch dann wenn "volksnahe" Unionspolitiker uns in pseudojovialer Manier die Sportbumserei als neues Hobby aufoktroyieren wollen.

Mein Fazit: mit dem derzeitigen Bevölkerungsrückgang tun wir genau das richtige - nur in falscher Weise!
Die Zukunft in Wohlstand liegt in einem maßvollen Bevölkerungsrückgang, nur geschieht er nicht aus dieser Einsicht heraus, sondern als Folge einiger Einzelkomponeneten (die sich aber anders und kompliziert zusammensetzen) und daher jedenfalls zu abrupt und eben nicht maßvoll.

Das ist allerdings kein Grund, den Spieß wieder umzudrehen und panikartig die noch unheilvollerere Situation (Vermehrung was das Zeug hält) heraufzubeschwören. Sogar wenn solcherlei Maßnahmen nur sehr bescheiden wirksam wären, kämen sie zu spät und würden die wirkliche Lösung des Problems nur verzögern.
Diese liegt IMHO darin, den Menschen das Gefühl zu geben in einer halbwegs stabilen Situation zu leben, die auch für künftige Generationen mit ausreichender Wahrscheinlichkeit stabil genug bleibt, so dass Kindersegen überhaupt verantwortbar wird.
Ich glaube darin liegt ein ganz wesentlicher Faktor, der aber derzeit nicht gesehen wird.

Gruß,
Manfred

Auweia...Die Welt zerbricht

XRay, Wednesday, 07.07.2004, 15:03 (vor 7884 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

Es gibt - meine ich - gute Gründe dafür, daß das Grundgesetz
Förderung von Ehe und Familie vorsieht. Ich denke, daß dieser
Satz wesentlich den Gedanken verfolgt, daß der Fortbestand eines
Staates durch Nachwuchs gewährleistet wird. Im Grunde müsste
der Satz also eine Änderung in der Hinsicht erfahren, als dass
die Förderung von Nachwuchs Staatsziel ist. Förderung von Ehe
oder Familie konnten früher vielleicht als Synonym dafür gesehen
werden. Das kann aber heute - in Zeiten von Homoehen - wohl kaum
mehr gelten. Ich halte also den Gedanken hinter dem Gesetz für
wesentlich bedeutsamer, als den genauen Wortlaut.

Wenn wir uns darauf einigen können, daß Kinder wünschenswert sind und
es Staatsziel sein darf, Menschen, die für Kinder sorgen zu
unterstützen, dann haben natürlich Menschen, die nicht für Nachwuchs
sorgen einen "Nachteil", weil diese die Förderung nicht erfahren.
Logisch wäre darum für mich die Forderung kinderlose Ehen steuerlich
nicht gleich zu behandeln wie Ehen mit Kindern. Überhaupt dürfte nicht
die Ehe das Kriterium sein, sondern vorhandene Kinder. Ich halte es
z.B. nicht für richtig, daß geschiedene mit Kindern steuerlich fast
so behandelt werden wie Singles. Kinderlosen nun eine erhöhte Abgabe
abzuverlangen, halte ich - dem Gedanken des Grundgesetzes entsprechend -
für richtig. (Bitte nicht schlagen). Allerdings wäre mir auch daran
gelegen, dass geschiedene oder uneheliche Eltern nicht anders behandelt
werden als verheiratete. Aber das würde natürlich kein Geld in die
Staatskasse bringen. Darauf dass irgendwann der Solidaritätsbeitrag
entfällt, hoffen wir vermutlich auch vergebens.

Wenn ich jetzte hier so die Kommentare lese, dann scheint mir aber, dass
sich doch so einige mit dem Staatsziel "Nachwuchs" nicht anfreunden können.

Re: Auweia...Die Welt zerbricht

Ferdi, Wednesday, 07.07.2004, 16:17 (vor 7884 Tagen) @ XRay

Als Antwort auf: Auweia...Die Welt zerbricht von XRay am 07. Juli 2004 12:03:10:


Hallo XRay, guten Tag zusammen!


Es gibt - meine ich - gute Gründe dafür, daß das Grundgesetz
[quote]Förderung von Ehe und Familie vorsieht. Ich denke, daß dieser
Satz wesentlich den Gedanken verfolgt, daß der Fortbestand eines
Staates durch Nachwuchs gewährleistet wird.
[/quote]

Das geschieht ja auch. Ehepaare sind im Genuss des Ehegattensplittings und wenn sie Kinder haben erhalten sie Kindergeld, gestaffelt nach Anzahl der Kinder.

Im Grunde müsste
[quote]der Satz also eine Änderung in der Hinsicht erfahren, als dass
die Förderung von Nachwuchs Staatsziel ist.
[/quote]

Ja, dann müssten sie aber auch mit der Förderung Ernst machen, und das kostet Geld. Hier sollen also wieder die Kosten von politischen Vorhaben auf einzelne Personen abgewälzt werden, so wie das ja auch bei den überzogenen Unterhaltsregelungen, von denen geschiedene Väter betroffen sind, geschieht. Dafür wird dann das Geld von der Politik für andere zweifelhafte Zwecke hinausgeworfen (Fragwürdige Steuerabschreibungsgesetze für Grosskonzerne, Vodafone lässt grüssen und bedankt sich).

Wenn wir uns darauf einigen können, daß Kinder wünschenswert sind und
[quote]es Staatsziel sein darf, Menschen, die für Kinder sorgen zu
unterstützen, dann haben natürlich Menschen, die nicht für Nachwuchs
sorgen einen "Nachteil", weil diese die Förderung nicht erfahren.
[/quote]

Ist ja jetzt schon so, kein Kindergeld.

Logisch wäre darum für mich die Forderung kinderlose Ehen steuerlich
[quote]nicht gleich zu behandeln wie Ehen mit Kindern. Überhaupt dürfte nicht
die Ehe das Kriterium sein, sondern vorhandene Kinder. Ich halte es
z.B. nicht für richtig, daß geschiedene mit Kindern steuerlich fast
so behandelt werden wie Singles.
[/quote]

Das kann ich auch befürworten. Ehegattensplitting also nur für Ehen mit Kindern. Dafür Verbleiben von geschiedenen unterhaltspflichtigen Eheleuten mit Kindern in Steuerklasse III. Aber ebenso auch Unverheiratete, die miteinander ein Kind haben. Auch hier müsste der unterhaltspflichtige Elternteil in die günstigere Steuerklasse.

Kinderlosen nun eine erhöhte Abgabe
[quote]abzuverlangen, halte ich - dem Gedanken des Grundgesetzes entsprechend -
für richtig. (Bitte nicht schlagen)
[/quote]

Ich bin ein sehr friedlicher Mensch, keine Sorge! Aber wenn man das vorher Gesagte umsetzt, wäre eine Zusatzabgabe ungerecht. Ich bin gegen jegliche Abgabenerhöhung, weil die meisten Menschen in diesem Lande aufgrund der sich immer schneller drehenden Deflationsspirale ohnehin schon zu wenig Geld in der Tasche haben.

Allerdings wäre mir auch daran
[quote]gelegen, dass geschiedene oder uneheliche Eltern nicht anders behandelt
werden als verheiratete. Aber das würde natürlich kein Geld in die
Staatskasse bringen.
[/quote]

Wenn man das an den Kindern festmacht, ok. Siehe oben. Wenn man kinderlose Ehepaare steuerlich belastet (Singles sind ja jetzt schon mehr belastet) und Paare mit Kindern entlastet und die Entlastung auch noch von der Kinderzahl abhängig macht, dann wäre das Ziel doch ziemlich aufkommensneutral erreicht.

Wenn ich jetzte hier so die Kommentare lese, dann scheint mir aber, dass
[quote]sich doch so einige mit dem Staatsziel "Nachwuchs" nicht anfreunden können.
[/quote]

Wenn man mehr Nachwuchs haben möchte, dann muss man mehr tun als nur steuerliche Massnahmen ergreifen. Dann muss man die Einstellung der Menschen zu Kindern allgemein ändern. Heute werden Kinder doch auch deswegen als lästig abgelehnt, weil sie lebhaft sind, weil sie sich austoben wollen, weil sie auf dem hochheiligen Rasen vor den Häusern Fussball spielen wollen, weil sie die heilige Mittagsruhe nicht einhalten wollen, weil sie alles dreckig machen, weil....weil...! Warum nicht einen genossenschaftlichen Wohnungsbau installieren, der kindergerechte, gross geschnittene Wohnungen baut, die nur für Familien mit Kindern bezogen werden können, wobei da keine Gewinne gemacht werden dürfen und nur die Betriebskosten aus den Mieten gedeckt werden? Bezahlbarer, grundsteuerfreier Wohnraum für Kinder-Familien! Aber nur für diese. Nur als Beispiel mal in den Raum gestellt.

Die absolute Härte ist jedoch, dass offenbar auch daran gedacht wird, die Kinderlosen-Zusatzabgabe auch von denen zu verlangen, die bereits erwachsene Kinder haben, die selbst im Berufsleben stehen und längst nicht mehr bei den Eltern wohnen. Das habe ich vorgestern in einer Radiosendung des WDR gehört. Hier zeigt sich doch mal wieder, dass die Politik nur an neue Abzock-Möglichkeiten denkt und es bei der ganzen Sache wieder mal nicht ehrlich meint.

Gruss,
Ferdi

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Expatriate, Thursday, 08.07.2004, 11:07 (vor 7883 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

Also waere ich in Deutschland, haette ich mich etwas geaergert, dann haette ich es vergessen und die erhoehte Steuer halt bezahlt, fertig aus.
Aber es waere nie ein Grund gewesen, ueber Kinder nachzudenken.

Also in dem Fall trifft es ja Maenner wie auch kinderlose Frauen, fuer mich klingt das mehr wie ein neuerlicher Versuch irgendwie die Kasse zu sanieren. So wie die Drucker/PC-Steuer weiter unten oder die kuerzlich diskutierte Currywurststeuer.
Nur eine weitere neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird, weil sie sich jetzt nicht mehr an die Mehrwertsteuer oder Mineraloelsteuer herantrauen.
Prost!

Du sollst nicht lügen

Marcel, Thursday, 08.07.2004, 13:17 (vor 7883 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Expatriate am 08. Juli 2004 08:07:08:

Also waere ich in Deutschland, haette ich mich etwas geaergert, dann haette ich es vergessen und die erhoehte Steuer halt bezahlt, fertig aus.
Aber es waere nie ein Grund gewesen, ueber Kinder nachzudenken.
Also in dem Fall trifft es ja Maenner wie auch kinderlose Frauen, fuer mich klingt das mehr wie ein neuerlicher Versuch irgendwie die Kasse zu sanieren. So wie die Drucker/PC-Steuer weiter unten oder die kuerzlich diskutierte Currywurststeuer.
Nur eine weitere neue Sau, die durchs Dorf getrieben wird, weil sie sich jetzt nicht mehr an die Mehrwertsteuer oder Mineraloelsteuer herantrauen.
Prost!

Ach Expatriate, gib's doch zu: Du hättest den Behörden den Hintern gezeigt und sodann deine Koffer gepackt. Was ja auch eine vernünftige Sache ist.
Die Lenkungseffekte dürften auf lange Sicht beträchtlich sein. Ist weniger Knete im Säckel, kann auch weniger Unfug getrieben werden.

P.S. Warum eigentlich Prost?

Re: Du sollst nicht lügen

Expatriate, Thursday, 08.07.2004, 14:14 (vor 7883 Tagen) @ Marcel

Als Antwort auf: Du sollst nicht lügen von Marcel am 08. Juli 2004 10:17:36:

Ach Expatriate, gib's doch zu: Du hättest den Behörden den Hintern gezeigt und sodann deine Koffer gepackt.

Habe ich ja auch gemacht, aber der Anlass war nicht irgendeine kleine Steuererhoehung. So nach dem Motto, jetzt die Mineraloelsteuer wieder 3 Pfennig hoch, jetzt reicht's endgueltig und los!
Es war eher eine schleichende Entwicklung mit allem was in D so ablief. Las man die Tageszeitung, irgendwas nervte auf jeder Seite.
Und dann ertappte man sich immer oefter dabei, wie man die internationalen Stellenanzeigen durchsuchte statt der nationalen.
Letzter Schritt war dann nach einiger Zeit und Vorbereitung ein One-Way Ticket.

P.S. Warum eigentlich Prost?

Cheers! (Besser so?)

Re: Du sollst nicht lügen

Marcel, Thursday, 08.07.2004, 14:58 (vor 7883 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 08. Juli 2004 11:14:39:

Ach Expatriate, gib's doch zu: Du hättest den Behörden den Hintern gezeigt und sodann deine Koffer gepackt.

Habe ich ja auch gemacht, aber der Anlass war nicht irgendeine kleine Steuererhoehung. So nach dem Motto, jetzt die Mineraloelsteuer wieder 3 Pfennig hoch, jetzt reicht's endgueltig und los!
Es war eher eine schleichende Entwicklung mit allem was in D so ablief. Las man die Tageszeitung, irgendwas nervte auf jeder Seite.
Und dann ertappte man sich immer oefter dabei, wie man die internationalen Stellenanzeigen durchsuchte statt der nationalen.
Letzter Schritt war dann nach einiger Zeit und Vorbereitung ein One-Way Ticket.

Du meinst, es war mehr die deutsche Mentalität, die dich letztlich zum großen Schritt bewogen hat? Irgendwie hegen ja nicht wenige Leute diesen Wunsch, können sich dann aber aus verschiedenen Gründen nicht lösen.
Mal sinds die Kids, mal die netten Kollegen, mal die Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser.

P.S. Warum eigentlich Prost?

Cheers! (Besser so?)

Ich meinte als da Silva-Anhänger sollte dieses Wort doch tabu sein ;-)))

Gruss

Re: Du sollst nicht lügen

Expatriate, Thursday, 08.07.2004, 15:32 (vor 7883 Tagen) @ Marcel

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Marcel am 08. Juli 2004 11:58:15:

Du meinst, es war mehr die deutsche Mentalität, die dich letztlich zum großen Schritt bewogen hat?

Neee, irgendwie auch nicht, mit meinen Kumpanen und Ex-Freundinnen hatte ich jede Menge Spass. Ich war nicht gefrustet oder so.
Aber siehst Du all die verheirateten Paare, die sich nach einigen Jahren Ehe kaum noch was zu sagen haben, dann wusste ich dass ich das nicht wollte. Also entwickelt man sich vielleicht gegenlaeufig oder so. Ach, keine Ahnung.
So gross ist der Schritt auch wieder nicht. Hast Du Ingenieurwesen studiert, gelten die gleichen Gesetze und Berechnungen auch anderswo. Gutes Fachwissen, fliessend Englisch und ab gehts.

Irgendwie hegen ja nicht wenige Leute diesen Wunsch, können sich dann aber aus verschiedenen Gründen nicht lösen.
Mal sinds die Kids, mal die netten Kollegen, mal die Angst vor dem Sprung ins kalte Wasser.

Nun denn, habe ich kein Problem mit.
Irgendjemand muss ja in D auch noch arbeiten, gell?

Ich meinte als da Silva-Anhänger sollte dieses Wort doch tabu sein ;-)))

Jaja, die besten gehen frueh, 10 Jahre ists jetzt schon her.
Cheers!

Re: Du sollst nicht lügen

Manfred, Thursday, 08.07.2004, 15:03 (vor 7883 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 08. Juli 2004 11:14:39:

Wie lange bist Du schon weg aus D ?

Gruß,
Manfred

Re: Du sollst nicht lügen

Expatriate, Thursday, 08.07.2004, 15:38 (vor 7883 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Manfred am 08. Juli 2004 12:03:48:

Wie lange bist Du schon weg aus D ?

Gut 4 Jahre.

Re: Du sollst nicht lügen

Manfred, Thursday, 08.07.2004, 21:13 (vor 7883 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 08. Juli 2004 12:38:36:

Nein ich glaube Du bist es nicht...dennoch die obligatorische Frage:

Warst Du Mitte/Ende der 80-er Jahre in Südbayern, fuhrst einen friesierten Opel-Kadett und wurdest "Jimmy" genannt? Einer unserer Kumpels war Alois.

Ein paar Übereinstimmungen gibts nämlich und manchmal ist die Welt erstaunlich klein.

Gruß,
Manfred

Re: Du sollst nicht lügen

Expatriate, Friday, 09.07.2004, 11:19 (vor 7882 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Manfred am 08. Juli 2004 18:13:30:

Nein ich glaube Du bist es nicht...dennoch die obligatorische Frage:
Warst Du Mitte/Ende der 80-er Jahre in Südbayern, fuhrst einen friesierten Opel-Kadett und wurdest "Jimmy" genannt? Einer unserer Kumpels war Alois. Ein paar Übereinstimmungen gibts nämlich und manchmal ist die Welt erstaunlich klein.

Das ist wahr, aber diesmal passt's nicht. Ich habe niemals suedlicher als FFM gewohnt. Also jedenfalls vor diesem Trip hier.
Hmmm, aber in Kambodscha habe ich mal einen Deutschen getroffen, der nannte sich Jimmy, wenn ich das noch recht erinnere. Oder so aehnlich, vielleicht auch Johnny oder so. Ist Dein Kumpel in Cambodia?
Cheers!

Re: Du sollst nicht lügen

Marcel, Friday, 09.07.2004, 17:06 (vor 7882 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 09. Juli 2004 08:19:28:

Nein ich glaube Du bist es nicht...dennoch die obligatorische Frage:
Warst Du Mitte/Ende der 80-er Jahre in Südbayern, fuhrst einen friesierten Opel-Kadett und wurdest "Jimmy" genannt? Einer unserer Kumpels war Alois. Ein paar Übereinstimmungen gibts nämlich und manchmal ist die Welt erstaunlich klein.

Das ist wahr, aber diesmal passt's nicht. Ich habe niemals suedlicher als FFM gewohnt. Also jedenfalls vor diesem Trip hier.
Hmmm, aber in Kambodscha habe ich mal einen Deutschen getroffen, der nannte sich Jimmy, wenn ich das noch recht erinnere. Oder so aehnlich, vielleicht auch Johnny oder so. Ist Dein Kumpel in Cambodia?
Cheers!

Aber der wird wohl keinen Opel fahren? Wie hiess es noch früher:
Jeder Trottel fährt einen Opel, jeder Depp einen Kadett!

Gruss

Re: Du sollst nicht lügen

Manfred, Saturday, 10.07.2004, 00:43 (vor 7882 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 09. Juli 2004 08:19:28:

Kein Ahnung, ein gemeinsamer Bekannter hat ihn nachdem der Kontakt 15 Jahre abgebrochen war in München wiedergetroffen (Heimatbesuch). Damals (1999) war "Jimmy" in Thailand mit einer Thailänderin verheiratet und hatte 2 Kinder. Er arbeitete dort als Ingenieur (E-Technik), wollte aber zwar in Fernost, aber nicht in Thailand bleiben.
Nun ist der Kontakt erneut abgerissen was schade ist, da man sich doch gerne mit andern mal austausch, insbesondere wenn man selber viel im Ausland ist.

Gruß,
Manfred

Re: Du sollst nicht lügen

Odin, Thursday, 08.07.2004, 20:42 (vor 7883 Tagen) @ Expatriate

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Expatriate am 08. Juli 2004 11:14:39:

Es war eher eine schleichende Entwicklung mit allem was in D so ablief. Las man die Tageszeitung, irgendwas nervte auf jeder Seite.

Hm, das ist natürlich in einem Land besser, in dem man die Zeitung nicht lesen kann, weil man die Sprache nicht beherrscht. Drin stehen tut wohl überall dasselbe :-)

Re: Du sollst nicht lügen

Expatriate, Friday, 09.07.2004, 11:24 (vor 7882 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Du sollst nicht lügen von Odin am 08. Juli 2004 17:42:27:

Hm, das ist natürlich in einem Land besser, in dem man die Zeitung nicht lesen kann, weil man die Sprache nicht beherrscht. Drin stehen tut wohl überall dasselbe.

Oooh, beeindruckend. Da weiss aber einer gut Bescheid ueber die hiesige Medienlandschaft und sogar ueber meine Sprachkenntnisse. Oder "korrekt" gesagt, da tut einer gut Bescheid wissen.

Viele Zeitungen sind in Englisch, was ich knapp beherrsche. Es gibt naemlich Leute, die sprechen ausser schwachem Deutsch auch noch andere Sprachen, soll es selbst im PISA-Zeitalter noch geben.
Und als ein echter Knueller lass Dir gesagt sein, es ist sogar moeglich, Sprachen zu lernen. Jaja, das ist ein Ding, was?

Menno, ich bin ja heute zickig wie 'ne Frau...
:-)
Cheers!

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Guildo, Thursday, 08.07.2004, 14:37 (vor 7883 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

Eine abschließende Bemerkung sei erlaubt:

Ich halte es für keineswegs schlecht, die Gründung von Familien zu belohnen bzw. zu erleichtern.

Dies aber kann nur dann akzeptabel sein, wenn im Gegenzug dazu sämtliche Knebelgesetze für den Mann abgeschafft werden.

Also:
1. Kein Ehegattenunterhalt
2. Kindesunterhalt nur in begründeten Ausnahmefällen bzw. auf freiwilliger Basis
3. Ehescheidungsrecht nach dem Schuldprinzip wiedereinführen! Dabei müssen auch genaue Rechte und Pflichten für Mann und Frau im Gesetz formuliert werden. Stichwort: eheliche Pflichten!

Ich will hier jetzt keinesfalls nur auf die Frauen einschlagen, diese tragen aber eine beträchtliche Mitschuld. Welcher Mann begibt sich schon freiwillig in einer Situation, die der Leibeigenschaft nicht unähnlich ist.

Ändern müssen sich nicht nur die Frauen in ihrem maßlosen Anspruchsdenken was sowohl ihre Versorgung als auch ihre Vorstellung vom "richtigen Mann" betrifft. Nein, es sind auch die Kinder selber die Ursache. Ich leugne gar nicht, das Kindeserziehung mühsam und vor allem sehr teuer ist. Nur ist dieses Problem hausgemacht, dank der antiautoritären Erziehung und der seit dem 70er Jahren herrschenden Meinungsdiktatur der Linken. Mit welchem Recht wollen Kinder teure Designerklamotten, die neuesten Mobiltelefone und spätestens mit 18 den Neuwagen vor der Tür! Ich kann mich nicht daran erinnern, es so gut gehabt zu haben. (Obwohl doch meine Generation (bin 38) doch die volle Ladung dieses Emanzenschwachsinns abbekommen hat. Ja, ich gebs ja zu: Ich hab diesen ganzen Mist auch mal geglaubt!)

Bevor ich falsch verstanden werde: Ich möchte keineswegs das 19. Jahrhundert wieder zurück haben mitsamt strengen Familienoberhaupt, sittsamer Hausfrau und gehorsam-unterwürfiger Kinder. Aber solange alle Probleme auf den Rücken der Männer abgewälzt werden, muss sich keiner wundern, wenn wir Männer uns verweigern.

Zudem wird das gleiche Verhalten in der Familie bei Mann und Frau unterschiedlich bewertet, und zwar zumeist zu Ungunsten des Mannes:

1. Verläßt ein Mann seine Frau, weil sie ihn als Versager und Langweiler beschimpft und ihn sexuell verhungern läßt, gilt dieser Mann als egoistischer und schlechter Mensch, dem man(n) völlig zu Recht die Kinder weg nimmt und zahlen läßt, bis er unters Existensminimum getrieben wird. Die Frau ist selbstverständlich das arme Opfer, das von allen Seiten bemitleidet wird.

2. Verläßt eine Frau ihren Mann, weil er sich als Lanweiler und Muffel entpuppt, ist natürlch auch wieder nur der Mann schuld. Sie ist diejenige, die (wieder mal in der Rolle des bedauernswerten Opfers) auch hier die Kinder bekommt und es ist der Mann, der das alles zahlen muss.

mit trotzdem hoffnungsvollem Gruß

Guildo

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Odin, Thursday, 08.07.2004, 20:40 (vor 7883 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 08. Juli 2004 11:37:26:

Ändern müssen sich nicht nur die Frauen in ihrem maßlosen Anspruchsdenken was sowohl ihre Versorgung als auch ihre Vorstellung vom "richtigen Mann" betrifft. Nein, es sind auch die Kinder selber die Ursache. Ich leugne gar nicht, das Kindeserziehung mühsam und vor allem sehr teuer ist. Nur ist dieses Problem hausgemacht, dank der antiautoritären Erziehung und der seit dem 70er Jahren herrschenden Meinungsdiktatur der Linken. Mit welchem Recht wollen Kinder teure Designerklamotten, die neuesten Mobiltelefone und spätestens mit 18 den Neuwagen vor der Tür! Ich kann mich nicht daran erinnern, es so gut gehabt zu haben. (Obwohl doch meine Generation (bin 38) doch die volle Ladung dieses Emanzenschwachsinns abbekommen hat. Ja, ich gebs ja zu: Ich hab diesen ganzen Mist auch mal geglaubt!)

Ist schon richtig, was Du schreibst, nur ist die antiautoritäre Erziehung mit Sicherheit keine Ursache für unsere teilweise doch sehr verwöhnten Kinder (soweit überhaupt jemals bedeutsame Mengen von Kinder antiautoritär erzogen worden sind, was ich nicht glaube). Allesfalls sind beides Wirkungen derselben Ursache: Des Fehlens von Männern und Vätern nach den Weltkriegen, nach der Männerentwertung und nach der momentan noch bestehenden Männer/Väterentsorgung.

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Guildo, Thursday, 08.07.2004, 23:36 (vor 7883 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Odin am 08. Juli 2004 17:40:15:

Antiautoritäre Erziehung bedeutet, den Kindern keine Grenzen zu setzen, ihnen alles zu erlauben. Gerade diese Erfahrung, dass es Grenzen gibt, dass nicht alle Verhaltensweisen erlaubt und gut sind und nicht alle Wünsche erfüllbar, gilt bei den Anhängern der antiautoritären Erziehung als seelisch schädigende Frustration, die die Entwicklung des Kindes nachhaltig stört. Das Fehlen eines Vaters begünstigt dieses vielleicht, da zumindest der Vater früher noch für Autorität stand. Es gab auch genug Männer, die dieser Idee folgten: Ich erinnere mich mit Grausen an einen weichgespülten Sportlehrer, den ich mit 10 Jahren in Turnverein erleben konnte. Was an Sport auf den Plan stand, wußte keiner: Es gab sowas wie einen Plan nicht! Jeder sollte sich ausleben und ohne Regeln und Vorschriften sich sportlich betätigen. Ergebnis: Einige standen gelangweilt herum und wußten nicht so recht, was sie machen sollten. Andere fingen an zu randalieren und fingen schließlich an, einige schwächere Kameraden zu verprügeln. Niemand schritt ein. Das blieb ohne Folgen, niemand sollte ja durch ein energisches Einschreiten des Lehrers frustiert werden. Und hinterher: "Schön das wir mal drüber geredet haben!" und "Du, das müssen wir aber jetzt ausdiskutieren"

Ähnlich wurde und wird mit materiellen Wünschen verfahren: Lieber den Wunsch erfüllen, als Gefahr zu laufen, den Kind schweren seelischen Schaden zuzufügen. Aber ein Kind, das kein "Nein" zu hören bekommt, steigert seine Wünsche ins Unermeßliche: Das verwöhnte Kind ist da! Und der Gruppenzwang, der heute vielfach als Ausrede benutzt wird: Diesen Zwang muss sich das Kind stellen und ihn überwinden. Aber dazu braucht es eine starke Persönlichkeit, die es aber, wobei wir wieder beim Thema wären, es ohne Vater gar nicht entwickeln kann.

Gänzlich widersprechen will ich dir nicht, aber dass die antiautoritäre Erziehung zumindest einen wichtigen Beitrag zum heutigen Dilemma geleistet hat, halte ich für erwiesen.

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Odin, Friday, 09.07.2004, 02:26 (vor 7883 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 08. Juli 2004 20:36:35:

Antiautoritäre Erziehung bedeutet, den Kindern keine Grenzen zu setzen, ihnen alles zu erlauben. Gerade diese Erfahrung, dass es Grenzen gibt, dass nicht alle Verhaltensweisen erlaubt und gut sind und nicht alle Wünsche erfüllbar, gilt bei den Anhängern der antiautoritären Erziehung als seelisch schädigende Frustration, die die Entwicklung des Kindes nachhaltig stört. Das Fehlen eines Vaters begünstigt dieses vielleicht, da zumindest der Vater früher noch für Autorität stand. Es gab auch genug Männer, die dieser Idee folgten: Ich erinnere mich mit Grausen an einen weichgespülten Sportlehrer, den ich mit 10 Jahren in Turnverein erleben konnte. Was an Sport auf den Plan stand, wußte keiner: Es gab sowas wie einen Plan nicht! Jeder sollte sich ausleben und ohne Regeln und Vorschriften sich sportlich betätigen. Ergebnis: Einige standen gelangweilt herum und wußten nicht so recht, was sie machen sollten. Andere fingen an zu randalieren und fingen schließlich an, einige schwächere Kameraden zu verprügeln. Niemand schritt ein. Das blieb ohne Folgen, niemand sollte ja durch ein energisches Einschreiten des Lehrers frustiert werden. Und hinterher: "Schön das wir mal drüber geredet haben!" und "Du, das müssen wir aber jetzt ausdiskutieren

Das ist nicht antiautoritär, was Du da beschreibst, sondern Laissez faire - ein Riesenunterschied!

Gänzlich widersprechen will ich dir nicht, aber dass die antiautoritäre Erziehung zumindest einen wichtigen Beitrag zum heutigen Dilemma geleistet hat, halte ich für erwiesen.

Die antiautoritäre Erziehung hatte (leider!) so gut wie gar keinen Einfluß auf die gesellschaftliche Entwicklung. Sie ist auch extrem schwierig anwendbar. In unserer Gesellschaft schonmal gar nicht. Derlei Inseln gibts gar nicht. Sie hatte immer ihre Grenzen an der Freiheit des anderen. Gut nachzulesen bei A.S. Neill (Summerhill). Sie wurde leider sehr häufig mit verwahrlosen lassen verwechselt.

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Eugen Prinz, Friday, 09.07.2004, 13:10 (vor 7882 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Odin am 08. Juli 2004 23:26:00:

Das ist nicht antiautoritär, was Du da beschreibst, sondern Laissez faire - ein Riesenunterschied!

Die antiautoritäre Erziehung hatte (leider!) so gut wie gar keinen Einfluß auf die gesellschaftliche Entwicklung. Sie ist auch extrem schwierig anwendbar. In unserer Gesellschaft schonmal gar nicht. Derlei Inseln gibts gar nicht. Sie hatte immer ihre Grenzen an der Freiheit des anderen. Gut nachzulesen bei A.S. Neill (Summerhill). Sie wurde leider sehr häufig mit verwahrlosen lassen verwechselt.[/i]

Du nimmst mir das Wort aus dem Munde. Das wird leider oft verwechselt. Leider meist von Leuten, die pauschal und ohne Sachkenntnis die sog. 68´er Bewegung verteufeln, was ich hier aber niemandem unterstellen möchte.

Nichts gegen sachlich begründete Autorität - alles gegen angemaßte.

Eugen

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Guildo, Friday, 09.07.2004, 17:55 (vor 7882 Tagen) @ Eugen Prinz

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Eugen Prinz am 09. Juli 2004 10:10:19:

"Du nimmst mir das Wort aus dem Munde. Das wird leider oft verwechselt. Leider meist von Leuten, die pauschal und ohne Sachkenntnis die sog. 68´er Bewegung verteufeln, was ich hier aber niemandem unterstellen möchte."

Ich wollte hier keinesfalls pauschal die 68er Bewegung verteufeln. Tatsache ist jedoch, dass ich in meiner Jugend diesen Erziehungsstil, so wie ich ihn beschrieben habe, überall beobachten konnte - und dies wurde uns dann als antiautoritäre Erziehung verkauft. Ich musste jedenfalls darunter leiden.

Guildo, etwas ratlos!

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Odin, Friday, 09.07.2004, 19:02 (vor 7882 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 09. Juli 2004 14:55:08:

"Du nimmst mir das Wort aus dem Munde. Das wird leider oft verwechselt. Leider meist von Leuten, die pauschal und ohne Sachkenntnis die sog. 68´er Bewegung verteufeln, was ich hier aber niemandem unterstellen möchte."
Ich wollte hier keinesfalls pauschal die 68er Bewegung verteufeln. Tatsache ist jedoch, dass ich in meiner Jugend diesen Erziehungsstil, so wie ich ihn beschrieben habe, überall beobachten konnte - und dies wurde uns dann als antiautoritäre Erziehung verkauft. Ich musste jedenfalls darunter leiden.
Guildo, etwas ratlos!

Brauchst nicht ratlos zu sein. Ich weiß schon, was Du meinst. Ich kenne derlei Anti-erziehungsversuche ebenfalls. Sie wurden als "antiautoritär" verkauft, waren aber letztlich nur ein Argument für faule Erzieher, sich kein Programm für den nächsten Tag einfallen lassen zu müssen (Ausspruch eines Kindes: "Müssen wir heute schon wieder tun, was wir wollen?")

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Eugen Prinz, Friday, 09.07.2004, 19:47 (vor 7882 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Odin am 09. Juli 2004 16:02:30:

>Ich wollte hier keinesfalls pauschal die 68er Bewegung verteufeln. Tatsache ist jedoch, dass ich in meiner Jugend diesen Erziehungsstil, so wie ich ihn beschrieben habe, überall beobachten konnte - und dies wurde uns dann als antiautoritäre Erziehung verkauft. Ich musste jedenfalls darunter leiden.

Guildo, etwas ratlos!

Brauchst nicht ratlos zu sein. Ich weiß schon, was Du meinst. Ich kenne derlei Anti-erziehungsversuche ebenfalls. Sie wurden als "antiautoritär" verkauft, waren aber letztlich nur ein Argument für faule Erzieher, sich kein Programm für den nächsten Tag einfallen lassen zu müssen (Ausspruch eines Kindes: "Müssen wir heute schon wieder tun, was wir wollen?")[/i]

Ja, viele haben von antiautoritärer Erziehung gesprochen, aber so richtig verstanden, was gemeint ist, haben vielleicht nicht so viele.

Ein wirklich nettes Beispiel: Es ist nur wenige Jahre her, da hatte ein bekannter Rundfunkmoderator (der gerne auf die 68´er schimpft) eine Psychologin zu Gast. Als das Gespräch auf das Thema kam, sagte er: "Ja, da gab es doch einen Herrn Summerhill." Gnadenhalber will ich den Namen des Moderators verschweigen...

Alexander Sutherland Neill (geb. 1883 in Schottland) hatte 1921 in England die Schule "Summerhill" gegründet, wo er sein revolutionäres Konzept einer Schule auf einer Basis von Vertrauen, Demokratie und Zwangsfreiheit verwirklichte.

Wenn dieses Experiment gelang, wie man sagt, dann lag es womöglich daran, dass es in England stattfand, aber die Gegebenheiten im Deutschland der 68´er Jahre waren wahrscheinlich doch zu andersartig, als dass es sich hier in ähnlicher Form hätte wiederholen lassen.

Eugen

Die Kinder tragen keine Schuld... wer dann?

Paul, Friday, 09.07.2004, 17:02 (vor 7882 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Strafsteuer für Kinderlose von Odin am 08. Juli 2004 17:40:15:

>

Ändern müssen sich nicht nur die Frauen in ihrem maßlosen Anspruchsdenken was sowohl ihre Versorgung als auch ihre Vorstellung vom "richtigen Mann" betrifft. Nein, es sind auch die Kinder selber die Ursache. Ich leugne gar nicht, das Kindeserziehung mühsam und vor allem sehr teuer ist. Nur ist dieses Problem hausgemacht, dank der antiautoritären Erziehung und der seit dem 70er Jahren herrschenden Meinungsdiktatur der Linken. Mit welchem Recht wollen Kinder teure Designerklamotten, die neuesten Mobiltelefone und spätestens mit 18 den Neuwagen vor der Tür! Ich kann mich nicht daran erinnern, es so gut gehabt zu haben. (Obwohl doch meine Generation (bin 38) doch die volle Ladung dieses Emanzenschwachsinns abbekommen hat. Ja, ich gebs ja zu: Ich hab diesen ganzen Mist auch mal geglaubt!)

Ist schon richtig, was Du schreibst, nur ist die antiautoritäre Erziehung mit Sicherheit keine Ursache für unsere teilweise doch sehr verwöhnten Kinder (soweit überhaupt jemals bedeutsame Mengen von Kinder antiautoritär erzogen worden sind, was ich nicht glaube). Allesfalls sind beides Wirkungen derselben Ursache: Des Fehlens von Männern und Vätern nach den Weltkriegen, nach der Männerentwertung und nach der momentan noch bestehenden Männer/Väterentsorgung.[/i]

Und m.E. habt ihr beide nicht recht. Schuld ist nicht "die Erziehung", sei sie nun antiautoritär oder nicht, und auch nicht die Männer-/Väterentsorgung. Das hiesse ja, das die materialistisch zentrierte Weltsicht der Kinder/Jugendlichen unmittelbar mit der Erziehung durch hauptsächlich weibliche Bezugspersonen zusammenhängt. Das kann ich nicht nachvollziehen. (Eine Erziehung nur durch weibliche Bezugspersonen hat sicherlich Nachteile, aber das hier behandelte Problem gehört wohl nicht dazu)

Der Grund liegt doch ganz wo anders: Die Kinder werden heute von klein auf den Einflüssen der Gehirnwäsche von Werbung und einem sozialen Beuwsstsein ausgesetzt, welches Profitdenken (und dessen sichtbarer "Materialisation" in Form von Statussymbolen) als höchstes aller Güter ansieht. Sind daran die Kinder schuld? Nein. Klar, die Kinder haben jetzt höchste Ansprüche, und dies kostet. Aber dazu kam es erst dadurch, weil ERWACHSENE diese Kinder als Wirtschaftsfaktor, der ausgebeutet werden kann, entdeckt haben! Kurioserweise wird dieses materialistische, profit- und statusorientierte Weltbild, welches genau dies ermöglichste und förderte, aber doch eher von konservativen Kreisen propagiert, genau jene, die sich nun über die Anspruchshaltung der Jugend mokieren. Die "Linken" sind eben nicht immer an allem schuld, auch wenn das einige gerne so sehen.

Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Lektüre von "Brave New World" / "Schöne neue Welt". Dort wird eine fiktive Zukunft beschrieben, in welcher die Konditionierung der Kinder zu möglichst effektiven Konsumenten schon im Kindergarten, im Roman "Neo-Pawlowsche Normungsanstalten" genannt, beginnt. Diese gibt es zwar heutzutage zwar nicht, es gehört allerdings nicht allzuviel Phantasie dazu, um dieselben Mechanismen (und die dahinterstehende Motivation der Produzenten) in den Werbespots des Kinderfernsehens und der von speziell bei Jugendlichen besonders beliebten Musiksender zu entdecken. Auch sonst ist der Roman empfehlenswert, diverse Parallelen zu aktuellen, realen Entwicklungen sind nicht zu übersehen.

Fazit: Wir dürfen uns nicht beschweren, wenn unsere Kinder konsumgeile Arschlöcher sind, weil WIR (oder jedenfalls eine bestimmte Gruppe von Erwachsenen*) sie dazu gemacht haben, um an ihnen zu verdienen!

Gruß,
Paul

*Hand aufs Herz: Wer glaubt hier im Ernst, daß die Bosse und Verantwortlichen der Werbeagenturen, der Spielzeughersteller, der Mobilfunkkonzerne, der Mode- und Sportartikelhersteller und aller anderen Unternehmen, die den Wirtschaftsfaktor Kind ausbeuten und dafür nach ihrem Gutdünken "formen" und erziehen, überwiegend "Linke" sind? Eben...

Re: Die Kinder tragen keine Schuld... wer dann?

Guildo, Saturday, 10.07.2004, 00:33 (vor 7882 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Die Kinder tragen keine Schuld... wer dann? von Paul am 09. Juli 2004 14:02:26:

"Der Grund liegt doch ganz wo anders: Die Kinder werden heute von klein auf den Einflüssen der Gehirnwäsche von Werbung und einem sozialen Beuwsstsein ausgesetzt, welches Profitdenken (und dessen sichtbarer "Materialisation" in Form von Statussymbolen) als höchstes aller Güter ansieht."

Es ist aber ein Ergebnis der Erziehung, ob die Kinder eine starke Persönlichkeit haben, die Kraft hat,solchen Versuchungen Widerstand entgeben zu setzen. Oder gelernt haben, ihre charakterlichen Defizite mit Konsumgütern kompensieren zu wollen. Das Vorbild der Eltern ist ebenfalls Bestandteil der Erziehung. Niemand zwingt zum Konsum, außer die eigene Schwäche!

"Hand aufs Herz: Wer glaubt hier im Ernst, daß die Bosse und Verantwortlichen der Werbeagenturen, der Spielzeughersteller, der Mobilfunkkonzerne, der Mode- und Sportartikelhersteller und aller anderen Unternehmen, die den Wirtschaftsfaktor Kind ausbeuten und dafür nach ihrem Gutdünken "formen" und erziehen, überwiegend "Linke" sind? Eben..."

In der Tat sind diese Personen nicht den "Linken" zuzurechnen. Aber die Kinder sind nicht deren wehrlose Opfer. Zwar wird versucht, die Kinder zu beeinflussen, in ihnen den Wunsch nach Konsum zu wecken. Aber ein wirklicher Zwang ist nicht da. Ein Zwang (eher eine Art Sachzwang) existiert nur beim Konsum von allen Lebensnotwendigen, zB. Grundnahrungsmittel, zweckdienliche Kleidung, etc.)

mit sozialistischen Gruß,

Guildo

Re: Die Kinder tragen keine Schuld... wer dann?

Manfred, Saturday, 10.07.2004, 01:18 (vor 7882 Tagen) @ Paul

Als Antwort auf: Die Kinder tragen keine Schuld... wer dann? von Paul am 09. Juli 2004 14:02:26:

*Hand aufs Herz: Wer glaubt hier im Ernst, daß die Bosse und Verantwortlichen der Werbeagenturen, der Spielzeughersteller, der Mobilfunkkonzerne, der Mode- und Sportartikelhersteller und aller anderen Unternehmen, die den Wirtschaftsfaktor Kind ausbeuten und dafür nach ihrem Gutdünken "formen" und erziehen, überwiegend "Linke" sind? Eben...<

*Schon deswegen nicht, weil die überwiegende Zahl der "Linken" nur solange Linke sein wollen, solange sie glauben, als logische Konsequenz dieser Weltanschauung vom Rest der Gesellschaft einen materiellen Ausgleich einfordern zu dürfen.
Sobald es aber gelingt, in die finanziellen Sphären derjenigen vorzudringen, die man vor kurzem noch als Klassenfeind verachtete, will man von den einstigen Idealen meist kaum noch was wissen.

Zum anderen: Ich halte es nicht für sinnvoll, Ausschau nach dem Alleinschuldigen zu halten. Den gibt es nicht!
Ich glaube auch nicht, dass es per se verwerflich ist, Kindern Luxus vorzuleben und auch angedeihen zu lassen (sofern möglich).
Das Versäumnis liegt meines Erachtens nach insbesondere darin, den Zusammenhang zwischen Luxus und Arbeitsleistung zu vermitteln.

Das Handy mag am Weihnachtsbaum hängen, gut! Aber die Kids sollten nicht glauben, dass es dort gewachsen ist.
Die Unsitte vom "Verschweigen der Arbeit" ist in Deutschland nicht ganz untypisch.
Nimm einen Deutschen und einen Amerikaner, die beide im Besitz (beispielsweise) einer 20m Yacht sind. Der Deutsche wird eher darauf stolz sein, mit wenig Mühe ihn diese gekostet hat. Der Amerikaner hingegen wird lieber darauf hinweisen, wie viel er dafür arbeiten mußte.
(Natürlich stark verallgemeinert und betont vereinfacht formuliert von mir)

Dennoch ist mir diese Tendenz schon mehrfach aufgefallen und ich meine, sie verdient es beachtet zu werden.

Gruß,
Manfred

Re: Strafsteuer für Kinderlose

Garfield, Monday, 12.07.2004, 15:30 (vor 7879 Tagen) @ Guildo

Als Antwort auf: Strafsteuer für Kinderlose von Guildo am 06. Juli 2004 22:07:47:

Hallo Guildo!

Diese höheren Beiträge für Kinderlose gedenkt man wohl damit zu rechtfertigen, daß Kinderlose im Alter oder nach einem schweren Unfall niemanden haben, auf den der Staat eventuell Pflegekosten abwälzen kann. Besonders trifft das dann diejenigen, die zwar selbst keine Kinder, aber z.B. mittellose und pflegebedürftige Eltern haben. Die dürfen dann für die Pflege der Eltern mitzahlen und haben die höheren Pflegeversicherungs-Beiträge noch obendrauf.

Je mehr den einfachen Beschäftigten durch Steuern und Abgaben vom Bruttolohn weggekürzt wird, umso mehr von ihnen werden schwarz arbeiten, um dieser finanziellen Ausplünderung zu entgehen. Und je mehr Schwarzarbeiter wir haben, umso eher wird unser Sozialsystem zusammen brechen. Dann wird es letztendlich also auch keine Pflegeversicherung mehr geben.

Freundliche Grüße
von Garfield

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