Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Odin, Tuesday, 06.07.2004, 16:53 (vor 7885 Tagen)
Fluchtburg geschlossen
Senatorin schließt Frauenhaus
Eines der sechs Hamburger Frauenhäuser soll zum Jahresende geschlossen
werden. Diese Entscheidung der Sozialbehörde gab der Paritätische
Wohlfahrtsverband gestern bekannt. Nach seinen Angaben erhofft die Behörde
sich durch diesen Schnitt Kosteneinsparungen von etwa 460.000 Euro. Zugleich
sei den anderen fünf Frauenhäusern mitgeteilt worden, sie müssten im Sach-
und Personaletat weitere 375.000 Euro einsparen. "Ein Riesenskandal",
urteilt der Verband. Alle Frauenhäuser mit zusammen 207 Plätzen seien
"ständig voll ausgelastet". Nun würden misshandelte Frauen "gezwungen, in
anderen Bundesländern Schutz zu suchen". In Hamburg bestehen sechs
"Fluchtburgen vor Männergewalt" an nicht öffentlich bekannten Standorten.
Das erste Frauenhaus, das nun geschlossen werden soll, wurde 1977
eingerichtet.
Die Sprecherin der Sozialbehörde, Anika Wichert, bestätigte den Beschluss.
Das Platzangebot sei dennoch im bundesweiten Vergleich weiterhin "sehr
üppig". Ab nächstem Jahr sollen zudem, so Wichert, abgelehnte
Asylbewerberinnen grundsätzlich nicht mehr in Frauenhäusern unterkommen
dürfen. Misshandelte weibliche Flüchtlinge sollen dann "in anderen
Einrichtungen" untergebracht werden.
Von einer "Schande" sprach gestern die SPD-Abgeordnete Doris Mandel. Der
Senat und Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) setzten ihre
"frauenfeindliche Politik fort, wenn Frauen und Opfern von Gewalt die
dringend benötigte Hilfe verweigert" würde. Die Regierung lasse "geschlagene
Frauen im Stich", kritisierte GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch. Nach
ihrer Schätzung würden künftig "400 akut von Gewalt bedrohte Frauen und
Kinder ohne Schutz" dastehen. smv
taz Hamburg Nr. 7358 vom 14.5.2004, Seite 21, 56 TAZ-Bericht smv
Das muß man nüchtern sehen
Mischa, Tuesday, 06.07.2004, 17:03 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Odin am 06. Juli 2004 13:53:15:
1 FH kostet 460.000 pa
6 FH also ca. 2.760.000
insgesamt 207 Plätze
also pro Platz und Jahr ca. 13.333,33 Euro
Pro Tag also 36,53 Euro , bei voller Auslastung
Wenn die Sozialämter statt dessen Hotelkosten übernehmen müssen, wird es teurer, oder was kostet ein Hotel in HH? Oder wäre es nicht billiger, die (echten!) Schäger aus der Wohnung zu weisen? Ich mein ja nur, immerhin zahlen die Männer ja sämtliche Steuern, also sollen sie auch mal mitreden, wie man sinnvoll mit Steuermitteln umgeht.
Mischa, geizig
Re: Das muß man nüchtern sehen
Manfred, Tuesday, 06.07.2004, 17:24 (vor 7885 Tagen) @ Mischa
Als Antwort auf: Das muß man nüchtern sehen von Mischa am 06. Juli 2004 14:03:50:
1 FH kostet 460.000 pa
6 FH also ca. 2.760.000
insgesamt 207 Plätze
also pro Platz und Jahr ca. 13.333,33 Euro
Pro Tag also 36,53 Euro , bei voller Auslastung
Wenn die Sozialämter statt dessen Hotelkosten übernehmen müssen, wird es teurer, oder was kostet ein Hotel in HH? Oder wäre es nicht billiger, die (echten!) Schäger aus der Wohnung zu weisen? Ich mein ja nur, immerhin zahlen die Männer ja sämtliche Steuern, also sollen sie auch mal mitreden, wie man sinnvoll mit Steuermitteln umgeht.
Mischa, geizig
Warum muß für eine abgelehnte Asylbewerberin ein Hotelzimmer aus öffentlicher Hand finanziert werden? Wir sollten erst mal versuchen auf solche Fragen rationale Antworten zu bekommen.
Gruß,
Manfred
Re: Das muß man nüchtern sehen
Mischa, Tuesday, 06.07.2004, 17:31 (vor 7885 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Manfred am 06. Juli 2004 14:24:14:
Hi,
Warum muß für eine abgelehnte Asylbewerberin ein Hotelzimmer aus öffentlicher Hand finanziert werden?
Also ich habe das so verstanden, daß die Frauenhäuser freie Kapazitäten für Asylbewerberinnen nutzen, das spart Geld. Die können ja schlecht am Bahnhof übernachten und Hotel muß ja wirklich nicht sein.
M
Re: Das muß man nüchtern sehen
Magnus, Tuesday, 06.07.2004, 18:07 (vor 7885 Tagen) @ Mischa
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Mischa am 06. Juli 2004 14:31:37:
Also ich habe das so verstanden, daß die Frauenhäuser freie Kapazitäten für Asylbewerberinnen nutzen, das spart Geld. Die können ja schlecht am Bahnhof übernachten und Hotel muß ja wirklich nicht sein.
Warum sollen abgelehnte Asylbewerberinnen irgendwo übernachten, wenn sie sich auf die Heimreise begeben sollen? Außerdem gibt es Asylantenheime für die übrigen Bewerber, oder nicht?
Magnus
Re: Das muß man nüchtern sehen
Peter, Tuesday, 06.07.2004, 18:26 (vor 7885 Tagen) @ Magnus
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Magnus am 06. Juli 2004 15:07:25:
Warum sollen abgelehnte Asylbewerberinnen irgendwo übernachten, wenn sie sich auf die Heimreise begeben sollen?
Weil sie manchmal aus Haertefallgruenden nicht abgeschoben werden koennen oder sollen.
Außerdem gibt es Asylantenheime für die übrigen Bewerber, oder nicht?
Sicher. Zum Vergleich muesste man die Kosten pro Platz dort kennen.
Gruss,
Peter
Re: Das muß man nüchtern sehen
Manfred, Tuesday, 06.07.2004, 20:17 (vor 7885 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Peter am 06. Juli 2004 15:26:15:
Weil sie manchmal aus Haertefallgruenden nicht abgeschoben werden koennen oder sollen.
Sind das die Fälle die bei Männern üblicherweise zu Abschiebehaft führen?
(Sarkasmusfreie Frage)
Gruß,
Manfred
Re: Das muß man nüchtern sehen
Peter, Tuesday, 06.07.2004, 21:28 (vor 7885 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Manfred am 06. Juli 2004 17:17:13:
Weil sie manchmal aus Haertefallgruenden nicht abgeschoben werden koennen oder sollen.
Sind das die Fälle die bei Männern üblicherweise zu Abschiebehaft führen?
(Sarkasmusfreie Frage)
Entschuldige, Norbert, ich weiß zuwenig vom Asylrecht und seiner Handhabung, um das beantworten zu koennen. Ich vermute, dass Abschiebehaft nur dann angewandt wird, wenn die Gefahr eines Untertauchens droht, um der Abschiebung auszuweichen.
Gruss,
Peter
Re: Korrektur
Peter, Tuesday, 06.07.2004, 21:30 (vor 7885 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Peter am 06. Juli 2004 18:28:35:
..., Norbert, ...
Ich meinte natuerlich Manfred, nicht Norbert, entschuldige bitte die Verwechselung.
Gruss,
Peter
ganz nüchtern
Norbert, Tuesday, 06.07.2004, 19:06 (vor 7885 Tagen) @ Mischa
Als Antwort auf: Re: Das muß man nüchtern sehen von Mischa am 06. Juli 2004 14:31:37:
Hi,
Warum muß für eine abgelehnte Asylbewerberin ein Hotelzimmer aus öffentlicher Hand finanziert werden?
Also ich habe das so verstanden, daß die Frauenhäuser freie Kapazitäten für Asylbewerberinnen nutzen, das spart Geld. Die können ja schlecht am Bahnhof übernachten und Hotel muß ja wirklich nicht sein.
M
Bislang leben diese abgelehnten Asylbewerberinnen auch nicht dort.
Und Asylwohnheime gibt es wohl noch immer genügend.
Diese freien, somit überflüssigen Kapazitäten werden nun abgebaut, das spart noch viel mehr Geld.
Somit können die Belegungszahlen dieser Frauenhäuser nicht mehr für Verzerrungen bzgl. Gewaltstatistiken mißbraucht werden.
Außerden dürfen sich dann einige Männerhasserinnen eine neue Arbeitsstelle suchen.
Mit ihren Qualitäten dürfte dieses doch für sie ein leichtes sein.
Gut, sehen wir's nüchtern
Achilles, Wednesday, 07.07.2004, 01:26 (vor 7884 Tagen) @ Mischa
Als Antwort auf: Das muß man nüchtern sehen von Mischa am 06. Juli 2004 14:03:50:
Nachdem vor nunmehr 2,5 Jahren unsere glorreiche rot-grüne Regierung das Gewaltschutzgesetz verabschiedet hat und zwar mit viel propagandistischem Tam-Tam ("der Täter muss gehen, die Geschlagene bleibt"), hat jede geschlagene Frau die Möglichkeit, ihren gewalttätigen Mann aus der gemeinsamen Wohnung weisen zu lassen. Da drängt sich doch die Frage auf, warum nicht schon längst sämtliche Frauenhäuser dicht gemacht worden sind. Weiss die altehrwürdige Hansestadt Hamburg etwa nicht wohin mit dem Geld? Oder bleiben diese nach Erlass des Gewaltschutzgesetzes überflüssig gewordenen Einrichtungen am Ende nur deswegen bestehen, damit eine Handvoll Berufsfeministinnen nicht arbeitslos wird?
Nun ja, man wird ja bescheiden und freut sich schon darüber, dass ja immerhin schon mal ein erster Schritt in die richtige Richtung gemacht worden ist - und bekanntlich beginnt ja auch die längste Reise mit nur einem einzigen Schritt.
Apropos erster Schritt, man höre & staune & freue sich: selbst im Hause Renate Schmidt scheint man (Verzeihung: frau) sich nicht länger der Erkenntnis zu verschließen, dass auch Männer Opfer häuslicher Gewalt sein können. Jedenfalls gibt's auf der HP des BMFSFJ Antragsformulare zum herunterladen, die für Männer als Opfer von von Frauen (!) ausgehender häuslicher Gewalt bestimmt sind. Näheres siehe http://www.bmfsfj.de/Kategorien/gesetze,did=4890.html
Achilles, ökonomisch
P.S. Folgendes sehr lesenswerte Interview gibt einigen Aufschluss, wozu Frauenhäuser von ein paar schlauen Frauen schon vor Jahren wirklich genutzt wurden und wahrscheinlich heute noch werden (entnommen aus: Matthias Matussek (Hg), Die vaterlose Gesellschaft, Briefe, Berichte, Essays, erschienen 1999 bei rororo)
Frage: Welche Aufgaben kamen auf Sie als Mitarbeiterin in einem Frauenhaus zu?
Antwort: Zunächst war das ehrenamtlich, nur der sogenannte Ämterscheiß: Schriftverkehr erledigen, die Leute zum Sozial- und Jugendamt begleiten. Nach drei Monaten wurde ich gefragt, ob ich nicht fest dort arbeiten wolle, und ich sagte ja. Ich stieg richtig in den Betrieb ein. Ich machte die Neuaufnahmen, führte Einzelgespräche mit den Frauen, machte Gruppenbetreuung, half beim Ausfüllen des Aufnahmefragebogens, also Name, Adresse, Schulbildung etc. Das ergab folgendes Bild: 80% Hauptschule, 80% ohne abgeschlossene Berufsausbildung, 70% Ausländerinnen (davon 90% Türkinnen). Die Hälfte war dort bereits über ein Jahr, eine Frau war bereits dreieinhalb Jahre dort. Den Frauen wurden ja auch kaum Wohnungen angeboten....Welcher Vermieter gibt schon einer Frau eine Wohnung, die von der Sozi lebt und einen Haufen Kinder mitbringt? Die meisten von denen hatten bis zu fünf Kinder.
F.: Was war der Grund für die Aufnahme im Frauenhaus?
A.: Ungefähr 90% gaben an, geschlagen worden zu sein.
F.: Bezog sich das auch auf die Kinder?
A.: Das wurde auch manchmal gesagt. Meist haben wir dann aber gesehen, dass gerade diese Frauen ihre Kinder selber geschlagen haben. Dagegen sind wir aber immer ganz schnell vorgegangen.
F:. Was gab es sonst noch für angegebene Gründe?
A.: Von Relevanz war nur noch, dass die Männer eine neue Partnerschaft hätten. Ansonsten bekamen wir in vielen Fällen in den Wochen nach der Aufnahme mit, dass die Familien hoffnungslos überschuldet waren.
F.: Wie erfuhren Sie davon?
A.: Nun, bei uns flatterten doch die ganzen Mahnungen und Mahnbescheide ein, es gab ja Nachsendeanträge über ein Postfach. Vielen wäre eh in den nächsten Tagen eine Räumungsklage zugegangen, weil sie die Miete nicht mehr zahlen konnten. In vielen Fällen waren es die Frauen selber, die zu der Überschuldung beigetragen hatten, meist durch Bestellungen bei Otto, Quelle und so, halt bei den ganzen Versandfirmen.
F.: War das auch ein Grund dafür, dass Frauen bei Ihnen vor der Tür standen?
A.: Doch, mit Sicherheit. Heute würde ich sogar sagen, es war der überwiegende Anteil, der unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu uns kam oder auch, seltener, weil sie selber guten Grund für den Streit gegeben hatten und der Reaktion aus dem Weg gehen wollten. Zum Beispiel, wenn sie ein Verhältnis mit einem anderen Mann begonnen hatten und das ungestört fortführen wollten. Zu Hause ging das ja nicht.
F.: Aber wenn eine Frau gekommen ist und hat gesagt. Ich wurde geschlagen, dann wurde das nicht weiter hinterfragt, ob es nicht vielleicht auch andere Gründe geben könnte?
A.: Nein, nein, überhaupt nicht. Es wurde gesagt, kommt sofort rein. Meist folgte dann auch unmittelbar ein Arztbesuch. Vergewaltigung oder gar sexueller Missbrauch waren eigentlich bis auf drei mir bekannte Fälle nie ein Thema.
(...)
F.: Gut, die Frauen waren nun da, alle Formalien erst mal erledigt. Was passierte dann?
A.: Erst mal haben wir uns darum gekümmert, dass die Frauen finanziell versorgt waren, also gemeinsam zum Sozialamt, da gab es Bargeld. Dann der gemeinsame Einkauf, damit was zu essen da war. Jede hat da ihr eigenes Fach im Kühlschrank gehabt. Wenn das gesichert war, wurden noch Einzelgespräche angeboten davon wurde aber kaum Gebrauch gemacht. Wir haben dann auch erklärt, was wir für Betreuungsangebote für Kinder haben.
Und dann ging auch schon der Alltag los: die Zimmer waren gerade halbwegs eingerichtet und schon haben sich manche feingemacht, gepudert, gespachtelt, geschminkt und ab auf die Rolle.
F.: Was kann man darunter verstehen?
A.: Nun, es warteten schon andere, neue Männer vor der Tür. Wenn wir Glück hatten, waren die Frauen zum Frühstück wieder da.
F.: Und die Kinder?
A.: Um die kümmerte sich der Nachtdienst. Der war eigentlich fürs Telefon da .- das war ja rund um die Uhr besetzt. Aber hauptsächlich kümmerte sich der Nachtdienst um die Kinder, wenn die Mütter nicht da waren. Da war zum Teil die Hölle los, die mussten sich um einen ganzen Stall vol Kinder kümmern.
Wenn die Mütter morgens noch nicht wieder da waren, mussten wir die Schulkinder wecken, damit die zur Schule kamen. Oft war dann auch nichts zu essen da. Da mussten wir dann an die Notkasse ran und erst mal Brötchen einkaufen für die Kinder.
F.: Welche Ausbildung hatten Sie und die anderen Mitarbeiterinnen?
A.: Ich selbst komme nicht aus dem sozialpädagogischen Bereich. Aber die anderen waren schon ausgebildete Pädagoginnen. Außerdem waren sie alle ausgebildet im Stockkampf für den fall, dass es mal Ärger gab. Kurzhaarfrisur und Springerstiefel waren vorherrschend.
F.: Mussten denn die Stockkampffähigkeiten öfter unter beweis gestellt werden?[/I]
A.: Das war die Ausnahme. Kamen uns Männer zu nahe, hatten wir ja unsere Trillerpfeifen, da waren dann gleich alle da, das genügte meist. (...)
F.: Was war denn das vorrangige Motiv, im Frauenhaus zu arbeiten?
A.: Frauen zu helfen Frauen helfen Frauen, halt auch das typische Helfersyndrom. Die meisten waren sehr aktiv in der Frauenbewegung. Und es war eben klar, dass Frauen in dieser Gesellschaft grundsätzlich Opfer sind.
Wenn ich mal gesagt habe, verdammt noch mal, die Weiber müssen auch mal ihren Hintern hochbekommen, dann wurde das grundsätzlich abgeblockt. Die haben doch so viel mitgemacht, siehst du denn nicht, dass die erst mal ihre Ruhe brauchen? Die sind geschlagen worden, die brauchen jetzt erst mal Zeit für Selbstverwirklichung. Manchmal konnte ich aber über das Chaos nicht mehr wegsehen. Die Küche, der Aufenthaltsraum waren ein Schlachtfeld, auch die Zimmer unaufgeräumt, überall lagen benutzte Pampers herum, der Gestank war teilweise bestialisch. Aber bei meinen Kolleginnen war nicht zu machen, ich sollte endlich ruhig sein, auch wenn es manchmal ein Horrorfilm war.
F.: Und das änderte sich auch dann nicht, wenn man sehen konnte, die Kinder gehen so ganz ohne Betreuung durch die Mutter langsam auf dem Zahnfleisch?[
A.: Nein, dann kam wieder die alte Leier: Du siehst doch, die Frauen können das im Moment nicht leisten. Außerdem waren wir dann ja für die Kinder da.
F.: Also Verantwortung für die Kinder war kein Thema? Die hätten dann doch auch zu Hause bleiben können...?
Ach, Verantwortung war kein Thema.
(...)
F.:10 Jahre später: Was ist Ihrer heutige Hauptkritik an der Arbeit der Frauenhäuser, an dem, was Sie damals erlebt haben?
A.: Es wurde überhaupt nicht auf die Männer gehört...Deren Belange und deren Version, die belange der ganzen Familie wurden überhaupt nicht berücksichtigt. Die Frauen konnten die Einrichtung gnadenlos ausnutzen und viele haben das auch getan. Überhaupt kann ich nur sagen: Notwendig ist ein Mindestmaß an staatlicher Kontrolle. Da fand damals ja gar nichts statt, und ich glaube, auch jetzt tut es das nicht.
Richtig zum Nachdenken bin ich gekommen, als ich vor zwei Jahren den Ludwig kennen gelernt habe, wir haben Freundschaft geschlossen. Der war damals in der ganz großen Krise, hatte zwei Söhne. Der war einer von diesen gewalttätigen Männern. Seine Frau war damals von einem anderen Mann schwanger, die lebten schon in zwei Wohnungen, aber im noch im selben Haus. Ludwig hat ihr damals tatsächlich auch zwei Ohrfeigen gegeben aber sie stand mit einem Riesenküchenmesser vor ihm und hat ihn bedroht. Und als ich dann später die damaligen Kontoauszüge gesehen habe, konnte ich die Ohrfeigen auch aus diesem Grund verstehen. Da habe ich mich an meine Frauenhauszeit erinnert und gedacht: Wie viele Frauen hast du bedauert, die dir gegenüber gesessen und ihre Geschichte zum besten gegeben haben. Und ich habe gedacht: Mein Gott, das hätte auch Ludwigs Frau sein können.
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Norbert, Tuesday, 06.07.2004, 19:33 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Odin am 06. Juli 2004 13:53:15:
Hi
So neu ist die Schliessung mangelhaft belegter Frauenhäuser auch gar nicht.
Nur die Begründungen sind immer mal wieder neu, bzw. weil wie hier offenbar Belegungen durch andere Personenkreise zur Auslastung herangezogen worden sind.
Aber immer noch lesenswert.
Leider geht der dort angegebene Link nicht mehr.
Der Artikel war sehr aufschlußreich.
Gruß
Norbert
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Leser, Tuesday, 06.07.2004, 23:10 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Odin am 06. Juli 2004 13:53:15:
Wenn die Frauen nunmal so dämlich sind und sich immer von von 99 friedlichen liebenswerten Männern genau den einen Saufkrawallbold der nur dumm rumqautscht zur Brust zu nehmen, brauchen Sie sich nicht wundern wenn sie mal eine aufs Maul bekommen. Wenn ich als Mann mir eine brutale Lotte aussuche kann ich ja auch nirgendwo heulend hinrennen. Da wird mir höchstens ein Vogel gezeigt.
meint
Leser
Fluchtburg geschlossen
Senatorin schließt Frauenhaus
Eines der sechs Hamburger Frauenhäuser soll zum Jahresende geschlossen
werden. Diese Entscheidung der Sozialbehörde gab der Paritätische
Wohlfahrtsverband gestern bekannt. Nach seinen Angaben erhofft die Behörde
sich durch diesen Schnitt Kosteneinsparungen von etwa 460.000 Euro. Zugleich
sei den anderen fünf Frauenhäusern mitgeteilt worden, sie müssten im Sach-
und Personaletat weitere 375.000 Euro einsparen. "Ein Riesenskandal",
urteilt der Verband. Alle Frauenhäuser mit zusammen 207 Plätzen seien
"ständig voll ausgelastet". Nun würden misshandelte Frauen "gezwungen, in
anderen Bundesländern Schutz zu suchen". In Hamburg bestehen sechs
"Fluchtburgen vor Männergewalt" an nicht öffentlich bekannten Standorten.
Das erste Frauenhaus, das nun geschlossen werden soll, wurde 1977
eingerichtet.
Die Sprecherin der Sozialbehörde, Anika Wichert, bestätigte den Beschluss.
Das Platzangebot sei dennoch im bundesweiten Vergleich weiterhin "sehr
üppig". Ab nächstem Jahr sollen zudem, so Wichert, abgelehnte
Asylbewerberinnen grundsätzlich nicht mehr in Frauenhäusern unterkommen
dürfen. Misshandelte weibliche Flüchtlinge sollen dann "in anderen
Einrichtungen" untergebracht werden.
Von einer "Schande" sprach gestern die SPD-Abgeordnete Doris Mandel. Der
Senat und Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) setzten ihre
"frauenfeindliche Politik fort, wenn Frauen und Opfern von Gewalt die
dringend benötigte Hilfe verweigert" würde. Die Regierung lasse "geschlagene
Frauen im Stich", kritisierte GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch. Nach
ihrer Schätzung würden künftig "400 akut von Gewalt bedrohte Frauen und
Kinder ohne Schutz" dastehen. smv
taz Hamburg Nr. 7358 vom 14.5.2004, Seite 21, 56 TAZ-Bericht smv
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Peter, Wednesday, 07.07.2004, 00:34 (vor 7885 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Leser am 06. Juli 2004 20:10:12:
Wenn die Frauen nunmal so dämlich sind und sich immer von von 99 friedlichen liebenswerten Männern genau den einen Saufkrawallbold der nur dumm rumqautscht zur Brust zu nehmen, brauchen Sie sich nicht wundern wenn sie mal eine aufs Maul bekommen.
Was soll das? Du glaubst doch nicht, dass man es Maennern (und Frauen) sicher ansehen kann, ob sie Jahre spaeter bei einem Streit Gewalt anwenden, oder? Deine Aussage spricht das Opfer schuldig statt des Taeters, und das ist falsch.
Wenn ich als Mann mir eine brutale Lotte aussuche kann ich ja auch nirgendwo heulend hinrennen. Da wird mir höchstens ein Vogel gezeigt.
Was hier im Forum schon mehrfach kritisiert wurde. Auch geschlagenene Maenner brauchen eine Anlaufstelle fuer ihre Probleme.
Gruss,
Peter
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Leser, Wednesday, 07.07.2004, 13:07 (vor 7884 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Peter am 06. Juli 2004 21:34:46:
Was soll das? Du glaubst doch nicht, dass man es Maennern (und Frauen) >sicher ansehen kann, ob sie Jahre spaeter bei einem Streit Gewalt >anwenden, oder? Deine Aussage spricht das Opfer schuldig statt des >Taeters, und das ist falsch.
Sicher gibt es auch die unscheinbaren Typen, denen man es nicht ansieht. Bei der Mehrheit der Männer ist das aber nicht so. Wenn ich mir einen brüllenden biersaufende Proleten zum Freund nehme, weil der ach so männlich ist und meine Minderwertigkeitskomplexe kompensiert brauche ich mich später nicht zu wundern.
Fakt ist: Frauen suchen sich besonders gerne Gewalttäter als Partner aus. Warum wohl bekommen Mörder und Totschläger in den JVAs Wäschekörbe voll Fanpost von Frauen.
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Odin, Wednesday, 07.07.2004, 14:36 (vor 7884 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Leser am 07. Juli 2004 10:07:56:
Sicher gibt es auch die unscheinbaren Typen, denen man es nicht ansieht. Bei der Mehrheit der Männer ist das aber nicht so. Wenn ich mir einen brüllenden biersaufende Proleten zum Freund nehme, weil der ach so männlich ist und meine Minderwertigkeitskomplexe kompensiert brauche ich mich später nicht zu wundern.
Fakt ist: Frauen suchen sich besonders gerne Gewalttäter als Partner aus. Warum wohl bekommen Mörder und Totschläger in den JVAs Wäschekörbe voll Fanpost von Frauen.
Ein interessanter Artikel dazu war in der letzten "Psychologie heute". Tatsächlich ist bei Gewalt in der Familie (egal ob vom Mann oder von der Frau ausgeübt) das "Störungsbild" immer bei beiden. Die Schlägerin muß dann die Böse sein, damit man das eigene Böse schön nach außen verlagern und so bekämpfen kann. Nach einer evtl. Scheidung wird dann auch gleich ein ähnlicher Partner gesucht ("Ich hab auch immer Pech mit meinen Partnern")
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Andreas, Wednesday, 07.07.2004, 14:53 (vor 7884 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Leser am 07. Juli 2004 10:07:56:
Fakt ist: Frauen suchen sich besonders gerne Gewalttäter als Partner aus. Warum wohl bekommen Mörder und Totschläger in den JVAs Wäschekörbe voll Fanpost von Frauen.
Dazu faellt mir auch eine Radiosendung ein, die ich mal vor einem Jahr bei SWR gehoert habe. Da ging es um das Thema "Lebenslaenglich". Besonders aufmerksam wurde ich, als ich die Biographie eines Straftaeters hoerte, der mehrere Frauen vergewaltigt und eine Frau umgebracht hat. Kaum war dieser Mann im Gefaengnis, da hat er ueber eine Kontaktanzeige gleich mehrere Frauen kennengelernt. Mit einer ist er mittlerweile "gluecklich" verheiratet. Offensichtlich sind solche Maenner besonders begehrt!
Der nette Mann von nebenan ist den Frauen wohl zu langweilig!
Gruss
Andreas
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Jörg, Wednesday, 07.07.2004, 15:33 (vor 7884 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Andreas am 07. Juli 2004 11:53:05:
Hallo Andreas,
Frauenmörder allein reicht nicht. Gefragt bei der Frauenwelt sind in
erster Linie die prominenten Frauenmörder.
Weitere, ähnlich gelagerte Absurditäten:
Der "Heidemörder" Thomas Holst (ein dreifacher Mörder, der laut
Hamburger Abendblatt nicht therapierbar ist) hat seine Psychologin
geheiratet, die sogar auch noch als Fluchthelferin fungierte.
Der RAF-Terrorist Andreas Baader hatte eine Zeit lang regelmäßig
Sex mit seiner Anwältin. Schließlich hat sie ein Kind von ihm
bekommen. Außenstehende wunderten sich immer über ihre
zerzausten Haare nach ihren Gefängnisbesuchen.
Fazit: Die schönsten Geschichten schreibt immer noch das Leben
selbst. 
Gruß, Jörg
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Peter, Wednesday, 07.07.2004, 17:27 (vor 7884 Tagen) @ Leser
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Leser am 07. Juli 2004 10:07:56:
Peter:
Du glaubst doch nicht, dass man es Maennern (und Frauen) sicher ansehen kann, ob sie Jahre spaeter bei einem Streit Gewalt anwenden, oder?
Leser:
Sicher gibt es auch die unscheinbaren Typen, denen man es nicht ansieht. Bei der Mehrheit der Männer ist das aber nicht so.
Kannst du Untersuchungen angeben, um das zu belegen? Solange du keine Zahlen vorweist, glaube ich nicht, dass die Mehrheit von Schlaegern so leicht durchschaubar ist.
Fakt ist: Frauen suchen sich besonders gerne Gewalttäter als Partner aus. Warum wohl bekommen Mörder und Totschläger in den JVAs Wäschekörbe voll Fanpost von Frauen.
Auch hier ziehst du einen Schluss von einer Gruppe von Bloedfrauen auf die Allgemeinheit der Frauen. Ich bin sicher, die grosse Mehrheit von Frauen hat noch nie einem Gewalttaeter einen schmachtenden Brief geschickt. Dagegen sehe ich es auch so, dass unter Frauen ein Helferkomplex durchaus verbreitet ist, bei dem sie mit ihrer Liebe einen Mann mit Problemen heilen wollen - was aber in meinen Augen genauso fuer wie gegen 'die Frauen' spricht: Zum Helfenwollen muss noch der Verstand kommen, der sieht, ob ein Helfenkoennen da ist.
Gruss,
Peter
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Leser, Wednesday, 07.07.2004, 18:19 (vor 7884 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Peter am 07. Juli 2004 14:27:47:
Kannst du Untersuchungen angeben, um das zu belegen?
Ich werde jetzt bestimmt nicht anfangen zu suchen. Wirf mir ruhig Unwissenschaftlichkeit vor. "Untersuchungen" beweisen ja schließlich auch, das "Männer weniger Gehirnwindungen" haben und Frauen "zu vernetztem Denken" fähig sind. In diesen Schwachsinn lass ich mich nicht reinziehen. Ich brauche ja auch keine statistische Untersuchung um zu wissen das am Tag die Sonne scheint und es nachts dunkel ist. Das ist
Erfahrungssache.
Solange du keine Zahlen vorweist, glaube ich nicht, dass die Mehrheit von >Schlaegern so leicht durchschaubar ist.
nein, die sind bestimmt alle lieb und nett und nur als Kind zu heiß gebadet worden.
Auch hier ziehst du einen Schluss von einer Gruppe von Bloedfrauen auf >die Allgemeinheit der Frauen.
Nö. Ich höre die Berichte . Erlebe sowas jahrzehntelang selbst in meinen Bekanntenkreis. Freunde Teilen meine Ansicht. und dann soll ich auf mich trotzdem auf diesen heuchlerischen pc-Standpunkt stellen: "jaja sowas gibt es aber die groooosse Mehrheit ist das nicht" . Nö, nicht mit mir.
Ich bin sicher, die grosse Mehrheit von Frauen hat noch nie einem >Gewalttaeter einen schmachtenden Brief geschickt.
Das sind eben Auswüchse. bei der Normalfrau wird es nicht so sichtbar. Die gibt sich mit einem zufrieden, der zwar die Hosen anhat, ihr sagt wo es langgeht , vielleicht notfalls mal die Hand ausrutschen lässt aber mehr nicht.
Dagegen sehe ich es auch so, dass unter Frauen ein Helferkomplex >durchaus verbreitet ist,..
Gähn- da brauche ich garnicht weiterlesen, chonischer Frauenverehrungskomplex, weit verbreitet unter Männern. Eben "das Glück der Sklaven".
Leser
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Andreas, Wednesday, 07.07.2004, 18:20 (vor 7884 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Peter am 07. Juli 2004 14:27:47:
Peter:
Du glaubst doch nicht, dass man es Maennern (und Frauen) sicher ansehen kann, ob sie Jahre spaeter bei einem Streit Gewalt anwenden, oder?
Leser:
Sicher gibt es auch die unscheinbaren Typen, denen man es nicht ansieht. Bei der Mehrheit der Männer ist das aber nicht so.
Kannst du Untersuchungen angeben, um das zu belegen? Solange du keine Zahlen vorweist, glaube ich nicht, dass die Mehrheit von Schlaegern so leicht durchschaubar ist.
Hallo Peter,
Ich glaube, das kommt darauf an. Auf der einen Seite kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass sich ein Mann, den man jahrzehntelang als braven, netten und hilfsbereiten Menschen kennt, ploetzlich von heute auf morgen zur frauenpruegelnden Bestie entwickelt.
Auf der anderen Seite ist es durchaus denkbar, dass einige Maenner diverse Rollenklischees (ein Mann muss stets stark sein, ein Mann muss alle Probleme selbst und ohne Hilfe loesen koennen) dermassen verinnerlicht hat, dass er einfach alles in sich hineinfrisst, bis sich eben im Laufe der Zeit ein entsprechendes Frustrations- und Aggressionspotential aufgebaut hat. Leider kenne ich hierzu keine Studie, da unsere feministische Regierung sich nicht um die Probleme der Maenner in diesem Land kuemmert.
Gruss
Andreas
Re: Gewaltausuebung - Streitretorik
Peter, Wednesday, 07.07.2004, 19:08 (vor 7884 Tagen) @ Andreas
Als Antwort auf: Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Andreas am 07. Juli 2004 15:20:18:
Auf der einen Seite kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass sich ein Mann, den man jahrzehntelang als braven, netten und hilfsbereiten Menschen kennt, ploetzlich von heute auf morgen zur frauenpruegelnden Bestie entwickelt.
Das sicher nicht. Sowas dauert. Andererseits werden die meisten Maenner und Frauen, die ihre Partner schlagen, nach aussen noch einen braven, netten und hilfsbereiten Menschen abgeben wollen und oft auch koennen.
Auf der anderen Seite ist es durchaus denkbar, dass einige Maenner diverse Rollenklischees (ein Mann muss stets stark sein, ein Mann muss alle Probleme selbst und ohne Hilfe loesen koennen) dermassen verinnerlicht hat, dass er einfach alles in sich hineinfrisst, bis sich eben im Laufe der Zeit ein entsprechendes Frustrations- und Aggressionspotential aufgebaut hat.
Da sehe ich als ein Hauptproblem, dass Alternativen zur Gewaltausuebung zuwenig gelehrt wurden, vielleicht gerade bei Maennern. Man muss sich behaupten koennen, auch gegen eine spitze Zunge, ohne im Laufe eines Streites zu glauben, zuschlagen zu muessen. Das muesste ein Anlass sein, Kurse in Streitretorik fuer Jungen anzubieten, selbst wenn man dafuer als Grund die dadurch verminderte Gewalt gegen Frauen angaebe. Aber sowas scheint voellig ausserhalb des Blickfelds der jetzigen Gleichstellungsbeauftragten zu liegen, die lieber noch einen Retorik-Kurs fuer Frauen organisieren.
Gruss,
Peter
Re: Gewaltausuebung - Streitretorik
Manfred, Wednesday, 07.07.2004, 19:25 (vor 7884 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Gewaltausuebung - Streitretorik von Peter am 07. Juli 2004 16:08:30:
Da sehe ich als ein Hauptproblem, dass Alternativen zur Gewaltausuebung zuwenig gelehrt wurden, vielleicht gerade bei Maennern...<
Gewalt ist oft Ausdruck für einen Mangel an besseren Methoden, wenn es das Ziel ist, eine Auseinandersetzung beizulegen. Das wird Männern nahegelegt.
Gewalt IST oft die bessere Methode, wenn es darum geht eine Auseinandersetzung für sich zu entscheiden. Das wird Frauen nahegelgt
In dieser Asymmetrie sehe ich das Hauptproblem (oder zumindest einen erheblichen Teil davon). Und darin ist der Staat trauriger Hauptakteur, der durch seine Gesetzgebung und seine teils verhetzerische Art, Männern viele Möglichkeiten genommen hat gelassen auf Hilfe von "höherer Stelle" zu hoffen.
Gruß,
Manfred
Man muss sich behaupten koennen, auch gegen eine spitze Zunge, ohne im Laufe eines Streites zu glauben, zuschlagen zu muessen. Das muesste ein Anlass sein, Kurse in Streitretorik fuer Jungen anzubieten, selbst wenn man dafuer als Grund die dadurch verminderte Gewalt gegen Frauen angaebe. Aber sowas scheint voellig ausserhalb des Blickfelds der jetzigen Gleichstellungsbeauftragten zu liegen, die lieber noch einen Retorik-Kurs fuer Frauen organisieren.
Gruss,
Peter
Re: Gewaltausuebung - Streitretorik
Andreas, Wednesday, 07.07.2004, 19:53 (vor 7884 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Gewaltausuebung - Streitretorik von Peter am 07. Juli 2004 16:08:30:
Da sehe ich als ein Hauptproblem, dass Alternativen zur Gewaltausuebung zuwenig gelehrt wurden, vielleicht gerade bei Maennern. Man muss sich behaupten koennen, auch gegen eine spitze Zunge, ohne im Laufe eines Streites zu glauben, zuschlagen zu muessen. Das muesste ein Anlass sein, Kurse in Streitretorik fuer Jungen anzubieten, selbst wenn man dafuer als Grund die dadurch verminderte Gewalt gegen Frauen angaebe.
Ich glaube nicht, dass mangelnde Dialogbereitschaft bei Maennern hier das Problem ist. Defizitaer ist vor allem das gesellschaftliche Wahrnehmungsvermoegen fuer die Probleme von Maennern, das vor allem durch die feministische Propaganda noch zusaetzlich getruebt wird. Faktisch sieht es doch heute noch vielfach so aus, dass Maenner in Krisensituationen einfach alleine gelassen werden. Maenner koennen sich ja heute noch nicht einmal mehr auf ihre Ehefrauen verlassen, weil diese nicht mehr belastbar sind. Frauen faseln nur solange etwas von Liebe wie eben regelmaessig Geld auf dem Konto erscheint. Wie ist es denn mit einem Finanzberater, der seiner Frau und seinen Kindern ein tolles Leben ermoeglicht - im Haus mit Pool, regelmaessiger Urlaub, Schnickschnack usw? Bei Aktiengeschaeften wird dieser Mann uebers Ohr gehauen. Schulden sind die Folge. Das Verfahren vor Gericht wird verschleppt, der Mann macht pleite. Kein Einzelfall. Von wem bekommt dieser Mann Hilfe? Von seiner Frau? Pustekuchen! Sobald die davon erfaehrt, rollen die Traenchen - dann gehts los mit "Aber was ist mit unserem Urlaub? Und das neue Bad?" Ratzfatz, vier Wochen spaeter schnappt sich die Frau die Kinder mit der Begruendung, sie muesse sich "selbst verwirklichen". Der Mann hockt da, hat sich ein Leben lang bucklig gearbeitet. Fuer was? Wo soll der Mann Hilfe suchen? Bald hockt einem noch das Jugendamt im Nacken - der Unterhalt muss schliesslich bezahlt werden. Es ist bezeichnend, wenn Scheidungen hauptsaechlich von Frauen ausgehen. Wieso auch nicht? Solange der Macker zahlt, ist alles in Ordnung. Aber sobald Probleme auftauchen, ist der Koffer schnell gepackt. Wieso den eigenen Ehemann bei Problemen unterstuetzen? Da draussen gibt es noch genug dumme Macker, die zahlen. Schnell, schnell - Kinder, kommt! Der Papa ist boese! Wir brauchen ihn nicht mehr! Es gibt jetzt einen neuen Papa! Der hat euch alle lieb!
Es wundert mich nicht, wenn immer mehr Maenner angesichts dieser Zustaende und aus Frustration zur Flasche greifen oder aggressiv werden.
Da gibt es dann Leute, die etwas tun moechten, indem sie ein Vaeterbuero aufbauen und was passiert? Die daemlich grinsende "Gleichstellungsbeauftragte" bei der Behoerde faselt etwas von "Kein Geld vorhanden", schliesslich muessen ja Selbstfindungskurse, Computerkurse und aehnlicher Bullshit fuer Frauen bezahlt werden. Ich greif mir da langsam an den Kopf!
Gruss
Andreas
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Altschneider, Wednesday, 07.07.2004, 00:22 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Odin am 06. Juli 2004 13:53:15:
Fluchtburg geschlossen
Senatorin schließt Frauenhaus
Eines der sechs Hamburger Frauenhäuser soll zum Jahresende geschlossen
werden. Diese Entscheidung der Sozialbehörde gab der Paritätische
Wohlfahrtsverband gestern bekannt. Nach seinen Angaben erhofft die Behörde
sich durch diesen Schnitt Kosteneinsparungen von etwa 460.000 Euro. Zugleich
sei den anderen fünf Frauenhäusern mitgeteilt worden, sie müssten im Sach-
und Personaletat weitere 375.000 Euro einsparen. "Ein Riesenskandal",
urteilt der Verband. Alle Frauenhäuser mit zusammen 207 Plätzen seien
"ständig voll ausgelastet". Nun würden misshandelte Frauen "gezwungen, in
anderen Bundesländern Schutz zu suchen". In Hamburg bestehen sechs
"Fluchtburgen vor Männergewalt" an nicht öffentlich bekannten Standorten.
Das erste Frauenhaus, das nun geschlossen werden soll, wurde 1977
eingerichtet.
Die Sprecherin der Sozialbehörde, Anika Wichert, bestätigte den Beschluss.
Das Platzangebot sei dennoch im bundesweiten Vergleich weiterhin "sehr
üppig". Ab nächstem Jahr sollen zudem, so Wichert, abgelehnte
Asylbewerberinnen grundsätzlich nicht mehr in Frauenhäusern unterkommen
dürfen. Misshandelte weibliche Flüchtlinge sollen dann "in anderen
Einrichtungen" untergebracht werden.
Von einer "Schande" sprach gestern die SPD-Abgeordnete Doris Mandel. Der
Senat und Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram (CDU) setzten ihre
"frauenfeindliche Politik fort, wenn Frauen und Opfern von Gewalt die
dringend benötigte Hilfe verweigert" würde. Die Regierung lasse "geschlagene
Frauen im Stich", kritisierte GAL-Fraktionschefin Christa Goetsch. Nach
ihrer Schätzung würden künftig "400 akut von Gewalt bedrohte Frauen und
Kinder ohne Schutz" dastehen. smv
taz Hamburg Nr. 7358 vom 14.5.2004, Seite 21, 56 TAZ-Bericht smv
Re: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz!
Altschneider, Wednesday, 07.07.2004, 00:25 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Schließung von Frauenhäusern - mit interessantem Nebensatz! von Odin am 06. Juli 2004 13:53:15:
Ab nächstem Jahr sollen zudem, so Wichert, abgelehnte
[quote]Asylbewerberinnen grundsätzlich nicht mehr in Frauenhäusern unterkommen
dürfen. Misshandelte weibliche Flüchtlinge sollen dann "in anderen
Einrichtungen" untergebracht werden.[/quote]
Hi, Odin, ist interessant, das offensichtlich Frau der Abschiebung entgehen konnten, wenn sie sich als Gewaltopfer ausgaben.
Hat schon seine Vorteile, Opfer zu sein.
Altschneider