Diskussion um Pflichtjahr
Odin, Tuesday, 06.07.2004, 00:41 (vor 7886 Tagen)
München (mm) - Die neuerliche Verkürzung des Zivildienstes auf neun Monate stößt bei den bayerischen Sozialverbänden auf Skepsis. Sie befürchten, daß teilweise Leistungen eingeschränkt werden müssten. Als Alternative wird ein Pflichtjahr für alle gefordert. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) lehnt diese Überlegungen allerdings ab. Dieses sei mit Kosten von acht Milliarden Euro im Jahr nicht zu finanzieren.
Re: Diskussion um Pflichtjahr
Manfred, Tuesday, 06.07.2004, 01:03 (vor 7886 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Diskussion um Pflichtjahr von Odin am 05. Juli 2004 21:41:08:
München (mm) - Die neuerliche Verkürzung des Zivildienstes auf neun Monate stößt bei den bayerischen Sozialverbänden auf Skepsis. Sie befürchten, daß teilweise Leistungen eingeschränkt werden müssten. Als Alternative wird ein Pflichtjahr für alle gefordert. Familienministerin Renate Schmidt (SPD) lehnt diese Überlegungen allerdings ab. Dieses sei mit Kosten von acht Milliarden Euro im Jahr nicht zu finanzieren.
Will sie damit sagen, dass Frauen nur Kosten verursachen, unabhängig davon wo sie eingesetzt werden? Männer leisten ja Zwangsdienste weil der parasitäre Rest der Gesellschaft dadurch Kosten spart.
Nein, das will sie nicht sagen! Nur, warum tut sie es dann? Hängt das mit der Gehirnoberfläche zusammen? Da bleib ich doch lieber beim Volumenvorteil!
Gruß,
Manfred
Re: Diskussion um Pflichtjahr
Odin, Tuesday, 06.07.2004, 02:01 (vor 7886 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Diskussion um Pflichtjahr von Manfred am 05. Juli 2004 22:03:08:
Will sie damit sagen, dass Frauen nur Kosten verursachen, unabhängig davon wo sie eingesetzt werden? Männer leisten ja Zwangsdienste weil der parasitäre Rest der Gesellschaft dadurch Kosten spart.
Ein allgemeiner Zwangsdienst dürfte dann weniger Ausnahmeregelungen bedeuten, sonst wäre er ja wieder ungerecht. Das heißt aber, daß sich die Kosten drastisch erhöhen. Im Moment wird ja nur ein kleiner Teil der Männer entweder zum Bund oder zum Zivildienst eingezogen - was natürlich auf Dauer nicht mehr zu halten ist.
Die ständige Kürzung der Dauer des Zivildienstes hat eben zur Folge, daß die Sozialdienste sich immer mehr darauf einstellen, ganz ohne Zivildienstleistende auszukommen. Ambulanzen und Pflegestellen sind jetzt schon ohne Zivildienstkräfte, weil die Ausbildung zu lange dauert und der Einsatz danach dann nicht mehr lohnt.
Letztendlich kann dann die allgemeine Wehrpflicht abgeschafft werden, ohne daß noch jemand aufschreit (oder nur einige wenige).
Dass dies kommt ist schon gar keine Frage mehr. Ich denke, daß noch nicht mal eine CDU-Regierung daran vorbeikommt.
Re: Diskussion um Pflichtjahr
Manfred, Tuesday, 06.07.2004, 02:14 (vor 7886 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Diskussion um Pflichtjahr von Odin am 05. Juli 2004 23:01:20:
Du hast es immer noch nicht aufgegeben an den Grünen und Roten ein gutes Haar zu finden! 
Ok, in diesem Zusammenhang hoffe ich gerne mit Dir. Mal sehen.
Gruß,
Manfred
:-) (n/t)
Odin, Tuesday, 06.07.2004, 02:24 (vor 7886 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Diskussion um Pflichtjahr von Manfred am 05. Juli 2004 23:14:15:
Re: Diskussion um Pflichtjahr
Magnus, Tuesday, 06.07.2004, 13:56 (vor 7885 Tagen) @ Manfred
Als Antwort auf: Re: Diskussion um Pflichtjahr von Manfred am 05. Juli 2004 23:14:15:
Du hast es immer noch nicht aufgegeben an den Grünen und Roten ein gutes Haar zu finden! 
Das wundert mich auch. Die SPD hat aber natürlich auch positive Seiten, und es wäre unfair, diese zu verschweigen. Der SPD scheint nämlich offenbar das zu gelingen, was die FDP nie geschafft hat: die erfolgreicher Umsetzung des Projekts "18".
Gruß,
Magnus
Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei
Ferdi, Tuesday, 06.07.2004, 17:35 (vor 7885 Tagen) @ Magnus
Als Antwort auf: Re: Diskussion um Pflichtjahr von Magnus am 06. Juli 2004 10:56:43:
Guten Tag zusammen!
Du hast es immer noch nicht aufgegeben an den Grünen und Roten ein gutes Haar zu finden! 
Das wundert mich auch. Die SPD hat aber natürlich auch positive Seiten, und es wäre unfair, diese zu verschweigen.
Gutes Haar hin, gutes Haar her. Die SPD hat nur noch positive Seiten für Frauen und für Industriemanager, die liebend gerne mehr oder weniger wackelige Arbeitsplätze in Deutschland belassen, wenn es ihnen ermöglicht wird, keinen Cent Steuern in dem Land zu zahlen, in dem sie ihre Produkte verkaufen wollen. Deutschland ist für diese globalisierten Companies eine Steueroase. Von einem Münchner Freund weiss ich, dass es in dieser Stadt Industriebetriebe gibt, die seit Jahrzehnten keinen Cent an Gewerbe- und sonstigen Steuern zahlen. Beispiel Vodafon (Mobiltelefonfirma), ging gerade durch die Presse. Denen haben der Autokanzler und die industriefreundliche SPD-Lobby ermöglicht, durch legalisierte "kreative" Buchführung jedwede Steuerzahlung auf Jahrzehnte hinaus zu vermeiden. Und was passiert, wenn diese Fristen abgelaufen sind? Dann verschwindet der Firmensitz flugs in irgendein Ausland, wo sie das weitermachen können. Das ist nur die Spitze des Eisberges. Ich bin davon überzeugt, dass es unter dem Mantel des Schweigens und Verschweigens noch eine ganze Latte Grossbetriebe gibt, die gut verdienen, aber nur geringe oder gar keine Steuern zahlen. Wenn es solchen Betrieben wirklich so schlecht ginge, wie sie in ihren steuerrelevanten Bilanzen angeben, dann könnten sie ihren Spitzenmanagern nicht so fürstliche Gehälter und wer weiss sonst noch was zahlen.
Gleichzeitig tönt die sozialdemokratische Partei aber von der Notwendigkeit des sozialen "Um"baus. Hierzu werden allen Leuten, die nicht in irgendwelchen Vorstandsetagen sitzen, sondern für wenig Geld viel arbeiten, allen Kranken, Behinderten, allen Rentnern, die 30, 40 Jahre lang treu in die Rentenversicherung eingezahlt haben, finanzielle Einbussen zugemutet, an denen sie schwer zu knabbern haben. Wohlgemerkt, währenddessen gehen Firmen wie Vodafone steuerfrei aus. Man kann das nicht oft genug wiederholen.
Damit muss jetzt Schluss sein! Das haben sich einige noch sozialdemokratisch denkende SPD-Mitglieder gedacht und haben die Gründung einer neuen, wirklich sozialdemokratischen Partei in die Wege geleitet. Hier kann nachgelesen werden, um was es geht. Am Sozialstaat muss was geändert werden, er muss umgebaut werden und die Finanzierung muss neu geregelt werden. Aber man möchte, dass diejenigen, die hierzulande sehr viel gutes Geld verdienen, hier auch entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit Entsprechendes beizutragen haben. Man möchte nicht, dass wieder mal nur diejenigen alles tragen müssen, die ohnehin nicht viel haben, während sich die Dickverdiener vor der Steuer arm rechnen. Hier könnte man auch Ideen reinbringen, wie die Situation der Männer insgesamt und der geschiedenen Unterhaltszahler im Besonderen verbessert werden könnte. Diese neue Gruppierung ist ein hoffnungsvoller Ansatz, aus dem Tal der Hoffnungslosigkeit endlich herauszukommen. Die Parteigründung wird rechtzeitig vor der nächsten Bundestagswahl stattfinden.
Vor dieser Entwicklung haben die neoliberalen Industrielobbyisten und Frauenanbeter um Kanzler Schröder sowie die ganze Regierungsclique schon jetzt eine Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser. Die wissen ganz genau, wenn eine neugegründete wirklich sozialdemokratische Partei, die das noch wirklich ernst und wörtlich nimmt, was in ihrem Namen steht, antritt, dann sind die bei der nächsten Bundestagswahl weg vom Fenster. Ich tippe darauf, dass diese neue Partei auf Anhieb einen höheren Stimmenanteil als die Grünen erhält. Das ist eine Partei, die von Leuten gewählt werden könnte, die sonst überhaupt nicht zur Wahl gehen würden. Nicht wählen ist keine Lösung und unterstützt ungewollt nur den etablierten Regierungssauhaufen. Dann ist es schon besser eine solche Partei zu wählen, zumal sie nicht den Geruch einer Partei wie Schill oder NPD hat, sondern echtes sozialdemokratisches Gedankengut vertritt. Schaut Euch das doch einfach mal an.
Freundliche Grüsse,
Ferdi
Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei
Magnus, Tuesday, 06.07.2004, 18:00 (vor 7885 Tagen) @ Ferdi
Als Antwort auf: Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei von Ferdi am 06. Juli 2004 14:35:20:
Guten Tag zusammen!
Du hast es immer noch nicht aufgegeben an den Grünen und Roten ein gutes Haar zu finden!
Das wundert mich auch. Die SPD hat aber natürlich auch positive Seiten, und es wäre unfair, diese zu verschweigen....
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Eigentlich sollte mein Posting mit Sarkasmus überschwemmt sein. Aber wenn du den entscheidenen Satz - nämlich für mich das Positive der SPD, die erfolgreiche Umsetzung des Projekts "18" - einfach so rausschneidest, dann geht alles zu nichte. Zur Erinnerung: Im Projekt "18" der FDP war es Ziel, 18% bei der Bundestagswahl zu erhalten.
Im übrigen: schon heute haben wir eine relativ gerechte Verteilung: 80% der Steuern werden - glaube ich - von 20% der Steuerzahler gedeckt. Haupsächlich übrigens vom Mittelstand. Wenigverdiener, Fließbandarbeiter oder andere zahlen - auch Prozentual - schon sehr wenig steuern, während einem Arzt z.B. fast 50% allein durch die Einkommenssteuer abgezwackt werden.
Die neu gegründete Links-partei, kann man genauso vergessen, wie die jetzige SPD. Die SPD hat einfach ein Identitätsproblem und ein Konflikt zwischen Vorgegaukeltem Ideal und den Notwendigen Schritten der Realität. Da sind die Grünen klüger: sie verkaufen ihre Ideal und behaupten, dass die Politik, die sie jetzt vertreten schon immer vertreten haben. Bei der CDU, CSU oder FDP weiß man wenigstens, was passiert, auch wenns nicht immer toll ist. Alle anderen sind Utopisten und Möchtegernweltverbessere, die in der Realität scheitern werden - nichts weiter.
Magnus
</div>
Ich schlage vor ...
Peter, Tuesday, 06.07.2004, 18:31 (vor 7885 Tagen) @ Magnus
Als Antwort auf: Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei von Magnus am 06. Juli 2004 15:00:16:
... die Diskussion um die richtige Wirtschafts- und Steuerpolitik in einem geeigneteren Forum zu fuehren. Hier geht es um die Benachteiligung von Maennern und darum, wie diese abzuschaffen ist. Dabei fuehrt ein anderes Thema, so unbesteitbar wichtig es auch ist, zu Streit und Ablenkung.
Gruss,
Peter
Applaus
Odin, Tuesday, 06.07.2004, 18:59 (vor 7885 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Ich schlage vor ... von Peter am 06. Juli 2004 15:31:01:
Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei
Paul, Tuesday, 06.07.2004, 18:27 (vor 7885 Tagen) @ Ferdi
Als Antwort auf: Re: Diskussion um neue sozialdemokratische Partei von Ferdi am 06. Juli 2004 14:35:20:
Deutschland ist für diese globalisierten Companies eine Steueroase. Von einem Münchner Freund weiss ich, dass es in dieser Stadt Industriebetriebe gibt, die seit Jahrzehnten keinen Cent an Gewerbe- und sonstigen Steuern zahlen.
Wie wahr! Meines Wissens zahlt übrigens kein einziges der im DAX enthaltenen Unternehmen in Deutschland auch nur einen Cent Gewerbesteuer. Hinzu kommt, daß die Steuerlast bei diesen Unternehmen aufgrund Möglichkeiten, die der "kleine" Unternehmer/Selbständige nicht so einfach nutzen kann, wie z.B. des "Re-Invoicing"* massiv gemindert werden kann. Kein Wunder, daß bei vielen Leuten da eine gewisse Wut hochkommt. Das öffentliche Bewusstsein konzentriert sich aber größtenteils - auch aufgrund der Demagogie einer BLÖD-Zeitung - eher auf die kleinsten der kleinen Fische, wie z.B. "Florida-Rolf", nicht jedoch auf die Abzocker im großen Stil.
Gruß Paul
*Re-Invoicing bezeichnet ein Verfahren, bei dem eine in einer Steueroase ansässige Firma Rechnung für an ein deutsches Unternehmen schreibt und den Gewinn des Unternehmens in Deutschland mindert. Die Rechnungen können dabei entweder für Leistungen, deren Zustandekommen schwer nachzuprüfen ist, geschrieben werden (Beratungstätigkeiten z.B.) oder es werden einfach Waren zuerst von der deutschen Firma an die Offshore-Firma verkauft und anschliessend für einen wesentlich höheren Betrag (natürlich alles nur auf dem Papier) zurückgekauft. Ein Teil des Gewinns kann somit vollkommen legal in die entsprechende Steueroase verschoben werden.
Nach Praktikum und Ausbildung, jetzt vor dem Studium erst was für Andere machen.
pit b., Tuesday, 06.07.2004, 14:34 (vor 7885 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Diskussion um Pflichtjahr von Odin am 05. Juli 2004 21:41:08:
Lieber ein Pflichtjahr für Alle als eine WEhrpflicht nur für Männer.
Ich würde liebend gerne die Gesichter der jungen Frauen sehen die nach ihrem Praktikum jetzt gerade ihre Berufsausbildung abgeschlossen haben und
sich ins Studium verpissen wollen, wenn sie jetzt plötzlich einen Brief im
Kasten vorfinden der sie zu 10 Monaten zwangsdienst verpflichtet.
Ich glaube einige würden bestimmt sogar anfangen zu heulen.