Dampfkesseltheorie ist überholt
Hallo alle miteinander,
die Dampfkesseltheorie, nach der männliche Sexualität etwas ist, das sich automatisch aufstaut und bei mangelnder Befriedigung irgendwann unkontrolliert explodiert, wird nunmehr ganz offiziell als überholt angesehen. Dies ergab sich aus einem Vortrag vom AJS über sexuellen MIßbrauch, den ich letzte Woche besucht habe und das ist insoweit doch vielleicht auch mal eine erfreuliche Nachricht für dieses Forum.
Bis vor 30 Jahren war diese Theorie wohl noch von der Mehrheit getragen. Das hatte im konkreten Fall den "Vorteil", daß es so gesehen wurde, daß der Mann ja nichts dafür konnte, es konnte also ggf. zu mildernden Umständen führen, wenn ihm seine Frau abhanden gekommen war und er dadurch nach damaliger Meinung "logischerweise" so unter Druck stand, daß er nicht anders konnte als sich an einem Kind zu vergreifen. *Schüttel*. Diese Theorie hatte aber eindeutig den Nachteil, daß sie Männern ganz grundsätzlich eine menschliche Form von Sexualität absprach und sich dies sicher auch in der öffentlichen Meinung widergespiegelt hat. Was die nachteilige Seite betrifft, ist sie ja auch heute noch z.T. Gedankengut in feministischen Kreisen.
Zumindest die Sexualforscher sehen das heute anders und es bleibt zu hoffen, daß auch das Meinungsbild der Bevölkerung sich entsprechend verwandelt.
Mir persönlich ist überhaupt nicht klar, wie diese Theorie entstehen konnte, denn die Erfahrung mit Männern ist die, daß ein klares Nein auch stets akzeptiert wird. Wie kann man denn nur auf die Idee kommen, die wenigen Ausnahmefälle zu verallgemeinern?
Es wurde in dem Vortrag und in den Unterlagen des AJS auch ausdrücklich auf die weibliche Täterschaft hingewiesen. "An eine Frau hätte ich nie gedacht" heißt der Titel eines empfohlenen Buches, der darauf hinweist, daß wir im Falle von sexuellem Mißbrauch doch häufig blind sind, was Frauen als Täter betrifft.
Was die Verteilung weiblicher zu männlicher Täterschaft betrifft, wird allerdings noch von einem Verhältnis von 15% weiblich zu 85% männlich ausgegangen. Da gibt es nach meinem Kenntnisstand mittlerweile Untersuchungen mit deutlich anderen Ergebnissen.
Viele Grüße
Rosi
Re: Dampfkesseltheorie ist überholt ... rechts oder links?
Als Antwort auf: Dampfkesseltheorie ist überholt von Rosi am 05. Juli 2004 18:57:54:
Die sogenannte Dampfkesseltheorie von der Sexualität hat viel Ähnlichkeit mit Venedig: Seit ihrem Bestehen geht sie unter! Oder anders: Sie überlebt offenbar nur durch ständige Widerlegungen. Schon vor 25 Jahren hat sie der Hamburger Sexualwissenschaftler Eberhard Schorsch "widerlegt" und so geht es wohl weiter. Aber wer könnte solch eine Theorie schon "offiziell" widerlegen? Doch höchstens der Papst oder Alice Schwarzer.
Die sogenannte Dampfkesseltheorie der Sexualität (natürlich der männlichen) ist ein Nebenprodukt der sogenannten Frauenbewegung. Kolportiert wird sie hauptsächlich von Feministinnen oder deren Adepten. Dabei ist sie weit eher eine Forderung als eine Theorie. Ihr erstes Gebot: Ihr sollt keine Dampfkessel sein! Mit der sogenannten Widerlegung der sogenannten Dampfkesselheorie soll den Männern vor allem ihre unartigen Angewohnheiten ausgeredet werden - in Bordelle zu schleichen, Pornos anzuschauen, mit "Gretchen Faust" fremd zu gehen usw.
Fein gesponnen, aber nicht fein genug! Da lachen wir höchstens recht herzlich...
Re: Dampfkesseltheorie ist überholt
Als Antwort auf: Dampfkesseltheorie ist überholt von Rosi am 05. Juli 2004 18:57:54:
Hallo alle miteinander,
die Dampfkesseltheorie, nach der männliche Sexualität etwas ist, das sich automatisch aufstaut und bei mangelnder Befriedigung irgendwann unkontrolliert explodiert, wird nunmehr ganz offiziell als überholt angesehen. Dies ergab sich aus einem Vortrag vom AJS über sexuellen MIßbrauch, den ich letzte Woche besucht habe und das ist insoweit doch vielleicht auch mal eine erfreuliche Nachricht für dieses Forum.
Bis vor 30 Jahren war diese Theorie wohl noch von der Mehrheit getragen. Das hatte im konkreten Fall den "Vorteil", daß es so gesehen wurde, daß der Mann ja nichts dafür konnte, es konnte also ggf. zu mildernden Umständen führen, wenn ihm seine Frau abhanden gekommen war und er dadurch nach damaliger Meinung "logischerweise" so unter Druck stand, daß er nicht anders konnte als sich an einem Kind zu vergreifen. *Schüttel*. Diese Theorie hatte aber eindeutig den Nachteil, daß sie Männern ganz grundsätzlich eine menschliche Form von Sexualität absprach und sich dies sicher auch in der öffentlichen Meinung widergespiegelt hat. Was die nachteilige Seite betrifft, ist sie ja auch heute noch z.T. Gedankengut in feministischen Kreisen.
Zumindest die Sexualforscher sehen das heute anders und es bleibt zu hoffen, daß auch das Meinungsbild der Bevölkerung sich entsprechend verwandelt.
Mir persönlich ist überhaupt nicht klar, wie diese Theorie entstehen konnte, denn die Erfahrung mit Männern ist die, daß ein klares Nein auch stets akzeptiert wird. Wie kann man denn nur auf die Idee kommen, die wenigen Ausnahmefälle zu verallgemeinern?
Es wurde in dem Vortrag und in den Unterlagen des AJS auch ausdrücklich auf die weibliche Täterschaft hingewiesen. "An eine Frau hätte ich nie gedacht" heißt der Titel eines empfohlenen Buches, der darauf hinweist, daß wir im Falle von sexuellem Mißbrauch doch häufig blind sind, was Frauen als Täter betrifft.
Was die Verteilung weiblicher zu männlicher Täterschaft betrifft, wird allerdings noch von einem Verhältnis von 15% weiblich zu 85% männlich ausgegangen. Da gibt es nach meinem Kenntnisstand mittlerweile Untersuchungen mit deutlich anderen Ergebnissen.
Viele Grüße
Rosi
So allmählich bewegt sich ja doch was. Man soll die Hoffnung eben nie aufgeben
)
Wie die Theorie entstanden ist? Nun, irgendwer muß ja den Schwarzen Peter haben, am besten derjenige, von dem am wenigsten Widerstand zu erwarten ist...
Grüsse
Marcel