Allein unter Frauen
Allein unter Frauen
Von Martina Janning
Von den einen als "Warmduscher" belächelt, von den anderen als starke Typen verklärt, die Zug in die Arbeit bringen und Tratsch verhindern: Männer, die in reinen Frauenteams arbeiten, werden mit vielen Vorurteilen bedacht. Wie aber sieht die Realität aus? Über Weicheier, Hähne, Körbe, Glucken und Gepflogenheiten ...
Frauenteams streben nach Perfektion
Ein Mann allein unter Frauen - das birgt viele Facetten. "Es gibt nicht diese testosterongeladenen Machtspielchen: Wer ist der Bessere, wer der Stärkere", sagt Redakteur Peter Kremer*, der mit drei Kolleginnen arbeitet. "Ich muss auch keine dreckigen Fingernägel sehen oder Schweißfüße riechen. Außerdem lerne ich, Frauen bei der Arbeit und damit insgesamt besser zu verstehen." Was ihn stört, ist ein größerer Perfektionismus als in Männerteams. "Kaum etwas, das nicht irgendwie geregelt ist. Männer lassen es eher mal laufen und können damit leben. Frauen können es auch mal laufen lassen, aber damit eher nicht leben."
Macker sind bei Frauen selten gefragt
Ein Mann kann eine Bereicherung sein, wenn er es schafft, zusätzliche Perspektiven in ein Frauenteam zu bringen. Gelingt ihm die Intergration jedoch nicht, ist Zoff vorprogrammiert - wie das Beispiel von Carlos Dominguez Reyes* zeigt, der das Köchinnenteam eines Restaurants verstärken sollte. Seine Mackergesten nervten die Kolleginnen. "Er behandelte uns wie dumme Hühner, hielt es zum Beispiel nicht für nötig, seinen Arbeitsplatz genauso gründlich aufzuräumen wie wir. Putzen war für ihn wohl Frauensache", erinnert sich eine Köchin. Irgendwann war der Spanier die ständigen Auseinandersetzungen leid und das Frauenteam wieder unter sich.
Frauen kommunizieren anders als Männer
Konflikte entstehen vor allem durch ungleiche Kommunikationsstile, hat der Mediator Tilman Metzger festgestellt. "Von Männern kenne ich den Vorwurf, dass unter Frauen zu viel 'gelabert' wird." Frauen haben ein größeres Redebedürfnis, weil sie mit Themen anders umgehen als Männer, weiß die Arbeitspsychologin Andrea Fritsch: "Frauen überdenken meist mehrere Möglichkeiten. Männer verfolgen eher einen Weg und schauen dabei nicht nach links oder rechts." Zudem kommunizierten Männer in unserer Kultur eher sachorientiert, bei Frauen trete häufig die Beziehungsebene in den Vordergrund. "Probleme gibt es, wenn jemand zu sehr auf eine Ebene fixiert ist", resümiert Metzger. Die Lösung liege im Zulassen von Vielfalt. "Sowohl die Sach- als auch die Beziehungsebene sind total wichtig. Zusammen bringen beide mehr Ideen und Handlungsspielräume." Die erste Maxime in der Zusammenarbeit von Frauen und Männern lautet daher: sich die unterschiedlichen Verständigungsstile bewusst machen. Das hilft, Gelassenheit zu bewahren. Tipp: Bei Besprechungen eine klare Tagesordnung aufstellen und bewusst Raum zur Diskussion einplanen. Ein Gesprächsleiter sollte darüber wachen, dass alle wichtigen Dinge zur Sprache kommen, Beiträge aber nicht ausufern.
Männer machen in Frauenteams rascher Karriere
"Ein Mann im Frauenteam ist meist Hahn im Korb", berichtet Metzger. "Redebeiträge von Männern werden zum Beispiel stärker wahrgenommen - auch von Frauen." Daraus lässt sich Kapital schlagen. So ergab eine schottische Studie über Sozialarbeiter, dass Männer gezielt diesen Frauenberuf wählten, weil sie schneller Karriere machen wollten. Soziologen sprechen von der "gläsernen Rolltreppe", die Männer in Frauenberufen wie automatisch in die Chefetage führt. Beispiel Grundschule: In Deutschland sind Lehrerkollegien inzwischen überwiegend weiblich mit einem Rektor an der Spitze. Doch Männer kommen nicht nur schneller nach oben, weil sie sich als Macher präsentieren. Frauen ebnen ihnen den Weg, indem sie vor Verantwortung zurückschrecken. Metzger erinnert sich an ein Beispiel aus dem sozialen Bereich, in dem sechs Frauen und ein Mann seit Jahren gleichberechtigt miteinander arbeiteten. Dann sollte eine Abteilungsleitung her. "Sofort wollten alle Frauen, dass der Mann diese Rolle übernimmt. Der aber weigerte sich." Den Job machte schließlich doch eine Frau.
Und wenn man im Lexikon unter "Klischeesammlung" nachschlägt..
Als Antwort auf: Allein unter Frauen von Andreas am 05. Juli 2004 10:25:13:
.. findet man sicher diesen Artikel.
Voll 68er ey. Frauenpower, vernetztes Denken ey, Make Loof not wor, haut die bullen platt wie stullen
Allein unter Frauen
Von Martina Janning
Von den einen als "Warmduscher" belächelt, von den anderen als starke Typen verklärt, die Zug in die Arbeit bringen und Tratsch verhindern: Männer, die in reinen Frauenteams arbeiten, werden mit vielen Vorurteilen bedacht. Wie aber sieht die Realität aus? Über Weicheier, Hähne, Körbe, Glucken und Gepflogenheiten ...
Frauenteams streben nach Perfektion
Ein Mann allein unter Frauen - das birgt viele Facetten. "Es gibt nicht diese testosterongeladenen Machtspielchen: Wer ist der Bessere, wer der Stärkere", sagt Redakteur Peter Kremer*, der mit drei Kolleginnen arbeitet. "Ich muss auch keine dreckigen Fingernägel sehen oder Schweißfüße riechen. Außerdem lerne ich, Frauen bei der Arbeit und damit insgesamt besser zu verstehen." Was ihn stört, ist ein größerer Perfektionismus als in Männerteams. "Kaum etwas, das nicht irgendwie geregelt ist. Männer lassen es eher mal laufen und können damit leben. Frauen können es auch mal laufen lassen, aber damit eher nicht leben."
Macker sind bei Frauen selten gefragt
Ein Mann kann eine Bereicherung sein, wenn er es schafft, zusätzliche Perspektiven in ein Frauenteam zu bringen. Gelingt ihm die Intergration jedoch nicht, ist Zoff vorprogrammiert - wie das Beispiel von Carlos Dominguez Reyes* zeigt, der das Köchinnenteam eines Restaurants verstärken sollte. Seine Mackergesten nervten die Kolleginnen. "Er behandelte uns wie dumme Hühner, hielt es zum Beispiel nicht für nötig, seinen Arbeitsplatz genauso gründlich aufzuräumen wie wir. Putzen war für ihn wohl Frauensache", erinnert sich eine Köchin. Irgendwann war der Spanier die ständigen Auseinandersetzungen leid und das Frauenteam wieder unter sich.
Frauen kommunizieren anders als Männer
Konflikte entstehen vor allem durch ungleiche Kommunikationsstile, hat der Mediator Tilman Metzger festgestellt. "Von Männern kenne ich den Vorwurf, dass unter Frauen zu viel 'gelabert' wird." Frauen haben ein größeres Redebedürfnis, weil sie mit Themen anders umgehen als Männer, weiß die Arbeitspsychologin Andrea Fritsch: "Frauen überdenken meist mehrere Möglichkeiten. Männer verfolgen eher einen Weg und schauen dabei nicht nach links oder rechts." Zudem kommunizierten Männer in unserer Kultur eher sachorientiert, bei Frauen trete häufig die Beziehungsebene in den Vordergrund. "Probleme gibt es, wenn jemand zu sehr auf eine Ebene fixiert ist", resümiert Metzger. Die Lösung liege im Zulassen von Vielfalt. "Sowohl die Sach- als auch die Beziehungsebene sind total wichtig. Zusammen bringen beide mehr Ideen und Handlungsspielräume." Die erste Maxime in der Zusammenarbeit von Frauen und Männern lautet daher: sich die unterschiedlichen Verständigungsstile bewusst machen. Das hilft, Gelassenheit zu bewahren. Tipp: Bei Besprechungen eine klare Tagesordnung aufstellen und bewusst Raum zur Diskussion einplanen. Ein Gesprächsleiter sollte darüber wachen, dass alle wichtigen Dinge zur Sprache kommen, Beiträge aber nicht ausufern.
Männer machen in Frauenteams rascher Karriere
"Ein Mann im Frauenteam ist meist Hahn im Korb", berichtet Metzger. "Redebeiträge von Männern werden zum Beispiel stärker wahrgenommen - auch von Frauen." Daraus lässt sich Kapital schlagen. So ergab eine schottische Studie über Sozialarbeiter, dass Männer gezielt diesen Frauenberuf wählten, weil sie schneller Karriere machen wollten. Soziologen sprechen von der "gläsernen Rolltreppe", die Männer in Frauenberufen wie automatisch in die Chefetage führt. Beispiel Grundschule: In Deutschland sind Lehrerkollegien inzwischen überwiegend weiblich mit einem Rektor an der Spitze. Doch Männer kommen nicht nur schneller nach oben, weil sie sich als Macher präsentieren. Frauen ebnen ihnen den Weg, indem sie vor Verantwortung zurückschrecken. Metzger erinnert sich an ein Beispiel aus dem sozialen Bereich, in dem sechs Frauen und ein Mann seit Jahren gleichberechtigt miteinander arbeiteten. Dann sollte eine Abteilungsleitung her. "Sofort wollten alle Frauen, dass der Mann diese Rolle übernimmt. Der aber weigerte sich." Den Job machte schließlich doch eine Frau.
Aha, ...
Als Antwort auf: Allein unter Frauen von Andreas am 05. Juli 2004 10:25:13:
Frauen ebnen ihnen den Weg, indem sie vor Verantwortung zurückschrecken. Metzger erinnert sich an ein Beispiel aus dem sozialen Bereich, in dem sechs Frauen und ein Mann seit Jahren gleichberechtigt miteinander arbeiteten. Dann sollte eine Abteilungsleitung her. "Sofort wollten alle Frauen, dass der Mann diese Rolle übernimmt. Der aber weigerte sich." Den Job machte schließlich doch eine Frau.
...wie war das noch mit den Frauen und der Verantwortung ?
Re: Allein - und Frauen
Als Antwort auf: Allein unter Frauen von Andreas am 05. Juli 2004 10:25:13:
Klasse, die Gute hat sicher noch nie allein unter Frauen gearbeitet. Das sieht dann doch ein bisschen anders aus. Ist nämlich nicht hilfreich, wenn die Kolleginnen merken, das jemand die Arbeit nicht nur zur Selbstverwirklichung betreibt, sondern davon leben muss.
Wenn man überhaupt solche Stellen bekommt: meist heißt es nämlich im Zeitalter von Gender-mainstreaming: ...müssen Ihnen leider absagen, da wir ein reines Frauenteam sind.
Gebeutelt
Altschneider