aus einer Frauennotruf Seite
"Sexualisierte Gewalt ist Bestandteil weiblicher Sozialisation und Alltagserfahrung und beeinflußt das Leben und Handeln aller Frauen und
Mädchen.
Wir begreifen sexuelle Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht nur als individuelles Problem, sondern als Ausdruck einer von Männern
dominierten Gesellschaft, die in der Diskriminierung von Frauen im Erwerbsleben (geringere Bezahlung, geringere Aufstiegschancen) ebenso
sichtbar wird, wie in ihrer Ausgrenzung aus gesellschaftlichen Machtpositionen oder in ihrer Darstellung als Sexualobjekt in Werbung und
Medien.
Im Gegensatz zur weit verbreiteten Vorstellung von sexueller Männergewalt als krankhafter, perverser Form von Sexualität bzw. als "Triebtat", verstehen wir sie als Akt männlicher Aggression und Dominanz, der sich sowohl gegen die ganze Persönlichkeit einer einzelnen Frau, eines einzelnen Mädchens als auch gegen das weibliche Geschlecht an sich richtet. Macht wird hier im besonders sensiblen Bereich der Sexualität ausgeübt.
Sexuelle Gewalt ist jedes sexualisierte oder sexistische Verhalten, das einer Frau /einem Mädchen gegen ihren Willen aufgezwungen wird und
das ihr Recht auf sexuelle Selbstbestimmung verletzt. Ausschlaggebend für die Bestimmung dessen, was sexuelle Gewalt ist, ist immer die subjektive Wahrnehmung und Bewertung durch die betroffene Frau / das betroffene Mädchen."
So ist das also: alle Frauen und Mädchen erleiden sexualisierte Gewalt als Alltagserfahrung. Was darunter fällt bestimmt sich aus der subjektiven Erfahrung der betroffenen.
Wenn man jetzt noch die Dunkelziffer dazurechnet...