Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Rote Männer Info Nr. 71

Odin, Tuesday, 29.06.2004, 14:43 (vor 7892 Tagen)

RoteMänner!
Erektophile und Erektophobe!
Erektometer vor allem!

Ein reiner Schrecken ist die Gerichtsbarkeit in Köln, die immer häufiger
den Eindruck vermittelt, dass ihre Rechtsprechung unter massivem
Einfluss des ortsüblichen Braugutes stattfindet. So ordnete das dort
angesiedelte Landgericht an, ein 81jähriger Mann müsse für einen
festgelegten Zeitraum zur Beobachtung ins Krankenhaus, um seine
"Erektionsfähigkeit" zu ermitteln. Dem alten Herrn waren gleich mehrere
Vergewaltigungen zur Last gelegt worden, die er vehement bestritt:
Wegen seiner langjährigen Diabetes sei er nicht mal zu einer Erektion
in der Lage. Nun ja, die juristisch bestallten Büttenredner wollten es
genauer wissen. "Ein Sachverständiger erläuterte, eine
Ultraschalluntersuchung in Verbindung mit einer Nachtschlafuntersuchung
sei grundsätzlich geeignet, die Frage der Erektionsfähigkeit zu klären.
Etwaige nächtliche Erektionen zeichne ein Erektometer mittels eines um
den Penis gelegten Bändchens auf." Das Bundesverfassungsgericht stellte
jetzt die Unzulässigkeit der angeordneten Maßnahme fest.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/499/33466/ Tataaa!
Tataaa! Tataaa! Klatschmarsch! Bei diesen rheinischen Urteilen soll
noch einer sagen, der Karneval hätte Nachwuchsprobleme. Eher schon
Erektionsprobleme. Aber geistiger Art!

Gegen Gewalt sein ist echt super! Das bringt beinahe soviel Applaus wie
die Bitte, am Tagungsort das Rauchen einzustellen. Ins Frenetische kann
man diesen Applaus steigern mit der Forderung, Gewalt doch bitte nur
gegenüber Frauen und Kindern zu unterlassen. Auf Männer einzuprügeln
ist dagegen deutlich weniger schlimm. Gut, das ist nicht gerade neu.
Aber die fantasievollen Darstellungsformen dieser bigotten Heuchelei
sind doch immer wieder ergreifend. Schon wieder Köln: Hier wurden die
Anregungen von 100 Jugendlichen gegen Gewalt an Frauen und Kindern
jetzt als Broschüre veröffentlicht. So eicht man schon Kinder auf die
frivole Erkenntnis, dass ganz gewöhnlicher Anstand gefälligst selektiv
einzusetzen ist. Das Irrste aber war dieser Satz: "Zwar wird das Thema
Gewalt an Schulen inzwischen viel diskutiert. Dagegen sei sexualisierte
Gewalt an Mädchen immer noch tabuisiert ." So als hätte man davon noch
nie was gehört! http://www.taz.de/pt/2004/06/21/a0006.nf/text

Die Lebenserwartung 65jähriger Männer steigt derzeit angeblich um 2,2
Monate jährlich. Also WENN ihr es erst mal geschafft gabt, ohne
Arbeitunfall, Suizid oder Drogentod so alt zu werden, dann geht's
rapide aufwärts: Kein Wunder also, dass schon die ersten hochbetagten
Vergewaltiger gezählt werden! Angeblich steigt diese differenzierte
Lebenserwartung derzeit auch schneller als die der Frauen, bei denen
sie nämlich nur um 2,1 Monate jährlich steigt.
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/592/33559/ Bis
65jährige beiderlei Geschlechts durchschnittlich gleich alt werden,
dürfte es aber noch ein Weilchen dauern, weil derzeit selbst unter
denen, die dieses Alter erreichen, die Frauen derzeit noch über vier
Jahre länger leben. Der ganze Fortschritt hat aber eine Kehrseite: Je
älter wir werden, umso häufiger werden Krankheiten wie Alzheimer und
Parkinson auftreten! Außerdem werden die Rentenversicherungen immer
teuerer.

"Arbeitslosigkeit und Abstieg dürften künftig vor allem Männer-Probleme
sein. (.) Der Beschäftigungsabbau trifft Männer stärker als Frauen,
weil letztere vor allem in zukunftsträchtigen Dienstleistungsberufen
arbeiten."
http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/615/33582/
Wie lange mag es dauern, bis jemand auf die Idee kommt,
Männerförderprogramme zu fordern? Nicht mal "betandwin.de" nimmt darauf
Tipps an.

In Kalifornien bietet eine private Organisation Workshops an für Frauen,
die Männer endlich VERSTEHEN wollen. http://www.understandmen.com/
Die Programme stehen unter dem Motto "Celebrating men, satisfying
women". Man könnte den Sinn bzw. das Erkenntnisziel vermutlich in dem
Satz finden "Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus."
Oder auch: Geht mit eueren Männern anständig um, dann kommt auch ihr
auf euere Kosten. Klappt wahrscheinlich nicht immer - bekanntlich auch
geschlechterreziprok nicht! Aber eigentlich kein schlechtes
Grundprinzip. Vorausgesetzt, man geht nicht davon aus, das die Qualität
eines Menschen geschlechtsbedingt ist! Im Programm befinden sich so
spannende Themen wie "Things women take personally that they
shouldn't!" - Dinge, die Frauen irrtümlicherweise persönlich nehmen.
Das würde auch uns als Männer rasend interessieren, aber da gerade wir
alle ziemlich gebrannte Kinder sind, neigen wir noch mehr zu der Frage,
was Frauen (jedenfalls in Beziehungen) eigentlich NICHT persönlich
nehmen?

Frank aus Dorsten mailte uns diese schöne Passage aus den
"Ruhrnachrichten" über Gender Mainstreaming im Freigehege: "Der
Nationalpark Eifel will im so genannten ,Gender Mainstreaming'
Vorreiter der 15 Nationalparks in Deutschland sein. In der alltäglichen
Arbeit sollen die unterschiedlichen Interessen und Blickwinkel von
Männern und Frauen berücksichtigt werden, teilte das Nationalforstamt
Eifel am Freitag in Gemünd mit. Wissenschaftliche Begleitung erfolge
durch das Institut für sozial-ökologische Forschung." Vermutlich soll
den borstigen Keilern als Erstes beigebracht werden, dass dieses
ständige Beharren darauf, die Bachen - so nennt man unterdrückte
weibliche Wildsäue - von hinten zu besteigen, zutiefst erniedrigend und
daher abzulehnen ist. Oder galt das jetzt vorderhand nur für die
Wildhüterinnen und Wildhüter? Und was tun die jetzt mit den Tieren?

Wir bitten um einen Moment der Ruhe, weil wir an dieser Stelle auch mal
was Ernstes zu Gehör bringen wollen. Die RotenMänner bitten euch um
euere Unterstützung für den nachfolgenden Aufruf der Männer- und
Jungenzentrale in Rosenheim "Gegen das Verbot anonymer
Vaterschaftstests" zur Zeichnung einer Petition:

Gegen ein Verbot anonymer Vaterschaftstests
Bundesjustizministerin Frau Zypries plant bis zum Jahr 2006 ein Gesetz,
welches anonyme Vaterschaftstests verbieten soll und nachfolgend auch
eine Initiative, die erreichen will, dass dieses Gesetz in der ganzen
europäischen Gemeinschaft übernommen wird. Väter, die sich ihrer
Vaterschaft unsicher sind, müssten dann um die Erlaubnis der
betreffenden Mutter zum Vaterschaftstest ersuchen. Das heißt, die
Person, der eine Falschaussage zur Vaterschaft (und "Fremdgehen")
unterstellt wird, müsste die Erlaubnis zu einem Test geben, der ihre
Falschaussage aufdeckt. Dagegen wendet sich diese Unterschriftenliste.
Der untenstehende Link führt euch zu dieser Unterschriftenliste. Bitte
verbreitet den Link weiter an alle eure Email-freunde, Foren, in denen
ihr sonst noch schreibt und evtl. Newsletter, die ihr kennt oder selber
betreibt.
Die E-mail-Adresse muß übrigens angegeben werden. Ich habe die
Einstellungen aber so vorgenommen, daß sie nicht öffentlich angezeigt
wird (es sei denn, ihr wünscht es so). Damit ist Spam verhindert.
Zur Unterschriftenliste:
http://www.petitiononline.com/majuze/petition.html

Wolfgang Wenger
http://www.majuze.de

Und jetzt geht's los:

1. Wenn Männer Untaten begehen - zumal wenn sie einer fotografiert hat -
ist die Sachlage eindeutig. Wenn Frauen bei Sauereien gefilmt werden,
ist der Kameramann schuld - findet Alice S., um ihre These vom
gefolterten Geschlecht zu retten.
2. Die niedersächsische Frauenministerin hat sieben Kinder, bedient sich
gelegentlich feministischer Textbausteine - und reduziert drastisch die
Zahl der Frauenbeauftragten. "taz"-Autor Jürgen Voges wittert Verrat
und findet, das alles passe fatal zusammen.
3. Mit der Erkenntnis, dass Männer "ebensowenig" Freizeit haben wie
Frauen, wagten sich zwei hartgesottene Kerle auf die Meinungsseite der
"taz". "Also regt euch nicht auf", ist ihre Message. "Ich will mich
aber aufregen", krakeelte umgehend und uninspiriert die Erstbeste.

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ALICE SCHWARZER BRINGT FRAUEN VORAN: VON "SPEZIALISTINNEN FÜR PSYCHISCHE
GEWALT" ZU SOLCHEN FÜR PHYSISCHE GEWALT

Eine bereits in sich sehr erstaunliche Frage stellt Alice Schwarzer in
der Überschrift ihres Editorials der neuen Ausgabe von "Emma": "Foltern
Frauen wie Männer?" Wir erinnern gerne daran, dass dieselbe Autorin
erst kürzlich an ebendieser Stelle mit der Erkenntnis aufwartete,
Frauen seien "das gefolterte Geschlecht". Erst vor wenigen Wochen
registrierten wir - zugegebenermaßen unzulässigerweise, aber doch ein
wenig amüsiert - dass die Folterbilder aus dem Irak diese Ansicht
einigermaßen desaströs dementierten. Belegten doch diese Bilder, dass
keineswegs nur Männer foltern, ebenso wie die Tatsache, dass die Opfer
jedenfalls in diesen Zeugnissen keine Frauen waren. Und was immer diese
Bilder nun belegen mögen, sie bestätigen alles andere als Schwarzers
Auffassung vom exklusiven weiblichen Opferstatus.

Dumm gelaufen, wird sich da auch Frau Schwarzer gedacht haben, und dass
die zeitliche Koinzidenz zu ihren Auslassungen nicht gar so unmittelbar
hätte sein müssen... Jedenfalls sieht sie sich jetzt nachhaltig
bemüßigt, ihre Aussagen aus der letzten Emma-Ausgabe zu "präzisieren"
und in der Sache hektisch und mit einer Vehemenz zurück zu rudern, die
schon denkwürdig ist:

"Nein, hier geht es nicht darum zu behaupten, die Soldatinnen seien
unschuldig und ,auch nur Opfer'. Und es geht schon gar nicht darum zu
behaupten, Frauen seien von Natur aus nicht zu Bösem fähig. Das Böse
ist schließlich keine Frage des biologischen Geschlechts, sondern eine
Frage der Macht. Das Böse passiert da, wo die einen mächtig und die
anderen ohnmächtig sind - und es den Mächtigen an der Fähigkeit zur
Empathie, zum Mitgefühl fehlt. Letzteres ist im Patriarchat, das wir
nun mal seit ein paar tausend Jahren objektiv haben, eher traditionell
der Part von Männern. Den Frauen wurde der Part von Menschlichkeit und
Mitgefühl zugewiesen, Macht und Gewalt waren lange tabu für sie (Darum
wurden sie zu Spezialistinnen der verdeckten, psychischen Gewalt)."

Äußerungen dieser Art lesen wir von Frau Schwarzer nun auch nicht zum
ersten Mal. Wir erinnern uns gut an ihren Satz, Frauen seien nicht die
besseren Menschen, sie hätten nur noch nicht soviele Gelegenheiten
gehabt, sich die Hände schmutzig zu machen. Allein: Die noch zwei
Monate früher geäußerte Auffassung widersprach dem so diametral, dass
man sich bei den Schwarzer'schen Äußerungen schon mal fragen darf: Was
gilt denn nun? Man möchte es sich ja doch auf der Zunge zergehen
lassen, wenn die Ikone des deutschen Feminismus das gefolterte
Geschlecht selbst, wenn auch nur in Klammern, zu "Spezialistinnen der
verdeckten, psychischen Gewalt" erhebt. Das hatte sie wohl vorher,
jedenfalls für ein Weilchen, sehr erfolgreich verdrängt, bevor es
Anlass gab, sich vorübergehend einer etwas differenzierteren Sicht der
Geschlechtergewalt zu befleißigen.

Natürlich ist auch Schwarzers neuerlicher Beitrag zum Thema voll mit
kleinen und großen Andeutungen über die instrumentalisierte Rolle der
Lynndie England und die "Bilder, die England nicht als Subjekt, sondern
als Objekt zeigen." Also doch Opfer, jedenfalls in erster Linie! Denn
Schwarzer ist eine schriftstellernde Triebtäterin, wie sich bereits in
etlichen ihrer Beiträge gezeigt hat: Am Anfang moderat und zu
Konzessionen an das Offensichtliche bereit, schreibt sie sich auch
diesmal wieder in Rage, bis sie sie dann doch wieder bei der
Bestätigung ihrer geliebten Feindbilder ankommt: "Es drängt sich immer
mehr der Eindruck auf, dass hier nicht nur die Gegner erniedrigt werden
sollten, sondern auch die Frauen in den eigenen Reihen. (...) Dass
solche Bilder außerdem westliche Frauen dem traditionellen Frauenhass
arabischer und islamistischer Männer noch stärker ausliefern, ist
vermutlich eine willkommene Nebenerscheinung."

Na bitte, die Kurve mal wieder gekriegt, unter Ausnutzung des
kollektiven Minderwertigkeitskomplexes der Emma-Konsumentinnen. Aber
sicher doch, das finden die "Jungs" bestimmt klasse, dass die
unschuldigen westlichen Frauen dem Hass "arabischer Männer" jetzt "noch
stärker" augeliefert sind. So ist es nun mal, dieses verkommene
Männerpack. Außer Joseph Darby, bei dem Alice Schwarzer nicht verstehen
kann, wieso er als Mann den ganzen Skandal öffentlich machte, der bei
ihr aber - quasi als Gegenmodell - dennoch zum Beleg für den bösartigen
Mainstream unter den Männern wird. (Wir hatten ihn in unserem
RoteMännerInfo 69 ebenfalls erwähnt und freuen uns besonders, dass Frau
Schwarzer uns offenbar rezipiert und diese Überlegungen mit auffälligen
stilistischen Ähnlichkeiten übernommen hat.)

Aber was ist nun mit den beteiligten Frauen? "Die eine, Gefreite Sabrina
Harman, hat einen Vater, der in der Pathologie arbeitet und seinen
Kindern am Feierabend Fotos von zerstückelten Leichen zu zeigen
pflegte." Im Ernst! Die Andere ist "im vierten Monat schwanger und will
nach dem Prozess, der sie zusammen mit sechs weiteren erwartet, nach
Hause gehen und sich ,auf mein Baby freuen'. Dass der Vater Sadist
Graner ist, scheint sie nicht zu stören." Zumal sie selbst bekanntlich
nur die nette Foltererin von nebenan ist! Frau England diskreditiert
sich bei Schwarzer nicht etwa durch die Bereitwilligkeit, mit der sie
für die Folterbilder posierte und an Misshandlungen teilnahm, sondern
vielmehr dadurch, dass sie sich auf ihr Kind freut! Was für eine
lesbo-teutonische Krampfemanze vermutlich die fieseste Form der
Unterwerfung unter die patriarchalische Reproduktionsform der
menschlichen Gattung ist!

Was aber die Aufnahmen angeht, so war es war nur der Anpassungsdruck "in
dem männlichsten aller Männerbünde", dem diese Frauen ZUM OPFER
GEFALLEN sind. Für junge Rekruten männlichen Geschlechts trifft dies
selbstverständlich als Entschuldigung nicht zu, sind diese eben doch
aufgrund ihrer Art und ihres Geschlechts von vorneherein und genetisch
böse! "Jungs" werden daher wohl kaum unschuldig geboren. Die Mädels
dagegen sind es bis zu ihrem Tod.

"Doch wer sich im Jahr 2004 Sorgen macht um die ,Unweiblichkeit' der
Frauen, die an solchen Kriegen beteiligt sind, kann beruhigt werden:
Noch sind diese Frauen Lichtjahre entfernt von einer wirklichen
Gleichberechtigung und damit Gleichheit in der Armee. Nur der Starke
kann zum triumphalen Täter werden, die Frauen aber sind noch schwach."
Noch! Man fragt sich, was es demnach ist, was Feministinnen wie Alice
Schwarzer tatsächlich anstreben: Dass sie, irgendwann gleichberechtigt,
genauso "triumphale" Täterinnen werden? Damit sie - endlich, endlich -
den Fortschritt vom Spezialistentum in Sachen verdeckter, psychischer
Gewalt zu dem für unverhohlene physische Gewalt erzielen? Welch' eine
Zielsetzung für den Feminismus! Und was für Aussichten!
http://www.emma.de/04_4_editorial.html

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MÄNNLICHE SELBSTGEISSELUNGEN:
WIE DER TAZ-SCHREIBERLING VOGES SEINE FRAUENMINISTERIN "ENTLARVTE"

Jürgen Voges, "taz"-Korrespondent in der niedersächsischen Provinz,
schien empört. Musste er als "taz"-Autor wohl auch sein, wo doch die
Hannoveraner Frauenministerin nicht nur die Mittel für Frauenhäuser
kürzt, sondern auch die Regelungen, nach denen Frauenbeauftragte zu
bestallen sind, so verändern will, dass demnächst von ehedem 137 nur
noch 55 davon im ganzen Land übrig bleiben werden. Die RotenMänner
finden zwar, dass dies angesichts der dadurch gebundenen Mittel immer
noch ganz schön viele sind. Aber wir verstehen auch, dass Herr Voges
wegen der Leserinnenschaft der "taz" eine gewisse Rücksicht obwalten
lässt. Also unterm Strich seine Erkenntnis: Alles ganz schlimm!

Was aber schon eine gewisse feministoide Hinterfotzigkeit voraussetzt,
ist die Art und Weise, wie er der Ministerin von der Leyden vorwirft,
sich einerseits den Frauen anzudienen und ihnen andererseits bei derart
wichtigen Projekten das Wasser abzudrehen. Das hört sich dann so an:
"In der Amtsbezeichnung der CDU-Politikerin Ursula von der Leyen stehen
die Frauen zwar nur zweiter Stelle. Dennoch hat sich die
niedersächsische ,Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und
Gesundheit' in der Öffentlichkeit stets auch als Interessenvertreterin
ihrer Geschlechtsgenossinnen präsentiert. Da eröffnete die 35-Jährige,
die selbst sieben Kinder hat, etwa im eigenen Ministerium ein
,Eltern-Kind-Büro'. Es ist mit PC-Arbeitsplätzen und mit
altersgerechtem Spielzeug ausgestattet und soll auch dann noch den Weg
zur Arbeit ermöglichen, ,wenn die Tagesmutter kurzfristig absagt'. Und
vor dem niedersächsischen Landtag beklagte sie durchaus schon mal die
Nachteile von Frauen im Berufsleben, ihre schlechtere Bezahlung und
kritisierte ,männlich dominierte Strukturen', an denen sich nicht
wirklich etwas geändert hätte."
http://www.taz.de/pt/2004/06/23/a0133.nf/text

Hier beklagt also einer jener von uns über die Maßen geschätzten
Anhänger männlicher Selbstgeißelung, dass die Frauen im Namen des
Ministeriums "nur" an zweiter Stelle stehen. Ob sie zu Recht VOR den
Familien (!) und der Gesundheit (!) stehen, und ob dies tatsächlich
eine Wertung darstellt, und wo eigentlich die Männer stehen, ist dem
sich emotional anbiedernden Dampfplauderer Voges sowieso egal.
Hauptsache, er hat bei seinen begeisterten Leserinnen gepunktet! Und
sei es mit dem größten geistigen Dünnschiss. Danach soll offenbar die
Familienfreundlichkeit der CDU-Ministerin gegen ihre - demnach zu
gering ausgeprägte - Frauenbewegtheit ausgespielt werden. Voges
reflektiert hier die besonders im radikalen Lesben-Feminismus
verbreitete Aversion gegen alles, was mit bürgerlichen Familienmustern
zu tun hat. Dass Frau von der Leyen selbst sieben Kinder hat und sich
womöglich gerne in dieser Rolle inszeniert, deutet er süffisant am
Rande an: Hat die Frau denn kein Schamgefühl? Es gab - auch schon vor
der Revolution durch die Geburtenkontrolle - Zeiten, da durfte man
solche Familien noch unter der Hand als "asozial" und Frauen wie von
der Leyen als "Gebährmaschinen" bezeichnen. Das freilich verbietet
Herrn Voges über seine Andeutungen hinaus die politische Korrektheit.
Man muss zumindest so tun, als wenn man tolerant wäre, gell?

Kann sein, dass Herr Voges bei der "taz" gerade hospitiert und seine
ersten journalistischen Gehversuche unternimmt. Da sollte man
vielleicht nicht gar so streng sein. Aber die glucksende Überzeugtheit,
mit unkritischer Doofheit bei einer sehr einschlägigen Leserschaft am
Ende trotzdem Beifall zu ernten, sollte man auch solchen Volontären
rechtzeitig austreiben. Für solch heimtückische Insinuierungen reicht
es schon gar nicht, dass Frau von der Leyen nun mal der CDU angehört!
Auch wenn die "taz" in der Union eher nicht rezipiert wird.

Auf den interessanten Beitrag, wie die Ministerin es schafft, ihren
aufwändigen Job mit ihren sieben Kindern zu vereinbaren, warten wir
weiterhin möglichweise vergeblich. Es könnte sich dabei ja
herausstellen, dass Erkenntnisse über die Vereinbarkeit mancher Dinge
zutage träten, die einer Reihe von Feministinnen eher unwillkommen
wären.

Warum dieser Beitrag übrigens unter der Überschrift "Mehr Gewalt, aber
weniger Hilfe" veröffentlicht wurde, erschloss uns der Text an keiner
Stelle. Wahrscheinlich lag dem mal wieder die grundsätzlich und immer
richtige Ansicht zugrunde, dass Gewalt - zumal die gegen Frauen -
bereits "per definitionem" ständig im Wachsen begriffen sein muss, um
dem feministischen Katastrophismus Nahrung zu geben. Nur Vorsicht: Wenn
dies so weiter geht, gibt es bald mehr Gewalttäter als Männer! Was
dann?

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MÄNNER BEUTEN FRAUEN NICHT AUS!
EINE WAHNWITZIGE BEHAUPTUNG GEGEN GESUNDEN MENSCHENVERSTAND

Die Männer sind besser als ihr Ruf! Das schreibt nicht "Penthouse" und
auch nicht der "kicker", nein auch dies lasen wir in der "taz". Nachdem
Claudia Pinl vor einigen Monaten einen wirklich unglaublich dummen
Artikel des Inhalts geschrieben hatte, dass die Männer quasi nur durch
die Arbeit der Frauen existierten - und damit jedenfalls die
bedauerliche Faktenlage bei der familiären Einkommensbeschaffung
einigermaßen komplett auf den Kopf stellte - machten Peter Döge und
Reiner Volz jetzt klar: "Der Durchschnittsmann fällt nicht vor
Erwerbsarbeit um und die Durchschnittsfrau nicht vor Hausarbeit. Frauen
und Männer verbringen fast gleich viel Zeit damit, sich zu
regenerieren: Fast die Hälfte des Tages verwenden beide Geschlechter
auf Schlafen, Essen und auf die Selbstpflege."

Es sei keineswegs so, "dass ein Geschlecht dabei mit
überdurchschnittlich viel Freizeit herauskommt. Die Daten bestätigen,
dass Männer, insbesondere im Alter zwischen 25 und 45 Jahren, deutlich
mehr Zeit im Beruf verbringen als Frauen. Ein Fünftel ihres Tages ist
mit Erwerbsarbeit gefüllt. Aber: Ihr Anteil an der Haus- und
Familienarbeit nimmt nicht im selben Verhältnis ab. Er bleibt, gleich
wie sehr sie beruflich eingespannt sind, bei einem Zehntel ihres
Tageszeitbudgets stehen."

Angesichts des verbreiteten Gejammers über die nichtsnutzigen
Mannsbilder, die nichts außer Geld nach Hause bringen, eine fast
revolutionäre Einsicht! Die feministischen Ausbeutungsfantasien einer
Claudia Pinl werden tatsächlich mächtig zurecht gestutzt: "Das
männliche Engagement im Haushalt nimmt zunächst sogar sprunghaft zu,
wenn sie Väter werden und wenn die Kinder unter drei Jahre alt sind.
Leben mehr als drei Kinder mit ihnen zusammen, vergrößern sie
allerdings auch ihren Zeiteinsatz in der Erwerbsarbeit - und arbeiten
im Beruf fast viermal so viel wie Frauen."

Da schweifen wir ab in unseren Gedanken und stellen uns vor, wie uns die
besonders lieblosen unter den Gefährtinnen unseres tristen Daseins
anwachtmeistern würden, wenn diese Verhältnisse tatsächlich umgekehrt
wären! Als sesselfurzende Rezeptkartenmischer müßten wir uns womöglich
beschimpfen lassen, würden wir nicht mehr leisten als den ganzen Tag
über das Haus mit drei Kindern zu hüten, als Bügelbrettfaschisten,
Putzfeudelhysteriker und Kinderzimmerinfanteristen, jawohl! Und was wir
uns überhaupt einbilden würden, von IHREM sauer verdienten Geld zu
leben! Wenn man sich dagegen ansieht, wie geduldig viele Männer noch
das Genöhle derer ertragen, die von ihrem Geld leben und ihnen
fortwährend berichten, dass die Hausarbeit ganz furchtbar sei und wie
gut sie's doch beim Tiefbau haben, wundert das einen schon.

Döge und Volz plädieren angesichts ihrer empirischen Befunde für eine
"differenzierte Wahrnehmung des männlichen Beitrags zur Bewältigung des
gemeinsamen Alltags von Männern und Frauen", die endlich auch in der
Geschlechterpolitik ihren Niederschlag finden sollte. "Sie sollte sich
nicht in Forderungen nach mehr Engagement von Männern in der Haus- und
Familienarbeit erschöpfen, sondern konkrete Rahmenbedingungen
herstellen, die die bereits vorhandene Familienorientierung von Männern
unterstützt und stärkt." Das ist natürlich eine diplomatischere Sprache
als die der RotenMänner, versteht sich. In Klartext übersetzt heißt es
einfach: Hört auf mit euerem unterirdischen Gejammer, ihr Tränentiere,
und seht zu, dass ihr den Männern was von ihrer Plackerei abnehmt; dann
wird sich schon herausstellen, ob ihr Tussies dazu bereit und in der
Lage seid, und den Männern euererseits Teile der Familienarbeit
überhaupt abtreten WOLLT!

Die "Tendenz zur traditionellen Arbeitsteilung ist selbstverständlich
nicht schönzureden", finden die beiden Autoren. Aber wer maßgeblich für
diese Tendenz verantwortlich ist und wer am meisten von ihr profitiert,
ist jedenfalls nach diesem Beitrag sehr viel weniger eindeutig.
http://www.taz.de/pt/2004/06/17/a0179.nf/text

Aber natürlich trat nur wenige Tage später eine krawallige Tusnelda aus
der Kulisse, in diesem Fall aus der Justus-Beliebig-Uni im lauschigen
Gießen, die ebendort "Familien- und Haushaltswissenschaften" doziert,
und wußte gänzlich Anderes zu berichten, um unsere heldenhaften
Aufklärer zu widerlegen, so wie diesen schönen Satz, der nur über den
Schlafstätten der Gerechten einen angemessenen Platz fände: "Der
faktische oder innere Rückzug von Vätern aus der Familie erklärt
vielmehr zu einem großen Teil, warum im Übergang zur Elternschaft die
Kurven von Zärtlichkeit und Sexualität steil nach unten weisen,
Streitverhalten zunimmt und viele der Beziehungen nach fünf Jahren auf
dem Tiefpunkt angelangt sind." Mit anderen Worten: Das Nachlassen
familiärer Harmonie erklärt sich plausibel nur durch die Bosheit der
Väter! Blühe, deutsches Vaterland, damit auch fürderhin solche
Nachttopfanalytikerinnen Geld verdienen können mit ihren Kurven von
Zärtlichkeit und Sexualität - an deren Baisse ganz unzweifelhaft allein
die emotionale Garstigkeit und physische Impotenz der Männer Schuld
haben! Auch sonst ist die Dame bemüht, mit Hingabe Popanze aufzubauen
und Aussagen zu widerlegen, die Döge und Volz nie gemacht haben. Das
aber hat uns so gräßlich und unendlich gelangweilt, dass ihr es selbst
lesen müsst, wenn ihr das für nötig erachtet. Allein diese
Veröffentlichung erfüllt indessen bereits den Tatbestand des
Waldfrevels: http://www.taz.de/pt/2004/06/25/a0170.nf/text

***********************************************************

Und damit, ihr Lieben, für heute wieder Aus die Maus! Weitere Lach- und
Sachgeschichten erwarten euch in zwei oder drei Wochen. Denn das sagte
schon Thomas Mann: Schreiben heißt das Herz waschen. Und solange uns
dieser Sommer keine alternativen Bademöglichkeiten beschert, sei es
eben so, dass wir wenigstens unsere Innereien auf diese Weise einer
gewissen Hygiene unterziehen. Vielleicht gilt darum auch: Lesen wäscht
den Geist! Fragt sich nur, wer wäscht euch die Mauken, hm? Na, dann
macht's einfach selbst! Und seid gewiss: Auch dieser Juli ist nur eine
Frage der Zeit!

Euer RedManAlex
(29.06.04)

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