Wieder mal Chronistenpflicht - taz vom Freitag
Die taz hat vor kurzem einen Text gedruckt, der bemüht hat, in einer milieuspezifische Diskussion ein gutes Wort für Männer einzulegen - denn im taz-Milieu interessieren 70er Jahre Vorwürfe von WG-Drachen noch - da kommt auch schon die Replik. Da wollten zwei Autoren ihren Leserinnen längst bekanntes schonend beibringen, und prompt kommen die alten Einwände.
Wer sich antun will: http://www.taz.de/pt/2004/06/25/a0170.nf/text
Ist so wie mit Frau Buhlman. Man glaubt es kaum - aber es lebt, es publiziert, es kriegt diesen Scheiß ohne Probleme zeitnah auf die Kommentarseite.
Den Link zum taz-Abo kündigen gibt es leider nicht.
Re: Wieder mal Chronistenpflicht - taz vom Freitag
Als Antwort auf: Wieder mal Chronistenpflicht - taz vom Freitag von Texaco am 24. Juni 2004 23:52:40:
Die taz hat vor kurzem einen Text gedruckt, der bemüht hat, in einer milieuspezifische Diskussion ein gutes Wort für Männer einzulegen - denn im taz-Milieu interessieren 70er Jahre Vorwürfe von WG-Drachen noch - da kommt auch schon die Replik. Da wollten zwei Autoren ihren Leserinnen längst bekanntes schonend beibringen, und prompt kommen die alten Einwände.
Wer sich antun will: http://www.taz.de/pt/2004/06/25/a0170.nf/text
Ist so wie mit Frau Buhlman. Man glaubt es kaum - aber es lebt, es publiziert, es kriegt diesen Scheiß ohne Probleme zeitnah auf die Kommentarseite.
Den Link zum taz-Abo kündigen gibt es leider nicht.
Eigentlich die Lachnummer.
Die Dame sieht den Balken im eigenen Auge nicht.
Was bei so vielen vorgeblich emanzipierten Frauen der Fall ist.
Offenbar ist die Erwerbstätigkeit der Männer immer nur ein Hobby, was zufälligerweise auch noch Geld einbringt.
Schönen Gruß aus dem Elfenbeinturm.
Gruß
Norbert
noch besser...
Als Antwort auf: Wieder mal Chronistenpflicht - taz vom Freitag von Texaco am 24. Juni 2004 23:52:40:
Ich weiß nicht, ob dieser Link schon einmal gepostet wurde? Hier aber der Text von Peter Döge/Rainer Volz auf den sich die Gegenrede bezieht.
http://www.taz.de/pt/2004/06/17/a0179.nf/textdruck
Dann kann ja jeder für sich vergleichen, welche Argumentation ihn mehr überzeugt. Ich habe den Eindruck hier reden beide aneinander vorbei.
Döge/Volz beziehen sich auf ein differenziertes Bild, bei dem unterschiedliche Gruppen von Männern unterschiedlich ihre Familienplanung gestalten. Der Text von Uta Meier (übrigens wenn wunderts - Professorin für Frauenforschung) dagegen folgt eher dem alten feministischen Dogma Männer (trotz Ausnahmen) weiterhin schlecht, Frauen werden benachteiligt.
Natürlich gibt es Defizite bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Aber es passt natürlich auch ganz schlecht ins feministische Weltbild, dass manche Frauen auch freiwillig die Familienarbeit übernehmen.
Hierzu gab es schon eine brillante Studie von Dr. Döge: "Wollen Frauen den neuen Mann" Ergebnis: eher Nein!
Aber das will in die Köpfe der Feminismusgläubigen nicht hinein. Es schadet schließlich dem eigen Weltbild und der politischen Forderungen.
Diese Professorin war übrigens schon Mitarbeiterin beim Deutschen Jugendinstitut und bei einem Beratungsgremium für die SPD.
Na dann!
Die TAZ würde ich daher nicht beschimpfen. Sie hat nur beiden Meinungen Platz gegeben. Dies ist eigentlich schon einmal ein Fortschritt. Früher hat man nur eine Seite gehört- die von Professorinnen wie Frau Meier
Re: noch besser...
Als Antwort auf: noch besser... von Garp am 25. Juni 2004 16:10:48:
Deiner Einschätzung betreffend dieser Professorin stimme ich auf jeden Fall zu.
Die TAZ würde ich daher nicht beschimpfen. Sie hat nur beiden Meinungen Platz gegeben. Dies ist eigentlich schon einmal ein Fortschritt. Früher hat man nur eine Seite gehört- die von Professorinnen wie Frau Meier
Die TAZ darf man aber m.E. immer noch beschimpfen. Dort stehen Beiträge zu Frauenthemen und Beiträge zu Männerthemen bestenfalls im Verhältniss 50:1
Und als Männerbeiträge hatten dort immer nur so brave Sachen wie die Studien von Volz, Döge und anderen eine Chance.
Frauenbeiträge dagegen können den TAZInnen offenbar garnicht aggressiv und fordernd genug sein.
Nach meiner Ansicht hinken die Leute von der TAZ hinter den geschlechterpolitischen Realitäten um mindestens 10 Jahre hinterher und pflegen ein völlig überholtes, radikalfeministisches Weltbild.
Gruß, Eugen
Du hast schon recht...
Als Antwort auf: noch besser... von Garp am 25. Juni 2004 16:10:48:
Die TAZ würde ich daher nicht beschimpfen. Sie hat nur beiden Meinungen Platz gegeben. Dies ist eigentlich schon einmal ein Fortschritt. Früher hat man nur eine Seite gehört- die von Professorinnen wie Frau Meier
Ich habe den Beitrag - wie man merkt - im Ärger geschrieben. Die taz ist - sagen wir mal - cool genug, um sich auch unbequeme Meinungen zu leisten, während woanders nur der Mainstream gefahren wird. Der lace curtain ist bei der taz deshalb nicht ganz zu zu ziehen gewesen. Einige Tabu-Themen konnten in der einen oder anderen Form (Meinung, Kolumnenglosse) angerissen werden.
Mein Eindruck ist aber: Dabei bleibt es auch. Mehr kommt nicht. Jedenfalls nicht so bald. Weil sich auf der Meinungsseite die Rollenverteilung nicht gewandelt hat: Frauen machen Vorwürfe, Männer reden begütigend auf sie ein.
Bei den Glossen ist es etwas anders, gewitzter: Frauen greifen Männer-Positionen auf und reflektieren ihre eigene, halb politisch - halb privat. Das ist schon ein Fortschritt. Männliche Glossisten setzen den Ulk aber eher defensiv ein - als würden sie sich ernst nicht trauen. Vielleicht würde ich dieselben Glossen anders aufnehmen, wenn nicht auf der Meinungsseite dezidiert-männliche Beiträge fehlten.
Übrigens: Ich erinnere mich gerade an einen Beitrag oder Leserbrief eines jungen Grünen-Funktionärs (irgendwann 2000-2002), der in der taz die partei-interne Frauen-Quote kritisiert hat. Fast O-Ton: "Jeder Grüne Politiker, der diese Quote in Frage stellt, ist politisch tot." Leider habe ich mir den Namen nicht gemerkt, um das zu überprüfen. Worauf ich aber hinaus will ist dies: Ja, dieser Beitrag ist erschienen. und vermutlich auch einige (negative) Reaktionen. Aber: Um wirklich ein relevantes Thema zu werden, müßte diese Diskussion in der taz weiter geführt werden. Sie bräuchte mehr Raum für ein breiteres Spektrum. Und das wird offenbar nicht so schnell passieren.