Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Größte Fehlkonstruktion

Odin, Saturday, 12.06.2004, 18:41 (vor 7909 Tagen)

"Größte Fehlkonstruktion"

Zum aktuellen Männerbild der zeitgenössischen Gesellschaft

WALTER HOLLSTEIN aus der aktuellen "Switchboard" Zeitschrift für Männer- und Jungenarbeit

Misogynie und Frauenfeindlichkeit sind seit langem anerkannte gesellschaftliche Problernbereiche, für die die Öffentlichkeit immer wieder aufs neue sensibilisiert wird; für Misandrie und Männerfeindlichkeit gilt das in unseren Tagen hingegen nicht: sie sind inzwischen sogar gesellschaftsfähig geworden.
Galten Männer noch in den fünfziger und sechziger Jahren des gerade zu Ende gegangenen Jahrhunderts primär als Schöpfer der Kultur, Entdecker, Religionsstifter, Weise, Heiler, Philosophen, Staatenlenker und Ärzte, so setzte mitdemBeginndes Feminismus in den siebziger Jahren eine grundlegende Umwertung von Männlichkeit ein. Männer wurden nun global vorgestellt als Zerstörer der Natur, Kriegstreiber, Vergewaltiger, Gewalttäter, Kinder- schänder, Pomographen und Unmenschen.
Dieser tiefgreifende Wandel im Männerbild unserer Kultur ist im deutschsprachigen Raum bisher weder zureichend wahrgenommen noch thematisiert worden. Auch das steht ganz im Gegensatz zu den vielfältigen Arbeiten über das Frauenbild.

Katherine A. Young in einer subtilen Studie nachgewiesen, dass negative Bilder von Männlichkeit, die der Feminismus verbreitet hat, zunächst von der elitären, intellektuellen Kultur des Landes übernommen wurden und sich inzwischen auch in der Populärkultur (TV, Film, Zeitschriften u.a.) massiv verbreitet haben. Autor und Autorin machen dabei unterschiedliche Techniken der Misandrie aus. Dazu gehört
die "Verlächerlichung" von Männern: "heute ist es für jedermann in Ordnung, sich über Männer lustig zu machen, jedenfalls über weiße, bürgerliche Männer, aber nicht über Frauen oder Schwarze".
Eine zweite Technik ist, auf Männer verächtlich herab zu schauen,
eine dritte, sie überhaupt nicht mehr zurKenntnis zunehmen und so zu tun, als bestünde die Welt nur aus Frauen und Mädchen.
Eine vierte Technik besteht daran, Männer für alles Schlechte verantwortlich zu machen: "Wenn die Menschen einmal den Gedanken akzeptiert haben, dass Männer die historische Quelle des Bösen sind, braucht es nicht viel
Phantasie, einen Schritt weiterzugehen und zu behaupten, dass Männer auch die metaphysische Quelle des Bösen sind".
Die fünfte Technik entmenschlicht Männer und stellt sie als Bestien und Untermenschen dar,
die sechste Technik dämonisiert das männliche Geschlecht und macht es zu einem nur noch hassenswerten Objekt.

NATHANSON & YOUNG werten diese Techniken der Massenkulturals gefährlichen Angriff auf die männliche Identität undwarnen vor den gesellschaftlichen Folgen dissozialen männlichen Verhaltens von psychischen Störungen über Rückzugstendenzen bis zur Gewalt.
Die beschriebenen Techniken lassen sich problemlos auch für die Massenmedien des deutschsprachigen Raums seit Mitte der neunziger Jahre ausmachen, sind bisher allerdings hierzulande empirisch noch nicht belegt. Ein Beispiel für diesen Trend ist das 1 0-strophige Gedicht einer Anonyma, das inzwischen massenhaft verbreitet ist. Darin heißt es:
" So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
so lästig wie Kopfweh lind Ziehen im Rücken,
so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
das ist dieser Halbmensch - sein Name ist Mann.
Er steht nur im Weg rum, zu nichts zu gebrauchen
ist immer am Meckern und ständig am Fauchen.
Er ist auf der Erd, ich sag's ohne Hohn,
vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion

Das ist nun nicht nur nicht lustig, sondern in seiner Kumulation auch gefährlich. Menschen als instinktarme Wesen brauchen Bilder, um sich zu orientieren, um sich und die Welt zu verstehen. Daraufhatdergroße Basler Zoologe Adolf Portmann schon vor langer Zeit grundsätzlich hingewiesen. Bilder sind immer wesentliche Identifikationshilfen für Frauen und Männer. Das gilt vor allem auch für die sukzessive Herausbildung der jeweiligen Geschlechtsidentität. Was nun gegenwärtig an Männerbildern kursiert, lädt nicht mehr zur Identifikation ein und bietet eine ausschließliche Negativ-Orientierung. Die damit verbundenen Schwierigkeiten und Folgen für das Mann-Werden und Mann-Sein und in einem weiteren Sinne auch für das Zusammenleben der Geschlechter sollten nicht unterschätzt werden.

Re: Walter Hollstein ...

Andreas (der andere), Saturday, 12.06.2004, 18:54 (vor 7909 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Größte Fehlkonstruktion von Odin am 12. Juni 2004 15:41:17:

Walter Hollstein ...

"Das Weibliche ist das Urtümliche. Die Fruchtbarkeit der Frau läßt uns leben und weiterleben. In der ersten langen Epoche von Menschheitsgeschichte war unseren Vorfahren nicht einmal der männliche Beitrag zur Zeugung bekannt; gewußt wurde nur, daß die Frauen gebären und damit den Fortbestand der Gemeinschaft sichern. [...] Um ihre natürliche Minderwertigkeit zu kompensieren, begannen die Männer schon früh, die Welt der Kultur zu schaffen. Sie bauten Werkzeuge, errichteten Häuser, zogen Zäune um Äcker und Herden, formulierten Gesetze und gründeten Herrschaft. Gegen die Natur der Frau entstand die Kultur der Männer (Hollstein, Kampf der Geschlechter, S. 56)."

"Da der Junge in seiner späteren Entwicklung seine zärtlichen Gefühle gegenüber seiner Mutter unterdrücken mußte, hat er verlernt, seine Emotionen zu artikulieren. [...] Im Gegenteil schottet sich der Mann emotional ab. Triebfeder ist dabei seine grundsätzliche Angst, in die Symbiose mit der Mutter beziehungsweise Frau zurückzusinken und aus diesem Paradies erneut vertrieben zu werden. Er kontrolliert seine Frau, versucht sie zu beherrschen und damit ihre Weiblichkeit zu zähmen, vor der er ‘eine psychotische Angst' hat (Hollstein, Kampf der Geschlechter, S. 68-69)."

Re: Walter Hollstein ...

Odin, Saturday, 12.06.2004, 19:05 (vor 7909 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Re: Walter Hollstein ... von Andreas (der andere) am 12. Juni 2004 15:54:36:

Walter Hollstein ...
"Das Weibliche ist das Urtümliche. Die Fruchtbarkeit der Frau läßt uns leben und weiterleben. In der ersten langen Epoche von Menschheitsgeschichte war unseren Vorfahren nicht einmal der männliche Beitrag zur Zeugung bekannt; gewußt wurde nur, daß die Frauen gebären und damit den Fortbestand der Gemeinschaft sichern. [...] Um ihre natürliche Minderwertigkeit zu kompensieren, begannen die Männer schon früh, die Welt der Kultur zu schaffen. Sie bauten Werkzeuge, errichteten Häuser, zogen Zäune um Äcker und Herden, formulierten Gesetze und gründeten Herrschaft. Gegen die Natur der Frau entstand die Kultur der Männer (Hollstein, Kampf der Geschlechter, S. 56)."
"Da der Junge in seiner späteren Entwicklung seine zärtlichen Gefühle gegenüber seiner Mutter unterdrücken mußte, hat er verlernt, seine Emotionen zu artikulieren. [...] Im Gegenteil schottet sich der Mann emotional ab. Triebfeder ist dabei seine grundsätzliche Angst, in die Symbiose mit der Mutter beziehungsweise Frau zurückzusinken und aus diesem Paradies erneut vertrieben zu werden. Er kontrolliert seine Frau, versucht sie zu beherrschen und damit ihre Weiblichkeit zu zähmen, vor der er ‘eine psychotische Angst' hat (Hollstein, Kampf der Geschlechter, S. 68-69)."

Nun, er scheint kräftig hinzugelernt zu haben, falls es derselbe ist. Vor kurzem las ich von ihm einen sehr guten Artikel in "Geschlechtertheorie" vom Österreichischen Ministerium für soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz.
Wollte den Artikel hier schon posten, aber mein Scanner spinnt im Moment. Das Buch kann aber beim Ministerium auf den Internetseiten kostenlos bestellt werden. Der Artikel geht über Männergewalt (hauptsächlich an anderen Männern, mangelnde Gesundheitsvorsorge und Zwänge, denen die Jungs ausgesetzt sind, bis hin zu deren Ruhigstellung durch Ritalin.
Lesenswert!

Übrigens: Der letzte von dir gepostete Absatz ist doch einwandfrei!

Lyrik ist Geil (sorry!)

michail, Saturday, 12.06.2004, 22:30 (vor 7909 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Größte Fehlkonstruktion von Odin am 12. Juni 2004 15:41:17:

Wußte gar nicht, daß sich der Ungeist lyrisch versucht! Hätte ich ja meinen Maskulisten ganz anders aufgemacht.

Mußte leider nach Lektüre deines Beitrags Fenster putzen (solang noch hell), ließ aber den PC an und schrieb immer am Vers weiter, der sich beim Fensterputzen gestaltete (Hände immer erst getrocknet).

Ich nenne das

"Görengesang mit Finale":

Grassierender Schädling – durch alle Gebiete zieht seine Bahn -
elender "Gören" und "Schlampen" und deren Zuhälter Weibeswahn.
Gefallen: Familie, Bildung, das Recht und bald selbst der Staat,
verwunderlich reich der dämlich-makabren Teufelin Saat.
Noch Zeit? Noch Fragen? Zögern und Zaudern aus Anstands-Scheu?
Von wegen, genug des Desasters! Gefragt ist allein wer neu
Recht und Vernunft wieder errichtet und Götzen zertrümmert, die Biester
aufstellten und deren femigeschädigte Weibespriester.

Schönen Gruß
Michail

Re: Größte Fehlkonstruktion

Pokemon, Saturday, 12.06.2004, 23:38 (vor 7909 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Größte Fehlkonstruktion von Odin am 12. Juni 2004 15:41:17:

Männer wurden nun global vorgestellt als Zerstörer der Natur, Kriegstreiber, Vergewaltiger, Gewalttäter, Kinder- schänder, Pomographen und Unmenschen.

" So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
so lästig wie Kopfweh lind Ziehen im Rücken,
so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
das ist dieser Halbmensch - sein Name ist Mann.
Er steht nur im Weg rum, zu nichts zu gebrauchen
ist immer am Meckern und ständig am Fauchen.
Er ist auf der Erd, ich sag's ohne Hohn,
vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion

Es ist immer das gleiche:
Werden Männer in Gedichten, Sprüchen oder Comics verlacht, diskriminiert und herabgesetzt wird darüber gelacht oder zumindest geschmunzelt. Es wird gar nicht ernst genommen. Vertauscht man aber das Geschlecht wird Zeter und Mordio geschrien. Das Schlimme ist dass es häufig Männer sind, die solche herabwürdigenden Sprüche oder Comics verteidigen, verharmlosen oder gar selbst produzieren. Sie kriechen vor den Frauen und zerstören damit ihr ganzes Selbstwertgefühl. Mit welchem Weltbild wachsen denn die Jungen heute auf? Die bekommen doch gleich mit dass es eigentlich ein Verbrechen ist als männliches Wesen auf die Welt zu kommen. Sie lernen von Anfang an dass man als Mann am besten in unser feminisierten Gesellschaft ankommt in dem man buckelt und den Frauen Honig ums Maul schmiert.

Pokemon

Re: Größte Fehlkonstruktion

Der Frankfurter, Sunday, 13.06.2004, 01:06 (vor 7909 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Größte Fehlkonstruktion von Odin am 12. Juni 2004 15:41:17:

Wie es aussieht brauchen die Menschen tatsächlich keine neuen Erweiterungen ihrer vermeintlich wichtigen freiheitlichen Expansionen.
Die Mütter machen über den Damm alle schlapp, was ich mitunter verstehe. Die Männer schmeißen das Handtuch, weil wir am Zenit abartigster Möglichkeiten der 'Selbstentfaltung' angekommen sind. Alle Hingabe zum Kind, zu Kindern muß scheitern, wenn diese Aufgabe nicht als DIE AUFGABE
vestanden wird. Und vorgeschichtlich liefen Kinder als das Wichtigste mit. Nur so nebenbei! Nur man machte nicht so ein Altar um die Blagen!
Wir zelebrieren Kinder als Kulturgut fürs egoistische Image. Wir erleben
Kinder nicht mehr im Gefühl, daß sie Wahrer unserer Zukunft sind, weil wir unsere Zukunft inzwischen anspucken.Die Aktualität ist unsere Zukunft geworden. Jedenfalls sehe ich sie so; die unglaublich fortgeschrittene Geistesgegenwart und das völlig desorientierte Nebeneinander.
Nicht nur, daß es den Männern inzwischen schlecht geht(ohne Krieg und s.w.) Jetzt geht es den Weibern auch schlecht. Aber 'Frauen und Kinder zuerst' ist jetzt passe, vorbei. Die Vorteile geh'n nicht mehr, gibt es womöglich noch als Flohmarktartikel zum Schacherpreis. GM, Gleichstellung, Quote; alles Querschläger, allesamt.
Die Väter, die Mütter, die Väter, die Mütter, die Familie..
Reste bitte retten!

Der Frankfurter

Längst überholte Ansichten ...

Sven, Sunday, 13.06.2004, 18:27 (vor 7908 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Re: Walter Hollstein ... von Andreas (der andere) am 12. Juni 2004 15:54:36:

Wo hast du die denn ausgegraben ?
Die verdrehten Theorien sind doch völlig überholt ...

Re: Größte Fehlkonstruktion

Meschta, Sunday, 13.06.2004, 20:00 (vor 7908 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Größte Fehlkonstruktion von Odin am 12. Juni 2004 15:41:17:

Wie weit diese Misandrie schon fortgeschritten (und akzeptiert) ist, sieht man oft an subtilen Kleinigkeiten. Zum Beispiel in der TV-Werbung ist es gang und gäbe, Männer als vertrottelte, belächelte Geschöpfe darzustellen, die von Frauen geduldet werden, aber eigentlich nicht gebracht werden. Oder der häufig zu sehende Bumper Sticker "Als Gott den Mann schuf, übte sie nur" - das ist ein scheinbar witziger, emanzipierter Spruch. Ein solcher Aufkleber, ins frauenfeindliche verkehrt, würde niemals als "witzig" oder "sozialverträglich" durchgehen, sondern gälte sofort als sexistisch.
Ebenso erfahren Statements wie "Männer denken nur ans Ficken" mehr oder weniger schweigende Zustimmung, während ein Statement wie "Frauen denken immer nur ans Schuhekaufen" sofort als sexistisches Vorurteil abgelehnt wird - obwohl natürlich beide Statements sexistische Vorurteile sind. Das liegt ganz einfach daran, daß eine latente Überheblichkeit bzw. Sexismus der Frau gegenüber dem Mann gesellschaftlich akzeptiert ist, während Sexismus aus männlicher Richtung sofort als diskriminierend wahrgenommen wird.

Wie wahr! (o.T.)

Frank, Sunday, 13.06.2004, 21:10 (vor 7908 Tagen) @ Der Frankfurter

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Der Frankfurter am 12. Juni 2004 22:06:16:

Das Warren Farrell-Phänomen? (n/t)

michail, Sunday, 13.06.2004, 21:54 (vor 7908 Tagen) @ Andreas (der andere)

Als Antwort auf: Re: Walter Hollstein ... von Andreas (der andere) am 12. Juni 2004 15:54:36:

Re: Größte Fehlkonstruktion

Ferdi, Sunday, 13.06.2004, 21:55 (vor 7908 Tagen) @ Meschta

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Meschta am 13. Juni 2004 17:00:07:


Hallo zusammen!

Männer haben es in der Hand, diesen Unsinn abzustellen.

Zum Beispiel in der TV-Werbung ist es gang und gäbe, Männer als vertrottelte, belächelte Geschöpfe darzustellen, die von Frauen geduldet werden, aber eigentlich nicht gebraucht werden.

Schaut Euch doch diesen Mist nicht mehr an! Kauft die auf diese Weise beworbenen Produkte doch einfach nicht mehr! Wenn die Werber merken, dass die Umsätze zurückgehen, dann reagieren die ganz schnell und schmeissen den Seich auf die Müllkippe, wo er hingehört.

Ebenso erfahren Statements wie "Männer denken nur ans Ficken" mehr oder weniger schweigende Zustimmung

Dann beweisst den Frauen doch mal, dass dieser Satz nicht stimmt. Hört doch mal mit der Fickerei um jeden Preis auf! Wenn das zum Massenverhalten bei den Männern würde, dann müssten sich die Frauen die Frage stellen, wozu sie denn eigentlich gebraucht werden! Das hätte durchschlagende Wirkung!

Das liegt ganz einfach daran, daß eine latente Überheblichkeit bzw. Sexismus der Frau gegenüber dem Mann gesellschaftlich akzeptiert ist, während Sexismus aus männlicher Richtung sofort als diskriminierend wahrgenommen wird.

Und warum? Weil Männer das zulassen! Lasst die Frauen doch einfach mal links liegen und kümmert Euch um Eure ureigensten Interessen. Jetzt läuft die EM, das ist doch viel interessanter, als sein bestes Stück in ein Loch zu stecken, dass sich sehr schnell als Fass ohne Boden entpuppen kann. Da gibt's doch andere, effektivere Möglichkeiten.

Mein Fazit: Die Männer sind an dem Elend, in dem sie stecken, selber schuld. Sie haben aber auch ein machtvolles Werkzeug, das zu ändern. Sie sollten es nur mal benutzen. Wenigstens mal ausprobieren. Das Leben draussen bietet so viel Schönes und Interessantes und besteht bestimmt nicht nur aus finsteren Löchern!

Gruss,
Ferdi

Re: Das Warren Farrell-Phänomen? (n/t)

Andreas (der andere), Sunday, 13.06.2004, 22:57 (vor 7908 Tagen) @ michail

Als Antwort auf: Das Warren Farrell-Phänomen? (n/t) von michail am 13. Juni 2004 18:54:30:

Möglich. Oder zumindest wünschenswert.

Ich las allerdings einige der früheren Hollstein-Bücher, da er mir an der Uni - groteskerweise - als Männer-spezialisierter Geschlechterforscher empfohlen wurde, obwohl seine Positionen durch und durch feministisch sind - oder zumindest waren. Ohne die Bedeutung seiner Bücher jetzt überbewerten zu wollen, wäre festzuhalten, daß er die Zustände, die er heute beklagt, zumindest intentional mitzuerrichten half.

Ein Problem mit Hollstein ist, daß er aus teilweise richtigen Beobachtungen sehr seltsame Schlüsse zieht. Z.B. stellte er im "Kampf der Geschlechter" bereits die Abwertung der Männer/ des Männlichen allgemein fest: "Heute gelten Männer als Zerstörer der Natur, als Hersteller tödlicher Waffen, als bornierte Technokraten, als Vergewaltiger von Frauen und Kindern, als im tiefsten liebesunfähig und neuerdings auch noch als die mißbrauchenden Verführer ihrer Töchter. Diese Etikettierungen haben natürlich Folgen. Auf der psychisch bewußten Ebene heißt das für alle Männer, daß die traditionellen Selbstbilder und die klassischen Orientierungen von Männlichkeit brüchig geworden sind (S. 204-205)" Seine Schlußfolgerung daraus lautet dann seltsamerweise, daß sich die Männer eben ändern müßten.

Ein anderer Kritikpunkt ist, daß Hollstein über Menschheitsgeschichte schreiben möchte, dabei allerdings nicht historisch, sondern psychologisch vorgeht. Dabei geht er von einem dem Geschlecht inhärenten Charakter aus und spekuliert sich dann entlang dieses Modells. Seine Herleitungen verlaufen dann ungefähr so: Die ersten Lebensjahre erziehe die Mutter den Sohn voller Liebe und Güte, ohne jeden Zwang und Forderungen; dann kämen die Väter und forderten, der Junge möge sich doch dem patriarchalen Rollen-Modell entsprechend verhalten, was ihn dazu bringt, seine Mutter und die ihr aufgrund ihres Geschlechts zugeschriebenen pazifistischen und gefühlvollen Eigenschaften sofort und absolut als minderwertig abzulehnen. Aus diesem Grund müßten Männer dann eben die Frauen ein Leben lang unterdrücken, und Beziehungen gingen deswegen in die Brüche, weil männliche Identität keine Gefühle zulasse. Frauen verlassen Männer also, weil sie nicht gefühlvoll genug sind.

Mag aber sein, daß er seinen Blickwinkel mittlerweile geändert hat. Ich müßte dazu mal was Neueres von ihm lesen; vielleicht, um mein Urteil über ihn zu revidieren. Reizt mich aber auch gerade nicht sonderlich.

Herzlichen Gruß, Andreas

Re: Größte Fehlkonstruktion

Odin, Sunday, 13.06.2004, 23:14 (vor 7908 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Pokemon am 12. Juni 2004 20:38:40:

" So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
so lästig wie Kopfweh lind Ziehen im Rücken,
so störend wie Bauchweh und stets ein Tyrann,
das ist dieser Halbmensch - sein Name ist Mann.
Er steht nur im Weg rum, zu nichts zu gebrauchen
ist immer am Meckern und ständig am Fauchen.
Er ist auf der Erd, ich sag's ohne Hohn,
vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion

Es ist immer das gleiche:
Werden Männer in Gedichten, Sprüchen oder Comics verlacht, diskriminiert und herabgesetzt wird darüber gelacht oder zumindest geschmunzelt. Es wird gar nicht ernst genommen. Vertauscht man aber das Geschlecht wird Zeter und Mordio geschrien.

Ja, ist leider so. Man könnte ja einen Versuch starten und den Text umgeändert in ein paar andere Foren stellen:

" So unnütz wie Unkraut, wie Fliegen und Mücken,
so lästig wie Kopfweh und Ziehen im Rücken,
so störend wie Bauchweh, führt sich auf wie die Sau,
das ist dieser Halbmensch - sein Name ist Frau.
Sie steht nur im Weg rum, zu nichts zu gebrauchen
ist immer am Meckern und ständig am Fauchen.
Sie ist auf der Erd, ich sag's ohne Hohn,
vom Herrgott die größte Fehlkonstruktion"

Re: Größte Fehlkonstruktion

Meschta, Monday, 14.06.2004, 11:43 (vor 7907 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Ferdi am 13. Juni 2004 18:55:49:

So ein Quatsch ! Du bist offensichtlich selbst Misandriker. Als ob Männer tatsächlich nur ans Ficken denken würden....

Re: Größte Fehlkonstruktion

Garfield, Monday, 14.06.2004, 18:07 (vor 7907 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Pokemon am 12. Juni 2004 20:38:40:

Hallo Pokemon!

"Das Schlimme ist dass es häufig Männer sind, die solche herabwürdigenden Sprüche oder Comics verteidigen, verharmlosen oder gar selbst produzieren. Sie kriechen vor den Frauen und zerstören damit ihr ganzes Selbstwertgefühl."

Das ist ein wichtiger Aspekt. Feministinnen stellen die Geschichte heute gern so dar, als hätten die Männer die Frauen über zigtausende Jahre hinweg ganz furchtbar unterdrückt. Tatsächlich kann aber eine Gesellschaft, in der eine bestimmte Gruppe immer nur Nachteile hat, die durch keinerlei Vorteile aufgewogen werden, nicht dauerhaft funktionieren.

Ein Privileg der Frauen bestand immer darin, daß ihnen von männlicher Seite allein aufgrund ihres Geschlechts schon ein enormes Maß an Achtung und Hilfsbereitschaft entgegengebracht wurde.

Wenn man sich Gedichte von Männern aus früheren Zeiten über Frauen durchliest, oder auch Briefe, die sie von ihnen geliebten Frauen geschrieben haben, dann spricht aus diesen von Männern geschriebenen Zeilen nicht nur Respekt und Achtung, sondern oft auch regelrechte Unterwürfigkeit. Sie bezeichneten diese Frauen als "Herrin meiner Gedanken", als "Göttin meiner Träume", als "Anbetungswürdige" usw.

Selbst die Ritter im Mittelalter mußten sich neben dem Kriegshandwerk auch noch im Minnesang üben, um den Frauen gefällig zu sein.

Interessant ist auch, wie sich die Bezeichnungen für die beiden Geschlechter entwickelt haben. Der Mann war schon immer ein Mann, und die weibliche Entsprechung dazu war das Wort "Weib". Das Wort "Frau" leitet sich aus dem Wort "Frouwe" ab, das in früheren Zeiten nur für angesehene weibliche Personen verwendet wurde. Mit der Zeit wurde dieser besonders höfliche und ehrerbietige Ausdruck aber für sämtliche weiblichen Personen üblich, und daraus entstand das Wort "Frau". Heute wird nun jede Frau so angeredet, während der Mann immer noch nur ein Mann ist. Das reicht aber noch nicht:

Als besonders höfliche Form für Männer gibt es noch das Wort "Herr". Das wird meist aber nur bei der Anrede verwendet. Für Frauen gibt es mittlerweile das Wort "Dame", und zunehmend findet auch das englische Wort "Lady" Verwendung. Das Wort "Dame" wird analog zum Wort "Herr" bei der Anrede verwendet, zunehmend aber auch im normalen Sprachgebrauch. So bezeichnet man junge Frauen schon manchmal als "junge Damen" oder "junge Ladies", während junge Männer natürlich weiterhin junge Männer sind. Da kommt kaum jemand auf die Idee, sie als "junge Herren" anzureden.

Und trotz aller Emanzipation bestehen viele Frauen nach wie vor darauf, daß Männer sich ihnen gegenüber immer besonders höflich und zuvorkommend verhalten. Und viele Männer kommen diesem Wunsch bereitwillig nach.

Selbstverständlich hat ein Kellner immer die Frauen zuerst zu bedienen. Tut er das nicht, erntet er schon mal den einen oder anderen vernichtenden Blick der anwesenden Frauen. Usw.

Viele Frauen erwarten auch heute noch, daß ihr Partner ihnen einen Heiratsantrag macht, auch dann, wenn eigentlich sie die Ehe wollen. Und idealerweise sollte er dazu natürlich vor ihnen niederknieen. Das ist eine uralte Unterwerfungsgeste, und der Sinn des Ganzen besteht letztendlich darin, daß der Mann seiner zukünftigen Ehefrau damit versichert, ihr immer treu und brav dienen zu wollen, indem er für ihren Lebensunterhalt sorgt, wenn das nötig ist.

Männerclubs werden von Feministinnen gern als Keimzellen des Patriarchats bezeichnet, und gerade in England, wo solche Clubs sehr verbreitet waren, haben es sich manche Feministinnen im 19./20. Jahrhundert zur Aufgabe gemacht, mit allen Mitteln in diese Clubs einzudringen.

Es war kein Zufall, daß gerade in England so viele dieser Männer-Clubs entstanden sind. In victorianischer Zeit gab es dort nämlich sehr strenge gesellschaftliche Regeln. So war es Männern nicht erlaubt, in Anwesenheit von Frauen zu rauchen. Gastgeber waren verpflichtet, für die Konversation Themen zu wählen, die alle Anwesenden interessierten. Da meist auch Frauen anwesend waren und da diese sich selten für Themen wie Wirtschaft oder Politik interessierten, waren diese Themen damit automatisch tabu. Die Frauen bestimmten also letztendlich, worüber geredet werden durfte und worüber nicht.

Die Männer gründeten dann diese Männer-Clubs, um dort ungestört rauchen und sich über politische und wirtschaftliche Themen unterhalten zu können. Es waren also tatsächlich nur Rückzugsmöglichkeiten für Männer, in denen sie nicht die sonst übliche Rücksicht auf Frauen nehmen mußten. Deshalb hatten Frauen dort keinen Zutritt.

Heute haben wir nicht mehr ganz so strenge gesellschaftliche Regeln wie in früheren Zeiten, aber es ist immer noch üblich, Frauen gegenüber mehr Höflichkeit an den Tag zu legen. Auch betrachten viele Frauen die Wohnung nach wie vor als ihr Revier, in dem sie das Sagen haben und wo der Mann nicht viel zu melden hat. Wenn er Glück hat, darf er sich im Keller oder unter dem Dach einen Hobbyraum anlegen - aber in allen anderen Räumen bestimmt allein die Frau, und sie werden nach ihren Bedürfnissen eingerichtet. So läuft das meist, und die Männer akzeptieren das in der Regel klaglos.

"Mit welchem Weltbild wachsen denn die Jungen heute auf? Die bekommen doch gleich mit dass es eigentlich ein Verbrechen ist als männliches Wesen auf die Welt zu kommen. Sie lernen von Anfang an dass man als Mann am besten in unser feminisierten Gesellschaft ankommt in dem man buckelt und den Frauen Honig ums Maul schmiert."

Letzteres war früher auch schon so - aber früher wurden Männer wenigstens nicht öffentlich verunglimpft. Da gab es auch nicht die modernen Medien, die den Menschen heute Scheinwelten vorgaukeln. So hatten die Menschen früher ein viel realistischeres Weltbild, weil sie sich vor allem an der realen Welt orientieren. Heute orientieren sich gerade Kinder und Jugendliche sehr stark an dem, was sie in den Medien sehen - und das sind nun einmal oft starke, intelligente und selbstbewußte Frauen und dümmliche, primitive und vertrottelte Männer. Wenn ein Junge dann auch noch ohne Vater aufwächst und auch in der Schule kein geeignetes männliches Vorbild findet, dann hat das fatale Folgen für seine Entwicklung. Da kommt noch einiges auf uns zu...

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Größte Fehlkonstruktion

Joseph S, Monday, 14.06.2004, 23:14 (vor 7907 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: Größte Fehlkonstruktion von Pokemon am 12. Juni 2004 20:38:40:

Hallo,

mann kann es noch weiter treiben, indem mann sich andere, noch schlimmer frauenfeindliche
Männer sucht, und sie bekämpft. Motto: "Wer anklagt, ist unschuldig." Gelegentlich geht das
aber auch schief. Vor kurzem gingen nämlich Bilder, die deswegen gemacht wurden, um die
komische Situation festzuhalten, um die Welt, und lösten ein gewisses Entsetzen aus. Dabei
waren die Gedemütigten sogar was schreckliches, nämlich islamistische Männer, was ja
zwangsläufig frauenverachtend heißt.

Wer kein Selbstwertgefühl hat, hat auch kein Gespür für den Wert der anderen, weil der ein
derartiges Wertgefühl nicht kennt.

Gruß
Joseph

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