Re: Lesetip
Als Antwort auf: Re: Lesetip von Don Pedro am 08. Juni 2004 21:36:42:
Hallo Pedro!
Hm, also ich finde gar nicht, daß Männer so schwanzgesteuert sind. Dieses Märchen beruht zum Teil auf weiblichem Wunschdenken. Es ist allerdings auch etwas Wahres daran: Da sich eine Frau schon immer vor allem über ihre körperlichen Qualitäten zur geeigneten Mutter qualifizierte, achteten Männer schon immer vor allem auf das Aussehen einer Frau. Männer qualifizierten sich umgekehrt nicht nur über ihre körperlichen Qualitäten zum geeigneten Vater, sondern auch über Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen und auch über ihre Besitztümer. Folglich achteten Frauen dann eben bei Männern nicht nur auf das Aussehen, sondern auch noch auf diese anderen Kriterien. Während die männlichen Präferenzen bei der Partnerwahl heute gern als oberflächlich, sexistisch oder sonstwie negativ dargestellt werden (eben z.B. mit dem Wort "schwanzgesteuert"), werden die weiblichen Präferenzen bei der Partnerwahl gern geleugnet. Da wird es dann so dargestellt, als würden Frauen ja nur auf den Charakter achten. Nahezu jeder Mann, der einen Super-Charakter hat und nur leider nicht so gut aussieht und auch nicht reich ist, kann darüber allerdings etwas ganz anderes erzählen...
Die Gründe, wieso Männerliteratur bei Männern wenig gefragt ist, sehe ich woanders:
1. Haben Männer im Durchschnitt weniger Zeit zum Lesen. Sie arbeiten häufiger auf Vollzeit, und sie fahren im Durchschnitt auch weitere Strecken zur Arbeit als Frauen, und zwar häufig mit dem Auto, wobei sie dann schlecht Bücher lesen können.
2. Werden Männer immer noch dazu erzogen, Probleme selbst zu lösen. Hilfe nehmen sie daher nur ungern in Anspruch, und deshalb halten viele Männer auch nichts von Ratgeber-Büchern für Männer (es sei denn, es geht z.B. um Ratgeber fürs Heimwerken, für Autoreparaturen, für Computer usw., wo man diese Hilfe vor sich selbst damit begründen kann, daß es da nun einmal um Fachkenntnisse geht, die man anders kaum erlangen kann - aber das ist ja keine spezielle Männerliteratur).
3. Drehen sich Männer überhaupt weniger um sich selbst als Frauen. Auch deshalb widerstrebt es ihnen, über gewisse Dinge, die sie betreffen, nachzudenken. Und sie geben auch weniger Geld für sich selbst aus als Frauen. Oft gilt das auch für Bücher.
4. Muß ein Mann immer noch stark und überlegen sein. Von dieser vermeintlichen Überlegenheit bröckelt aber viel ab, wenn man sich die Situation von Männern in unserer Gesellschaft mal näher ansieht. Deshalb scheut so mancher Mann davor zurück, darüber zu viel nachzudenken. Und dann wird er auch kaum Bücher lesen, die ihn regelrecht darauf stoßen.
5. Neigen Menschen eben dazu, allgemein akzeptierte Dogmen und Klischees einfach zu übernehmen. Laut den derzeit gültigen Dogmen sind Frauen das benachteiligte Geschlecht und damit basta. Es gibt genügend Männer, die tatsächlich immer noch daran glauben.
6. Reagieren viele Frauen allergisch darauf, wenn ihr Partner ein Buch wie Arnes "Sind Frauen bessere Menschen?" liest. Gerade weil ihnen bewußt ist, daß der Feminismus längst über das Ziel hinausgeschossen ist, wittern sie in jedem Männerrechtler gleich einen Radikalmaskulisten, der nun den Spieß umdrehen und die Männer genauso gegen die Frauen aufhetzen möchte, wie Radikalfeministinnen schon seit Jahrzehnten die Frauen gegen die Männer aufhetzen. Deshalb trauen sich viele Männer in festen Partnerschaften oder Ehen gar nicht, solche Bücher zu kaufen und zu lesen.
Wahrscheinlich gibt es noch mehr Gründe - aber das sind die, die mir dazu spontan eingefallen sind.
Freundliche Grüße
von Garfield
gesamter Thread:
- Lesetip -
Odin,
07.06.2004, 23:45
- Kann ich nur empfehlen! (n/t) - Andreas (der andere), 08.06.2004, 23:32
- Re: Lesetip -
Don Pedro,
09.06.2004, 00:36
- Re: Lesetip -
Ferdi,
09.06.2004, 00:54
- Re: Lesetip - Don Pedro, 09.06.2004, 11:38
- Re: Lesetip - Garfield, 09.06.2004, 18:46
- Re: Lesetip -
Ferdi,
09.06.2004, 00:54
- Re: Lesetip - Odin, 09.06.2004, 23:10