Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Odin, Sunday, 06.06.2004, 17:35 (vor 7915 Tagen)

MONITOR Nr. 519 am 3. Juni 2004

Schlechte Chancen für Frauen: Der Kanzler und die Gleichstellung
Bericht: Nina Magoley, Kim Otto

Sonia Mikich: "1989 verabschiedete der WDR, mein Sender, einen Frauenförderungsplan. Das war damals ziemlich revolutionär und hat viele Kolleginnen nach vorne und nach oben gebracht. Anderswo haben es Frauen schwer, immer noch in die Chefetagen zu kommen. Gerade mal 5 Prozent aller leitenden Positionen in der Privatwirtschaft sind von Frauen besetzt. Deutschland einig Vatiland. Um das zu ändern, müsste ein Gleichstellungsgesetz her. Schauen sie mal, was aus den Plänen der Regierung wurde. Dazu eine Frau und ein Mann. Nina Magoley und Kim Otto."

Werbung der SPD zur letzten Bundestagswahl: Gegen ein verstaubtes Frauenbild, für mehr Gleichberechtigung.

Mann: "Nanu, so vergnügt? Und das beim Hausputz."
Frau: "Klar, mit dem Fußboden bin ich gleich fertig. Ist er nicht schön sauber?"
Mann: "Ja und ob."
Für putzende Hausfrauen stehe allein die Opposition. Die SPD dagegen ein Verein der Frauenförderer.

Gerhard Schröder wollte ein Gleichstellungsgesetz, damit in den Unternehmen mehr Frauen in leitende Positionen kämen. Doch die Arbeitgeber blockten ab, allen voran Präsident Dieter Hundt. Also wurde wieder einmal aus dem Gesetz ein Kompromiss: Eine freiwillige Vereinbarung zur Chancengleichheit. Darin verpflichten sich die Unternehmen unter anderem, für:

"Eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen" zu sorgen.

"Betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit" zu treffen.

Und:

"Verbindliche Zielsetzungen zur Verwirklichung von Chancengleichheit" zu formulieren.
Ende des Jahres 2003 würde Bilanz gezogen. Wenn die Unternehmen bis dahin keine Maßnahmen getroffen hätten, dann sollte ein Gesetz her.

Gerhard Schröder, Bundeskanzler: "Denen, die immer noch glauben, Gleichheit zwischen Frauen und Männern auch in den Führungspositionen, in den mittleren, gehobenen und höheren Führungspositionen in der Wirtschaft sei etwas, was man nicht so wichtig nehmen müsste, und was man deswegen, weil ja bislang das Gebot der Freiwilligkeit gilt, auch ruhig vernachlässigen dürfte, denen muss man sagen: Falls das nicht klappt, wie vereinbart, werden wir auch auf diesem Gebiet gesetzlich handeln müssen."
Ein Gesetz, wenn es nicht klappt - klare Worte. Die Frist ist nun abgelaufen. Wir besuchen die Firma Allgaier im schwäbischen Uhingen. Hier werden Autoteile hergestellt. Pikant: Es ist die Firma des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt - einem, der die Vereinbarung zur Chancengleichheit unterzeichnet hat. Wie hat er in der eigenen Firma die Frauenförderung umgesetzt? Immerhin 1.300 Menschen arbeiten hier. An den Maschinen: hauptsächlich Männer.

Frauen - in der Kantinenküche.

Wir suchen weiter. Vielleicht sieht es in der Chefetage etwas besser aus. Denn das wollte der Kanzler ja: Frauen ganz oben.

Fehlanzeige. In der Geschäftsführung nur Männer, auch unter den 40 Betriebsleitern nur eine einzige Frau. Hier ist die Vereinbarung zur Chancengleichheit offensichtlich nicht angekommen. Selbst Betriebsrat Klaus Müller hat darüber erst in der Zeitung gelesen.

Reporter: "Ist eigentlich diese freiwillige Vereinbarung bis in den Betrieb vorgedrungen? Haben Sie davon erfahren?"

Klaus Müller, Betriebsrat Allgaier: "Nein, das könnte man nicht sagen. Nicht so direkt, dass man da intensiv informiert worden ist."
Reporter: "Gibt es denn bei Ihnen Frauenförderungspläne?"

Klaus Müller: "Gibt es nicht."

Reporter: "Warum haben Sie denn kein Frauenförderungsprogramm in Ihrem eigenen Unternehmen, wenn Sie persönlich auch die Empfehlung unterschrieben haben?"

Dieter Hundt, Präsident Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber: "Wir benötigen im Unternehmen Allgaier-Gruppe kein spezielles Frauenförderungsprogramm, weil wir ein Personalförderungsprogramm haben und ich in unserem Unternehmen, bei unserer Unternehmensgröße und unserer Beschäftigtenzahl keinen Grund dafür sehe, dass wir diese Programme getrennt für Frauen und für Männer durchführen."
Reporter: "Aber es war ja Bestandteil der Empfehlung, dass man sagt, man macht Frauenförderungsprogramme."

Dieter Hundt: "Wir haben ein derartiges Förderungsprogramm auch, wir unterscheiden nur nicht zwischen Frauen und Männern hinsichtlich dieser Förderung."

Ein Frauenförderprogramm für Männer? Arbeitgeberpräsident Hundt nimmt die Vereinbarung mit dem Kanzler wohl nicht ernst. Es gilt das gebrochene Wort. Keine Ausnahme, wie eine aktuelle Bilanz zeigt:

So ist die Vereinbarung zur Chancengleichheit nur bei 52 Prozent aller Unternehmen überhaupt bekannt. Frauenförderpläne haben ganze 2,8 Prozent aufgestellt, und Programme zur Chancengleichheit wurden gerade mal in 1,8 Prozent der Betriebe umgesetzt. Vernichtende Zahlen. Höchste Zeit also für ein Gesetz - so hat es der Kanzler ja gesagt.
Peter Ruhenstroth-Bauer, Staatssekretär Bundesfamilienministerium: "Das ist richtig, dass der Kanzler das gesagt hat. Er hat aber gleichzeitig auch gesagt: ich will, dass dieser Prozess zunächst einmal gemeinsam beschritten wird, und dieser Weg, da haben wir die erste Etappe bereits geleistet, wie ich finde, ein kleines Stückchen weitergekommen, und wir werden mit den nächsten Etappen weitere Schritte unternehmen."
Kleine Schritte, gemeinsame Etappen - windelweiche Worte, die Unternehmer wie Hundt und andere aus der Riege der Unwilligen wohl kaum erschrecken.

Wie war das noch mit dem Gesetz?

Gerhard Schröder: "Falls das nicht klappt, wie vereinbart, werden wir auch auf diesem Gebiet gesetzlich handeln müssen."
Doch Schröder trägt nicht mehr Frauenfreundlichkeit. Die Kolleginnen in der eigenen Koalition sind empört über den Wortbruch.
Irmingard Schewe-Gerick, B 90/Grüne Bundestagsfraktion: "Die Bilanz nach zwei Jahren freiwilliger Vereinbarung mit der Privatwirtschaft ist mehr als enttäuschend. Für die 9 Millionen weiblichen Beschäftigen in der Privatindustrie hat es überhaupt nichts gebracht. Und wir fordern jetzt, dass gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung der Frauen umgesetzt werden, wie es im Übrigen auch im Koalitionsvertrag steht."
Christa Humme, SPD Bundestagsfraktion: "Es gibt nach wie vor eine große Benachteiligung von Frauen im Arbeitsleben. Das muss noch mal konsequenter weiterentwickelt werden. Darum brauchen wir, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, gesetzliche Regelungen, damit Gleichstellung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schneller in die Betriebe hinein kommt."
Fest in Männerhand - so wird es wohl vorerst auch bleiben.
Frauenpolitisch von vorgestern: Im europäischen Vergleich landet Deutschland mit seiner Frauenpolitik auf dem drittletzten Platz. Die führenden Länder wie Großbritannien, Belgien oder Holland haben schon lange ein Gleichstellungsgesetz.
Prof. Heide Pfarr, Hans-Böckler-Stiftung: "Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sehen wir gar nicht gut aus. Die machen auf einer besseren gesetzlichen Basis sehr viel mehr für die Chancengleichheit der Frauen. Und sie sind erfolgreich damit. Denn es nutzt den Betrieben, wenn sie Programme zur Chancengleichheit fahren und damit ökonomischen Erfolg schon deswegen haben, weil sie die vielen Potenziale der Frauen besser nutzen."
Doch in Deutschland brauchen Betriebe wie der von Dieter Hundt ein Gesetz vorläufig nicht zu fürchten. Und solange Maßnahmen zur Gleichstellung freiwillig sind, werden Frauen in höheren Positionen wohl eine Seltenheit bleiben.

Links zum Thema:

Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft
http://www.bundesregierung.de/Nachrichten/Artikel...

Stellungnahme des DJB zur Bilanz (und weitere Links zum Thema)
http://www.gleichberechtigung-goes-online.de/.../uebersicht.html?kategorie=13

Grundsätze der Gleichstellungspolitik der Bundesregierung
http://www.bundesregierung.de/.../Grundsaetze-der-Gleichstellung.htm

Diskutieren Sie zu diesem Thema in unserem Forum

http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=592&sid=114#

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Ferdi, Sunday, 06.06.2004, 19:06 (vor 7915 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

Hallo!

Mir kann keiner erzählen, dass fähige und kompetente Frauen es nicht schaffen, in den Betrieben der Privatwirtschaft entsprechende Stellen innezuhaben, wenn sie dies wollen. Mir kann keiner erzählen, dass es irgendwo Tarifverträge gibt, die Frauen bei der Einstufung ihrer Stellen benachteiligen oder ihnen weniger Vergütung zubilligen wie Männern, die die gleichen Arbeiten und Aufgaben erledigen. Solche Tarifverträge würden von den Gewerkschaften nicht unterschrieben und von den gesamten feministischen Medien in der Luft zerrissen. Dem Bundeskanzler ist sehr klar, dass im Zeitalter der Globalisierung und der internationalen Verflechtungen Firmen und Betriebe mitsamt den Arbeitsplätzen ruckzuck ins Ausland verschwinden, sollten sie mit solchen unsinnigen "Gesetzen" gepiesakt werden. Ausserdem macht der Staat den Betrieben der Wirtschaft ja wie im Lehrbuch vor, wie man die eigenen Gesetze umgeht und verbiegt, wie man bei der Missachtung des Grundgesetzartikels 3 durch die Männerwehrpflicht sieht.

Ich sehe nicht ein, warum Männer auch nur den kleinen Finger krumm machen sollen, um hier etwas zu verändern, solange die politisch gewollte Missachtung des Grundgesetzes (Art. 3) durch juristische Winkelzug-Akrobaten und militärverliebte Machos nicht beseitigt wird. Mit anderen Worten: Beseitigt die illegale Männerwehrpflicht, dann werden sich sicher leichter Männer finden, die im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf mitziehen.

Gruss,
Ferdi

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Odin, Sunday, 06.06.2004, 19:31 (vor 7915 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Ferdi am 06. Juni 2004 16:06:04:

Ich sehe nicht ein, warum Männer auch nur den kleinen Finger krumm machen sollen, um hier etwas zu verändern, solange die politisch gewollte Missachtung des Grundgesetzes (Art. 3) durch juristische Winkelzug-Akrobaten und militärverliebte Machos nicht beseitigt wird. Mit anderen Worten: Beseitigt die illegale Männerwehrpflicht, dann werden sich sicher leichter Männer finden, die im Bereich Vereinbarkeit von Familie und Beruf mitziehen.
Gruss,
Ferdi

Damit triffst Du den Kern meines Postings:

index.php?id=30666

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

gole, Sunday, 06.06.2004, 21:47 (vor 7915 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 16:31:17:

Zudem wird die männliche Hälfte der Bevölkerung in der Bildung ja auch nicht unterstützt, obwohl deren Situation in diesem Bereich genauso miserabel aussieht.
Aber mal noch eine Frage an alle: Wie hoch ist denn das Durchschnittsalter in sog. Führungspositionen? Müsste doch so ca. bei 50 liegen oder? Wenn ja, dann ist es doch logisch, dass solche Positionen noch weniger von Frauen eingenommen werden, da die Emanzipation ja erst seit ca. 30 Jahren andauert. Oder liege ich da falsch?

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Odin, Monday, 07.06.2004, 00:08 (vor 7915 Tagen) @ gole

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von gole am 06. Juni 2004 18:47:31:

Aber mal noch eine Frage an alle: Wie hoch ist denn das Durchschnittsalter in sog. Führungspositionen? Müsste doch so ca. bei 50 liegen oder? Wenn ja, dann ist es doch logisch, dass solche Positionen noch weniger von Frauen eingenommen werden, da die Emanzipation ja erst seit ca. 30 Jahren andauert. Oder liege ich da falsch?

Nur ein wenig:
1) Die Emanzipation gibts schon ein wenig länger
2) Auch in hundert Jahren wird sich an den Führungspositionen nicht viel ändern, weil Frauen dort viel mehr arbeiten müßten und auch Überstunden anfallen und Herzkrankheiten drohen :-)

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Manfred, Sunday, 06.06.2004, 22:25 (vor 7915 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Ferdi am 06. Juni 2004 16:06:04:

Mir kann keiner erzählen, dass fähige und kompetente Frauen es nicht schaffen, in den Betrieben der Privatwirtschaft entsprechende Stellen innezuhaben, wenn sie dies wollen. <

100 Prozent meine Meinung!
Noch dazu, wo keine Gelegenheit ausgelassen wird, die Industrie als eine Ausgeburt des Kapitalismus darzustellen.
Unter diesen Umständen soll ein Personalchef freiwillig auf die unendliche Kraft und Weisheit der Weiblichkeit verzichten, wohlwissend, dass dies den Niedergang des Unternehmens bedeuten muß?
Für mich nicht sehr überzeugend, und meine Erfahrungen in der eigenen Firma belegen dies nachhaltig.

Gruß,
Manfred

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Rainer H., Sunday, 06.06.2004, 23:35 (vor 7915 Tagen) @ Manfred

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Manfred am 06. Juni 2004 19:25:22:

Noch dazu, wo keine Gelegenheit ausgelassen wird, die Industrie als eine Ausgeburt des Kapitalismus darzustellen.

Feminismus = Kommunismus

Demk mal drüber nach.

Rainer

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

ChrisTine, Monday, 07.06.2004, 10:15 (vor 7914 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Ferdi am 06. Juni 2004 16:06:04:

wie toll etwas ohne Quote klappen kann, zeigt eindrucksvoll untenstehender Link.
Hier ein Ausschnitt:
...
Die Wahrscheinlichkeit, dass in einem Betrieb eine Frau im Management sitzt, ist in Russland am größten. In 89 Prozent der russischen Unternehmen halten Frauen einen der Führungsposten. Zum Vergleich: Nur in jedem dritten deutschen Betrieb ist eine Frau in der Firmenführung zu finden. 42 Prozent aller Manager in Russland sind Frauen, in Deutschland gerade einmal 16 Prozent. Russland ist also Weltspitze? Natalja Kasperskaja (38) hat zuletzt auf der Computermesse Cebit ihre Firma Kaspersky Labs präsentiert. 280 Mitarbeiter beschäftigt die studierte Mathematikerin, ihre Programmierer arbeiten auf dem Wachstumsmarkt Anti-Viren-Software. In ihrem Büro in einem 18-stöckigen Hochhaus im Nordwesten Moskaus hängt ein Bild, auf dem sie Wladimir Putin die Hand schüttelt. "Hauptsache der Staat stört die Wirtschaft nicht", sagt die Mutter zweier Kinder, deren Unternehmen den russischen Markt beherrscht und sich auch in Deutschland einen Namen gemacht hat.
------
Russland schafft den Kommunismus ab und unsere Politiker führen ihn ein...
Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man darüber glatt lachen.

Christine

Link

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Bruno, Monday, 07.06.2004, 16:58 (vor 7914 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

Hallo Odin,

ich sagte ja schon bei dem Unisex-Traif-Beitrag von Monitor, dass Monitor nur nuch einseitig frauenspezifische Beiträge bringt. So ist das halt. Erst kommen die Frauenquoten, dann die feministischen Dogmen. Monitor ist nur noch eines der vielen Frauenmagazine, die es im Fernsehen gibt und die von den Gebühren der Frauen und der Männer finanziert werden.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Toles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Hoffentlich machen die das Gesetz..

Leser, Tuesday, 08.06.2004, 02:19 (vor 7914 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

Damit auch wirklich jedermanN merkt in was für einem Land wir leben..

MONITOR Nr. 519 am 3. Juni 2004
Schlechte Chancen für Frauen: Der Kanzler und die Gleichstellung
Bericht: Nina Magoley, Kim Otto
Sonia Mikich: "1989 verabschiedete der WDR, mein Sender, einen Frauenförderungsplan. Das war damals ziemlich revolutionär und hat viele Kolleginnen nach vorne und nach oben gebracht. Anderswo haben es Frauen schwer, immer noch in die Chefetagen zu kommen. Gerade mal 5 Prozent aller leitenden Positionen in der Privatwirtschaft sind von Frauen besetzt. Deutschland einig Vatiland. Um das zu ändern, müsste ein Gleichstellungsgesetz her. Schauen sie mal, was aus den Plänen der Regierung wurde. Dazu eine Frau und ein Mann. Nina Magoley und Kim Otto."
Werbung der SPD zur letzten Bundestagswahl: Gegen ein verstaubtes Frauenbild, für mehr Gleichberechtigung.
Mann: "Nanu, so vergnügt? Und das beim Hausputz."
Frau: "Klar, mit dem Fußboden bin ich gleich fertig. Ist er nicht schön sauber?"
Mann: "Ja und ob."
Für putzende Hausfrauen stehe allein die Opposition. Die SPD dagegen ein Verein der Frauenförderer.
Gerhard Schröder wollte ein Gleichstellungsgesetz, damit in den Unternehmen mehr Frauen in leitende Positionen kämen. Doch die Arbeitgeber blockten ab, allen voran Präsident Dieter Hundt. Also wurde wieder einmal aus dem Gesetz ein Kompromiss: Eine freiwillige Vereinbarung zur Chancengleichheit. Darin verpflichten sich die Unternehmen unter anderem, für:
"Eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen" zu sorgen.
"Betriebliche Maßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit" zu treffen.
Und:
"Verbindliche Zielsetzungen zur Verwirklichung von Chancengleichheit" zu formulieren.
Ende des Jahres 2003 würde Bilanz gezogen. Wenn die Unternehmen bis dahin keine Maßnahmen getroffen hätten, dann sollte ein Gesetz her.
Gerhard Schröder, Bundeskanzler: "Denen, die immer noch glauben, Gleichheit zwischen Frauen und Männern auch in den Führungspositionen, in den mittleren, gehobenen und höheren Führungspositionen in der Wirtschaft sei etwas, was man nicht so wichtig nehmen müsste, und was man deswegen, weil ja bislang das Gebot der Freiwilligkeit gilt, auch ruhig vernachlässigen dürfte, denen muss man sagen: Falls das nicht klappt, wie vereinbart, werden wir auch auf diesem Gebiet gesetzlich handeln müssen."
Ein Gesetz, wenn es nicht klappt - klare Worte. Die Frist ist nun abgelaufen. Wir besuchen die Firma Allgaier im schwäbischen Uhingen. Hier werden Autoteile hergestellt. Pikant: Es ist die Firma des Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt - einem, der die Vereinbarung zur Chancengleichheit unterzeichnet hat. Wie hat er in der eigenen Firma die Frauenförderung umgesetzt? Immerhin 1.300 Menschen arbeiten hier. An den Maschinen: hauptsächlich Männer.
Frauen - in der Kantinenküche.
Wir suchen weiter. Vielleicht sieht es in der Chefetage etwas besser aus. Denn das wollte der Kanzler ja: Frauen ganz oben.
Fehlanzeige. In der Geschäftsführung nur Männer, auch unter den 40 Betriebsleitern nur eine einzige Frau. Hier ist die Vereinbarung zur Chancengleichheit offensichtlich nicht angekommen. Selbst Betriebsrat Klaus Müller hat darüber erst in der Zeitung gelesen.
Reporter: "Ist eigentlich diese freiwillige Vereinbarung bis in den Betrieb vorgedrungen? Haben Sie davon erfahren?"
Klaus Müller, Betriebsrat Allgaier: "Nein, das könnte man nicht sagen. Nicht so direkt, dass man da intensiv informiert worden ist."
Reporter: "Gibt es denn bei Ihnen Frauenförderungspläne?"
Klaus Müller: "Gibt es nicht."
Reporter: "Warum haben Sie denn kein Frauenförderungsprogramm in Ihrem eigenen Unternehmen, wenn Sie persönlich auch die Empfehlung unterschrieben haben?"
Dieter Hundt, Präsident Bundesvereinigung Deutscher Arbeitgeber: "Wir benötigen im Unternehmen Allgaier-Gruppe kein spezielles Frauenförderungsprogramm, weil wir ein Personalförderungsprogramm haben und ich in unserem Unternehmen, bei unserer Unternehmensgröße und unserer Beschäftigtenzahl keinen Grund dafür sehe, dass wir diese Programme getrennt für Frauen und für Männer durchführen."
Reporter: "Aber es war ja Bestandteil der Empfehlung, dass man sagt, man macht Frauenförderungsprogramme."
Dieter Hundt: "Wir haben ein derartiges Förderungsprogramm auch, wir unterscheiden nur nicht zwischen Frauen und Männern hinsichtlich dieser Förderung."
Ein Frauenförderprogramm für Männer? Arbeitgeberpräsident Hundt nimmt die Vereinbarung mit dem Kanzler wohl nicht ernst. Es gilt das gebrochene Wort. Keine Ausnahme, wie eine aktuelle Bilanz zeigt:
So ist die Vereinbarung zur Chancengleichheit nur bei 52 Prozent aller Unternehmen überhaupt bekannt. Frauenförderpläne haben ganze 2,8 Prozent aufgestellt, und Programme zur Chancengleichheit wurden gerade mal in 1,8 Prozent der Betriebe umgesetzt. Vernichtende Zahlen. Höchste Zeit also für ein Gesetz - so hat es der Kanzler ja gesagt.
Peter Ruhenstroth-Bauer, Staatssekretär Bundesfamilienministerium: "Das ist richtig, dass der Kanzler das gesagt hat. Er hat aber gleichzeitig auch gesagt: ich will, dass dieser Prozess zunächst einmal gemeinsam beschritten wird, und dieser Weg, da haben wir die erste Etappe bereits geleistet, wie ich finde, ein kleines Stückchen weitergekommen, und wir werden mit den nächsten Etappen weitere Schritte unternehmen."
Kleine Schritte, gemeinsame Etappen - windelweiche Worte, die Unternehmer wie Hundt und andere aus der Riege der Unwilligen wohl kaum erschrecken.
Wie war das noch mit dem Gesetz?
Gerhard Schröder: "Falls das nicht klappt, wie vereinbart, werden wir auch auf diesem Gebiet gesetzlich handeln müssen."
Doch Schröder trägt nicht mehr Frauenfreundlichkeit. Die Kolleginnen in der eigenen Koalition sind empört über den Wortbruch.
Irmingard Schewe-Gerick, B 90/Grüne Bundestagsfraktion: "Die Bilanz nach zwei Jahren freiwilliger Vereinbarung mit der Privatwirtschaft ist mehr als enttäuschend. Für die 9 Millionen weiblichen Beschäftigen in der Privatindustrie hat es überhaupt nichts gebracht. Und wir fordern jetzt, dass gesetzliche Regelungen zur Gleichstellung der Frauen umgesetzt werden, wie es im Übrigen auch im Koalitionsvertrag steht."
Christa Humme, SPD Bundestagsfraktion: "Es gibt nach wie vor eine große Benachteiligung von Frauen im Arbeitsleben. Das muss noch mal konsequenter weiterentwickelt werden. Darum brauchen wir, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, gesetzliche Regelungen, damit Gleichstellung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf schneller in die Betriebe hinein kommt."
Fest in Männerhand - so wird es wohl vorerst auch bleiben.
Frauenpolitisch von vorgestern: Im europäischen Vergleich landet Deutschland mit seiner Frauenpolitik auf dem drittletzten Platz. Die führenden Länder wie Großbritannien, Belgien oder Holland haben schon lange ein Gleichstellungsgesetz.
Prof. Heide Pfarr, Hans-Böckler-Stiftung: "Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern sehen wir gar nicht gut aus. Die machen auf einer besseren gesetzlichen Basis sehr viel mehr für die Chancengleichheit der Frauen. Und sie sind erfolgreich damit. Denn es nutzt den Betrieben, wenn sie Programme zur Chancengleichheit fahren und damit ökonomischen Erfolg schon deswegen haben, weil sie die vielen Potenziale der Frauen besser nutzen."
Doch in Deutschland brauchen Betriebe wie der von Dieter Hundt ein Gesetz vorläufig nicht zu fürchten. Und solange Maßnahmen zur Gleichstellung freiwillig sind, werden Frauen in höheren Positionen wohl eine Seltenheit bleiben.
Links zum Thema:
Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft
http://www.bundesregierung.de/Nachrichten/Artikel...
Stellungnahme des DJB zur Bilanz (und weitere Links zum Thema)
http://www.gleichberechtigung-goes-online.de/.../uebersicht.html?kategorie=13
Grundsätze der Gleichstellungspolitik der Bundesregierung
http://www.bundesregierung.de/.../Grundsaetze-der-Gleichstellung.htm
Diskutieren Sie zu diesem Thema in unserem Forum
http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=592&sid=114#

Re: Monitor und die Frauenquote für die Wirtschaft

Eugen Prinz, Tuesday, 08.06.2004, 17:07 (vor 7913 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

dies schrieb ich an Monitor:

"...seriöse Information, gepaart mit einer sorgfältigen Analyse der Hintergründe. Die sachlich-nüchterne und kritische Berichterstattung..." so die Selbstdarstellung von MONITOR.

Wegen dieser Elemente, habe ich bisher dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk und Sendungen wie MONITOR den Vorzug gegeben.

Mit Ihrem Beitrag über die Frauenquote in der Wirtschaft sind Sie weit von diesen Idealen abgewichen, und haben sich in den Dienst von Parteiinteressen gestellt, was dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eigentlich seit seiner Gründung untersagt ist.

Sie haben mitnichten "sachlich-nüchtern berichtend", sondern völlig unkritisch die Idee propagiert, eine Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen der Wirtschaft sei eine Benachteiligung, die es durch eine Quote zu beseitigen gelte. Sie haben auch nicht für die Rechte der Frauen oder gar der Arbeitnehmer gesprochen, sondern Sie haben MONITOR für partikulare Interessen von Karrierefrauen instrumentalisiert, oder noch präziser - für eine feministische Machtpolitik, von der bestenfalls ein winziger Bruchteil von Frauen profitiert.

Damit sind Sie nicht etwa "unbequem" sondern ziemlich plump parteilich geworden, und ich fürchte, die Lorbeeren, die Ihre Vorgänger zurecht eingeheimst haben, vertrocknen allmählich.

Das schrieb Sonja Mikich zu Afghanistan

Texaco, Wednesday, 09.06.2004, 02:54 (vor 7913 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

Den folgenden Gastkommentar schrieb SM vor ihrem Karrieresprung zur Monitor-Chefin. Dieser Text sagt eigentlich alles, was man über SM wissen muß. Zugleich ist er das beste Beispiel für die damalige Afghanistan-Berichterstattung: Das Feindbild männerhassender Feministinnen, projiziert auf ein fernes, wenig bekanntes Land.

Die Taliban haben vor allem Männer hingerichteten. Und junge Männer wurden "shanghait", also von der Straße weg in Milizen gepreßt. (In Deutschland nennt man das Wehrpflicht.) etc. Argumente sind hier eh verschwendet. Steckt SM hinter der Maske "Emmalein"?

Lest selbst:

DER WESTEN REDET WIEDER ÜBER WERTE - UND VERGISST DIE AFGHANINNEN
Untermensch Frau
Alles so vorhersehbar. Da spricht gestern Kanzler Schröder, dass die "Würde des Menschen international durchzusetzen ist...", beklagt "die namenslose Barbarei, der in New York und Washington Tausende zum Opfer gefallen sind." Sagt zu, keinen Millimeter der "Werte von Freiheit, Solidarität, Rechtssicherheit und Gerechtigkeit preiszugeben".
Doch kaum sind die rhetorischen Räucherstäbchen verflogen, fällt auf: Mal wieder keine Silbe zur Würde der Menschen in Afghanistan. Keine Silbe zur Barbarei, der insbesondere Afghaninnen seit der Machtübernahme der Taliban zum Opfer gefallen sind. Vergewaltigt, ermordet, hingerichtet, verhungert, in den Selbstmord getrieben. Blair, Bush - dieselbe Asymmetrie der Wertediskussion.
Bei jedem Gespräch mit dem autoritären Pakistan oder den Männerbünden der Nordallianz, bei jedem Kooperationsangebot einer männerbündischen Nach-Taliban-Administration, bei jeder Blitzkonsultation mit unseren neuen Allierten, den Diktatoren Zentralasiens, soll ausgesprochen werden: Der Westen will a u c h dazu beitragen, dass die mörderische Frauenunterdrückung in Afghanistan endet. Keine Aufbauhilfe, keine diplomatischen Umarmungen ohne diese Agenda.
Nochmal für alle Kanzler- und Außenministerberater, Talk-Show-Gäste und Kommentatoren. Nochmals für alle rot-grünen Politikerinnen, die das ebenfalls "vergessen": Der Frauenhass der Taliban ist faschistoid, zielt auf die Auslöschung eines Geschlechtes per Gesetz. Die Frau als Untermensch, die es körperlich und seelisch zu kontrollieren und zu brechen gilt.
Eine Burka ist nicht eine rückständige Kleiderordnung, sondern macht aus Frauen blindes, hilfloses, konturloses Vieh. Den Frauen weder Arbeit noch Bildung zu erlauben, heißt sie materiell und seelisch verrotten zu lassen. Ihnen Krankenhäuser und Ärzte zu verweigern, heißt sie zu töten. Die Taliban beherbergen eben nicht nur Ussama bin Laden und seine Dämone. Sie haben ihre eigenen Bürgerinnen zur Hölle verdammt. Das gehört in unsere Wertediskussion. SONIA MIKICH
ARD-Korrespondentin in Paris

Re: Das schrieb Sonja Mikich zu Afghanistan

Norbert, Wednesday, 09.06.2004, 18:18 (vor 7912 Tagen) @ Texaco

Als Antwort auf: Das schrieb Sonja Mikich zu Afghanistan von Texaco am 08. Juni 2004 23:54:40:

Den folgenden Gastkommentar schrieb SM vor ihrem Karrieresprung zur Monitor-Chefin. Dieser Text sagt eigentlich alles, was man über SM wissen muß. Zugleich ist er das beste Beispiel für die damalige Afghanistan-Berichterstattung: Das Feindbild männerhassender Feministinnen, projiziert auf ein fernes, wenig bekanntes Land.
Die Taliban haben vor allem Männer hingerichteten. Und junge Männer wurden "shanghait", also von der Straße weg in Milizen gepreßt. (In Deutschland nennt man das Wehrpflicht.) etc. Argumente sind hier eh verschwendet. Steckt SM hinter der Maske "Emmalein"?

Hi
Afghanistan war über längere Zeit das Paradebeispiel der Femi's bzgl. Frauenunterdrückung. Quasi als die ultimate Waffe in Diskussionen.
Dass es den Männern dort keineswegs besser erging wurde hingegen doch glatt 'übersehen'.

Die Uninformiertheit zeigt sich auch darin, dass SM hier "von den eigenen Bürgerinnen" geschrieben wurde.
Die Taliban rekrutierten sich aber eher(vor allem/ausschließlich?) aus einem Sammelsurium anderen Nationalitäten, und eben nicht aus Afghanen.
Ein Osama bin Laden ist z.B. ein Saudi, ob er zu den Taliban gezählt wurde?
Aber die Taliban galten auch im Islam schon als extrem.

Somit schon deshalb ein ganz falscher Ansatz, da die Fakten anders liegen.
Die Taliban waren eher Besatzer von Afghanistan.

Natürlich ist es ohnehin ein Unding, dass als Beispiel der 'globalen Frauenunterdrückung' ein weit entferntes Land/Regime herhalten musste, um hier weitere Privilegien zu erreichen.
Aber Logik und Wahrheitsliebe gelten ohnehin nicht als Stärken der Femi's.

Gruß
Norbert

Re: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung

Expatriate, Wednesday, 09.06.2004, 13:37 (vor 7912 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Monitor: Der Kanzler und die Gleichstellung von Odin am 06. Juni 2004 14:35:45:

Wir besuchen die Firma Allgaier im schwäbischen Uhingen. Hier werden Autoteile hergestellt.
Wir suchen weiter. Vielleicht sieht es in der Chefetage etwas besser aus. Denn das wollte der Kanzler ja: Frauen ganz oben.
Fehlanzeige.

Soso, typisches Mittelstands-Unternehmen, Autoteile werden produziert. Und was braucht man da ausser Maschinen und Rohmaterial? Z.B. Wirtschaftswissenschaftler, Ingenieure aller Fachrichtungen, Informatiker etc.

Und um in die Chefetage zu kommen, wie macht man das? Klassische Karriere mit 60-Stunden-Wochen etc., Gruppenleiter, Abteilungsleiter, Hauptabteilungsleiter, Betriebsleiter usw.

Warum sind in der Chefetage keine Frauen? Die Frage erledigt sich doch dann von alleine. Wo sollen sie denn herkommen?
Oder erwartet die BWL-Studentin, die gerade das Studium mit Muehe und Not zusammengebastelt hat, gleich in den Vorstand berufen zu werden?

Cheers!

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