Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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heute schon gekotzt?

Leser, Monday, 31.05.2004, 12:16 (vor 7921 Tagen)

Gestern die aktuelle JuS (Zeitschrift für Juraausbildung) gelesen,darin
eine Anzeige von terres de hommes. Eine süsse schmutzige´kleine Schwarzafrikanerin schaut uns an , Kleinüberschrift "MÄDCHEN STÄRKEN"
Großüberschrift "ASCHENPUTTEL?"

Drin wieder die übliche Klischeesammlung. Der Text.

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Mädchen werden auf grund ihres Geschlechts gerin geschätzt,benachteiligt oder vernachlässigt. Der Zugang zu Bildung, Ernährung und medizinischer Versorgung wird ihnen erschwert.

[Anmerkung: jetzt lügen Sie auch noch. umgekehrt siehts aus]

Sie werden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet [die Jungs natürlich nicht istja klar] oder gegen ihren Willen verheiratet.

terres de hommes setzt sich weltweit dafür ein, dass die Rechte und Bedürfnisse von Mädchen geachtet werden. Mädchen werden gestärkt, damit sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen können.
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Na dann, frohe Pfingsten.

Beschwerden an www.tdh.de

Re: heute schon gekotzt?

Pokemon, Tuesday, 01.06.2004, 00:00 (vor 7921 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: heute schon gekotzt? von Leser am 31. Mai 2004 09:16:00:

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Mädchen werden auf grund ihres Geschlechts gerin geschätzt,benachteiligt oder vernachlässigt. Der Zugang zu Bildung, Ernährung und medizinischer Versorgung wird ihnen erschwert.

Ich glaube das ist im Großen und Ganzen schon richtig. Jungen sind in Entwicklungsländern für eine Familie wichtiger weil sie später die Aufgabe haben, die Eltern zu ernähren. Ein Mädchen dagegen heiratet und nützt mit ihrer Arbeitskraft der Familie ihres Ehemannes. Demzufolge sind Aufwendungen für ärztliche Versorgung und Bildung für Mädchen aus rein wirtschaftlichen Gründen unsinnig. Die Eltern haben ja im Endeffekt nicht davon.

Wenn ein Junge krank wird läuft man in Gefahr, einen späteren Ernährer zu verlieren. Was verliert man - rein wirtschaftlich gesehen - bei einem Mädchen? Eigentlich doch nichts, weil das Mädchen das, was ihre Familie in sie investiert hat, aufgrund der - meist sehr frühen Heirat - nicht zurückgeben kann. Schickt man einen Jungen zur Schule verdient er später vielleicht mehr. Dieses Geld kommt dann normalerweise auch den eigenen Eltern mit zugute. Wenn ein Mädchen gebildet ist und arbeitet profitiert normalerweise die Familie des Ehemannes davon.

Diese Vorgänge sind natürlich nicht unbedingt ein Zeichen von Geringschätzigkeit. Es ist zumeist die Armut die ihre Eltern dazu zwingt, die Söhne in manchen Bereichen vorzuziehen.

Ich habe auch schon von europäischen Kinderärzten gehört, dass ihnen meist die Jungen zuerst gereicht werden und die Eltern oftmals kein so großes Interesse an der Gesundheit der Mädchen zu haben scheinen. Ich selbst habe so etwas aber noch nicht erlebt, und ich habe einige Freunde, die diesem Kulturkreis entstammen. Wahrscheinlich wird auch hier wieder übertrieben.

Was man aber öfter hört sind Verbote für Frauen und Mädchen, zum Arzt zu gehen. Von so einem Verbot für alle (!) Männer und Jungen habe ich noch nie gehört.

Auch der heute nicht mehr so verbreitete Brauch, erstgeborene Mädchen zu töten sollte erwähnt werden. Zwar werden sicherlich auch Jungen getötet, aber schon Mohammed sprach ausdrücklich gegen die Tötung von weiblichen Neugeborenen, woraus ich schließe dass diese häufiger vom Kindsmord betroffen ware als Jungen.

Auf der Homepage von Unicef las ich dass in Indien Mädchen häufiger von Unterernährung betroffen seien wie Jungen. Und da ich doch noch ein bischen Vertrauen in die Menschen habe glaube ich nicht dass dieses Ergebnis erfunden wurde.

Was die Geringschätzigkeit angeht, hier ein paar Sprichwörter zum Thema Töchter:

Mit einem Mädchen schwanger zu sein, heißt, mit einem Problem schwanger zu sein (Sudan)

Es ist ein Glück,eine Tochter zu Grabe zu tragen (Jordanien)

In Indien wünscht man einer Braut Glück, indem man sagt "Mögest Du viele Söhne gebären", wünscht man ihr Pech, sagt man "Mögest Du Töchter bekommen".

Wenn man einen Mann im Jemen nach der Zahl seiner Kinder fragt, wird häufig nur die Zahl der Söhne angegeben.

Im Tschad sagen die Frauen bei der Geburt einer Tochter, sie hätten eine Fremde aufgenommen.

In Indien gibt es mobile Abtreibungscenter. Sie führen eine Fruchtwasseruntersuchung zur Bestimmung des Geschlechtes durch. Und je nachdem was die Frau erwartet hat kann sie dann abtreiben. Und über 2/3 der abgetriebenen Föten sollen weiblich gewesen sein.

In Ländern in denen agressiv die Ein-Kind-Politik betrieben wird wie z. B. China wünschen sich auch die meisten Eltern einen Jungen. Hier in Deutschland war es früher genauso. Auf die Frage, was sie sich als Erstgeborenes wünschen antworteten 1960 noch 72% der Eltern: einen Jungen. Heute hält es sich wohl eher die Wage.

Gebräuche und Sprichwörter kann man nun auf verschiedene Art deuten. Wenn ein Vater nur die Zahl seiner Söhne angibt kann das auch eine Art Schutz für die Mädchen sein. Wo (offiziell) keine Tochter ist kann theoretisch auch keine umgebracht werden. Und was man ja auch nicht vergessen darf ist die schon oben erwähnte wirtschaftliche Bedeutung der Söhne.

Sie werden als billige Arbeitskräfte ausgebeutet [die Jungs natürlich nicht istja klar] oder gegen ihren Willen verheiratet.

Ich glaube was die Ausbeutung durch Kinderarbeit angeht hält sich das wohl die Waage. Vielleicht müssen Mädchen häufiger arbeiten weil die Jungen zur Schule gehen, aber die körperlich schwerere Arbeit wird wohl den Jungen aufgehalst. Auf den Baustellen in Singapur z. B. trifft man laut einem Ärzte-ohne-Grenzen-Bericht nur Jungen.Gegen ihren Willen verheiratet werden natürlich auch beide Geschlechter. Und das hat für jedes so seine Auswirkungen.

terres de hommes setzt sich weltweit dafür ein, dass die Rechte und Bedürfnisse von Mädchen geachtet werden. Mädchen werden gestärkt, damit sie ihr Leben in die eigenen Hände nehmen können.

Ich denke, terres de hommes sollte sich um die Belange aller Kinder kümmern. In Bereichen in denen die Mädchen im Nachteil sind (und die gibt es sicherlich) müssen diese eben etwas mehr unterstützt werden, in anderen Bereichen wieder die Jungen. Denn keiner kann mir erzählen dass in Gegenden, in denen Mädchen nicht genug zu essen und eine mangelhafte medizinische Versorgung bekommen, es den Jungen blendend geht. Armut und Gesellschaftliche Probleme wirken sich immer auf beide Geschlechter aus. Benachteiligungen eines Geschlechts sind wohl meistens aus der Not heraus geboren.

--

Re: heute schon gekotzt?

Leser, Tuesday, 01.06.2004, 01:52 (vor 7921 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: heute schon gekotzt? von Pokemon am 31. Mai 2004 21:00:05:

Demzufolge sind Aufwendungen für ärztliche Versorgung und Bildung für >Mädchen aus rein wirtschaftlichen Gründen unsinnig.

Die machen das vielleicht nicht aus rein wirtschaftlichen Gründen sondern aus sowas wie Zuneigung!? solls ja in anderen Erdteilen noch geben sowas.

und da profitieren nur die Mädels, weil die als zerbrechlicher und behütenswerter angesehen werden.

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Wenn ein Junge krank wird läuft man in Gefahr, einen späteren Ernährer >zu verlieren. Was verliert man - rein wirtschaftlich gesehen - bei einem >Mädchen?

rein wirtschaftlich ist das ganze Leben ein Verlustgeshäft-Warum bringt sich dann nicht jedermann um?

da dein ganzes restl. Posting auf diese liberal-hedonistisch-wirtschaftliche Sicht ausgerichtet ist erübrigt sich jeder Kommentar. Das ist eine typ. westliche Sichtweise..die Betroffenen müssen nicht unbedingt diese Weltsicht teilen. Auch die allerletzte Mutti von 10 kleinen Negerlein wird noch ihr letztes Hemd geben damit die Tochter nicht dran glauben muss auch wenn sie keinen Schniedel hat.

meint
Leser

Re: heute schon gekotzt?

Odin, Tuesday, 01.06.2004, 02:13 (vor 7921 Tagen) @ Pokemon

Als Antwort auf: Re: heute schon gekotzt? von Pokemon am 31. Mai 2004 21:00:05:

Hallo,
interessantes Posting, besonders die Sprichwörter!
Nur weil in der westlichen Zivilisation die Frauen bevorzugt werden dürfen wir nicht glauben, dies gelte weltweit. Besonders was Indien betrifft muß ich Dir recht geben: Mädchen werden in Tausenden von Fällen abgetrieben oder nach der Geburt getötet. In Mädchen wird bei Krankheit kein Geld investiert. Mädchen sind ein Armutsrisiko. Nur Jungen können ihre Eltern getreu nach hinduistischem Ritus beerdigen usw.

Re: heute schon gekotzt?

Andreas, Tuesday, 01.06.2004, 10:22 (vor 7920 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: heute schon gekotzt? von Odin am 31. Mai 2004 23:13:43:

Hallo,
interessantes Posting, besonders die Sprichwörter!
Nur weil in der westlichen Zivilisation die Frauen bevorzugt werden dürfen wir nicht glauben, dies gelte weltweit. Besonders was Indien betrifft muß ich Dir recht geben: Mädchen werden in Tausenden von Fällen abgetrieben oder nach der Geburt getötet. In Mädchen wird bei Krankheit kein Geld investiert. Mädchen sind ein Armutsrisiko. Nur Jungen können ihre Eltern getreu nach hinduistischem Ritus beerdigen usw.

Das mag schon sein - aber um mit den Worten der Gleichstellungsbeauftragten des DGB zu sprechen (in etwas abgewandelter Form): um die Probleme der Frauen können wir uns nicht auch noch kümmern!

Gruß
Andreas

Re: heute schon gekotzt?

Pokemon, Tuesday, 01.06.2004, 23:57 (vor 7920 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: heute schon gekotzt? von Leser am 31. Mai 2004 22:52:12:

Demzufolge sind Aufwendungen für ärztliche Versorgung und Bildung für >Mädchen aus rein wirtschaftlichen Gründen unsinnig.

Die machen das vielleicht nicht aus rein wirtschaftlichen Gründen sondern aus sowas wie Zuneigung!? solls ja in anderen Erdteilen noch geben sowas.
und da profitieren nur die Mädels, weil die als zerbrechlicher und behütenswerter angesehen werden.

Also ich gehe mal davon aus dass Eltern ihre Kinder lieben und nicht möchten dass ihnen ein Leid geschieht. Ausnahmen gibt es natürlich immer, wie jeden Tag in der Zeitung zu lesen ist. Das wird in den von mir angesprochenen Gesellschaften auch bei Töchtern nicht anders sein. Sie werden auch nicht vor Freude an die Decke springen wenn eine ihrer Töchter stirbt. Aber wenn man verschiedenen Berichten Glauben schenken kann scheint ihnen das Leben ihrer Söhne oft doch wichtiger zu sein.

Nicht umsonst ist es in vielen Gegenden Brauch, bei der Geburt eines Jungen ein Fest zu feiern, während es bei Mädchen meist still bleibt. Nach der Geburt eines Jungen muss laut islamischen Recht der Vater länger auf Sex verzichten (6 Wochen) als bei einem Mädchen (4 Wochen). Das könnte man auch als Strafe auffassen, aber ich glaube eher an eine Form der Belohnung. Die Frau hat einen Ernährer geboren und soll sich nun ausruhen. Die Zeugung eines weiteren Kindes ist erst einmal nebensächlich. Deshalb ist es in einigen Gegenden auch üblich, die Jungen zwei Jahre zu stillen, Mädchen aber nur ein Jahr. Diese Traditionen variieren natürlich.

Was das Beschütztwerden angeht: Ich glaube auch dass in den meisten Gesellschaften die MÄdchen stärker "geschützt" werden als die Jungen. Dabei scheint es aber häufig weniger um den Schutz vor Krankheiten als vor anderen Menschen zu gehen. Es würde mich nicht verwundern wenn in vielen islamischen Gegenden der Anteil der Jungen an der Kinderarbeit sehr viel höher ist als der der Mädchen. Mädchen und Frauen werden in vielen traditionellen Gesellschaften im Haus behalten. Dies stellt ganz klar eine Art von Schutz dar. Sie müssen nicht auf dem Bau arbeiten oder ihrem Vater auf dem Feld helfen sondern ihrer Mutter in der Küche, werden also in diesem Fall bevorzugt. Andererseits haben sie durch die Bindung ans Haus wohl auch eine geringere Chance auf Bildung.

Auch die allerletzte Mutti von 10 kleinen Negerlein wird noch ihr letztes Hemd geben damit die Tochter nicht dran glauben muss auch wenn sie keinen Schniedel hat.

Das ist sicherlich richtig. Wie schon gesagt, ich gehe davon aus dass Eltern ihre Kinder lieben - egal ob Junge oder Mädchen. Aber Dir wird sicherlich auch nicht verborgen geblieben sein dass viele weibliche Säuglinge von ihren Müttern umgebracht werden. Man treibt sie ab, verscharrt sie im Sand, um dann zu behaupten, es wäre tot geboren worden oder erstickt sie mit Reis. Ich glaube wirklich dass diese Morde weniger aus kulturellen Gründen als aus Armut begangen werden. Denn von wohlhabenderen Gesellschaften hört man so etwas doch so gut wie gar nicht, oder?

Ich glaube die Gefahr ist dass bei den ganzen Berichten über die Nachteile der Mädchen die Leiden der Jungen einfach aus den Köpfen verdrängt werden. Nur weil Mädchen vielleicht häufiger unterernährt sind heißt es noch lange nicht dass ihre Brüder alle pappsatt ins Bett gehen. Nur weil viele Mädchen medizinisch unterversorgt sind werden die Jungen noch lange nicht jedesmal wenn es nötig ist zu einem Arzt gebracht.
Wir werden so zugeschüttet mit Berichten über die Mädchen dass wir anfangen die Jungen zu vergessen.

Re: heute schon gekotzt?

Odin, Wednesday, 02.06.2004, 00:43 (vor 7920 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: heute schon gekotzt? von Andreas am 01. Juni 2004 07:22:14:

Das mag schon sein - aber um mit den Worten der Gleichstellungsbeauftragten des DGB zu sprechen (in etwas abgewandelter Form): um die Probleme der Frauen können wir uns nicht auch noch kümmern!

Naja, in einem indischen Frauenhaus hab ich schon mal "gearbeitet" :-)
Allerdings haben sich jetzt meine Prioritäten verschoben

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