Männer sind anders - auch als "Mutter"
Hi Leute!
Weil ich gerade am Thema Überstilisierung von Müttern (IMHO!) vorbeigekommen bin, möchte ich Euch einfach mal zwei "Meldungen" im Zusammenhang zur Diskussion/zur Info oder sonstwas einstellen.
Die eine Geschichte wurde hier schon vor einer Weile verlinkt (und ist leider nur ein RTF-File) und die andere (Meldung) ist z.Z. immer noch bei Google News aktuell.
Die Geschichte und die Meldung könnten (wenn man sie mal frech alleinstehend nimmt) mehrere Mythen erschüttern. Nämlich den Mythos, daß Frauen besser mit Mehrfachbelastungen klarkommen (damit gemeint: REALE Belastungen, die nichts mit ihrer starken Seite - dem Sprechen - zu tun haben) und daß Frauen die besseren Mütter sind.
Die beiden untenstehenden Links deuten im Zusammenhang auf das Gegenteil hin.
Was auch immer die Wahrheit ist: Grund genug, um Mutter-"Gläubige" zum Nachdenken zu bringen, ob es nicht vielleicht sogar im Interesse der Frauen ist, von der Mutter-Fixierung im Sorgerecht etc. abzurücken.
Hier ein Auszug aus dem RTF-File für Faule
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Take 7: Mario:
Ich habe mein Leben nicht danach eingerichtet, dass ich alleinerziehender Vater bin. Es geht im Prinzip los mit meiner Arbeit. D.h. ich arbeite nicht anders, als wenn ich alleinstehend wäre.
Sprecherin:
Ich will es nicht glauben. Wie oft habe ich, vor allem als meine Kinder noch kleiner waren, gesagt: Nein, diese Sendung kann ich nicht machen. Ich habe Vorschläge nicht eingereicht, Aufträge sausen lassen und hatte eine gesellschaftlich akzeptierte Begründungen: Abends kann ich nicht zu Veranstaltungen gehen. Da bringe ich meine Kinder ins Bett. Und reisen kann ich auch nicht. Da müssten meine Zwillinge nach der Schule alleine klarkommen, sich selbständig Abendbrot bereiten. Oder ich müsste organisieren, dass sie jemand an meiner Stelle betreut. Wäre das nicht nur billiger Ersatz und eine Zumutung für meine Kinder gewesen? Also trat ich beruflich kürzer und richtete meinen Lebensplan an den Kindern aus. Nicht so die alleinerziehenden Väter.
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Doch Jens schaffte es offenbar, Arbeit, Kind und eigene Interessen unter einen Hut zu bekommen. Wie auch immer er es anpackte, wie viel Zeit er seinem Sohn auch immer gab: In jedem Fall bewies er mehr Fürsorglichkeit als jede Vätergeneration vor ihm. Als Alleinerziehender konnte er kein abwesender Vater sein, wie es viele der verheiraten Väter immer noch sind und schon allein das gab ihm Rückenwind.
Und wie war das bei mir? Gehöre auch ich zu einer neuen Müttergeneration? Ich weiß nicht. Um ehrlich zu sein, konnte ich mich von dem traditionellen Mutterbild nie wirklich lösen von dem Bild, dass eine Mutter voll und ganz für ihre Kinder da sein muss. Ich kam gar nicht auf die Idee beruflich richtig loszulegen. Natürlich musste ich Geld verdienen, natürlich wollte ich nicht umsonst studiert haben, natürlich wollte ich meine Fähigkeiten nutzen 226 aber ich tat es nur mit gebremster Kraft im Interesse meiner Kinder, meinte ich. Nicht nur das Ausgehen am Abend schlug ich aus, sondern lehnte auch Aufträge ab und verzichtete lieber auf das Geld - um mehr Zeit für die Zwillinge zu haben. Und so wie mir geht es offenbar vielen Frauen. 50 Prozent der alleinerziehenden Frauen leben von Sozialhilfe und von den Berufstätigen verdienen nach der Statistik des Verbands Alleinerziehender Mütter und Väter 70 Prozent weniger als 700 Euro Netto. Ich selbst kenne Phasen, in denen der Belag für die Stullen immer billiger wurde und ich für jede Kinokarte sparen musste. Ich beklagte es und redete mich gleichzeitig heraus: Mehr arbeiten kann ich nicht. Ich bin Alleinerziehend. Letztendlich drückte ich mich davor, für mich weiter zu gehen und auch meinen Kindern mehr zuzutrauen.
Und hätte ich es getan, wäre ich nicht die kaltherzige Karrierefrau gewesen, die ihre Kinder für ihren Erfolg vergisst? Schon schlimm genug, dass meine Kinder getrennt von ihrem Vater aufwachsen müssen. Da will ich nicht auch noch die Rabenmutter sein, die keine Zeit für sie hat.
Es ist mein schlechtes Gewissen, was mich treibt und starre Bilder vom "Bemuttern", die ich meine, erfüllen zu müssen. Die Väter kennen das nicht.
Mfg.