Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Vaterschaftstests

Odin, Friday, 28.05.2004, 14:33 (vor 7924 Tagen)

Vorrang für Mutter und Kind
Regierung will heimliche Vaterschaftstests verbieten

Von Andreas Hoffmann

Berlin - Die Bundesregierung will heimliche Vaterschaftstests per Gen-Analyse verbieten. Das kündigte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) gegenüber der Süddeutschen Zeitung an. Wie sie sagte, ist das Verbot in dem geplanten Gentestgesetz vorgesehen, über das in der Koalition derzeit beraten wird. Zypries begründete dies damit, dass Mutter und Kind die Hoheit über ihre Daten behalten müssten. ¸¸Wer heimlich Gene bestimmen lässt, greift in das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Beteiligten ein", sagte sie. Dabei gehe es um intime Informationen, die ¸¸nicht ohne Einwilligung der Betroffenen genutzt werden dürfen".

Hintergrund ist eine Zunahme von Erbgutanalysen. Datenschützer sprechen bereits von einer ¸¸Kommerzialisierung von Gentests". So bieten Firmen Verfahren an, bei denen ein Haar oder eine Speichelprobe des Kindes genügt, um die Abstammung festzustellen - Kosten etwa 300 bis 500 Euro. Zypries befürchtet, dass durch die Werbung in den Familien oft ein Druck aufgebaut werde, die Vaterschaft heimlich zu testen, etwa von unbeteiligten Dritten. ¸¸Auf diese Weise kann rechtswidrig in sozial funktionierende Familien eingegriffen werden", sagte sie. Dies sei unnötig, weil ein an der Vaterschaft zweifelnder Mann schon heute ein Gerichtsverfahren anstreben könne. Zudem gebe es eine rechtliche Grauzone. ¸¸Mit unserem Gesetzentwurf wollen wir die Rechtslage eindeutig klarstellen", sagte sie und spielte auf ein Urteil des Landgerichts München an. Die Richter hatten entschieden, dass unverheiratete Väter die Abstammung eines Kindes überprüfen können, ohne die Mutter zu fragen. Kritiker befürchten aber, dass ein Verbot wenig nützt. Die Genlabors würden ins Ausland verlagert und von dort aus Tests anbieten. Unklar ist wie viele Sprösslinge so genannte Kuckuckskinder sind, bei denen der ¸¸Papa" nicht der leibliche Vater ist. Einige Studien beziffern den Anteil auf zehn Prozent, die Untersuchungen sind aber umstritten.

Noch ist an Zypries Vorhaben einiges unklar, etwa wie Verstöße geahndet werden sollen. ¸¸Möglich sind Geldbußen oder Geldstrafen, da haben wir uns noch nicht entschieden", sagte sie. Offen ist auch, wann das Gesetz in Kraft treten wird. Die Koalition berät seit drei Jahren darüber, wobei sie nicht nur heimliche Vaterschaftstests verbieten, sondern auch Vorgaben für Arbeitgeber, Versicherungen und Forscher machen will, wie diese mit Gentests umgehen dürfen. Auf ein Datum wollte sich Zypries nicht festlegen, das Gesetz soll bis Herbst 2006 verabschiedet sein. Ursprünglich sollte im Frühjahr 2004 ein Entwurf vorliegen, federführend ist aber nicht Zypries" Haus, sondern Sozialministerin Ulla Schmidt.

In dem Gentestgesetz soll es auch eine verpflichtende Beratung für Menschen geben, die ihre Gene auf Erbkrankheiten untersuchen lassen. ¸¸Wir wollen verhindern, dass die Menschen mit der Diagnose und der Aussagekraft dieser Analyse allein gelassen werden", sagte Zypries. Häufig könnten die Bürger die Ergebnisse nicht richtig einordnen.

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Meine Frage wäre, ob man da etwas dagegen tun könnte, anstatt sich weiter wie das Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen

Re: Vaterschaftstests

Ferdi, Friday, 28.05.2004, 16:14 (vor 7924 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Vaterschaftstests von Odin am 28. Mai 2004 11:33:19:

Hallo Odin!

Zypries begründete dies damit, dass Mutter und Kind die Hoheit über ihre Daten behalten müssten.

Aber wenn irgendwo ein Kind vermisst wird, dann wird lauthals gefordert, dass hunderte von Männern, die überhaupt nichts damit zu tun haben können, zu einem Gentest "eingeladen" werden, natürlich "freiwillig". Dann spielt die Hoheit über persönliche Daten plötzlich keine Rolle mehr.

Messen mit zweierlei Maß!

Wer heimlich Gene bestimmen lässt, greift in das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Beteiligten ein", sagte sie. Dabei gehe es um intime Informationen, die ¸¸nicht ohne Einwilligung der Betroffenen genutzt werden dürfen".

Die offizielle Bestimmung der Vaterschaft durch einen zuverlässigen Gentest, der zur gerichtlichen Klärung notwendig wäre, wird den Männern aber auch vorenthalten. Die gerichtliche Klärung kann nämlich nur beantragt werden, wenn Gründe bekannt werden, die an der Vaterschaft Zweifel aufkommen lassen. Und wie sollen die bekannt werden, wenn dem Ehemann jede Möglichkeit verbaut wird, sich darüber zu informieren?

Auf diese Weise kann rechtswidrig in sozial funktionierende Familien eingegriffen werden", sagte sie.

Wunderschön verschleiernde Formulierung. Sie soll suggerieren, dass von aussen in eine Familie eingegriffen wird. In Wirklichkeit will ein Familienmitglied, hier der Vater, so nebenbei nur mal wissen, ob das Kind von ihm gezeugt wurde. Das ist doch wohl mehr als recht und billig, wenn er zahlen soll dann sollte er auch wissen, wofür. Also kein Eingriff von aussen, sondern eine Klärung von innen heraus.

Die Richter hatten entschieden, dass unverheiratete Väter die Abstammung eines Kindes überprüfen können, ohne die Mutter zu fragen.

Das sollte dann aber für alle Väter gelten, denn sonst entsteht wieder eine Ungleichbehandlung. Jeder Mann, der von irgendeiner Frau bezichtigt wird, der Erzeuger ihres Kindes zu sein, hat unter allen Umständen das Recht zu haben, das gentechnisch zweifelsfrei klären zu lassen. Ohne Wenn und Aber, ohne juristische Taschenspielertricks und Winkelzüge.

Kritiker befürchten aber, dass ein Verbot wenig nützt. Die Genlabors würden ins Ausland verlagert und von dort aus Tests anbieten.

So ist es. Das wird mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit passieren. Was ein Glück, dass Deutschland nicht auf der ganzen Welt ist. Nebenbei gesagt haben die Frauen ja auch einen intensiven Abtreibungstourismus ins Ausland veranstaltet, als die Abtreibung hierzulande noch mit Strafe belegt war.

Noch ist an Zypries Vorhaben einiges unklar, etwa wie Verstöße geahndet werden sollen. ¸¸Möglich sind Geldbußen oder Geldstrafen, da haben wir uns noch nicht entschieden", sagte sie.

Damit kann Mann leben. Schliesslich ist es billiger, einmal Strafe für den im Ausland gemachten Gentest zu zahlen. Ergibt er, dass die Vaterschaft richtig ist, hat der Mann für einen relativ kleinen Betrag seinen Seelenfrieden und die Familie ihre Ruhe. Ergibt sich, dass die Vaterschaft nicht sein kann, dann spart er in Zukunft Unmengen von Unterhaltszahlungen. Auch das rechnet sich also für den Mann. Die Vaterschaftsbetrügerin kann sich ja in so einem Falle an den tatsächlichen Erzeuger halten, den sie zwar verschwiegen hat, den sie aber mit Sicherheit kennt. Apropos Lügen, Kinder unterschieben und Falschbeschuldigungen: In einem Frauenforum wird gerade wieder larmoyant bejammert, dass Frauen per se für Lügnerinnen gehalten werden, wenn es um Anzeigen von sexuellen Übergriffen geht. Wenn es tatsächlich stimmt, dass rund 10% aller Kinder nicht vom "amtierenden" Vater abstammen, dann sind es die Frauen selber schuld, dass ihnen dieses Etikett bezüglich Falschbeschuldigungen an ihre Astralkörper geheftet wurde. Es spricht sehr viel dafür, dass das stimmt, denn diese Ergebnisse fielen gewissermassen als "Spinoff" bei umfangreichen Forschungsarbeiten an, die zur Klärung einer vererbbaren Krankheit gemacht wurden.

Hier klingeln wohl bei den Staatsfeministinnen wieder alle Alarmglocken, denn es könnte eine Geldquelle versiegen.

Männer, seid vorsichtig wenn Ihr einen Schlitz vor Euch habt. Da steht - unsichtbar natürlich - dran: "Game over! Insert Coin to continue!"

Grüsse,
Ferdi

Re: Vaterschaftstests

Pokemon, Friday, 28.05.2004, 21:34 (vor 7924 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Vaterschaftstests von Ferdi am 28. Mai 2004 13:14:07:

Hallö!

Ich finde, jeder Mensch hat ein Recht, zu wissen ob es sein Kind ist, welches er im Arm hält. Die Mutter hat kein Recht, einen Vaterschaftstest zu verbieten - auch zum Wohl des Kindes.
Vielleicht sollte man dazu übergehen, die Kinder gleich nach der Geburt zu testen?

Das Testen von Männern im Falle einer Straftat finde ich überaus sinnvoll. Wenn ein Kind eindeutig von einem Mann vergewaltigt wurde, dann ist dies eine gute Möglichkeit, den Täter zu finden, oder nicht? Weiß zufällig jemand ob es solche kollektiven Tests auch schon bei Frauen gegeben hat und in wieviel Prozent der Fälle diese Tests schon zum Täter geführt haben?

Pokemon

Re: Vaterschaftstests

Christian, Friday, 28.05.2004, 22:06 (vor 7924 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Vaterschaftstests von Ferdi am 28. Mai 2004 13:14:07:

Hier klingeln wohl bei den Staatsfeministinnen wieder alle Alarmglocken, denn es könnte eine Geldquelle versiegen.
Männer, seid vorsichtig wenn Ihr einen Schlitz vor Euch habt. Da steht - unsichtbar natürlich - dran: "Game over! Insert Coin to continue!"

Meiner Meinung nach vollkommen richtig, es geht ihnen in Wirklichkeit nur ums liebe Geld!

meint,
Christian

Re: Vaterschaftstests

Sven75, Friday, 28.05.2004, 22:11 (vor 7924 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Vaterschaftstests von Ferdi am 28. Mai 2004 13:14:07:

Hier klingeln wohl bei den Staatsfeministinnen wieder alle Alarmglocken, denn es könnte eine Geldquelle versiegen.
Männer, seid vorsichtig wenn Ihr einen Schlitz vor Euch habt. Da steht - unsichtbar natürlich - dran: "Game over! Insert Coin to continue!"

So siehts aus.

Es reicht offenbar nicht, dass es unsere Staatin unterstützt, dass den Vätern die Kinder vorenthalten werden indem sie den Umgangsboykott der Mütter unterstützt, währenddessen sie gleichzeitig aber die "Unterhaltspflicht" der Väter einfordert.

Nein, nun soll der Vater nichtmal erfahren dürfen, ob es überhaupt sein Kind ist. Oder mal übersetzt: "Zahl und schweig stille, Sklave"

Da kann es nur eine Antwort drauf geben: Keine Kinder.

Gruss,
Sven

Re:Tut mir Leid, habe diesen Thread übersehen n/t

Christian, Friday, 28.05.2004, 22:00 (vor 7924 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Vaterschaftstests von Odin am 28. Mai 2004 11:33:19:

Vorrang für Mutter und Kind
Regierung will heimliche Vaterschaftstests verbieten
Von Andreas Hoffmann
Berlin - Die Bundesregierung will heimliche Vaterschaftstests per Gen-Analyse verbieten. Das kündigte Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) gegenüber der Süddeutschen Zeitung an. Wie sie sagte, ist das Verbot in dem geplanten Gentestgesetz vorgesehen, über das in der Koalition derzeit beraten wird. Zypries begründete dies damit, dass Mutter und Kind die Hoheit über ihre Daten behalten müssten. ¸¸Wer heimlich Gene bestimmen lässt, greift in das informationelle Selbstbestimmungsrecht der Beteiligten ein", sagte sie. Dabei gehe es um intime Informationen, die ¸¸nicht ohne Einwilligung der Betroffenen genutzt werden dürfen".
Hintergrund ist eine Zunahme von Erbgutanalysen. Datenschützer sprechen bereits von einer ¸¸Kommerzialisierung von Gentests". So bieten Firmen Verfahren an, bei denen ein Haar oder eine Speichelprobe des Kindes genügt, um die Abstammung festzustellen - Kosten etwa 300 bis 500 Euro. Zypries befürchtet, dass durch die Werbung in den Familien oft ein Druck aufgebaut werde, die Vaterschaft heimlich zu testen, etwa von unbeteiligten Dritten. ¸¸Auf diese Weise kann rechtswidrig in sozial funktionierende Familien eingegriffen werden", sagte sie. Dies sei unnötig, weil ein an der Vaterschaft zweifelnder Mann schon heute ein Gerichtsverfahren anstreben könne. Zudem gebe es eine rechtliche Grauzone. ¸¸Mit unserem Gesetzentwurf wollen wir die Rechtslage eindeutig klarstellen", sagte sie und spielte auf ein Urteil des Landgerichts München an. Die Richter hatten entschieden, dass unverheiratete Väter die Abstammung eines Kindes überprüfen können, ohne die Mutter zu fragen. Kritiker befürchten aber, dass ein Verbot wenig nützt. Die Genlabors würden ins Ausland verlagert und von dort aus Tests anbieten. Unklar ist wie viele Sprösslinge so genannte Kuckuckskinder sind, bei denen der ¸¸Papa" nicht der leibliche Vater ist. Einige Studien beziffern den Anteil auf zehn Prozent, die Untersuchungen sind aber umstritten.
Noch ist an Zypries Vorhaben einiges unklar, etwa wie Verstöße geahndet werden sollen. ¸¸Möglich sind Geldbußen oder Geldstrafen, da haben wir uns noch nicht entschieden", sagte sie. Offen ist auch, wann das Gesetz in Kraft treten wird. Die Koalition berät seit drei Jahren darüber, wobei sie nicht nur heimliche Vaterschaftstests verbieten, sondern auch Vorgaben für Arbeitgeber, Versicherungen und Forscher machen will, wie diese mit Gentests umgehen dürfen. Auf ein Datum wollte sich Zypries nicht festlegen, das Gesetz soll bis Herbst 2006 verabschiedet sein. Ursprünglich sollte im Frühjahr 2004 ein Entwurf vorliegen, federführend ist aber nicht Zypries" Haus, sondern Sozialministerin Ulla Schmidt.
In dem Gentestgesetz soll es auch eine verpflichtende Beratung für Menschen geben, die ihre Gene auf Erbkrankheiten untersuchen lassen. ¸¸Wir wollen verhindern, dass die Menschen mit der Diagnose und der Aussagekraft dieser Analyse allein gelassen werden", sagte Zypries. Häufig könnten die Bürger die Ergebnisse nicht richtig einordnen.
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Meine Frage wäre, ob man da etwas dagegen tun könnte, anstatt sich weiter wie das Lamm zur Schlachtbank führen zu lassen

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