Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Kuckucksväter

Odin, Tuesday, 25.05.2004, 14:49 (vor 7927 Tagen)

37°
"Kuckucksväter - Von betrogenen Männern und ihren Kindern"

"Mamas baby, papa maybe" reimt ein altes Sprichwort. Und tatsächlich ist die Urangst der Männer vor einem untergeschobenen Kind berechtigt. Laut einer neueren Studie sind 10 Prozent der vermeintlichen Väter in Wahrheit nicht die biologischen. Mit seinem Schicksal nicht allein zu sein, tröstet den 35-jährigen Günther nur wenig. 14 Jahre war er mit seiner Frau zusammen, elf Jahre verheiratet, dann reichte sie die Scheidung ein. Bei einem Streit ums Sorgerecht für die beiden Töchter warf sie ihm an den Kopf, er solle sich nicht so aufregen, die Kinder seien ja gar nicht von ihm. Für Günther brach eine Welt zusammen. Nie zuvor hatte er daran gezweifelt, dass seine beiden Mädchen wirklich seine Kinder waren. Gegen den Willen seiner Frau machte er daraufhin einen Vaterschaftstest und erfuhr, dass er der Vater der vierjährigen, nicht aber der achtjährigen Tochter ist. "Es war der Sonntag nach Weihnachten als ich den Anruf mit dem Testergebnis bekam. Und ich dachte, Mensch, die arbeiten sogar am Wochenende und dann wurde mir mitgeteilt, dass die Große nicht meine Tochter sei. Da habe ich angefangen zu weinen und mein Mädchen stand neben mir und schaute mich mit großen Augen an und sagte, 'Papa. Warum weinst du denn', und ich konnte ihr nicht sagen warum." Trotz seiner Verzweiflung dachte Günther zuerst an das Wohl der Kinder und suchte Hilfe bei einem Kinderpsychologen des Jugendamtes. Nach einem Beratungsgespräch hat er ihnen dann die Wahrheit gesagt. So richtig begriffen haben die Kinder noch nicht, was das bedeutet, aber verunsichert sind sie seitdem beide. Trotz einer gewissen Angst, sie zu verlieren, hat Günther seiner großen Tochter versprochen, ihren biologischen Vater zu suchen. "Es macht mich so wütend, dass meine Frau die Gesundheit meiner Kinder so auf's Spiel gesetzt hat. Wenn sie gestorben wäre und keiner hätte es gewusst und meine Tochter hätte zum Beispiel eine Niere gebraucht, hätte ich meine nicht spenden können und niemand hätte gewusst, wo sich der Vater mit der vielleicht lebensrettenden Niere aufhält. Meine Frau sagt, sie weiß nicht, wer der Vater ist, aber ich werde ihn suchen." Mit Hilfe einer Therapie und seiner neuen Freundin ist es Günther gelungen, ein neues Leben anzufangen. An den Gefühlen für seine große Tochter hat sich nichts geändert. "Am Anfang hat es sehr weh getan, wenn sie Papa gesagt hat, aber sie ist und bleibt meine Tochter." Zur Zeit darf er seine Töchter jedes zweite Wochenende sehen. Das ist ihm viel zu wenig. Günther will jetzt sogar das Sorgerecht für beide Kinder beantragen, denn egal wer der biologische Vater ist, er fühlt sich nach wie vor als Vater auch der großen Tochter. Und um sie will er kämpfen.

37 Grad "Kuckucksväter" erzählt, was es für Männer bedeutet zu erfahren, dass sie nicht die biologischen Väter ihrer Kinder sind.

Dienstag 25.5. ZDF 22.15 Uhr

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