Freundschaft ist auch im Netz käuflich
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Freundschaft ist auch im Netz käuflich
Ernst Corinth 21.05.2004
Für 45 Dollar kann man sich zwei Monate lang eine Freundin mieten
Es werden immer mehr. Und immer mehr dieser Single-Männer haben ein Problem. Sie leiden nämlich oft darunter, dass sie von ihren Freunden, ihren Kollegen oder ihrer Familie gefragt werden, warum sie immer noch keine Freundin haben. Und ganz schlimm ist es in der Provinz, wo ein unbeweibter Mann sowieso als schwul gilt. Doch nun gibt es für diese bemitleidenswerten Männer eine höchstelegante Lösung. Der Betreiber von imaginarygirlfriends.com bietet nämlich seit kurzem einen ungewöhnlichen Service an.
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Tired of your friends and family telling you to get a girlfriend? Want to make that certain someone a little jealous? Need a confidence boost? Just feeling lonely sometimes? With an Imaginary Girlfriend, you can carry on a completely fictitious, yet authentic looking relationship with the girl of your choice.
Auf seiner Seite kann man sich also tatsächlich für einen befristeten Zeitraum eine Freundin mieten. Beispielsweise die 21-jährige Kalifornierin Rose, die, wie sie behauptet, Schauspielerin und Tierärztin werden möchte, gern ausgeht und Partys feiert. Überweist man ihr 45 Dollar, dann schickt sie zwei Monate lang persönlich gehaltene Briefe, Emails und Fotos. Und sie hinterlässt auf dem Anrufbeantworter kurze Nachrichten.
Oder wie wäre es mit der süßen Roxy:
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Age 20, From Los Angeles, California
Hi! My name is Roxy. I am 20 years old and I live in L.A. I'm a big geek. :) I love movies, and music. I read all the time, and aspire to being an author. I'm funloving and am very turned on by a good sence of humor. I'm adventureous and can be very spontainious (I've been known to climb fences, go skinny-dipping in the ocean, take imprompteau road trips, and sleep under the stars). I love computers, and play an online text-based RPG.
As an Imaginary Girlfriend, I would write at least one handwritten letter a week personalized according to your interests, send e-mails, and chat occasionally on AIM. I may include a small gift per two-month period, such as half of a love necklace for them to wear, or a ring.
Eines findet aber bei keinem Mietobjekt statt: ein persönliches Treffen. Das heißt: Der Freundinnen-Mieter geht überhaupt keine Verpflichtungen ein, braucht daher auch keine Angst vor zuviel körperlicher Nähe zu haben und kann sich dennoch gegenüber seinen Bekannten mit einer Freundin brüsten. Und wenn die Mietzeit abgelaufen ist, wird selbst die dann folgende Trennung noch stilecht inszeniert mit Mails, Anrufen oder Briefen, in denen die Mitobjekte sich für eine vermeintlich schlimme Geschichte bei ihrem angeblichen Freund entschuldigen und ihn sehnsüchtig um Verzeihung bitten. Was will der Single-Mann also mehr?
Kurzum: Mit ein paar Scheinen wird der Schein heutzutage in fast allen Lebenslagen perfekt gewahrt. Und es gibt scheinbar nichts, was sich nicht irgendwie übers Netz doch noch kommerziell ausschlachten lässt. Daher ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis diese Geschäftsidee auch bei uns Nachahmer findet.
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bemerkenswert dabei finde ich das frauen sogar in der lage sind eine dienstleistung die praktisch nichts ist ausser bissel gewäsch im internet zu verkaufen.
wenn ein mann wirklich so sehr von frauen abhängig ist das er sowas kauft hat er imho ein echtes problem (oder zuviel geld ;). als ob der wert eines mannes von der frau an seiner seite abhängen würde.
Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich
Als Antwort auf: Freundschaft ist auch im Netz käuflich von Sebastian am 21. Mai 2004 10:57:14:
Hallo Sebastian!
Dabei fiel mir eine Geschichte ein, die eine Bekannte mir vor etwa 10 Jahren erzählte:
Ein Mädchen in ihrer Schulklasse prahlte immer mit ihren Männerbekanntschaften. Oft zeigte sie Fotos von jungen Männern herum, mit Kommentaren wie "mit dem habe ich vor zwei Wochen Schluß gemacht; mit dem hier bin ich jetzt zusammen, aber ich werde ihm wohl auch bald den Laufpaß geben; und den hier habe ich neulich auf einer Party kennen gelernt..."
Irgendwann stellte sich dann heraus, daß sie die Männer auf den Fotos allesamt gar nicht wirklich kannte. Sie hat Kontaktanzeigen aufgegeben, immer mit dem Satz "nur Zuschriften mit Foto werden beantwortet". Natürlich hat sie die Zuschriften nie beantwortet, sondern es ging ihr nur darum, neue Fotos zu bekommen.
Vielleicht könnte sich so mancher Mann also so auch noch etwas dazu verdienen... 
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich
Als Antwort auf: Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich von Garfield am 21. Mai 2004 12:16:52:
Hallo Sebastian!
Dabei fiel mir eine Geschichte ein, die eine Bekannte mir vor etwa 10 Jahren erzählte:
Ein Mädchen in ihrer Schulklasse prahlte immer mit ihren Männerbekanntschaften. Oft zeigte sie Fotos von jungen Männern herum, mit Kommentaren wie "mit dem habe ich vor zwei Wochen Schluß gemacht; mit dem hier bin ich jetzt zusammen, aber ich werde ihm wohl auch bald den Laufpaß geben; und den hier habe ich neulich auf einer Party kennen gelernt..."
Irgendwann stellte sich dann heraus, daß sie die Männer auf den Fotos allesamt gar nicht wirklich kannte. Sie hat Kontaktanzeigen aufgegeben, immer mit dem Satz "nur Zuschriften mit Foto werden beantwortet". Natürlich hat sie die Zuschriften nie beantwortet, sondern es ging ihr nur darum, neue Fotos zu bekommen.
Vielleicht könnte sich so mancher Mann also so auch noch etwas dazu verdienen...
Freundliche Grüße
von Garfield
das ist mal ne gute idee *g*.
Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich
Als Antwort auf: Freundschaft ist auch im Netz käuflich von Sebastian am 21. Mai 2004 10:57:14:
Im Kleinen gibt es diesen "Service" auch für Teens. In der Bravo konnte man sich für eine gewisse Gebühr Liebesbotschaften aufs Handy senden lassen. Auch Anrufe sollten simuliert werden, damit die Teenies ihrer Clique vorspielen konnten, sie hätten eine Freundin / einen Freund.
Diese Angebote sind ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Ich finde es schlimm wenn Leute auf eine bezahlte Begleitung zurückgreifen müssen weil sie selbst niemanden haben. Ab und zu tauchen in den Zeitungen Anzeigen auf, mit denen seriöse Begleitpersonen (auch männliche, es gibt nämlich auch einsame Frauen) angeworben werden. Ist ganz schön arm wenn Leute auf so etwas zurückgreifen müssen.
Ich glaube, heutzutage sind viele Männer viel zu verunsichert und ängstlich um an eine Partnerin zu gelangen. Sie nehmen Kontakt zu einer Frau auf, werden aber (scheinbar) abgewiesen und geben auf aus Angst, der sexuelle Belästigung beschuldigt zu werden. Dabei lassen viele Mädchen den Mann erst einmal zappeln. Offen zugeben tun sie es selten, aber aus Gesprächen mit meiner Clique weiß ich, dass es sehr oft wirklich so ist. Sie mögen es, wenn er hinter ihnen herläuft, es gibt ihnen ein Gefühl, begehrt zu sein. Ist ja auch schön, dieses Gefühl, das gebe ich offen zu, nur leider haben sich die Frauen mit der extremen Emanzipation ihr eigenes Grab geschaufelt und bleiben partnerlos weil sich die Männer einfach nicht mehr trauen.
Damit will ich nicht sagen dass Frauen belästigt und verfolgt werden wollen aber den meisten Mädchen aus meinem Umfeld gefällt es ausgesprochen gut, wenn ein Junge sie umwirbt.
Ich finde diese Entwicklung sehr schade weil schüchterne Mädchen darunter leiden. Sie trauen sich nicht, ihre Zuneigung zu zeigen, der Junge hält es für Ablehnung und traut sich nicht weiter zu "baggern". Somit bleiben beide allein. Und schüchterne Jungen, die von Natur aus schon Schwierigkeiten mit der Partnersuche haben, werden durch die allgegenwärtige Drohung "sexuelle Belästigung" noch weiter verunsichert.
Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich
Als Antwort auf: Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich von Pokemon am 21. Mai 2004 16:24:53:
Im Kleinen gibt es diesen "Service" auch für Teens. In der Bravo konnte man sich für eine gewisse Gebühr Liebesbotschaften aufs Handy senden lassen. Auch Anrufe sollten simuliert werden, damit die Teenies ihrer Clique vorspielen konnten, sie hätten eine Freundin / einen Freund.
Diese Angebote sind ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft. Ich finde es schlimm wenn Leute auf eine bezahlte Begleitung zurückgreifen müssen weil sie selbst niemanden haben. Ab und zu tauchen in den Zeitungen Anzeigen auf, mit denen seriöse Begleitpersonen (auch männliche, es gibt nämlich auch einsame Frauen) angeworben werden. Ist ganz schön arm wenn Leute auf so etwas zurückgreifen müssen.
hallo pokemon,
ich sehe das in etwa wie folgt:
liebe ist ein tausch / handel
von daher ist nicht so sehr die frage was man genau tauscht, ich denke nicht das es höherwertig ist jemanden zu wegen der charaktereigenschaften zu lieben als z.b. jemanden wegen des aussehens oder des geldes wegen zu lieben. wichtiger ist eher die frage, erhält man für das was man gibt eine gegenleistung die einen zufriedenstellt?
da ich nicht reich bin ist es für mich einfacher mit etwas anderem zu tauschen als mit geld, von daher neigen insbesondere ärmere menschen natürlich dazu den tausch mit geld als "verwerflich" zu betrachten, genauso wie hässliche dazu neigen die inneren werte hervorzuheben.
so oder so immer dasselbe spiel. ich für meinen teil finde es allerdings bemerkenswert das es wohl leute gibt die für eine derart geringe leistungs geld ausgeben (und noch dazu recht viel wie ich meine).
Ich glaube, heutzutage sind viele Männer viel zu verunsichert und ängstlich um an eine Partnerin zu gelangen. Sie nehmen Kontakt zu einer Frau auf, werden aber (scheinbar) abgewiesen und geben auf aus Angst, der sexuelle Belästigung beschuldigt zu werden. Dabei lassen viele Mädchen den Mann erst einmal zappeln. Offen zugeben tun sie es selten, aber aus Gesprächen mit meiner Clique weiß ich, dass es sehr oft wirklich so ist.
Sie mögen es, wenn er hinter ihnen herläuft, es gibt ihnen ein Gefühl, begehrt zu sein. Ist ja auch schön, dieses Gefühl, das gebe ich offen zu, nur leider haben sich die Frauen mit der extremen Emanzipation ihr eigenes Grab geschaufelt und bleiben partnerlos weil sich die Männer einfach nicht mehr trauen.
Damit will ich nicht sagen dass Frauen belästigt und verfolgt werden wollen aber den meisten Mädchen aus meinem Umfeld gefällt es ausgesprochen gut, wenn ein Junge sie umwirbt.
Ich finde diese Entwicklung sehr schade weil schüchterne Mädchen darunter leiden. Sie trauen sich nicht, ihre Zuneigung zu zeigen, der Junge hält es für Ablehnung und traut sich nicht weiter zu "baggern". Somit bleiben beide allein. Und schüchterne Jungen, die von Natur aus schon Schwierigkeiten mit der Partnersuche haben, werden durch die allgegenwärtige Drohung "sexuelle Belästigung" noch weiter verunsichert.
was das zappeln lassen angeht, so schadet das am ende ja allen von daher ist das kein durchsetzungsfähiges verhalten. was die angst vor sexueller belästigung angeht ist die meiner einschätzung nach bei nicht sehr aufgeklärten männern doch eher gering. ich denke was viel eher dazu führt das männer frauen nicht ansprechen ist die von dir schon angeführte verunsicherung eher allgemeiner natur.
grüsse
Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich @ Sebastian
Als Antwort auf: Re: Freundschaft ist auch im Netz käuflich von Sebastian am 21. Mai 2004 18:03:25:
Hallo Sebastian!
ich sehe das in etwa wie folgt:
liebe ist ein tausch / handel
von daher ist nicht so sehr die frage was man genau tauscht, ich denke nicht das es höherwertig ist jemanden zu wegen der charaktereigenschaften zu lieben als z.b. jemanden wegen des aussehens oder des geldes wegen zu lieben. wichtiger ist eher die frage, erhält man für das was man gibt eine gegenleistung die einen zufriedenstellt?
Ja, in gewisser Hinsicht ist das richtig. Ich unterstelle den Kunden von Begleit-Argenturen nur, dass sie nicht auf die bezahlte Begleitung zurückgreifen würden wenn sie nicht selbst jemanden hätten. Ich glaube es gibt viele einsame partnerlose Menschen, die dann in ihrer Not auf solche Dienste zurückgreifen müssen um vor anderen bestehen zu können. Verwerflich finde ich so einen "Tausch" nicht, aber die Beweggründe, die oft dahinterstehen finde ich schlimm. Einsamkeit scheint ja heute ein großes Problem zu sein.
Pokemon