Beispiel für falsche Missbrauchsbeschuldigungen
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Überraschende Wendung in Kinderschänder-Prozess in Frankreich
SAINT-OMER - Im Mammut-Prozess gegen 17 mutmassliche Kinderschänder in Nordfrankreich ist am Dienstagabend eine überraschende Wendung eingetreten. Die 37-jährige Hauptangeklagte Myriam D. zog ihre Beschuldigungen gegen 13 Mitangeklagte zurück.
Myriam D. hatte 13 Nachbarn und Bekannte beschuldigt, bei Vergewaltigungen mitgemacht zu haben. Die Angeklagten sassen auf Grund ihrer Aussagen zum Teil seit Jahren in Untersuchungshaft und wurden von ihren Kindern getrennt.
"Ich bin eine Kranke, eine Lügnerin", sagte Myriam D. Sie könne die Beschuldigungen gegen die anderen Angeklagten, darunter ein Geistlicher und ein Justizbeamter, nicht aufrecht erhalten.
Das Verfahren hatte Anfang Mai begonnen. Myriam D. und ihr 40-jähriger Mann Thierry D. legten Geständnisse ab, ihre eigenen Kinder missbraucht zu haben.
Nach der überraschenden Wende stand zunächst nicht fest, in welcher Form der Prozess fortgesetzt werden sollte. Mehrere Anwälte wollten beantragen, dass ihre Mandanten sofort auf freien Fuss kommen.
Die Ermittlungen waren im Dezember 2000 ins Rollen gekommen. Die Sozialdienste von Boulogne-sur-Mer waren darauf aufmerksam geworden, dass die Kinder von Thierry D. und seiner Frau offenbar sexuell missbraucht wurden. Gegen den Vater liefen die ersten Ermittlungen wegen Vergewaltigung an.
In der Wohnung des Paares wurden Dildos und 163 Porno-Cassetten beschlagnahmt. Im Frühjahr 2001 waren die Ermittlungen dann auf sieben Nachbarn und Freunde des Paares ausgedehnt worden.
Im November 2001 wurden sieben weitere mutmassliche Kinderschänder verhaftet. Insgesamt 18 Kinder im Alter von drei bis 14 Jahren sollen in den Jahren von 1995 bis 2000 missbraucht worden sein.