Sadismus, ... sogar von Frauen
"Woher rührt der Sadismus, von Männern und sogar von Frauen?"
... und sogar von Frauen. Mein Gott, was für eine Blindheit!
"Mütter, meist selbst Opfer sexueller Gewalt.."
Wenn Frauen sadistisch werden wurden sie meist in ihrer Kindheit psychisch oder sexuell missbraucht.
Wie kommt Frau darauf, das das bei Männern anders ist ?
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Dunkelkammern der Seele
Warum werden Menschen zu Folterknechten? Woher rührt die Grausamkeit in einer demokratischen Armee? Versuch über den Sadismus
Von Caroline Fetscher
Im Gepäck moderner Soldaten finden sich nicht nur Waffen, Wasserflaschen und Vitamintabletten. Sondern auch Mobiltelefone, Handynummern und Email-Adressen. Wer aus Kentucky oder Kalifornien die Reise an die Front antritt, will Freunden und Familie so nah sein wie möglich. Also werden Fotos gesendet, innerhalb von Sekunden: Mom and Dad, hier bin ich vor dem abgerissenen Saddam-Poster. Solche Fotos dienen der Abwehr gegen die Unsicherheit der Gegenwart. Sie suspendieren von der Nervosität des Augenblicks.
Eine andere Botschaft vermitteln die Souvenirbilder aus dem Irak, die Gefangene als Statisten sadistischer Inszenierungen vorführen, während sich Wärter, als Regisseure, an der Blöße und Ohnmacht der Opfer ergötzen. Diese Bilder sind nicht gegen die Angst geschossen. Hier toben sich Männer wie Frauen auf verbrecherische Weise an Wehrlosen aus. Dass sie fotografieren, demonstriert ihre Annahme, in einer Sphäre der Straflosigkeit zu agieren. Ohne Scham dokumentieren sie ihre Straftaten.
In Claude Lanzmanns Dokumentarfilm Shoah berichtet ein KZ-Überlebender von einem SS-Mann, der Häftlingen unter der Folter zurief: Keiner wird euch glauben! Von den Foltertrakten totalitärer Militärs gibt es in der Regel keine Zeugnisse, denn noch den Ungebildetesten war klar, was sie taten.
Der Vergleich der jetzt veröffentlichten Irak-Fotos mit solchen aus dem NS-Regime scheint unstatthaft. Und auch gemessen an den Massenmorden durch Saddams Folterregime könnten die Straftaten von Armeeangehörigen der USA und Großbritanniens eher geringfügig wirken. Doch nun geraten Bilder in die Welt, deren Perversion auch im Westen Grauen hervorruft.
Haben also doch alle Menschen das Potenzial zur Grausamkeit? Oder tauchen im Zeitalter der digitalen Reproduzierbarkeit nur mehr Belege dafür auf? So einfach ist es nicht. Gerade die Tatsache, dass es so etwas wie zivilisatorischen Fortschritt gibt, provoziert die Frage: Wie war das möglich? In dieser wohl spontan produzierten Armee-Pornographie prallen Sphären aufeinander demokratische Armee, Ex-Diktatur, sexuelle Perversion , die eine politische Kakophonie verursachen. Woher rührt der Sadismus, von Männern und sogar von Frauen?
Als Sigmund Freud begann, über die Psyche, die Libido und den Sadismus nachzudenken, sagte er, er habe am Schlaf der Welt gerührt. Die Existenz des Unbewussten selbst war ein Tabu, das Freud mit energischem Aufklärungswillen brach. Der Seher zwischen den zwei Weltkriegen schrieb 1929 Das Unbehagen in der Kultur. Kultur erfordere Nächstenliebe, ja Feindesliebe. Aber wenn der Feind nur irgendeine Lust damit befriedigen kann, macht er sich nichts daraus, mich zu verspotten, zu beleidigen, zu verleumden, seine Macht an mir zu zeigen, und je sicherer er sich fühlt, je hilfloser ich bin, desto sicherer darf ich dies Benehmen gegen mich von ihm erwarten. Freud folgerte, Zivilisation bedeute das Einengen der Triebbefriedigung. Solche Normen verhüteten allerdings das Ärgste die Regression in infantile Muster, zu grausamem Verhalten.
Freuds Einsichten in die Dunkelkammern der Seele hatten die Gräuel des Nationalsozialismus vorausgeahnt. Die heutigen Gesellschaftswissenschaften eröffnen eine weitere Perspektive: Ihnen gilt der Mensch als lernfähiges, soziales Wesen, das nicht allein Triebschicksalen unterworfen ist. Zwar waren Gewalt und Sadismus gegen Wehrlose in der Antike so bekannt wie im Mittelalter. Dantes Inferno und Giovanni Batista Piranesis Carceri erkundeten als frühe Vorläufer moderner Psychologie die Räume der Verzweiflung und der Grausamkeit. Und aus Bachs Matthäuspassion erklingt der Widerhall auf die Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges Geschichte besteht aus Traumata und deren Echos. Aber die Statistiken von Amnesty International zeigen heute auch: Je nach Gesellschaftssystem trifft das Ausagieren dieser Emotionen auf unterschiedliche Grade von Akzeptanz oder Ächtung.
Traumata und deren Echo bleiben zentrale Schubkräfte für Sinnstiftung und Rebellion. Sie können auch Motor radikalen Fortschritts sein, der sich wie die Französische Revolution oder die Uno-Charta der Menschenrechte aus der Reaktion auf das Unerträgliche speist. Das Unerträglichste, erklärt die Charta, seien nicht allein Ungerechtigkeit und Leid, sondern auch vorsätzlich zugefügter Schmerz mit dem Ziel, das Leid eines Anderen zu vergrößern und zu genießen.
Die politisch sanktionierteste Ausprägung des Sadismus kam aus Deutschland und trug den Namen Faschismus. Dem Nationalsozialismus ging es nicht nur darum, Andere zu vernichten. Man entwarf und implementierte ausgeklügelte Lagersysteme der Folter und der Lebensfeindlichkeit. Das Echo dieser Traumata hallt bis heute nach, bis in die dritte Generation. Jürgen Müller-Hohagen, Leiter des Dachauer Instituts für Psychologie und Pädagogik, setzt sich mit den psychischen Folgen des Nationalsozialismus auseinander, seit er wiederholt merkte, dass in ein und derselben Familie massiver sexueller Missbrauch und NS-Täterschaft vorgekommen waren. Eine jüngere Frau schrieb ihm, erst als sie von Massenvergewaltigungen als Kriegspraxis in Ex-Jugoslawien gelesen hatte, sei ihr bewusst geworden, dass solche Kriegssituationen die Schule der Männer gewesen sein müssen, die mir die Kindheit zur Hölle gemacht haben.
Dennoch sind sexualisierte Gewalt und ihre Verquickung mit dem Politischen noch immer weit gehend Tabu. So sehr sogar, dass einer wie Pierre Richard Prosper, US-Sonderbeauftragter für Kriegsverbrechen, erst kürzlich erklärte, während des Ruanda-Tribunals begriffen zu haben, dass sexuelle Gewalt ein Schwerverbrechen sei. Die Folterbilder aus dem Irak, auf denen auch Frauen als Täterinnen auftreten, sind das Gegenteil eines Bildersturms ein Sturm der Bilder, der das Zivilisatorische verwüstet. Sie scheinen Freuds Befürchtung plakativ zu bestätigen, dass Ohnmacht niedrigste Instinkte provoziert.
Dennoch sollte darüber nicht vergessen werden, dass auch das Gegenteil verbreitet ist: Empathie, Solidarität und Asylrechte gelten vielen als selbstverständlich. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs entstanden jedes Jahr neue demokratische Staaten, die sich einer demokratischen Verfassung und der UN-Menschenrechts- Charta verpflichtet sehen. Diese Systeme haben, von Kanada über Europa bis Neuseeland, normative Kräfte entwickelt, Gewalt und Willkür einzuschränken anders als autoritäre Regime. Das gilt umso mehr, wenn Soldatinnen und Soldaten einer Demokratie unsägliche Straftaten begehen: Eine Demokratie kann und muss sie ahnden.
Nicht zufällig werden sadistische Verbrechen dort begangen, wo innerhalb der Demokratie extreme Hierarchien existieren bei Polizei oder Armee wie in Familien. Als strukturell nicht-demokratische Subsysteme entgleiten sie am leichtesten. Hier werden Menschenrechte am ehesten verletzt. In einem Betrieb, wenn er dysfunktional wird und sich Mobbing ausbreitet, in der Armee, wenn ein Szenario zwischen Ohnmacht und Allmacht schwankt oder Söldner neben regulären Soldaten agieren. Und in Familien, in denen Traumata und Tabus über Generationen akkumuliert wurden. Für keinen dieser Bereiche, auch das zeigen die Folterbilder, gilt eine besondere Unschuld von Frauen.
Frauen wie Männer sind am Business mit Kinderpornos beteiligt, Frauen wie Männer misshandelten Häftlinge im Irak. Mütter wie Väter missbrauchen ihre Kinder sexuell. Allein die Methoden variierten etwa beim Münchhausen-by-proxy-Syndrom. Mütter, meist selbst Opfer sexueller Gewalt, delegieren den Missbrauch des Kindes an Ärzte, um an qualvollen Behandlungen sadistisch zu partizipieren. Die Gefreite Lynndie England, die im Irak entkleidete Häftlinge quälte und vor ihnen posierte, ist werdende Mutter.
Demokratien müssen sich ohne Scheuklappen mit Machtmissbrauch und Gewalt in ihren Subsystemen befassen. Sie müssen psychologisch denken lernen und das Schweigen brechen. Die Folterfotos der US-Armee machen dies umso dringlicher: Es geht darum, die Bilder aus den Dunkelkammern zu belichten. Auch vor Gericht.
Quelle: http://www.tagesspiegel.de/kultur/index.asp?gotos=http://archiv.tagesspiegel.de/toolbox...
münchhausen by proxy
Als Antwort auf: Sadismus, ... sogar von Frauen von Sven am 09. Mai 2004 10:26:27:
...ist ja wirklich der Hammer. Ich habe gar nicht gewußt, daß es sowas gibt. Beim Google-Hüpfen ist mir folgender Text untergekommen:
Veranstaltungsreihe am Zentrum für Kindermedizin der Universität Leipzig widmete sich dem Münchhausen-by-proxy-Syndrom
Wenn eine fürsorgliche Mutter mit ihrem ewig kranken Kind von Diagnose zu Diagnose, von Therapie zu Therapie und auch immer wieder von Arzt zu Arzt läuft, sind ihr Respekt und Mitgefühl ihrer Umgebung sicher. Doch so viel Aufopferung kann in sehr seltenen aber gefährlichen Fällen auch einen ganz anderen Hintergrund haben: Münchhausen-by-proxy. Dieses Syndrom war eines der Themen auf der kürzlich vom Zentrum für Kindermedizin der Universität Leipzig organisierten Folge der Veranstaltungsreihe zu Kindesmisshandlungen.Es referierte Prof. Dr. med. habil. Werner Johann Kleemann, Direktor des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Leipzig.
Baron von Münchausen, der sogenannte "Lügenbaron", gab dem Syndrom, also dem Krankheitsbild, seinen Namen. Die "Lügner" sind in diesem Fall Menschen, die eine Erkrankung vortäuschen oder selbst provozieren. "Das Spektrum reicht von selbst beigebrachten Verletzungen bis zu falschen Aussagen über vorhandene Symptome", so Kleemann.
Besonders dramatisch wird das jedoch, wenn betreuende Personen, zu 90 Prozent sind dies die leiblichen Mütter, dies ihren Kindern antun.
Man spricht in diesem Fall von Münchhausen-by-proxy, also Münchhausen in Vertretung. Lang ist die Liste dessen, was sich solche Mütter einfallen lassen, um immer wieder eine Grund zu haben, mit ihrem Kind zum Arzt zu gehen oder an dessen Krankenbett zu sitzen. Sie beschreiben mit zumeist erstaunlichem Fachwissen nie vorhandene Symptome oder geben manipulierte Proben im Labor ab. Manchmal trichtern sie ihren Sprösslingen auch ein, was sie beim Arzt zu sagen oder wie sie auf bestimmte Tests zu reagieren haben. Schlimmer noch:
Sie erregen bei ihrem Kind Krankheiten und schrecken nicht vor den grausamsten Eingriffen zurück. Vom Spritzen von Gift oder Medikamenten, vom Erzeugen von Fieber, Ausschlag, Erbrechen, Krämpfen, nicht heilenden Wunden ... bis zu Koma, Herzrhythmusstörungen und Atemstillstand reichen die von der Mutter bewusst verursachten Torturen - und bis zum Tode. Britische Analysen ergaben, dass zehn bis zwölf Prozent aller betroffenen Kinder diese Krankheit ihrer Mütter nicht übeleben.
"Warum diese Frauen das tun, ist eine Frage an die Psychologen und Psychiater. Unsere Aufgabe als Mediziner ist es, die Kinder zu schützen, indem wir die Möglichkeit der Täuschung nicht völlig ignorieren", grenzte Kleemann seine Thematik ein. Als Verdachtsmomente, die an das Syndrom denken lassen sollten, nannte er unter anderem, dass die beschriebenen Symptome sich nicht einer bestimmten Krankheit zuordnen lassen und immer nur in Anwesenheit einer speziellen Person auftreten. Die kleinen Patienten sind resistent gegen alle Therapieversuche. Am Verhalten der Mutter fällt auf, dass sie zu den Ärzten und dem Pflegepersonal ein sehr enges, häufig sogar freundschaftliches Verhältnis sucht - aber andererseits vehement dagegen einschreitet, wenn das Kind in ihrer Abwesenheit behandelt oder sogar allein zur Rehabilitation geschickt werden soll. Sorglos stimmt sie immer wieder neuen medizinischen Untersuchungen zu, selbst wenn sie für das Kind angsteinflößend oder schmerzhaft sind. "Aber besonders hellhörig sollte man werden, wenn ein Kind immer wieder anderen Ärzten vorgestellt wird, weil die vorangegangene angeblich nicht gründlich genug untersucht und nicht geduldig genug therapiert hätten", so Kleemann.
Der Experte warnte seine Zuhörer jedoch vor voreiligen Schlüssen:
"Der Verdacht, dass eine betreuende Person am Münchhausen-by-proxy-Syndrom leidet, darf nicht zu einer übereilten Konfrontation führen. Der Mutter bliebe nämlich wiederum die Möglichkeit des sofortigen Arztwechsels. Und da wir kein Zentralregister mit Patientendaten haben, würde der neu angesteuerte Kollege das Kind auf deren Drängen abermals allen nur erdenklichen Diagnoseverfahren aussetzen und mit aussichtslosen Therapieversuchen beginnen."
Sollte sich der Verdacht nicht bestätigen, würde dies zu einer unnötigen Traumatisierung der Familie führen. Deshalb muss der Verdacht bewiesen werden, beispielsweise indem man sich mit anderen an der Behandlung beteiligten Personen und Institutionen in Verbindung setzt und die Kooperation mit anderen Fachärzten und Psychologen sucht. Sämtliche Spuren, so unter anderem Material für eine DNA-Untersuchung und für toxikologische Analysen sind gründlich zu sichern und alle klinischen Diagnosen überprüfen. "Andernfalls hat es keinen Sinn", so Kleemann, "den ganzen Apparat von Jungendhilfe bis Justiz in Gang zu setzen."
So schwierig es sei, in nahezu detektivischer Manier die eine unter vielleicht 200.000 Müttern herauszufinden, die zu solchem Vorgehen neigt, so wichtig sei es dennoch. "Wenn das Syndrom einmal bewiesen ist, hilft in vielen Fällen nur die zumindest zeitweise Trennung von Mutter und Kind", mahnte der Gerichtsmediziner und nannte die Rückfallquoten:
So haben 40 Prozent der Kinder, die eine Vergiftung hinter sich haben, und die Hälfte derer, die einen Erstickungsversuch überstanden haben, Gleiches wieder zu befürchten.
Frauengewalt
Als Antwort auf: münchhausen by proxy von Andreas am 09. Mai 2004 10:54:46:
"...ist ja wirklich der Hammer. Ich habe gar nicht gewußt, daß es sowas gibt."
Genau das ist der Punkt.
Frauengewalt ist versteckt. Daher wird sie kaum wahrgenommen.
Frauen lernen von Kindheit an, das sie ihre Aggressivität nicht offen zeigen dürfen.
Also leben sie sie im Gegensatz zu Männern versteckt aus.
In Ihren Auswirkungen, besonders auf Kinder, ist sie dadurch umso zerstörerischer.
Gruss,
Sven
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Frauengewalt von Sven am 09. Mai 2004 11:03:35:
Genau das ist der Punkt.
Frauengewalt ist versteckt. Daher wird sie kaum wahrgenommen.
Frauen lernen von Kindheit an, das sie ihre Aggressivität nicht offen zeigen dürfen.
Also leben sie sie im Gegensatz zu Männern versteckt aus.
In Ihren Auswirkungen, besonders auf Kinder, ist sie dadurch umso zerstörerischer.
Ich habe mal gelesen dass Jungen ihren Ärger über etwas offen zeigen, was dann oftmals als Aggressivität gedeutet und bekämpft, man könnte leider auch sagen unterdrückt wird. Dabei ist diese Wut oftmals eine natürliche Reaktion auf einen bestehendes Unrecht. Zum Teil ist es heute ja sogar schon üblich, Aggressionen bei Mädchen eher noch zu fördern, weil man meint, dadurch eine selbstbewusste junge Frau heranzuziehen, während viele (Mütter) in aggressiven Jungen gleich einen möglichen Gewalttäter oder Vergewaltiger sehen. Die Jungen werden wegen ihres Protestes bestraft, was vermutlich noch größere Aggressionen hervorbringt.
Mädchen neigen angeblich eher dazu, den Ärger in sich heinzufressen oder depressiv zu werden. Diese Form der Problembewältigung wird gesellschaftlich eher geduldet weil sich (zunächst) dem näheren Umfeld keine Probleme bereitet. Das kommt erst später wenn die Frau die nötigen Mittel und Wege findet, die angestaute Aggression loszuwerden und sich abzureagieren.
Welcher Weg ist jetzt besser für das Seelenheil des Kindes?
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Re: Frauengewalt von Pokemon am 09. Mai 2004 17:00:46:
"Welcher Weg ist jetzt besser für das Seelenheil des Kindes?"
Wenn du Kleinkinder beobachtest, gibt es beim Ausdruck von Aggressionen, keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Dann beginnt dann die sogenannte "Erziehung" durch die Hand an der Wiege.
Und auf einmal werden ganz natürliche Aggresionen bewertet, verboten und verdrängt.
Der Wahnsinn beginnt ...
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Re: Frauengewalt von Sven am 09. Mai 2004 17:18:45:
"Welcher Weg ist jetzt besser für das Seelenheil des Kindes?"
Wenn du Kleinkinder beobachtest, gibt es beim Ausdruck von Aggressionen, keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern.
Dann beginnt dann die sogenannte "Erziehung" durch die Hand an der Wiege.
Und auf einmal werden ganz natürliche Aggresionen bewertet, verboten und verdrängt.
Der Wahnsinn beginnt ...
Naja, aber bestimmte Verhaltensmuster lassen sich ja schon bei Kindergartenkindern beobachten. Die Erziehung prägt ein Kind ja schon sehr früh.
Ich habe mal einen Bericht gelesen über depressive 4- und 5jährige. Zum Heulen! Sogar Selbstmordversuche gab es!
Depression bei Kindern
Als Antwort auf: Re: Frauengewalt von Pokemon am 09. Mai 2004 17:24:11:
DAS gilt besonders dür Kinder:
Dich
Dich
dich sein lassen
ganz dich
Sehen
daß du nur du bist
wenn du alles bist
was du bist
das Zarte
und das Wilde
das was sich losreißen
und das was sich anschmiegen will
Wer nur die Hälfte liebt
der liebt dich nicht halb
sondern gar nicht
der will dich zurechtschneiden
amputieren
verstümmeln</>
(Erich Fried)
Re: Sadismus, ... sogar von Frauen
Als Antwort auf: Sadismus, ... sogar von Frauen von Sven am 09. Mai 2004 10:26:27:
Eine andere Botschaft vermitteln die Souvenirbilder aus dem Irak, die Gefangene als Statisten sadistischer Inszenierungen vorführen, während sich Wärter, als Regisseure, an der Blöße und Ohnmacht der Opfer ergötzen. Diese Bilder sind nicht gegen die Angst geschossen. Hier toben sich Männer wie Frauen auf verbrecherische Weise an Wehrlosen aus. Dass sie fotografieren, demonstriert ihre Annahme, in einer Sphäre der Straflosigkeit zu agieren.
Wie ich schon einmal sagte: Mir macht die Vorstellung Angst, zu was die Menschen in Ausnahmesituationen fähig sind wenn sie (scheinbar) sicher vor jeglicher Strafverfolgung sind. Und deshalb finde ich die Äußerung eines Bekannten, er wäre nicht davon überzeugt, sich auch in extremen Stresssituationen noch wie ein "zivilisierter" Mensch benehmen zu können. In solchen Situationen kommt das Böse in Menschen zutage. Ich will jetzt nicht wie viele Ökos das tun, die Tiere bis in den Himmel loben. Aber das ein Tier einen Artgenossen ohne Grund angreift und ihn auch dann noch verletzt wenn dieser sich schon längst ergeben hat, kommt wohl sehr selten vor. Woran liegt das? Liegt es daran dass die Tiere an Stresssituationen z. B. bei der Jagd gewöhnt sind? Dass wir Menschen uns in den letzten Jahrhunderten extrem schnell entwickelt haben, so schnell dass unsere Instinkte nicht folgen konnten?
Freud folgerte, Zivilisation bedeute das Einengen der Triebbefriedigung. Solche Normen verhüteten allerdings das Ärgste die Regression in infantile Muster, zu grausamem Verhalten.
Ist die Kultur schuld? Haben wir uns selbst in irgendwelche Rollen gezwungen?
Dennoch sind sexualisierte Gewalt und ihre Verquickung mit dem Politischen noch immer weit gehend Tabu. So sehr sogar, dass einer wie Pierre Richard Prosper, US-Sonderbeauftragter für Kriegsverbrechen, erst kürzlich erklärte, während des Ruanda-Tribunals begriffen zu haben, dass sexuelle Gewalt ein Schwerverbrechen sei.
Schön, dass er es jedenfalls begriffen hat. Massenvergewaltigung ist nur eine Art der Kriegsführung, die auch auf psychologischem Gebiet ihre Auswirkungen hat. Entehrte Frauen, gedemütigte Männer, der Kampfgeist wird gebrochen, eine ganze Gesellschaft traumatiesiert. Nicht umsonst wurden im Kosovokrieg die Schreie vergewaltigter Frauen auf Band aufgenommen und laut in den Dörfern abgespielt. Man wusste genau dass man damit auch die Familien entehrte. Ein Nachteil von bestimmten Kulturen.
Die Folterbilder aus dem Irak, auf denen auch Frauen als Täterinnen auftreten, sind das Gegenteil eines Bildersturms ein Sturm der Bilder, der das Zivilisatorische verwüstet. Sie scheinen Freuds Befürchtung plakativ zu bestätigen, dass Ohnmacht niedrigste Instinkte provoziert.
Oft scheint es mehr die vollkommene, absolute Macht zu sein, die solche Taten möglich macht.
Re: Sadismus, ... sogar von Frauen
Als Antwort auf: Re: Sadismus, ... sogar von Frauen von Pokemon am 09. Mai 2004 18:16:22:
"Ist die Kultur schuld? Haben wir uns selbst in irgendwelche Rollen gezwungen?"
Unsere sogenannte "Kultur" ist nur die Folge unseres Denkens.
Das, was wir denken ist das Problem.
"Oft scheint es mehr die vollkommene, absolute Macht zu sein, die solche Taten möglich macht."
Macht, ist eine Illusion. (Jean Luc Picard)
Re: Sadismus, ... sogar von Frauen
Als Antwort auf: Re: Sadismus, ... sogar von Frauen von Pokemon am 09. Mai 2004 18:16:22:
Hallo Pokemon,
wenn Dich dieses Thema interessiert, kann ich Dir das dreibändige Werk von Alexander Solschenizyn ans Herz legen: Der Archipel GULAG. Man braucht allerdings gute Nerven, um das zu lesen. Aber er dokumentiert sehr detailliert, wie aus braven Menschen (Frauen und Männern) mit Familie und Kindern plötzlich Monster werden, die in ihrer Tätigkeit als Untersuchungsrichter Menschen auf grausamste Weise foltern, demütigen und dann für Jahrzehnte in die zentralen Straf- und Arbeitslager der UdSSR schicken - obohl sie ganz genau wissen, daß diese Menschen unschuldig sind. Stellenweise berichtet er selbst davon, wie er als Armeeoffizier dem Einfluß der Macht erlegen ist. Das Werk ist sehr umfangreich, man braucht viel Zeit zum lesen. Aber Du bist ja noch jung! 
Grüße
Andreas
Re: Sadismus, ... sogar von Frauen
Als Antwort auf: Re: Sadismus, ... sogar von Frauen von Andreas am 09. Mai 2004 19:40:56:
Hier noch ein Wort, das Solschenizyn dem zweiten Band vorangestellt hat:
Die Linie, die Gut und Böse trennt, verläuft
nicht zwischen Klassen und nicht zwischen Parteien,
sondern quer durch jedes Menschenherz.
Diese Linie ist beweglich, sie schwankt im Laufe
der Jahre. Selbst in einem vom Bösen besetzten
Herzen hält sich ein Brückenkopf des Guten.
Selbst im gütigsten Herzen - ein uneinnehmbarer
Schlupfwinkel des Bösen.
Re: Sadismus, ... sogar von Frauen
Als Antwort auf: Re: Sadismus, ... sogar von Frauen von Andreas am 09. Mai 2004 19:40:56:
Hallo Pokemon,
wenn Dich dieses Thema interessiert, kann ich Dir das dreibändige Werk von Alexander Solschenizyn ans Herz legen: Der Archipel GULAG. Man braucht allerdings gute Nerven, um das zu lesen. Aber er dokumentiert sehr detailliert, wie aus braven Menschen (Frauen und Männern) mit Familie und Kindern plötzlich Monster werden, die in ihrer Tätigkeit als Untersuchungsrichter Menschen auf grausamste Weise foltern, demütigen und dann für Jahrzehnte in die zentralen Straf- und Arbeitslager der UdSSR schicken - obohl sie ganz genau wissen, daß diese Menschen unschuldig sind. Stellenweise berichtet er selbst davon, wie er als Armeeoffizier dem Einfluß der Macht erlegen ist. Das Werk ist sehr umfangreich, man braucht viel Zeit zum lesen. Aber Du bist ja noch jung!
Grüße
Andreas
Werd`s mir mal überlegen. Danke
Gut und Böse
Als Antwort auf: Re: Sadismus, ... sogar von Frauen von Andreas am 09. Mai 2004 19:45:11:
Gut und Böse,
das ist ein Gedankenkonstrukt,
das sich der Teufel ausgedacht hat.
Re: münchhausen by proxy
Als Antwort auf: münchhausen by proxy von Andreas am 09. Mai 2004 10:54:46:
Bah, das ist ja wirklich widerlich.
Das erinnert mich an eine Begebenheit die ich auf einer Homepage von Scientologen-Aussteigern gefunden habe.
Eine Amerikanerin war Mitglied in dieser Sekte und hat auch ihre Kinder (ein Mädchen war 11, der Junge etwas jünger) zu deren Veranstaltungen und Seminaren mitgenommen. Unter anderem wurde in den Sommerferien ein "Reiniungskurs" angeboten. Dabei mussten die Kinder unter anderem 5 Stunden in einer Sauna verbringen. Zu Beginn wurde ihnen ein "reinigendes" Medikament gespritzt, zwischendurch bekamen sie spezielle Getränke. Das Mädchen ist wohl mehrere male ohnmächtig geworden und musste aus der Sauna getragen worden. Sie selbst sagte, sie sei "außerkörperlich" gewesen. Unterbrechen durfte sie diesen Kurs nicht, einen Arzt hätte ihre Mutter mit ihr ebenfalls nicht aufgesucht. Nach den Sommerferien ging der Vater mit den Kindern zu einer Psychologin. Die 11jährige beschrieb das Seminar und die Ohnmachten als sehr belastend, gab aber auch an, sich nicht aus eigener Kraft gegen weitere Seminarbesuche wehren zu können. Der Vater konnte ihr auch nicht wirklich helfen da die Mutter das Sorgerecht für die Kinder hatte. Mit einem Gutachten der Psychologin versuchte der Vater nun selbst, das Sorgerecht zu erlangen, sogar die Psychologin selbst soll bei der zuständigen Behörde angerufen haben. Nichts. Die Mutter durfte weiterhin ihre Kinder zu solchen Seminaren schleppen und der Vater musste hilflos zuschauen.
Bei mir wurde das Borderline-Syndrom festgestellt, wobei ich es im Moment eigentlich ganz gut im Griff habe. Irgendwo im www habe ich gelesen dass man Borderline-Patienten davon abraten soll, Kinder zu bekommen da sie in höchstem Maße zum Missbrauch neigen. Hoffentlich muss ich nicht auch irgendwann entdecken dass ich - sei es aus religiöser Überzeugung oder krankhaft - meinen Kindern schade.
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Frauengewalt von Sven am 09. Mai 2004 11:03:35:
Hallo Sven!
Ich glaube nicht, daß sich beim Münchhausen-by-proxy-Syndrom eine spezielle weibliche Veranlagung zeigt. Es gibt auch genügend Männer, die am Münchhausen-Syndrom leiden. (Ich selbst kenne auch einen.)
Der Unterschied besteht nur darin, daß solchen Männern häufig nichts anderes übrig bleibt, als am eigenen Körper irgendwelche Krankheiten vorzutäuschen oder auszulösen. Weil sie meist keine geeigneten Stellvertreter finden. Wenn ein an dieser psychischen Krankheit leidender Mann z.B. seine Partnerin vergiften würde, dann würde sie ja die ärztliche Aufmerksamkeit bekommen. Genau das will so ein Mann aber gar nicht. Er möchte ja im Mittelpunkt stehen, er möchte bemitleidet werden und Aufmerksamkeit bekommen. Oft reagieren solche Personen sogar regelrecht eifersüchtig, wenn mal eine andere Person in ihrem Umfeld erkrankt ist und dann womöglich mehr Aufmerksamkeit bekommt. Sie versuchen auch gern, Erkrankungen anderer herunterzuspielen.
Mutter und Kind dagegen werden in unserer Gesellschaft als Einheit betrachtet. Das gibt einer am Münchhausen-Syndrom leidenden Mutter die Möglichkeit, die von ihr gewünschten Erkrankungen an ihrem Kind vorzutäuschen oder gar hervorzurufen. Sie bekommt dann die von ihr gewünschte Aufmerksamkeit, sie wird für ihre angebliche Fürsorge bewundert, sie steht zusammen mit dem Kind in ihrer Familie immer im Mittelpunkt. Das ist genau das, was sie möchte.
Am Münchhausen-Syndrom leidende Männer kommen eher selten in dieselbe Situation. Weil eben meist die Frauen die Kinder betreuen.
Die Existenz des Münchenhausen-by-proxy-Syndroms beweist, daß auch Frauen sehr wohl dazu fähig sind, ihren Kindern - und überhaupt anderen Menschen - ganz bewußt zu schaden, wenn ihnen das irgendwelche Vorteile einbringt. Eben auch durch körperliche Gewalt. Daß Frauen grundsätzlich gewalttätiger wären als Männer, kann man da allerdings nicht heraus interpretieren.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Re: Frauengewalt von Garfield am 10. Mai 2004 14:00:47:
Hallo Sven!
Ich glaube nicht, daß sich beim Münchhausen-by-proxy-Syndrom eine spezielle weibliche Veranlagung zeigt. Es gibt auch genügend Männer, die am Münchhausen-Syndrom leiden. (Ich selbst kenne auch einen.)
Das glaube ich nicht - zumindest wären das sicher nur Einzelfälle. Nicht weil Männer da besser wären als Frauen, sondern weil Männer sich eher durch Verhaltensauffälligkeiten Aufmerksamkeit holen, als durch psychische Störungen.
Re: Frauengewalt
Als Antwort auf: Re: Frauengewalt von Odin am 10. Mai 2004 16:55:16:
Hallo Odin!
"Das glaube ich nicht - zumindest wären das sicher nur Einzelfälle. Nicht weil Männer da besser wären als Frauen, sondern weil Männer sich eher durch Verhaltensauffälligkeiten Aufmerksamkeit holen, als durch psychische Störungen."
Das tun manche Frauen aber auch. Weinen oder Schreien werden von Frauen auch gern genutzt, um Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. In früheren Zeiten waren auch Ohnmachtsanfälle bei Frauen für diesen Zweck sehr beliebt.
Auch das Protzen mit teuren Autos ist keineswegs eine rein männliche Eigenschaft. Ich sehe jedenfalls immer wieder auch Frauen mit dicken Mercedessen und BMWs oder mit teuren Sportwagen herumfahren. Umgekehrt ist es auch keineswegs eine typisch weibliche Eigenschaft, mit teurer Kleidung Aufmerksamkeit erregen zu wollen. Armani-Anzüge beispielsweise werden von Männern getragen.
Im Prinzip gibt es da doch keine wesentlichen Unterschiede zwischen Frauen und Männern - manches äußert sich zwar unterschiedlich, aber die Beweggründe sind dieselben. Männer wie Frauen möchten positiv von ihrer Umwelt wahrgenommen werden.
Das Münchhausen-Syndrom geht aber darüber hinaus. Da geht es nicht mehr einfach nur darum, positiv auf andere zu wirken, sondern dahinter steckt eine krankhafte Sucht nach Aufmerksamkeit, für die sehr viel in Kauf genommen wird.
Ich könnte mir sogar vorstellen, daß Männer dafür noch anfälliger sind als Frauen. Weil Frauen in unserer Gesellschaft ohnehin schon mehr Aufmerksamkeit zuteil wird als Männern. Es könnte aber natürlich auch sein, daß sich das genau entgegengesetzt auswirkt: Während Männer von Kindheit an daran gewöhnt werden, daß ihnen weniger Aufmerksamkeit zuteil wird, daß sie also ihre Probleme selbst aus eigener Kraft lösen müssen und daß sie als Opfer teilweise gar nicht wahrgenommen werden, lernen Frauen das Gegenteil. Und wenn eine Frau irgendwann in ihrem Leben mal nicht mehr die gewohnte Aufmerksamkeit bekommt, könnte sie vielleicht eher zum Münchhausen-Syndrom tendieren als ein Mann, für den das nichts Neues ist. Aber das sind jetzt nur Spekulationen von mir.
Freundliche Grüße
von Garfield