Rote Männer Info Nr. 68 (n/t)
Odin, Tuesday, 04.05.2004, 20:56 (vor 7948 Tagen)
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Da ises
Odin, Tuesday, 04.05.2004, 20:57 (vor 7948 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Rote Männer Info Nr. 68 (n/t) von Odin am 04. Mai 2004 17:56:31:
RoteMänner!
Oh ihr Nachfahren der Barbarinnen und Barbaren!
Lateiner und Ignoranten!
In unserer ersten Stunde wollen wir uns heute ein wenig mit der älteren Geschichte befassen, wo wir sofort lernen, dass Männer schon damals nichts anderes zu tun hatten, als sich in sinnloser Gewalt zu üben: Marius (römischer Konsul und Herrführer - Anm.) ließ zunächst die ligurischen Hilfstruppen gegen die Ambronen vorrücken. Nachdem die Ligurer einen ersten Keil in die Reihen der Barbaren getrieben hatten, führte der Konsul seine Legionen geordnet ins Feld und zersprengte den Widerstand der Ambronen. Deren Reihen brachen zusammen, und die Barbaren flüchteten zu den Wagenburgen, wo sich ihre Frauen mit den Kindern verschanzt hielten. Dort erschlugen die Frauen in rasender Wut jeden Krieger, der sich nicht wieder dazu bewegen ließ, in den Kampf zurückzukehren. Mit bloßen Händen und wildem Geschrei hieben die Frauen wie Furien auch auf die erschütterten römischen Legionäre ein, doch nur wenige Ambronen und Ambroninnen überlebten dieses grausame Gemetzel. Womit schließlich erwiesen wäre, dass sich diese Gewalt schon damals zum äußersten Nachteil des gefolterten Geschlechts (Schwarzer) ausgewirkt hat. Scheußlich!
Was hie das gefolterte Geschlecht, ist da das täglich gekreuzigte Volk der Palästinenser, als das Jassir Arafat die Seinen sieht. Die schicken bisweilen zwar auch Kinder mit Sprengstoffwesten rüber zu den Ungläubigen, sehen sich selbst aber umso beflissener ausschließlich als Opfer an. Es ist das System der Opfermythologie, das so trefflich funktioniert. Die Selbststilisierung zum absoluten Opfer tilgt das Bewußtsein dafür, wie sehr man bereits selbst der Gewalt verfallen ist. schreibt darüber Richard Herzinger in der Zeit vom 15. April. Schade eigentlich, dass man zu solchen Einsichten oft nur in der Lage ist, wenn sie in ein als akzeptabel erkanntes Feindbildraster passen oder die Überparteilichkeit als zelebrierte Rationalität ausreichend eindrucksvoll in Szene gesetzt werden kann.
Widerwärtige Bilder sind das, ekelerregend und menschenverachtend. Eine zierliche US-Soldatin zielt in Wild-West-Manier mit ihrer Hand, Daumen und Zeigefinger zu einem Revolver geformt, auf die Genitalien nackter irakischer Gefangener. So kommentierte die Süddeutsche am 3. Mai die Folterbilder aus einem irakischen Gefängnis in den Zeiten der Bush-Krieger. Na ja, wird sich die Soldatin wohl gedacht haben, nach Myriaden von Jahren als gefoltertes Geschlecht bin jetzt ich mal an der Reihe. So schnell kann also aus dem gefolterten ein folterndes Geschlecht werden!? Halt, halt, halt! Wir wollen uns doch hier nicht der Minderhirnigkeit einer Alice Schwarzer anschließen. Diese Episode eines Skandals belegt nur eines: Dass es nämlich scheißegal ist, ob man nun Männer oder Frauen, Deutsche, Iraker oder Amerikanerinnen mit der Macht ausstattet, Andere zu quälen. Wo man solche Macht verleiht, wird sie in erschreckender Weise missbraucht unabhängig von der Geschlechterzugehörigkeit! Unabhängig auch von der vermeintlich eigenen Zivilisiertheit. Da hilft die Ausrede nicht viel, man habe auf Befehl gehandelt: Die ist nämlich so alt wie die Unmenschlichkeit, die die Verantwortung für ihre Untaten seit jeher leugnet. Ich wars nicht, der Hitler ists gewesen! Ach ja: Der Leiter des Gefängnisses, in dem Amerikaner Iraker gefolter haben, war auch eine Frau. Aber auch diese berief sich flugs auf Anordnungen ihres Militärgeheimdienstes.
Wenden wir uns den wichtigen Dingen des Lebens zu. Brigitte, die weltoffene Frauenzeitschrift, wurde 50 Jahre alt, während wir in unserem österlichen Gewaltrausch noch unschuldige Schokohasen abschlachteten. Was haben wir dieser wunderbaren Illustrierten nicht alles zu verdanken! Sie lebte die Lust am Widersprüchlichen aus: Die Hemden der Männer überließ sie ihnen zum Bügeln, träumte aber weiter von einer Hochzeit in Weiß. Sie war working woman, backte aber trotzdem die besten Obstkuchen der Nachbarschaft und entzog sich dem Schönheitswahn, nicht jedoch der Brigitte-Diät. Da werden wir uns noch ein ganzes Stück strecken müssen, bis wir auch Männern dieses Niveau anbieten können. Habt Geduld mit uns! Die fünf Gebote der Brigitte-Redaktion dagegen gelten auch für uns: 1. Du verstehst mich. 2. Du bist ehrlich zu mir. 3. Du nimmst mich ernst. 4. Du bringst mich weiter. 5. Du tust mir gut. http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/956/29927/
Der Schriftsteller Maxim Biller hat das gemacht, wovon er lebt. Er hat ein Buch geschrieben. Nun glauben einige ganz besonders wichtige Menschen, dieses Buch handele von ihnen. Und NUR von Ihnen! Mit Begünstigung durch die Münchner Justiz, von der ja immer wieder viel Aufschlussreiches zu berichten ist, haben diese Herrschaften Billers Buch Esra verbieten lassen. Der Roman verletze die Persönlichkeitsrechte von Billers Ex-Freundin und deren Mutter. ( ) In der jetzt vorliegenden Fassung werde das Recht der Frauen am eigenen Lebensbild verletzt. http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?ID=173854 Liberalitas bavariae nennt man das, und in der praktischen Realität könnte es einem Publikationsverbot recht nahe kommen. Mal sehen, ob es den beiden Tussis gelingt, noch ein paar Bücher Billers verbieten (oder verbrennen?) zu lassen. Die bayerische Justiz scheint jedenfalls bereit.
Wir haben viel Porzellan zerschlagen, sagte am 7. April Astrid von Friesen in einem ausführlichen Beitrag des Südwestrundfunks über den Feminismus und seine Folgen. Wir raten euch dringend, diesen wirklich sensationellen Text zu lesen und weiter zu empfehlen, den ihr hier runterladen könnt: http://www.swr.de/swr2/sendungen/eckpunkt/manuskripte/index.html Es zeigt sich wieder einmal, dass aufgeklärte (!) Feministinnen die besten Verbündeten heutiger Männerrechtler sind. Solche nämlich, die aus 30 Jahren moderner Frauenbewegung NICHT den Schluss gezogen haben, dass emanzipatorische Prinzipien fürn Arsch sind, Rationalität sowieso patriarchalisch, und stattdessen die reine Willkür eines Frauen- und Mütterrechts der Menschheit den größten Dienst erweist.
Auch das Kursbuch, kulturkritische Vierteljahresschrift mit Wurzeln in der Achtundsechziger Bewegung, veröffentlichte in seiner jüngsten Ausgabe einen bemerkenswerten Beitrag über die Missachtung der Rechte nichtehelicher Väter durch das Bundesverfassungsgericht: http://www.rowohlt.de/fm/140/KB155_Leseprobe2.26997.pdf oder http://www.vafk.de/themen/Presse/P220404_kursbuch.htm.
Über wahre Mutterliebe berichtete am 22. April die taz: Für 30 Euro hat Sokha ihre 12-jährige Tochter an Schlepper verkauft. Leakana sollte Geld verdienen. In Bangkok hat sie Rosen verkauft. Und ihren Körper. Jetzt ist sie zurück bei der Mutter. Sie sagt: Ich habe ihr verziehen. Die Mutter fühlt sich betrogen. Die 30 Euro hat sie nie gesehen. http://www.taz.de/pt/2004/04/22.nf/ressort.q,TAZ.re,sw
Dann war auch wieder Girls Day. (Reichsmädchentag hätte wohl unanständig geklungen, so erklärt sich der Anglizismus.) Nicht so in Brandenburg, wo wir einen erstaunlich unverblödeten Umgang mit diesem Tag feststellten: Brandenburg ist bislang das einzige Bundesland, das am Girls' Day auf Gleichberechtigung setzt. Wir sind davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist, sagt Günter Baaske, Brandenburgs Arbeits- und Gleichstellungsminister. Man sollte den Tag nicht auf Mädchen reduzieren, sondern Jungen und Mädchen die Augen öffnen für Berufsbilder, die bislang geschlechtstypisch besetzt sind. Bereits zum zweiten Mal sind nun auch die Jungs zum Praxis-Tag eingeladen. Bravo! http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/berufstudium/artikel/564/30534/
An diesem Tag hat uns sogar Heide Oestreich von der taz mal aus der Seele gesprochen: Solange (die Bundesregierung, RMI) Frauen immer noch mit drei Jahren Erziehungsurlaub versorgt, anstatt mit einem Mann, der sich das Zuhausebleiben leisten kann, und mit einer vernünftigen Kinderbetreuung, kann sie noch so viele Girls, Boys oder sonstige Tage organisieren, an der Realität wird sich kaum etwas ändern. Na bitte, geht doch! Bloß dass wir nicht ganz sicher sind, ob es Aufgabe der Bundesregierung ist, Frauen mit Männern zu versorgen http://www.taz.de/pt/2004/04/23/a0181.nf/text
Die Motive eines Forschers sind oft unergründlich. Das trifft auch auf die des Japaners Tomohiro Kono zu. Will er womöglich Männer überflüssig machen? Der Biowissenschaftler hat jedenfalls 457 Eizellen von Mäusen im Genlabor so behandelt, dass daraus am Ende zwei vaterlose Tiere entstanden. (Süddeutsche v. 22. April) Da könnten irgendwann erhebliche Unterhaltsansprüche auf diesen unerschrockenen Nachfahren der Samurai zukommen. Haben Sie das bedacht, Kono-san?
Wir sehen das Ganze mit einer gewissen Gelassenheit. Es mag einen Arterhaltungstrieb geben, aber keinen Geschlechtserhaltungstrieb. Sollen sie doch sehen, wer noch den Müll abholen kommt, wenns irgendwann keine Männer mehr gibt! Aber auf Menschen solle die Technik aus ethischen Gründen nicht angewandt werden, sagt Kono. Sein Wort in Buddhas Ohr! http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,296408,00.html
Die Mutter aller Benachteiligungen: Große Männer erhalten höhere Einkommen als kleine, und zwar um 0,6 Prozent für jeden Zentimeter mehr. Bei Frauen ist eine vergleichbare Tendenz nicht feststellbar. Allerdings werden stark übergewichtige Frauen am Arbeitsmarkt schwer benachteiligt. Das Schlimmste was einem also passieren kann, ist dass man ein kleiner, stark übergewichtiger weiblicher Mann wird. Eine Horrorvorstellung! http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/649/30619/
Kurz vor Redaktionsschluss ging uns dann noch dies zu: Arne Hoffmann schreibt in der neuen Ausgabe von eigentümlich frei ausführlich über das neue geschlechterspezifische Menschenrechtsverständnis von Amnesty International: http://www.eifrei.de/Amnesty.pdf Zur Vorgeschichte hier nochmal der Link zum Flugblatt: http://www.philipp-leibfried.de/ai-flugblatt/Flugblatt-kurz.pdf
Ihr werdet in den nächsten zehn Minuten hoffentlich feststellen, dass eine kleine Pause ab und an dem RoteMännerInfo gut tut. Wir verwöhnen euch mit der folgenden exquisiten Menüfolge:
1. Voller Enthusiasmus und juchzender Begeisterung reißen sich manche Statistiker selbst den Arsch auf, nur um noch mehr Vergewaltigungsopfer zu bilanzieren. Das Neueste: ELF PROZENT der Frauen über 50 INNERHALB EINES JAHRES in den USA vergewaltigt! Dieser zerebrale Fließschiss einer Agentur war den meisten Zeitungen zu blöd. Nicht der Süddeutschen.
2. Bei der Riester-Rente gelten jetzt doch Unisex-Tarife. Der Vorteil der Männer, dass sie im Schnitt sieben Jahre früher sterben (und selbst die Sechzigjährigen noch vier Jahre weniger zu leben haben!), weckte gar zu viel Missgunst.
3. Claudia Pinl, Geronto-Emanze aus Alice Schwarzers Peergroup, beschwor eifernd den Geschlechterfaschismus. Männer gäben sich demnach selbst als Normmenschen aus. Die Analogie zu Über- und Untermenschen ist selbstverständlich gewollt. Damit fällt der Vorwurf aber auf Frau Pinl zurück!
4. Bei ihrem Bemühen, Kinder vor sexuellem Missbrauch zu schützen, bemüht sich die Bundesregierung zwar um Neutralität gegenüber den Geschlechtern, stolpert dann aber doch über tiefsitzende Vorurteile.
5. Eine besondere Intelligenzbestie schrieb uns eine Mail. Endlich mal ein Leserbrief, der uns nicht feierte! Denn wie Nietzsche schon sagte: Im Lobe liegt mehr Zudringlichkeit als im Tadel. (Wir freuen uns trotzdem weiter über euere Anfeuerungsrufe!)
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SENSATIONSGIER ALS WISSENSCHAFT:
ELF PROZENT DER ÄLTEREN FRAUEN IN DEN USA IM VERGANGENEN JAHR VERGEWALTIGT
Eine Studie der Universität von Texas informiert darüber, dass mehr als elf Prozent der zwischen 50 und 79 Jahre alten Frauen im vergangenen Jahr zu "Opfer männlicher Gewalt" geworden seien. Wohlgemerkt: in einem einzigen Jahr! Der Süddeutschen Zeitung vom 21. April war dieser akademische Restmüll immerhin eine Meldung wert, die an keiner Stelle auch nur von einem Anflug kritischen Nachdenkens getrübt wurde.
Nach dem ersten Schrecken erfährt der geneigte Leser, die Meisten nämlich neun von zehn Opfern fühlten sich (nach eigenen Angaben) lediglich verbal angegriffen. Was daran am meisten schockiert, ist die sich hinter Naivität versteckende Kaltschnäutzigkeit, mit der nicht nur ein unterbelichtetes Forscherteam sondern auch noch eine renommierte europäische Redaktion diesen geistigen Ameisendreck unters Volk bringt und damit die Tatarenmeldungen über männliche (also sexuelle) Gewalt aus Amerika einfach kolportiert. So als sei es dasselbe, ob eine Frau nun vergewaltigt oder beleidigt wird.
Nett fanden wir darum diesen Leserbrief unseres Aufsichtsratsvorsitzenden an die Süddeutsche: Vor ein paar Wochen raunzte mich eine Radfahrerin als Arschloch an, weil ich beim Überholen mit meinem Rad womöglich einen Tick zu nah' an ihr vorbeigefahren war. Ich frage mich nach Ihrem Artikel: Habe ich sie - oder hat sie jetzt mich vergewaltigt? Wie kann man denn diesen unglaublichen, in den USA wahrscheinlich für politisch äußerst korrekt gehaltenen Scheißdreck derartig kritiklos übernehmen? Eine ausführliche Reflexion über diese Form geistiger Verwahrlosung hätte ich gerade von Ihrem Blatt erwartet!
Aber nicht nur das. Denn diese Verwahrlosung wird ja wohl mit ausdrücklicher Billigung des feministischen Mainstreams kultiviert. Mit dem aufgeklärten Feminismus einer Katharina Rutschky, Wendy McElroy oder Elisabeth Badinter hat dergleichen nichts zu tun. Leider sind es nur diese Wenigen, die ihre sieben Sinne noch beisammen haben und verstehen, dass gerade die hirnlose Inflationierung des Gewaltbegriffs zumal im Kontext der Attribute männlich und sexuell nicht nur eine Beleidigung der tatsächlichen Gewaltopfer ist. Sie konterkariert auch die Bemühungen um einen wirksamen Gewaltschutz durch das effekthascherische und zweckorientierte Aufdonnern männlicher Täterzahlen.
Dies ist letztlich das, worum es bei der ganzen Geschichte geht: Möglichst viele Frauen als Opfer und möglichst viele Männer als Täter darstellen zu können. Auf keiner Seite geht es den Protagonisten dieses Unsinns um die betroffenen Menschen und ihre Schicksale. Hier wird Politik gemacht mit dem Geprotze der größten Zahl. Ob diese in irgendeiner Weise zu rechtfertigen ist, ist denen, die sich eine neue Sensation davon versprechen, ziemlich schnurtz. Im Dienst der Sache ist jedes Mittel, jede Lüge und jede Fälschung Recht. Jede neue Vergewaltigung entlockt solchen Ideologinnen vor dem gespielten Entsetzen einen entzückten Kiekser: Wieder ein Beleg für die Schlechtigkeit der Männer! Da gerät die Unterscheidung von erfundenen und tatsächlichen Gewalttaten schnell unter die Räder.
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UNISEX IM ALTERSHEIM
DIE UNHEIMLICHEN PHANTASIEN DEUTSCHER GEWERKSCHAFTERINNEN
In die Forderung nach Unisex-Tarifen bei Lebensversicherungen und Riester-Rente stimmte jetzt (natürlich) auch der Deutsche Gewerkschaftsbund ein. Da lässt sich Frau Engelen-Kefer, äääääh, nicht lumpen. Dabei wird erstaunlich offen argumentiert: Die höheren monatlichen Rentenauszahlungen für Männer werden damit begründet, dass Frauen eine vier Jahre längere Lebenserwartung haben, also ihre Rentenzahlungen länger beziehen. Diese pauschale Einteilung sei aber weder gerechtfertigt noch verfassungsgemäß, sagte die Autorin des Böckler-Gutachtens, Marita Körner. Die Lebenserwartung sei nicht biologisch durch das Geschlecht vorbestimmt, sondern durch die Lebensweise. Die bisher höhere Lebenserwartung von Frauen begründe sich zum Teil dadurch, dass sie weniger häufig erwerbstätig seien.
Sapperlot! Männer neigen in erheblich höherem Maße dazu, sich beim Geldverdienen und Erwirtschaften der in Rede stehenden Rente (oft genug für ihre Familie) die Gesundheit zu ruinieren, und sollen dafür aus Gewerkschaftssicht wohlgemerkt! in Zukunft weniger Ansprüche bei den privaten Renten und Versicherungen haben. (Bei der Gesetzlichen Rente ist es schon längst so.)
Offen blieb, welche Konsequenzen die im DGB organisierten Männer aus diesen profunden Erkenntnissen ziehen sollen. Und was der DGB gegen diese krasse Benachteiligung seiner männlichen Mitglieder zu tun gedenkt, die im Vergleich mit Frauen durch Arbeit ihr Leben deutlich beeinträchtigen und verkürzen. http://www.taz.de/pt/2004/04/24/a0125.nf/text
Frau Engelen-Kefer wies an anderer Stelle darauf hin, dass zwei Drittel aller geringfügig Beschäftigen Frauen sind und dass sie in die Zuverdienstrolle gedrängt werden. http://www.zwd.info/story.php?cat=20&subcat=10&x=20&storyid=2903 Merkwürdig, wie einfach das mit unseren Powerfrauen offenbar ist. Den Frauen, die Minijobs ausüben, so Engelen-Kefer weiter, würde die Möglichkeit genommen, sich ein existenzsicherndes Einkommen und eine soziale Absicherung für die Rente zu erarbeiten. Dass Frauen bei Annahme eines Minijobs nach dieser Möglichkeit höchstwahrscheinlich gar nicht suchen etwa weil sie bereits anderweitig versorgt werden und Millionen von Ehefrauen sich gerne auf die Unterhaltspflichten ihrer Jungs verlassen kommt für Frau Engelen-Kefer nicht in Frage. Denn wo bliebe da die behagliche Gewissheit, unterdrückt und abgedrängt zu werden?
Eine Unterdrückung immerhin, die zur Folge hatt, dass diese kleinen Luder etliche Jahre länger leben. Denn sie arbeiten nicht nur im Schnitt sehr viel weniger. Sie erledigen auch die bei weitem leichteren Arbeiten. In den USA erleiden Männer 95 Prozent der tödlichen Berufsunfälle, weil sie fast zu 100 Prozent die sogenannten Todesberufe ausüben. (Die dann noch übrig bleiben, leben deswegen aber auch nicht annähernd so lange wie Frauen, wie ein simpler Blick in die Altersheime zeigt. Auch ein deutscher Mann, der das 60. Lebensjahr vollendet, hat danach im Schnitt noch immer vier Jahre weniger vor sich als eine gleichaltrige Frau!)
Ein besonders schönes Argument war dann noch dieses: Auch erreicht beispielsweise knapp die Hälfte der Frauen nicht das 80. Lebensjahr, aber immerhin 30 Prozent der Männer werden älter als 80 Jahre. http://www.taz.de/pt/2004/04/27/a0130.nf/text
Am 27. April hat die rotgrüne Koalition übrigens den Unisex für die Riester-Rente beschlossen. Deswegen wird jetzt keineswegs damit gerechnet, dass Frauen dabei besser abschneiden. Es ging nur darum, zu verhindern, dass Männer aufgrund ihrer Lebenserwartung bessere Tarife erhalten. Ein Naivchen schrieb dagegen in der taz, was man natürlicherweise glauben will, um sich selbst die eigene Missgunst nicht eingestehen zu müssen: Männer müssen bei der Riester-Rente künftig mehr zahlen, Frauen weniger. Ach, Heide! http://www.taz.de/pt/2004/04/28/a0235.nf/text
Witzigerweise weist Frau Oestreich darauf hin, dass Frauen ja auch für Männer bei der KFZ-Versicherung mitbezahlten, obwohl sie doch statistisch viel weniger Unfälle bauen. Genau DORT aber gibt es für Frauen eine ähnliche Privilegierung. Schön dass sie mal erwähnt wird, bedauerlich aber ihre diametrale Verfälschung! Sehr aufschlussreich und lesenswert war dagegen gerade in diesem Zusammenhang die Analyse von Süddeutsche-online unter http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/artikel/952/30922/
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IDEOLOGISCHE GRUNDLAGEN DES FEMINISMUS:
CLAUDIA PINL BESCHWÖRT IN DER TAZ DEN NORMMENSCHEN
Geschlechterpolitik ist out, alle Minderheiten verdienen Förderung: Schwule, Migranten, Frauen. So gelten Männer weiter als das, was sie gar nicht mehr sind: der Normalfall. Zugegeben, dieser Untertitel machte uns neugierig, obwohl der zugehörige Beitrag von Claudia Pinl stammt, einer seit jeher etwas weinerlichen Schreibse aus dem Kalkleistenkabinett des Feminismus, die einmal sogar versucht haben soll, Alice Schwarzer mit ihrer Tränenseligkeit zu beeindrucken. Ihr könnt euch vorstellen, wie das ausging!?
Frau Pinls Beitrag, dessen Titelzeilen uns erst neugierig machten, plätschert dann eher nichtssagend und über Gender Mainstreaming deliberierend vor sich hin. Wenn man dann schon fast eingedöst ist, kommt es plötzlich knüppeldick. Wir erleben eine neue Faschismusanalyse, Andorra reloaded auf feministisch gewissermaßen, und das in einem Zustand dämmrigen Halbschlafes. Wir ersparen euch die Sedativa und zitieren komplett das Furioso troppo floppo:
Bevor nun die Frauenfrage vollends in den so genannten ganzheitlichen politischen Ansätzen für mehr Offenheit, Toleranz und Zugangsrechte verschwindet, muss an ein paar ältere Erkenntnisse der Frauenbewegung erinnert werden: Frauen sind keine Randgruppe, sondern die Mehrheit der Gesellschaft. Eine immer kleiner werdende Minderheit stellt dagegen jene Sorte Normmensch dar, von der Frauen und Randgruppen abweichen, nämlich junge bis mittelalte einheimische, nicht behinderte, heterosexuelle Männer weißer Hautfarbe.
Dass just diese Minderheit sich als Norm darstellt, ist der patriarchalen Struktur der Gesellschaft geschuldet. Denn nach dem Urmuster der Unterscheidung: Mensch (Mann) - Nichtmann (Frau) basiert die Gesellschaft auf dualen Gegensätzen, die über Zugehörigkeit oder Nichtzugehörigkeit entscheiden, über Dominanz oder Unterordnung. Die Spur der Herrschaft im Verhältnis der Geschlechter färbt ab auf das Verhältnis des Normmenschen zu anderen Menschen mit abweichenden Merkmalen; auch diese werden in der einen oder anderen Form als minderwertig erachtet. Aber mit der Konstruktion immer neuer Betroffenengruppen, die ihre Identität auf der Basis von Ausgrenzungserfahrungen aufbauen, bestätigen wir lediglich den Normmenschen in seiner Normalität, statt ihn zu demontieren. Ein zielgruppenübergreifender Ansatz kann nur gelingen, wenn das patriarchale Grundmuster der Ausgrenzung im Auge behalten wird: das Dominanz-Unterordnungs-Verhältnis zwischen den Geschlechtern. http://www.taz.de/pt/2004/03/25/a0196.nf/text
Aus dem arischen Übermenschen ist ein Normmensch geworden. Eine Art von Understatement, die uns gerade noch unterscheidet von der Rassenhybris vor 60 Jahren. Es ist das Subjekt jener immer kleiner werdenden Minderheit, von der im Vagen bleibt, ob es die weißen, heterosexuellen, europäischen Männer in toto sind oder eine patriarchalisch herrschende Männerkaste, die sich selbst als jene Sorte Normmensch darstellt. Pinl unterstellt hier eine aktive Ideologisierung, die im vollen Bewußtsein vorgenommen wird, was gleichermaßen soziologisch wie auch psychoanalytisch bemerkenswert ist. Allerdings auch dies eine Anlehnung an die Analyse eines hinterhältig konzipierten Kryptofaschismus, der seine Lügen am Reißbrett zum Behufe der allgemeinen Gleichschaltung entwirft. Selbst in Bezug auf den Nationalsozialismus wäre dies wahrscheinlich eine Verballhornung. Im Kampf gegen den Goliath Patriarchat dagegen ist diese im Furor entladene Verschwörungstheorie für Frau Pinl nichts weniger als gerade Recht.
Als herrsche das selbst für das Mittelalter analytisch nur bedingt zu behauptende Unterwerfungsverhältnis der Geschlechter heute fort, basiert auch unsere Gesellschaft laut Pinl auf jenem Urmuster der Unterscheidung als Herrschaftsfundament, das ziemlich unlogisch Mensch (Mann) und Nichtmann (Frau) gegenüberstelle. Pinl suggeriert gerade durch die Unlogik, die Frauen würden damit zu Nichtmenschen herabgesetzt. Das korrespondiert natürlich trefflich mir ihrem impliziten Faschismus-Vorwurf. Woman is the Nigger of the World, will sagen: sie ist der Untermensch unserer patriarchalischen Gesellschaft.
Man hat den Eindruck, je weniger Resonanz solch ein Vulgärfeminismus noch bei den nachwachsenden Generationen hat, umso heftiger schlägt er verbal um sich. Man müsste den Feminismus eigentlich zum Thema bei zukünftigen Antisemitismus-Konferenzen machen, dürfte man inzwischen nicht hoffen, dass diese ihrerseits totalitäre Lehre ähnlich dem (verbal)radikalen Linkssektierertum an den Universitäten in den siebziger und achtziger Jahre längst im Begriff steht, sich in seine klaustrophilen Nischen zurückzuziehen. Altemanzen wie Schwarzer und Pinl pflegen den Ungeist, weil sie mehr oder weniger gut von ihm leben. Die neue Generation, insofern überhaupt noch frauenbewegt, scheint dagegen durchaus wieder gesprächsfähig und bereit. Damit leisten diese neuen, entspannteren und erheblich sympathischeren Emanzen bei allen Differenzen im Einzelnen nicht nur sich selbst einen guten Dienst. Auch DAS wird einem klar, wenn man solch eine journalistische Klokruste lesen muss, die Frau Pinl den taz-Lesern hier zumutete. Aber vielleicht liegt ja darin ein Verdienst!?
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OHNE MANN KEIN TÄTER?
DIE BUNDESREGIERUNG BEMÜHT SICH, ÜBER IHREN SCHATTEN ZU SPRINGEN
Das Bundesfamilienministerium führt eine Kampagne gegen Missbrauch und Misshandlung von Kindern durch. Wenn man hier zunächst skeptisch ist, so wird man diesmal beim näheren Hinsehen ein wenig überrascht, weil teilweise erstaunlich sachlich und neutral informiert wird: http://www.hinsehen-handeln-helfen.de/ Wer macht so etwas? Man sieht es keinem Menschen an, ob er Kinder missbraucht. Sexuelle Gewalt gibt es in jeder sozialen Schicht, unabhängig von kultureller Herkunft, von Hautfarbe oder Bildungsstand. Meist stammen die Täterinnen und Täter aus dem sozialen Nahbereich der Familie und der Kinder und genießen daher bei Kindern und Eltern einen Vertrauensvorschuss. Sie suchen gezielt die Nähe zu Kindern und versuchen, auf vielfältigen Wegen Abhängigkeiten zu schaffen. Wie machen sich betroffene Kinder bemerkbar? Die meisten Mädchen und Jungen wagen nicht, offen über den sexuellen Missbrauch zu reden (...)
Soweit, so gut. Aber natürlich auch dies: In 80 bis 90 Prozent der Fälle sind die Täter männlich, weitaus seltener üben Frauen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen aus. Dass sexuell motivierte Übergriffe durch Frauen und Mütter häufig nicht in das Schema passen, was regierungsamtlich als sexuelle Gewalt verstanden wird, darf man da füglich vermuten. Immerhin werden die ersten zehn bis 20 Prozent weiblicher Übergriffe auf Kinder inzwischen zur Kenntnis genommen. Man ist bescheiden geworden.
Das öffentliche Empfinden, wenn eine Mutter einen kleinen Jungen oder Mädchen beim Baden wäscht, oder aber wenn ein Vater dies tut, geht noch immer weit auseinander und wird instrumentalisiert! Das hat viel mit der Unterstellung von prinzipieller Arglosigkeit bei Frauen und mit der Vermutung prinzipieller Bösartigkeit bei Männern zu tun. Dies wiederum hat seinerseits eher NICHTS mit Rationalität zu tun. Wenn Zwei dasselbe tun, sollte es auch dasselbe sein unabhängig von den schmutzigen und sensationsgeilen Phantasien einschlägig zweckorientierter Organisationen für Frauen und Alleinerziehende, hochnotpeinlicher Gerichtsbarkeiten oder männlicher Geisselbrüder.
Denselben Vorgang im Falle des Einen als Übergriff zu werten, im Fall der Anderen aber als besondere Fürsorglichkeit, das etabliert ein Rechts- und Wertesystem, das eher den Kackreiz fördert als den Schutz von Kindern. In diesem Denksystem, das die Bundesregierung immerhin löblich bemüht ist zu überwinden, scheint das Vorliegen einer dezidiert sexuellen Gewalt nämlich überhaupt erst davon abhängig zu sein, dass ein Mann als Täter erkannt werden kann. Das scheint dann aber als Kriterium für sich genommen in vielen Fällen schon absolut ausreichend, wie die Erfahrungen Tausender mit Missbrauchsvorwürfen konfrontierter Väter täglich belegen.
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FRAUENHASS, SEXISMUS, SCHEISSDRECK!
MORBIDER KULT, SCHAURIGE RITUALE: DAS ROTEMÄNNERINFO
Schließlich bekamen wir mal wieder Leserpost, diesmal von einem U.Warnke, der schrieb: Durch einen Konkret-Artikel bin ich auf euch aufmerksam geworden, und ich kann nur sagen - alle Achtung! Mir ist noch nie im Leben eine Organisation begegnet, die derart offensiv, geschlossen und stolz die eigene Verblödung herausposaunt. Ich bin selbst lange Jahre in einer Vätergruppe und kenne viele enttäuschte Scheidungsväter, darunter auch einige Spinner. Aber eine solch geballte Ansammlung von Frauenhaß, Sexismus, Stammtisch-Chauvinismus und faschistoidem Scheißdreck wie bei euch ist mir noch nie untergekommen. In unserem Väterverein in Frankfurt sind eure Seiten mittlerweile regelmäßiger Anlaß für Erheiterung. Wenn ihr irgendwie für voll genommen werden wollt, setzt euch doch ausnahmensweise mal argumentativ mit euren Kritiker/inne/n auseinander, statt ihnen mit Beleidigungen und persönlicher Diffamierung zu begegnen.
Bekanntlich haben wir RotenMänner im Gegensatz zu U. Warnke keine grundsätzlichen Probleme mit Beleidigungen, wenn sie nur intelligent vorgetragen werden. Leider wird U. Warnke nicht mal diesem Kriterium gerecht, weil sein bedauernswert restringierter Sprachschatz noch nicht den Sprung aus den achtziger Jahren heraus geschafft hat. Faschistoider Scheißdreck! Ist das nicht herrlich? Und so argumentativ! Um ein Haar hätte er (oder sie) uns sogar als bürgerlich beschimpft. Der Frankfurter Vätergruppe, der Warnke angeblich schon lange Jahre angehört, möchten wir unseren Respekt bekunden. So einen muss man erst mal aushalten! Und dann auch noch jahrelang, herrje.
Ehrlich gesagt, wir wüssten schon mal gerne, wo in unserem Info jemals Frauenhass, Sexismus und Stammtisch-Chauvinismus vorgekommen sein soll. Mit diesem Standardvokabular des demonstrativ gutwilligen Dummbeutels lässt sich ja trefflich arbeiten, weil sie Emotionen befördern anstelle eines Gedankens. Wie gesagt: Wenns denn wenigstens intelligent vorgetragen worden wäre
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Und dann wurde auch noch der Lehrstuhl für katholische Frauenforschung an der Universität Bonn gestrichen. Dabei haben gerade Theologinnen bahnbrechende Erkenntnisse erzielt: Sie haben schon eine Apostelin ausgegraben, mit der man das Priesteramt für Frauen begründen könnte. Wer weiß, was sie noch zu Tage fördern. In der Tat, wer kann es ahnen? http://www.taz.de/pt/2004/04/23/a0192.nf/text sowie http://www.taz.de/pt/2004/04/23/a0118.nf/text
Ein reiches Land, in dem für so einen Bockmist JEMALS Steuergelder ausgegeben werden durften. Welche Toleranz! Katholische Frauenforschung! Man fasst es nicht. Vielleicht demnächst auch buddhistische Bierbrauerkunst? Evangelische Teilchenphysik? Hinduistische Arktisforschung? Erdreistet euch zu lachen, ihr Ignoranten! Grabt lieber, grabt, ihr feministischen Archäologen, vielleicht findet ihr heraus, dass auch Dschingis Khan eine Frau war und womöglich Nachfahrin jener erwähnten Apostelin! Welche Energien das freisetzen könnte!
Der Rest ist blutrünstiges Schweigen.
Euer RedManAlex
(04.05.04)
Re: Da ises
Sam, Wednesday, 05.05.2004, 17:21 (vor 7947 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Da ises von Odin am 04. Mai 2004 17:57:08:
"Widerwärtige Bilder sind das, ekelerregend und menschenverachtend. Eine zierliche US-Soldatin zielt in Wild-West-Manier mit ihrer Hand, Daumen und Zeigefinger zu einem Revolver geformt, auf die Genitalien nackter irakischer Gefangener." So kommentierte die "Süddeutsche" am 3. Mai die Folterbilder aus einem irakischen Gefängnis in den Zeiten der Bush-Krieger. Na ja, wird sich die Soldatin wohl gedacht haben, nach Myriaden von Jahren als "gefoltertes Geschlecht" bin jetzt ich mal an der Reihe. So schnell kann also aus dem gefolterten ein folterndes Geschlecht werden!? Halt, halt, halt! Wir wollen uns doch hier nicht der Minderhirnigkeit einer Alice Schwarzer anschließen. Diese Episode eines Skandals belegt nur eines: Dass es nämlich scheißegal ist, ob man nun Männer oder Frauen, Deutsche, Iraker oder Amerikanerinnen mit der Macht ausstattet, Andere zu quälen. Wo man solche Macht verleiht, wird sie in erschreckender Weise missbraucht unabhängig von der Geschlechterzugehörigkeit! Unabhängig auch von der vermeintlich eigenen Zivilisiertheit.
<hr>Sobald ich bemerkte, dass #819 den Chor hören konnte, lief ich zurück in den Raum, in dem ich ihn zurückgelassen hatte, und fand dort einen jungen Mann vor, der unkontrolliert schluchzte, während im Hintergrund seine Mitgefangenen schrien, dass er ein schlechter Gefangener sei. Dieser Gesang war nicht mehr unorganisiert und lustig, wie an den ersten Tagen. Jetzt war er durch totale Konformität und Unterwürfigkeit gekennzeichnet, als ob eine einzige Stimme rief: "#819 ist schlecht."
Ich schlug vor, wegzugehen, aber er lehnte dies ab. Tränenüberströmt sagte er, er könne nicht gehen, weil die anderen ihn als schlecht bezeichnet hätten. Obwohl er sich krank fühlte, wollte er zurückgehen und ihnen beweisen, dass er kein schlechter Gefangener sei.
An diesem Punkt sagte ich: "Hören Sie mir mal zu, Sie sind nicht #819. Sie sind [sein Name] und mein Name ist Dr. Zimbardo. Ich bin Psychologe, kein Anstaltsleiter, und dies ist kein echtes Gefängnis. Dieses ist nur ein Experiment, und das sind Studenten, keine Gefangenen, genau wie Sie. Lassen Sie uns gehen."
Er hörte plötzlich auf zu weinen, sah zu mir hoch wie ein kleines Kind, das von einem Alptraum geweckt wurde, und antwortete: "Okay, lassen Sie uns gehen."
<hr>
Quelle: http://www.prisonexp.org/german/slide31g.htm
Re: Da ises
Sam, Wednesday, 05.05.2004, 22:46 (vor 7947 Tagen) @ Sam
Als Antwort auf: Re: Da ises von Sam am 05. Mai 2004 14:21:47:
Siehe auch:
rtsp://real.npr.na-central.speedera.net/real.npr.na-central/totn/20040504_totn_03.rm
Re: Da ises
Emmalein, Wednesday, 05.05.2004, 19:35 (vor 7947 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Da ises von Odin am 04. Mai 2004 17:57:08:
Hi, Ihrs,
na, diese Ausgabe ist ja voll von Demagogie und Polemik:
Der Schriftsteller Maxim Biller hat das gemacht, wovon er lebt. Er hat ein Buch geschrieben. Nun glauben einige ganz besonders wichtige Menschen, dieses Buch handele von ihnen. Und NUR von Ihnen! Mit Begünstigung durch die Münchner Justiz, von der ja immer wieder viel Aufschlussreiches zu berichten ist, haben diese Herrschaften Billers Buch Esra verbieten lassen. Der Roman verletze die Persönlichkeitsrechte von Billers Ex-Freundin und deren Mutter. ( ) In der jetzt vorliegenden Fassung werde das Recht der Frauen am eigenen Lebensbild verletzt. http://www.st.gallen.ch/news/detail.asp?ID=173854 Liberalitas bavariae nennt man das, und in der praktischen Realität könnte es einem Publikationsverbot recht nahe kommen. Mal sehen, ob es den beiden Tussis gelingt, noch ein paar Bücher Billers verbieten (oder verbrennen?) zu lassen. Die bayerische Justiz scheint jedenfalls bereit.
Das nenne ich auf jeden Fall polemisch, weil hier nicht gesagt wird, ob das Buch als Schlüsselroman zu verstehen ist oder nicht. Wenn ja, haben die Leute, wenn ihr Persönlichkeitsrecht nicht gewahrt wird, selbstverständlich ein Recht auf Klage! Das kann ihnen keine Rote Männerinfo absprechen.
Über wahre Mutterliebe berichtete am 22. April die taz: Für 30 Euro hat Sokha ihre 12-jährige Tochter an Schlepper verkauft. Leakana sollte Geld verdienen. In Bangkok hat sie Rosen verkauft. Und ihren Körper. Jetzt ist sie zurück bei der Mutter. Sie sagt: Ich habe ihr verziehen. Die Mutter fühlt sich betrogen. Die 30 Euro hat sie nie gesehen.
Hier wird suggeriert, dass alle Mütter so ihre Mutterliebe zeigen, ja, dass Mutterliebe sich vor allem in solchen Aktionen zeigt. Ich frage mich, wie der Autor wohl von seiner eigenen Mutter behandelt worden ist und ob er ihr wenigstens am 09.05. mehr Dankbarkeit zeigt als er es in diesem Text tut. Denn offensichtlich hat sie ihn so erzogen, dass er in der Lage war, Lesen und Schreiben zu lernen und ihn so gefüttert und gekleidet, dass er in der Lage ist, heute noch zu leben.
<>Dann war auch wieder Girls Day. (Reichsmädchentag hätte wohl unanständig geklungen, so erklärt sich der Anglizismus.) Nicht so in Brandenburg, wo wir einen erstaunlich unverblödeten Umgang mit diesem Tag feststellten: Brandenburg ist bislang das einzige Bundesland, das am Girls' Day auf Gleichberechtigung setzt. Wir sind davon überzeugt, dass das der richtige Weg ist, sagt Günter Baaske, Brandenburgs Arbeits- und Gleichstellungsminister. Man sollte den Tag nicht auf Mädchen reduzieren, sondern Jungen und Mädchen die Augen öffnen für Berufsbilder, die bislang geschlechtstypisch besetzt sind. Bereits zum zweiten Mal sind nun auch die Jungs zum Praxis-Tag eingeladen. Bravo! <A
artikel/564/30534/[/link]
Der Ausdurck "Reichsmädchentag" setzt Feminismus mit Faschismus gleich. Das ist Demagogie pur!
Die Mutter aller Benachteiligungen: Große Männer erhalten höhere Einkommen als kleine, und zwar um 0,6 Prozent für jeden Zentimeter mehr. Bei Frauen ist eine vergleichbare Tendenz nicht feststellbar. Allerdings werden stark übergewichtige Frauen am Arbeitsmarkt schwer benachteiligt. Das Schlimmste was einem also passieren kann, ist dass man ein kleiner, stark übergewichtiger weiblicher Mann wird. Eine Horrorvorstellung! [link=http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/erfolggeld/artikel/649/30619/"
Männer sind nicht weiblich. Per definitionem nicht. Und wenn Männer weniger Geld kriegen, wenn sie klein sind - wer ist dann dafür verantwortlich?Ihre Chefs. Wer sind die Chefs in der Mehrheit? Genau! Männer. Dennoch wird indirekt suggeriert, Frauen seien an dieser Benachteiligung in irgendeiner Weise schuld.
3. Claudia Pinl, Geronto-Emanze aus Alice Schwarzers Peergroup, beschwor eifernd den Geschlechterfaschismus. Männer gäben sich demnach selbst als Normmenschen aus. Die Analogie zu Über- und Untermenschen ist selbstverständlich gewollt. Damit fällt der Vorwurf aber auf Frau Pinl zurück!
Männer sind die Norm. Die Rente orientiert sich an der typisch männlichen Biographie: Ausbildung, Vollerwerbszeit, keine Kindererziehungszeiten, Rente. Die weibliche Biographie, Ausbildung, Kinder, teilweise Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit kommt in der Rente sehr viel schlechter weg. Frauen bekommen nur gleiche Rente bei der gleichen Art von Biographie. Kinder haben kostet - und Frauen ganz besonders.
Eine Unterdrückung immerhin, die zur Folge hatt, dass diese kleinen Luder etliche Jahre länger leben. Denn sie arbeiten nicht nur im Schnitt sehr viel weniger. Sie erledigen auch die bei weitem leichteren Arbeiten. In den USA erleiden Männer 95 Prozent der tödlichen Berufsunfälle, weil sie fast zu 100 Prozent die sogenannten Todesberufe ausüben. (Die dann noch übrig bleiben, leben deswegen aber auch nicht annähernd so lange wie Frauen, wie ein simpler Blick in die Altersheime zeigt. Auch ein deutscher Mann, der das 60. Lebensjahr vollendet, hat danach im Schnitt noch immer vier Jahre weniger vor sich als eine gleichaltrige Frau!)
Frauen werden als Luder bezeichnet, weil sie länger leben. Einseitig wird die Ursache angenommen, dass sie weniger oft voll erwerbstätig seien. Wir wissen aber nicht wirklich, warum Frauen länger leben als Männer! Da können auch andere Sachen mit hineinspielen, wie etwa eine gesündere Lebenseweise (was wir nicht genau wissen) oder bessere Gesundheitsvorsorge (wobei wir da nicht wissen, ob aus eigenem Antrieb oder wegen Begünstigung). Das einseitige Reduzieren auf die weniger lange Erwerbstätigkeit ist hier auch polemisch zu verstehen. Die Frauen sollen sich nicht beschweren, wenn es für sie schwer ist ,Beruf und Familie zu vereinbaren - sie leben deswegen schliesslich länger. Was überigens gegen diese These spricht: Arbeitslose sterben früher als Leute mit Arbeit.
Aus dem arischen Übermenschen ist ein Normmensch geworden. Eine Art von Understatement, die uns gerade noch unterscheidet von der Rassenhybris vor 60 Jahren. Es ist das Subjekt jener immer kleiner werdenden Minderheit, von der im Vagen bleibt, ob es die weißen, heterosexuellen, europäischen Männer in toto sind oder eine patriarchalisch herrschende Männerkaste, die sich selbst als jene Sorte Normmensch darstellt. Pinl unterstellt hier eine aktive Ideologisierung, die im vollen Bewußtsein vorgenommen wird, was gleichermaßen soziologisch wie auch psychoanalytisch bemerkenswert ist. Allerdings auch dies eine Anlehnung an die Analyse eines hinterhältig konzipierten Kryptofaschismus, der seine Lügen am Reißbrett zum Behufe der allgemeinen Gleichschaltung entwirft. Selbst in Bezug auf den Nationalsozialismus wäre dies wahrscheinlich eine Verballhornung. Im Kampf gegen den Goliath Patriarchat dagegen ist diese im Furor entladene Verschwörungstheorie für Frau Pinl nichts weniger als gerade Recht.
Normen sind nicht identisch mit Über- und Unterordnung. Eine Norm sagt aus, was "norm -al", der Norm gemäss ist. Was das Mass aller Dinge ist. Woran sich alles orientiert. Und das hat nichts mit Faschismus zu tun. Hier wird demagogisch eine Logik aufgebaut, die nicht zutreffend ist.
Man hat den Eindruck, je weniger Resonanz solch ein Vulgärfeminismus noch bei den nachwachsenden Generationen hat, umso heftiger schlägt er verbal um sich. Man müsste den Feminismus eigentlich zum Thema bei zukünftigen Antisemitismus-Konferenzen machen, dürfte man inzwischen nicht hoffen, dass diese ihrerseits totalitäre Lehre ähnlich dem (verbal)radikalen Linkssektierertum an den Universitäten in den siebziger und achtziger Jahre längst im Begriff steht, sich in seine klaustrophilen Nischen zurückzuziehen. Altemanzen wie Schwarzer und Pinl pflegen den Ungeist, weil sie mehr oder weniger gut von ihm leben. Die neue Generation, insofern überhaupt noch frauenbewegt, scheint dagegen durchaus wieder gesprächsfähig und bereit. Damit leisten diese neuen, entspannteren und erheblich sympathischeren Emanzen bei allen Differenzen im Einzelnen nicht nur sich selbst einen guten Dienst. Auch DAS wird einem klar, wenn man solch eine journalistische Klokruste lesen muss, die Frau Pinl den taz-Lesern hier zumutete. Aber vielleicht liegt ja darin ein Verdienst!?
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Hier wird wieder suggeriert, dass es eine Identität zwischen Feminismus und Faschismus gäbe. Das ist demagogisch und unwahr. Feminismus hatte nie dieselben Ziele wie der Faschismus. Faschismus hatte nie dieselben Ziele wie der Feminismus.
Wer hier die Demagogie und die Polemik nicht sieht, muss blind sein.
Nun ja, vermutlich werde ich jetzt gesperrt. Aber vielleicht hat irgendwer auch Lust mal über das nachzudenken, was hier so geschrieben wird. Wenn es nur einen gibt, der das tut, hat sich mein heutiges Schreiben gelohnt.
Es grüsst
das Emmalein
Re: Da ises
Garfield, Wednesday, 05.05.2004, 21:02 (vor 7947 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 05. Mai 2004 16:35:02:
Hallo Emmalein!
"Hier wird suggeriert, dass alle Mütter so ihre Mutterliebe zeigen, ja, dass Mutterliebe sich vor allem in solchen Aktionen zeigt."
Wo hast du das heraus gelesen? Also, ich habe dort gelesen, daß eine Mutter ihre Tochter für 30 Dollar verkauft hat. Nicht mehr und nicht weniger. Wenn dir das nicht gefällt, kann ich das gut nachvollziehen, aber wieso lastest du das den Autoren des RoteMännerInfo an ?
"Der Ausdruck "Reichsmädchentag" setzt Feminismus mit Faschismus gleich. Das ist Demagogie pur!"
Wirklich? Der Radikalfeminismus weist aber tatsächlich erschreckende Parallelen zum Faschismus auf.
Und ist es nicht auch Demagogie, zu behaupten, daß ein Jungentag unnötig wäre, obwohl es immer offensichtlicher die Jungen und Männer sind, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt werden?
"Männer sind nicht weiblich."
Darüber solltest du mal mit Susu diskutieren.
"Dennoch wird indirekt suggeriert, Frauen seien an dieser Benachteiligung in irgendeiner Weise schuld."
Wo liest du sowas denn nur, Emmalein? Ich habe gelesen, daß kleinere Männer weniger Gehalt bekommen, während bei Frauen die Körpergröße offenbar keine Rolle spielt. Für die Geschlechterdebatte ist das interessant, weil es zeigt, wie tief das althergebrachte Männerbild nach wie vor in der Gesellschaft verankert ist.
"Die weibliche Biographie, Ausbildung, Kinder, teilweise Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit kommt in der Rente sehr viel schlechter weg."
Das hat aber nichts mit ihrem Geschlecht zu tun, Emmalein. Ein auf Teilzeit arbeitender oder häufig arbeitsloser Mann kann auch keine hohe Rente erwarten. Und Arbeitslosigkeit betrifft Männer zunehmend stärker als Frauen. Und zwar teilweise sehr wohl aufgrund ihres Geschlechts.
"Kinder haben kostet - und Frauen ganz besonders."
Männer kosten Kinder also nichts? Wie paßt das zu der Tatsache, daß die meisten Unterhaltszahler männlich sind? Und daß es auch überwiegend Männer sind, die die Haushaltskassen durch ihre Berufstätigkeit füllen?
"Einseitig wird die Ursache angenommen, dass sie weniger oft voll erwerbstätig seien. Wir wissen aber nicht wirklich, warum Frauen länger leben als Männer! Da können auch andere Sachen mit hineinspielen, wie etwa eine gesündere Lebenseweise (was wir nicht genau wissen) oder bessere Gesundheitsvorsorge (wobei wir da nicht wissen, ob aus eigenem Antrieb oder wegen Begünstigung)."
Ach, Emmalein... Wenn ich neben einem Haus einen zerbrochenen Dachziegel liegen sehe und im Dach des Hauses ein Loch ist, dann ist mir klar, daß der Ziegel aus diesem Dach gefallen ist. Auch wenn ich es nicht gesehen habe. Natürlich kann ich dann die Scherben zusammenpuzzeln, den Ziegel ausmessen, auf das Dach steigen und prüfen, ob er mit den Ziegeln dort identisch ist. Ich kann auch ein Simulationsprogramm schreiben, das mir unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse exakt ausrechnet, ob ein Ziegel aus diesem Loch genau auf diese Stelle fallen und genau so zerbrechen konnte. Ich kann auch die chemische Zusammensetzung des Ziegels überprüfen lassen, um sicherzugehen, daß er wirklich von diesem Dach stammte. Letztendlich wird sich dann nur das herausstellen, was ich ohnehin bereits wußte.
Da nun Männer tatsächlich oft mehr, härter und gefährlicher arbeiten als Frauen, ist doch wohl klar und logisch, daß sich das negativ auf ihre Gesundheit und damit auf ihre Lebenserwartung auswirkt. Wenn sie weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen werden als Frauen, trägt das natürlich auch dazu bei, daß das Durchschnittsalter von Männern niedriger ist.
Und wenn Frauen z.B. mit 30 schon kostenlose Hautkrebsvorsorge bekommen, Männer aber erst mit 45, dann ist doch wohl klar, daß allein das dazu führt, daß mehr Frauen als Männer ab 30 Hautkrebsvorsorge-Untersuchungen machen lassen. Was willst du denn da noch untersuchen?
"Was überigens gegen diese These spricht: Arbeitslose sterben früher als Leute mit Arbeit."
Das spricht keineswegs gegen diese These. Die ehemaligen Arbeitslosen, die heute sterben, sind zu Zeiten arbeitslos geworden, als Arbeitslosigkeit vor allem Menschen mit niedriger Qualifikation traf. Es sind also überwiegend Menschen, die in körperlich schweren Jobs tätig waren, die sich eben negativ auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben.
"Normen sind nicht identisch mit Über- und Unterordnung. Eine Norm sagt aus, was "norm -al", der Norm gemäss ist. Was das Mass aller Dinge ist. Woran sich alles orientiert. Und das hat nichts mit Faschismus zu tun. Hier wird demagogisch eine Logik aufgebaut, die nicht zutreffend ist."
Das solltest du der Autorin dieses Geschreibsels sagen, auf das sich das RoteMännerInfo an der Stelle bezieht. Die hat sich das nämlich so zusammen fantasiert und behauptet, daß weiße, heterosexuelle Männer sich zur Norm erklärt hätten und alle anderen Gruppen unterdrücken würden.
"Hier wird wieder suggeriert, dass es eine Identität zwischen Feminismus und Faschismus gäbe. Das ist demagogisch und unwahr. Feminismus hatte nie dieselben Ziele wie der Faschismus. Faschismus hatte nie dieselben Ziele wie der Feminismus."
Wie kommt es denn, daß manche Radikalfeministinnen vom deutschen Nationalsozialismus sogar die Idee der Gaskammern (nun natürlich für Männer) übernommen haben? Ach ja, ich vergaß - das ist ja alles nur lustige Satire... Merkwürdigerweise kann ich darüber aber nicht lachen, Emmalein.
"Aber vielleicht hat irgendwer auch Lust mal über das nachzudenken, was hier so geschrieben wird. Wenn es nur einen gibt, der das tut, hat sich mein heutiges Schreiben gelohnt."
Ich hab's gerade getan.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Peter, Thursday, 06.05.2004, 01:06 (vor 7947 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 05. Mai 2004 18:02:57:
Garfield, deine Erwiderung an Emmalein war schon recht gut und ausfuehrlich. Einen Punkt will ich noch ergänzen. Sie schreibt:
Hier wird suggeriert, dass alle Mütter so ihre Mutterliebe zeigen, ja, dass Mutterliebe sich vor allem in solchen Aktionen zeigt. Ich frage mich, wie der Autor wohl von seiner eigenen Mutter behandelt worden ist und ob er ihr wenigstens am 09.05. mehr Dankbarkeit zeigt als er es in diesem Text tut.
Emmalein gibt sich nicht mit der falschen Logik zufrieden in ihrem ersten Satz, wie du schon anmerktest, sie moechte auch mangels Argumenten den Autor gerne persönlich treffen, indem sie ueber sein Verhaeltnis zu seiner Mutter spekuliert, von dem er nichts geschrieben hat. Emmalein wird zunehmend trollig.
Gruß,
Peter
Re: Da ises
Jolanda, Thursday, 06.05.2004, 13:52 (vor 7946 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Da ises von Peter am 05. Mai 2004 22:06:08:
Hallo Peter
Was mich immer wieder wundert, dass intelligente Frauen und ich halte Emmalein trotz meines tiefen Misstrauens ihr gegenüber durchaus für klug, dass gerade solche Frauen, sich an diesem Satz aufhängen.
Ich sehe das anders. Die Mutterliebe ist doch eine Liebe, die über alles andere erhoben wird. Die Mutterliebe scheint ja etwas, dass angeboren ist, die Mutter hat einen engen Bezug zum Kind, die Mutter wird sich so verhalten, dass es ihrem Kind gut geht. Man hat immer noch ein sehr verklärtes Mutterbild, was heute eben so nicht mehr zutrifft.
Nun wird ein Beispiel gegeben, wo eine Mutter ihr Kind verkauft hat, viele Mütter verkaufen ihre Kinder, klar nicht nur aus lauter Spass und weil sie das als die Beste Lösung empfinden, klar oftmals aus schlimmen Notsituationen heraus, aber sie werden im Endeffekt verkauft.
Mir sagt das, dass Mütter genauso in der Lage sind, ihre Kinder zu verkaufen, so wie Väter dazu in der Lage sind. Mir sagt das einfach, dass Mutterliebe genauso ihre Schwächen hat wie Vaterliebe.
Hier wird die grenzenlose Mutterliebe mit Ironie betrachtet und mit ironischen Worten untermauert. Die Aussage ist aber keinesfalls die, dass Mutterliebe darin besteht, die eigenen Kinder zu verkaufen, sondern dass trotz Mutterliebe eben auch Kinder verkauft werden.
Hier wird dieses Klischee der unzerstörbaren Mutterliebe demontiert, das ist alles. Tut weh und ist sicher nicht einfach so auf alle Mütter zu übertragen, aber es ist auch nicht die skandalöse Aussage, die Emmalein dahinter sieht.
Und ich würde sagen, gerade die Rote Männerinfo gehört zu den gemässtigsten Newsletters, die im Umlauf sind. Hier wird zitiert und manchmal mit eigenen Kommentaren ergänzt, aber bestimmt nicht planlos geschimpft und verurteilt.
Ich erinnere mich an die Emma-Forum zeiten, dort war der Durchschnitt der Anhängerinnen von Emma immer sehr derb drauf und man las eigentlich nur Pauschalaussagen, daran hat sich aber kaum eine Frau gestört.
Warum nur darf die Vaterliebe sofort angezweifelt werden und die Mutterliebe ist eine heilige Kuh, bei der man es ja nicht wagen sollte, sie dermassen anzuzweifeln und schon gar nicht ironisch?!
Ich sehe darin ein grundlegendes Problem von verinnerlichten Klischees, die sich wohl nicht so schnell auflösen lassen werden.
Ich finde Alex Bark einen tollen Kämpfer für die Sache, er hat mein blindes Vertrauen und meine ganze Unterstützung.
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Da ises
Peter, Friday, 07.05.2004, 01:46 (vor 7946 Tagen) @ Jolanda
Als Antwort auf: Re: Da ises von Jolanda am 06. Mai 2004 10:52:06:
Die Mutterliebe ist doch eine Liebe, die über alles andere erhoben wird. Die Mutterliebe scheint ja etwas, dass angeboren ist, die Mutter hat einen engen Bezug zum Kind, die Mutter wird sich so verhalten, dass es ihrem Kind gut geht. Man hat immer noch ein sehr verklärtes Mutterbild, was heute eben so nicht mehr zutrifft.
Ich halte Mutterliebe fuer gut, angeboren und auch heute gegenwärtig, aber nicht ueberall ausreichend und nicht automatisch das richtige tuend. Mutterliebe macht blind, und zwar einige Umstehenden: Je weiter weg einer steht und je mehr er in Klischees lebt, desto weniger sieht er von dem, was wirklich da ist, und das kann schon mal ziemlich schlecht sein, wie im geschilderten Fall.
Hier wird die grenzenlose Mutterliebe mit Ironie betrachtet und mit ironischen Worten untermauert. Die Aussage ist aber keinesfalls die, dass Mutterliebe darin besteht, die eigenen Kinder zu verkaufen, sondern dass trotz Mutterliebe eben auch Kinder verkauft werden.
Menschliches halt, alzu menschliches.
Hier wird dieses Klischee der unzerstörbaren Mutterliebe demontiert, das ist alles. Tut weh und ist sicher nicht einfach so auf alle Mütter zu übertragen, aber es ist auch nicht die skandalöse Aussage, die Emmalein dahinter sieht.
Will sie das nicht vorhandene sehen, oder kann sie nicht anders, oder beides?
Und ich würde sagen, gerade die Rote Männerinfo gehört zu den gemässtigsten Newsletters, die im Umlauf sind. Hier wird zitiert und manchmal mit eigenen Kommentaren ergänzt, aber bestimmt nicht planlos geschimpft und verurteilt. (...)
Ich finde Alex Bark einen tollen Kämpfer für die Sache, er hat mein blindes Vertrauen und meine ganze Unterstützung.
Nun, soweit gehe ich nicht, ich finde die RoteMännerinfo klug und unterhaltsam geschrieben. Schade, dass keine (Web-)Zeitung das als Kolumne aufnimmt, vielleicht passt auch das Format nicht recht.
Gruß,
Peter
Re: Da ises
Odin, Friday, 07.05.2004, 20:52 (vor 7945 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: Da ises von Peter am 06. Mai 2004 22:46:24:
Ich halte Mutterliebe fuer gut, angeboren und auch heute gegenwärtig, aber nicht ueberall ausreichend und nicht automatisch das richtige tuend. Mutterliebe macht blind, und zwar einige Umstehenden: Je weiter weg einer steht und je mehr er in Klischees lebt, desto weniger sieht er von dem, was wirklich da ist, und das kann schon mal ziemlich schlecht sein, wie im geschilderten Fall.
Wobei man nicht vergessen sollte, daß manche Mütter ihre Kinder hassen, quälen, mißhandeln, mißbrauchen, töten, verstümmeln, schlagen, vernachlässigen, verkaufen, terrorisieren, emotional mißbrauchen oder als Druckmittel gegen den Ex benutzen für eigene, perverse Rachephantasien.
Re: Da ises
Emmalein, Thursday, 06.05.2004, 12:20 (vor 7946 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 05. Mai 2004 18:02:57:
Hi, Garfield,
nicht das Ankreiden des skandalösen Verhaltens dieser Frau laste ich der RotenMännerInfo an, sondern den Stil, mit der das verbreitet wird.
Ich kann es ja mal umformulieren :Wahre Vaterliebe zeigte ein Vater, der seine Tochter für 30 Euro verkaufte.
Wird es jetzt klarer, was ich meinte? Hier wird Vaterliebe mit dem Verhalten gleichgesetzt, dass ein Vater seine Tochter für 30 Euro verkauft. Das bedeutet: Vaterliebe ist keine Liebe, sondern eine Versklavung. Und zwar in jedem Fall. Dieses Verhalten definiert Vaterliebe.
Würdest Du eine solche Formulierung nicht für demagogisch halten? Ich schon! Und deswegen halte ich dieselbe Formulierung für demagogisch, wenn sie gegen Mütter und Frauen gebraucht wird.
"Der Ausdruck "Reichsmädchentag" setzt Feminismus mit Faschismus gleich. Das ist Demagogie pur!"
Wirklich? Der Radikalfeminismus weist aber tatsächlich erschreckende Parallelen zum Faschismus auf.
Warum Feminismus nicht mit Faschismus gleichzusetzen ist, habe ich schon einmal ausführlich beantwortet. Gegenargumente kamen keine. Daher nehme ich an, dass es keine gibt.
Aber ich bin ja nicht so und setze die Argumente auch noch ein weiteres Mal hier hinein, vielleicht hast Du sie beim ersten Mal ja auch einfach nicht gesehen, kann ja passieren, hier schreiben ja auch noch viele andere Leute hier.
Also:
1. Faschismus hat das Ziel, dass sich eine Gruppe (der priviligierten Rasse) der anderen Gruppe (der unterpriviligierten Rasse) unterordnet. Feminismus hat aber das Ziel, gleiches Recht mit der Gruppe die er für priviligiert hält (die Männer) für die in seinen Augen Unterpriviligierten (die Frauen) zu erreichen. Man kann sagen, dass er an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist, aber nicht ,dass er dasselbe ist, wie Faschismus.
2. Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden. Sogar noch heute. Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre).
Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie. In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten. Wenn das kein Fake war, was ich nicht weiss, ist das in meinen Augen eher eine faschistische Methode als die der Diskussionssuche. Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt. Verleger wollen Geld verdienen. Das ist in meinen Augen auch völlig legitim. Der Kapitalismus ist keine Kuschellandschaft.
In diesem Kontext stand in dem Text nicht drin, dass dort Feministinnen sagen, dass ein Jungentag unnötig wäre. Es wird über eine Ausweitung des Tages auch für Jungen in Brandenburg berichtet. Von daher verstehe ich diese Kritik nicht - sie hat nichts mit der Textkritik zu tun.
"Die weibliche Biographie, Ausbildung, Kinder, teilweise Kindererziehungszeiten, Teilzeitarbeit kommt in der Rente sehr viel schlechter weg. "
Das hat aber nichts mit ihrem Geschlecht zu tun, Emmalein. Ein auf Teilzeit arbeitender oder häufig arbeitsloser Mann kann auch keine hohe Rente erwarten. Und Arbeitslosigkeit betrifft Männer zunehmend stärker als Frauen. Und zwar teilweise sehr wohl aufgrund ihres Geschlechts.
In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte.
"Kinder haben kostet - und Frauen ganz besonders."
Männer kosten Kinder also nichts? Wie paßt das zu der Tatsache, daß die meisten Unterhaltszahler männlich sind? Und daß es auch überwiegend Männer sind, die die Haushaltskassen durch ihre Berufstätigkeit füllen?
Kinder haben kostet Männer auch, aber doch weniger als es Frauen kostet.
Kinder haben heisst für Frauen:
1. Gegenwartsbenachteiligung, weil weniger Geld im Augenblick da ist (das ist bei den Männern und den Frauen gleich) und weil die Berufschancen mit Kind sinken (das ist bei Männern und Frauen verschieden; die Verantwortung für Kinder wird eindeutig bei der Frau gesehen, Männer werden nie gefragt, wie sie die Kinderbetreuung bei der Arbeit organsieren Frauen schon, ich keinne einige persönlich, die diese Frage im Bewerbungsgespräch gestellt bekommen haben, aber keinen einzigen Mann, dem das je passiert ist).
2.Zukunftsbenachteiligung, weil teilweise Elternzeit und weniger Erwerbstätigkeit sich rentenmindernd auswirken und Vollzeitarbeit mit Kind heute in D noch immer nur möglich ist, wenn man entweder sehr viel mit seiner Arbeit verdient, also eine echte Karriere macht und nicht nur einen Beruf ausübt oder wenn man Omma im Hintergrund hat, die kostenlos mitbetreut.
Das sind höhere Oppoturnitätskosten als bei Männern mit durchgängiger Erwerbsbiographie.
"Einseitig wird die Ursache angenommen, dass sie weniger oft voll erwerbstätig seien. Wir wissen aber nicht wirklich, warum Frauen länger leben als Männer! Da können auch andere Sachen mit hineinspielen, wie etwa eine gesündere Lebenseweise (was wir nicht genau wissen) oder bessere Gesundheitsvorsorge (wobei wir da nicht wissen, ob aus eigenem Antrieb oder wegen Begünstigung)."
Ach, Emmalein... Wenn ich neben einem Haus einen zerbrochenen Dachziegel liegen sehe und im Dach des Hauses ein Loch ist, dann ist mir klar, daß der Ziegel aus diesem Dach gefallen ist. Auch wenn ich es nicht gesehen habe. Natürlich kann ich dann die Scherben zusammenpuzzeln, den Ziegel ausmessen, auf das Dach steigen und prüfen, ob er mit den Ziegeln dort identisch ist. Ich kann auch ein Simulationsprogramm schreiben, das mir unter Berücksichtigung der Wetterverhältnisse exakt ausrechnet, ob ein Ziegel aus diesem Loch genau auf diese Stelle fallen und genau so zerbrechen konnte. Ich kann auch die chemische Zusammensetzung des Ziegels überprüfen lassen, um sicherzugehen, daß er wirklich von diesem Dach stammte. Letztendlich wird sich dann nur das herausstellen, was ich ohnehin bereits wußte.
Da nun Männer tatsächlich oft mehr, härter und gefährlicher arbeiten als Frauen, ist doch wohl klar und logisch, daß sich das negativ auf ihre Gesundheit und damit auf ihre Lebenserwartung auswirkt. Wenn sie weit häufiger Opfer von Arbeitsunfällen werden als Frauen, trägt das natürlich auch dazu bei, daß das Durchschnittsalter von Männern niedriger ist.
Und wenn Frauen z.B. mit 30 schon kostenlose Hautkrebsvorsorge bekommen, Männer aber erst mit 45, dann ist doch wohl klar, daß allein das dazu führt, daß mehr Frauen als Männer ab 30 Hautkrebsvorsorge-Untersuchungen machen lassen. Was willst du denn da noch untersuchen?
"Was überigens gegen diese These spricht: Arbeitslose sterben früher als Leute mit Arbeit."
Das spricht keineswegs gegen diese These. Die ehemaligen Arbeitslosen, die heute sterben, sind zu Zeiten arbeitslos geworden, als Arbeitslosigkeit vor allem Menschen mit niedriger Qualifikation traf. Es sind also überwiegend Menschen, die in körperlich schweren Jobs tätig waren, die sich eben negativ auf ihre Gesundheit ausgewirkt haben.
Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute. Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute.
"Normen sind nicht identisch mit Über- und Unterordnung. Eine Norm sagt aus, was "norm -al", der Norm gemäss ist. Was das Mass aller Dinge ist. Woran sich alles orientiert. Und das hat nichts mit Faschismus zu tun. Hier wird demagogisch eine Logik aufgebaut, die nicht zutreffend ist."
Das solltest du der Autorin dieses Geschreibsels sagen, auf das sich das RoteMännerInfo an der Stelle bezieht. Die hat sich das nämlich so zusammen fantasiert und behauptet, daß weiße, heterosexuelle Männer sich zur Norm erklärt hätten und alle anderen Gruppen unterdrücken würden.
Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert.
Es grüsst in Eile
das Emmalein
Re: Da ises
Andreas, Thursday, 06.05.2004, 14:23 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 09:20:44:
Also:
1. Faschismus hat das Ziel, dass sich eine Gruppe (der priviligierten Rasse) der anderen Gruppe (der unterpriviligierten Rasse) unterordnet. Feminismus hat aber das Ziel, gleiches Recht mit der Gruppe die er für priviligiert hält (die Männer) für die in seinen Augen Unterpriviligierten (die Frauen) zu erreichen. Man kann sagen, dass er an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist, aber nicht ,dass er dasselbe ist, wie Faschismus.
Das ist schlichtweg falsch. Ich habe Dir schon mal den Ratschlag gegeben, Dich etwas naeher mit Geschichte zu beschaeftigen. Faschismus zeichnet sich insbesondere durch eine totalitaere Ideologie aus, die von einem strikten Antikommunismus und einer streng antimodernistischen Wirtschaftsauffassung gepraegt ist. Rassenvorurteile sind fuer den Faschismus nicht massgebend. Das trifft eher auf den Nationalsozialismus zu.
Die Behauptung: der Feminismus sei eine faschistische Ideologie, halte ich fuer unhistorisch. Es ist aber offensichtlich, dass es sich beim Feminismus um eine totalitaere Ideologie handelt, da es Ziel des Feminismus ist, einen privilegierten Sonderstatus fuer Frauen vor allem auf der Grundlage einer systematischen Diskriminierung und Benachteiligung von Maennern durchzusetzen - und zwar bis in die unmittelbare Privat- und Intimssphaere eines jeden Buergers hinein.
2. Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden. Sogar noch heute.
Das halte ich fuer ein Geruecht!
Andreas
Re: Da ises
Bruno, Thursday, 06.05.2004, 15:22 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 09:20:44:
2. Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden.
...damit verlässt du jetzt aber endgültig den Boden der Tatsachen. Aber mir gibt es zumindest wieder Gelegenheit für MANNdat zu werben.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Re: Da ises
Garfield, Thursday, 06.05.2004, 16:43 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 09:20:44:
Hallo Emmalein!
"Wahre Vaterliebe zeigte ein Vater, der seine Tochter für 30 Euro verkaufte."
Was ist daran schlimm? Wenn ich so etwas lesen würde, dann würde ich das als Ironie verstehen. Also eben so, daß gerade das Gegenteil von wahrer Vaterliebe gemeint war. Das fände ich durchaus angemessen, wenn ein Vater seine Tochter für 30 Euro verkaufen würde. Genauso angemessen finde ich das eben auch, wenn eine Mutter ihre Tochter für 30 Euro verkauft.
Ich habe das keineswegs so verstanden, daß allen Müttern unterstellt wird, ihre Töchter für 30 Euro zu verkaufen.
Wenn hier zuweilen geschrieben wird, daß Feminismus Parallelen zum Faschismus aufweist, dann bezieht sich das auf den Radikalfeminismus.
Natürlich sind nicht alle Feministinnen radikal eingestellt. Es ist aber heute so, daß die Gleichberechtigung der Frau hierzulande längst erreicht ist. Somit gibt es kaum noch echte Feministinnen. Die Mehrzahl der heute real existierenden Feministinnen sind entweder Radikal- oder Berufsfeministinnen. Die einen wollen es in ihrem verbohrten Wahn so sehen, daß wir im Patriarchat leben und daß die bösen Männer die armen Frauen ganz furchtbar unterdrücken und ausbeuten, und die anderen sind darauf angewiesen, das zumindest teilweise so zu sehen, weil sie nur so ihre berufliche Existenz weiterhin rechtfertigen können.
"Faschismus hat das Ziel, dass sich eine Gruppe (der priviligierten Rasse) der anderen Gruppe (der unterpriviligierten Rasse) unterordnet."
Genau das ist das Ziel von manchen Radikalfeministinnen. Die ganz extremen unter ihnen wollen Männer nicht nur unterordnen, sondern sogar komplett ausrotten.
"Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden."
Also Emmalein, das stimmt nun definitiv nicht, und zwar noch nicht einmal für manche weniger radikale Feministinnen! In feministischen Foren im Internet wird häufig Zensur betrieben, wobei nicht etwa nur Beiträge von Störern gelöscht werden (was ja normal ist), sondern sehr wohl auch sachliche, feminismuskritische Beiträge. Das "Forum" der "Feministischen Partei" war dafür ein Paradebeispiel. Auch das Gästebuch von "Emma" ist moderiert, man läßt also nur Beiträge zu, die ins Konzept von "Emma" passen. Feministische Veranstaltungen finden häufig unter Ausschluß von Männern statt, und auch Feminismuskritikerinnen werden ebenfalls häufig von feministischen Funktionärinnen angefeindet. Das geht bis hin zu Morddrohungen.
"Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre)."
Emmalein, ich habe früher auch gelegentlich in feministischen Foren geschrieben. Ich bin dabei nie unsachlich geworden, und trotzdem wurden meine Beiträge häufig gelöscht. Und auch Beiträge von anderen Leuten, die sich feminismuskritisch geäußert haben.
"Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie."
Schade, daß das "Forum" der "Feministischen Partei" nicht mehr existiert. Da konnte man nämlich sehr gut sehen, was Radikalfeministinnen unter Meinungsfreiheit verstehen und wie sie mit Andersdenkenden umgehen.
"In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten."
Emmalein, dieser Beitrag stammte von irgendeinem Spinner. Und er wurde hier obndrein auch längst gelöscht. Wieso verallgemeinerst du sowas?
"Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt."
Ja ja, aber warum verkaufen sich feminismuskritische Bücher nicht? Wenn unsere Gesellschaft wirklich so männerorientiert wäre, wie Feministinnen gern behaupten, müßten solche Bücher doch völlig dem Zeitgeist entsprechen, und man dürfte kaum feministische Bücher finden. Wie erklärst du dir, daß es genau umgekehrt ist?
Außerdem spielt die Befürchtung, Ärger mit Feministinnen zu bekommen, für Verlage auch sehr wohl eine Rolle.
"In diesem Kontext stand in dem Text nicht drin, dass dort Feministinnen sagen, dass ein Jungentag unnötig wäre."
Das sehen diverse staatliche Behörden und Ämter aber offensichtlich so. Während der "Girlsday" öffentlich gefördert wird, hält sich die öffentliche Unterstützung für einen ähnlichen Tag für Jungen sehr in Grenzen.
"In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte."
Nun, wenn Frauen das so wichtig wäre, würden sie Partner mit niedrigem Gehalt bevorzugen. Wie erklärst du dir, daß sie das offensichtlich nicht tun?
"...Männer werden nie gefragt, wie sie die Kinderbetreuung bei der Arbeit organsieren Frauen schon, ich keinne einige persönlich, die diese Frage im Bewerbungsgespräch gestellt bekommen haben, aber keinen einzigen Mann, dem das je passiert ist)."
Dafür kann ein Mann seinen Job verlieren, wenn er Erziehungsurlaub nimmt, während dasselbe bei Frauen üblicherweise akzeptiert wird.
Männer können heute auch mal für einige Jahre arbeitslos sein, und in der Zeit können sie dann auch nicht soviel an Rentenbeiträgen zahlen. Keine Frau wird durch Kinder zum Hausfrauendasein gezwungen. Während des Erziehungsurlaubs ist sie finanziell weiter versorgt, und die Kinder müssen nicht bis zum 21. Lebensjahr rund um die Uhr betreut werden. Wenn eine Frau sich dafür entscheidet, Hausfrau zu sein, dann muß sie mit den Folgen ihrer Entscheidung eben leben, genauso wie ein Mann das in derselben Situation muß.
"Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute."
Aha? Woher willst du denn wissen, wann die heutigen Arbeitslosen sterben? Solche Statistiken kann man doch nur mit den Menschen erstellen, die bereits gestorben sind. Das sind größtenteils ältere Menschen. Wenn die lange Zeit arbeitlos waren, dann schon zu Zeiten, als es auf dem Arbeitsmarkt noch nicht so schlimm aussah. Sie waren also zumeist arbeitslos, weil sie entweder keine gute Qualifikation hatten oder weil sie zu den Leuten gehörten, die sehr ungern arbeiten. Im ersten Fall war es häufig so, daß sie körperlich schwere Arbeit machten, im zweiten Fall dagegen haben sie ihre Gesundheit häufig z.B. durch Alkohol ruiniert. So ist es dann auch kein Wunder, daß die Arbeitslosen früherer Zeiten kein hohes Lebensalter erreichten und manchmal noch früher starben als ein Mann, der sein ganzes Leben lang schwer gearbeitet hat. Für viele der heutigen Arbeitslosen wird das aber anders aussehen.
"Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute."
Warum eigentlich nicht? Wie ist das im angeblichen Patriarchat möglich?
"Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert."
Aha. Deshalb gibt es also keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit? Deshalb gibt es zwar Frauengesundheitszentren, aber kein einziges Männergesundheitszentrum? Wie paßt das und vieles andere zu deiner Theorie, daß sich alles an Männern orientieren würde? Und welches Gesetz orientiert sich eigentlich allein an männlichen Bedürfnissen? Mir fällt da jetzt kein einziges ein.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Emmalein, Thursday, 06.05.2004, 17:38 (vor 7946 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 06. Mai 2004 13:43:11:
Hi, Garfield,
vom Stil her konnte das ganze aber so verstanden werden - das habe ich kritisiert.
Von mir ist immer wieder gesagt worden, ich sei Feministin. Mir ist das nun herzlich gleichgültig, ob nun jemand von mir sagt, ich sei Feministin, die Wiedergeburt von der Kaiserin Sissi persönlich oder die Enkeltochter von Tod aus Terry Pratchett; wenn Feministin bedeutet, dass ich andere Gedanken äussere als ein Fussabtreter, wie Rachel Welsh das sagt, dann bin ich eine. Und wenn es heisst, der Männerbewegung nicht in allen Dingen recht zu geben, dann bin ich auch eine.
Ich bin aber keine, wenn es darum geht, dass Frauen Männern übergeordnet sein sollen oder dass tatsächlich objektive Ungerechtigkeiten gegenüber Männern sich eingebürgert haben ,weil der Feminismus an einigen Stellen über sein Ziel hinausgeschossen ist. Wenn also das Unterhaltsrecht tatsächlich zu einer extremen Männerarmut führt (gibt es dazu eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen?), muss man den Selbstbehalt erhöhen. (Ausserdem sollte, wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, der Ehegattenunterhalt wegfallen, weil er auf einem veralteten Frauenbild beruht, heute kann jede Frau trotz Ehe arbeiten gehen - nur Kinder erschweren die Situation in D leider ziemlich.)Und wenn die Gesundheitsvorsorge für Männer massiv schlechter ist als für Frauen, muss sich das angleichen. Und wenn Männer nicht die gleichen Pflichten, sondern mehr haben in Staatsbürgerlicher Form, wie bei der Wehrpflicht, muss das abgeschafft werden. Such Dir also aus, ob du mich Feministin nennen willst oder nicht.(Es ist mir, nebenbei gesagt, ziemlich gleichgültig, wie man mich nennt, solange es nicht beleidigend ist).
"Feminismus steht und stand immer in der Diskussion mit Andersdenkenden."
Also Emmalein, das stimmt nun definitiv nicht, und zwar noch nicht einmal für manche weniger radikale Feministinnen! In feministischen Foren im Internet wird häufig Zensur betrieben, wobei nicht etwa nur Beiträge von Störern gelöscht werden (was ja normal ist), sondern sehr wohl auch sachliche, feminismuskritische Beiträge. Das "Forum" der "Feministischen Partei" war dafür ein Paradebeispiel. Auch das Gästebuch von "Emma" ist moderiert, man läßt also nur Beiträge zu, die ins Konzept von "Emma" passen. Feministische Veranstaltungen finden häufig unter Ausschluß von Männern statt, und auch Feminismuskritikerinnen werden ebenfalls häufig von feministischen Funktionärinnen angefeindet. Das geht bis hin zu Morddrohungen.
"Einige Andersdenkende schreiben in feministischen Foren und ihre Andersartigkeit wird akzeptiert, es geht sogar so weit, dass sie, wenn sie sagen ,die Probleme, Ansichten und Ängste von Frauen interessieren sie nicht, dass sie dennoch weiterhin in einigen feministischen Foren schreiben können. Stell Dir mal vor, das würde eine Feministin hier schreiben ,die wäre in Nullkommanix für alle Zeiten gesperrt und als Troll identifiziert (was sie ja auch wäre)."
Emmalein, ich habe früher auch gelegentlich in feministischen Foren geschrieben. Ich bin dabei nie unsachlich geworden, und trotzdem wurden meine Beiträge häufig gelöscht. Und auch Beiträge von anderen Leuten, die sich feminismuskritisch geäußert haben.
Nun ja, aber ich schreibe in einem feministischen Forum, das sogar aus dem alten "Emma-Forum" entstanden ist, und zumindest hier immer als feministisches Forum bezeichnet wird (man kann es auch anders sehen), in dem genau so ein Teilnehmer von dem ich hier gerade berichtet habe, existiert und munter seine Beiträge verfasst. Und die Administratrix sieht es als Zeichen ihrer demokratischen Gesinnung an, dass dieser Typ da schreiben darf. So viel Demokratie ist ja schon fast selbstzerstörerisch!
Allerdings ist es auch jedem Administrator überlassen, welche Beiträge er zulässt und welche halt nicht. In einem anderen Forum, in dem ich schreibe, erscheinen auch nicht alle meine Beiträge, auch wenn sie alle sehr sachlich gehalten sind. Die Administratrix scheint wohl in der Vergangenheit sehr schlechte Erfahrungen gemacht zu haben und ist jetzt sehr streng mit der Zensur, also sozusagen das genaue Gegenteil von der anderen Administratrix. Aber kann ich auch verstehen - ich weiss nicht, wie schlimm ihre negativen Erfahrungen vorher gewesen sind.
"Faschismus unterdrückt Andersdenkende und sperrt sie ein oder bespitzelt sie."
Schade, daß das "Forum" der "Feministischen Partei" nicht mehr existiert. Da konnte man nämlich sehr gut sehen, was Radikalfeministinnen unter Meinungsfreiheit verstehen und wie sie mit Andersdenkenden umgehen.
"In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten."
Emmalein, dieser Beitrag stammte von irgendeinem Spinner. Und er wurde hier obndrein auch längst gelöscht. Wieso verallgemeinerst du sowas?
Die Formulierung war "möglicherweise" und "einige Teile". Möglicherweise enthält, dass es so nicht unbedingt sein muss. Einige Teile sagt aus, dass nicht alle gemeint sind, also keineswegs verallgemeinert wird. Ich hoffe, das war jetzt eindeutig genug.
"Und zu der Sache mit Arne Hoffmanns Buch: Ein Verlag, der rororo-Verlag, das hat er ja gesagt, hat seine Bücher nicht abdrucken wollen, weil die sich dessen Meinung nach nicht verkauften. Was sich nicht verkauft, wird aber im Umkehrschluss auch nicht verlegt."
Ja ja, aber warum verkaufen sich feminismuskritische Bücher nicht? Wenn unsere Gesellschaft wirklich so männerorientiert wäre, wie Feministinnen gern behaupten, müßten solche Bücher doch völlig dem Zeitgeist entsprechen, und man dürfte kaum feministische Bücher finden. Wie erklärst du dir, daß es genau umgekehrt ist?
Männerorientiert soll die Gesellschaft ja gar nicht unbedingt sein, sondern patriarchial orientiert. Sprich: An einer bestimmten Vorstellung von Mann und Frau orientiert. An bestimmten Rollenbildern, die inzwischen teilweise überkommen sind, aber dennoch von vielen Teilen der Gesellschaft liebevoll gepflegt werden
. Dass sich teilweise auch Männer an diesen Rollen reiben, liegt daran, dass eben auch für Männer die Welt nicht mehr so ist, wie sie mal war. Nur ist das Problem, was Männer da haben, noch nicht so lange in der Diskussion und deswegen noch nicht so diskussionsbeherrschend. Und es gibt noch keine wirklich etablierten Grössen der Männerbewegung, die andere protegieren könnten.
Verlage für etwas neues zu gewinnen, ist immer erst mal sehr schwer. Und im Prinzip weiss ich auch nicht, ob ich mir dieses Buch von Arne Hoffmann zugelegt hätte, wenn es nicht so intensiv diskutiert worden wäre. Besonder s reizen mich nämlich umstrittene Bücher, weil sie meistens etwas Neues aussagen - sonst wären sie nicht umstritten.
Mit anderen Worten: Auch Männer können Probleme mit den alten überkommenen patriarchialen Rollenvorstellungen haben, vor allem in Bereichen, die als von der Frau beherrscht angesehen wurden (wie etwa Kinderbetreuung). Das klingt jetzt vielleicht erst mal merkwürdig, aber wer ein wenig nachdenkt, kann dann doch das vielleicht nachvollziehen.
Das sehen diverse staatliche Behörden und Ämter aber offensichtlich so. Während der "Girlsday" öffentlich gefördert wird, hält sich die öffentliche Unterstützung für einen ähnlichen Tag für Jungen sehr in Grenzen.
Das ist schade, hat aber nichts mit dem betreffenden Text zu tun.
"In gewisser Weise schon, weil Männer teilweise wegen der gegebenen Gehaltsstrukturen eben mehr verdienen und Frauen weniger. Zu Hause bleibt eher der, der weniger verdient. So ist das Geschlecht eben nicht ganz ausgespart in dieser Debatte."
Nun, wenn Frauen das so wichtig wäre, würden sie Partner mit niedrigem Gehalt bevorzugen. Wie erklärst du dir, daß sie das offensichtlich nicht tun?
Ich habe mir meine Partner nie nach Verdienst ausgewählt. Es sind dennoch zum Grossteil Leute geworden, die entweder akkademische Laufbahnen anstrebten oder bereits akkademische Laufbahnen eingeschlagen hatten. Intelligente Männer sind für mich einfach interessanter als dumme. Die sind nicht so spannend
.
Das bedingt, dass zum Beispiel der Vorgänger meines jetzigen Freundes mit seinen 5000 Euro monatlich einen ganz ordentlichen Verdienst hatte, einen höheren, als ich ihn je erreichen werde. In manchen Branchen werden Leute eben exorbitant bezahlt. Meistens da, wo es wenig Leute gibt, die das gut können. In der Zeit gab es noch wenig gute Programmierer, und nach dem, was ich weiss, war der Typ verdammt gut in seinem Job.
Die meisten Frauen im akkademischen Bereich arbeiten in Bereichen, in denen es auch schon Männer gab oder Männer gibt - oder in denen es eben keine Männer gibt ,weil sie zu schlecht bezahlt sind für ein akkademisches Studium (z. B. der Bereich Grundschullehrer). Da gibt es also genug Leute. Deswegen sind die Gehälter in akkademischen Bereichen, in denen es auch viele Frauen gibt, nicht so exorbitant hoch.
Wenn frau sich nun in einen Akkademiker verliebt, ist die "Gefahr" gross, dass der mehr verdient als sie. War mir damals aber egal, dass ich nie soviel Geld kriegen würde wie der Typ, ich war verknallt und fertig aus.
Männer können heute auch mal für einige Jahre arbeitslos sein, und in der Zeit können sie dann auch nicht soviel an Rentenbeiträgen zahlen. Keine Frau wird durch Kinder zum Hausfrauendasein gezwungen. Während des Erziehungsurlaubs ist sie finanziell weiter versorgt, und die Kinder müssen nicht bis zum 21. Lebensjahr rund um die Uhr betreut werden. Wenn eine Frau sich dafür entscheidet, Hausfrau zu sein, dann muß sie mit den Folgen ihrer Entscheidung eben leben, genauso wie ein Mann das in derselben Situation muß.
Die Kinder brauchen aber gerade dann intensive Betreuung, wenn die Kinderlosen mit ihrer Karriere richtig durchstarten können. Die Frauen, die zu Hause bleiben, haben einen Riesen-Karrierenachteil.
Die Kindererziehung wird nur sehr geringfügig in der Rente mit berücksichtigt, Arbeitslosigkeit aber stärker. Es ist in meinen Augen vor allem wegen der schlechten ausserhäusigen Betreuungslage der kleinen Kinder deswegen doch eine strukturelle Benachteiligung. Das kannst Du anders sehen, wirst mich in diesem Punkt aber nicht umstimmen.
"Das stimmt nicht- die Sache mit den Arbeitslosen gilt auch noch heute."
Aha? Woher willst du denn wissen, wann die heutigen Arbeitslosen sterben? Solche Statistiken kann man doch nur mit den Menschen erstellen, die bereits gestorben sind. Das sind größtenteils ältere Menschen. Wenn die lange Zeit arbeitlos waren, dann schon zu Zeiten, als es auf dem Arbeitsmarkt noch nicht so schlimm aussah. Sie waren also zumeist arbeitslos, weil sie entweder keine gute Qualifikation hatten oder weil sie zu den Leuten gehörten, die sehr ungern arbeiten. Im ersten Fall war es häufig so, daß sie körperlich schwere Arbeit machten, im zweiten Fall dagegen haben sie ihre Gesundheit häufig z.B. durch Alkohol ruiniert. So ist es dann auch kein Wunder, daß die Arbeitslosen früherer Zeiten kein hohes Lebensalter erreichten und manchmal noch früher starben als ein Mann, der sein ganzes Leben lang schwer gearbeitet hat. Für viele der heutigen Arbeitslosen wird das aber anders aussehen.
"Und leider gibt es keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit bis heute."
Warum eigentlich nicht? Wie ist das im angeblichen Patriarchat möglich?
Wenn sich jemand für das Thema interessiert, dann kann er dazu eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen. Wenn sich niemand dafür interessiert, gibt es dazu auch keine Untersuchung. Es gibt genug Männer, die Ärzte werden; wenn Du einen angehenden Arzt im Bekanntenkreis hast (hab ich leider nur sehr oberflächlich, der wohnt in Hannover, weil man be iuns in der Stadt keine Medizin studieren kann), hau ihn doch an, daraus eine Doktorarbeit zu machen. Es ist halt noch niemand drauf gekommen. Verhindern würde es aber mit Sicherheit auch keiner!
"Sie sind die Norm, weil sich das gesamte Recht an ihnen orientiert."
Aha. Deshalb gibt es also keine Untersuchungen zur höheren Männersterblichkeit? Deshalb gibt es zwar Frauengesundheitszentren, aber kein einziges Männergesundheitszentrum? Wie paßt das und vieles andere zu deiner Theorie, daß sich alles an Männern orientieren würde? Und welches Gesetz orientiert sich eigentlich allein an männlichen Bedürfnissen? Mir fällt da jetzt kein einziges ein.
Das Rentenrecht orientiert sich an der ununterbrochenen Erwerbsbiografie, die überwiegend Männer haben, die Sprache (wenn man die als Recht sieht) orientiert sich an der männlichen Form als Norm, das Scheidungsrecht verwendet Vokabeln, die eher aus männlicher Sicht Sinn machen (SorgeRECHT, aber UnterhaltsPFLICHT, als ob die Sorge nicht auch mit vielen Pflichten verbunden wäre!), und, und, und..
Mir fehlt die Zeit ,das alles aufzulisten.
Ich muss nämlich heute noch dringend alles aufräumen, ich fahr am WE weg.
Es grüsst in Eile
das Emmalein
Akademiker, nicht 'Akkademiker' (n/t)
Mic, Thursday, 06.05.2004, 17:58 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 14:38:14:
Re: Da ises
Garfield, Thursday, 06.05.2004, 20:30 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 06. Mai 2004 14:38:14:
Hallo Emmalein!
"vom Stil her konnte das ganze aber so verstanden werden - das habe ich kritisiert."
Man kann alles irgendwie anders verstehen als es gemeint ist. So gesehen dürfte man sich überhaupt nicht irgendwie äußern.
"Von mir ist immer wieder gesagt worden, ich sei Feministin."
Ich halte nicht viel davon, Menschen in Schubladen einzuordnen. Wer sich selbst in so eine Schublade setzt, muß eben damit leben, dann darin zu stecken.
Was nun dich angeht: Ich halte dich nicht für eine typische Feministin, und schon gar nicht für eine Radikalfeministin.
"Wenn also das Unterhaltsrecht tatsächlich zu einer extremen Männerarmut führt (gibt es dazu eigentlich wissenschaftliche Untersuchungen?)"
Ja, ich hatte ja in einem anderen Beitrag auch mal so eine Studie zur Lebenssituation geschiedener Väter erwähnt, die du allerdings nicht akzeptieren wolltest...
"...muss man den Selbstbehalt erhöhen. (Ausserdem sollte, wie ich bereits an anderer Stelle geschrieben habe, der Ehegattenunterhalt wegfallen, weil er auf einem veralteten Frauenbild beruht, heute kann jede Frau trotz Ehe arbeiten gehen - nur Kinder erschweren die Situation in D leider ziemlich.)Und wenn die Gesundheitsvorsorge für Männer massiv schlechter ist als für Frauen, muss sich das angleichen. Und wenn Männer nicht die gleichen Pflichten, sondern mehr haben in Staatsbürgerlicher Form, wie bei der Wehrpflicht, muss das abgeschafft werden."
Ja, und genau das sind ja auch für viele Leute hier im Forum ganz wesentliche Punkte.
"Nun ja, aber ich schreibe in einem feministischen Forum, das sogar aus dem alten "Emma-Forum" entstanden ist, und zumindest hier immer als feministisches Forum bezeichnet wird (man kann es auch anders sehen), in dem genau so ein Teilnehmer von dem ich hier gerade berichtet habe, existiert und munter seine Beiträge verfasst. Und die Administratrix sieht es als Zeichen ihrer demokratischen Gesinnung an, dass dieser Typ da schreiben darf."
Sicher gibt es sowas auch. Aber nach meinen persönlichen Erfahrungen ist das eine Ausnahme.
"In dem Zusammenhang finde ich es sehr abartig, dass es möglicherweise Teile der Männerbewegung gibt,die Dossiers über Andersdenkende anlegen und da auf einen Zeitpunkt warten, wann sie die nutzen können, um irgendwelche Anzeigen zu erstatten."
"Emmalein, dieser Beitrag stammte von irgendeinem Spinner. Und er wurde hier obndrein auch längst gelöscht. Wieso verallgemeinerst du sowas?"
"Die Formulierung war "möglicherweise" und "einige Teile". Möglicherweise enthält, dass es so nicht unbedingt sein muss. Einige Teile sagt aus, dass nicht alle gemeint sind, also keineswegs verallgemeinert wird. Ich hoffe, das war jetzt eindeutig genug."
Wie kann man etwas, das mit hoher Wahrscheinlicht noch nicht einmal geschehen ist, abartig finden? Übrigens hat es von feministischer Seite immer wieder Denunziationen und auch Anzeigen gegen Männerrechtler gegeben. Ich habe auch schon von Fällen gehört, in denen persönliche Infos, die jemand per Mail geschrieben hatte, in feministischen Foren breitgetreten wurden. Es ist durchaus möglich, daß hinter diesem ominösen Beitrag auch wieder irgendeine fanatische Radikal-Feministin steckte. Ich weiß zwar nicht, wozu sowas gut sein sollte, aber die wirren Gedankengänge solcher Internet-Junkies will ich gar nicht nachvollziehen.
"Männerorientiert soll die Gesellschaft ja gar nicht unbedingt sein, sondern patriarchial orientiert. Sprich: An einer bestimmten Vorstellung von Mann und Frau orientiert. An bestimmten Rollenbildern, die inzwischen teilweise überkommen sind, aber dennoch von vielen Teilen der Gesellschaft liebevoll gepflegt werden
."
Jetzt verfällst du wieder in typisch feministisches Verhalten, indem du das Wort "patriarchal" verwendest. Dieses Wort ist gerade bei Radikalfeministinnen außerordentlich beliebt, weil es mittlerweile eine Doppelbedeutung hat. Da ist zum einen die ursprüngliche Bedeutung, also "altväterlich" bzw. "altmodisch". Dann gibt es aber noch die zweite, neue Bedeutung, also eben soviel wie "männerorientiert" oder "von Männern bestimmt". Diese Doppelbedeutung ermöglicht es Feministinnen, alle möglichen Behauptungen aufzustellen und Diskussionen darüber anschließend auszuweichen. Wenn eine Feministin beispielsweise sagt, daß unsere Gesellschaft patriarchal wäre, dann meint sie damit nicht, daß sie altmodische Werte hat, sondern sie meint, daß sie von Männern bestimmt wird. So wird das dann im Allgemeinen auch verstanden. Wenn nun ein Mann dagegen argumentiert, weicht die Feministin einfach auf die ältere Bedeutung des Wortes aus und behauptet, sie hätte damit gemeint, daß eben viele altmodische Vorstellungen in unserer Gesellschaft noch existieren. So können Feministinnen auch prima das "Patriarchat" für sämtliche Mißstände verantwortlich machen. Sie schieben damit die Verantwortung für diese Mißstände auf die Männer ab, wenn aber jemand dagegen argumentiert, weichen sie genauso aus und tun so, als hätten sie das ja ganz anders gemeint.
Wieso haben viele Feministinnen so etwas nötig? Wieso scheuen sie vor offenen Diskussionen zurück? Wieso gehen manche Feministinnen sogar so weit, Logik als "patriarchal" zu bezeichnen?
"Auch Männer können Probleme mit den alten überkommenen patriarchialen Rollenvorstellungen haben, vor allem in Bereichen, die als von der Frau beherrscht angesehen wurden (wie etwa Kinderbetreuung)."
Nicht nur dort. Die Wehrpflicht für Männer verdanken wir auch diesen alten Rollenbildern, und das Militär ist ja nun gerade kein Bereich, der traditionell von Frauen beherrscht wird. Diese alten Rollenbilder wurden aber weniger von Frauen oder Männern geprägt, sondern vor allem durch die Verhältnisse in früheren Zeiten.
"Ich habe mir meine Partner nie nach Verdienst ausgewählt."
Das bedeutet aber auch, daß du dir nicht bewußt einen Partner gesucht hast, der weniger verdient als du und so dann mit einem eventuellen Kind zu Hause bleiben wird. Warum nicht?
"Da gibt es also genug Leute. Deswegen sind die Gehälter in akkademischen Bereichen, in denen es auch viele Frauen gibt, nicht so exorbitant hoch."
Und was meinst du, wieso viele Frauen nicht viel Neigung zeigen, in einen Beruf zu gehen, der sehr gut bezahlt wird?
"Die Kinder brauchen aber gerade dann intensive Betreuung, wenn die Kinderlosen mit ihrer Karriere richtig durchstarten können. Die Frauen, die zu Hause bleiben, haben einen Riesen-Karrierenachteil."
Ja, nur wieso müssen denn manche Frauen unbedingt mit Anfang 20 oder womöglich noch früher schwanger werden? Es ist doch heute gar kein Problem, mit Ende 20 oder Anfang 30 ein Kind zur Welt zu bringen. Dann hat eine Frau Ausbildung und/oder Studium längst fertig und auch schon mehrere Jahre Berufserfahrung, und der Karriere-Nachteil verringert sich erheblich.
Ich persönlich kenne eine Frau, die ganz bewußt nur deshalb schwanger geworden ist, damit sie sich den Streß mit Schule und Ausbildung nicht antun muß. Ihren Schulabschluß hat sie bis heute nicht nachgeholt. In ihrem Heimatland ist es so, daß eine Frau nach einer Geburt zwei Jahre lang eine Art Gehalt vom Staat bekommt (dafür gibt es dort kein Kindergeld, glaube ich). Pünktlich nach Ablauf dieser zwei Jahre wurde sie prompt gleich wieder schwanger. Rate mal, wieso!
Irgendwann kommen solche Frauen nun einmal an den Punkt, an dem sie erkennen, daß sie sich damit vieles verbaut haben. Andere Frauen, die sich in Ausbildung und Beruf mehr ins Zeug gelegt haben, verdienen gutes Geld, während sie selbst von ihren Partnern ernährt werden oder womöglich von Sozialhilfe leben. Es ist nur menschlich, die Schuld daran nicht bei sich selbst zu suchen, sondern bei anderen. Und dann, wenn man erkennt, daß man wohl auch kaum Rente kriegen wird, eine volle Rente für ein paar Jahre Kindererziehungszeit zu verlangen.
"Die Kindererziehung wird nur sehr geringfügig in der Rente mit berücksichtigt..."
Unternehmen müssen ja während des Erziehungsurlaubs das Gehalt zumindest zum Teil weiter zahlen. Dafür werden dann doch sicher auch Rentenbeiträge gezahlt. Und für die Riesterrente zählen bei Frauen Kinder auch mit.
"Wenn sich jemand für das Thema interessiert, dann kann er dazu eine wissenschaftliche Untersuchung durchführen."
Ja, Emmalein, wahrscheinlich haben das sogar schon enige Leute getan, vor allem im Rahmen von Doktor-Arbeiten. Und wir wissen davon nur deshalb nichts, weil diese Studien niemals veröffentlich worden sind. Weil Probleme von Männern in unserer Gesellschaft nach wie vor zweitranging sind. Männer haben ihre Probleme gefälligst selbst zu lösen. Das gilt so schon seit Jahrtausenden.
Und irgendwelche Institute machen nur Studien, wenn sie dafür bezahlt werden. Da Männerprobleme in unserer Gesellschaft aber weitgehend uninteressant sind, zahlt niemand dafür. So einfach ist das im angeblichen Patriarchat.
"Das Rentenrecht orientiert sich an der ununterbrochenen Erwerbsbiografie, die überwiegend Männer haben..."
Mittlerweile haben sie die keineswegs mehr so häufig. Das Rentenrecht orientiert sich vor allem an der Tatsache, daß für Renten Beiträge gezahlt werden müssen. Und das kann nun einmal effektiv nur jemand tun, der erwerbstätig ist. Für Männer, die lange arbeitslos waren, ist das auch ein Problem.
"...die Sprache (wenn man die als Recht sieht) orientiert sich an der männlichen Form als Norm..."
Nicht immer. DIE Sprache beispielsweise ist weiblich!
Hast du schon einmal Beschwerden von Männern darüber gehört? DIE Beschwerde ist übrigens auch weiblich... Wieso eigentlich? 
"das Scheidungsrecht verwendet Vokabeln, die eher aus männlicher Sicht Sinn machen (SorgeRECHT, aber UnterhaltsPFLICHT, als ob die Sorge nicht auch mit vielen Pflichten verbunden wäre!)"
Viele Frauen sehen das Sorgerecht aber durchaus als Recht an, für das sie mit Händen und Füßen und allen nur erdenklichen Mitteln kämpfen.
Ich wünsche dir viel Spaß am Wochenende!
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Emmalein, Friday, 07.05.2004, 13:03 (vor 7945 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 06. Mai 2004 17:30:57:
Hi, Garfield,
eben nicht! Manche Dinge lassen sich in dieser Weise nicht verstehen, Polemik und Überzeichnung aber sehr leicht schon.
Ich habe bei diesen Punkten (Wehrpflicht, Erhöhung des Selbstbehalts oder Streichung des Ehegattenunterhalts) auch nicht wirklich mit Widerspruch von maskulistischer Seite gerechnet
. Der hätte mich da eher überrascht
.
Wie kann man etwas, das mit hoher Wahrscheinlicht noch nicht einmal geschehen ist, abartig finden? Übrigens hat es von feministischer Seite immer wieder Denunziationen und auch Anzeigen gegen Männerrechtler gegeben. Ich habe auch schon von Fällen gehört, in denen persönliche Infos, die jemand per Mail geschrieben hatte, in feministischen Foren breitgetreten wurden. Es ist durchaus möglich, daß hinter diesem ominösen Beitrag auch wieder irgendeine fanatische Radikal-Feministin steckte. Ich weiß zwar nicht, wozu sowas gut sein sollte, aber die wirren Gedankengänge solcher Internet-Junkies will ich gar nicht nachvollziehen.
Wer auch immer so etwas tut, hat nicht meine Unterstützung. Wer mir privat schreibt, darf wissen: Privates bleibt privat und wird nicht an die Öffentlichkeit gezerrt. Ich habe da sehr altmodische Auffassungen von privaten Mitteilungen und öffentlichen Äusserungen, die ich strengstens beachte.
"Männerorientiert soll die Gesellschaft ja gar nicht unbedingt sein, sondern patriarchial orientiert. Sprich: An einer bestimmten Vorstellung von Mann und Frau orientiert. An bestimmten Rollenbildern, die inzwischen teilweise überkommen sind, aber dennoch von vielen Teilen der Gesellschaft liebevoll gepflegt werden
."
Jetzt verfällst du wieder in typisch feministisches Verhalten, indem du das Wort "patriarchal" verwendest. Dieses Wort ist gerade bei Radikalfeministinnen außerordentlich beliebt, weil es mittlerweile eine Doppelbedeutung hat. Da ist zum einen die ursprüngliche Bedeutung, also "altväterlich" bzw. "altmodisch". Dann gibt es aber noch die zweite, neue Bedeutung, also eben soviel wie "männerorientiert" oder "von Männern bestimmt". Diese Doppelbedeutung ermöglicht es Feministinnen, alle möglichen Behauptungen aufzustellen und Diskussionen darüber anschließend auszuweichen.
Darum habe ich das Ganze ja auch gleich sofort dananch definiert, damit kein "Gummibegriff" entsteht. Ich suchte nach einem Oberbegriff für die Vorstellungen, das war der erste, der mir einfiel.
>"Auch Männer können Probleme mit den alten überkommenen patriarchialen Rollenvorstellungen haben, vor allem in Bereichen, die als von der Frau beherrscht angesehen wurden (wie etwa Kinderbetreuung)."
Nicht nur dort. Die Wehrpflicht für Männer verdanken wir auch diesen alten Rollenbildern, und das Militär ist ja nun gerade kein Bereich, der traditionell von Frauen beherrscht wird. Diese alten Rollenbilder wurden aber weniger von Frauen oder Männern geprägt, sondern vor allem durch die Verhältnisse in früheren Zeiten.
Gute Ergänzung! Das hätte ich noch dazu schreiben müssen, um es weniger missverständlich zu machen.
"Ich habe mir meine Partner nie nach Verdienst ausgewählt."
Das bedeutet aber auch, daß du dir nicht bewußt einen Partner gesucht hast, der weniger verdient als du und so dann mit einem eventuellen Kind zu Hause bleiben wird. Warum nicht?
Geld ist mir nicht wirklich wichtig, wenn ich mich verliebe. Und dauerhafte Partnerschaften hatten bei mir immer weniger mit Geld, als vielmehr damit zu tun, dass wir gemeinsame Interessen und Wertvorstellungen entweder bereits hatten oder entwickeln konnten. Ich bin also absolut nicht materialistisch bei meiner Partnerwahl vorgegangen, ganz im Gegensatz zu dem ,was meist von vielen Maskulisten über Frauen behauptet wird.
"Da gibt es also genug Leute. Deswegen sind die Gehälter in akkademischen Bereichen, in denen es auch viele Frauen gibt, nicht so exorbitant hoch."
Und was meinst du, wieso viele Frauen nicht viel Neigung zeigen, in einen Beruf zu gehen, der sehr gut bezahlt wird?
Ich denke, umgekehrt wird im akademischen Bereich oft eher ein Schuh draus: Je mehr Leute da sind, die den Beruf machen können, desto weniger wird bezahlt. Wenn nur eine Gruppe da ist, die sich für einen Beruf interessiert (Männer), gibt es weniger davon. Also ist die Arbeitskraft begehrter, und es gibt mehr Geld.
Was vielleicht am Lehrerbereich reizt, ist , dass Kinder und Beruf teilweise da noch recht gut in Einklang zu bringen sind. Keine Frau muss sich da um die Ferienbetreuung sorgen; sie selbst kann diese übernehmen, weil sie genau dann Schulferien hat, wann die Kinder Schulferien haben. In anderen Bereichen kann gerade die Ferienbetreuung der Kinder ein kaum zu bewältigendes Problem sein, weil viele Kindergärten und Horte, aber natürlich auch alle Schulen in den Schulferien geschlossen haben.
Auch bieten die Stellen eine gewisse Sicherheit; selbst als Angestellter wird man als Lehrer so leicht nicht rausgeworfen wie teilweise in anderen Jobs. Ich habe beispielsweise einen guten Freund, der ist Programmierer undder arbeitet in wenigen Projekten, und ist dann wieder arbeitslos. Wer aber daran denkt, auch Kinder haben zu wollen, wie es offenbar viele Frauen tun, für den ist so was keine gute Alternative, weil dann mal richtig viel Geld da ist und mal für lange Zeit gar keines. Kinder wollen aber immer Sicherheit.
Ausserdem gibt es viele Frauen, die gerne etwas machen möchten, was mit Menschen zu tun hat. Das sind aber dann oft Berufe im sozialen Bereich. Dafür ist aber meistens nicht so viel Geld da. Dann werden diese Berufe auch schlecht bezahlt, auch wenn es dafür nur sehr wenige Männer gibt und dann das Angebot sich ja auch verknappen müsste.
"Die Kinder brauchen aber gerade dann intensive Betreuung, wenn die Kinderlosen mit ihrer Karriere richtig durchstarten können. Die Frauen, die zu Hause bleiben, haben einen Riesen-Karrierenachteil."
Ja, nur wieso müssen denn manche Frauen unbedingt mit Anfang 20 oder womöglich noch früher schwanger werden? Es ist doch heute gar kein Problem, mit Ende 20 oder Anfang 30 ein Kind zur Welt zu bringen. Dann hat eine Frau Ausbildung und/oder Studium längst fertig und auch schon mehrere Jahre Berufserfahrung, und der Karriere-Nachteil verringert sich erheblich.
Das Problem: Die höchste Fruchtbarkeit bei Frauen liegt nun mal bei Mitte 20. Danach nimmt die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, rapide ab. Kann mensch nichts machen, hat die Natur so eingerichtet. Wird vielleicht anders, wenn man Eier kostengünstig einfrieren kann - aber das ist momentan noch ein zu teures Verfahren.
Ich wäre auch eher dafür, dass es Frauen leichter gemacht wird, Kinder und Ausbildung oder Kinder und Beruf miteinander zu vereinbaren. Ich kann beispielsweise jetzt auch noch keine Kinder haben, so im Studium. Ich kenne zwar welche, die das durchziehen, aber die sind auch extrem am Routiren. Da könnte einiges wirklich erleichtert werden. Auch strukturell.
Ich persönlich kenne eine Frau, die ganz bewußt nur deshalb schwanger geworden ist, damit sie sich den Streß mit Schule und Ausbildung nicht antun muß. Ihren Schulabschluß hat sie bis heute nicht nachgeholt. In ihrem Heimatland ist es so, daß eine Frau nach einer Geburt zwei Jahre lang eine Art Gehalt vom Staat bekommt (dafür gibt es dort kein Kindergeld, glaube ich). Pünktlich nach Ablauf dieser zwei Jahre wurde sie prompt gleich wieder schwanger. Rate mal, wieso!
Solche Frauen mag es geben, aber viele gibt es wohl davon offenbar nicht hier in D. Denn wir haben ja eigentlich allesamt viel zu wenig Kinder, das wird noch ein grosses demographisches Problem werden.
Irgendwann kommen solche Frauen nun einmal an den Punkt, an dem sie erkennen, daß sie sich damit vieles verbaut haben. Andere Frauen, die sich in Ausbildung und Beruf mehr ins Zeug gelegt haben, verdienen gutes Geld, während sie selbst von ihren Partnern ernährt werden oder womöglich von Sozialhilfe leben. Es ist nur menschlich, die Schuld daran nicht bei sich selbst zu suchen, sondern bei anderen. Und dann, wenn man erkennt, daß man wohl auch kaum Rente kriegen wird, eine volle Rente für ein paar Jahre Kindererziehungszeit zu verlangen.
Ein paar Jahre? Die meisten, die heute dabei sind, mussten warten, bis die Kinder 10 oder 12 Jahre waren! 10 oder 12 Jahre machen einen Riesenbatzen an Rentenzahlungen aus.
[/link]Ja, Emmalein, wahrscheinlich haben das sogar schon enige Leute getan, vor allem im Rahmen von Doktor-Arbeiten. Und wir wissen davon nur deshalb nichts, weil diese Studien niemals veröffentlich worden sind. Weil Probleme von Männern in unserer Gesellschaft nach wie vor zweitranging sind. Männer haben ihre Probleme gefälligst selbst zu lösen. Das gilt so schon seit Jahrtausenden.
Doktorarbeiten müssen immer veröffentlicht werden, das ist das Wesen einer Doktorarbeit. Es gibt kleine Verlage, die sich sogar auf die Veröffentlichung von Doktorarbeiten spezialisiert haben. Da müssen dann die angehenden Doktoren zum Teil sogar einen Teil des Verlegens mittragen am Anfang. Wenn sie natürlich erst mal als Doktoren etabliert sind und noch mehr Fachbücher schreiben ,rechnet sich die Sache irgendwann. Diese Verlage arbeiten eben mit langfristigen Kalkülen.
Es grüsst
das Emmalein
Re: Da ises
Garfield, Friday, 07.05.2004, 14:47 (vor 7945 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 07. Mai 2004 10:03:22:
Hallo Emmalein!
"Manche Dinge lassen sich in dieser Weise nicht verstehen, Polemik und Überzeichnung aber sehr leicht schon."
Tut mir leid, aber so verstehe ich diese Passage im RoteMännerInfo nicht!
"Wer mir privat schreibt, darf wissen: Privates bleibt privat und wird nicht an die Öffentlichkeit gezerrt."
Das glaube ich dir gern. Es ging mir vor allem darum, daß solche Praktiken sehr wohl auch bei gewissen Radikalfeministinnen sehr beliebt sind. Vermutlich gibt es auch Radikalmaskulisten, die so etwas abziehen - das kann ich schlecht beurteilen, weil ich davon nichts mitbekomme. Man muß aber gerade im Internet grundsätzlich auch bedenken, daß dort nicht immer alles so ist, wie es zu sein scheint.
"Geld ist mir nicht wirklich wichtig, wenn ich mich verliebe."
Das bedeutet aber eben auch, daß du offensichtlich wenig Wert darauf legst, einen Partner zu haben, der später die Kindererziehung übernimmt. Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, daß du einen Partner mit niedrigem Einkommen ablehnen würdest - aber es ist dir eben auch nicht wichtig, so einen Partner zu finden. Offensichtlich bereitet dir also die Vorstellung, daß du vielleicht selbst für die Kinder zu Hause bleiben wirst, gar nicht so ein großes Kopfzerbrechen.
"Ich bin also absolut nicht materialistisch bei meiner Partnerwahl vorgegangen, ganz im Gegensatz zu dem ,was meist von vielen Maskulisten über Frauen behauptet wird."
Ich persönlich glaube nicht daran, daß es Frauen, die sich bewußt oder unbewußt Männer mit hohem Einkommen suchen, dabei immer nur direkt um Geld und um Luxus geht. Es gibt zwar solche Frauen, aber ich denke, meist sind andere Gründe da wichtiger.
Die Ernährerfunktion gehört fest zum althergebrachten Männerbild, und deshalb finden Frauen Männer eben "männlicher", wenn sie dieser Funktion möglichst gut gerecht werden. Viele Frauen wünschen sich Männer, zu denen sie "aufschauen" und auf die sie stolz sein können, Männer, um die ihre Freundinnen sie beneiden. Deshalb legen Frauen oft auch Wert darauf, daß ein Mann eine gewisse Intelligenz hat. Dahinter steckt letztendlich auch wieder die Erwartung, daß ein solcher Mann durch seine Fähigkeiten eben ein besserer Ernährer ist.
Viele Frauen legen auch sehr wohl Wert auf einen gewissen gesellschaftlichen Status. Im Gegensatz zu Männern konnten sie einen solchen Status schon immer ohne eigene Leistung einfach nur durch Heirat bekommen. In früheren Zeiten ließ sich die Frau eines Generaldirektors dann auch üblicherweise mit "Frau Generaldirektor" anreden, obwohl sie selbst diese berufliche Stellung ja gar nicht hatte.
Und letztendlich bietet ein hohes Einkommen natürlich finanzielle Sicherheit. Selbst wenn eine Frau keinen Wert auf Luxus legt - es ist auch dann ein gutes Gefühl, zu wissen, daß man sich viel leisten kann und zumindest in absehbarer Zeit keine finanziellen Probleme haben wird.
Darüber hinaus kann man mit viel Geld sein Leben interessanter und abwechslungsreicher gestalten. Man kann Reisen überallhin machen, man kann sich auch kostspielige Hobbies leisten usw. Geld kann sehr wohl glücklich machen. Vor allem dann, wenn man selbst nichts dafür tun muß, sondern sich ganz darauf konzentrieren kann, das Geld auszugeben.
"Je mehr Leute da sind, die den Beruf machen können, desto weniger wird bezahlt."
Jain. Die Qualifikation spielt schon auch noch eine Rolle.
"Ausserdem gibt es viele Frauen, die gerne etwas machen möchten, was mit Menschen zu tun hat. Das sind aber dann oft Berufe im sozialen Bereich. Dafür ist aber meistens nicht so viel Geld da."
Und was meinst du, wieso vor allem Frauen sich für solche Berufe entscheiden? Wieso Frauen ein niedriges Gehalt weniger abschreckt als Männer?
"Das Problem: Die höchste Fruchtbarkeit bei Frauen liegt nun mal bei Mitte 20. Danach nimmt die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, rapide ab."
Aber im Alter um die 30 klappt das meist schon noch!
"Die meisten, die heute dabei sind, mussten warten, bis die Kinder 10 oder 12 Jahre waren! 10 oder 12 Jahre machen einen Riesenbatzen an Rentenzahlungen aus."
Ja, aber Männer kommen durch Wehr- oder Zivildienst und Zeiten von Arbeitslosigkeit heute immer öfter auch locker auf 10 Jahre, in denen sie nur geringe oder gar keine Rentenbeiträge zahlen konnten!
Außerdem sind die Frauen, die nur mal 10 Jahre für Kinder beruflich aussetzen mußten, ja gar nicht das Problem. Wenn sie ansonsten auf Vollzeit gearbeitet haben, kriegen sie ja trotzdem noch eine passable Rente. Problematisch ist das vor allem für diejenigen, die fast ständig Hausfrauen waren und maximal noch auf Teilzeit gearbeitet haben. Und die können sich nicht einfach damit herausreden, daß sie ja nur für die Kinder ihre Karriere aufgeben mußten.
"Doktorarbeiten müssen immer veröffentlicht werden, das ist das Wesen einer Doktorarbeit. Es gibt kleine Verlage, die sich sogar auf die Veröffentlichung von Doktorarbeiten spezialisiert haben."
Ja, aber was nützt es denn, wenn so ein kleiner Verlag ein paar hundert Exemplare einer Doktorarbeit veröffentlicht, die dann in irgendwelchen Archiven und Fachbibliotheken verschwinden? So kriegen sie vielleicht mal einige Fachleute zu lesen, aber die Öffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit. Das ist doch keine wirkliche Veröffentlichung.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Emmalein, Friday, 07.05.2004, 15:12 (vor 7945 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 07. Mai 2004 11:47:21:
Hi, Garfield,
"Geld ist mir nicht wirklich wichtig, wenn ich mich verliebe."
Das bedeutet aber eben auch, daß du offensichtlich wenig Wert darauf legst, einen Partner zu haben, der später die Kindererziehung übernimmt. Das heißt natürlich nicht zwangsläufig, daß du einen Partner mit niedrigem Einkommen ablehnen würdest - aber es ist dir eben auch nicht wichtig, so einen Partner zu finden. Offensichtlich bereitet dir also die Vorstellung, daß du vielleicht selbst für die Kinder zu Hause bleiben wirst, gar nicht so ein großes Kopfzerbrechen.
Nein; Du weisst, was wir privat planen, das habe ich Dir schon erzählt. Wir haben das sehr genau durchgesprochen - und ich bin immer Optimistin, was meine Partnerschaften angeht, und glaube, dass sie halten. Wir haben eine Lösung gefunden, mit der wir das Ganze so regeln können, dass es für uns beide zur Zufriedenheit läuft. Das geht aber nur, weil ich ein sehr viel höheres Einkommen haben werde als die Durchschnittsfrau. Ich habe ja eine akademische Ausbildung, das ist ein Unterschied.
"Ich bin also absolut nicht materialistisch bei meiner Partnerwahl vorgegangen, ganz im Gegensatz zu dem ,was meist von vielen Maskulisten über Frauen behauptet wird."
Ich persönlich glaube nicht daran, daß es Frauen, die sich bewußt oder unbewußt Männer mit hohem Einkommen suchen, dabei immer nur direkt um Geld und um Luxus geht. Es gibt zwar solche Frauen, aber ich denke, meist sind andere Gründe da wichtiger.
Die Ernährerfunktion gehört fest zum althergebrachten Männerbild, und deshalb finden Frauen Männer eben "männlicher", wenn sie dieser Funktion möglichst gut gerecht werden. Viele Frauen wünschen sich Männer, zu denen sie "aufschauen" und auf die sie stolz sein können, Männer, um die ihre Freundinnen sie beneiden. Deshalb legen Frauen oft auch Wert darauf, daß ein Mann eine gewisse Intelligenz hat. Dahinter steckt letztendlich auch wieder die Erwartung, daß ein solcher Mann durch seine Fähigkeiten eben ein besserer Ernährer ist.
Viele Frauen legen auch sehr wohl Wert auf einen gewissen gesellschaftlichen Status. Im Gegensatz zu Männern konnten sie einen solchen Status schon immer ohne eigene Leistung einfach nur durch Heirat bekommen. In früheren Zeiten ließ sich die Frau eines Generaldirektors dann auch üblicherweise mit "Frau Generaldirektor" anreden, obwohl sie selbst diese berufliche Stellung ja gar nicht hatte.
Der Status war mir persönlich aber auch eher unwichtig. Es ist einfach so, dass gleich und gleich sich einfach gern gesellt. Es mag arrogant klingen, aber eine akademische Ausbildung merkt frau Männern darin an, dass frau sich mit denen meist anders unterhalten kann. Und das macht mehr Spass, dieser Typ Mann ist spannender.
Und letztendlich bietet ein hohes Einkommen natürlich finanzielle Sicherheit. Selbst wenn eine Frau keinen Wert auf Luxus legt - es ist auch dann ein gutes Gefühl, zu wissen, daß man sich viel leisten kann und zumindest in absehbarer Zeit keine finanziellen Probleme haben wird.
Das kann frau doch auch durch einen eigenen Job erreichen, und die Sicherheit ist viel weniger trügerisch. Eine Frau, die Beamtin wird, hat eine finanzielle Sicherheit, die ihr kein Mann bieten kann. Soll sie doch eher eine Beamtinnenkarriere anstreben als einen Mann heiraten!
Jain. Die Qualifikation spielt schon auch noch eine Rolle.
"Ausserdem gibt es viele Frauen, die gerne etwas machen möchten, was mit Menschen zu tun hat. Das sind aber dann oft Berufe im sozialen Bereich. Dafür ist aber meistens nicht so viel Geld da."
Und was meinst du, wieso vor allem Frauen sich für solche Berufe entscheiden? Wieso Frauen ein niedriges Gehalt weniger abschreckt als Männer?
Keine Ahnung. Da könnte man mehrere Hypothesen aufstellen:
1. Es könnte sein, dass die Frauen einfach von der sozialen Sache begeistert sind, dass sie einfach sagen: Hey, diese Sache macht mir Spass, also mach ich die. Die Erziehung von Mädchen im traditionellen Stil war ja auch eine, die eher zu einer Arbeit im sozialen Bereich passte (Puppenspiel, Nähen, Häkeln, Stricken lernen, Kochen lernen, Haushaltsführung - das alles hat mehr mit anderen Menschen als mit Technik zu tun). Und ein wenig gibt es ja bei Frauen auch noch das Ideal, dass sie etwas für andere tun sollen, selbstlos sein sollen. Das gilt für Männer im klischeehaften Sinn weniger, die sollen sich vor allem durchsetzen können. Das passt weniger zu sozialen Tätigkeiten.
2. Es könnte sein, dass manche Frauen es einkalkulieren, irgendwann zu heiraten und dadurch finanzielle Defizite auszugleichen Ist aber eine ziemlich dumme Rechnung anhand der Destabilität von Beziehungen heute. (Ich erlebe gerade eine Scheidung life mit - aber Du kannst Dir sicher sein, finanzielle Gründe hatte diese Scheidung nicht, finanziell stünden sich beide, sowohl sie als auch er, bedeutend besser, wenn sie zusammenblieben).
"Das Problem: Die höchste Fruchtbarkeit bei Frauen liegt nun mal bei Mitte 20. Danach nimmt die Möglichkeit, ein Kind zu bekommen, rapide ab."
Aber im Alter um die 30 klappt das meist schon noch!
Nicht mehr ganz so gut, dazu habe ich neulich einen Artikel in der Zeit gelesen.
"Die meisten, die heute dabei sind, mussten warten, bis die Kinder 10 oder 12 Jahre waren! 10 oder 12 Jahre machen einen Riesenbatzen an Rentenzahlungen aus."
Ja, aber Männer kommen durch Wehr- oder Zivildienst und Zeiten von Arbeitslosigkeit heute immer öfter auch locker auf 10 Jahre, in denen sie nur geringe oder gar keine Rentenbeiträge zahlen konnten!
Wehr- oder Zivildienst dauern höchstens 2 bis 3 Jahre. Arbeitslosigkeit trifft vielleicht Männer häufiger als Frauen, aber bei diesen Statistiken fallen einige Frauen ja auch als "schwer vermittelbar" raus, weil sie Alleinerziehende mit Kindern sind. Von daher weiss ich nicht genau, ob die Statistiken wirklich so stimmen. So kann die Arbeitslosigkeit hier nicht zählen.
Außerdem sind die Frauen, die nur mal 10 Jahre für Kinder beruflich aussetzen mußten, ja gar nicht das Problem. Wenn sie ansonsten auf Vollzeit gearbeitet haben, kriegen sie ja trotzdem noch eine passable Rente. Problematisch ist das vor allem für diejenigen, die fast ständig Hausfrauen waren und maximal noch auf Teilzeit gearbeitet haben. Und die können sich nicht einfach damit herausreden, daß sie ja nur für die Kinder ihre Karriere aufgeben mußten.
Es ist nicht so einfach, nach 10 Jahren Pause wieder in denselben Job einzusteigen, wo Du vorher warst. Meist kriegst Du nur etwas Niedrigqualifizierteres, weil Du den Arbeitgebern halt zu lange raus bist. Und das schmälert dann schon die Rente, weil Du nicht mehr auf demselben level arbeitest. Ich kann deswegen nur jeder Frau raten, so schnell wie möglich wieder in einen Job einzusteigen. Sonst wird es sehr schwierig.
"Doktorarbeiten müssen immer veröffentlicht werden, das ist das Wesen einer Doktorarbeit. Es gibt kleine Verlage, die sich sogar auf die Veröffentlichung von Doktorarbeiten spezialisiert haben."
Ja, aber was nützt es denn, wenn so ein kleiner Verlag ein paar hundert Exemplare einer Doktorarbeit veröffentlicht, die dann in irgendwelchen Archiven und Fachbibliotheken verschwinden? So kriegen sie vielleicht mal einige Fachleute zu lesen, aber die Öffentlichkeit bekommt davon kaum etwas mit. Das ist doch keine wirkliche Veröffentlichung.
Nun ja, wenn Du besagtem Freund dazu rätst, darüber zu schreiben, dann könntest Du ja auch zumindest in diesem Forumsrahmen Werbung für das Buch machen.. Bei dem Buch von Arne Hoffmann und mir hat das ja auch funktioniert.
Es grüsst
das Emmalein
Re: Da ises
Garfield, Friday, 07.05.2004, 16:35 (vor 7945 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 07. Mai 2004 12:12:40:
Hallo Emmalein!
"Ich habe ja eine akademische Ausbildung, das ist ein Unterschied."
Und damit bist du schon mal keine Durchschnittsfrau, kannst also auch nicht einfach so von dir auf andere schließen.
"Der Status war mir persönlich aber auch eher unwichtig."
Wenn du sowieso schon überwiegend in "akademischen" Kreisen verkehrst, war das für dich ja auch nie ein Problem, da akademische Berufe oft einen hohen Status in der Gesellschaft haben.
Nehmen wir aber mal an, du hättest einen Mann kennen und lieben gelernt, der z.B. Müllmann wäre. Selbst wenn du damit erstmal kein Problem hättest - glaubst du wirklich, daß es dir gar nichts ausmachen würde, wenn Verwandte und Freunde sich darüber lustig machen? Wenn sie dir ständig zu verstehen geben, daß dein Partner ein Versager wäre?
"Das kann frau doch auch durch einen eigenen Job erreichen, und die Sicherheit ist viel weniger trügerisch."
Da gibt es aber ein Problem: Dafür muß frau etwas tun, und wenn sie Kinder möchte, dann möchte sie natürlich auch Zeit für ihre Kinder haben. Diese Zeit muß dann zwangsläufig vom Beruf abgehen, und wenn sie weniger oder gar nicht mehr beruflich arbeiten kann, verdient sie auch weniger oder gar nichts mehr. Dann ist es sehr praktisch, wenn der Partner gut verdient.
"Soll sie doch eher eine Beamtinnenkarriere anstreben als einen Mann heiraten!"
Menschen machen es sich aber gern einfach. Und durch Heirat zu Geld zu kommen, ist nun einmal einfacher als selbst dafür zu arbeiten. Viele Männer würden es sich auch gern so einfach machen - nur haben sie kaum Gelegenheit dazu.
"Es könnte sein, dass die Frauen einfach von der sozialen Sache begeistert sind, dass sie einfach sagen: Hey, diese Sache macht mir Spass, also mach ich die."
Ja ja, aber wieso entscheiden sich Frauen lieber für Berufe, die ihnen Spaß machen, während Männer sich eher für Berufe entscheiden, mit denen sie viel verdienen und dafür auch darauf verzichten, einen Beruf auszuüben, der ihnen wirklich Spaß macht?
"Arbeitslosigkeit trifft vielleicht Männer häufiger als Frauen, aber bei diesen Statistiken fallen einige Frauen ja auch als "schwer vermittelbar" raus, weil sie Alleinerziehende mit Kindern sind."
Na ja, aber die berücksichtigst du ja schon, wenn du schreibst, daß solche Frauen später weniger Rente bekommen! Es ist doch völlig egal, wieso jemand beruflich aussetzt - das wirkt sich immer negativ auf die Rente aus. Und zwar auch bei Männern. Auch viele Männer fallen aus der Arbeitslosenstatistik raus. Z.B. Obdachlose. Die weit überwiegende Mehrheit davon ist männlich.
"Es ist nicht so einfach, nach 10 Jahren Pause wieder in denselben Job einzusteigen, wo Du vorher warst. Meist kriegst Du nur etwas Niedrigqualifizierteres, weil Du den Arbeitgebern halt zu lange raus bist."
Klar, aber erstens bekommen Frauen in der Situation zusätzliche Unterstützung vom Arbeitsamt (die Männer nicht bekommen) und zweitens haben sie es generell leichter, nach Kinderbetreuungszeiten wieder in den Beruf zurück zu kehren. Das gilt bei ihnen nämlich als normal, während es bei Männern als Zeichen für geringes berufliches Engagement gilt. Selbst Frauen, die gar nicht wirklich gezwungen waren, für ihre Kinder ihren Beruf aufzugeben, finden immer Verständnis, wenn sie behaupten, daß es so gewesen wäre. Wenn ein Mann dagegen mehrere Jahre arbeitslos war, dann ist es für ihn auch sehr schwierig, wieder einen Job zu finden, und er muß hohe Gehaltseinbußen hinnehmen. Die sollen übrigens höher sein als die Gehaltseinbußen bei Frauen, die nach Kinderbetreuungszeiten in den Beruf zurück kehren.
"Und das schmälert dann schon die Rente, weil Du nicht mehr auf demselben level arbeitest. Ich kann deswegen nur jeder Frau raten, so schnell wie möglich wieder in einen Job einzusteigen. Sonst wird es sehr schwierig."
Ja, dazu würde ich auch raten. Aber viele sehen das Problem erst, wenn es akut wird, wenn sie also ihre mickrigen Renten bekommen. Manche Frauen in West-Deutschland regen sich ja auch darüber auf, daß die ostdeutschen Frauen im Durchschnitt höhere Renten bekommen und übersehen dabei geflissentlich, daß diese Frauen für ihre Renten auch jahrzehntelang auf Vollzeit gearbeitet haben, während sie selbst es sich als Hausfrauen, maximal noch mit einem Teilzeitjob oder womöglich mit einem nicht angemeldeten und damit rentenversicherungslosen Putz-Job, bequem gemacht haben.
"Nun ja, wenn Du besagtem Freund dazu rätst, darüber zu schreiben, dann könntest Du ja auch zumindest in diesem Forumsrahmen Werbung für das Buch machen."
Ja, das könnte ich - wenn ich jemanden kennen würde, der promovieren möchte. Leider kenne ich aber niemanden. Dafür mache ich Werbung für Arnes Buch, wo immer sich eine Gelegenheit dafür ergibt.
Hast du es mittlerweile ganz gelesen? Und wenn ja: Bist du immer noch so skeptisch?
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Emmalein, Monday, 10.05.2004, 15:31 (vor 7942 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 07. Mai 2004 13:35:17:
Hi, Garfield,
lieben gelernt, der z.B. Müllmann wäre. Selbst wenn du damit erstmal kein Problem hättest - glaubst du wirklich, daß es dir gar nichts ausmachen würde, wenn Verwandte und Freunde sich darüber lustig machen? Wenn sie dir ständig zu verstehen geben, daß dein Partner ein Versager wäre?
Es ist unwahrscheinlich, dass ich einen Mann kennenlerne, der Müllmann ist. Weil Müllmänner meistens nicht die Interessen haben, die Akademiker haben. Müllmänner spielen sehr selten Rollenspiele; unter Studierten sind die aber sehr verbreitet. Müllmänner singen selten in Chören; da findet man eher akademisch gebildete Männer. Ich habe noch keinen Mann im Fitness-Studio getroffen, der Müllmann war; aber eine ganze Reihe Studenten und Studierter. Männer aus der Disco interessieren mich nicht für ernsthafte Partnerschaften; und da hat mich meines Wissens auch noch kein Mann angesprochen, der Müllmann war. Ich muss einen leicht intellektuellen Nimbus um mich herum verbreiten; die wenigsten Männer, die mich angesprochen waren, waren auch nur Handwerker. Dabei hätte ich nichts dagegen gehabt, so jemand kann dann später wenigstens die Sachen im Hause selbst reparieren
.
Wenn mir also kein Müllmann in der Freizeit begegnet, weil der nicht da ist wo ich bin (die Kneipen, in die ich am liebsten gehe, sind meist ausgesprochene Studentenkneipen), wie soll ich den dann kennenlernen? In meinen Semesterferien gab es nie einen Job als Müllmann, obwohl ich auch in Fabriken geschuftet habe, um Geld zu verdienen wegen des Studiums. Ich hatte nur mal die Option, als Leichenwäscher zu arbeiten, aber das hab ich dann doch nicht gemacht, weil da die Jobs alle schon weg waren, als ich da angerufen hatte.
Es ist eben eher NICHT einfach, auf einen Partner zu setzen in dieser Zeit der doch sehr instabilen Partnerschaften. Und mit den Möglichkeiten unserer Zivilisation, die das Betrügen so derartig einfach macht (beispielsweise bei Single-Börsen im Netz findet man so viele Männer, die ganz offen schreiben, dass sie ihre Partnerin oder Ehefrau betrügen wollen, das einem fast der Hut hochgeht!)
"Es könnte sein, dass die Frauen einfach von der sozialen Sache begeistert sind, dass sie einfach sagen: Hey, diese Sache macht mir Spass, also mach ich die."
Ja ja, aber wieso entscheiden sich Frauen lieber für Berufe, die ihnen Spaß machen, während Männer sich eher für Berufe entscheiden, mit denen sie viel verdienen und dafür auch darauf verzichten, einen Beruf auszuüben, der ihnen wirklich Spaß macht?
Vielleicht macht den MÄnnern ja Soziales auch gar nicht so viel Spass. Immerhin werden die traditionell ja anders erzogen. Wer lieber mit Technik als mit Menschen zu tun hat, für den kann ein sozialer Job der reinste Horror sein!
Bisher habe ich noch nicht mehr gelesen. Ich bin noch immer darüber gestolpert, dass A. Hoffmann den Feminismus als Faschistoid betitelt.
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: Da ises
Garfield, Monday, 10.05.2004, 16:32 (vor 7942 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 10. Mai 2004 12:31:22:
Hallo Emmalein!
Es mag ja sein, daß du kaum Möglichkeiten hast, einen Müllmann kennenzulernen. Es war ja auch nur eine was-wäre-wenn-Frage. Es könnte ja z.B. auch sein, daß du im Supermarkt ganz zufällig einen Müllmann kennen lernst, und auch Müllmänner können intellektuelle Interessen haben.
Würde es dich dann nicht stören, wenn Freunde und Verwandte ständig über ihn herziehen und ihn als Versager bezeichnen? Wäre es dir dann nicht auch irgendwann peinlich, die Frage nach seinem Beruf zu beantworten?
"...beispielsweise bei Single-Börsen im Netz findet man so viele Männer, die ganz offen schreiben, dass sie ihre Partnerin oder Ehefrau betrügen wollen, das einem fast der Hut hochgeht!"
Nun, die müssen für ihre Seitensprünge aber allesamt auch Frauen finden, die das dann ganz offensichtlich nicht stört oder die sogar selbst verheiratet sind. Anderenfalls ist nichts mit Seitensprung, es sei denn, so ein verheirateter Mann hat bisexuelle Neigungen.
Außerdem sind nicht alle diese Anzeigen ernst gemeint. Ich hatte mal einige Kumpels, die sich öfter mal den Spaß gemacht haben, Kontaktanzeigen in Single-Börsen aufzugeben. Teilweise haben sie sich dabei sogar als Frauen ausgegeben. Die wollten nur mal sehen, wer dann antwortet. Einer hat dabei z.B. herausgefunden, daß man als Mann in Single-Börsen am besten ankommt, wenn man schon im Anzeigentext behauptet, daß man einen Hund hätte...
"Vielleicht macht den MÄnnern ja Soziales auch gar nicht so viel Spass. Immerhin werden die traditionell ja anders erzogen. Wer lieber mit Technik als mit Menschen zu tun hat, für den kann ein sozialer Job der reinste Horror sein!"
Ja, aber es ist ja auch nicht so, daß es alle Mädchen in soziale Berufe zieht. Es gibt viele Mädchen, die z.B. Pferdepflegerin werden möchten, weil sie eben gern mit Pferden zu tun haben.
Es gibt auch Jungen, die beispielsweise gern zeichnen, oder Musik machen oder sonst irgendein Hobby haben. Manche versuchen tatsächlich, dieses Hobby zum Beruf zu machen, aber es kommt häufiger vor, daß sie das Hobby Hobby bleiben lassen und sich für einen Beruf entscheiden, bei dem sie mit möglichst hoher Sicherheit gut verdienen.
Wenn man schon in der Schulzeit sieht, daß die Jungen, die immer die teuersten Markenklamotten, die besten Computer und Spielekonsolen, die neuesten CD's, DVD's und Computerspiele und dann später die größten Motorräder oder Autos haben, bei den Mitschülern am beliebtesten sind und daß die auch immer mindestes eine Freundin haben, dann lernt man schnell, worauf es im Leben anzukommen scheint. Und dann neigt man eher dazu, sich "brotlose Künste" aus dem Kopf zu schlagen und sich stattdessen für eine gute Ausbildung ins Zeug zu legen, um damit dann später gut zu verdienen.
"Ich bin noch immer darüber gestolpert, dass A. Hoffmann den Feminismus als Faschistoid betitelt."
Arne wirft in seinem Buch aber keineswegs alle Feministinnen in einen Topf, sondern er schreibt immer wieder, daß es im Feminismus ganz verschiedene Strömungen gibt. Als faschistoid bezeichnet er lediglich die radikalen Strömungen des Feminismus.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Da ises
Sven74, Monday, 10.05.2004, 16:53 (vor 7942 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 10. Mai 2004 13:32:51:
Es gibt auch Jungen, die beispielsweise gern zeichnen, oder Musik machen oder sonst irgendein Hobby haben. Manche versuchen tatsächlich, dieses Hobby zum Beruf zu machen, aber es kommt häufiger vor, daß sie das Hobby Hobby bleiben lassen und sich für einen Beruf entscheiden, bei dem sie mit möglichst hoher Sicherheit gut verdienen.
Wenn man schon in der Schulzeit sieht, daß die Jungen, die immer die teuersten Markenklamotten, die besten Computer und Spielekonsolen, die neuesten CD's, DVD's und Computerspiele und dann später die größten Motorräder oder Autos haben, bei den Mitschülern am beliebtesten sind und daß die auch immer mindestes eine Freundin haben, dann lernt man schnell, worauf es im Leben anzukommen scheint. Und dann neigt man eher dazu, sich "brotlose Künste" aus dem Kopf zu schlagen und sich stattdessen für eine gute Ausbildung ins Zeug zu legen, um damit dann später gut zu verdienen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Man braucht sich nur den alten Ärztesong "Zu Spät" anhzuhören, da lernt der Teenagerjunge schnell was man haben muss, um eine Freundin abzubekommen.
Sven74
Re: Da ises
Emmalein, Monday, 10.05.2004, 17:15 (vor 7942 Tagen) @ Sven74
Als Antwort auf: Re: Da ises von Sven74 am 10. Mai 2004 13:53:19:
Es gibt auch Jungen, die beispielsweise gern zeichnen, oder Musik machen oder sonst irgendein Hobby haben. Manche versuchen tatsächlich, dieses Hobby zum Beruf zu machen, aber es kommt häufiger vor, daß sie das Hobby Hobby bleiben lassen und sich für einen Beruf entscheiden, bei dem sie mit möglichst hoher Sicherheit gut verdienen.
Wenn man schon in der Schulzeit sieht, daß die Jungen, die immer die teuersten Markenklamotten, die besten Computer und Spielekonsolen, die neuesten CD's, DVD's und Computerspiele und dann später die größten Motorräder oder Autos haben, bei den Mitschülern am beliebtesten sind und daß die auch immer mindestes eine Freundin haben, dann lernt man schnell, worauf es im Leben anzukommen scheint. Und dann neigt man eher dazu, sich "brotlose Künste" aus dem Kopf zu schlagen und sich stattdessen für eine gute Ausbildung ins Zeug zu legen, um damit dann später gut zu verdienen.
Freundliche Grüße
von Garfield
Man braucht sich nur den alten Ärztesong "Zu Spät" anhzuhören, da lernt der Teenagerjunge schnell was man haben muss, um eine Freundin abzubekommen.
Wie ich schon sagte: Es kommt darauf an, welche Frauen der haben will..
Es grüsst
das Emmalein
Sven74
Re: Da ises
Emmalein, Monday, 10.05.2004, 16:55 (vor 7942 Tagen) @ Garfield
Als Antwort auf: Re: Da ises von Garfield am 10. Mai 2004 13:32:51:
Hi, Garfield,
ja, nur wo soll ich den bitteschön kennenlernen? Im Supermarkt hab ich keine Zeit für Männer, da bin ich immer in Eile, und irgendwie gestresst. Ich mach nicht den besten Eindruck, wenn ich gestresst bin. In meiner Freizeit seh ich auch keine, ich hab ja jetzt erzählt, was ich so tue. Und bei der Arbeit lern ich keine kennen, weil die Müllabfuhr keine Studentenjobs anbietet.
Aber angenommen, mein jetztiger Freund findet keinen Job: Dann wäre es mir gleich,was andere über ihn sagen, weil ich ihn eben sehr liebe. Wenn der irgendwann Sozialhilfe kriegen muss,wenn er keinen Job findet, ist mir das gleich, ich weiss, was ich an ihm hab und ich glaube an ihn. Beantwortet Dir das ansatzweise Deine Frage?
"...beispielsweise bei Single-Börsen im Netz findet man so viele Männer, die ganz offen schreiben, dass sie ihre Partnerin oder Ehefrau betrügen wollen, das einem fast der Hut hochgeht!"
Nun, die müssen für ihre Seitensprünge aber allesamt auch Frauen finden, die das dann ganz offensichtlich nicht stört oder die sogar selbst verheiratet sind. Anderenfalls ist nichts mit Seitensprung, es sei denn, so ein verheirateter Mann hat bisexuelle Neigungen.
Na, die Frauen, die auf so was eingehen, kann ich ja auch nicht verstehen.
Außerdem sind nicht alle diese Anzeigen ernst gemeint. Ich hatte mal einige Kumpels, die sich öfter mal den Spaß gemacht haben, Kontaktanzeigen in Single-Börsen aufzugeben. Teilweise haben sie sich dabei sogar als Frauen ausgegeben. Die wollten nur mal sehen, wer dann antwortet. Einer hat dabei z.B. herausgefunden, daß man als Mann in Single-Börsen am besten ankommt, wenn man schon im Anzeigentext behauptet, daß man einen Hund hätte...
Aha, aber was, wenn die Frau gegen Tierhaare allergisch ist
?
"Vielleicht macht den MÄnnern ja Soziales auch gar nicht so viel Spass. Immerhin werden die traditionell ja anders erzogen. Wer lieber mit Technik als mit Menschen zu tun hat, für den kann ein sozialer Job der reinste Horror sein!"
Ja, aber es ist ja auch nicht so, daß es alle Mädchen in soziale Berufe zieht. Es gibt viele Mädchen, die z.B. Pferdepflegerin werden möchten, weil sie eben gern mit Pferden zu tun haben.
Es gibt auch Jungen, die beispielsweise gern zeichnen, oder Musik machen oder sonst irgendein Hobby haben. Manche versuchen tatsächlich, dieses Hobby zum Beruf zu machen, aber es kommt häufiger vor, daß sie das Hobby Hobby bleiben lassen und sich für einen Beruf entscheiden, bei dem sie mit möglichst hoher Sicherheit gut verdienen.
Wenn man schon in der Schulzeit sieht, daß die Jungen, die immer die teuersten Markenklamotten, die besten Computer und Spielekonsolen, die neuesten CD's, DVD's und Computerspiele und dann später die größten Motorräder oder Autos haben, bei den Mitschülern am beliebtesten sind und daß die auch immer mindestes eine Freundin haben, dann lernt man schnell, worauf es im Leben anzukommen scheint. Und dann neigt man eher dazu, sich "brotlose Künste" aus dem Kopf zu schlagen und sich stattdessen für eine gute Ausbildung ins Zeug zu legen, um damit dann später gut zu verdienen.
Es kommt darauf an, welche Mädels die Jungs wollen. Klar, die blonden Trienen, die kriegen die dann ja auch so. Aber die meisten Mädels merken doch recht schnell,wenn ein Typ so ist von wegen viel Kohle, nix dahinter, und nehmen den dann höchstens für mal zwischendurch, aber nicht für ne ernsthafte Beziehung.
Wenn die Typen natürlich ne blonde Triene wollen, müssen die sich nicht wundern, dass die sie nimmt und ausnimmt wie ne Weihnachtsgans. Da kann man echt fast sagen: Selber schuld.
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: Da ises
Bruno, Thursday, 06.05.2004, 15:10 (vor 7946 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Da ises von Emmalein am 05. Mai 2004 16:35:02:
Hallo Emma....,
erst mal möchte ich bitten, dass du zukünftig diese Spielchen mit der Verlinkung deines halben Antworttextes lassen könntest.
na, diese Ausgabe ist ja voll von Demagogie und Polemik:
...um auch FeministInnen anzusprechen muss man sich halt ab und zu mal auf deren kommunikative Ebene begeben. Das tun Männer nicht gerne, aber Männer sind halt gewohnt Opfer zu bringen 
Männer sind die Norm
...Das ist teilweise richtig, teilweise falsch. Richtig insofern, als Norm für Mittelmaß zu verstehen ist. Es ist ja eine der Grundaussagen des Vulgärfeminismus, dass Frauen besser sind als dieses Mittelmaß, d.h. bedeutender als Männer. Siehe z.B. die Einteilung der unwichtigen Gewaltopfer (=Männer) und der wichtigen Gewaltopfer (=Frauen) in den sexistischen Kampagnen von ai oder der schweizerischen Außenministerin oder schlicht bei Frauenparkplätzen. Usw, Beispiele wurden und werden hier ja häufig genannt.
...Die Aussage ist insofern falsch, dass in vielen Bereichen die Frau das Maß der Dinge ist, beispielsweise im Erziehungsbereich. In Deutschland gilt es als schlimmes vergehen, wenn heute Politiker und innen nur von z.B. Soldaten und nicht von Soldatinnen und Soldaten reden, obwohl der Anteil von Soldatinnen gering ist. Im Gegensatz dazu ist es völlig selbstverständlich, wenn Politiker und innen bei Elterndingen oft nur Mütter nennen und Väter unter den Tisch fallen lassen obwohl beide Elternteile betroffen sind. Hier wird systematisch eine Vätereliminierung betrieben.
Kinder haben kostet und Frauen ganz besonders
...das ist wieder eines dieser feministischen Klischees, die einfach so in den Raum katapultiert werden, ohne realen Hintergrund. Kinder haben kostet Väter genauso viel wie Mütter.
Einseitig wird die Ursache angenommen, dass sie weniger oft voll erwerbstätig seinen
...diese Annahme stammt von der Vorzeigefeministin Frau Engelen-Kefer, deren diesbezügliche Aussage in der RM-Info auch wiedergegeben wurde. Den Männern Theorien vorzuwerfen, die von Vulgärfeministinnen aufgestellt wurden, ist unpassend.
Wir wissen aber nicht wirklich, warum Frauen länger leben als Männer!
...eben. Und nach dem Gender Mainstreaming-Ansatz wäre die Bundesregierung gesetzlich verpflichtet, die Ursachen dieses geschlechtsspezifischen Unterschiedes zu erforschen und die diese dann zu bekämpfen. Aber sie tut nichts, was wieder einmal beweist, dass der Gender Mainstreaming in Deutschland in der Praxis als reines Frauenfördermittel missbraucht wird. Ich bezweifele immer mehr, ob es wirklich bloß Zufall ist, dass die strikte Weigerung den männlichen Mitbürgern die gleiche Gesundheitsversorgung wie Frauen zuzugestehen und das Bewusstwerden um die viel zu knappen Rentenkassen, zusammenfallen.
Arbeitslose sterben früher als Leute mit Arbeit.
...der Grund, weshalb Arbeitslose früher sterben liegt darin, dass Arbeitslosigkeit für viele Menschen eine Tragödie darstellt. Viele verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage und nicht wenige verlieren vollständig den Halt und greifen zu Drogen oder nehmen gesundheitlich Schaden durch die sorgenvolle Zukunft und Gegenwart. Das ist ein Unterschied zu einer Teilzeitarbeit oder Erziehungspause oder unbezahlter Hausarbeit mit einem zweiten Vollverdienst des Ehepartners.
Hier wird wieder suggeriert, dass es eine Identität zwischen Feminismus und faschismus gäbe
...also ich persönlich halte diese Vergleiche auch nicht für sinnvoll. Schon allein aus dem Grunde, dass es selbst Vulgärfeministinnen dadurch ein leichtes Spiel ist, legitime Interessen männlicher Mitbürger anzugreifen. Ich verstehe das so, dass man damit ausdrücken will, es würden einige Parallelen zwischen diesen beiden Ideologien bestehen, was nicht unplausibel erscheint. Ich weiß, dass es verschiedene Strömungen des Feminismus gibt und auch Vertreterinnen dabei sind, die sich für eine faire Geschlechterpolitik einsetzen. Aber das Gros sind nun einmal die Vulgärfeministinnen und wir sind uns sicher einig, dass diese ja immer wieder das Bessermenschentum der Frauen proklamieren, sei es in der Proklamierung der Frau als wichtigeres Gewaltopfer (siehe ai-Kampagne) oder des gesundheitlich schützenwerteren Menschen (bessere Krebsvorsorge für Frauen), der besseren Erziehungsperson (ungleiche Rechtssituation bei Müttern/Vätern), des wichtigeren Arbeitslosen (stärkere aktive Arbeitslosenförderung für Frauen), des wichtigeren Schülers (Zukunftstag nur für Mädchen!) usw.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.