Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Garp, Thursday, 29.04.2004, 20:48 (vor 7953 Tagen)
In der ZEIT dieser Woche gibt es eine Beilage ZEITChancen. Eine Initiative um mehr Kinder für das Lesen zu gewinnen. Auf den ersten drei Seiten der Beilage geht es fast ausschließlich um die schlechtere Lesekompetenz von Jungen und deren Ursachen.
http://www.zeit.de/2004/19/V-Jungen
http://www.zeit.de/2004/19/V-Interview-Whitehead
die Forderungen:
- die Auswahl der Schulliteratur jungengerechter gestalten
- mehr Männer in erzieherische Berufe
- Unterrichtsformen, die dem Bewegungsdrang von Jungen besser gerecht werden.
- aber auch der Appell an Eltern(Väter) ihre Kinder(Söhne) für das Lesen zu begeistern
Zu dieser Initiative befindet sich auch auf der Titelseite der ZEIT ein Leitartikel:
http://www.zeit.de/2004/19/01____2__Leiter
Vorleseradikalismus ist gefragt, und der stellt besondere Anforderungen an die Eltern von Jungen. So mächtig ist der Sozialisationsdruck hin zur erwarteten männlichen Rolle mit Sport und Technikbegeisterung, dass Eltern besonders den Söhnen vermitteln müssen, dass Lesen nicht peinlich oder weibisch ist. Und nie, nie, nie dürfen die Väter sagen: Zum Lesen habe ich keine Zeit. Jungen brauchen dringend männliche Lesevorbilder, schreibt Christine Brinck in unserer Beilage. Auch die Schulen können mit einer Lektüreauswahl helfen, die sich mehr an den Bedürfnissen der Jungen, überhaupt an den Interessen der Kinder orientiert:..
Insbesondere den Artikel von Christine Brinck finde ich wirklich sehr gelungen.
Hierzu noch eine kurze Anmerkung: Gelegentlich wurde ja von Einzelnen die Behauptung aufgestellt die Frauen seinen an der Schulmisere von Jungen schuld. Wenn man sich aber die guten Artikel über die problematische Lage von Jungen ansieht so fällt auf: die Mehrzahl wurde von Frauen geschrieben. Auch wenn ich mich an die Glosse von Prof. Otten über die angeblich fehlende Moral von Jungen zurück erinnere bestätigt sich dieser Eindruck.
Dies weckt doch mal wieder die versöhnliche Einsicht nicht zwischen Frauen und Männern zu spalten, sondern sich gegen falsche Ideologien zur Wehr zu setzen.
Viel Spaß beim Lesen
Garp
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen
Norbert, Thursday, 29.04.2004, 21:42 (vor 7953 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: �Auf Jungenfang� Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Hi
- aber auch der Appell an Eltern(Väter) ihre Kinder(Söhne) für das Lesen zu begeistern
...
��Vorleseradikalismus ist gefragt, und der stellt besondere Anforderungen an die Eltern von Jungen. So mächtig ist der Sozialisationsdruck hin zur erwarteten männlichen Rolle mit Sport und Technikbegeisterung, dass Eltern besonders den Söhnen vermitteln müssen, dass Lesen nicht peinlich oder weibisch ist. Und nie, nie, nie dürfen die Väter sagen: Zum Lesen habe ich keine Zeit. Jungen brauchen dringend männliche Lesevorbilder, schreibt Christine Brinck in unserer Beilage.
Nun, ich erinnere mich, dass ich persönlich schon in jungen Jahren eine Leseratte war. Allerdings konnte ich dieses nicht von meinen Eltern behaupten.
Und als Vater habe ich meinen Kindern häufiger etwas vorgelesen, als ihre Mutter.
Und dieses gilt auch noch heute, nachdem ich 'nur' noch einen Umgang mit meinen Kindern habe.
Des weiteren mache ich keinen Unterschied zwischen meinem Sohn und meiner Tochter, was das Zeigen von Fertigkeiten angeht.
Lediglich auf Alter und Kraft nehme ich da natürlich Rücksicht.
Z.B. habe ich vor kurzem die Reifen auf meinem Auto gewechselt.
Geholfen hat mir dabei meine Tochter, ganz begeistert.
Dafür hatte sich der Sohn mit dem Staubsauger in der Wohnung nützlich gemacht.
...
Hierzu noch eine kurze Anmerkung: Gelegentlich wurde ja von Einzelnen die Behauptung aufgestellt �die Frauen� seinen an der Schulmisere von Jungen schuld. Wenn man sich aber die guten Artikel über die problematische Lage von Jungen ansieht so fällt auf: die Mehrzahl wurde von Frauen geschrieben. Auch wenn ich mich an die Glosse von Prof. Otten über die angeblich fehlende Moral von Jungen zurück erinnere bestätigt sich dieser Eindruck.
Dies weckt doch mal wieder die versöhnliche Einsicht nicht zwischen Frauen und Männern zu spalten, sondern sich gegen falsche Ideologien zur Wehr zu setzen.
Ich bin mir nicht so sicher, ob so 'den Frauen' die Schuld zugewiesen wurde.
Das Problem liegt an der Ausrichtung der Schule an vorwiegend weibliche Maßstäbe und Bedürfnisse.
Welches sich gerade in der Grundschule mit deutlich übergroßen Anteil an Lehrerinnen fatal auswirkt.
Falsche Weichenstellungen in der Grundschule wirken sich langfristig aus.
Lehrerinnen, die die Mädchen als Norm ansehen, und deswegen mit den Jungen ein Problem haben, weil sie deren Bedürfnisse möglicherweise gar nicht kennen. Und deshalb dann auch nicht beachten, oder obwohl.
Aber Umerziehung scheitert da einfach, aus Jungen werden keine Mädchen.
Passend hierzu die Artikel hier .
Man muß sich die Aussage und Sprache der einen Lehrerin mal deutlich machen, und erkennt dann schon auch eine geistige Grundhaltung derselben.
Diese geistige Grundhaltung ist ein massives Problem, da subversiv.
Die Männerrechte werden inzwischen von etlichen Frauen unterstützt.
Wie schon ein Poster richtig schrieb:
Die Grenze verläuft nicht zwischen Männern und Frauen,
sondern zwischen Feministen(m/w) und Nichtfeministen(m/w).
Otten ist halt einer der Feministen.
Dazu paßt im der Artikel von Astrid von Friesen: 'Manche Männer entwickelten sich zu Superfeministen'.
Die schlimmsten Männerfeinde.
Manche Menschen lernen eben nicht aus ihren Fehlern.
Manche können nicht, manche wollen nicht.
Manche bleiben halt in ihrem krankhaften Wahn gefangen.
Viel Spaß beim Lesen
Garp
Gruß
Norbert
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen
Sven74, Thursday, 29.04.2004, 21:51 (vor 7953 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen von Norbert am 29. April 2004 18:42:57:
Hi
- aber auch der Appell an Eltern(Väter) ihre Kinder(Söhne) für das Lesen zu begeistern
...
��Vorleseradikalismus ist gefragt, und der stellt besondere Anforderungen an die Eltern von Jungen. So mächtig ist der Sozialisationsdruck hin zur erwarteten männlichen Rolle mit Sport und Technikbegeisterung, dass Eltern besonders den Söhnen vermitteln müssen, dass Lesen nicht peinlich oder weibisch ist. Und nie, nie, nie dürfen die Väter sagen: Zum Lesen habe ich keine Zeit. Jungen brauchen dringend männliche Lesevorbilder, schreibt Christine Brinck in unserer Beilage.
Jungen brauchen aber auch jungengerechten Lesestoff! Hier haben wir doch das gleiche Problem, wie bei den weiblichen Lehrern an den Grundschulen. Wer scheibt Kinderbuecher? Weibliche Kinderbuchautoren schreiben halt meist Buecher fuer Maedchen. Jungen wollen halt i.d.R. spannende Abenteuerbuecher lesen und nichts ueber Pferde.
Sven74
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen
Garp, Thursday, 29.04.2004, 23:06 (vor 7953 Tagen) @ Sven74
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen von Sven74 am 29. April 2004 18:51:13:
Hi Sven74
Jungen brauchen aber auch jungengerechten Lesestoff! Hier haben wir doch das gleiche Problem, wie bei den weiblichen Lehrern an den Grundschulen. Wer scheibt Kinderbuecher? Weibliche Kinderbuchautoren schreiben halt meist Buecher fuer Maedchen. Jungen wollen halt i.d.R. spannende Abenteuerbuecher lesen und nichts ueber Pferde.
Stimme dir absolut zu. Wenn ich da an meine Schulzeit zurückdenke.
Es war in der ZEIT aber auch ein Artikel über einen der bekanntesten Kinderbuchautoren:
http://www.zeit.de/2004/19/V-Steinh_9afel
Besonders gut gefällt mir hier die Kritik an Kinderbüchern mit erhobenen Zeigefinger und übertriebenen Missionierungseifer in Sachen Umweltschutz.
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde
Pokemon, Friday, 30.04.2004, 00:33 (vor 7953 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 20:06:29:
Weibliche Kinderbuchautoren schreiben halt meist Buecher fuer Maedchen. Jungen wollen halt i.d.R. spannende Abenteuerbuecher lesen und nichts ueber Pferde.
Hi!
Dass Jungen nichts über Pferde lesen möchten war nicht immer so. Bis zum zweiten Weltkrieg war das Reiten fast durchweg ein männliches Hobby. Das heißt, bei denen die sich so ein doch sehr teures Hobby leisten konnten. Auch Schaukelpferde waren für die Jungen da die Mädchen spielten mit Puppen. Das hat sich erst mit der Zeit geändert. Was die heutige Zeit angeht hast Du recht, die Schüler in den Reitställen sind zu 90% weiblich. Aber der Jungenanteil steigt. Ich bin bis vor kurzem selbst noch viel geritten und habe mit der Zeit immer mehr Jungen in den Unterrichtsstunden gesehen.
Besonders gut gefällt mir hier die Kritik an Kinderbüchern mit erhobenen Zeigefinger und übertriebenen Missionierungseifer in Sachen Umweltschutz.
Wieso findest Du das schlecht? Was mir nicht gefällt sind die theologischen Geschichten, die Kinder in Kirchengruppen oft zu hören bekommen. Das kleine afrikanische Mädchen wird vom bösen Vater in den dunklen Schuppen gesperrt weil es beim Gottesdienst der Weißen gewesen ist. Die Schuppenwand hat ein Loch durch welches das Licht scheint. Dieses Licht ist wie ein Trost, ein Zeichen des (weißen) Gottes. Eine Geschichte aus meiner Kirchgruppenzeit.
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde
Emmalein, Friday, 30.04.2004, 14:28 (vor 7952 Tagen) @ Pokemon
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde von Pokemon am 29. April 2004 21:33:54:
Hi, Ihrs,
ich habe bei meinen Lieblingsbüchern wenig darauf geachtet, ob diese von Männern oder Frauen stammten.
Und es ist witzig: Bei meinem Freund finde ich fast dieselben Bücher, die ich als Kind gern gelesen habe: Peter Pan steht da, Karl Meys Winnetou von I bis III, Enid Blytons 5 Freunde, und selbst den kleinen Hobbit habe ich bei ihm entdecken können.
Bei Harry Potter weiss ich nun nicht, ob er mehr männliche oder weibliche Fäns im Kindesalter hat. Ich lese die Bücher heute noch gern. Und ich würde sie genausogern lesen, kämen sie von einem Mann.
Auch bei der klassischen Literatur unterscheiden wir zwei uns nicht gross von dem, was wir im Bücherschrank haben: Da steht der Frankenstein neben Shakespeares Sonetten, Dr Jekyll und Mr. Hyde hat dort auch seinen Platz- und neulich habe ich auch das Buch "Wanderer, kommst Du nach Spa" von Böll bei ihm gefunden..
Ich frage mich so langsam ernsthaft, ob es die strenge Grenze zwischen Mädchen - und Jungenliteratur oder Männer- und Frauenliteratur (bis auf einige Extrembeispiele wie beim nächsten Mann wird alles anders etc.) wirklich gibt - oder ob es teilweise einfach nur gute und schlechte Bücher gibt.
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde
Garfield, Tuesday, 04.05.2004, 19:11 (vor 7948 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde von Emmalein am 30. April 2004 11:28:02:
Hallo Emmalein!
"Ich frage mich so langsam ernsthaft, ob es die strenge Grenze zwischen Mädchen - und Jungenliteratur oder Männer- und Frauenliteratur (bis auf einige Extrembeispiele wie beim nächsten Mann wird alles anders etc.) wirklich gibt - oder ob es teilweise einfach nur gute und schlechte Bücher gibt."
Ich denke, bei vielen Büchern existiert diese Grenze nicht wirklich.
Ich kann mir aber vorstellen, daß gerade in der Pubertät Bücher, die für ein bestimmtes Geschlecht als Leitfaden dienen können, durchaus hilfreich sind. Gerade für Jungen in der heutigen Zeit, wo Jungen immer häufiger keine Vorbildfigur im realen Leben finden.
Umso wichtiger ist es aber, daß das dann auch Bücher sind, die den Jugendlichen wirklich weiter helfen. Das Buch zu "Terminator II" beispielsweise wäre wohl keine gute Empfehlung...
Als ich so ca. 14 war, hat mir mein Opa mal ein Buch empfohlen, das im Bücherschrank meiner Großeltern stand. Es hieß "Der Fischkopp" oder so ähnlich, der Name des Autors fällt mir nicht mehr ein. Irgendwie bin ich nie dazu gekommen, es zu lesen. Ich interessierte mich zu der Zeit ohnehin mehr für Abenteuer-Bücher, z.B. von Jules Verne oder "Die Söhne der großen Bärin" von Lieselotte Welskopf-Henrich, später dann für Science-Fiction-Romane, vor allem von Stanislaw Lem.
Mein Opa starb früh, und als dann vor einigen Jahren auch meine Oma starb, erbte ich ihre Bücher. Nun las ich auch dieses Buch, das mir mein Opa damals empfohlen hat, und ich fand es wirklich gut. Es spielt in der DDR und ist deshalb für die heutigen Jugendlichen nur noch hilfreich, wenn sie wissen möchten, wie die Menschen dort wirklich gelebt haben. Aber wenn ich es als Jugendlicher in der DDR gelesen hätte, dann hätte mir das wirklich etwas gegeben. Auch weil es aus männlicher Perspektive geschrieben war, weil die Hauptperson männlich war und weil es u.a. um Liebe ging. Gerade beim Umgang mit dem anderen Geschlecht können gute Bücher durchaus hilfreich sein und einen Mangel an Lebenserfahrung ausgleichen.
Ich denke also schon, daß es durchaus Bücher gibt, die für ein Geschlecht besonders hilfreich sind, wobei es dann aber natürlich nicht schaden kann, wenn sie auch vom anderen Geschlecht gelesen werden. Ein Beispiel fällt mir momentan leider nicht ein, weil ich schon lange aus Zeitmangel kaum Romane lese, sondern mehr Sachbücher.
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde
Odin, Friday, 30.04.2004, 15:02 (vor 7952 Tagen) @ Pokemon
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde von Pokemon am 29. April 2004 21:33:54:
Dass Jungen nichts über Pferde lesen möchten war nicht immer so. Bis zum zweiten Weltkrieg war das Reiten fast durchweg ein männliches Hobby. Das heißt, bei denen die sich so ein doch sehr teures Hobby leisten konnten. Auch Schaukelpferde waren für die Jungen da die Mädchen spielten mit Puppen. Das hat sich erst mit der Zeit geändert. Was die heutige Zeit angeht hast Du recht, die Schüler in den Reitställen sind zu 90% weiblich. Aber der Jungenanteil steigt. Ich bin bis vor kurzem selbst noch viel geritten und habe mit der Zeit immer mehr Jungen in den Unterrichtsstunden gesehen.
Es geht nicht um das Thema "Pferde" an sich, sondern darum, daß die meisten Pferdebücher für Mädchen geschrieben werden.
Fury ist ein Jungenbuch.
Godolphin war ein Berber ;-) Jungen und Pferde @ Odin
Pokemon, Friday, 30.04.2004, 17:41 (vor 7952 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533 Jungen und Pferde von Odin am 30. April 2004 12:02:33:
Es geht nicht um das Thema "Pferde" an sich, sondern darum, daß die meisten Pferdebücher für Mädchen geschrieben werden.
Fury ist ein Jungenbuch.
Hallö!
Ja, da hast Du natürlich recht, die meisten Pferdebücher sind für Mädchen geschrieben. Man muss halt auch sehen dass man seine Bücher loswird und wo keine Nachfrage...
Ich habe massenweise Pferdebücher verschlungen und es waren auch ein paar dabei wo ein Junge die Hauptrolle spielte. Blitz, der schwarze Hengst zum Beispiel. Junge und Pferd retten Schiffsuntergang auf einsame Insel und trainieren dort für´s Pferderennen... Oder König der Winde (der angebliche Stammvater der Vollblüter, Godolphin Barb bzw. Arabian, war das Vorbild für diese Geschichte, nach der er kein Araber ist sondern ein Berber). Das sind jetzt die beiden die mir im Gedächtnis geblieben sind.
Welche Bücher vielleicht auch sehr interessant sind für Jungen das sind die Gänsehaut-Bücher von R.L Stine. Eine Mischung aus Grusel und Abenteuer. Es gibt irre viele und ich lese sie manchmal auch noch ganz gerne. Sind aber nichts für ganz kleine, so acht oder neun sollte man da schon gerne sein.
Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig
Pokemon, Friday, 30.04.2004, 00:17 (vor 7953 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Re: &65533;Auf Jungenfang&65533; Lesekompetenz für Jungen von Norbert am 29. April 2004 18:42:57:
"((o.c. Eine Frau hat einen Liebhaber, der zu Besuch kommt. Sie verlangt von ihrem Ehemann, dass er für das Wochenende auf den Dachboden zieht. Er protestiert ein mal und überlässt anschließend dem Liebhaber das Ehebett! Als Therapeutin frage ich ihn, warum er den Mann nicht seines Hauses verwiesen hat? Seine völlige Negierung der eigenen Rechte macht mich fassungslos! ))"
"((o.c. Oder: Ein Anwalt, kinderlos, macht die Steuerklärung für sich und seine Frau. Seit 10 Jahren. Es dauert jedes Mal zwei volle Wochenenden. Auf meine Frage: Und was macht Ihre Frau an diesen beiden Wochenenden? kommt die Antwort: Sie quengelt und nörgelt, weil ich für sie keine Zeit habe! Seine Frau spricht keinen Dank aus, kocht ihm kein extra schön Essen, belohnt ihn nicht mit Karten für sein Lieblingskonzert! Er fand es normal! Er kannte ja nichts anderes! ))"
Wenn ich so etwas lese werde ich furchtbar traurig und wütend. Dabei kann ich es fast nicht glauben dass so etwas in manchen Beziehungen geschieht. Ich habe selbst einen Bekannten, der in seiner Beziehung sehr unterdrückt wurde und konnte oft sein Schweigen und seine Duldsamkeit nicht nachvollziehen. War nicht eine Zeit lang der Fall eines wohlhabenden älteren Mannes (um die 70?) in den Medien, der von seiner jüngeren Freundin (um die 50?) im Ferienhaus auf Sylt gefangengehalten wurde? Sie soll ihm seine Medikamente verwehrt und zu wenig Essen gegeben haben. Er soll sogar aus dem Fenster heraus um Hilfe gerufen haben. Dieser Mann hat mir furchtbar leid getan, ich kann nicht verstehen, wieso die Frau das getan hat.
"Das Weibliche hat in den Ehen und Familien, in Kindergärten, Schulen und im therapeutischen Bereich gesiegt."
"Und was passiert mit den kleinen Mädchen ohne präsenten Vater? Da sie den liebevollen Blick ihrer Väter so dringend brauchen, ihn aber zu selten bekommen, bleibt ihnen nur der Spiegel übrig, in dem sie sich ständig drehen und wenden, immer mit der Frage: Bin ich hübsch, bin ich liebenswert genug? Es entsteht die nicht zu stillende Sehnsucht nach dem männlichen Blick. Doch auch der aufmerksamste Liebhaber, die größte Attraktivität können diese tiefe Kindersehnsucht nach Vaters Blick nicht stillen! Also werden Frauen wieder zickig, doktern an ihrem Äußeren herum und stellen die Männer als Versager hin, obwohl es keineswegs deren Schuld ist, dass Frauen so selten emotional satt werden."
Das hört mich jetzt so an als ob Mädchen die Bewunderung ihres Vaters brauchen wie die eines Liebhabers. Mag sein dass mich meine eigenen schlechten Erfahrungen zu sehr geprägt haben, aber ich kann mir nicht vorstellen dass Mädchen wirklich wie eine Frau von ihrem Vater angesehen werden wollen. Nicht dass es nicht gut und wichtig wäre, Anerkennung und Lob von ihm zu bekommen, auch was das Aussehen angeht (kam von meinem Vater nie, er hatte nicht gelernt zu loben), aber nicht in dieser speziellen Weise. Wie gesagt, ich mag mich irren, vielleicht ist das nur mein eigener subjektiver Eindruck.
Dass die Kinder in ihren ersten Jahren, ja man kann bald sagen, bis zum Ende der Grundschulzeit, nur von Frauen erzogen und beeinflusst werden, kann ich nur bestätigen. Ich bin ebenfalls der Meinung, dass dies nicht wirklich gut ist für die Entwicklung eines Kindes, besonders dann, wenn auch zu hause die (positive) Vaterfigur fehlt. Das gilt für Jungen genauso wie für Mädchen. In dem Text wurde ja erwähnt, dass Jungen sich oftmals in ihrer Jugend extreme "männliche" Vorbilder suchen, die sie dann leider oft in der Neonaziszene oder anderen gewaltbereiten Gruppen finden. Mit männlichen Kindergärtnern und Grundschullehrern und vor allem mit Vätern zu hause müssten sie dies vielleicht nicht tun.
Aber auch die Mädchen würden von einem höheren Männeranteil in diesen Berufen profitieren. Ich zum Beispiel war / bin sehr geprägt durch die schlechten Erfahrungen mit meinem Vater. Im Kindergarten: nur Frauen, in der Grundschule: nur Frauen. Als ich zum ersten mal zu einer Freundin nach hause kam hatte ich einen ziemlichen Respekt vor ihrem Vater, ja fast schon Angst. Ich war bestürzt wie lustig und frech sie mit ihm umging. Sie hat mit ihm gescherzt, ihn ein bisschen geärgert. Das hätte ich mich nie getraut! Und er hat gelacht! Das kannte ich von meinem Vater auch nicht. Den "Vater" habe ich immer als jemanden erlebt, bei dem man vorsichtig sein muss mit dem was man sagt und wie man es sagt. Den man nicht veräppeln durfte (kannte ich gar nicht, hat bei uns zu hause niemand gemacht), und der nie lachte oder fröhlich war. Ich habe immer Distanz aufgebaut zu Männern. Wenn ich einen (netten) Kindergärtner oder Grundschullehrer gehabt hätte, wäre das vielleicht nicht so gewesen.
Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig
Emmalein, Friday, 30.04.2004, 13:25 (vor 7952 Tagen) @ Pokemon
Als Antwort auf: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig von Pokemon am 29. April 2004 21:17:18:
Hi, Pokemon,
ich könnte mir auch vorstellen, dass Mädchen von mehr Männern in sozialen Berufen profitieren würden.
Mein Vater beispielsweise war einer der sogenannten "neuen Väter", der sich mit mir sehr intensiv beschäftigt hat: Er ist mit uns spazieren gegangen, hat mit uns gespielt, hatte keine Scheu vor Babywindeln und Flaschen etc. In den 1970ern, in denen ich aufgewachsen bin, war das noch eine ziemliche Pioniertat. Und er hat sich für diesen Lebensweg ziemlich bewusst entschieden.
Und: Wir hatten oft und viele intensive Gespräche, die über: "Wie wars in der Schule?" und "Was gibt es heute zum Mittagessen" hinausgingen.
Ich bin sicher, dass auch mein Vater seinen Anteil daran hatte, dass mein Studium recht erfolgreich abgelaufen ist. Für seine Freundlichkeit und Fürsorge, die er mir oft gegenüber gezeigt hat, bin ich total dankbar.
Gerade darum wäre es bestimmt schön, mal eine Vaterfigur zu erleben, die sich sehr inteniv mit den Kindern befasst. Gerade bei Scheidungskindern.
Auch bei Töchtern.
(Ich weiss, gleich kommt wieder: Ja, aber die Frau macht es uns Scheidungs-Männern da recht schwer. Kann ja sein - aber die Kinder haben als Kinder darunter zu leiden. Das ist dann zwar nicht Euer Fehler, sondern der der betreffenden Fau, aber das macht es ja für das KIND nicht besser; ich bin Pädagoge und denke in manchen Situationen extrem kind-zentriert.)
Es grüsst
das Emmalein
Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig
Odin, Friday, 30.04.2004, 15:12 (vor 7952 Tagen) @ Pokemon
Als Antwort auf: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig von Pokemon am 29. April 2004 21:17:18:
Das hört mich jetzt so an als ob Mädchen die Bewunderung ihres Vaters brauchen wie die eines Liebhabers. Mag sein dass mich meine eigenen schlechten Erfahrungen zu sehr geprägt haben, aber ich kann mir nicht vorstellen dass Mädchen wirklich wie eine Frau von ihrem Vater angesehen werden wollen. Nicht dass es nicht gut und wichtig wäre, Anerkennung und Lob von ihm zu bekommen, auch was das Aussehen angeht (kam von meinem Vater nie, er hatte nicht gelernt zu loben), aber nicht in dieser speziellen Weise. Wie gesagt, ich mag mich irren, vielleicht ist das nur mein eigener subjektiver Eindruck.
Meine Nichte hat sich mal ein Netz-T-shirt gekauft und angezogen (mit noch was drunter). Ich hab ihr dann mit drohender Stimme und erhobenen Zeigefinger gesagt, wenn sie nicht sofort was anderes anzieht, heirate ich sie auf der Stelle. Sie hat gestrahlt und spricht noch heute darüber. Das T-shirt war dann ihr Lieblings-t-shirt 
Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig @Odin
Pokemon, Friday, 30.04.2004, 17:28 (vor 7952 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig von Odin am 30. April 2004 12:12:26:
Das hört mich jetzt so an als ob Mädchen die Bewunderung ihres Vaters brauchen wie die eines Liebhabers. Mag sein dass mich meine eigenen schlechten Erfahrungen zu sehr geprägt haben, aber ich kann mir nicht vorstellen dass Mädchen wirklich wie eine Frau von ihrem Vater angesehen werden wollen. Nicht dass es nicht gut und wichtig wäre, Anerkennung und Lob von ihm zu bekommen, auch was das Aussehen angeht (kam von meinem Vater nie, er hatte nicht gelernt zu loben), aber nicht in dieser speziellen Weise. Wie gesagt, ich mag mich irren, vielleicht ist das nur mein eigener subjektiver Eindruck.
Meine Nichte hat sich mal ein Netz-T-shirt gekauft und angezogen (mit noch was drunter). Ich hab ihr dann mit drohender Stimme und erhobenen Zeigefinger gesagt, wenn sie nicht sofort was anderes anzieht, heirate ich sie auf der Stelle. Sie hat gestrahlt und spricht noch heute darüber. Das T-shirt war dann ihr Lieblings-t-shirt
Naja, vielleicht kommt es auch darauf an WIE etwas gesagt wird oder wie man (der Vater) das Mädchen anschaut. Ich hatte den Textabschnitt so interpretiert dass der Vater seine Tochter sexuell begehrt und ihr das auch zeigt. Das hätte ich nicht gemocht und ich denke mal die meisten anderen Mädchen auch nicht. So wie Du mit Deiner Nichte hat mein Vater auch nie mit jemandem gesprochen. Genau diese Art zu reden hat mich bei den Vätern meiner Freundinnen so überrascht.
Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig @Odin
Odin, Saturday, 01.05.2004, 21:26 (vor 7951 Tagen) @ Pokemon
Als Antwort auf: Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig @Odin von Pokemon am 30. April 2004 14:28:44:
Ich hatte den Textabschnitt so interpretiert dass der Vater seine Tochter sexuell begehrt und ihr das auch zeigt. Das hätte ich nicht gemocht und ich denke mal die meisten anderen Mädchen auch nicht.
Den zitierten "liebevollen Blick von Vätern" siehst Du als Zeichen für sexuelles Begehren? Oh, Mann! So weit sind wir schon?
Danke, ihr sexuell perversen Feministinnen! Eure Störungen habt ihr nun endlich anderen übergestülpt. Fühlt ihr euch jetzt besser? (nicht Du gemeint, Pokemon)
Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig @Odin
Pokemon, Sunday, 02.05.2004, 00:58 (vor 7951 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Traurig, wütend, mehr Männer in Frauenberufen nötig @Odin von Odin am 01. Mai 2004 18:26:17:
Den zitierten "liebevollen Blick von Vätern" siehst Du als Zeichen für sexuelles Begehren? Oh, Mann! So weit sind wir schon?
Danke, ihr sexuell perversen Feministinnen! Eure Störungen habt ihr nun endlich anderen übergestülpt. Fühlt ihr euch jetzt besser? (nicht Du gemeint, Pokemon)
Hallö!
Ach, mit Störung liegst Du bei mir gar nicht so falsch. Was Väter angeht habe ich wohl wirklich eine.
Und damit meine ich nicht unbedingt meinen Vaterkomplex in Sachen Beziehung 
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Peter, Thursday, 29.04.2004, 22:26 (vor 7953 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Insbesondere den Artikel von Christine Brinck finde ich wirklich sehr gelungen.
Hierzu noch eine kurze Anmerkung: Gelegentlich wurde ja von Einzelnen die Behauptung aufgestellt die Frauen seinen an der Schulmisere von Jungen schuld. Wenn man sich aber die guten Artikel über die problematische Lage von Jungen ansieht so fällt auf: die Mehrzahl wurde von Frauen geschrieben.
Ich glaube mich zu erinnern, dass Christine Brinck schon mehrere gute Artikel geschrieben hat zu Jungen und Männern. Sie ist 'unschuldig'.
Gruß,
Peter
Christine Brinck
Norbert, Friday, 30.04.2004, 12:04 (vor 7952 Tagen) @ Peter
Als Antwort auf: Re: �Auf Jungenfang� Lesekompetenz für Jungen von Peter am 29. April 2004 19:26:47:
Insbesondere den Artikel von Christine Brinck finde ich wirklich sehr gelungen.
Hierzu noch eine kurze Anmerkung: Gelegentlich wurde ja von Einzelnen die Behauptung aufgestellt �die Frauen� seinen an der Schulmisere von Jungen schuld. Wenn man sich aber die guten Artikel über die problematische Lage von Jungen ansieht so fällt auf: die Mehrzahl wurde von Frauen geschrieben.
Ich glaube mich zu erinnern, dass Christine Brinck schon mehrere gute Artikel geschrieben hat zu Jungen und Männern. Sie ist 'unschuldig'.
Gruß,
Peter
Hi
Von Christine Brinck gibt es etliche Artikel, die sich mit dem Gesamtthema 'Gleichberechtigung' und dem diesbezüglichen Umfeld beschäftigen.
Und die ihren klaren Blick auf die gegenwärtige Wirklichkeit zeigen.
Und diese Wirklichkeit, und auch die vorgegauckelten Scheinwirklichkeiten kritisiert sie immer wieder.
Wobei als sehr positiv ihre Sachlichkeit auffällt, ohne den notwendigen Nachdruck zu vernachlässigen.
Wie schon häufiger gesagt, nicht 'die Frauen', sondern die Radikalfeministen(m/w) und deren willfährige Helfer(m/w) stellen das gesellschaftliche Problem dar.
Gruß
Norbert
Re: Christine Brinck
Max, Friday, 30.04.2004, 12:37 (vor 7952 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Christine Brinck von Norbert am 30. April 2004 09:04:52:
Hi Norbert,
Wie schon häufiger gesagt, nicht 'die Frauen', sondern die Radikalfeministen(m/w) und deren willfährige Helfer(m/w) stellen das gesellschaftliche Problem dar.
Gruß
Norbert
...exakt so ist es.
Gruß - Max
Re: Christine Brinck
Arne Hoffmann, Friday, 30.04.2004, 14:49 (vor 7952 Tagen) @ Norbert
Als Antwort auf: Christine Brinck von Norbert am 30. April 2004 09:04:52:
Ich glaube mich zu erinnern, dass Christine Brinck schon mehrere gute Artikel geschrieben hat zu Jungen und Männern. Sie ist 'unschuldig'.
Von Christine Brinck gibt es etliche Artikel, die sich mit dem Gesamtthema 'Gleichberechtigung' und dem diesbezüglichen Umfeld beschäftigen. Und die ihren klaren Blick auf die gegenwärtige Wirklichkeit zeigen.
Wie schon häufiger gesagt, nicht 'die Frauen', sondern die Radikalfeministen(m/w) und deren willfährige Helfer(m/w) stellen das gesellschaftliche Problem dar.
Stimmt alles. 
Arne
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Emmalein, Friday, 30.04.2004, 14:19 (vor 7952 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Hi, Du,
hättest Du mal einen Tipp, was Jungen vielleicht gerne im Englischunterricht lesen würden?
(Das Problem ist, dass die Bekannten, die schon Kinder im "Lesefähigen Alter" haben, leider nur Mädchen als Kinder haben, da kann ich also nicht fragen.)
Mir ist es wirklich ernst damit; ich habe gesehen, wieviel Raum die Leseförderung auch in den oberen Klassen in England einnimmt. Ich möchte nicht, dass Jungen sich vielleicht vom Stoff des Englischunterrichts ausgeschlossen fühlen, weil sie Jungen sind; Sprachen sind auch für die, vor allem die englische, sehr nützlich. Deswegen diese Frage.
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Odin, Friday, 30.04.2004, 14:55 (vor 7952 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Emmalein am 30. April 2004 11:19:19:
Hi, Du,
hättest Du mal einen Tipp, was Jungen vielleicht gerne im Englischunterricht lesen würden?
Ich hatte mir mal zum Englsch-lernen "Mogli" gekauft. Das könnt ich empfehlen. Auch "Die Schatzinsel" im Orginaltext oder "Ivanhoe" wären Jungenbuch-klassiker.
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Emmalein, Friday, 30.04.2004, 15:00 (vor 7952 Tagen) @ Odin
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Odin am 30. April 2004 11:55:52:
Hey, Odin,
die Sache mit "Ivanhoe" kriegte ich vielleicht sogar noch schultechnisch durch, so mit Sir W. Scott als Vertreter der späten Romantik!
Danke, der Tipp war echt gut!
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
susu, Friday, 30.04.2004, 15:33 (vor 7952 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Emmalein am 30. April 2004 11:19:19:
Hallo
Mir ist es wirklich ernst damit; ich habe gesehen, wieviel Raum die Leseförderung auch in den oberen Klassen in England einnimmt. Ich möchte nicht, dass Jungen sich vielleicht vom Stoff des Englischunterrichts ausgeschlossen fühlen, weil sie Jungen sind; Sprachen sind auch für die, vor allem die englische, sehr nützlich. Deswegen diese Frage.
Ich bin zwar gegen jegliche Kanonisierung aber mir fallen ein paar Bücher ein, die ich sehr gern gelesen habe.
Woolf - "The Waves". Machen wir uns nichts vor, wenn Woolf gelesen wird, dann meistens "To the Lighthouse" oder "Mrs. Dalloway". Beide nicht annähernd so packend wie "The Waves" und in ihrem scope doch eher beschränkt. "The Waves" haftet (IMO zu unrecht) der Ruf an, schwierig zu sein. Schwierig zu schreiben, war es mit Sicherheit, aber zu lesen ist es wie im Flug. Der perfekte Rhythmus und die 6 Erzählstimmen lassen das Buch zu einem Erlebnis werden. (würde ich trotzdem nur in höheren Jgs lesen lassen)
Hornby - "How to be good". Muß eigentlich nichts weiter zu gesagt werden. Kann auch früh gelesen werden. "About a boy" ginge im Prinzip sogar noch früher, aber das wurde mit diesem einen Schaupieler, der jeden Film zugrunde richtet verfilmt (Hugh Grant).
Gibson - "Neuromancer". Wenn der erste Satz nicht ausreicht jemanden dazu zu bewegen das ganze Buch zu lesen, dann ist es sowiso hoffnungslos. Nuromancer ist die schärfste Analyse der Zielvorgabe von "Männlichkeiten" in einer globalisierten Welt (Gute Klausuraufgabe: "What does the protagonists name - "case" - stand for?"). Das ganze kommt aber in einer prima Verpackung.
Pratchett - Egal was. Obwohl "Small Gods" meiner Meinung nach am sinnigsten wäre. Oder die Pratchett/Gaiman-Kooperation "Good Omens". "The Amazing Maurice and His Educated Rodents" hat ja Preise als Kinderbuch gewonnen, und ist auch für Jüngere interessant. Da das Buch allerdings auch Erwachsene anzusprechen vermag und quasi als Einstiegsdroge Discworld wirkt, ist es für die Mittelstufe vermutlich ein geeignetes Material. (BTW: Genau solche Einstiegsdrogen brauchts für´s lesen).
Das sind die, die mir spontan einfallen würden.
susu
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Paul, Friday, 30.04.2004, 17:54 (vor 7952 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Emmalein am 30. April 2004 11:19:19:
Wie wäre es z.B. mit:
"Fight Club" von Chuck Palahniuk - Handlung dürfte bekannt sein, da der Roman verfilmt wurde. Genial und gesellschaftskritisch. Auch die anderen Bücher von C.P. sind interessant.
"Budding Prospects" von T.C. Boyle - "Ein Jahr lang wollen drei schräge Typen in den Bergen nördlich von San FranciscoMarihuana anbauen, um endlich ans große Geld zu kommen. Aber die Natur ist widerspenstig und das Leben in der Wildnis sehr strapaziös. . . " 
"Cosmopolis" von Don DeLillo - "New York an einem Tag im April 2000. Eric Packer, erfolgreicher und steinreicher Vermögensverwalter, fährt in seiner weißen Stretchlimousine durch die Stadt. Weltweit wackeln die Kurse, geraten die Finanzmärkte ins Trudeln. Auch Eric Packers Leben gerät ins Trudeln. 'Cosmopolis' ist die Geschichte dieses Tages - grotesk, witzig, böse, klug. "
"Less than Zero" von Bret Easton Ellis - "Set in affluent Los Angeles, Less than Zero is a raw and powerful prtrayal of a young generation that has experienced sex, drugs and disaffection at too early an age. The Narrator, Clay, returns home to Los Angeles for Christmas, but his holiday turns into a dizzying spiral of desperation that takes him through the rich suburban homes, the relentless parties, the seedy bars and the glitzy rock clubs."
"The Rules of Attraction" von Bret Easton Ellis - "[...] The Rules of Attraction is his second novel, a compelling and controversial tale of student sex and romantic entanglements on a New England college campus."
Zu bemerken ist, das zu fast allen meinen Empfehlungen sehr kontroverse Meinungen existieren. Ich glaube aber, daß dies für fast alle lesenswerten Bücher zutrifft.
Ich glaube, diese Bücher kommen (mit Ausnahme von Fight Club evtl.) nicht nur bei Jungen gut an, sondern bei Jugendlichen allgemein. Leider - soweit ich mich an meine eigene Schulzeit erinnere - hinken die Lehrer der aktuellen Literaturszene ja normalerweise mindestens 2 Generationen hinterher.
Gruß,
Paul
Hi, Du,
hättest Du mal einen Tipp, was Jungen vielleicht gerne im Englischunterricht lesen würden?
(Das Problem ist, dass die Bekannten, die schon Kinder im "Lesefähigen Alter" haben, leider nur Mädchen als Kinder haben, da kann ich also nicht fragen.)
Mir ist es wirklich ernst damit; ich habe gesehen, wieviel Raum die Leseförderung auch in den oberen Klassen in England einnimmt. Ich möchte nicht, dass Jungen sich vielleicht vom Stoff des Englischunterrichts ausgeschlossen fühlen, weil sie Jungen sind; Sprachen sind auch für die, vor allem die englische, sehr nützlich. Deswegen diese Frage.
Es grüsst freundlich
das Emmalein
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen
Bruno, Friday, 30.04.2004, 14:38 (vor 7952 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Geschrieben von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Hallo Garp,
vielen Dank für die interessanten Artikel. Wirklich mal was Positives.
Hierzu noch eine kurze Anmerkung: Gelegentlich wurde ja von Einzelnen die Behauptung aufgestellt die Frauen seinen an der Schulmisere von Jungen schuld. Wenn man sich aber die guten Artikel über die problematische Lage von Jungen ansieht so fällt auf: die Mehrzahl wurde von Frauen geschrieben. Auch wenn ich mich an die Glosse von Prof. Otten über die angeblich fehlende Moral von Jungen zurück erinnere bestätigt sich dieser Eindruck.
Dies weckt doch mal wieder die versöhnliche Einsicht nicht zwischen Frauen und Männern zu spalten, sondern sich gegen falsche Ideologien zur Wehr zu setzen.
...Nicht die Frauen sind schuld, sondern u.a. die zunehmende Feminisierung der Erziehungsberufe. Wenn ein Mädchen nur von Männern erzogen werden würde, würde sofort jeder denken, dass das für die Entwicklung des Mädchens problematisch sein könnte, auch wenn die Männer alles nur gut machen. Beim umgekehrten Fall, wenn Jungen ausschließlich von Frauen erzogen werden was tagtäglich geschieht kommt auf diesen Gedanken niemand. Es ist diese pauschale Selbstverständlichkeit, dass Frauen automatisch die bessere Erziehungskompetenz besitzen würden, die in unser aller Unterbewusstsein steckt und mit dem Vorurteil auch täglich erziehende Väter zu kämpfen haben.
Der andere Punkt: Wir alle, die wir hier schreiben, wissen nur zu gut, dass von Männern (oftmals sogar eine stärkere) Diskriminierung männlicher Mitbürger ausgeht als von Frauen). Deshalb sind wir ja nicht gegen Frauen, sondern gegen die Diskriminierung männlicher Mitbürger.
Ich habe mittlerweile schon sehr viele Frauen kennen gelernt, die sich für Jungen einsetzen und zwar nicht aus feministischen Gründen, sondern aus gesundem Gerechtigkeitsempfinden. Hier im Forum gibt es ja auch solche Beispiele. Und solche Frauen sind wichtig, denn der erzieherische Bereich ist eine Frauendomäne und soll es nach politischem Willen ja auch bleiben.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen?
Pumajäger, Tuesday, 04.05.2004, 17:00 (vor 7948 Tagen) @ Garp
Als Antwort auf: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen von Garp am 29. April 2004 17:48:02:
Hallo,
Kurze Frage: Entstehen beide der Auswahl des Lesestoffs für Jungen nicht auch Grenzen?
Zu den allgemein bekannten Leseinteressen für Jungs (9 Klasse), zählen auch Abendteurromane.
Um "Abendteuer" im weiter Sinne geht es auch in solchen Bücher wie im "Westen nichts Neues" und "Die Abendteuer des Werner Holt" (Teil 1)
Dieser Stoff wird dann z.B.im Unterricht behandelt. In diesem Zusammenhang wird dann z.B. ein Aktualitätsbezug hergestellt und irgendein Unteroffizier hat neulich im Fernsehen vor der Abreise nach Afganistan (oder sonst wohin) von "Abendteuer" geredet.
Kann sich doch sehr schnell ein Situation entwicklen die in die Richtung "Wehrkraftzersetzung" geht. Was ich meine, können sich bei der Behandlung von Jungenliteratur, durchaus handfestere Situationen ergeben? Mit "Was wollte uns der Dichter hiermit sagen" lässt sich sicher keine Antwort finden, in einer Situation in der dann Meinungen und Einstellungen gefragt sind.
mfg
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen?
Emmalein, Tuesday, 04.05.2004, 18:27 (vor 7948 Tagen) @ Pumajäger
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen? von Pumajäger am 04. Mai 2004 14:00:40:
Hi, Pumajäger,
Literatur soll aber nicht nur zur Auseinandersetzung und Meinungsbildung dienen. Das ist eher Sache des Politikunterrichts.
Literaturunterricht hat im Fremdsprachenbereich mehrere Funktionen:
1. Geht es darum, die Fremdsprache besser kennenzulernen. Literatur ist dafür gut geeignet, weil es sich dabei um (eventuell leicht vereinfachte, aber dennoch autentische) Originaltexte handelt. Im Unterschied dazu stammen die meisten Lehrbuchtexte aus der Feder von bestimmten (muttersprachlichen) Lehrbuchautoren. Sie sind also konstruiert, nicht authentisch. Das bedeutet, dass sie im schlimmsten Fall Formulierungen enthalten, die absolut unüblich im täglichen Gebrauch der jeweiligen Sprach sind. Ich habe im Fernsehen mal eine Dokumentation über Englischunterricht in der Grundschule gesehen - und die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen: Da wird den Schülern doch tatsächlich beigebracht: From where are you comeing? Und I am comeing from... Anstelle von I come from.. Und where do you come from?.. Solche Fehler können dann leider passieren. Darum eben Literatur im Fremdsprachenunterricht.
2. Geht es darum, Landeskunde zu vermitteln. Das bedeutet, dass Literatur entweder etwas über das heutige oder das vergangene Leben in dem betreffenden Land, oder über betreffende Vorstellungen oder ähnliches zeigen müss. Das fasst man unter dem Zauberwort "Kulturelle Kompetenz entwickeln" zusammen.
Würde also in einer fremdsprachlichen Schulklasse für Deutsch "Im Westen nichts Neues" gelesen, wäre es interessant, darüber zu sprechen, wie dieses Buch damals in Deutschland aufgenommen wurde(Remarque galt in konservativen Kreisen als Landesverräter!), wie es in Deutschland direkt nach dem 1. Weltkrieg aussah usw. - vielleicht auch, wie direkt nach dem 1. Weltkrieg die Stimmung gegenüber ebendiesem Kriege war.
3. Geht es auch darum, den Schülern eine Art Hilfe zur Erkennung qualitativ guter Literatur anheim zu geben - indem man ihnen zeigt, wie gute Autoren mit Sprache umgehen, wie sie Sprache verwenden, was Sprache bewewirkt. In diese Kategorie gehören auch die Fragen: Was wollte uns der Autor sagen und wie macht er das? Inwieweit ist die Sache gelungen, wo hat das betreffende Stück Schwächen? Sind die sprachlichen Mittel sinnvoll eingesetzt?
4. Erst dann kommt die Sache mit der Diskussion um den eigentlichen Textinhalt: Kann man das, was der Autor sagt, heute noch so vertreten? Könnet es heute ähnliche Situationen geben? Sind seine Vorstellungen auch heute noch relevant, und wenn ja in welcher Weise? Mit anderen Worten: Was kann der Lernende ganz persönlich aus dem betreffenden Stück für sich herausziehen?
Du siehst, Literaturunterricht ist nicht so einfach, wie er auf den ersten Blick scheint. Deswegen ist ja auch nicht jede Literatur für Literaturunterricht geeignet. Vor allem bei witziger Literatur habe ich meine Bedenken. Denn witzig empfindet jeder anders, und es ist schwierig für einen Schüler, über einen Witz zu diskutieren, den er gar nicht sieht.Deswegen würde ich lieber "Huckleberry Finn" im Unterricht behandeln als etwa Terry Pratchett.
Es grüsst heute mal didaktisch
das Emmalein
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen?
pumajäger, Friday, 07.05.2004, 15:38 (vor 7945 Tagen) @ Emmalein
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen? von Emmalein am 04. Mai 2004 15:27:12:
Hi,Emmalein
Würde also in einer fremdsprachlichen Schulklasse für Deutsch "Im Westen nichts Neues" gelesen, wäre es interessant, darüber zu sprechen, wie dieses Buch damals in Deutschland aufgenommen wurde(Remarque galt in konservativen Kreisen als Landesverräter!), wie es in Deutschland direkt nach dem 1. Weltkrieg aussah usw. - vielleicht auch, wie direkt nach dem 1. Weltkrieg die Stimmung gegenüber ebendiesem Kriege war.
Auch Werner Holt war in diesem Sinne ein Veräter, als Desserteur.
Der Umgang mit Literatur sollte aber auch Fragstellungen mit aktuellem Bezug ermöglichen, und das macht es meiner Meinung nach nicht, wenn man Bücher dieser Kategorie behandelt. Zumal sie auch helfen sollen eigene Lebensentscheidungen zu treffen.
Deine Antwort erinnert mich leider an die Farblosigkeit mit der diese Themen im Unterricht behandelt werden und wie sie Jungen wohl nur zum Teil interessieren.
Weil einige Fragen einfach übergangen werden.
Fragen wie:
Warum werden ehemalige Soldaten zu Deserteuren Pazifisten etc.?
Warum wird man mit Ausbildung zur Armee geködert, war das bei der Wehrmacht praxis, ist das beider Bundeswehr üblich?
Um mal bei Werner Holt zu bleiben.
Was wäre wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, lässt sich ein so grosses Land überhaupt besetzen?
Hätten die Russen Deutsch lernen sollen oder die deutsche Soldaten Russisch?
und dann ein Schwenk in den Irak und nach Afganistan.
Ist das Besatzung oder was gibts da noch, sieht so Abendteuer aus?
mfg
Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen?
Emmalein, Monday, 10.05.2004, 20:09 (vor 7942 Tagen) @ pumajäger
Als Antwort auf: Re: Auf Jungenfang Lesekompetenz für Jungen und deren Grenzen? von pumajäger am 07. Mai 2004 12:38:05:
Hi,Emmalein
Würde also in einer fremdsprachlichen Schulklasse für Deutsch "Im Westen nichts Neues" gelesen, wäre es interessant, darüber zu sprechen, wie dieses Buch damals in Deutschland aufgenommen wurde(Remarque galt in konservativen Kreisen als Landesverräter!), wie es in Deutschland direkt nach dem 1. Weltkrieg aussah usw. - vielleicht auch, wie direkt nach dem 1. Weltkrieg die Stimmung gegenüber ebendiesem Kriege war.
Auch Werner Holt war in diesem Sinne ein Veräter, als Desserteur.
Der Umgang mit Literatur sollte aber auch Fragstellungen mit aktuellem Bezug ermöglichen, und das macht es meiner Meinung nach nicht, wenn man Bücher dieser Kategorie behandelt. Zumal sie auch helfen sollen eigene Lebensentscheidungen zu treffen.
Deine Antwort erinnert mich leider an die Farblosigkeit mit der diese Themen im Unterricht behandelt werden und wie sie Jungen wohl nur zum Teil interessieren.
Weil einige Fragen einfach übergangen werden.
Fragen wie:
Warum werden ehemalige Soldaten zu Deserteuren Pazifisten etc.?
Warum wird man mit Ausbildung zur Armee geködert, war das bei der Wehrmacht praxis, ist das beider Bundeswehr üblich?
Um mal bei Werner Holt zu bleiben.
Was wäre wenn Hitler den Krieg gewonnen hätte, lässt sich ein so grosses Land überhaupt besetzen?
Hätten die Russen Deutsch lernen sollen oder die deutsche Soldaten Russisch?
und dann ein Schwenk in den Irak und nach Afganistan.
Ist das Besatzung oder was gibts da noch, sieht so Abendteuer aus?
mfg
Hi,
für die eigenen Lebensentscheidungen ist Literaturunterricht eher weniger zuständig, das ist eher das Thema für Politikunterricht.
Wer zu stark den aktuellen Bezug bei Literaturunterricht betont, verfehlt die anderen Ziele, die Literaturunterricht noch verfolgt. Die Fragen, die Du da stellst, sind Fragen, die eher in Politik Platz haben als in einer Diskussion über Literatur.
Es gibt Prinzipien in der Literatur, die überdauern; Shakespeare ist auch heute noch immer für mich einer der besten Dramaturgen und Poeten,die je gelebt haben. Auch so etwas sollte der Literaturunterricht vermitteln.
Ich wehre mich gegen einen Literaturunterricht, der die Stelle des Politikunterrichts einnimmt!
Es grüsst literarisch
das Emmalein