Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Zahl der Arbeitsplätze bleibt nicht gleich

Texaco, Tuesday, 27.04.2004, 19:23 (vor 7955 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: @Emmalein: Jungen, Väter, Männer von Bruno am 27. April 2004 12:03:50:

Hallo Bruno!

Auch wenn es mir peinlich ist, auf einen Thread zu antworten, der den Nick Emmalein enthält - immerhin kommt der Text nicht von ihr, sondern richtet sich an sie - hier eine kleine Anmerkung:

Der andere Punkt ist der, dass man einen Grund der großen Arbeitslosigkeit wegen der pc nicht öffentlich diskutieren darf. Ohne dies den Frauen vorwerfen zu wollen – denn auch sie haben natürlich das Recht zu arbeiten – ist aber doch festzuhalten, dass die Integration der Frauen in die Berufswelt natürlich mit einem Arbeitsplatzmangel verbunden ist, denn die Zahl der Arbeitsplätze nimmt ja in der Summe nicht zu. Aber die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu.

Bezogen auf die Bürokratie eines Bundeslandes kann dies durchaus stimmen, obwohl man dagegen auch einwenden könnte: Ein reicheres Land leistet sich mehr Bürokratie als ein armes, also kann mit dem Wohlstand auch die Bürokratie wachsen.

Generell wird dir aber jeder Wirtschaftswissenschaftler die Aussage, die Zahl der Arbeitsplätze nehme in der Summe nicht zu, um die Ohren hauen. Sie beruht auf der Vorstellung, es gebe eine bestimmte, fixe Menge Arbeit, die es gerecht zu verteilen gelte. In Wirklichkeit verändert sich aber die Menge der am Arbeitsmarkt nachgefragten Arbeit mit ihrem Preis.

Wenn das Angebot an Arbeitskräften steigt, sinkt zunächst einmal der Preis der Arbeit. Ist dies geschehen, dann kann für dieselbe Menge Kapital mehr Arbeit bezahlt werden. Mehr Arbeit bedeutet mehr produktive Aktivität, also mehr Wohlstand. Damit sind noch nicht alle wirtschaftlichen Probleme gelöst (Verteilung des Wachstums, schlechte Konjunktur bei nominal sinkenden Gehältern), ist aber für sich betrachtet erst einmal richtig.

Das Auftauchen von mehr Frauen auf dem Areitsmarkt bedeutet also für die bislang schon arbeitenden Männer und Frauen eine schärfere Konkurrenz; volkswirtschaftlich betrachtet bedeutet es aber eine reichere Gesellschaft. (Ob auch die Lebensqualität damit sinkt oder steigt, ist eine andere Frage.) Solange es also um die freie Wirtschaft geht, ist deine Aussage nicht nur "nicht pc", sondern m.E. auch nicht richtig.

Im öffentlichen Dienst gelten freilich andere Regeln. Gerade weil hier das Leistungskriterium des Marktes ausgehebelt wird, sind Regeln wie die Quote etc. skandalös.

Das war nun alles nicht so wichtig für das Thema des Forums, aber vor dem Hintergrund der derzeitigen Reformdebatte wollte ich dies nicht unkommentiert stehen lassen.


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