@Emmalein: Jungen, Väter, Männer
Hi Emmalein,
Auch,wenn bei PISA die MÄdchen geringfügig besser abgeschnitten haben, sind die Mädchen kein Grund für Entwarnung, was die Bildungssituation in Deutschland angeht. Und auch, wenn Frauen (weil sie zum Teil auch aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen, sobald sie ein Kind haben - sie gelten dann als "schwer vermittelbar") seltener von der Arbeitslosigkeit betroffen sind, ist es dennoch nicht so als sei für Frauen in dem Punkt alles eitel Sonnenschein und als seien nur Männer arbeitslos.
... außer den Behauptungen, Frauen mit Kindern würden aus der Arbeitslosenstatistik herausfallen - was nicht richtig ist und dass die Mädchen bei PISA nur geringfügig besser abschnitten in Wahrheit haben sie bei der Lesekompetenz um über eine halbe Kompetenzstufe besser abgeschnitten -stimme ich dir zu. War aber nicht mein Thema. Mein Thema waren die männlichen Mitbürger. Für die Mädchen und junge Frauen gibt es mittlerweile viele Förderprogramme. Jährlich wird dafür etwa 300.000.000 Euro ausgegeben. Für die Jungen und jungen Männer gibt es nichts. Allenfalls einige private Eigeninitiativen. In der Skandal-Pressemeldung Nr.52 der Bundesanstalt für Arbeit aus dem Jahr 2003 hat die Arbeitsverwaltung mit stolz geschwellter Brust verkündet, dass männliche Arbeitslose bei der aktiven Arbeitslosenförderung benachteiligt werden. Die Diskriminierung der Jungen am Zukunftstag ist ein weiteres von vielen Beispielen. Und es ist dieses ambivalente Engagement der politisch Verantwortlichen das ich kritisiere. Wie im Gewaltbereich wird auch hier unterschieden zwischen wichtigen Arbeitslosen (=arbeitslose Frauen) und unwichtigen Arbeitslosen (=arbeitslose Männer).
Dabei arbeiten Frauen doch oft in Bereichen, in denen Männer nicht arbeiten, sprich im sozialen Bereich (Kindergarten, Erzieherin, Kassiererin im Supermarkt - da gibt es kaum Männer). Von daher nehmen die Frauen den Männern auch kaum etwas weg - höchstens im Bürobereich.
Die Integration der Männer in den Erziehungsbereich wird bewusst behindert, z.B. durch unsinnige unsensible Frauenförderung selbst in frauendominierten Berufsbereichen. Das habe ich jetzt hier schon mehrfach dargelegt.
Der andere Punkt ist der, dass man einen Grund der großen Arbeitslosigkeit wegen der pc nicht öffentlich diskutieren darf. Ohne dies den Frauen vorwerfen zu wollen denn auch sie haben natürlich das Recht zu arbeiten ist aber doch festzuhalten, dass die Integration der Frauen in die Berufswelt natürlich mit einem Arbeitsplatzmangel verbunden ist, denn die Zahl der Arbeitsplätze nimmt ja in der Summe nicht zu. Aber die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu. Die Realität: In BW stieg der Zahl der weiblichen Mitarbeiter in den Landesbehörden zwischen 1996 bis 2000 um 3.000. Gleichzeitig sank die Zahl der männlichen Mitarbeiter um 10.000. Eine Folge des Landesgleichberechtigungsgesetzes. Ich denke, es ist berechtigt, hier von einem Männerrausschmissgesetz zu reden.
Ach: Es gibt doch seit kurzem erst das Sorgerecht für beide Eltern im ehelichen Bereich!
...dies ist die Theorie. Die Praxis zeigt eine Steigerung der Menschenrechtsvergehen der Bundesrepublik Deutschland bei Umgangsentscheidungen gegen Väter.
Ich denke, dass da momentan eher ein langsamer positiver Umdenk-Prozess einsetzt. Es wird langsam gehen, weil solche Entwicklungen immer langsam gehen. Aber ich denke, dass wir auch bald ein gemeinsames Sorgerecht verpflichtend für uneheliche Kinder haben werden.
..das wäre wahrlich ein Fortschritt.
Nun kann man über Frauenparkplätze streiten. Aber sie beschränken lediglich das Recht, der Männer dort zu parken wo sie wollen. Nicht aber erlauben sie ihnen nur dort zu parken, wo Frauen nicht wollen! Das ist reine Polemik.
...ich gebe zu, dass ich dies provozierend formuliert und die Polemik hier als Stilmittel gebraucht habe. Aber das Thema Frauenparkplätze verdeutlicht die entartete Argumentation der Gewaltprävention. Anstatt sicherere Parkplätze für alle zu schaffen, teilt man in wichtige Opfer (= Frauen) und unwichtige Opfer (=Männer) ein und gibt den wichtigen Opfern die sichereren Parkplätze und den unwichtigen Opfern die gefährlicheren. Ich bin schon auf einem Parkplatz überfallen worden. Deshalb finde ich es erschreckend, mit welcher Selbstverständlichkeit Sexismus munter betrieben wird.
- Es gibt die Trennung in eine schlimme Gewalt (gegen weibliche Mitbürger) und in eine harmlose Gewalt (gegen männliche Mitbürger)
Auch das ist Polemik und so nicht gültig.
...das sehe ich nicht so. Siehe die Aktion von ai/Alice Schwarzer. Wer von Menschenrechten redet und Gewalt verurteilt, aber in diesem Urteil eine Grenze zwischen der Gewalt gegen Frauen und der Gewalt gegen Männer zieht ist unglaubwürdig. Und ai/Alice Schwarzer sind nicht die einzigen. Auch die schweizerische Außenministerin verharmlost durch ihr Schweigen zur Gewalt gegen männliche Mitbürger diese Gewalt. Das Schweigen trägt wesentlich zur Legitimierung der Gewalt gegen männliche Mitmenschen bei.
Die Diskriminierung männlicher Mitbürger ist heutzutage kein Hinderungsgrund mehr, egal was im GG steht.
Für mich und meine Argumentation aber schon.
...für mich auch. Was ich damit ausdrücken möchte ist, dass wir es schwer haben mit unserer Argumentation, denn wenn alle Gewalten Exekutive, Judikative und Legislative den Unrechtsgehalt der Diskriminierung männlicher Mitbürger nicht mehr erkennen, haben wir keine Argumentationsgrundlage für unsere Anliegen.
- Oder sieh doch die Väter, die bis vor den Europäischen Gerichtshof für Menschen-rechte gehen müssen, weil in Deutschland niemand mehr das Unrecht zu erkennen vermag.
- Oder sieh dir die unterschiedliche Einsteigsaltersgrenzen für die Hautkrebsfrüher-kennung an: Frauen 30, Männer 45. Und das obwohl es keine wissenschaftliche Be-gründung dafür gibt im Gegenteil: Zwischen 30 und 45 erkranken und sterben 50% mehr Männer an Hautkrebs wie Frauen. Ein klarer Verfassungsverstoß Niemanden der gesundheitspolitisch
Verantwortlichen interessiert das auch nur im Geringsten.
Wenn es solche Missstände gibt, muss dagegen geklagt werden. Das ist die einzige Möglichkeit, diese zu beseitigen. Dann muss sich jeder dafür interessieren.
...Eigentlich wäre die Regierung verpflichtet diese Missstände ohne Klage zu beseitigen. Aber du hast natürlich recht. Das wird sicher nicht geschehen. Es ist deshalb wichtig, dass wir das nötige Kleingeld dafür zusammen bekommen. Bis dahin müssen wir das billigste Rechtsmittel die Petition nutzen.
Es grüßt freundlich zurück
der Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Zahl der Arbeitsplätze bleibt nicht gleich
Als Antwort auf: @Emmalein: Jungen, Väter, Männer von Bruno am 27. April 2004 12:03:50:
Hallo Bruno!
Auch wenn es mir peinlich ist, auf einen Thread zu antworten, der den Nick Emmalein enthält - immerhin kommt der Text nicht von ihr, sondern richtet sich an sie - hier eine kleine Anmerkung:
Der andere Punkt ist der, dass man einen Grund der großen Arbeitslosigkeit wegen der pc nicht öffentlich diskutieren darf. Ohne dies den Frauen vorwerfen zu wollen denn auch sie haben natürlich das Recht zu arbeiten ist aber doch festzuhalten, dass die Integration der Frauen in die Berufswelt natürlich mit einem Arbeitsplatzmangel verbunden ist, denn die Zahl der Arbeitsplätze nimmt ja in der Summe nicht zu. Aber die Zahl der Arbeitssuchenden nimmt zu.
Bezogen auf die Bürokratie eines Bundeslandes kann dies durchaus stimmen, obwohl man dagegen auch einwenden könnte: Ein reicheres Land leistet sich mehr Bürokratie als ein armes, also kann mit dem Wohlstand auch die Bürokratie wachsen.
Generell wird dir aber jeder Wirtschaftswissenschaftler die Aussage, die Zahl der Arbeitsplätze nehme in der Summe nicht zu, um die Ohren hauen. Sie beruht auf der Vorstellung, es gebe eine bestimmte, fixe Menge Arbeit, die es gerecht zu verteilen gelte. In Wirklichkeit verändert sich aber die Menge der am Arbeitsmarkt nachgefragten Arbeit mit ihrem Preis.
Wenn das Angebot an Arbeitskräften steigt, sinkt zunächst einmal der Preis der Arbeit. Ist dies geschehen, dann kann für dieselbe Menge Kapital mehr Arbeit bezahlt werden. Mehr Arbeit bedeutet mehr produktive Aktivität, also mehr Wohlstand. Damit sind noch nicht alle wirtschaftlichen Probleme gelöst (Verteilung des Wachstums, schlechte Konjunktur bei nominal sinkenden Gehältern), ist aber für sich betrachtet erst einmal richtig.
Das Auftauchen von mehr Frauen auf dem Areitsmarkt bedeutet also für die bislang schon arbeitenden Männer und Frauen eine schärfere Konkurrenz; volkswirtschaftlich betrachtet bedeutet es aber eine reichere Gesellschaft. (Ob auch die Lebensqualität damit sinkt oder steigt, ist eine andere Frage.) Solange es also um die freie Wirtschaft geht, ist deine Aussage nicht nur "nicht pc", sondern m.E. auch nicht richtig.
Im öffentlichen Dienst gelten freilich andere Regeln. Gerade weil hier das Leistungskriterium des Marktes ausgehebelt wird, sind Regeln wie die Quote etc. skandalös.
Das war nun alles nicht so wichtig für das Thema des Forums, aber vor dem Hintergrund der derzeitigen Reformdebatte wollte ich dies nicht unkommentiert stehen lassen.