Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Männer schrecken vor Frauenberufen zurück

Andreas, Friday, 23.04.2004, 14:59 (vor 7959 Tagen)

Gerade bei Moni gefunden:

Gleichberechtigung

Bei der Berufswahl schrecken viele Männer offensichtlich noch immer vor typischen Frauenberufen zurück. 2002 war etwa jeder fünfte (93) der insgesamt 432 Ausbildungsberufe klar von Frauen dominiert, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Dazu zählten die Statistiker Berufe mit einem Frauenanteil von 80 Prozent und darüber, in erster Linie Dienstleistungsberufe vor allem im Gesundheitswesen und Sozialbereich. AP
Artikel erschienen am 23. April 2004

http://www.welt.de/data/2004/04/23/268577.html

Dort gibt es auch einen relativ bequemen Button zum Leserbriefschreiben. Habe ich auch gleich mal genutzt:

Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Jährlich werden
Millionenbeträge für Frauen- und Mädchenprojekte ausgegeben, deren
Ziel es ist, junge Frauen und Mädchen für den Einstieg in klassische
Männerberufe zu begeistern - sei es nun Handwerk, Naturwissenschaft
oder Technik. Etwas Vergleichbares gibt es für junge Männer und
Jungen hingegen nicht. So wurde beispielsweise am 22.04.2004 der
bundesweite Girls Day veranstaltet, an dem sich Mädchen über typische
Männerberufe informieren können. Allerdings vermisse ich bislang auch
einen "Boys Day", der Jungen die Möglichkeit gibt,
sogenannte "klassische Frauenberufe" vornehmlich aus den
Bereichen Dienstleistung, Soziales und Erziehung kennenzulernen.
An den Universitäten in Deutschland gibt es
"Schnuppertage" für Schülerinnen - wo aber sind die
Schnuppertage für Jungen an den Ausbildungsbetrieben für Erzieher?

Daneben gibt es auch geschlechterdiskriminierende Mechanismen, die
junge Männer daran hindern, in herkömmlichen Frauenberufen Fuß zu
fassen. Oder glauben Sie ernsthaft daran, daß ein Arzt in seiner
Praxis einen Mann als Arzthelfer einstellen wird? Hier müßten erst
einmal grundsätzliche Vorurteile abgebaut, alte Rollenklischees
aufgebrochen, Benachteiligungen von Männern abgebaut werden. Unsere
sogenannten "Gleichstellungsreferate" scheinen dafür
allerdings nicht zuständig zu sein.
Und hier offenbart sich der eigentliche Schwachpunkt der deutschen
Gleichstellungspolitik:"Frauen werden gefördert, von Männern
hingegen wird gefordert". Eine einseitige Gleichstellungspolitik,
die lediglich Chancengleichheit für Frauen anstrebt, Männer
hingegen vollkommen außer acht läßt, muß aber notwendigerweise scheitern.


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