Ost-Frauen Mangelware
Meck-Pomm alarmiert
Ost-Frauen Mangelware
Deutschlands Einwohnerzahl schrumpft. Doch die Veränderungen verlaufen regional höchst unterschiedlich, wie das Magazin "Geo" in seiner Maiausgabe berichtet. Es stützt sich auf eine umfassende Studie des Berlin-Instituts für Weltbevölkerung und globale Entwicklung.
Unter dem größten Frauenmangel bundesweit leiden demnach junge Männer in Mecklenburg-Vorpommern. Durch die relativ hohen Abwanderungen junger Frauen kommen dort nur noch 85,9 Frauen zwischen 18 und 29 Jahren auf 100 Männer dieses Alters. Die Männer in diesem Bundesland haben zudem mit 72,3 Jahren die niedrigste Lebenserwartung in Deutschland. Grund: Die hohe Zahl alkoholbedingter Leberzirrhose und tödlicher Verkehrsunfälle.
Allein bis zum Jahr 2020 werden in der Bundesrepublik 622.000 Menschen weniger leben als heute. Dies belegen Prognosen des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung. Im vergangenen Jahrzehnt war die Bevölkerungszahl in Deutschland vor allem durch ausländische Zuwanderer noch um etwa 3,8 Prozent auf 82,4 Millionen gestiegen.
Grund für den Bevölkerungsrückgang ist die sinkende Geburtenrate, die seit 1972 Jahren die Zahl der Sterbefälle nicht mehr ausgleichen kann. Mit durchschnittlich 1,4 Kindern pro Frau gehört Deutschland zu den kinderärmsten Gesellschaften weltweit. Nur in Baden-Württemberg werden heute immer noch mehr Menschen geboren als sterben. Auch im Kreis Cloppenburg (Niedersachsen) bleibt die Bevölkerungszahl dank der hohen Geburtenrate (1,9) relativ stabil.
Besonders dramatisch sind die Folgen des hohen Geburtenrückgangs seit der Wiedervereinigung. Die Zahl der Kinder im Vorschulalter wird von 1991 bis 2020 um 20 Prozent in den alten und sogar um 40 Prozent in den neuen Bundesländern gesunken sein. "Deutschland wird alt", schreibt Geo-Chefredakteur Peter-Matthias Gaede. "1954 waren noch 30 Prozent der Bundesdeutschen jünger als 20 Jahre. 2001 waren es nur noch 21 Prozent."
Die überwiegend jungen Erwerbsfähigen zwischen 20 und 40 Jahren werden von attraktiven Gegenden angezogen. Die älteren Menschen bleiben in den "Schrumpfungsgebieten" zurück, wo sie mit einer Verschlechterung der ökonomischen Bedingungen und weiteren Bevölkerungsrückgängen aus Mangel an künftigen Eltern rechnen müssen.
"Kumulativen Schrumpfungsprozess" nennt der Regionalforscher Paul Gans von der Universität Mannheim diese Wanderungsbewegungen: Junge Menschen ziehen aus schwachen Regionen weg, die Nachfrage nach Gütern sinkt, Betriebe müssen schließen. Arbeitsplätze gehen verloren und senken die Steuereinnahmen, die erodierende Grundversorgung lässt weitere Menschen wegziehen.
Nach der Wende hatte Westdeutschland von Zuzügen aus den neuen Bundesländer profitiert. Doch dieser Ost-West-Gegensatz von Schrumpfung und Wachstum werde bis 2020 beendet sein, schreibt das Magazin: Dann verlieren die hoch industrialisierten Kreise im Westen wie das Ruhrgebiet und dazu Regionen wie das Saarland und der Harz massiv Einwohner. Großstädte wie Hamburg, Frankfurt am Main und Stuttgart werden dagegen nur leicht vom Rückgang betroffen sein.
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Andreas,
22.04.2004, 22:56
- Re: Ost-Frauen MangelWARE? - XRay, 23.04.2004, 13:31