Als Antwort auf: Heute in Bayern2Radio um 18:05: "Jungen sind das diskriminierte Geschlecht" von Collantix am 22. April 2004 14:05:30:
Hi
Ein schöner Beleg für die Empathie von Lehrerinnen zeigt dieser Abschnitt:
Tatsächlich gibt es keinen empirischen Beleg dafür, dass Jungen und Mädchen geschlechter-bedingt für irgendein Fach bessere oder schlechtere Voraussetzungen haben. Für die Defizite der Buben in den sprachlichen Fächern gibt es andere Gründe. Dazu Hildegard Hain: "In gewisser Hinsicht sind Mädchen vorsichtiger, lernen mehr, gleichmäßiger und sinnvoller - während Buben risikofreudiger sind und zum Größenwahn neigen und denken, 'das lerne ich am Wochenende'. Das führt ganz sicher zu einem unterschiedlichen Leistungsniveau zwischen Buben und Mädchen." In einer reinen Jungenklasse hingegen sehen sich die Schüler als ebenbürtige Rivalen und haben so den Ansporn, bei den Leistungen mit den anderen zumindest mitzuhalten, wenn nicht sogar besser zu sein.
Sogar duchaus scheinbar verständige Lehrerinnen, wie Fr. Hain, suchen die Fehler nur bei den Jungen, aber offenbar nicht in ihren eigenen Erwartungen und Einschätzungen.
Genau darin liegt aber das Problem.
Die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Jungen werden einfach ignoriert.
Und dann noch durch sprachlich ziemlich unfeine Vorwürfe an die Jungen 'untermauert'.
Die Verhalten der Mädchen werden zur Norm erhoben, und über den grünen Klee gelobt.
Und daraus sollen selbstbewußte, leistungsbereite Jungen entstehen?
Außerdem stelle ich fest, wie der Begriff 'Risikofreude' negativ besetzt wird.
Ein tolles Beispiel, warum es in der Schule nicht mehr klappt, und nicht klappen kann.
Abgesehen davon scheint Logik auch nicht gerade die Stärke dieser Lehrerin zu sein.
Warum sollten sich Jungen einer Klasse, abhängig von der Klassenzugehörigkeit von Mädchen, so unterschiedlich verhalten?
Da das angesprochene Lernen offenbar außerhalb der Schule stattfindet?
Denn sie wird ja wohl nicht gemeint haben:
'Wir Jungs sind ja eh besser, als die Mädchen. Da müssen wir uns nicht so anstrengen.'
Gruß
Norbert