Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!

Jolanda, Thursday, 22.04.2004, 13:51 (vor 7958 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Arne Hoffmann am 22. April 2004 10:20:52:

Lieber Arne

Ja, Renate Schmidt ist ein grosser Gewinn gegenüber ihrer Vorgängerin. Ich habe sie auch schon oft in Interviews gehört und sie scheint mir sehr vernünftig und vor allem hat sie nicht so eine feministische Brille auf.

Uebrigens im Fdp-Forum wurde die Kampagne der Alice Schwarzer in Zusammenarbeit mit ai auch total zerpflückt.

Ein guter Freund von mir hat sich zur Wahl stellen lassen, für seinen Bezirk. Er hat mir gesagt, man sei dabei sich zu überlegen, ob man das ins Wahlprogramm einbauen soll. Was mir Mut macht, das ist vor allem, dass es immer mehr Männer gibt, die nicht mehr schweigen. Die langsam anfagen aufzuwachen und auch die politische Brisanz erkennen und gewillt sind, hier für Gesetzesänderungen zu kämpfen.

Es fliesst langsam aber sicher in die Parteien. Die Fdp war eh noch nie ein Freund von Alice Schwarzer und die trauen sich hier auch ganz offiziell das Vorgehen der Feministinnen anzuprangern. Die Linken können sich das nicht erlauben, die werden dann innerhalb der Partei dafür bestraft.

Ich sah übrigens vor zwei Tagen eine Diskussion im Schweizer Fernsehen, es ging um Scheidungskinder, wie sollten Eltern sich verhalten, dass die Kinder keine bleibenden Traumas davon tragen.

Und da hat die Moderatorin mitten in der Diskussion gesagt. Sie hätte vor dieser Sendung sehr viele Mails bekommen, vor allem von Männern und die hätten sie alle eindringlichst gebeten, hier in der Sendung darauf hinzuweisen, dass das gemeinsame Sorgerecht zwar eine tolle Sache sei, dass das aber nur funktioniere, wenn die Mutter der Kinder einverstanden sei. Wenn sie das nicht sei, dann hätte man keine Chance als Vater und die Mutter müsse das nicht mal begründen, warum sie das gemeinsame Sorgerecht nicht wolle.

Die Moderatorin fragte dann einen ehemaligen Richter und Mediator, ob das stimmt, ob die Frau wirklich einfach so das Sorgerecht verweigern könnte, ohne Grund. Der Richter meinte dann, ja, da haben diese Männer recht, das ist wirklich so. Er findet das eine arge Gesetzeslücke und er möchte die Richter dazu aufrufen, dass sie in so einem Fall, die Mutter so lange bearbeiten und von der Wichtigkeit dieses gemeinsamen Sorgerechts überzeugen, bis sie es einsieht, wenn es nicht anders geht, dann wäre er dafür, dass man sie dazu zwingen sollte, an einer Meditaion mitzumachen oder sich von Fachleuten beraten zu lassen. Hier müssten die Richter unbedingt mehr darauf achten, dass so oft wie möglich, das gemeinsame Sorgerecht abgegeben wird. Nur wenn eine Frau wirklich triftige Gründe angeben könne, die wirklich bewiesen seien, nur dann, aber auch nur dann, dürfe man ihr das alleinige Sorgerecht geben.

Man wies dann darauf hin, dass es eine Studie aus Deutschland gibt, wo es heisst, dass ein hoher Prozentsatz der Väter nach einen Jahr kein enges Verhältnis mehr habe zu den eigenen Kindern. Eine Familienpsychologin meinte dann, klar es gebe auch Väter, die sich nicht mehr so um die Kinder kümmern würden, weil sie eine neue Beziehung hätten, aber es läge eben auch viel an den Müttern, wenn die natürlich den Umgang boykottieren und den Vater immer schlecht reden und den Kindern nicht zuhören, wenn sie von Papa erzählen wollen, dann könne das zu einem Konflikt führen bei Kindern und sie würden sich dann auf die eine Seite schlagen, meistens die der Mutter, weil sie ja bei der wohnen, nur weil sie diese ständigen Spannungen nicht ertragen, das sei aber das schlimmste was man einem Kind antun könnte, wenn man es zwinge, sich zwischen Vater und Mutter zu entscheiden.

Die Quintessenz am Schluss der Diskussion war die, da waren sich alle einig.

Man sollte ein Gesetz erlassen, in welchem verankert ist, dass sich die Eltern erst scheiden lassen dürfen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Das heisst, sie müssen zusammen mit den Kindern eine Konzession erarbeiten, in welcher genau geregelt ist, wie oft bei Mama und wann bei Papa, etc. Und alle müssten damit einverstanden sein, die Mutter, der Vater und vor allem die Kinder. Wenn sich einer der Eltern verweigert, dann sollte man vor Gericht gehen und das Familiengericht sollte dann alle anhören, auch die Kinder und dann die Abmachungen bestimmen. So dass alle damit leben können. Erst dann sollten Eltern eine Scheidung einreichen dürfen. Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.

Was hälst du davon?

Das kam bei uns im Schweizer Fernsehen im "Zischtigsclub" eine sehr seriöse und beliebte Sendung, mit hohen Einschaltquoten, es tut sich was im Blätterwald mein Freund, es fängt an zu rauschen ;-)

Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda


gesamter Thread:

 

powered by my little forum