Hinsehen.Handeln.Helfen!
Pressemitteilung
Di 20.04.2004
Hinsehen.Handeln.Helfen!
Bundesministerin Renate Schmidt startet mit Prominenten bundesweite Kampagne gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen
Die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, hat heute in Berlin eine bundesweite Präventionskampagne gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen gestartet. Unter dem Motto "Hinsehen.Handeln.Helfen!" informiert die Kampagne des Bundesministeriums gemeinsam mit Beratungseinrichtungen in allen 16 Bundesländern vor Ort über sexuelle Gewalt, über Anlaufstellen und Hilfsangebote für Kinder und deren Eltern. Die Schauspieler Götz George und Kai Wiesinger sowie die Schauspielerinnen Hannelore Hoger und Eleonore Weisgerber unterstützen die Kampagne.
Bundesministerin Renate Schmidt erklärte: "Sexuelle Gewalt ist ein abscheuliches Verbrechen. Es gibt einer Kinderseele einen Knacks für das ganze Leben. Wir setzen uns gemeinsam für eine Gesellschaft ein, die Kinder davor schützt. Die Bundesregierung räumt der Bekämpfung dieser Gewalttaten oberste Priorität ein. Unser Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung verbessert den strafrechtlichen Schutz sowie die Prävention von Gewalt. Die Kampagne 'Hinsehen.Handeln.Helfen!' ist Teil dieses Aktionsplans der Bundesregierung. Wir wollen Bürgerinnen und Bürger für das Thema sexuelle Gewalt sensibilisieren und in enger Zusammenarbeit mit Beratungseinrichtungen aus dem ganzen Bundesgebiet gezielt auf Hilfsangebote für Kinder, Jugendliche, ihre Eltern und Bezugspersonen hinweisen."
Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) werden jährlich etwa 20.000 Kinder Opfer sexueller Gewalt. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, den Schutz von Kindern und Jugendlichen weiter zu verbessern. Der Aktionsplan der Bundesregierung umfasst die Weiterentwicklung des strafrechtlichen Schutzes von Kindern und Jugendlichen, die Stärkung von Prävention und Opferschutz, die Sicherstellung der internationalen Strafverfolgung und Zusammenarbeit sowie die Vernetzung der Hilfs- und Beratungsangebote. Eine Verschärfung des Sexualstrafrechts ist zum 1. April 2004 in Kraft getreten. Eine Stärkung des Schutzes kindlicher Opferzeugen wurde durch das im März 2004 vom Deutschen Bundestag beschlossene Opferrechtsreformgesetz umgesetzt.
Die jetzt gestartete Präventionskampagne, die bis Ende 2004 läuft, will eine breite Aufmerksamkeit für das Thema wecken und dafür sensibilisieren, dass jeder Einzelne und jede Einzelne sich engagieren kann. Zentrale Elemente der Kampagne sind ein Internetangebot, das u.a. über eine Datenbank unterschiedlichste regionale Beratungseinrichtungen benennt, und ein Servicetelefon des Bundesministeriums. Beide Angebote werden über Großflächenplakate und Anzeigen breit bekannt gemacht. Die Inhalte der Kampagne vermittelt ein Kampagnen-Bus vor Ort, um in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen über das Thema zu informieren. Im Rahmen einer Aktionstour macht der Bus von April bis Juni 2004 18 Mal an belebten innerstädtischen Plätzen Station: u.a. in Hamburg, Frankfurt, München, Magdeburg, Düsseldorf und weiteren regionalen Zentren. Bürgerinnen und Bürger können sich an Infoständen der örtlichen Beratungsstellen über deren Arbeit informieren und Informationsmaterialien erhalten. Für Kinder gibt es ein Rahmenprogramm mit Graffiti und Theater. DaimlerChrysler AG, Sixt AG sowie der Fachverband Aussenwerbung e.V. (FAW) unterstützen die Kampagne.
Die Botschaften der Kampagne werden auch über TV-Spot und Großflächenplakate von den Schauspielerinnen und Schauspielern Götz George, Hannelore Hoger, Eleonore Weisgerber und Kai Wiesinger in die Öffentlichkeit getragen. Ihnen allen ist die Bekämpfung sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen ein persönliches Anliegen. Bundesministerin Renate Schmidt dankt den prominenten Unterstützern und Unterstützerinnen für ihr Engagement an der Kampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!".
In Berlin stellten sich zum Kampagnenstart die Beratungseinrichtungen Strohhalm e.V. und Tauwetter, das Kinderschutz-Zentrum Juliusstraße, das Kinderschutz-Zentrum Freienwalder Straße, KIZ Kind im Zentrum sowie Wildwasser Berlin vor.
Die neue Website www.hinsehen-handeln-helfen.de enthält u.a. eine Datenbank mit Kontaktadressen zu Beratungsstellen im gesamten Bundesgebiet und Informationen über alle relevanten Termine und Veranstaltungen im Rahmen der Kampagne. Das Servicetelefon des Bundesministeriums zur Kampagne unter 0180 - 190 70 50 informiert ebenfalls (Anrufe aus dem Festnetz: 9-18 Uhr 4,6 Cent, sonst 2,5 Cent pro angefangene Minute).
Weitere Informationen zur Kampagne "Hinsehen.Handeln.Helfen!" erhalten Sie hier.
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Hinsehen.Handeln.Helfen! von ChrisTine am 22. April 2004 07:19:41:
Hi Christine,
sehr guter Text! Erstens die geschlechtsneutrale Formulierung, zweitens die Einbeziehung von Einrichtungen wie Tauwetter, die sich um männliche Opfer sexueller Gewalt kümmern. Das ist doch mal eine Kampagne, die man gerne unterstützt.
Ich muss sagen, Renate Schmidt als Frauenministerin ist ein Quantensprung gegenüber ihren Vorgängerinnen.
Herzlichen Dank und Gruß
Arne
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Arne Hoffmann am 22. April 2004 10:20:52:
Lieber Arne
Ja, Renate Schmidt ist ein grosser Gewinn gegenüber ihrer Vorgängerin. Ich habe sie auch schon oft in Interviews gehört und sie scheint mir sehr vernünftig und vor allem hat sie nicht so eine feministische Brille auf.
Uebrigens im Fdp-Forum wurde die Kampagne der Alice Schwarzer in Zusammenarbeit mit ai auch total zerpflückt.
Ein guter Freund von mir hat sich zur Wahl stellen lassen, für seinen Bezirk. Er hat mir gesagt, man sei dabei sich zu überlegen, ob man das ins Wahlprogramm einbauen soll. Was mir Mut macht, das ist vor allem, dass es immer mehr Männer gibt, die nicht mehr schweigen. Die langsam anfagen aufzuwachen und auch die politische Brisanz erkennen und gewillt sind, hier für Gesetzesänderungen zu kämpfen.
Es fliesst langsam aber sicher in die Parteien. Die Fdp war eh noch nie ein Freund von Alice Schwarzer und die trauen sich hier auch ganz offiziell das Vorgehen der Feministinnen anzuprangern. Die Linken können sich das nicht erlauben, die werden dann innerhalb der Partei dafür bestraft.
Ich sah übrigens vor zwei Tagen eine Diskussion im Schweizer Fernsehen, es ging um Scheidungskinder, wie sollten Eltern sich verhalten, dass die Kinder keine bleibenden Traumas davon tragen.
Und da hat die Moderatorin mitten in der Diskussion gesagt. Sie hätte vor dieser Sendung sehr viele Mails bekommen, vor allem von Männern und die hätten sie alle eindringlichst gebeten, hier in der Sendung darauf hinzuweisen, dass das gemeinsame Sorgerecht zwar eine tolle Sache sei, dass das aber nur funktioniere, wenn die Mutter der Kinder einverstanden sei. Wenn sie das nicht sei, dann hätte man keine Chance als Vater und die Mutter müsse das nicht mal begründen, warum sie das gemeinsame Sorgerecht nicht wolle.
Die Moderatorin fragte dann einen ehemaligen Richter und Mediator, ob das stimmt, ob die Frau wirklich einfach so das Sorgerecht verweigern könnte, ohne Grund. Der Richter meinte dann, ja, da haben diese Männer recht, das ist wirklich so. Er findet das eine arge Gesetzeslücke und er möchte die Richter dazu aufrufen, dass sie in so einem Fall, die Mutter so lange bearbeiten und von der Wichtigkeit dieses gemeinsamen Sorgerechts überzeugen, bis sie es einsieht, wenn es nicht anders geht, dann wäre er dafür, dass man sie dazu zwingen sollte, an einer Meditaion mitzumachen oder sich von Fachleuten beraten zu lassen. Hier müssten die Richter unbedingt mehr darauf achten, dass so oft wie möglich, das gemeinsame Sorgerecht abgegeben wird. Nur wenn eine Frau wirklich triftige Gründe angeben könne, die wirklich bewiesen seien, nur dann, aber auch nur dann, dürfe man ihr das alleinige Sorgerecht geben.
Man wies dann darauf hin, dass es eine Studie aus Deutschland gibt, wo es heisst, dass ein hoher Prozentsatz der Väter nach einen Jahr kein enges Verhältnis mehr habe zu den eigenen Kindern. Eine Familienpsychologin meinte dann, klar es gebe auch Väter, die sich nicht mehr so um die Kinder kümmern würden, weil sie eine neue Beziehung hätten, aber es läge eben auch viel an den Müttern, wenn die natürlich den Umgang boykottieren und den Vater immer schlecht reden und den Kindern nicht zuhören, wenn sie von Papa erzählen wollen, dann könne das zu einem Konflikt führen bei Kindern und sie würden sich dann auf die eine Seite schlagen, meistens die der Mutter, weil sie ja bei der wohnen, nur weil sie diese ständigen Spannungen nicht ertragen, das sei aber das schlimmste was man einem Kind antun könnte, wenn man es zwinge, sich zwischen Vater und Mutter zu entscheiden.
Die Quintessenz am Schluss der Diskussion war die, da waren sich alle einig.
Man sollte ein Gesetz erlassen, in welchem verankert ist, dass sich die Eltern erst scheiden lassen dürfen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Das heisst, sie müssen zusammen mit den Kindern eine Konzession erarbeiten, in welcher genau geregelt ist, wie oft bei Mama und wann bei Papa, etc. Und alle müssten damit einverstanden sein, die Mutter, der Vater und vor allem die Kinder. Wenn sich einer der Eltern verweigert, dann sollte man vor Gericht gehen und das Familiengericht sollte dann alle anhören, auch die Kinder und dann die Abmachungen bestimmen. So dass alle damit leben können. Erst dann sollten Eltern eine Scheidung einreichen dürfen. Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.
Was hälst du davon?
Das kam bei uns im Schweizer Fernsehen im "Zischtigsclub" eine sehr seriöse und beliebte Sendung, mit hohen Einschaltquoten, es tut sich was im Blätterwald mein Freund, es fängt an zu rauschen 
Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Jolanda am 22. April 2004 10:51:53:
Hallo liebe Jolanda 
Uebrigens im Fdp-Forum wurde die Kampagne der Alice Schwarzer in Zusammenarbeit mit ai auch total zerpflückt.
Muss ich mir gleich noch mal anschauen.
Man sollte ein Gesetz erlassen, in welchem verankert ist, dass sich die Eltern erst scheiden lassen dürfen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Das heisst, sie müssen zusammen mit den Kindern eine Konzession erarbeiten, in welcher genau geregelt ist, wie oft bei Mama und wann bei Papa, etc. Und alle müssten damit einverstanden sein, die Mutter, der Vater und vor allem die Kinder. Wenn sich einer der Eltern verweigert, dann sollte man vor Gericht gehen und das Familiengericht sollte dann alle anhören, auch die Kinder und dann die Abmachungen bestimmen. So dass alle damit leben können. Erst dann sollten Eltern eine Scheidung einreichen dürfen. Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht. Was hälst du davon?
Klingt meinem ersten Eindruck nach nicht schlecht. Es gäbe vermutlich fallweise Probleme bei der Umsetzung, aber es übertrifft jedenfalls die jetzige Lösung.
es tut sich was im Blätterwald mein Freund, es fängt an zu rauschen
Yep. 
Herzlicher Gruß
Arne
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Jolanda am 22. April 2004 10:51:53:
Hallo Jolanda,
das baut etwas auf! Langsam scheint sich dieses Thema in der öffentlichen Diskussion durchzusetzen. Ich finde auch den Vorschlag von Jens und Christine gut, dem Familienministerium in dieser Hinsicht mal ein Lob zukommen zu lassen.
schönen Gruß
Andreas
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Jolanda am 22. April 2004 10:51:53:
Hallo Jolanda,
Man sollte ein Gesetz erlassen, in welchem verankert ist, dass sich die Eltern erst scheiden lassen dürfen, wenn sie ihre Hausaufgaben erledigt haben. Das heisst, sie müssen zusammen mit den Kindern eine Konzession erarbeiten, in welcher genau geregelt ist, wie oft bei Mama und wann bei Papa, etc. Und alle müssten damit einverstanden sein, die Mutter, der Vater und vor allem die Kinder. Wenn sich einer der Eltern verweigert, dann sollte man vor Gericht gehen und das Familiengericht sollte dann alle anhören, auch die Kinder und dann die Abmachungen bestimmen. So dass alle damit leben können. Erst dann sollten Eltern eine Scheidung einreichen dürfen. Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.
...ich misch mich einfach in die Diskussion mal ein: Also ich fände den Vorschlag gut. Das wäre ein echter Fortschritt.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Jolanda am 22. April 2004 10:51:53:
Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.
Was hälst du davon?
Davon halte ich nicht viel.
Inzwischen weiß jeder, daß BEIDE Elternteile wichtig für das Kind sind. Kinder brauchen Orientierung. WIR müssen wissen, was das Beste für sie ist, nicht sie selbst.
Ich finde das immer lächerlich: Da sitzt ein verängstigtes Kind im Gerichtssaal und um ihn rum der Richter, Vater, Mutter, Staatsanwalt und Anwalt und fragen händeringend das Kind um eine Lösung! Das muß man sich mal vorstellen!
Ich finde, wir Erwachsenen sollten unseren Job machen und nicht Hilfe vom Kind verlangen.
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! Kein Mitspracherecht?
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Odin am 22. April 2004 13:33:51:
Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.
Was hälst du davon?
In einem anderen Forum wurde mal das Beispiel eines Jungen gebracht, der in Deutschland bei seinem Vater lebt und per Gerichtsbeschluss zu seiner in Schweden lebenden Mutter gebracht werden sollte, da diese das Sorgerecht für ihn bekam. Der Junge hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, in das Auto zu steigen, dass ihn nach Schweden bringen sollte. Ich denke in solchen Fällen sollte man die Kinder schon mit reden lassen, oder? Schließlich wird dieses Verhalten wohl seinen Grund gehabt haben.
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Andreas am 22. April 2004 11:01:45:
Lieber Andreas
Diese Idee von den beiden erachte ich auch als sehr gut 
Lob ist die beste Motivation auf der selben Schiene weiter zu machen, ich denke, es ist wichtig, dass solche Leute mitbekommen, dass man sie beobachtet und durchaus anerkennt, wenn sie sich für Gerechtigkeit einsetzen.
Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Bruno am 22. April 2004 12:07:23:
Lieber Bruno
Du darst dich zu jeder Zeit einmischen...dazu sind wir ja hier, jeder kann sagen, was er davon hält 
Ja, ich finde den Ansatz auch sehr gut. Weisst du, es geht mir hauptsächlich darum, dass man langsam erkennt, wo der Hase im Pfeffer liegt und wieviel Macht eine Frau hat, wenn es um das Sorgerecht geht und dass das nie im Leben zum Wohle des Kindes sein kann.
Solche öffentlichen Diskussionen, die von vielen Menschen mitverfolgt werden, die bringen Bewegung in die ahnungslosen Köpfe, viele wissen einfach zu wenig Bescheid, erst, wenn sie dann mal selber in der Situation stecken, stellen sie mit Erschrecken fest, wie einseitig unsere Gesetze teilweise sind und wie sehr sie die Arschkarte gezogen haben als Mann.
Aber langsam aber sicher macht sich die Arbeit der vielen Menschen, die das schon lange erkannt haben, bemerkbar 
Ich habe übrigens Arnes Buch "Sind Frauen bessere Menschen" im Fdp-Forum empfohlen 
Einen lieben Gruss
schickt dir
Jolanda
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Odin am 22. April 2004 13:33:51:
Hallo Odin
Hier sehe ich das ganz anders als du. Es geht nicht darum, dass man die Kinder vor`s Gericht zerrt und Ihnen die Verantwortung übergibt, wo sie leben wollen. Das Gericht sollte eh erst zum Zug kommen, wenn die eine Seite überhaupt nicht kooperativ ist. Kinder werden da schon behutsam behandelt. Es geht nur darum herauszufinden, was die Kinder denn möchten, wo ihre Bedürfnisse liegen.
Dieser Richter hat gesagt, die Familie müsse zusammensitzen, mit den Kindern reden und ihnen sagen, dass sie sich als Paar trennen aber immer ihre Elten bleiben wollen. Und dann sollte die Familie zusammen besprechen, wie man das mit dem wohnen und dem Besuchsrecht regeln sollte.
Dass die Kinder sagen können, wir wollen aber die Möglichkeit haben zu jederzeit zu Papa zu gehen, wo wohnt der Papa denn nun. Wie ist das denn an Weihnachten, machen wir dann auch mal was zusammen, wie ist das mit der Schule, wir wollen nämlich, dass ihr beide da seid, wenn wir eine Aufführung haben oder so.
Es geht nicht darum die Entscheidung den Kindern zu überlassen oder von ihnen zu erwarten, dass sie nun entscheiden wo sie wohnen wollen. Damit würde man die Kinder absolut überfordern. Es geht darum, dass der Dialog zwischen den Eltern statt findet, die Kinder aber ihre Bedürfnisse und Wünsche auch anmelden dürfen. Das heisst nicht, dass sie das müssen. Aber ein Kind das da dabei war bei der Diskussion. Das meinte, es hätte sich nie entscheiden wollen, bei wem es wohnt. Kinder wollen eh immer beide Eltern. Aber es hätte gerne mitbestimmt, wie oft es den Papa sehen darf.
Es ist schon vorgekommen, das Kinder die älter waren, gegen den Willen ihrer Mutter Hilfe gesucht haben bei einem Mediator und der Mutter dann einen Plan vorgelegt haben, wie sie sich das vorstellen. Die Mutter hat dann eingewilligt und die Kinder durften wieder zum Papa.
Bei uns in der Schweiz hat man Kinder befragt, deren Eltern sich dazu entschlossen hatten, sich scheiden zu lassen. Die meinten alle, sie finden dass Mama und Papa zusammen bleiben sollten und zwar wegen ihnen, sie hätten sie doch gewollt und sie hätten sie nun doch! Kinder wollen immer beide Eltern und wenn das nicht mehr geht, dann muss man Bedingungen schaffen, die es den Kindern eben ermöglichen, auch weiterhin schnell bei Mama und Papa zu sein. Das ist machbar und zwar ohne, dass man die Kinder dabei komplett überfordert.
Ich kann deine Vorbehalte gut verstehen, nur das hast du nun ein bisschen quer verstanden...lächelt.
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Odin am 22. April 2004 13:33:51:
Hallo Odin!
Also, ich finde den Vorschlag, eine Scheidung erst zuzulassen, wenn man sich über das Sorgerecht für die Kinder geeinigt hat, gut. Ich denke, viele scheidungswillige Eltern hätten so Gelegenheit, VOR der Scheidung gründlich darüber nachzudenken, was das eigentlich für die Kinder bedeutet. Vielleicht würden manche Leute sich das dann nochmal überlegen und letztendlich auf die Scheidung verzichten, was für die Kinder ohnehin meist ideal wäre (allerdings gibt es da auch Ausnahmen, aber die sind wohl eher selten).
Freundliche Grüße
von Garfield
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! Kein Mitspracherecht?
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! Kein Mitspracherecht? von Pokemon am 22. April 2004 13:47:01:
Die Kinder müssten unbedingt mehr Mitspracherecht haben, bezüglich Umgangs- und Obhutsrecht.
Was hälst du davon?
In einem anderen Forum wurde mal das Beispiel eines Jungen gebracht, der in Deutschland bei seinem Vater lebt und per Gerichtsbeschluss zu seiner in Schweden lebenden Mutter gebracht werden sollte, da diese das Sorgerecht für ihn bekam. Der Junge hat sich mit Händen und Füßen dagegen gewehrt, in das Auto zu steigen, dass ihn nach Schweden bringen sollte. Ich denke in solchen Fällen sollte man die Kinder schon mit reden lassen, oder? Schließlich wird dieses Verhalten wohl seinen Grund gehabt haben.
Die Sache war deshalb so abartig, weil jeder Depp wissen müßte, daß man ein Kind nicht einfach von seinem Vater wegreißt, an den es sich klammert. Wenn da manche erst einen 9jährigen brauchen, um es ihnen zu sagen, dann sind wir eh schon weit gesunken!
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Garfield am 22. April 2004 14:38:26:
Hallo Odin!
Also, ich finde den Vorschlag, eine Scheidung erst zuzulassen, wenn man sich über das Sorgerecht für die Kinder geeinigt hat, gut. Ich denke, viele scheidungswillige Eltern hätten so Gelegenheit, VOR der Scheidung gründlich darüber nachzudenken, was das eigentlich für die Kinder bedeutet. Vielleicht würden manche Leute sich das dann nochmal überlegen und letztendlich auf die Scheidung verzichten, was für die Kinder ohnehin meist ideal wäre (allerdings gibt es da auch Ausnahmen, aber die sind wohl eher selten).
Freundliche Grüße
von Garfield
Hallo Garfield, Hallo Jolanda,
in DEM Zusammenhang und in der Art, wie es in dem ursprünglichem Posting stand, finde ich die Befragung ok.
Meine Stellungnahme bezog sich auf die Gesamtheit, sozusagen die Kinderabsolution für Gerichtsentscheidungen zu erhalten.
Viele Kinder entscheiden sich für das, was ihnen nicht gut tut und Erwachsene müssen Kinder davor schützen. In vielen Fällen sind Kinder bereits vom einen Elternteil aufgewiegelt. Die "Kinderentscheidung" gilt dann als Rechtfertigung für schädigende Entscheidungen.
Viele glauben, es gäbe den "reinen Kinderwillen" - ohne Beeinflussung. Das ist Quatsch! Kinder ERWARTEN Entscheidungen von uns!
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Odin am 22. April 2004 22:51:25:
Lieber Odin
Ich spüre dich hier schon. Ist auch berechtigt, was du einwendest. Kinder wollen sich nicht entscheiden müssen, ob sie zu Vater oder Mutter ziehen.
Kinder wollen eh in der Regel, dass die Eltern zusammen bleiben. Ich sehe das schon auch wie du. Einfach die Verantwortung auf die Kinder schieben, das wäre natürlich total daneben und den Kindern gegenüber äusserst unfair und feige.
Herzlicher Gruss
Jolanda
Re: Hinsehen.Handeln.Helfen!
Als Antwort auf: Re: Hinsehen.Handeln.Helfen! von Odin am 22. April 2004 13:33:51:
Hallo Odin,
so habe ich das nicht verstanden. Es ging darum, dass sich die Eltern vor der Trennung erst klar absprechen was mit den Kindern passiert. Und das heißt für mich, dass sie sich vorangig um das Kind kümmern anstatt an sich zu denken. Und dass der Willen der Kinder mehr berücksichtigt werden soll, heißt nicht, dass das Kind entscheiden muss. Diese Verantwortung soll bei den Eltern (beiden Eltern!) liegen.
Gruß
Bruno
Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.