Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wie streitest du denn mit mir!

Odin, Wednesday, 21.04.2004, 23:52 (vor 7961 Tagen)

Wie streitest du denn mit mir!
Streit unter Paaren eskaliert häufig. Möglicherweise sind die bei Mann und Frau unterschiedlichen Gehirnstrukturen dafür verantwortlich

aus "Psychologie heute" S. 18 Mai 04

Streit! Sie heult und schmollt, reagiert impulsiv und emotional, nörgelt über Kleinigkeiten, ist schnell beleidigt und nachtragend. Er dagegen wird ironisch, macht dumme Sprüche, mauert oder vermeidet gar den Kontakt. Im Konfliktfall verhalten sich die Geschlechter deutlich unterschiedlich.
Die Pädagogin Erika Butzmann hat 160 Männer und 240 Frauen nach ihren Streiterfahrungen gefragtund ist überzeugt, dass das geschlechtstypische Streitverhalten nicht nur eine Frage der Erziehung und der sozialen Rollen ist. Sie macht die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Gehirnen dafür verantwortlich (Familiendynamik, 10/2003). Diese Unterschiede entstehen bereits im Mutterleib. Verantwortlich dafür sind verschiedene Sexualhormone. Sie bewirken beispielsweise, dass Männer besser räumlich denken und Frauen sich verbal eloquenter ausdrücken können. Sie sind vermutlich auch dafür zuständig, dass die beiden Gehirnhälften bei Frauen stärker vernetzt sind als bei Männern. Das führt dazu, dass Frauen schneller und umfassender wahrnehmen und viele Dinge gleichzeitig berücksichtigen können.
Im Streit kann das jedoch ein Nachteil sein. Frauen sind stärker emotional involviert, und so gelingt es ihnen kaum, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren oder sich abzugrenzen und zurückzuziehen. Stattdessen sind ihnen sofort alle schlechten Erfahrungen und Ohnmachtsgefühle der Vergangenheit präsent, die sie dann in geballter Form dem Partner vorwerfen.
Im männlichen Gehirn sind Denkprozesse hingegen stärker voneinander abgegrenzt. Deshalb gelingt es Männern besser, sich zurückzuziehen, Distanz durch Ironie, Schweigsamkeit oder Sachlichkeit herzustellen und abzuwarten. Frauen deuten dieses Verhalten als Missachtung ihrer Person. Daher leidet ihr Selbstwertgefühl im Streit stärker als das der Männer.
Butzmann ist der Meinung, dass Frauen und Männer entspannter miteinander umgehen könnten, wenn sie sich ihrer unterschiedlichen Streitmuster bewusst wären. Das würde das Verständnis füreinander fördern, und das Selbstwertgefühl der Streithähne bliebe weitgehend stabil. Damit wäre der Weg frei für ein konstruktives Ende von Auseinandersetzungen zwischen Männern und Frauen.

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