Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Aussage vom Dutroux-Opfer

ChrisTine, Monday, 19.04.2004, 22:30 (vor 7963 Tagen)

AUSSAGE VOM DUTROUX-OPFER

"Sei brav oder du bist tot"

Fast drei Monate lang befand sich Sabine Dardenne in der Gewalt des mutmaßlichen Kindermörders Dutroux. Heute sagte sie als erste von zwei überlebenden Frauen vor Gericht aus. Noch immer fragt sich die heute 20-Jährige, warum sie nicht ermordet wurde.

Arlon - Dardenne war 80 Tage lang in dem Verlies eingesperrt gewesen, das Dutroux im Keller seines Hauses für die entführten Kinder eingerichtet hatte. Vor Gericht sagte sie aus, Dutroux habe sie in dieser Zeit mehrfach vergewaltigt.

Der Auftritt Dardennes vor Gericht war die erste Begegnung des Opfers mit seinem Peiniger seit siebeneinhalb Jahren. Damals hatte die Polizei Dardenne zusammen mit der zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alten Laetitia Delhez befreit.

Dem Bericht der Zeugin war die Mutter von Laetitia Delhez nicht gewachsen:

Sie erlitt im Gerichtssaal einen Schwächeanfall und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Dardenne berichtete, sie habe in Gefangenschaft Todesängste ausgestanden. Dutroux habe ihr erzählt, sein böser Chef wolle sie umbringen. Er, Dutroux, wolle sie nur beschützen. "Sei brav oder du bist tot", habe der Entführer ihr gedroht.

Das Mädchen glaubte den Behauptungen von Dutroux. Sie sei sogar froh gewesen, im Keller eingesperrt zu werden: "Ich war zufrieden, das war ein echtes Versteck, da würde man mich nie finden", sagte die Zeugin.

Nachdem Dutroux sie missbraucht hatte, habe sie manchmal fernsehen dürfen. Ansonsten sei sie eingesperrt gewesen oder habe das völlig verdreckte Haus putzen müssen.

"Er hat mir immer gesagt, ich habe einen Charakter wie ein Schwein. Warum hat er mich dann nicht umgebracht?", fragte die junge Frau an Dutroux gerichtet. "Es kam für mich nie in Frage, sie umzubringen", antwortete der Angeklagte. Er habe Dardenne vergewaltigt. "Dafür trage ich die volle Verantwortung. Punkt."

Dutroux muss sich wegen Entführung und Vergewaltigung verantworten. Vier der sechs entführten Mädchen kamen auf grausame Weise ums Leben. Den Vorwurf, die Kinder getötet zu haben, bestreitet Dutroux nach wie vor.

Dutroux-Anwalt Xavier Magnee stellte keine Fragen an die Zeugin und bekundete ihr nur sein Mitleid für die erlittenen Grausamkeiten. Dutroux' Ex-Frau Michelle Martin sagte an Dardenne gerichtet: "Ich bedauere das unendlich." Nach Aussage Dardennes war Martin in das Schicksal der Mädchen eingeweiht.
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In den ZDF-Nachrichten wurde ebenfalls gebracht, daß die junge Frau auch Frau Dutroux mit Worten angegriffen habe, nachdem diese sich wie oben geäußert hat. Sinngemäß lautete die Reaktion, daß Frau Dutroux doch selber Kinder habe und deshalb nicht versthen könne, daß sie so etwas zulassen konnte. Für das Opfer war die Frau genauso schuldig wie der Mann, denn sie hätte ihr helfen können.
Aber das wurde in diesem Bericht bei der Spiegelin mal wieder verschwiegen.
Frau und Schuld? Das gibt es nicht... kotz...

Gruß - Christine

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Re: Aussage vom Dutroux-Opfer

Pokemon, Monday, 19.04.2004, 22:41 (vor 7963 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Aussage vom Dutroux-Opfer von ChrisTine am 19. April 2004 19:30:40:

Dutroux' Ex-Frau Michelle Martin sagte an Dardenne gerichtet: "Ich bedauere das unendlich." Nach Aussage Dardennes war Martin in das Schicksal der Mädchen eingeweiht.

Was bedauert sie? Dass sie in den Keller ging um die Hunde zu füttern, sich aber nach einem Bericht (hab mal wieder vergessen, wo. Stern?) nicht traute, auch den verhungernden Mädchen etwas zu geben? Ja, das ist wirklich bedauerlich. War Detroux nicht schon im Knast und sie allein im Haus? Dieses schreckliche Weib.

Sinngemäß lautete die Reaktion, daß Frau Dutroux doch selber Kinder habe und deshalb nicht versthen könne, daß sie so etwas zulassen konnte. Für das Opfer war die Frau genauso schuldig wie der Mann, denn sie hätte ihr helfen können.

Ja, soll seine Frau nicht mit einer Tochter schwanger gewesen sein? Detroux hat sich auf jeden Fall gleich darauf gefreut seine Tochter in die Liebe einzuführen. Da war das Kind noch nicht einmal geboren. Von Grund auf krank.

Re: Aussage vom Dutroux-Opfer

Bruno, Tuesday, 20.04.2004, 15:39 (vor 7962 Tagen) @ ChrisTine

Als Antwort auf: Aussage vom Dutroux-Opfer von ChrisTine am 19. April 2004 19:30:40:

Für das Opfer war die Frau genauso schuldig wie der Mann, denn sie hätte ihr helfen können.
Aber das wurde in diesem Bericht bei der Spiegelin mal wieder verschwiegen.
Frau und Schuld? Das gibt es nicht... kotz...

Hallo Christine,

ich kämpfe mich gerade durch ein Buch von der französischen Feministin Badinter. Dort wird auch erwähnt, dass weibliche Täterschaft in unserer Gesellschaft nicht diskutierbar ist. Und wenn es doch einmal zur Sprache kommt gibt es einen undurchdringlichen Wall von 3 hintereinander geschalteten Argumentationsketten, die wegen des herrschenden Zeitgeistes insgesamt nicht durchbrochen werden können:

1. Frauengewalt gibt es nahezu nicht
2. Gewalt von Frauen beruht nur auf Gewalterfahrungen ihrerseits durch Männer
3. Gewalt von Frauen ist legitim

Tja was soll ich dazu sagen? Ich sag mal: Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Gruß

Bruno

Re: Aussage vom Dutroux-Opfer

ChrisTine, Tuesday, 20.04.2004, 22:44 (vor 7962 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Aussage vom Dutroux-Opfer von Bruno am 20. April 2004 12:39:01:

Hi Bruno,

ich kämpfe mich gerade durch ein Buch von der französischen Feministin Badinter. Dort wird auch erwähnt, dass weibliche Täterschaft in unserer Gesellschaft nicht diskutierbar ist. Und wenn es doch einmal zur Sprache kommt gibt es einen undurchdringlichen Wall von 3 hintereinander geschalteten Argumentationsketten, die wegen des herrschenden Zeitgeistes insgesamt nicht durchbrochen werden können:
1. Frauengewalt gibt es nahezu nicht
2. Gewalt von Frauen beruht nur auf Gewalterfahrungen ihrerseits durch Männer
3. Gewalt von Frauen ist legitim
Tja was soll ich dazu sagen? Ich sag mal: Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.
Gruß
Bruno

das schlimme ist doch, gerade die Frauen schreien am lautesten, wenn es um sexuelle Gewalt an Kindern geht, aber wenn es drauf ankommt, schauen sie lieber weg, weil es viel einfacher ist oder wollen von dem Thema gar nichts wissen, das könnte sie ja belasten.
Ich werde auf jeden Fall nicht aufhören, dieses den Frauen bei passender Gelegenheit immer wieder aufzutischen.

Liebe Grüße - Christine

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