Aussage vom Dutroux-Opfer
AUSSAGE VOM DUTROUX-OPFER
"Sei brav oder du bist tot"
Fast drei Monate lang befand sich Sabine Dardenne in der Gewalt des mutmaßlichen Kindermörders Dutroux. Heute sagte sie als erste von zwei überlebenden Frauen vor Gericht aus. Noch immer fragt sich die heute 20-Jährige, warum sie nicht ermordet wurde.
Arlon - Dardenne war 80 Tage lang in dem Verlies eingesperrt gewesen, das Dutroux im Keller seines Hauses für die entführten Kinder eingerichtet hatte. Vor Gericht sagte sie aus, Dutroux habe sie in dieser Zeit mehrfach vergewaltigt.
Der Auftritt Dardennes vor Gericht war die erste Begegnung des Opfers mit seinem Peiniger seit siebeneinhalb Jahren. Damals hatte die Polizei Dardenne zusammen mit der zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alten Laetitia Delhez befreit.
Dem Bericht der Zeugin war die Mutter von Laetitia Delhez nicht gewachsen:
Sie erlitt im Gerichtssaal einen Schwächeanfall und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.
Dardenne berichtete, sie habe in Gefangenschaft Todesängste ausgestanden. Dutroux habe ihr erzählt, sein böser Chef wolle sie umbringen. Er, Dutroux, wolle sie nur beschützen. "Sei brav oder du bist tot", habe der Entführer ihr gedroht.
Das Mädchen glaubte den Behauptungen von Dutroux. Sie sei sogar froh gewesen, im Keller eingesperrt zu werden: "Ich war zufrieden, das war ein echtes Versteck, da würde man mich nie finden", sagte die Zeugin.
Nachdem Dutroux sie missbraucht hatte, habe sie manchmal fernsehen dürfen. Ansonsten sei sie eingesperrt gewesen oder habe das völlig verdreckte Haus putzen müssen.
"Er hat mir immer gesagt, ich habe einen Charakter wie ein Schwein. Warum hat er mich dann nicht umgebracht?", fragte die junge Frau an Dutroux gerichtet. "Es kam für mich nie in Frage, sie umzubringen", antwortete der Angeklagte. Er habe Dardenne vergewaltigt. "Dafür trage ich die volle Verantwortung. Punkt."
Dutroux muss sich wegen Entführung und Vergewaltigung verantworten. Vier der sechs entführten Mädchen kamen auf grausame Weise ums Leben. Den Vorwurf, die Kinder getötet zu haben, bestreitet Dutroux nach wie vor.
Dutroux-Anwalt Xavier Magnee stellte keine Fragen an die Zeugin und bekundete ihr nur sein Mitleid für die erlittenen Grausamkeiten. Dutroux' Ex-Frau Michelle Martin sagte an Dardenne gerichtet: "Ich bedauere das unendlich." Nach Aussage Dardennes war Martin in das Schicksal der Mädchen eingeweiht.
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In den ZDF-Nachrichten wurde ebenfalls gebracht, daß die junge Frau auch Frau Dutroux mit Worten angegriffen habe, nachdem diese sich wie oben geäußert hat. Sinngemäß lautete die Reaktion, daß Frau Dutroux doch selber Kinder habe und deshalb nicht versthen könne, daß sie so etwas zulassen konnte. Für das Opfer war die Frau genauso schuldig wie der Mann, denn sie hätte ihr helfen können.
Aber das wurde in diesem Bericht bei der Spiegelin mal wieder verschwiegen.
Frau und Schuld? Das gibt es nicht... kotz...
Gruß - Christine