Fall Christian
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"Fall Christian" zieht Kreise - Verfahren gegen Richter
SALZBURG. Die Brachialjustiz im Obsorgestreit um den achtjährigen Christian ist jetzt Gegenstand von Untersuchungen: Gegen den Richter läuft ein Dienstrechtsverfahren, mit den Exekutoren befasst sich eine Disziplinarkommission.
Im Jänner sollte Christian, der beim Vater in Großgmain lebte, laut richterlicher Anordnung "mit angemessener Gewalt" in ein Auto verfrachtet und seiner in Schweden lebenden Mutter übergeben werden. Das Kind wehrte sich heftig, das alles vor laufenden Kameras.
Der Richter ist inzwischen in ein Pongauer Bezirksgericht gewechselt, allerdings aus "rein privaten Gründen", wie er sagt. Er hätte die Versetzung schon vor der Causa Christian beantragt.
Gegen den Familienrichter sowie den Vorsteher des Salzburger Bezirksgerichts, Hadmar Hufnagl, laufen zwei Ablehnungsanträge "wegen Befangenheit", den der Anwalt von Christians Vater Ulf W. eingebracht hatte. Ulf W. hat seinerseits ein Strafverfahren wegen Kindesentziehung am Hals, ebenso wie der Schuldirektor von Großgmain.
Die Vorgangsweise der beiden Gerichtsvollzieher ist bereits in zwei Sitzungen einer Disziplinarkommission erörtert worden. Mehrere weitere Gespräche sind noch ausständig. Christian lebt jetzt in Schweden.