Rote Männer Info Nr. 67
RoteMänner!
Apokalyptiker und Integrierte!
"Auf den Websites und bei den Fans herrscht das blanke Entsetzen. Ist es
möglich? Kann das sein? Ist das, wird kaum mehr ironisch gefragt, ,ist
das der Beginn der Apokalypse?'" Die Ursache der Massenpanik in den USA
ist nachvollziehbar: Bob Dylan macht neuerdings Werbung für
Damenunterwäsche.
http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/809/29780/
Wenn das so weitergeht, geben wir unserem Geschlecht nicht mal mehr die
600.000 Jahre bis zum Aussterben, die die Genetiker prognostizieren.
Hoffentlich müssen wir nicht fürchten, dass Bruce Springsteen, der
"Boss", uns demnächst erläutert, weshalb nur die neue "Always ultra"
seine Freiheit wirklich garantiert!
"Eine britische Studie hat herausgefunden, was Frauen in diesem Frühjahr
tatsächlich schlank macht: Shopping. Bei jeder Einkaufstour verbrenne
eine durchschnittliche Frau 193 Kalorien. Das entspreche dem Nährwert
eines ganzen Rosinenbrötchens, rechnete das Frauenversteherblatt The
Guardian aus. Auf das ganze Jahr hochgerechnet renne so eine Frau mit
ihren Zara- und Miss-Sixty-Tütchen einmal die Strecke von München nach
Stuttgart ab."
http://www.taz.de/pt/2004/03/19/a0220.nf/text Bekanntlich gibt es ja
Männer, die ein Faible für richtig fette Frauen haben. Dass dies
möglicherweise eher einer Form libidinös gewendeter Sparsamkeit als
sexueller Attraktivität geschuldet sein könnte, geht uns erst allmählich
auf. Ist aber sonnenklar: Dicke Frauen gehen offenbar nicht dauernd
einkaufen. Kein weiter Weg mehr bis zu der Erkenntnis, dass Bulimie
nichts anderes ist als eine exzessive Einkaufsüberfunktion.
Muslimische Frauen sind bekanntlich doppelt benachteiligt. Einige
möglicherweise demnächst auch dreifach: "Muslimische Flüchtlinge sollen
nur ihre erste Gattin nach Deutschland nachholen, meinen
Frauenpolitikerinnen" berichtete die "taz" am 1. April. Nachdem das
Oberverwaltungsgericht in Rheinland-Pfalz beschlossen hatte, "dass auch
die zweite Gattin eines anerkannten irakischen Flüchtlings Recht auf
eine Aufenthaltsbefugnis hat", meldeten sich die um das eher
grundsätzliche als konkrete Wohl von Frauen bemühten Bedenkenträgerinnen
zu Wort, darunter die wegen ihres klangvollen Doppelnamens allseits
beliebte Irmingard Schewe-Gerigk von den Grünen. "Es ist nicht sinnvoll,
mehrere Ehefrauen ins Land zu lassen, die der Staat womöglich
finanzieren muss", sagt auch Ina Lenke, frauenpolitische Sprecherin der
FDP. Ach deswegen! http://www.taz.de/pt/2004/04/01/a0156.nf/text
Deutsche Frauenpolitikerinnen transportieren damit (übrigens im Verein
mit dem CSU-Generalsekretär) das Gebalge um männliche Ernährer auf eine
völlig neue Ebene. Das eigentlich fortschrittliche Modell des
"Husband-Sharings" wird verworfen, die Zweitfrau muss sehen, wo sie
bleibt, ohne Ernährer und in einer Kultur, die ihr das Überleben schwer
macht. Aber was soll's, wenn's dem feministischen Fortschritt dient! Wir
wollen doch nicht die Vielweiberei importieren, wo wir kaum die
Monogamie aushalten können.
Bei den Formen asymmetrischer Kriegsführung waren seit jeher Frauen
etwas stärker beteiligt als am modernen Krieg. In Partisanenarmeen etwa
spielten sie eine Rolle, zum Beispiel im Zweiten Weltkrieg, als auf dem
Balkan vor allem der Widerstand der serbischen Partisanen von sich reden
machte. Der erscheint uns bis heute in Form und Zielrichtung durchaus
ehrenvoll im Gegensatz zum Terror palästinensischer
Selbstmordattentäter. Auch an diesem nehmen zunehmend Frauen teil, wie
das ZDF-Magazin "Monalisa" neulich berichtete.
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/25/0,1872,2115353,00.html Erstaunlich
an dem Bericht ist die buchhalterische Nüchternheit, mit der er
feststellt, wie auch Frauen und Mädchen zunehmend in den Sog der
Mordmaschine geraten. Einerseits hat man dem Impuls widerstanden, die
Schuld auch dafür bei den Männern abzuladen; andererseits lesen wir kein
Wort, ja nicht mal eine Andeutung der Kritik an der Niedertracht
wahllosen Mordens, nun da sie auch von Frauen ausgeht. Dabei würden wir
es keineswegs bestreiten, wenn auch die oft blutjungen Täter (beiderlei
Geschlechts) als Opfer angesehen würden. Aber vielleicht ist man bei
MonaLisa ja auch besonders stolz darauf, dass Tucholsky heute schreiben
müsste: "SoldatInnen sind Mörder."
Aufschlussreich in diesem Zusammenhang auch eine Doppelrezension in der
"taz" u.a. zum Aufbau eines Frauenbataillons in Kurdistan:
http://www.taz.de/pt/2004/04/03.nf/magText.tname,a0327.re,pb.idx,0
"Die Hölle ist vermutlich, wenn man schlecht geheiratet hat." zitierte
"spiegel-online" Peter Ustinov anlässlich seines Todes.
http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,271948,00.html Obwohl er
selbst diesbezüglich Glück gehabt hat, war er, wie es nicht nur in
diesem Gespräch schien, dennoch ein Weiser. Er musste nicht erst Schaden
nehmen, um klug zu werden. Das hatte er den meisten von uns voraus!
Wer in unserer letzten Ausgabe erfreut und entzückt die Kommentierung
des Streits im Mahnmalkommittee aufnahm und sich über die
moralingesättigte Säuerlichkeit von Frau Rosh amüsierte, der wir auch
bei der Lektüre dieses Beitrags Freude finden, der uns darüber
informiert, wie Peter Eisenman - statt ihrer! - zu einer
Honorarprofessur am Zentrum für Antisemitismusstudien kam:
http://www.taz.de/pt/2004/04/01/a0285.nf/text
Eine Besprechung des neuen Buches von Elisabeth Badinter konntet ihr
bereits vor ein paar Monaten bei uns lesen. Inzwischen gibt es das Buch
auch auf Deutsch im Handel unter dem Titel "Die Wiederentdeckung der
Gleichheit". Die 3sat-Sendung Kulturzeit befasste sich damit recht
eindrucksvoll: "'Wenn wir die Frauen weiterhin als arme, unschuldige
Opfer zeigen und die Männer als Schuldige, laufen wir geradewegs auf
eine Wand zu, das führt unweigerlich zu einer Trennung der
Geschlechter', meint Badinter. ,Man wird sich vielleicht noch zur
Zeugung treffen, aber nicht mehr zusammenleben, weil es nicht mehr
geht.' Badinters Buch ist ein Angriff auf den Feminismus, der die
Forderung nach der Gleichstellung der Geschlechter biologisch erklärt.
Sie bezeichnet das als eine Falle, denn wer die anatomischen
Unterschiede zwischen Mann und Frau in den Vordergrund stelle, verhelfe
den alten Rollenklischees wieder zur Ehre. Die Frau kümmert sich um das
Kind und der Mann um die Nahrung. Für Badinter ist dieser Feminismus die
Quelle der Ungleichheit der Geschlechter und verhindert das
gleichberechtigte Miteinander. (...)Sie gibt keine Lösungen für die
zahlreichen Fragen im täglichen Leben, dafür aber genügend Argumente
gegen einen larmoyanten und männerfeindlichen Feminismus."
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/kulturzeit/lesezeit/64373/index.html
Dabei bleibt Frau Badinter aber Feministin. Sie lässt jedoch - und das
ist wohltuend - die schwachsinnigen Feindbildfixierungen des
Vulgärfeminismus Schwarzer'scher Provenienz weit hinter sich. Ein über
große Strecken erstaunliches Buch, das eine Zusammenführung der
Geschlechter bewirken könnte - wenn nicht die Ersten schon wieder in
ihren Gräben Stellung bezogen hätten, die jetzt zu Recht fürchten dass
ihnen der exklusive Opferstatus in der Folge von Badinters Analyse
abhanden kommen könnte.
Eine geradezu unglaubliche Geschichte aus Massachusetts, wenn auch nicht
mehr ganz aktuell: Wendy McElroy berichtete darüber
http://www.foxnews.com/story/0,2933,30915,00.html unter Bezug auf die
Massachusetts News:
http://www.massnews.com/2002_editions/02_Feb/202how_social.htm Ein
Fall, nicht unähnlich jenem im Saarland, wo einer Familie aufgrund der
Denunziation einer offenbar psychisch gestörten Nachbarin über Jahre
hinweg die Tochter weggenommen wurde. In Mass allerdings ging das
Jugendamt gleich ohne jeden ersichtlichen Anlass soweit, nach einem
kurzen Besuch beim "Stohwitwer" die Mutter zur Scheidung zu nötigen.
Andersfalls würden ihr die Kinder weggenommen. Schöne neue Welt: Du hast
die Wahl zwischen deinen Kindern oder dem Ehegatten! Und dies scheint
kein Einzelfall zu sein, wie diese Schilderung nahelegt:
http://www.fatherhoodcoalition.org/cpf/newreadings/2003/NevIndepHouse0307.htm
Nuri schrieb uns: "Außerdem interessiert euch vielleicht angryharry.com,
da gibt es viel aufschlußreiches, wenn auch teilweise leider ins
Frauenfeindliche abgeglitten wird." Dabei gelten für interessierte
Kreise doch ausgerechnet wir RotenMänner als ganz fürchterlich
frauenfeindlich, wie uns erst kürzlich wieder bestätigt wurde. Wir
stellen also anheim, dass ihr euch diese frauenfeindlichen Seiten
kritisch betrachtet.
Über unseren Verteiler machten wir kürzlich auf den Offenen Brief an
"amnesty international" aufmerksam, der sich kritisch mit der Aktion
"HINSEHEN & HANDELN: Gewalt gegen Frauen verhindern!" auseinander
setzte. Offenbar ist "ai" mit seinem - jedenfalls bei dieser Aktion -
reichlich einseitigen Menschenrechtsverständnis auch anderswo angeeckt.
Zum Beispiel in den USA:
http://mensnewsdaily.com/archive/c-e/davis/04/davis031104.htm
"God's own country" bringt auch immer wieder spektakuläre
Kindesmörderinnen hervor, wobei sich neuerdings besonders die
Texanerinnen hervortun:
http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,294149,00.html Während aber
gerade in diesem Bundesstaat gerne hingerichtet wird, was das Zeug hält,
finden Frauen bei Richtern und Geschworenen immer wieder ein
erstaunliches (bei männlichen Angeklagten kaum übliches) Verständnis.
Deanna Laney, eine religiöse Fanatikerin, die ihre drei Söhne steinigte
(nur der Jüngste überlebte), wurde sogar freigesprochen und muss jetzt
nur in die Psychiatrie.
Eine "Mackerdämmerung" in deutschen Theatern diagnostizierte kürzlich
die "Zeit": http://www.zeit.de/2004/15/Lulu Das immerhin tat sie mit
einem gewissen Esprit. Wir haben uns nicht gelangweilt, dies zu lesen:
"Wenn Mann und Frau auf der Bühne einander berühren, endet das entweder
blutig oder lächerlich. Ein Kampf zwischen ungleichen Gegnern. Es stoßen
zusammen: das Geschlecht der Zukunft (Frauen) und das Geschlecht der
Vergangenheit (Männer). Der Mann, wie ihn das deutsche Theater zeigt,
ist eine untergehende Gattung - sie besteht aus Idioten, Sadisten oder
Lügnern (und der Aufschneider und Lebensflüchtling Peer Gynt ist die
letzte wahre Männerrolle dieser Tage, ein Kerl wie eine Zwiebel, zähe
Schale, kein Kern).Wie kommt das wohl? Offenbar handelt es sich um ein
Kompensationsgeschäft. Die Männer, die im Theater und im Leben die
Schlüsselpositionen halten, beschwichtigen die Frauen, indem sie sich
selbst in der Kunst als Nullkreaturen darstellen." schrieb Peter Kümmel.
Aber grau, mein bester Kümmel, ist deine Theorie!
Wer mal lesen will, zu welch einem himmelschreienden Schwachsinn Männer
sonst noch in der Lage sind, sollte sich das ansehen:
http://www.gerstendoerfer.de/download/ohne_frauen.pdf Dieser famose
Herr Gerstendörfer bezieht die wesentlichen Erkenntnisse seiner
unterwürfigen Geschlechteranalyse aus Filmen wie "Godzilla" und dem
"Club der Teufelinnen". Einzigartig!
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Jetzt haben wir euch überrascht, wo ihr uns doch längst auf den
Osterinseln wähntet! Ja glaubtet ihr denn, dort gäbe es kein Internet,
hm? In den Zeiten des Terrors müssen auch die RotenMänner manch' Haken
schlagen wie flinke Hasen und mancher Unbill mit Finten begegnen. Seht
nur, wie sich die Kormorane paaren! Und im nächsten Moment sind wir auch
schon wieder weg. Aber für heute erst mal das, damit das Osterfest
gelingt:
1. Anfang April brachen ganze Myriaden von Artikeln über das "gefolterte
Geschlecht" über das Land herein. Man mochte eine Massenneurose
vermuten. Wahrscheinlicher aber ist eine dieser "Aufklärungskampagnen",
mit denen die Bundesregierung ihre Gesetzgebung nachträglich bejubeln
lässt. In diesem Fall das Gewaltschutzgesetz.
2. Desiree Nick ist das Aushängeschild des Berliner Frauenkabaretts. Wer
diese Aussage gemein findet, hat Recht. Aber selbst eingeschworenen
Berlinern fällt nichts Besseres ein. In diesem Jahr steigt wohl nicht
nur die Hertha ab!
3. "konkret"-Autor Magnus Klaue freute sich so über die Resonanz auf
seine ödipalen Entgleisungen vom Februar, dass er seinen Artikel gleich
nochmal schrieb. Immerhin zeigte das Magazin sich von seiner
freundlichen Seite und machte diesmal auch Werbung für die RotenMänner.
STETS AKTUELL: VOM MYTHOS DER ÜBERALL GESCHÄNDETEN FRAU
.UND MÄNNERN, DIE MIT KOPFSCHÜSSEN INS KREMATORIUM FLÜCHTEN
Mann darf Frauen nicht schlagen. Das sollte nicht darüber
hinwegtäuschen, dass es auch unzulässig und rechtswidrig ist, Männer
oder Kinder zu schlagen. Allerdings scheint Letzteres nicht in annähernd
derselben Weise sanktionierende Konsequenzen zu haben. Bekanntlich ist
der spezifische Schutz von Frauen nicht in allen Kulturen von gleicher
Konsequenz wie in Europa oder Nordamerika, wie uns jüngst erst wieder
"Amnesty International" deutlich machte.
Insbesondere die Spielarten islamischer Regelauslegung differenzieren:
Der souveräne Mann habe es doch nicht nötig . Doch auch wer nicht
souverän ist, sollte niemals mit erhitztem Gemüt tätlich werden, sagt
ein spanischer Muslim, der dessen ungeachtet jetzt rechtliche
Konsequenzen zu gewärtigen hatte wegen seiner präzisen Anweisungen, wie
die Züchtigung im Einzelnen vorzunehmen ist.
http://www.worldnetdaily.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=37690 Das
zeigt einmal mehr, dass Frauen sich in Europa auf den Schutz des Staates
verlassen können. Zweifellos werden interessierte Kreise es trotzdem zum
Ausweis des Notstandes erklären, unter dem Frauen allüberall leiden:
dass nämlich dieser Schutz überhaupt nötig ist! Von Kabul bis Köln, wie
Frau Schwarzer jüngst meinte.
Umso hilfreicher für die Besserstellung des gepeinigten Geschlechts sind
Aufmacher wie der, mit dem uns ausgerechnet die sonst gar nicht so
hirnverblödete "Zeit" behelligte: "Die Ehe-Hölle", bölkte es am 1. April
(!) von der Titelseite - so als hätten die Produktionsdesigner des
"Spiegel" zugeschlagen. Ein ganzes Dossier berichtet dann wortreich und
superausführlich über einen Fall, in dem eine junge Frau von ihrem Mann
geprügelt und umgebracht worden ist. Solche Fälle gibt es bekanntlich
häufiger. Die meisten Morde sind Gattenmorde. Und denen fallen ganz
nebenbei auch etliche Männer zum Opfer. Gänzlich will auch "Zeit"-Autor
Ulli Schauen das nicht ignorieren: "Manchmal sind auch Frauen
gewalttätig. In der Polizeistatistik der meisten Städte sind es
allerdings höchstens fünf Prozent aller Fälle."
http://www.zeit.de/2004/15/H_8ausliche_Gewalt
Es ist geradezu unglaublich, mit welch einer Borniertheit bei diesem
Thema das empirische Dunkelfeld und die Weigerung der Männer ignoriert
wird, gewalttätige Lebensgefährtinnen anzuzeigen. Wahrscheinlich nicht
mal so sehr, weil sie sich schämen, sondern durchaus weil sie sich nicht
eingestehen können, dass sie längst die Kontrolle über ihr Leben
verloren haben. Und weil die Anzeigen oft gar nicht angenommen werden
oder folgenlos bleiben. Nur einmal glaubt man, der Beitrag kriege noch
die Kurve:
"Ist Gewalt männlich? Nein, sagt die Professorin Barbara Kavemann, die
an der Universität Osnabrück im Auftrag des Bundesfamilienministeriums
zehn ,Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt' in ganz Deutschland
wissenschaftlich untersucht. Wenn alle Formen und alle Stufen von Gewalt
einbezogen werden - körperliche ebenso wie psychische Gewalt -, dann
gleicht sich das Bild an. Aber Männer rufen selten die Polizei, wenn sie
von einer Partnerin geschlagen wurden. Es passt nicht zu ihrem
Selbstbild. Manche Kriminologen wie der Mainzer Michael Bock beklagen,
dass in der Öffentlichkeit nur von Männergewalt die Rede sei, und
verweisen auf wissenschaftliche Untersuchungen in den USA, die beiden
Geschlechtern eine ähnlich hohe Gewaltbereitschaft attestieren."
Aber dann geht es weiter, immer nur um jenen Fall einer jungen Frau aus
Frechen bei Köln kreisend, so als stehe sie repräsentativ für den Rest
der Welt. Trotz der Gewalttätigkeiten kehrte sie immer wieder zu "ihm"
zurück. Manche Dinge zwischen Himmel und Erde vermag man eben nicht zu
fassen. Vielleicht auch dies: "Kurioserweise fühlen sich Männer in einer
Notwehrlage, fühlen sich unterlegen, wenn sie Gewalt anwenden." So eine
Aussage des Männerbüros Hannover, von der "Zeit" zitiert. In Bezug auf
jenen "Freund" mag dies in der Tat "kurios" sein, weniger kurios ist es
womöglich bei jenen von Frau Kavemann erwähnten Männern, die durch
psychische Gewalt bis zur Weißglut getrieben irgendwann das dünne Eis
des zivilisierten Umgangs ihrerseits durchbrechen.
"Steffi war 25 Jahre alt, als ihr Mann sie erwürgte. Ihr Sohn aus erster
Ehe war vier Jahre, ihre Tochter aus der Beziehung mit Peter eineinhalb
Jahre alt. Das Jugendamt hat das Mädchen zu einer Pflegefamilie gegeben.
Die Oma, bei der es fast ein Jahr lebte, kämpft seither vergeblich um
das Sorgerecht." Auch das wieder ein Kuriosum aus der deutschen Realität
familiengerichtlicher Gewalttätigkeit und Kaltschnäutzigkeit. Nur ganz
nebenbei!
Was aber rechtfertigt es, dass eine so renommierte Wochenzeitung wie die
"Zeit" diesen Fall auf der Titelseite - auf unseriöse Weise
verallgemeinert - als allgegenwärtige "Ehe-Hölle" abfeiert? Was
rechtfertigt die Feststellung im Untertitel, "noch immer" würden "Frauen
geprügelt, vergewaltigt, sogar umgebracht"? So als sei der Skandal die
größte Alltäglichkeit - und so als gäbe es nicht genug männliche Opfer
desselben Verbrechens. Im Übrigen: Die meisten Verbrechen finden seit
Menschengedenken - "noch immer" - statt. In der sogenannten Zivilisation
aber deutlich seltener. Gewisse Dämlichkeiten des politisch korrekten
Jargons sind so bestürzend wie die Erfahrungen von Crash Test Dummies.
Der Beitrag selbst bestätigt unsere Kritik in jenem oben zitierten,
entlegenen Absatz. Aber die Sensationsgier scheint in Bezug auf die
Titelseite den Verstand der Redaktion geschluckt zu haben. Eine Reihe
internationaler Untersuchungen bestätigt, dass in (je nach Untersuchung)
acht bis 15 Prozent der heterosexuellen Beziehungen körperliche Gewalt
NICHT tabu ist. (Auch zum Thema Statistiken ist Badinters neues Buch zu
empfehlen!) Je nach Untersuchungsmethode ermittelten etliche dieser
Untersuchung sogar einen höheren Anteil männlicher Opfer. In vielen
Einzelfällen stehen sich die Partner gegenseitig in Sachen
Gewalttätigkeit nicht nach. Vergleichbare Titelseiten-Propaganda (die im
vorliegenden Fall der dazugehörige Beitrag nicht mal deckt!) gibt es
gleichwohl nur über das "Opfer Frau". Warum eigentlich hat die Ansicht
in unserer Zivilisation keine Chance, dass Gewalt nicht nur DANN
abzulehnen ist, wenn sie sich gegen Frauen richtet?
Offenbar war es aber mal wieder Zeit, den Mythos der ubiquitär
geschändeten Frau aufzufrischen und dem "Gewaltschutzgesetz" zu mehr
moralischer Legitimation zu verhelfen, denn die "Zeit" war keineswegs
die einzige Gazette, die sich derartig ereiferte: "Das
Gewaltschutzgesetz ist offenbar ein Erfolg: Polizei, Rechtspfleger und
Gerichte berichten, sie hätten deutlich mehr Fälle häuslicher Gewalt zu
bearbeiten." berichtete ebenfalls am 1. April (ist das nicht
bezeichnend?) die "Frankfurter Rundschau". Was soll man dazu noch sagen?
Ein Gesetz, das die Delikte erst hervorbringt, die es zu bekämpfen
vorgibt - und das dann als Erfolg bezeichnet! Und Journaletten, hier
eine gewisse Corinna Emundts, die auf diesem Leim ihren Slapstick
versuchen: "Das neue Gesetz stellt sicher, dass die Opfer häuslicher
Gewalt zu Hause bleiben dürfen, während die Täter per Einstweiliger
Anordnung der Polizei dauerhaft aus der Wohnung oder gar dem Stadtteil
gewiesen werden können."
http://www.fr-aktuell.de/ressorts/nachrichten_und_politik/deutschland/?sid=9f802512207b49d9860d58d696282bb3&cnt=414333
Warum nur eine Einstweilige Anordnung, wenn feststeht, dass es sich um
den Täter handelt? Überall sonst ist in diesen Fällen hochnotpeinlich
von "mutmaßlichen" Tätern die Rede. Aber bei häuslicher Gewalt wäre es
doch gar zu traurig, wenn sich da am Ende gar die Unschuld eines
"Täters" erwiese. Das will nun wirklich niemand hören!
Jedenfalls möchte niemand die Frage beantworten, ob es wirklich erst
dieses Gesetzes bedurfte, um Gewalt zu delegitimieren - oder ob dieses
Gesetz zu einem neuen Boom an falschen Beschuldigungen beitrug. Das
Denunziationsmaschinchen hat in Deutschland schließlich eine
tausendjährige Tradition. Und die Rechtsprechung auf dieser Grundlage
genauso! Wenigstens lässt uns die FR nicht im Zweifel darüber, dass über
die Rechtfertigung eines Wohnungsverweises innerhalb eines halben Jahres
befunden werden muss. Falls also jemand schon immer mal ein "Sabbatical"
nehmen wollte.
In derselben Zeit, am 2. April, berichtete die Koblenzer "Rhein-Zeitung"
über zwei weitere Fälle von Gattenmord. Im einen wurde eine 41jährige
Kauffrau vom Landgericht Mainz zu acht Jahren Haft verurteilt, weil sie
einen Killer angeheuert hatte, um ihren Ehemann zu erledigen. Den habe
sie dann "unter einem Vorwand nach Kiew" geschickt, wo ihm der Killer in
einer dunklen Straße zweimal in den Kopf schoss. Bizarrer Weise konnte
sich das Opfer trotz dieser nicht eben geringfügigen Beeinträchtigung in
ein Krematorium (sic!) flüchten - und überleben. Ursache der
Mordverschwörung war angeblich der Geiz des Opfers, unter dem Frau und
Sohn zu leiden gehabt hätten. (Selbst zum Sterben war er ja offenbar zu
geizig!) Uns scheint dagegen, es war mindestens ebensosehr die Gier der
Täterin, die im Fall der Scheidung nicht auf die Hälfte ihres Hauses
hatte verzichten wollen.
Weniger eindeutig dagegen der Fall einer 35jährigen Frau aus Koblenz
(Lokalteil), die von ihrem Mann erstochen worden ist. Verschiedene
Stimmen geben zu Protokoll, die Ehe sei "alles andere als harmonisch"
gewesen, es ist von "wechselseitigen Handgreiflichkeiten" die Rede, der
Vater der Toten berichtet von Verletzungen seiner Tochter, der Bruder
des Täters davon, dass das Opfer den Mann öffentlich geohrfeigt habe.
Der erste Ehemann des Opfers schildert "Ausraster und theatralische
Auftritte" seiner Exfrau. Dann hat es offenbar den Vorwurf gegenüber dem
späteren Täter gegeben, er habe seine Tochter sexuell missbraucht. Der
Vorwurf bestätigte sich nicht. Schließlich ist davon die Rede, der Täter
habe seine Frau "abgöttisch geliebt".
Man kann die Einzelfälle eigentlich nur so und für sich stehen lassen.
Das wäre jedenfalls das Gescheiteste, würden nicht Fischköppe aus
verschiedenen Hamburger Redaktionen die Ehe-Hölle zum
allgemeinsoziologischen Befund hochjazzen! Eine solche Mischung zu
kommentieren, würden wir gerne Friedrich Nietzsche überlassen, lebte er
noch! Dieser Philosoph hätte sicher auch zur Debatte über die
Geschlechtergewalt so manch Zitierfähiges beizutragen gehabt. Sowas zum
Beispiel: "Überzeugungen sind gefährlichere Feinde der Wahrheit als
Lügen."
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DIE KÜBLBÖCKISIERUNG DES FRAUENKABARETTS
"Ihr einziges Streben, behauptet sie, sei immer ein netter Mann gewesen,
der sie ernährt. Bewerbungen mit Bild und Bankauskunft werden gern
entgegen genommen." schreibt die "Süddeutsche" am 23. März über die
"Kabarettistin" Desiree Nick. Das Foto dieser Dame deutet an, dass es
auch einer gewissen Homophilie bedarf, um sich auf sie einlassen zu
können. Dennoch hat Frau Nick, die in der Berliner "Bar jeder Vernunft"
aufzutreten pflegt, ein Kind mit einem Herrn von Hannover: "Der Vater
ihres Sohnes Oscar (.), berichtet sie, prozessiere gerade wegen der
Erhöhung der Alimente um rund 20 Euro pro Monat. Desirée Nick wedelt mit
dem Brief vom Anwalt und lacht höhnisch über das überaus magere
Jahresgehalt des Prinzen, das dort angegeben ist. Beziehungen zu Männern
seien in der Regel emotional oder finanziell schädlich, sagt sie und
grinst gallig."
Diese fulminante Stimmungskanone hat es, wie die "Süddeutsche"
erläuterte, inzwischen "ins Fernsehen geschafft, seit sie Anouschka
Renzi öffentlich beleidigt hat." Die Autorin Cathrin Kallweit findet,
das Phänomen Nick sei eine Betrachtung wert, weil es alles toppt, was
bislang als 'Küblböckisierung' der Medien-Gesellschaft bezeichnet
wurde." Will sagen: Völlig uninteressante Menschen machen gigantische
Schlagzeilen, nicht weil man sie kennen sollte, sondern man kennt sie,
weil irgendwelche Idioten diese Schlagzeilen über sie setzen! Stellt
sich die Frage, warum die "Süddeutsche" - und wir dann auch noch! - dies
alles der Rede wert befinden. Immerhin können wir anknüpfen an unser
Räsonieren über weibliche Humoristen im RoteMännerInfo 62! Und was diese
Frau Nick an Krachern zu bieten hat, ist schon sagenhaft. Wie gut, dass
uns die "Süddeutsche" informiert:
"Es wäre ,ein künstlerischer Offenbarungseid, wenn ich jetzt von meinen
brillanten, beliebten Pointen abrücke'. Täte sie das, wäre die Welt
ärmer um Pointen wie die über Uschi Glas, von der sie dachte, die habe
Krokodillederschuhe an - ,dabei war sie barfuß'. Oder über Inge Meysel,
die Schmerzen unter der Brust hatte - ,es war aber nur ein
Meniskusschaden'." Puh, das also ist eine Kabarettistin!
(Die "Süddeutsche" gibt es jetzt als E-Paper, daher zukünftig leider
meist ohne Link!)
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ÜBER DIE "RESTITUTION DER MÄNNERMACHT" BEI "KONKRET"
Schon im Februar ergoss sich der gesammelte Intellekt von
"konkret"-Autor Magnus Klaue über den Väteraufbruch (VAfK.de), der
stellvertretend für die ihre Rechte verteidigenden Männer Einiges
einstecken musste. Nicht nur das RoteMännerInfo gab dem Guten daraufhin
den Tipp, sich mal ein paar Quellen anzueignen, bevor er drauflos
salbadert. Das hat Klaue dann getan und für die Aprilausgabe denselben
Artikel nochmal geschrieben.
Da werden sich die "konkret"-Leser ganz schön geärgert haben, zahlen sie
doch 4,80 Euro fürs Heft und können dafür eigentlich erwarten, dass sie
monatlich was Neues angeboten bekommen. Immerhin zitierte man die Kritik
des RoteMännerInfos 64 ausführlich und sachlich korrekt und zeigte damit
erstmals doch sowas wie eine liberale Anwandlung. Das war immerhin
respektabel. Chapeau, die Herren!
Die RotenMänner betreiben laut "konkret" die "Restitution der
Männermacht". Oho! Wenn wir die Namen "Tjark" und "Germinal" richtig
eingeordnet haben, wurden 22 von den 23 Beiträgen der jüngsten Ausgabe
von Männern geschrieben (einschließlich des intellektuellen Dampfgemüses
von Herrn Klaue.) Und da behaupten ausgerechnet DIE, die RotenMänner
würden die "Restitution der Männermacht" betreiben!? Das ist schon
stark. Wir dürfen hoffentlich davon ausgehen, dass die Schreibkräfte in
der "konkret"-Redaktion wenigstens weiblich sind, damit die
Gleichberechtigung in diesem Kral der Menschheitsbeglücker gewahrt
bleibt!
Die RotenMänner erschienen der Redaktion in ihrem Editorial als "völlig
durchgeknispelt". Links sein und trotzdem ordentlich ablachen zu können
hat solch orthodoxe Denkfaltenleger in größte Erklärungskonflikte, ja
regelrechte intellektuelle Notstände getrieben. Genosse Gremliza und
seine Mannen konnten schon in den siebziger Jahren die Spontis nicht
mehr verstehen - um wieviel schwerer musste Ihnen das jetzt bei den
RotenMännern fallen!
Gleichwohl haben wir den Verdacht, dass einige "konkret"-Leser auf
unserer Homepage (auf die freundlicherweise hingewiesen wurde) ein
völlig neues Lebensgefühl entdeckt haben. Man kann auch ohne
Leichenbittermiene links sein, Leute! Ja, man muss sich nicht mal dafür
schämen, ein Mann zu sein! Außer vielleicht, wenn man Haare auf dem
Rücken hat!
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Die Schriftstellerin Monika Maron schrieb am 6. April in der
"Süddeutschen": "Alice Schwarzer kann Frauen nicht ausstehen, die, ehe
sie den einen oder anderen feministischen Gedanken kundtun, beteuern,
eigentlich wirklich keine Feministin zu sein. Ich kann sie zwar
verstehen, gehöre aber trotzdem zu dieser von ihr ungelittenen Spezies.
Ich bin eigentlich wirklich keine Feministin, weil es mir nicht gelingt,
die Welt vor allem als geschlechterspezifisches Problem anzusehen. Aber
alle fünf Jahre, immer wenn eine Bundespräsidentenwahl ins Haus steht
und jeweils die Partei ohne Aussicht auf den Sieg eine Frau für das Hohe
und, wie alle beteuern, auf keinen Fall zu beschädigende Amt nominiert,
und wenn jedes Mal, mitunter gegen jeden Sinn und Verstand, die
Parteienmathematik aufgeht, weil auch die Frauen die Frau nicht wählen,
schwillt das feministische Potential in mir enorm an." Warum auch nicht?
Da könnten sogar die RotenMänner Frau Maron und ihre Kandidatin
unterstützen. Schließlich kämpfen wir vor allem gegen feministische
Feindbildprojektionen, und nicht gegen die Gleichberechtigung!
Insofern können wir, in Abwandlung eines Fußballkommentars von Marcel
Reif bei einem Spiel der Senegalesen während der letzten WM, hier nur
abschließend rufen: Lauft, meine kleinen feministischen Freundinnen,
lauft!
Und viel Freude beim Ostereiersuchen
wünscht allerseits
Euer RedManAlex
(07.04.04)
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Mitteilung sollte so unzweideutig sein wie die Positionen der
RotenMänner und ihrer Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und
liberal, wir stehen für eine soziale und ökologische Politik und kämpfen
dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und
beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien
inzwischen starke Positionen erobert hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise
und Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die
Weitergabe dieses Infos an Interessierte ist erlaubt und erwünscht unter
Angabe der Quelle. Lest auch das RoteMännerManifest, das ihr - ebenso
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