Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Dank

Jeremin, Tuesday, 06.04.2004, 00:25 (vor 7977 Tagen)

Ich hab in diesem Forum schon einige Male Fragen in den Raum gestellt, für die ich mir selbst schon die Antwort gegeben habe. Natürlich kann ich auch selber denken. Aber ich bin nicht Gott. Ich mache Fehler. Deshalb stelle ich Fragen manchmal in mehreren Foren, an mehrere Menschen, bekomme so verschiedene Sichtweisen geschildert und habe Teil an verschiedenen Erfahrungen. Ich bilde mir kein Urteil nur auf Grund meiner eigenen Eindrücke, die könnten durchaus von Vorurteilen verfälscht sein.

Meine Frage war im Grunde, welche Sicht auf Männer Frauen wirklich haben. Eine Frage, die keine einzige Frau ehrlich beantworten kann, glaube ich. Zumindest keine, die weniger als einige Millionen jährlich verdient oder bekommt und keine, die jünger als achtzig Jahre ist. Die Zitate der Reichen und Schönen kann man nicht immer ernst nehmen, aber das finanzielle Desaster, das manche reiche Frau durch ihre Ehen erlitten hat, zeigt doch, dass Frauen und Männer im Grunde ziemlich gleich sind. Auch nach den Aussagen der Alten, die ja einem ganz anderen Umfeld entstammen, aber keinerlei Rücksichten mehr nehmen müssen, gibt es nur einen entscheidenden Unterschied.

Landläufig und in fast allen Kulturen ist der Mann für den Erhalt einer Familie zuständig.

Daraus erwächst eine Verantwortung, der sich eine Frau nie ernsthaft stellen muß. Natürlich ziehen Frauen auch allein Kinder auf. Aber sie können immer um Unterstützung schreien, ein Scheitern würde kaum als ihr persönliches Versagen gewertet. Oder? Würden sie es so empfinden? Oder nicht lieber dem davongelaufenen Kerl die Schuld geben, den Umständen, dem Amt? Falls es überhaupt soweit kommt. Ich bewege mich oft genug in diesen Kreisen und sehe jeden Tag, welche vielfältigen Hilfsangebote Frauen erhalten, wenn sie sich nur ein wenig bemühen. In anderen Ländern herrschen andere Sitten, dort wird das Scheitern einer Familie noch größtenteils den Frauen angelastet. Das ist aber nur hörensagen, mir fehlen genauere Beobachtungen.

Meiner bescheidenen Meinung nach wird sich das Verhältnis von Frauen und Männern erst dann entspannen, wenn Frauen in dreißig bis fünfzig Jahren ganz selbstverständlich ebenso viel Verantwortung übernehmen wie Männer und dann endlich wissen, was es bedeutet, so ein Leben zu führen. Denn heute werden letztendlich doch ausschließlich Männer für alles verantwortlich gemacht.

Aus diesen Erkenntnissen heraus wollte ich nun einfach wissen, ob es einer Frau überhaupt möglich ist, einen Mann anders zu sehen denn als Erfüllungsgehilfen im Aufzuchtgeschäft. Wenn dem so ist(und Gegenindizien sehe ich kaum) dann weiß ich ja, wie ich in Zukunft leben kann, zumindest hierzulande. Und wie nicht. Auch hierzulande.

Ich habe viele Anregungen bekommen, auch vom Emmalein, dankeschön. Der wertvollste Beitrag kam übrigens aus dem von Dir von Dir so verhassten Forum, allerdings als persönliche Mail.
Ach ja, Emmalein, Du wirst doch sicher darauf drängen, dass Dein Student seinen Abschluss macht, oder? Auch eine langfristige Investition soll schließlich irgendwann Früchte tragen. Lass Dir von meiner Stichelei nicht den Mut nehmen. Dein Hinweis auf Geben und Nehmen war sehr nützlich. Ich denke, so ist es auch.

Es hat Frauen gegeben, die sich für ihre Männer aufopferten. Wirklich? Welchen Vorteil hatten sie also?
Frauen pflegten hingebungsvoll ihre siechen Ehemänner. Kann ich bestätigen. Der hierzu notwendige Druck kam aus dem gesellschaftlichen Umfeld und aus der Erziehung der Frauen, die natürlich angesichts des Zeitfaktors, allesamt der älteren Generation entstammten. Oftmals war es auch die Angst, allein zu bleiben, nun endgültig. Vorher war man immer noch die Frau von...Danach nur noch die Witwe von. Angesichts der Witwenrente eine austerbende Tugend, denke ich.

Ich nehme es Menschen nicht übel, dass sie sind, wie sie sind. Ich mag diese arrogante Primatenart, die sich intelligent nennt und diesen herrlichen Planeten verschandelt wie ein Krebsgeschwür, ohnehin nicht sonderlich. Ich will nur einfach wissen, was und wie und warum und das möglichst genau.

Allen, die mir dabei geholfen haben und auch weiterhin, gewollt oder ungewollt, helfen werden, vielen herzlichen Dank.

Jeremin

Re: Dank

Emmalein, Tuesday, 06.04.2004, 11:43 (vor 7976 Tagen) @ Jeremin

Als Antwort auf: Dank von Jeremin am 05. April 2004 21:25:32:

Hi, Jeremin,

natürlich hoffe ich darauf, auch für ihn, dass er seinen Abschluss besteht. Tut er das nämlich nicht, wäre er sehr unglücklich, und ich sehe die Menschen, die ich liebe, ungern unglücklich.

Auch bei mir gibt es eine Menge Leute, unter anderem mein Freund, die hoffen und erwarten, dass ich in Kürze meinen Abschluss mache. Das ist kein rein maskulistisches Problem, der Druck lastet da auch auf mir.

Ich habe mich aber mit Sicherheit nicht mit dem Hintergedanken in ihn verliebt, dass er irgendwann grosses Geld verdient. Geld verdienen kann ich selber. Allerdings: Es gilt halt: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Für mich ist es nicht so wichtig, dass mein Partner die perfekte Figur hat und immer absolut top aussieht. Er muss auch nicht besonders jugendlich wirken. Für mich steht im Vordergrund, dass wir ähnlich denken, ähnliche Werte vertreten, ähnliche Freizeitbeschäftigungen haben und ähnliche Wünsche und Träume.

Das ist eher bei jemandem gegeben, der auch einen ähnlichen Bildungshintergrund hat. Erfahrungsgemäss halten Partnerschaften bei mir auch länger, wenn diese Dinge gegeben sind.

Wenn Du jetzt beispielsweise bei einer Frau hauptsächlich auf die perfekte Figur und das schicke Outfit achtest, ist es ziemlich egal, ob sie nun bildungsmässig einen ähnlichen Stand hat wie Du. Ich hab schon extrem schicke Friseusen und weniger schicke Studentinnen gesehen.

Wer also bei seiner Partnerwahl äussere Schönheit zum Hauptkriterium macht, sollte sich nicht wundern, vielleicht auch an jemanden zu geraten, der wenig bis keine Bildung hat und somit stärker auf "Versorgung" angewiesen ist.

Vielen Männern ist das Äussere ihrer Partnerin extrem wichtig. Bildung, Interessen etc. zählen sehr viel weniger.

Ausserdem wählen ja nicht nur Frauen ihre Partner, sondern auch Männer ihre Partnerinnen. Ich habe auch schon ab und zu einen Korb von einem Mann bekommen und war unglücklich verliebt.

Für dauerhafte Partnerschaften scheinen nicht nur viele Frauen ältere Partner, sondern viele Männer auch jüngere Partnerinnen zu bevorzugen. Jüngere Partnerinnen sind aber oft in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung weniger weit als ältere, einfach, weil es seine Zeit dauert, bis eine bestimmte Karrierestufe erreicht ist. Gibt es Kinder, wird möglichst viel Geld gebraucht. Wenn es, wie ich es in vielen Fällen hier in D mitbekomme und mitbekommen habe, sehr schwierig ist, Kind und Beruf zu vereinbaren, muss einer der beiden Partner eben kürzer treten. Weil der Mann dann eine hähere Karrierestufe erklommen hat (und sein Gehalt im typischen Männerberuf oft höher ist als das Gehalt im typischen Frauenberuf), wird eher die Frau aussetzen oder zurückstecken, denn auf das niedrigere Einkommen kann eher verzichtet werden.

In einem Punkt gebe ich Maskulisten aber 100%ig recht: Es sollten mehr Männer die Kinder zugesprochen bekommen. Vielleicht würde sich dann endlich etwas an der Betreuungssituation in Deutschland für Kinder ändern, weil dann auch Männer davon betroffen wären und nicht nur Frauen.

Es grüsst
das Emmalein

Re: Dank

Basil, Tuesday, 06.04.2004, 14:47 (vor 7976 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Dank von Emmalein am 06. April 2004 08:43:02:

Emmabella,
finde Deine Aussagen sehr passend bezw den Vorschlag richtig, den Männern die Kinder zuzusprechen. Erfahrung lässt reifen, das ist unbestritten eine Tatsache welche Mannchem gut tun würde! B

Hi, Jeremin,
natürlich hoffe ich darauf, auch für ihn, dass er seinen Abschluss besteht. Tut er das nämlich nicht, wäre er sehr unglücklich, und ich sehe die Menschen, die ich liebe, ungern unglücklich.
Auch bei mir gibt es eine Menge Leute, unter anderem mein Freund, die hoffen und erwarten, dass ich in Kürze meinen Abschluss mache. Das ist kein rein maskulistisches Problem, der Druck lastet da auch auf mir.
Ich habe mich aber mit Sicherheit nicht mit dem Hintergedanken in ihn verliebt, dass er irgendwann grosses Geld verdient. Geld verdienen kann ich selber. Allerdings: Es gilt halt: Gleich und gleich gesellt sich gern.
Für mich ist es nicht so wichtig, dass mein Partner die perfekte Figur hat und immer absolut top aussieht. Er muss auch nicht besonders jugendlich wirken. Für mich steht im Vordergrund, dass wir ähnlich denken, ähnliche Werte vertreten, ähnliche Freizeitbeschäftigungen haben und ähnliche Wünsche und Träume.
Das ist eher bei jemandem gegeben, der auch einen ähnlichen Bildungshintergrund hat. Erfahrungsgemäss halten Partnerschaften bei mir auch länger, wenn diese Dinge gegeben sind.
Wenn Du jetzt beispielsweise bei einer Frau hauptsächlich auf die perfekte Figur und das schicke Outfit achtest, ist es ziemlich egal, ob sie nun bildungsmässig einen ähnlichen Stand hat wie Du. Ich hab schon extrem schicke Friseusen und weniger schicke Studentinnen gesehen.
Wer also bei seiner Partnerwahl äussere Schönheit zum Hauptkriterium macht, sollte sich nicht wundern, vielleicht auch an jemanden zu geraten, der wenig bis keine Bildung hat und somit stärker auf "Versorgung" angewiesen ist.
Vielen Männern ist das Äussere ihrer Partnerin extrem wichtig. Bildung, Interessen etc. zählen sehr viel weniger.
Ausserdem wählen ja nicht nur Frauen ihre Partner, sondern auch Männer ihre Partnerinnen. Ich habe auch schon ab und zu einen Korb von einem Mann bekommen und war unglücklich verliebt.
Für dauerhafte Partnerschaften scheinen nicht nur viele Frauen ältere Partner, sondern viele Männer auch jüngere Partnerinnen zu bevorzugen. Jüngere Partnerinnen sind aber oft in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung weniger weit als ältere, einfach, weil es seine Zeit dauert, bis eine bestimmte Karrierestufe erreicht ist. Gibt es Kinder, wird möglichst viel Geld gebraucht. Wenn es, wie ich es in vielen Fällen hier in D mitbekomme und mitbekommen habe, sehr schwierig ist, Kind und Beruf zu vereinbaren, muss einer der beiden Partner eben kürzer treten. Weil der Mann dann eine hähere Karrierestufe erklommen hat (und sein Gehalt im typischen Männerberuf oft höher ist als das Gehalt im typischen Frauenberuf), wird eher die Frau aussetzen oder zurückstecken, denn auf das niedrigere Einkommen kann eher verzichtet werden.
In einem Punkt gebe ich Maskulisten aber 100%ig recht: Es sollten mehr Männer die Kinder zugesprochen bekommen. Vielleicht würde sich dann endlich etwas an der Betreuungssituation in Deutschland für Kinder ändern, weil dann auch Männer davon betroffen wären und nicht nur Frauen.
Es grüsst
das Emmalein

Re: Dank

Odin, Wednesday, 07.04.2004, 17:09 (vor 7975 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Dank von Emmalein am 06. April 2004 08:43:02:

In einem Punkt gebe ich Maskulisten aber 100%ig recht: Es sollten mehr Männer die Kinder zugesprochen bekommen. Vielleicht würde sich dann endlich etwas an der Betreuungssituation in Deutschland für Kinder ändern, weil dann auch Männer davon betroffen wären und nicht nur Frauen.

De facto sind MÄNNER die Hauptleidtragenden, daß es sowenig Betreuungsmöglichkeiten für Kinder gibt. Sie bekommen ihre Kinder nämlich gar nicht erst zugesprochen, weil sie sich ja wegen ihrer Arbeit angeblich nicht genügend um sie kümmern können.

So gesehen profitieren die Frauen am deutlichsten von den mangelnden Betreuungsmöglichkeiten (so mangelhaft sind die gar nicht - um in Ruhe zum Friseur gehen zu können reichen sie nämlich allemal und das genügt den meisten) und dies könnte auch Schlüsse zulassen, warum sich so wenig an der Situation verändert.

Andererseits hast Du aber auch Recht: Würde man den Vätern ihre Kinder zusprechen, würde sich an den Betreuungsmöglichkeiten sehr schnell was ändern. Die WOLLEN nämlich in der Regel arbeiten (auch wenn die Ex Unterhalt zahlt) und verlangen dann tatsächlich nach Betreuung und wären auch bereit dafür zu zahlen.

powered by my little forum