Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Männer als Helfer

Odin, Friday, 02.04.2004, 20:38 (vor 7980 Tagen)

37 Grad: Mein Schatz bleibt bei mir

Pflege - Ein intimes Geschäft

Was es für Männer bedeutet, ihre Frau zu pflegen

Pflege heißt nicht nur waschen, anziehen und füttern. Pflege betrifft auch sehr intime Verrichtungen wie Windeln wechseln. Tätigkeiten, die, mehr noch als kochen, Wäsche waschen oder putzen, in der Regel Frauen zugeordnet werden.

30.03.2004

Anderthalb Millionen Pflegebedürftige werden nicht im Heim, sondern zu Hause versorgt. Meistens sind es die Frauen, die ihre Männer pflegen. So wie es dem weiblichen Rollenbild in der Gesellschaft - zumindest für die ältere Generation - offenbar immer noch entspricht.

In die Situation hineingewachsen
Doch selbst bei älteren Paaren gibt es immer wieder Männer, die dieses Rollenbild durchbrechen. Männer, für die es selbstverständlich ist, ihre Frau bis zum Schluss zu begleiten.

Alle drei Protagonisten des Films sagten, dass sie in diese Tätigkeit problemlos und wie selbstverständlich hineingewachsen seien. Achim Lange hatte sich alles von Pflegekräften im Krankenhaus und in der Reha zeigen lassen. Den Haushalt ließ er sich von seiner Frau erklären, früher hatte er in diesem Bereich nie etwas gemacht.

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37 Grad: Mein Schatz bleibt bei mir

Die Männer im Verborgenen

Die Autorin über ihren Film

Es war im Sommer 2003, als ich für die Dokumentation "Hunger nach Zuwendung" recherchierte. Es ging damals um die finanziell angespannte Lage von ambulanten Pflegediensten, die ihre Kunden nur noch im Minutentakt pflegen können.

von Uta Claus, 30.03.2004

Die Zuwendung bleibt auf der Strecke. Bei fünfzehn verschiedenen Pflegediensttouren lief ich mit, um mich kundig zu machen. Erstaunt war ich darüber, dass fast bei jeder Tour unter den Familien auch ein Mann war, der seine Frau zu Hause pflegte.

Helfen und Abgrenzen
Im Gespräch stellte sich heraus, dass diese Männer extrem belastet waren, aber keinen Zweifel daran hatten, dass die Pflege ihrer Frau ihre Aufgabe ist. Oft wollten sie nicht, dass ich ihre Frauen bei der Pflege selber sehe. Sie haben ihre Frauen regelrecht behütet, wollten sie nicht jedem preisgeben. Andererseits waren die Männer sehr gerne bereit, zu reden. Es ist wohl selten jemand da, der nach ihnen, ihrem Alltag und ihren Problemen fragt. Und auch ihre Leistung anerkennt.

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