Mein Schrieb:
Als Antwort auf: Girls-Day - Ein Diskriminierungstag für Jungen? von Bruno am 22. März 2004 12:35:41:
Hallo! Hier meine Einlassung:
Offene Anmerkungen / -fragen zum Girls-Day
Sehr geehrte Damen und Herren,
wieder mal steht das (der?) Girls-Day an.
Was mir daran gefällt:
Schüler können in der Wirtschaft und in der Wissenschaft Eindrücke und Inspirationen sammeln, die wichtig für den Berufsentscheid sind. Sie erhalten Einblick in Berufsfelder, die einigen von ihnen vorher unbekannt waren und für die sie Interessen entwickeln können. Und das Ganze unabhängig von bereits entwickelten Vorinteressen, Lieblingsfächern, schulischen Leistungen und sozialen Kompetenzen. Sprich, auch, wer in Mathe und Physik bereits sehr gut ist und gewohnt ist, alles immer selber zu organisieren, darf mit.
Was mir daran nicht gefällt:
Es ist nicht auch unabhängig vom Geschlecht! Die Aktion ist nur für Mädchen, Jungen müssen draußen bleiben!
Die überdurchschnittlich guten Schulabschlüsse von Mädchen würden sich nicht in entsprechenden Studienzahlen, Diplomen und Promotionen niederschlagen, heißt es, und auch, dass die Industrie dringend Nachwuchskompetenz brauche, die in den Mädchen schlummere und die daher explizit ermuntert werden müssen.
Nun gibt es unbestreitbar auch zahlreiche Jungen, in denen versteckte Interessen stecken, die zum Vorschein kommen, wenn man sie entsprechend stimuliert. Oder solche, die genau so Anschauungsunterricht gebrauchen können wie (manche) Mädchen. Oder welche mit hervorragenden Schulnoten, ohne ein entsprechendes Studium zu ergreifen.
Ich kann eigentlich nicht finden, dass eine etwaige Disproportionierung der Geschlechter unter den genannten Merkmalen oder in den Zielberufsfeldern es rechtfertigen, dass die Teilnehmer an dieser Veranstaltung nach Geschlecht ausgewählt werden.
Ich hätte gerne gewusst, warum alle Mädchen zurecht an diesem interessanten Aktionstag teilnehmen dürfen, alle Jungen aber, nur wegen ihres Geschlechtes, nicht. Innerhalb jedes der beiden Geschlechter gibt es unterschiedliche Interessen und Charaktere. Dass diese unter den Geschlechtern etwa ungleich verteilt sind, rechtfertigt doch keine derartige Ungleichbehandlung einer Hälfte der Schüler!
Kann die bedürftige Wirtschaft auf die Rekrutierung und die Motivierung von männlicher Kompetenz verzichten? Schadet es Mädchen, wenn auch Jungen in diese Branche drängen, zumal wenn diese wächst? Sollen in Natur und Technik Frauenquoten geschönt und nicht durch störenden männlichen Nachwuchs verwässert werden? Sollen dort attraktive Arbeitsplätze für Frauen warm gehalten werden? Sollen einschlägig interessierten und begabten Jungen Scheuklappen angelegt werden, indem man sie nicht auch noch mit der Nase auf ihre Möglichkeiten stößt?
Und nicht zu vergessen den psychologischen Aspekt: Bei dieser Aktion wird Jungen, zumal sensiblen (jawohl, sowas gibts zur Genüge) eindrucksvoll klar gemacht, dass Mädchen gesucht werden und Jungen verzichtbar sind, zweite Wahl eben, wenn überhaupt.
Ich weiß nicht, ob solche Holzhammermethoden den sicher komplexen Ursachen einer etwaige unerwünschten Geschlechterungleichverteilung in den Zielbereichen gerecht werden!
Warum dürfen Jungen nicht zum Aktionstag?
Bitte dringend um Stellungnahme zu den Punkten. Danke!
Viele Grüße
Martin XY
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- Girls-Day - Ein Diskriminierungstag für Jungen? -
Bruno,
22.03.2004, 14:35
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