Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Jutta limbach wird 70

pit b., Saturday, 27.03.2004, 00:11 (vor 7987 Tagen)

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die ehemalige Vorsitzende der Bundesverfassungsgericht Jutta Limbach die jetzt wohl 70 Jahre alt wird und im Tagespiegel als "erste Frau im Staate" angepriesen wird.

Auch ihr Lebensthema, das Recht und den Rechtsstaat, sieht sie in guter Verfassung – bisher. Und wird gleich wieder politisch: „Ich warne davor, aus Angst vor Terror und Verbrechen Grundrechte zu weit einzuschränken“

Bei diesem Textauszug sollte man -um die Ironie zu verstehen- nicht vergessen das die Frau Limbach vor ziemlich genau 2 Jahren die Wehrpflicht für Männer als Verfassungsgemäß gerechtfertigt hat.

Traurig

Quelle

Re: Jutta limbach wird 70

Sven74, Saturday, 27.03.2004, 00:41 (vor 7986 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Jutta limbach wird 70 von pit b. am 26. März 2004 22:11:03:

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die ehemalige Vorsitzende der Bundesverfassungsgericht Jutta Limbach die jetzt wohl 70 Jahre alt wird und im Tagespiegel als "erste Frau im Staate" angepriesen wird.
Auch ihr Lebensthema, das Recht und den Rechtsstaat, sieht sie in guter Verfassung – bisher. Und wird gleich wieder politisch: „Ich warne davor, aus Angst vor Terror und Verbrechen Grundrechte zu weit einzuschränken“
Bei diesem Textauszug sollte man -um die Ironie zu verstehen- nicht vergessen das die Frau Limbach vor ziemlich genau 2 Jahren die Wehrpflicht für Männer als Verfassungsgemäß gerechtfertigt hat.
Traurig
Quelle

Dies ist ja der Wahnsinn in Deutschland! Ein Kaplan und auch viele Drogendealer dürfen als Verbrecher in Deutchland bleiben. Bei meinem Ex-Arbeitgeber gabe es einen sehr tüchtigen Azubi aus Bosnien, der im dritten Lehrjahr war und dann vor die Wahl gestellt wurde: Greencard USA oder Abschiebung nach Bosnien.

Grundrechte von Verbrechern sind schützenswert!

Grundrechte von 18 jährigen Männern sind nichts wert und wer sich weigert wird per Strafgesetz mit bis zu 5 Jahren Gefängnis bestraft.

Manche Mörder kommen mit weniger Jahren davon (vermindert schuldfähig, Frauen in psychischen Notlagen...)

Sven74

Re: Jutta limbach wird 70

Eugen Prinz, Saturday, 27.03.2004, 13:01 (vor 7986 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Jutta limbach wird 70 von pit b. am 26. März 2004 22:11:03:

Ich möchte auch noch mal dran erinnern, mit welchen Worten (in einer Rede vor Studentinnen an der Uni/Berlin) sich Frau Limbach geäußert hat, bevor sie ihr Amt in Karlsruhe angetreten hat:

"Was wir wollen, ist Macht! Macht für Frauen!"

Es kann also jedenfalls niemand behaupten, man habe von all dem, was sich da anbahnte, nichts gewusst, man habe ja nicht ahnen können, dass es so schlimm kommen würde...

Re: Jutta limbach wird 70

Leser, Saturday, 27.03.2004, 23:35 (vor 7986 Tagen) @ pit b.

Als Antwort auf: Jutta limbach wird 70 von pit b. am 26. März 2004 22:11:03:

Ich studiere ja jetzt mittlerweile im 8. Semester Jura..aber wie Artikel
12a "Männer können [..] zum Dienst in den Streitkräften herangezogen werden." mit Art 3. Abs 1 "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" korrespondieren soll, das hat mir noch niemand überzeugend darlegen können.

Leser

Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die ehemalige Vorsitzende der Bundesverfassungsgericht Jutta Limbach die jetzt wohl 70 Jahre alt wird und im Tagespiegel als "erste Frau im Staate" angepriesen wird.
Auch ihr Lebensthema, das Recht und den Rechtsstaat, sieht sie in guter Verfassung – bisher. Und wird gleich wieder politisch: „Ich warne davor, aus Angst vor Terror und Verbrechen Grundrechte zu weit einzuschränken“
Bei diesem Textauszug sollte man -um die Ironie zu verstehen- nicht vergessen das die Frau Limbach vor ziemlich genau 2 Jahren die Wehrpflicht für Männer als Verfassungsgemäß gerechtfertigt hat.
Traurig
Quelle

Re: Jutta limbach wird 70

Joachim, Sunday, 28.03.2004, 11:36 (vor 7985 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Leser am 27. März 2004 21:35:16:

Ich studiere ja jetzt mittlerweile im 8. Semester Jura..aber wie Artikel
12a "Männer können [..] zum Dienst in den Streitkräften herangezogen werden." mit Art 3. Abs 1 "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" korrespondieren soll, das hat mir noch niemand überzeugend darlegen können.
Leser

ich glaube, das kann dir niemand plausibel erklären, denn wenn es um die zwangsdienste geht werden gesetze verdreht, verbogen und ignoriert dargestellt bzw. menschenverachtung und menschenrechtsverletzung an männer nur aufgrund ihres geschlechts toleriert wird, ersetze männlich durch weiblich dann siehst du wie scheinheilig und hinterfotzig sie argumentieren, da sind plötzlich dann die zwangsdienste menschenverachtend, menschenrechtsverletzend, völkerrechtswiedrig solange es nur frauen betreffen würde. der eugh (straßbourg/luxemburg) hat noch kein urteil gefällt, dass nur "männer" aufgrund ihres geschlechts zum kriegsdienst (wehrpflicht/zivildienst) missbraucht, ausgebeutet, entrechtet und versklavt werden dürfen, deutschland hat es aber schon getan (bundesverfassungsgericht) und frauen daran beteiligt waren! in amerika gibt es seit 1960 keine wehrpflicht mehr und sind aber sehr kriegsfreudig!

meint joachim

Re: Jutta limbach wird 70

Sebastian, Sunday, 28.03.2004, 16:37 (vor 7985 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Joachim am 28. März 2004 08:36:29:

Ich studiere ja jetzt mittlerweile im 8. Semester Jura..aber wie Artikel
12a "Männer können [..] zum Dienst in den Streitkräften herangezogen werden." mit Art 3. Abs 1 "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" korrespondieren soll, das hat mir noch niemand überzeugend darlegen können.
Leser

ich glaube, das kann dir niemand plausibel erklären, denn wenn es um die zwangsdienste geht werden gesetze verdreht, verbogen und ignoriert dargestellt bzw. menschenverachtung und menschenrechtsverletzung an männer nur aufgrund ihres geschlechts toleriert wird, ersetze männlich durch weiblich dann siehst du wie scheinheilig und hinterfotzig sie argumentieren, da sind plötzlich dann die zwangsdienste menschenverachtend, menschenrechtsverletzend, völkerrechtswiedrig solange es nur frauen betreffen würde. der eugh (straßbourg/luxemburg) hat noch kein urteil gefällt, dass nur "männer" aufgrund ihres geschlechts zum kriegsdienst (wehrpflicht/zivildienst) missbraucht, ausgebeutet, entrechtet und versklavt werden dürfen, deutschland hat es aber schon getan (bundesverfassungsgericht) und frauen daran beteiligt waren! in amerika gibt es seit 1960 keine wehrpflicht mehr und sind aber sehr kriegsfreudig!

1960 mhm das ist jetzt aber nicht richtig oder? das die wehrpflicht eine einzige sauerei ist finde ich allerdings auch. das relativiert übrigens auch das leid der frauen in den vergangenen jahrhunderten (ich will nicht in frage stellen das viele frauen leiden und leiden mussten), denn während die frauen kaum mitsprache recht hatten (wenn es denn so war, gibt da sicherlich für und gegenbeispiele, bin jetzt zu faul ein buch darüber zu lesen ;), hatten die männer das "recht" in diversen schlachten verheizt zu werden.

--- schnipp (Link: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/16973/1.html) ---

In den USA kam mit dem Vietnamkrieg das Ende der Wehrpflicht. 1973 wurde eine Berufsarmee mit Freiwilligen eingerichtet, nachdem die amerikanischen Truppen auch aufgrund des öffentlichen Drucks aus Vietnam abgezogen wurden.

--- schnipp ---

meint joachim

Re: Jutta limbach wird 70

Odin, Monday, 29.03.2004, 02:15 (vor 7984 Tagen) @ Sebastian

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Sebastian am 28. März 2004 13:37:40:

--- schnipp (Link: http://www.heise.de/tp/deutsch/inhalt/co/16973/1.html) ---
In den USA kam mit dem Vietnamkrieg das Ende der Wehrpflicht. 1973 wurde eine Berufsarmee mit Freiwilligen eingerichtet, nachdem die amerikanischen Truppen auch aufgrund des öffentlichen Drucks aus Vietnam abgezogen wurden.
--- schnipp ---

meint joachim

Ist ja interessant: Da finden sich in Amerika kaum noch Menschen, die bereit sind, sich verarschen zu lassen und in ungerechte Kriege ziehen zu lassen und schon überlegt man sich neue Zwangsdienste.

Re: Jutta limbach wird 70

Emmalein, Monday, 29.03.2004, 17:38 (vor 7984 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Odin am 28. März 2004 23:15:09:

Hi, Odin,

die Wehrpflicht einzuführen, war eine Reaktion auf die Bedrohung der Bundesrepublik im sogenannten "kalten Krieg". Dabei ging es darum, dass ständig ein Angriff von kommunistischer Seite befürchtet wurde und im Ernstfall genügend Soldaten zur Landesverteidigung zur Verfügung stehen sollten.

Eine Ausdehnung der Wehrpflicht auf die Frauen war nie im Gespräch. Was, wenn man die heutigen "Ungerechtigkeits-Debatten" sieht, verwundert. Schliesslich sassen im damaligen Parlament fast ausschliesslich Männer, bis auf ,glaube ich, eine Frau bei den Sozialdemokraten. Da diese aber nicht regierende Partei waren, sondern die Konservativen, wird die Wehrpflicht vermutlich nicht auf ihr Konto gehen, vor allem, weil die Frau auch nicht das Militär-Ressort innehatte.

Mit der Veränderung der Aufgaben der Bundeswehr heute wäre es vielleicht auch aus diesem Grunde an der Zeit, an eine andere Struktur unseres Militärs zu denken. Heute sind Menschen mit Spezialkenntnissen gefragt, weniger solche Generalisten und solch ein "Fussvolk", wie man es durch den Wehrdienst erzeugen kann. Die Ausbildung der Spezialisten dauert für die Wehrpflichtigen einfach zu lange.

Es grüsst strategisch
das Emmalein

Re: Jutta limbach wird 70

Bruno, Monday, 29.03.2004, 18:38 (vor 7984 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 29. März 2004 14:38:24:

Eine Ausdehnung der Wehrpflicht auf die Frauen war nie im Gespräch.

...Eben. Das ist ja das ungerechte.

Was, wenn man die heutigen "Ungerechtigkeits-Debatten" sieht, verwundert. Schliesslich sassen im damaligen Parlament fast ausschliesslich Männer, bis auf ,glaube ich, eine Frau bei den Sozialdemokraten. Da diese aber nicht regierende Partei waren, sondern die Konservativen, wird die Wehrpflicht vermutlich nicht auf ihr Konto gehen, vor allem, weil die Frau auch nicht das Militär-Ressort innehatte.

...Es sind sehr wohl auch die Feministinnen, die vehement für die Beibehaltung der Wehrpflicht für Männer plädieren. Also jetzt nicht wieder die Hände in Unschuld waschen wollen. Aber das ist auch egal. Wir sind nicht gegen Frauen, sondern gegen die Diskriminierung der Männer, auch wenn diese von Männern begangen wird.

Gruß

Bruno

Gleichberechtigung ist etwas Tolles. Schade, dass sie nur für Frauen gilt.

Re: Jutta limbach wird 70

reinecke54, Monday, 29.03.2004, 20:00 (vor 7984 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 29. März 2004 14:38:24:

Mit der Veränderung der Aufgaben der Bundeswehr heute wäre es vielleicht auch aus diesem Grunde an der Zeit, an eine andere Struktur unseres Militärs zu denken. Heute sind Menschen mit Spezialkenntnissen gefragt, weniger solche Generalisten und solch ein "Fussvolk", wie man es durch den Wehrdienst erzeugen kann. Die Ausbildung der Spezialisten dauert für die Wehrpflichtigen einfach zu lange.

Ich bin heute erheblich pessimistischer, dass die maennerwehrpflicht
faellt. Was ist, wenn ein heimatschutz eingefuehrt wird? Zum objektschutz
bei terroranschlaegen braucht man keine aufwaendig ausgebildeten
spezialisten. Da reicht fussvolk. Ohne splitterwesten. Da protestiert
schon keiner.

Re: Jutta limbach wird 70

Emmalein, Monday, 29.03.2004, 21:06 (vor 7984 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von reinecke54 am 29. März 2004 17:00:44:

Mit der Veränderung der Aufgaben der Bundeswehr heute wäre es vielleicht auch aus diesem Grunde an der Zeit, an eine andere Struktur unseres Militärs zu denken. Heute sind Menschen mit Spezialkenntnissen gefragt, weniger solche Generalisten und solch ein "Fussvolk", wie man es durch den Wehrdienst erzeugen kann. Die Ausbildung der Spezialisten dauert für die Wehrpflichtigen einfach zu lange.

Ich bin heute erheblich pessimistischer, dass die maennerwehrpflicht
faellt. Was ist, wenn ein heimatschutz eingefuehrt wird? Zum objektschutz
bei terroranschlaegen braucht man keine aufwaendig ausgebildeten
spezialisten. Da reicht fussvolk. Ohne splitterwesten. Da protestiert
schon keiner.

Hi, Reinicke,

gerade da ist eine Spezialausbildung unabdingbar. Es ist sehr wichtig, nicht wild in die Menge zu schiessen, sondern nur gezielt auf die Terroristen loszuschlagen. Und ohne Splitterwesten, bei den Sprengstoffanschlägen, die da in der letzten Zeit gewesen sind? Unsere Bundeswehr wäre des Wahnsinns fette Beute!

Es grüsst das nicht hoffend
das Emmalein

Re: Jutta limbach wird 70

Sven74, Monday, 29.03.2004, 21:08 (vor 7984 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von reinecke54 am 29. März 2004 17:00:44:

Mit der Veränderung der Aufgaben der Bundeswehr heute wäre es vielleicht auch aus diesem Grunde an der Zeit, an eine andere Struktur unseres Militärs zu denken. Heute sind Menschen mit Spezialkenntnissen gefragt, weniger solche Generalisten und solch ein "Fussvolk", wie man es durch den Wehrdienst erzeugen kann. Die Ausbildung der Spezialisten dauert für die Wehrpflichtigen einfach zu lange.

Ich bin heute erheblich pessimistischer, dass die maennerwehrpflicht
faellt. Was ist, wenn ein heimatschutz eingefuehrt wird? Zum objektschutz
bei terroranschlaegen braucht man keine aufwaendig ausgebildeten
spezialisten. Da reicht fussvolk. Ohne splitterwesten. Da protestiert
schon keiner.

Die CDU will ja die Bundeswehr als Hilfspolizei einsetzen. Als Kanonenfutter und noch dazu für ein Taschengeld sind dann die wehrpflichtigen Männer dann wieder gut genug.

Mann könnte bei der Bundeswehr auch einiges an Geld sparen, wenn man die ganzen Berufssportler abschafft. Wenn man die Wintersportveranstaltungen genau verfolgt, kommt der Verdacht auf, dass die meisten Wintersportlerinnen gleichzeitig Bundeswehrsoldatinnen sind. Diese dürften in Wahrheit nichts weiter als Berufssportlerinnen sein, welche außer bei der Ausbildung wohl kaum mal eine Karserne von innen gesehen haben.

Es kann nicht angehen, dass teilweise mit Helmen rumgelaufen wird, wo unter dem Lack noch Hakenkreuze zu finden sind, gleichzeitig aber Berufssportlerinnen durch die Bundeswehr bezahlt werden.

Sven74

Re: Jutta limbach wird 70

reinecke54, Monday, 29.03.2004, 21:38 (vor 7984 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 29. März 2004 18:06:31:

gerade da ist eine Spezialausbildung unabdingbar. Es ist sehr wichtig, nicht wild in die Menge zu schiessen, sondern nur gezielt auf die Terroristen loszuschlagen. Und ohne Splitterwesten, bei den Sprengstoffanschlägen, die da in der letzten Zeit gewesen sind? Unsere Bundeswehr wäre des Wahnsinns fette Beute!

Wieso? Vor Kasernen schieben doch jetzt schon
wehrpflichtige wache. Mit scharfer munition
natuerlich. Hab ich selbst damals gemacht.

Das war uebrigens zur hoch-zeit der Baader-
Meinhof-Bande. Trotzdem hat man uns eingeblaeut,
dass man nicht auf frauen & kinder schiessen
soll.

Und ich kenne jemanden, der zu zeit des soldatenmords
von lebach wehrpflichtiger war - und auch wache schieben
musste. Die jungs waren damals sehr nervoes.

Jedenfalls bezieht sich die forderung der CDU
auf objektschutz, z.B. (man beachte das wort
kostenneutral!):

Mittwoch 17. März 2004, 17:07 Uhr

Berliner CDU für Sicherheits-Einsatz der Bundeswehr im Inland

Berlin (ddp-bln). Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus macht sich für den Einsatz der Bundeswehr zur Gefahrenabwehr im Inland stark. Nach den Anschlägen von Madrid sei eine neue Sicherheitsstrategie im Bund und in den Bundesländern zum Schutz der Bevölkerung «dringend erforderlich», sagte Innenexperte Frank Henkel am Mittwoch in Berlin.

Die Polizei muss nach Ansicht Henkels entlastet werden. Sinnvoll wäre es daher, die Bundeswehr vor allem beim Objektschutz einzusetzen. Den Senat forderte die CDU-Fraktion in einem dringlichen Antrag auf, eine entsprechende Initiative Bayerns, Hessens, Sachsens und Thüringens im Bundesrat zu unterstützen.

Beim Schutz öffentlicher Gebäude bestehen nach Ansicht der Berliner CDU-Franktion schon jetzt «massive Defizite». Die Terror-Gefahr in westlichen Großstädten verschärfe das Problem noch. Gerade Berlin biete mit vielen jüdischen Einrichtungen und ausländischen Botschaften potentielle Anschlagsziele. Der verstärkte Einsatz der Bundeswehr im Inneren wäre ein «kostenneutraler Ansatz» für mehr Sicherheit, betonte Henkel.

Re: Jutta limbach wird 70

Emmalein, Monday, 29.03.2004, 21:55 (vor 7984 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von reinecke54 am 29. März 2004 18:38:10:

gerade da ist eine Spezialausbildung unabdingbar. Es ist sehr wichtig, nicht wild in die Menge zu schiessen, sondern nur gezielt auf die Terroristen loszuschlagen. Und ohne Splitterwesten, bei den Sprengstoffanschlägen, die da in der letzten Zeit gewesen sind? Unsere Bundeswehr wäre des Wahnsinns fette Beute!

Wieso? Vor Kasernen schieben doch jetzt schon
wehrpflichtige wache. Mit scharfer munition
natuerlich. Hab ich selbst damals gemacht.
Das war uebrigens zur hoch-zeit der Baader-
Meinhof-Bande. Trotzdem hat man uns eingeblaeut,
dass man nicht auf frauen & kinder schiessen
soll.
Und ich kenne jemanden, der zu zeit des soldatenmords
von lebach wehrpflichtiger war - und auch wache schieben
musste. Die jungs waren damals sehr nervoes.
Jedenfalls bezieht sich die forderung der CDU
auf objektschutz, z.B. (man beachte das wort
kostenneutral!):
Mittwoch 17. März 2004, 17:07 Uhr
Berliner CDU für Sicherheits-Einsatz der Bundeswehr im Inland
Berlin (ddp-bln). Die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus macht sich für den Einsatz der Bundeswehr zur Gefahrenabwehr im Inland stark. Nach den Anschlägen von Madrid sei eine neue Sicherheitsstrategie im Bund und in den Bundesländern zum Schutz der Bevölkerung «dringend erforderlich», sagte Innenexperte Frank Henkel am Mittwoch in Berlin.
Die Polizei muss nach Ansicht Henkels entlastet werden. Sinnvoll wäre es daher, die Bundeswehr vor allem beim Objektschutz einzusetzen. Den Senat forderte die CDU-Fraktion in einem dringlichen Antrag auf, eine entsprechende Initiative Bayerns, Hessens, Sachsens und Thüringens im Bundesrat zu unterstützen.
Beim Schutz öffentlicher Gebäude bestehen nach Ansicht der Berliner CDU-Franktion schon jetzt «massive Defizite». Die Terror-Gefahr in westlichen Großstädten verschärfe das Problem noch. Gerade Berlin biete mit vielen jüdischen Einrichtungen und ausländischen Botschaften potentielle Anschlagsziele. Der verstärkte Einsatz der Bundeswehr im Inneren wäre ein «kostenneutraler Ansatz» für mehr Sicherheit, betonte Henkel.

Das klingt in der Tat bedenklich..

Und nach extremem Profit-Denken!

Es grüsst
nun doch etwas pessimistischer
das Emmalein

Re: Jutta limbach wird 70

Odin, Tuesday, 30.03.2004, 02:46 (vor 7983 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von reinecke54 am 29. März 2004 18:38:10:

Ich halte die Sache tatsächlich für sehr gefährlich. Der von der CDU geforderte Objektschutz ist tatsächlich sehr billig. Die Aussage: Die Soldaten machen ja auch Objektschutz im Ausland, ist absoluter Quatsch: Das sind ja gerade die Aufgaben, die die Soldaten so schnell wie möglich an die dortige Polizei übergeben möchten. Da kann man doch nicht im Inland den umgekehrten Weg gehen. Die Gefahr ist auch viel zu groß, daß die Soldaten auf die eigene Bevölkerung losgehen müssen. Stell Dir mal ein von Soldaten gesichertes Wackersdorf vor? Oder wie oft meinen diese schmaldenker eigentlich, daß Terroristen Einrichtungen bei uns angreifen?
Der einzige "Nutzen" ist, daß Arbeitskräfte bei der Polizei abgebaut werden und durch billige Kräfte von Zwangsarbeitern ersetzt werden können.
Warum nur die Polizei? Was ist mit Feuerwehr? Oder wenn mal wieder die Müllabfuhr streikt?
Welchen Staat will die CDU eigentlich?

Re: Jutta limbach wird 70

Sebastian, Tuesday, 30.03.2004, 07:37 (vor 7983 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 29. März 2004 14:38:24:

ich hab ne bessere idee, lasst uns ein paar dicke atomraketen kaufen (und zwar die guten, die russen haben soviel atomsprengköpfe das sie uns sicher welche verkaufen) unsere armee auflösen und wenn uns wirklich mal jemand angreifen sollte existiert der angreifer einfach nicht mehr.
das hilft zwar nicht den angriff an und für sich abzuwehren aber es reicht um einen angriff nutzlos erscheinen zu lassen. damit wird man zwar keine terroristen los, aber die wird man auch nicht mit einer regulären armee los.

Re: Jutta limbach wird 70

Emmalein, Tuesday, 30.03.2004, 12:47 (vor 7983 Tagen) @ Bruno

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Bruno am 29. März 2004 15:38:01:

Hi,Bruno,

ich sprach über die Situation zu der Zeit der Einführung der Wehrpflicht. Feminismus war damals in keinster Weise das grosse Thema der Politik.

Ich verwies auf den Tatbestand, dass sich im Parlament zum damaligen Zeitpunkt meines Wissens nach nur eine einzige Frau befand. Noch dazu in der nicht regierenden Partei, sondern in der Oppositionspartei, was ihren Einfluss wohl etwas geringer machte. Zudem war diese betreffende Frau keine Expertin für Militärfragen und auch nicht in dieses Amt gewählt.

Was ich mit diesen Tatsachen verdeutlichen wollte, war, dass für die Entscheidung der Einführung der Wehrpflicht im Prinzip nur Männer verantwortlich gemacht werden können. Männer haben also ihre eigenen Geschlechtsgenossen zu diesem Dienst "verdonnert". Und zu einem Grossteil wage ich zu behaupten, dass diese Männer (Adenauer z. B.) mit Feminismus absolut nichts am Hut hatten, und dass ihnen ein Feminismus-Vorwurf mit Sicherheit absurd vorgekommen wäre.

Du hingegen startest wieder einen völlig unmotivierten Angriff auf alle Feministinnen. Wer sind eigentlich "die Feministinnen"? Ein monolithischer Block?

Einige Maskulisten machten mir gegenüber geltend, dass Feminismus ganz offensichtlich schwer zu begreifen sei, weil er sich widerspräche. Das liegt daran, dass es sehr viele verschiedene Richtungen des Feminismus gibt. Bei einer Bewegung, die schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, ist das eine normale Entwicklung, wenn sie nicht diktatorisch zusammengehalten wird.

Eine differenzierte Betrachtung des Feminismus würde jedoch, denke ich, hier viele überfordern, und mir fehlt auch die Zeit dazu.

Ich werde einige Ansätze kurz charakterisieren: Einerseits gibt es den Ansatz, dass Frauen die gleichen Rechte zugestanden werden sollen, wie sie Männer seit Jahrhunderten hatten: Das Recht auf Eigentum, freie Entfaltung der Persönlichkeit, Berufstätigkeit, Studium etc. Dann gibt es den Ansatz, dass Frauen sich nicht von Männern her definieren sollen, sondern eigene weibliche Vorstellungen entwickeln sollen - ein Ansatz in dem diese Rechte weniger den Mittelpunkt bilden und vielmehr die Frau von der Fähigkeit zur Mutterschaft definiert wird. Es gibt noch tausende mehr, aber mir fehlt dieZeit, sie alle zu erläutern.

Von daher ist es sehr schwer, irgendetwas "dem" Feminismus in die Schuhe zu schieben. Es gibt sehr unterschiedliche Ausprägungen.

Es grüsst erläuternd
das Emmalein

Re: Jutta limbach wird 70

reinecke54, Tuesday, 30.03.2004, 14:08 (vor 7983 Tagen) @ Leser

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Leser am 27. März 2004 21:35:16:

Ich studiere ja jetzt mittlerweile im 8. Semester Jura..aber wie Artikel
12a "Männer können [..] zum Dienst in den Streitkräften herangezogen werden." mit Art 3. Abs 1 "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" korrespondieren soll, das hat mir noch niemand überzeugend darlegen können.

Ich glaube, das liegt an einer denkblockade. Wehrpflicht
und maenner gehoert fuer viele leute einfach zusammen wie
die schwerkraft zur erde. Als man in Bayern & Baden-Wuerttemberg
die feuerwehrpflicht einfuehrte, war auch nur eine pflicht fuer
maenner denkbar - alles andere lag ausserhalb des vorstellungs-
vermoegens.

In der rechtsgeschichte gibt es zahlreiche solcher denkblockaden.
Mein lieblingsbeispiel, das ich auch gern mit dem Limbach-urteil
vergleiche, ist der Dred-Scott-case in den USA, z.b.
http://www.pbs.org/wgbh/aia/part4/4h2933.html

Ein schwarzer (sklave) lebte eine zeitlang in Illinois, ein staat
ohne sklaverei. Er haette dort die chance gehabt, seine freiheit
zu beantragen. Aber er zog zu seinem besitzer nach missouri.
Erst als dessen witwe ihn (Dred Scott) verkaufen wollte, versuchte
er, die freiheit zu erlangen und amerikanischer staatsbuerger zu
werden. Die sache ging bis zum Supreme Court, der ja mit unserem
verfassungsgericht vergleichbar ist. 1856 entschied der Supreme Court,
dass afroamerikaner kein recht hatten, amerikanische staatsbuerger zu
werden.

"The nine justices of the Supreme Court of 1856 certainly had biases regarding slavery. Seven had been appointed by pro-slavery presidents from the South, and of these, five were from slave-holding families."

Chief Justice Taney ist hier mit frau Limbach zu vergleichen.

"Taney -- a staunch supporter of slavery and intent on protecting southerners from northern aggression -- wrote in the Court's majority opinion that, because Scott was black, he was not a citizen and therefore had no right to sue. The framers of the Constitution, he wrote, believed that blacks "had no rights which the white man was bound to respect; and that the negro might justly and lawfully be reduced to slavery for his benefit.""

Interessant ist das fuersorglichkeit ausstrahlende "for his benefit".
Wehrpflichtbefuerworter sagen ja auch gern, dass die wehrpflicht den
jungen maennern die gelegenheit gibt, der gesellschaft etwas zurueck-
zugeben, also "for their benefit" ist.

Also zusammengefasst: rassistische richter beugen aus denkblockade
die verfassung. Das war 1857. Der sezessionskrieg endete 1865.
Keine 10 jahre spaeter waere das urteil mit sicherheit anders
ausgefallen.

Re: Jutta limbach wird 70

Odin, Tuesday, 30.03.2004, 14:22 (vor 7983 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 30. März 2004 09:47:53:

Du hingegen startest wieder einen völlig unmotivierten Angriff auf alle Feministinnen. Wer sind eigentlich "die Feministinnen"? Ein monolithischer Block?
Einige Maskulisten machten mir gegenüber geltend, dass Feminismus ganz offensichtlich schwer zu begreifen sei, weil er sich widerspräche. Das liegt daran, dass es sehr viele verschiedene Richtungen des Feminismus gibt. Bei einer Bewegung, die schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, ist das eine normale Entwicklung, wenn sie nicht diktatorisch zusammengehalten wird.
Eine differenzierte Betrachtung des Feminismus würde jedoch, denke ich, hier viele überfordern, und mir fehlt auch die Zeit dazu.

Mein Gott! Schnallst Du eigentlich überhaupt nichts?

Re: Jutta limbach wird 70

Emmalein, Tuesday, 30.03.2004, 14:27 (vor 7983 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Odin am 30. März 2004 11:22:45:

Du hingegen startest wieder einen völlig unmotivierten Angriff auf alle Feministinnen. Wer sind eigentlich "die Feministinnen"? Ein monolithischer Block?
Einige Maskulisten machten mir gegenüber geltend, dass Feminismus ganz offensichtlich schwer zu begreifen sei, weil er sich widerspräche. Das liegt daran, dass es sehr viele verschiedene Richtungen des Feminismus gibt. Bei einer Bewegung, die schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, ist das eine normale Entwicklung, wenn sie nicht diktatorisch zusammengehalten wird.
Eine differenzierte Betrachtung des Feminismus würde jedoch, denke ich, hier viele überfordern, und mir fehlt auch die Zeit dazu.

Mein Gott! Schnallst Du eigentlich überhaupt nichts?

Hi, Odin,

dies war eine sehr differenzierte und intelligente Aussage. Leider etwas zu differenziert und intelligent für mich.

Mach es mir also leichter und beschreibe Deine Einwände mit ein paar mehr Worten.

Es grüsst ironisch
das Emmalein

Re: Jutta limbach wird 70

Darki, Tuesday, 30.03.2004, 16:46 (vor 7983 Tagen) @ Emmalein

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Emmalein am 30. März 2004 11:27:36:

"Wir sind nicht gegen Frauen, sondern gegen die Diskriminierung der
Männer, auch wenn diese von Männern begangen wird."

Jetzt?

Re: Jutta limbach wird 70

Norbert, Tuesday, 30.03.2004, 17:29 (vor 7983 Tagen) @ Darki

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Darki am 30. März 2004 13:46:55:

"Wir sind nicht gegen Frauen, sondern gegen die Diskriminierung der
Männer, auch wenn diese von Männern begangen wird."
Jetzt?

Nein, nicht erst jetzt, sondern schon immer.

Re: Jutta limbach wird 70

Darki, Wednesday, 31.03.2004, 13:30 (vor 7982 Tagen) @ Norbert

Als Antwort auf: Re: Jutta limbach wird 70 von Norbert am 30. März 2004 14:29:26:

"Wir sind nicht gegen Frauen, sondern gegen die Diskriminierung der
Männer, auch wenn diese von Männern begangen wird."

Jetzt?

Nein, nicht erst jetzt, sondern schon immer.

8-)

ich meinte ob es emma jetzt endlich begriffen hat!

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