Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Jugend offen für soziales Pflichtjahr

pit b., Wednesday, 24.03.2004, 20:41 (vor 7988 Tagen)

Auch Franziska Fischer, 11. Klasse, ist dafür. "Das wäre den Männern gegenüber doch nur gerecht."

Das macht einem doch mut, oder?
Vielleicht wächst ja gerade einer Generation von jungen Frauen heran, die eine ganz frauenuntypische Vorstellung von Gerechtigkeit vertritt.
Aber schon eine Klasse höher, zeigt sich dass jungen Frauen sehr viel mehr um ihre eigene, persönliche Freiheit besorgt sind als die meisten Dienstverpflichteten männer:

Auch Wibke Broy, 12. Klasse, hat Bedenken. Die Ausbildungszeiten seien jetzt schon viel zu lang. "Wenn ich dann noch ein soziales Jahr machen muss, bin ich doch schon 35, ehe ich mit dem Job beginne."

Immerhin, das Argument ist noch geschlechtsneutral!
Aber in dem wiederum nächst höheren Jahrgang sieht das nun ganz anders aus:

Ein soziales Pflichtjahr für Frauen würde den Abwärtstrend der Geburtenzahlen noch verstärken, befürchtet Anke Pester, 13. Klasse. "Die Frauen werden ohnehin schon immer älter, bevor sie das erste Kind kriegen. Kommt ein weiteres Jahr hinzu, überdenken vielleicht viele ihren Kinderwunsch."

Stephan Mittelstedts Mutter arbeitet im Altersheim. Oft sei sie völlig überlastet, weil es an Zivis fehle. "Ein soziales Pflichtjahr würde zwar Abhilfe schaffen, aber zu so einer Arbeit sollte niemand gezwungen werden."

Offenbar ist sich die älteste, in dem Artikel vertretende, Frauengeneration nicht ganz sicher was sie denn nun als "Zwang" verstehen muss und was nicht.

Politiker aller Parteien sowie Vertreter von Wohlfahrtsverbänden fordern deshalb ein soziales Pflichtjahr für alle.

Ob das allerdings stimmt, da bin ich mir nicht so sicher.
Soweit ich weiss ist so ziemlich jeder Politiker und vertreter von Wohlfahrtsverbänden gegen ein soziales Pflichtjahr.

Sebastian Stange, 12. Klasse, will nach dem Abitur seinen Zivildienst leisten.

Mit solche Formulierung hingegen habe ich persönlich ein Problem.
Ich kann es eben nicht haben, wenn jemand einen persönlichen Bezug
zwischen eine jungen Mann und den Dienst, den er leisten muss, herstellt.
Eine solche Formulierung setzt eine persönliche Entscheidungsfreiheit vorraus.
Der Dienst, den ein junger Mann für die Gesellschaft leisten muss, hat seinen Ursprung eben nicht in dieser persöhnlichen Entscheidungsfreiheit, sondern Er wird ihm von der Gesellschaft aufgezwungen.
Somit leistet ein junger Mann also nicht "seinen Zivildienst" für die gesellschaft, sondern er leistet "den Dienst" der ihm von der Gesellschaft aufgezwungen wird.

Ich weiß zwar nicht ob das Gramatikalisch richtig ist (war Deutsch Grundkurs!) Stehe aber voll und ganz hinter dieser Überlegung und empfinde es als Höhn, wenn man zu mir "deinen Zivildienst" sagt.

Timm Schneider will nach dem Abitur zur Bundeswehr. "Ich möchte dort studieren", begründet er seine Entscheidung. Der Wehrdienst sollte auch beibehalten werden, denn er sei eine wichtige Lebenserfahrung. Benachteiligt fühle sich der Dreizehntklässler dadurch nicht, denn schließlich könnten Frauen jetzt auch zur Armee.

Leider gibt es auch Negativbeispiele die für eine Art von Dummheit stehen die, schlicht durch Egoismus und Ignorantz zu einer Beschränkung der eigenen Urteilskraft auf jedeglich seine eigenen persönlichen Wünsche und Ziele, zu einem vermindertem Respekt für das Recht auf Entscheidungsfreiheit Anderer führen.

Quelle


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