Rote Männer Info Nr 66
Rote Männer!
Göttinnen! ---
Und all ihr kleinen Teufel!
Eine wahnsinnig interessante Frage: "Ist Gott eine Frau?" Das
evangelische Christenmagazin "chrismon" jedenfalls findet es
"wünschenswert, den weiblichen Zügen Gottes mehr Aufmerksamkeit zu
schenken". Mag ja alles sein, aber da Gott auch in der christlichen
Mythologie ein zwar skat-tauglich dreifaltiges, aber sonst doch sehr
singuläres Wesen ist, folglich ohnehin keinen Sex haben kann, ist die
Frage eigentlich müßig. Interessanter wäre dagegen die Frage, ob sie von
Unterhalt, Sozialhilfe oder - am Ende - von eigenem Einkommen lebt und
Tee oder Kaffee zum Frühstück bevorzugt.
http://www.chrismon.de/forum-reli.html
Aber in "chrismon" gibt es auch wirklich lesenswerte Beiträge, etwa
einen sehr sensiblen Bericht über die Situation von Jungen in unserer
Gesellschaft. Welcher Mann würde freiwillig das Alter zwischen 11 und 17
nochmal durchlaufen wollen? Eine entsetzliche Zeit, in der man seine
hormonschäumende Pickligkeit mit stimmbrüchigem Krakeelertum kompensiert
und dafür die angewiderten Blicke der Erwachsenenwelt in Kauf nimmt. Wie
ist das, ein Junge zu sein, wurde eine Gruppe gefragt. "Alle sind sich
einig: Ein Junge zu sein hat mehr Nachteile als Vorteile. Zum Beispiel,
dass man immer die Schuld bekommt."
http://www.chrismon.de/cframe-a1.html
Aber Gemach, es ist keineswegs ausgemacht, dass das auf gestandene
Männer nicht mehr zuträfe! Zum Beispiel bei diesem Fall aus München:
Ein Mann wird wegen Vergewaltigung seiner Freundin zu viereinhalb Jahren
Haft verurteilt, obwohl die genetische Analyse keinerlei Hinweise auf
ihn ergab. Jetzt gelang es dem Verurteilten, eine Neuansetzung des
Verfahrens durchzusetzen. Diesmal wurden genetische Spuren gefunden -
jedoch von einem Anderen. Der Beschuldigte wurde dennoch erneut
verurteilt. Die Richter waren nämlich der Auffassung, dass die Frau den
Vorfall glaubwürdig vorgetragen habe. Außerdem wurde kräftig spekuliert:
"Vermutlich seien die Genproben auf dem Weg zwischen den
gerichtsmedizinischen Institutionen kontaminiert worden. Das Gericht
halte es aber auch für nicht abwegig, dass der Angeklagte neben der
Beziehung sexuellen Kontakt mit einer anderen Frau gehabt habe, die
wiederum Geschlechtsverkehr mit einem fremden Mann hatte. Dies könne die
fremden männlichen Chromosomen erklären."
http://www.taz.de/pt/2004/03/09/a0118.nf/text Lecken und spritzen bis
der Klempner kommt, das muss die Lösung sein! Nur wieso waren denn nun
keine Gene des "Täters" nachweisbar?
Lieber einen Mann zuviel im Knast als einen zuwenig, werden sich die
Richter am Münchner Landgericht gedacht haben. In dubio vielleicht pro
Theo, aber nicht pro reo! Man kann über unsere Justiz sagen, was man
will: Das Mittelalter kriegt bei ihr echt eine Chance! Allerdings war
die Rechtssituation insofern im Mittelalter besser, als man sich über
das Kriterium der Gerechtigkeit gar keinen Illusionen hingab - im
Gegensatz zum heutigen Rechtsstaat, dem naive Zeitgeister solch einen
moralischen Ehrgeiz noch unterstellen.
Eines der grausamsten und erschütterndsten Verbrechen der jüngeren
deutschen Geschichte ist der Fall einer Mutter, die zwei ihrer Kinder in
der Wohnung zurückließ. Die beiden Jungs verdursteten langsam, über zwei
Wochen lang. Die "Zeit" überschreibt den Bericht über eine Dokumentation
dieses Falls mit "Menschheitsdämmerung". Schon diese Besprechung treibt
einem an einigen Stellen Tränen in die Augen:
http://www.zeit.de/2004/12/Die_Kinder_sind_tot
Über die Probleme, die entstehen, wenn Frauen ins Militär einrücken,
schrieb der konservative Historiker Martin van Creveld 2001 ein
aufschlussreiches Buch. Nachdem die Bundeswehr das militärische Zölibat,
dem Zeitgeist folgend, aufgehoben hat, bestätigen sich Crevelds
Bedenken. Der jüngste Bericht des Wehrbeauftragten des Bundestags
Wilfried Penner führt gleich eine ganze Reihe von Fällen auf, wonach es
in der Männerdomäne Bundeswehr nach dem Einrücken von Soldatinnen zu
Übergriffen gekommen ist. Allerdings scheint damit auch das Problem des
"Missbrauchs mit dem Missbrauch" drastisch ins Bewußtsein vieler
Soldaten gerückt zu sein: "Immer mehr ältere Offiziere etwa treibe schon
jetzt die Angst, zu Unrecht als Lust-Monster zu gelten, berichtet
Penner. ,Viele vermeiden Begegnungen mit Soldatinnen unter vier Augen.
Sie rufen Zeugen hinzu oder lassen wenigstens die Tür weit offen', so
der Wehrbeauftragte." http://www.taz.de/pt/2004/03/10/a0104.nf/text
Die Tourismusbranche entdeckt den geschlechtsspezifischen Urlaub nun
auch für Frauen. Nachdem es insgeheime Pendants für männlichen
Sextourismus längst gibt, der aber bei Frauen keineswegs als
vergleichbar anstößig gilt, werben TUI & Co. jetzt auch für ganz
zivilisierte Frauenangebote mit "Wellness", Frauenskikurs und
Männerstrip: "Nicht zuletzt Skiorte in Österreich setzen auf das
weibliche Geschlecht und bitten alljährlich zur ,Lady's Week'."
http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,289583,00.html Unklar
blieb, ob dies eine Art Äquivalent zu jenen "Männergärten" in Hamburg
und Köln darstellen könnte, so dass zukünftig auch Männer ihre Frauen in
eine betreute Freizeiteinrichtung schicken können, damit sie nicht
stören.
Auch die Stockholmer U-Bahn erwägt, abends Wagen nur für Frauen rollen
zu lassen. Es solle geklärt werden, welche Bedürfnisse Frauen hätten,
die nachts allein U-Bahn fahren.
http://www.taz.de/pt/2004/03/11/a0166.nf/text Wir kennen das von
unseren Besuchen beim Ruhrpottschlager Schalke gegen Dortmund, wo man
die Gelben und die Blauen auch nicht in denselben Waggons zum Stadion
lässt. Wenn sie dann aussteigen, müssen sie sich aber trotzdem den
Fußweg zum Stadion teilen. Das geht. Von gelegentlichen Pöbeleien
abgesehen. Das sind wir Männer doch gewöhnt! Die Schweden sollten
deshalb locker bleiben: Ob Frauen oder Hooligans - wir werden's
überleben!
Eine brisante Umfrage: Immerhin 13 Prozent der befragten Männer gaben
an, dass ihnen eine Frau als Vorgesetzte lieber wäre - aber nur fünf
Prozent der Frauen wollten eine Chefin.
http://www.taz.de/pt/2004/03/18/a0200.nf/text Das auszuwerten könnte
ein Buch füllen: 13 Prozent! Das entspricht ziemlich genau dem Anteil
der Sadomasochisten an der männlichen Population von Gotham City. Mach
euch selbst eueren Reim. Und sagt es denen, die sich immer noch wundern,
wie wenig Frauen es in Führungspositionen gibt!
Anscheinend gibt es vereinzelt Probleme mit dem Anklicken unserer Links.
Können wir nicht ändern. Kopiert sie notfalls in die Internetadresszeile
- oder lest die Infos im Internet unter [www.rotemaenner.de]. Oder in
den Foren. Allerdings sind diese Schwierigkeiten uns selbst nicht
nachvollziehbar, weil wir selbst sie bei einer Prüfung nicht hatten.
Viel bedenklicher ist derweil der sich allmählich wieder ausbreitende
Mangel an verwertbarem Unsinn für unser Info - in der Regel Zeichen für
die Notwendigkeit einer unserer beliebten schöpferischen Pausen. Ostern
scheint uns auch in diesem Jahr allemal ein legitimer Anlass, mal wieder
für ein paar Wochen auszusetzen und das Weite sowie neuen Input zu
suchen. Heute hat es gerade noch für ein paar Hors d'Oeuvres gereicht:
1. Die ganze Welt ist voller Gewalt. Wusstet ihr schon? Na gut. Nur wenn
sich diese Gewalt gegen Frauen (und manchmal gegen Kinder) richtet, ist
das überhaupt der Rede wert. Und einiger Desinformation.
2. Wir spannen einen eigentlich völlig willkürlichen Bogen von
Schopenhauer zu Lea Rosh. Das hat weder der Eine noch die Andere
verdient. Mach aber deutlich, wie dringend wir die Pause brauchen!
3. Opfer des Monats März sind die armen Arzthelferinnen. Jetzt müssen
sie auch noch Zehneuroscheine einsammeln. Lest selbst, wie
frauenverachtend diese neue sozialpolitische Sauerei von Rotgrün
wirklich ist! (..die in Wirklichkeit übrigens von den Schwarzen
durchgesetzt wurde!)
4. Ein Nachtrag zur Hausfrauenrevolution, die wir vor zwei Ausgaben
bekicherten. Frau Kroetz Relin gab zu bedenken. Wir aber auch.
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"KLÄRT DIE SCHULDFRAGE - ABER LÖST BLOSS NICHT DAS PROBLEM!"
GEWALT IST VOR ALLEM FÜR FRAUEN NÜTZLICH, DIE SIE N I C H T TRIFFT
Außenminister und hochrangige Regierungspolitikerinnen aus 24 Staaten
haben am Rande der UNO-Menschenrechtskommission in Genf in einer
Erklärung zu erheblich verstärkten Anstrengungen aufgerufen, um jede
Form von Gewalt gegen Männer zu beenden. Darauf haben wir lange warten
müssen. Und werden es weiter! Denn tatsächlich interessiert Gewalt gegen
Männer die UNO und die Weltpolitik natürlich einen Scheiß. Richtig
lautete die Pressezeile, dass sich Außenministerinnen aus 24 Staaten
zusammengerottet haben, um jede Form von Gewalt gegen Frauen zu beenden.
http://www.taz.de/pt/2004/03/18/a0166.nf/text Wieso gibt es nicht
einfach mal Erklärungen, um ganz einfach "jede Form von Gewalt" zu
beenden? Keine Ahnung! Das wäre vielleicht zu naiv, wenn es nicht
wenigstens legitim bleibt, Männer abzuschlachten, zu verstümmeln, zu
bombardieren, zu verbrennen. Also stellt euch nicht so an!
Noch ein interessanter Satz aus demselben Artikel: "Gemeinsam mit der
Menschenrechtsbeauftragten der deutschen Regierung, Claudia Roth,
prangerten Ferrero-Waldner und Calmy-Rey auch den Mädchen- und
Frauenhandel und die Zwangsprostitution innerhalb Europas an, deren
Opfer Frauen aus ärmeren Ländern Ost- und Südosteuropas sind, während
Männer aus Westeuropa Hauptkunden sind." Am Mädchen- und Frauenhandel
gibt es nichts zu beschönigen! Ausgesprochen bemerkenswert ist aber,
dass die eigentlich logische Folgerung ausbleibt. Nämlich die
"Hauptkunden" aufzufordern, mal etwas genauer hinzusehen, bei wem sie da
gerade ihre sexuelle Notdurft befriedigen. Es geht bei den
Verlautbarungen aber gar nicht darum, das Problem zu lösen. Es geht
darum, westeuropäische Männer als "Hauptkunden" und damit Schuldige
auszumachen. Würden sie aufhören, zu diesen Frauen zu gehen, wäre das
Problem gelöst. Aber dann gäbe es keine Grundlage mehr für eine
politisch ausgesprochen erwünschte Möglichkeit der Schuldzuweisung. Ein
japanisches Sprichwort sagt: "Löse das Problem und nicht die
Schuldfrage." Der längst vergesellschaftete weltweite
Gutmenschen-Feminismus dagegen dreht diesen Rat glattweg herum: Klärt
die Schuldfrage, aber löst um Gottes Willen nicht das Problem! Sonst
käme solchen Damen glatt ihr exklusiver Opferstatus abhanden!
Die schweizer Außenministerin zitierte eine OECD-Studie, wonach in den
24 Mitgliedsländern Gewalt gegen Frauen im letzten Jahr die häufigste
Todesursache von Frauen bis 44 Jahre war - "vor Krebs und Autounfällen."
In der Schweiz stürben pro Jahr 40 Frauen an den Folgen häuslicher
Gewalt. Bezeichnenderweise erfährt niemand etwas darüber, wieviele
Männer an den Folgen häuslicher Gewalt sterben. DAS interessiert ja auch
keine Sau! Viele solcher Fälle, wenn sie nur Männer betreffen, werden
als häusliche Gewalt nicht mal zur Kenntnis genommen. Die Aussage über
die häufigste Todesursache jüngerer Frauen dagegen hat sich offenbar
längst verselbständigt: ".in der ganzen Welt ist laut der
Weltgesundheitsorganisation die Männergewalt die Todesursache Nr. 1 von
Frauen, noch vor Krebs oder Aids," schnatterte Alice Schwarzer in ihrem
Emma-Editorial, das wir in unserer letzten Ausgabe vorstellten.
http://www.emma.de/04_2_editorial.html Irgendwo was aufgeschnappt,
keine Quellen gesucht (es wird schon keine Emma-Leserin prüfen, wozu
denn auch?), das Ganze zur Weltverschwörung, zu einem gigantischen
weltweiten Mordbrennen gegen Frauen aufgedonnert - das bringt's! Wetten,
dass die falsche Zitierung durch Schwarzer demnächst ihrerseits
allenthalben als wissenschaftliche Grundlage für die falsche Behauptung
herhalten wird!?
Ganz abgesehen davon, dass die Schweiz ein glückliches Land wäre, wenn
sie weniger als 40 weibliche Verkehrstote bis 44 Jahre jährlich hätte.
Hat sie aber nicht! Es sei denn, deren Anteil an den Verkehrstoten der
Schweiz läge - berechnet auf das Jahr 2003 - bei gerade mal sieben
Prozent. http://www.nzz.ch/2003/12/25/il/page-newzzDOMTCKCT-12.html
Was mehr als unwahrscheinlich ist, selbst wenn die Anzahl der weiblichen
Verkehrsopfer DEUTLICH geringer wäre. Über die Beteiligung der
Geschlechter am Aufkommen von Unfalltoten fanden wir leider kein
Datenmaterial. http://www.destatis.de/basis/d/verk/verktab6.htm
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BUCHTIPP: MIT FRAUEN LEBEN
UND WEITERE ANLÄSSE, DAS EMPÖRUNGSMASCHINCHEN ANZUWERFEN
"Vom Kampf der Geschlechter" als Thema der deutschen Philosophie
berichtet ein Taschenbuchtipp der "Zeit" vom 11. März, den es leider
nicht online gab. Eigentlich sollte es in Franco Volpis schmalem
Bändchen um Arthur Schopenhauer gehen mit dem Untertitel "Die Kunst, mit
Frauen umzugehen". Klar ist aber: Ein Umgangsrecht mit Frauen gibt es
jedenfalls in der deutschen Gesetzgebung nicht. Erfrischend unter diesen
Umständen, dass Schopenhauer auch beim Umgang mit Männern Probleme
hatte: "Je mehr ich von den Männern sehe, desto weniger mag ich sie
leiden. Wenn ich bloß das gleiche auch von den Frauen sagen könnte, wäre
alles gut." Eine gesunde und ausgewogene Misanthropie nennt man das!
Insofern bringen uns die Erkenntnisse des Buches auch nicht wirklich
weiter, aber es scheint dieser Rezension zufolge eine Fülle von mal
amüsanten, mal zum Schreien komischen Zitaten und Aphorismen zu
enthalten. Nach Kant "folgen die Frauen im Liebeskalkül einer Ökonomie,
die sich höchstens mit der Unendlichkeit zufrieden gibt." Ewige
Wahrheiten oder unzulässige Verallgemeinerung? Wahrscheinlich ein
bisschen von Beidem. Allein "Liebeskalkül". Welch eine wunderbare
Beleidigung!
Von Schopenhauer wird noch dessen Ansicht kolportiert, dass das
Verbrennen von Witwen schon empörend sei, andererseits dürfe man aber
nicht übersehen, dass die Vergeudung des von den Männern für ihre
Nachkommen aufgesparten Geldes durch die Witwen "mit ihren Buhlen" auch
ziemlich daneben sei. Wir erfahren, dass der Philosoph wohl noch eine
Rechnung mit seiner Mutter und deren Abneigung gegen "die obsessive
Vorliebe des Sohnes für den Familienbesitz" offen hatte...
In Deutschland, aber keineswegs nur dort, wird bekanntlich von
interessierter Seite gerne "das gute alte Empörungsmaschinchen"
angeworfen. So widmet sich in derselben Ausgabe der Zeit eine
feuilletonistische Glosse dem Streit um einen Witz des Architekten des
Holocaust-Denkmals Peter Eisenman. Eisenman, selbst Jude, wurde darob
einer antisemitischen Geschmacklosigkeit geziehen - obwohl fast alle
Anwesenden einschießlich etlicher Vertreter der jüdischen Gemeinden in
Deutschand herzlich gelacht haben. Über den Witz selbst gab es
verschiedene Versionen in der Presse.
Überaus gallig mokiert sich die "Zeit" über diese neue Hochzeit
politischer Korrektheit - hinter der bekanntlich immer sehr partikulare
Interessen stecken. Nach Ansicht des Wochenblatts im vorliegenden Fall
eine eher weibliche Geltungsneurose: "Ein bigotter Wettbewerb ist
entbrannt, wer in Mahnmalsangelegenheiten die feierlichste Miene
aufzusetzen vermag. (...) In Fragen der moralischen Eitelkeit kann
niemand Lea Rosh das Wasser reichen. Sie ist das lebende Denkmal
deutscher Humorlosigkeit. Frau Rosh hat es nie verwunden, dass das
Mahnmal, seit es nicht mehr ihr Projekt, sondern ein Unternehmen des
deutschen Volkes ist, als riesengroße Bühne ihres Narzissmus ausgefallen
ist. Seit Jahren verpasst sie darum keine Gelegenheit, die Sache, die
sie angestoßen hat, mit tief betroffener Miene zu sabotieren." Solch
einen profilierungssüchtigen Moralismus praktizieren nicht zuletzt die
Sachwalter eines fundamentalistischen Konservatismus wie George W. Bush
auch sehr gerne. Mit dem würde sich Frau Rosh wahrscheinlich nicht
unbedingt verglichen sehen wollen. Aber wahrscheinlich auch dies nur aus
Eitelkeit.
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OPFER PATRIARCHALISCHER GESUNDHEITSPOLITIK
HEUTE: DIE ARZTHELFERINNEN
Im Rundbrief des Landesfrauenrates Baden-Württemberg wurde eine
engagierte Protestresolution des Berufsverbandes der Arzt-, Zahnarzt-
und Tierarzthelferinnen zur Praxisgebühr veröffentlicht:
"Viel Stress mit der Praxisgebühr. Arzthelferinnen protestieren: Demo
von rd. 100 Arzthelferinnen in Nürtingen am 9.2.04"
Hier Ausschnitte: "Die neue Praxisgebühr beschert Arzthelferinnen jede
Menge Mehrarbeit. Eine Gehaltserhöhung gab es dafür aber nicht [...]
Statt Geld bleibt vor allem zusätzliche Arbeit an den Arzthelferinnen
hängen: Sie müssen die Gebühr schließlich kassieren, die Chipkarten
einlesen (!), Quittungen ausstellen, Kassenbuch führen und das Geld zur
Bank bringen, berichten sie aus ihrem Arbeitsalltag [...] ,Das ist
Stress pur', sagt Gabriele Jäger, eine der Initiatorinnen der
Montagsdemonstration auf dem Nürtinger Schillerplatz, ,die Zeit für ein
Gespräch mit den Patienten aber fehlt'. Die Grenze des Zumutbaren sei
überschritten, sagte Susanne Haiber, die baden-württembergische
Landesvorsitzende des Berufsverbandes der Arzt-, Zahnarzt- und
Tierarzthelferinnen.Sie geht von einem Mehraufwand von zehn Minuten pro
Patient [...] aus."
Das kann man NOCH deutlicher sagen: Wegen der Praxisgebühr, einem
schlichten Kassiervorgang, der in der Regel wenige Sekunden dauert,
entfallen angeblich zehn Minuten pro Patient für das Geschnatter am
Telefon. Der überflüssige Tratsch muss nun schierer Knochenarbeit wie
dem Erstellen von Quittungen weichen. Pro Quartal gingen dafür 6,6
Arbeitstage pro Arzthelferin drauf, sekundiert ein Vertreter der
Kreisärzteschaft. Grenze des Zumutbaren? Pah, hier wurde offensichtlich
der Rubikon zur schieren Menschenverachtung überschritten: "Stress pur"
ist für die Opfer rotgrüner Reformpolitik das, was in jedem anderen
Dienstleistungsbetrieb völlig üblich ist, nämlich Geld einzustreichen.
Dagegen helfen nur noch "Montagsdemonstrationen", mit denen schon der
einzig legitime Vorgänger der neuen Arzthelferinnenbewegung, die
aufrührerischen geknechteten Massen unter der ostdeutschen Diktatur,
sich die Freiheit erdemonstriert hatte. Nürtingen heißt das Leipzig von
heute. Und wen trifft's mal wieder am härtesten? Natürlich: Frauen!
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LOB DER WAHRHAFTIGKEIT
Nach Ansicht von Wiglaf Droste "gibt es böse oder doch wenigstens blöde
Absichten - deren Protagonisten man daran erkennt, dass sie das
Grundgute schlechthin und die Rettung mindestens der Menschheit für sich
reklamieren. Emanzipation und Feminismus schienen einmal aufzuschimmern
als Hoffnung für Frauen und Männer, die von wahrer, wahrhaftiger Liebe
träumen und deshalb die Warenverhältnisse zwischen Mann und Frau nicht
als unumstößlich ansehen. Was die Alice-Schwarzer-Fraktion davon übrig
ließ, ist ein Konsum- und Arrivierungsfeminismus, der das Diktum
,Soldaten sind Mörder' zu ,Soldaten sind MörderInnen' erweitert und es
als Fortschritt feiert, wenn der Beruf des Henkers und der des ihn
segnenden Papstes in gleicher Qualität auch von Frauen ausgeübt wird.
Sex/Gender-Debatten mögen einige Akademikerinnen ernähren; zu diesem
einzigen Zweck wurden sie schließlich ersonnen. Sie fügen der Welt
jedoch weder Wahrheit noch Schönheit zu." Den kompletten Beitrag von
Droste möchten wir wärmstens empfehlen:
http://www.taz.de/pt/2004/03/12/a0302.nf/text
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DIE HAUSFRAUENREVOLUTION. EIN NACHTRAG
Dieser Leserbrief zu unserer Ausgabe 64 und dem darin enthaltenen
Beitrag zu einem Interview in "Bild der Frau" mit Marie Theres Kroetz
Relin erreichte uns eben:
"Wunderbar gelacht hab ich gerade über Ihren Text und die Auslegung
eines Interviews. Tja, vielleicht sollten Sie mal die HP
[www.hausfrauenrevolution.com] zum Interview anschauen Recherche ist
doch Pflicht jedes Journalisten
Revolutionäre Grüße
M.Th. Kroetz Relin"
Unsere Antwort:
Liebe Frau Kroetz Relin,
wir freuen uns über Jeden (und Jede!), die wir zum Lachen bringen, weil
das per se schon für den Einzelnen und seine Umgebung eine Entspannung
bedeutet. Das dürften Männer und Frauen gleichermaßen nötig haben.
Ich verstehe Ihr Projekt Hausfrauenrevolution - soweit ich dort
nachgelesen habe - jetzt als ein Plädoyer für das reine
Hausfrauendasein. In dieser Grundsätzlichkeit zwar ein sehr
konservatives Ansinnen, aber durchaus in Ordnung, wenn diejenigen, die
die Kohle dafür zu beschaffen haben, die Konsequenzen kennen (und zwar
auch die unterhaltsrechtlichen) - und einverstanden sind.
Kein Ideologe und kein Staat sollte den Leuten dreinquatschen, wie sie
ihr Leben bestreiten! Aber in Zeiten, in denen die Gemeinschaften, für
die Hausfrauen oder -männer von sonstiger Arbeit freigestellt werden,
gekündigt werden können und in fast der Hälfte der Fälle gekündigt
werden, sind in meinen Augen die Konsequenzen für alle Beteiligten zu
gravierend, als dass man ernsthaft jemandem zu dieser Daseinsform raten
könnte. Und ich vermute, dass die RotenMänner diesbezüglich mit
feministischen Positionen (insofern es noch emanzipatorische sind)
durchaus eine gewisse Deckungsgleichheit aufweisen.
Wenn jeder seinen Anteil und seine Pflicht beim Geldverdienen UND im
familiären Bereich nähme und erfüllte, würden im Fall der Krise Weniger
über den Tisch gezogen! Wäre das nicht erstrebenswerter als eine
absurderweise als "Revolution" verschleierte Hausfrauenidylle? ...fagt
Ihr Alex Bark
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Wir haben mit "chrismon" begonnen und hören auch damit auf. In dem
Bericht "Der Tod der Eintagsküken" erfahren wir, dass männliche Küken
gleich nach dem Schlüpfen in den Häcksler kommen. Sie legen keine Eier
und setzen zu langsam Fleisch und Fett an.
http://www.chrismon.de/cframe-a2.html Hähnchenfleisch gilt zwar als
viel schmackhafter. Aber in der Broilergrillkultur geht es nicht um
Geschmack: Die Deutschen sind bekanntlich das Volk der Gourmands - viel
und billig soll es sein! Für den männlichen Nachwuchs des Hühnervolks
bedeutet das den schnellen Tod. Angesichts der Lebensumstände seiner
weiblichen Geschwister mag das aber durchaus die weniger grausame Lösung
sein. Denkt dran, wenn ihr euch euer nächstes Grillhuhn einpacken lasst
- und euch hinterher wie immer wundert, dass eigentlich nur die Gewürze
auf der Haut einen eigenen Geschmack besitzen!
Also bleibt im Land - und nähret euch redlich!
Denkt daran, wenn ihr demnächst wieder euere Ostereier abpiddelt.
Euer RedManAlex
(23.03.2004)
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Mitteilung sollte so unzweideutig sein wie die Positionen der
RotenMänner und ihrer Unterstützer/innen! Wir sind politisch links und
liberal, wir stehen für eine soziale und ökologische Politik und kämpfen
dafür, dass diese nicht durch einen Vulgärfeminismus diskreditiert und
beeinträchtigt wird, wie er in allen relevanten linken Parteien
inzwischen starke Positionen erobert hat. Beiträge, Anregungen, Hinweise
und Feedback zu bzw. auf die RoteMännerInfos sind willkommen. Die
Weitergabe dieses Infos an Interessierte ist erlaubt und erwünscht unter
Angabe der Quelle. Lest auch das RoteMännerManifest, das ihr - ebenso
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