Frauengewalt:: Seit 11/2000 sind auch Kinder Menschen
Gewalt bei Erziehung immer noch kein Tabu
Studie: Fünf Prozent aller Kinder werden mit dem Stock verprügelt
Gewalt als Mittel der Erziehung ist in Deutschland immer noch kein Tabu: Knapp fünf Prozent aller Kinder wurden im Jahr 2002 noch mit dem Stock verprügelt, wie eine am Montag veröffentlichte Untersuchung des Bundesfamilien- und Bundesjustizministeriums ergab. Immerhin ging die Gewalt der Befragung von 2000 Jugendlichen zufolge deutlich zurück:
Vor zehn Jahren wurden noch 41 Prozent aller Kinder und Jugendlichen mit dem Stock geprügelt. Noch weniger als zehn Prozent der Eltern verteilen "schallende Ohrfeigen", wie eine Befragung von 3000 Vätern und Müttern ergab. 1996 lag der Anteil rund doppelt so hoch. Allerdings halten immer noch 60 Prozent der Eltern eine "leichte Ohrfeige" für eine geeignete Erziehungsmaßnahme.
Jungen häufiger gezüchtigt
Die überwiegende Mehrheit der Eltern in Deutschland spricht sich für eine gewaltfreie Erziehung aus (87 Prozent) und setzt das Verbot von Gewalt in der Erziehung im Alltag auch um, wie die Ministerien weiter mitteilten. Es kündige sich ein nachhaltiger Rückgang von Gewalt in der Familie an.
Kinder und Jugendliche, die gewaltfrei erzogen worden seien, würden selbst seltener dazu neigen, ihrerseits Gewalt auszuüben. Unterschiede gebe es aber zwischen den Geschlechtern: Jungen würden häufiger Gewalt erfahren als Mädchen.
Schmidt: Keine Schläge im Kinderzimmer
Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (SPD) betonte: "Schläge, Ohrfeigen oder sonstige Gewalt gehören nicht ins Kinderzimmer." Eltern, die Hilfe bei der Erziehung suchten, könnten sich in jeder Stadt an Einrichtungen der Familienbildung und Familienberatung wenden.
Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) verwies ihrerseits darauf, dass noch immer viele Kinder unter körperlichen Strafen oder entwürdigenden Maßnahmen in der Familie leiden müssten. Die Bundesregierung setze daher ihr Engagement für eine gewaltfreie Erziehung fort.
Recht auf gewaltfreie Erziehung
Die Untersuchungsergebnisse sind Teil der Begleitforschung zur Umsetzung des Rechtes des Kindes auf gewaltfreie Erziehung. Die Begleitforschung untersucht die Auswirkungen des neuen "Gesetzes zur Ächtung der Gewalt in der Erziehung" und den dazu gestarteten Kampagnen.
Seit November 2000 schreibt das Gesetz vor: "Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung. Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig." Für die Untersuchung waren den Angaben zufolge ingesamt 6000 Eltern, Jugendliche und Multiplikatoren befragt worden.
Quelle: http://news.google.de/url?ntc=62SO0&q=http://www.heute.t-online.de/ZDFheute/artikel...