Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen

Ferdi, Monday, 22.03.2004, 14:26 (vor 7991 Tagen)

Hallo guten Tag!

General-Anzeiger Bonn, Montag, 22. 03. 2004, Seite 4:

BERLIN. Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat den Vorschlag von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) nach einem sozialen Pflichtjahr für Männer und Frauen abgelehnt. "Es stünde den jüngeren Menschen gut an, etwas für die Gemeinschaft zu tun - unser Staat tut ja schliesslich auch eine ganze Menge für sie", sagte Struck. "Aber eine Dienstpflicht, die nicht mit der Landesverteidigung begründet wird, verletzt die Verfassung. Jede Frau, die gegen ihre Einberufung klagen würde, bekäme vor Gericht Recht".

Ich komme da nicht mehr klar. Kann jemand diesen Gehirnwellensalat mal entwirren?

Gruss,
Ferdi

Re: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen

Odin, Monday, 22.03.2004, 15:09 (vor 7991 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen von Ferdi am 22. März 2004 12:26:49:

Hallo guten Tag!
General-Anzeiger Bonn, Montag, 22. 03. 2004, Seite 4:
BERLIN. Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat den Vorschlag von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) nach einem sozialen Pflichtjahr für Männer und Frauen abgelehnt. "Es stünde den jüngeren Menschen gut an, etwas für die Gemeinschaft zu tun - unser Staat tut ja schliesslich auch eine ganze Menge für sie", sagte Struck. "Aber eine Dienstpflicht, die nicht mit der Landesverteidigung begründet wird, verletzt die Verfassung. Jede Frau, die gegen ihre Einberufung klagen würde, bekäme vor Gericht Recht".
Ich komme da nicht mehr klar. Kann jemand diesen Gehirnwellensalat mal entwirren?

Der Pflichtwehrdienst ist ein Eingriff in die verfassungsmäßigen Rechte. Dieser ist nur aufgrund "besonderer Umstände" möglich, nämlich aufgrund der Sicherheitslage und der Wichtigkeit, unser Land zu verteidigen. Fällt dies weg, kann man nicht einfach "irgendwas" machen, nur weil mans wichtig findet, also auch keinen allgemeinen Sozialdienst.
Anders wäre es, wenn Du die Wehrpflicht auf beide Geschlechter ausdehnst, dann kannst Du natürlich auch einen Zivildienst für beide Geschlechter machen.

Re: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen

Joachim, Monday, 22.03.2004, 17:52 (vor 7991 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen von Ferdi am 22. März 2004 12:26:49:

Hallo guten Tag!
General-Anzeiger Bonn, Montag, 22. 03. 2004, Seite 4:
BERLIN. Bundesverteidigungsminister Peter Struck (SPD) hat den Vorschlag von Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) nach einem sozialen Pflichtjahr für Männer und Frauen abgelehnt. "Es stünde den jüngeren Menschen gut an, etwas für die Gemeinschaft zu tun - unser Staat tut ja schliesslich auch eine ganze Menge für sie", sagte Struck. "Aber eine Dienstpflicht, die nicht mit der Landesverteidigung begründet wird, verletzt die Verfassung. Jede Frau, die gegen ihre Einberufung klagen würde, bekäme vor Gericht Recht".
Ich komme da nicht mehr klar. Kann jemand diesen Gehirnwellensalat mal entwirren?
Gruss,
Ferdi

herr struck will unbedingt die männerwehrpficht aufrecht erhalten, damit nur männer aufgrund ihres geschlechts zu zwangsdienste (kriegsdienst/zivildienst) gezwungen werden können und frauen verschont bleiben. der eugh hat aber erkannt, dass auch frauen für kriegsdienst geeignet sind und frauen seit 2000 den kriegsdienst ausüben können, es ist daher nur noch eine frage der zeit wann frauen zum kriegsdienst (wehrpflicht) verpflichtet werden oder endlich die einsicht kommt das die menschenverachtenden zwangsdienste abgeschafft werden müssen! wenn frauen zu etwas verpflichtet werden sollen, dann ist plötzlich die scheinheilige rede von "verstösst gegen die verfassung" oder "ist frauenfeindlich" usw, wenn aber männer verpflichtet werden dann ist das für die scheinheiligen und hinterfotzigen schon in ordnung und die gleichberechtigung wird verdreht, ignoriert, verbogen wie man es gerade braucht! das die zwangsdienste heute noch fortbestehen, das haben wir überwiegend den frauen zu verdanken (bundesverfassungsgericht, eugh-gutachterin)!

meint joachim

Re: 1

Pit b., Monday, 22.03.2004, 18:29 (vor 7991 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen von Joachim am 22. März 2004 15:52:18:

Es ist tatsächlich so dass wenn man von einer Dienstpflicht für Frauen redet, diese immer als Verfassungs-, Völkerrechts- und Menschenrechtswidrig abgeleht wird.
Redet man hingegen von dem Zivildienst für Männer, dann wird doch immer wieder auf die armen Alten und Behinderten verwiesen die dann unter den steigenden Kosten zu leiden hätten. Und das könne man ja nicht machen.

Hier wird wieder eine Opfermentalität aufgebaut die es jungen Männern untersagt sich gegen den Zivildienst auszusprechen, da dessen Wegfall zum Leidwesen Andere ausfallen würde. Dies wiederum verstößt gegen die Political Correctness. Junge Männer können sich von da ab nicht mehr gegen die aufkommeneden vorwürfe von Eguismus und Ingnorants verteidigen.
Jetzt hat man genau dass was man haben will. Lauter lieber und braver Zivis die ganz lieb das tun was man ihnen sagt, ohne zu meckern und zu murren weil sie ja mit ihnrem Dienst anderen Leuten helfen können.

Seltsamerweise wird in den Medien immer nur um die Zivis gejammert, sollte die Wehrpflicht für Männer fallen. Von dem Verlust der unfreiwilligen Zwangssoldaten ist niemals die Rede.

Und die Moral von der Geschicht:
Verarschen lass ich mich nicht!

Re: Wir werden vergackeiert - und zwar im Quadrat!

Ferdi, Monday, 22.03.2004, 19:24 (vor 7991 Tagen) @ Pit b.

Als Antwort auf: Re: 1 von Pit b. am 22. März 2004 16:29:38:


Hallo!

Wie sagt doch Peter Struck in dem Artikel: "Aber eine Dienstpflicht, die nicht mit der Landesverteidigung begründet wird, verletzt die Verfassung".

Als die Wehrpflicht eingeführt wurde, war die militärische Lage in Mitteleuropa so gefährlich, dass eine Armee zur Landesverteidigung notwendig war. Angesichts dieser Lage liess sich die Wehrpflicht begründen, obwohl ich nach wie vor der Ansicht bin, dass die nur männliche Dienstpflicht (§ 12a hin, §12 a her) nach wie vor verfassungs- und grundgesetzwidrig ist. Der Artikel 3 GG, der Benachteiligung wegen Geschlecht verbietet, war nämlich zuerst da, somit hätten andere Paragrafen, die den neutralisieren, garnicht erst geschrieben werden dürfen. Erst hätte man den Art. 3 abschaffen müssen.

Darüberhinaus liegt eine Bedrohung von aussen nicht mehr vor, sämtliche Nachbarstaaten und ganz Mitteleuropa ist uns freundlich gesonnen. Die Bedrohung aus anderen Teilen der Welt mit modernen Massenvernichtungswaffen und durch Terrorismus lässt sich nur mit High-Tech-Abwehr, aber nicht mit Schlammrobbern und Zahnbürstenputzarmeen bekämpfen. Hinzu kommt, dass man die männlichen Zwangsdienstleistungen (Zwangsarbeit) ja wohl kaum mit Landesverteidigung begründen kann.

Gruss,
Ferdi

Re: Volle Zustimmung!

Joachim, Monday, 22.03.2004, 19:27 (vor 7991 Tagen) @ Pit b.

Als Antwort auf: Re: 1 von Pit b. am 22. März 2004 16:29:38:

Es ist tatsächlich so dass wenn man von einer Dienstpflicht für Frauen redet, diese immer als Verfassungs-, Völkerrechts- und Menschenrechtswidrig abgeleht wird.
Redet man hingegen von dem Zivildienst für Männer, dann wird doch immer wieder auf die armen Alten und Behinderten verwiesen die dann unter den steigenden Kosten zu leiden hätten. Und das könne man ja nicht machen.
Hier wird wieder eine Opfermentalität aufgebaut die es jungen Männern untersagt sich gegen den Zivildienst auszusprechen, da dessen Wegfall zum Leidwesen Andere ausfallen würde. Dies wiederum verstößt gegen die Political Correctness. Junge Männer können sich von da ab nicht mehr gegen die aufkommeneden vorwürfe von Eguismus und Ingnorants verteidigen.
Jetzt hat man genau dass was man haben will. Lauter lieber und braver Zivis die ganz lieb das tun was man ihnen sagt, ohne zu meckern und zu murren weil sie ja mit ihnrem Dienst anderen Leuten helfen können.
Seltsamerweise wird in den Medien immer nur um die Zivis gejammert, sollte die Wehrpflicht für Männer fallen. Von dem Verlust der unfreiwilligen Zwangssoldaten ist niemals die Rede.
Und die Moral von der Geschicht:
Verarschen lass ich mich nicht!

Die Männer werden praktisch nur noch für dumm und dämmlich verkauft und sie total verarscht werden! Sie vermeiden es auch beim Namen zu nennen, nämlich das nur Männer zu Zwangsdienste verpflichtet werden, da ist dann die Rede von "die jüngeren Menschen" auch was für die Gesellschaft tun sollen oder "die Bürger neben ihren bürgerlichen Rechten auch die bürgerlichen Pflichten tragen müssen"! Ich habe noch nie eine solche Scheinheiligkeit und Hinterfotzigkeit erlebt wie es um die Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) und allgemeine Dienstpflicht geht!

meint Joachim

Re: Wir werden vergackeiert - und zwar im Quadrat!

Joachim, Monday, 22.03.2004, 20:03 (vor 7991 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wir werden vergackeiert - und zwar im Quadrat! von Ferdi am 22. März 2004 17:24:42:

Es geht den Menschenverachtern nur um ein einziges Problem, wie schafft man es dass man mit der Abschaffung der Zwangsdienste (Wehrpflicht/Zivildienst) dennoch eine Dienstpflicht schafft die nur für Männer gilt und Frauen von dem Zwang befreit bleiben! Warum viele für die Beibehaltung der Zwangsdienste plädieren, das liegt doch ganz klar auf der Hand, nämlich man nur Männer als Zivildiensleistende ausbeuten will. Am schlimmsten finde ich es, dass Zivildienstleistende dem Frauenministerium untergeordnet sind, das Ministerium das sich angeblich für Gleichberechtigung und Rechte für Frauen einsetzt!

meint Joachim

Re: Wir werden vergackeiert - und zwar im Quadrat!

Sven74, Monday, 22.03.2004, 20:20 (vor 7991 Tagen) @ Joachim

Als Antwort auf: Re: Wir werden vergackeiert - und zwar im Quadrat! von Joachim am 22. März 2004 18:03:22:

Am schlimmsten finde ich es, dass Zivildienstleistende dem Frauenministerium untergeordnet sind, das Ministerium das sich angeblich für Gleichberechtigung und Rechte für Frauen einsetzt!

meint Joachim

Leider gibt es in der Politik viele nicht nachvollziehbare Unstimmigkeiten.

Beispiele: Viele Verteidigungminster waren selber nicht beim Bund, sie forderten trotzdem die Beibehaltung dieser Zwangsdienste. Sehr glaubwürdig! War der Struck eigentlich beim Bund?

Angela Merkel war unter Kohl auch mal als bekennende Atomenergieanhängerin Umweltministerin.

Minster wechseln mal so eben in ein anderes Fachgebiet. In der freien Wirtschaft wird ein Dipl. Ing ja auch nicht so einfach zum Chefbuchhalter und umgekehrt.

Sven74

maennlicher schutz

reinecke54, Monday, 22.03.2004, 21:05 (vor 7990 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Verteidigungsminister gegen soziales Pflichtjahr für Frauen von Ferdi am 22. März 2004 12:26:49:

Mit sorgen betrachte ich die tatsache, dass im
zusammenhang mit dem terrorismus der ruf nach der
abschaffung der wehrpflicht immer leiser wird.
Folgende zwei szenarien fallen mir sofort ein:
<ul>
<li>Strucks wort, dass D auch am Hindukusch verteidigt
wird, heisst, dass eines tages auch wehrpflichtige
per zwang dorthin verfrachtet werden - dient ja der
verteidigung. Und das volk wird sich echt betroffen
zeigen, wenn die ersten toten zurueckkommen. Mehr aber
nicht. Frau Schwarzer wird bestimmt eher ueber angebliche
benachteiligungen von frauen schwadronieren, statt auf
die strasse zu gehen, um "unsere jungs" zurueckzuholen.
</li>
<li>Im zusammenhang mit der bedrohung durch den islamischen
terrorismus koennte eine nationalgarde oder ein heimat-
schutz aufgebaut werden - selbstverstaendlich mit
wehrpflichtigen maennern. Ich erinnere daran, dass die
personaldecke bei der polizei fuer objektschutz zu duenn
ist. Damit entfaellt das ohnehin schwache argument von der
wehrgerechtigkeit. Wer das wort wehrgerechtigkeit verwendet,
moechte verschleiern, dass die groesste wehrungerechtigkeit
die tatsache ist, dass frauen nicht gezogen werden.
</li>
</ul>
Bei beiden szenarien erwarte ich nicht, dass unsere jungen
maenner signifikant solidaritaet aus der bevoelkerung erleben
werden. Im gegenteil. Viele feministinnen werden sich gern
unter maennlichen schutz begeben und gleichzeitig die maenner
als gewalttaetig und kriegsluestern verunglimpfen.

Ich denke, das 2. szenarium wird realitaet werden.

Re: maennlicher schutz

Odin, Tuesday, 23.03.2004, 02:07 (vor 7990 Tagen) @ reinecke54

Als Antwort auf: maennlicher schutz von reinecke54 am 22. März 2004 19:05:49:

<li>Im zusammenhang mit der bedrohung durch den islamischen
terrorismus koennte eine nationalgarde oder ein heimat-
schutz aufgebaut werden - selbstverstaendlich mit
wehrpflichtigen maennern. Ich erinnere daran, dass die
personaldecke bei der polizei fuer objektschutz zu duenn
ist. Damit entfaellt das ohnehin schwache argument von der
wehrgerechtigkeit. Wer das wort wehrgerechtigkeit verwendet,
moechte verschleiern, dass die groesste wehrungerechtigkeit
die tatsache ist, dass frauen nicht gezogen werden.
</li>

Da sind ja die Versuche schon im Gange: Erst wird die Polizei kaputt gespart und dann wird reklamiert, daß ja die Bundeswehr für Polizeiaufgaben herangezogen werden könnte. Schon hat man wieder Bedarf für Soldaten. Aber leider: Diese sind zwar entscheidend billiger, kosten aber auch Geld - nicht den Länderhaushalten, aber dem Bund und der ist auch pleite

powered by my little forum