Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Wollen Frauen den neuen Mann?

Odin, Saturday, 20.03.2004, 02:39 (vor 7993 Tagen)

Wollen Frauen den neuen Mann?

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "paps ? Die Welt der Väter" beschreibt Rainer Volz die Hürden des partnerschaftlichen Miteinanders.

Männer finden partnerschaftliches Mittun in Erziehung und Haushalt für einen Mann durchaus passend, empfinden es als männlich; und zwar denken so
interessanterweise mehr Männer, als die, die dieses Verhalten nur sympathisch finden! Das hat eine repräsentative Umfrage des Allensbacher
Instituts für Demoskopie ergeben. Männer integrieren anscheinend ohne größere Probleme Partnerschaftlichkeit in ihr Selbstbild vom Mann und Vater.

Umgekehrt ist es bei Frauen: Sie finden partnerschaftliche Einstellungen und Verhaltensweisen bei Männern und Vätern überwiegend hoch sympathisch,
aber nicht unbedingt männlich! Sie senden anscheinend widersprüchliche Signale aus, wollen einerseits (mehr) väterliche Beteiligung, andererseits
sind sie nicht sicher, ob das dann noch männlich ist...

Gesetzt den Fall, dass ein Vater sich selbst nicht ganz sicher ist, ob er mit seiner partnerschaftlichen Praxis richtig liegt, kann man sich leicht
vorstellen, dass er sich aus den Haushalts- und Erziehungsarbeiten eher zurückzieht, um so aus dieser ambivalenten Grauzone zwischen "unmännlichem
Weichspüler" und "männlichem Nichtspüler" heraus zu kommen.

Eine weitere Quelle von Ambivalenzen ist die Frage der Sauberkeit im Haushalt. Wenn Paare zusammenziehen und noch keine Kinder da sind, klappt
es mit der gleichberechtigten Aufteilung der Aufgaben und mit der Toleranz bei unterschiedlichen "Schmutzschranken" meist noch ganz gut. Wenn aber das erste Kind ankommt, setzt die Partnerin und Mutter häufig die Messlatte herauf, und schnell wird der Vater zum "Assistenten" oder sogar zum
"schlechten Schüler" der Frau! Die Folge: Der Partner wird sich (eher) zurückziehen, und jetzt schnappt die Falle zu: Die Frau und Mutter hat
immer mehr Arbeit mit Kind und Haushalt und wird immer unzufriedener.

Aber auch die Väter werden in dieser Situation unzufrieden. Denn viele Männer lehnen die traditionelle Rolle des Familienvaters, der Karriere
macht und ansonsten bei der Kindererziehung und Haushaltsgestaltung nicht auftaucht, eigentlich ab. Die Versuche, anders zu leben, werden allerdings
vom sozialen Umfeld oft nicht akzeptiert. Gemeint sind damit außer der Partnerin: Chefs, die den Wunsch nach flexibleren Arbeitszeiten blockieren,
Kollegen, die einen engagierten Vater als "Staubsaugerhelden" "Weichei" oder "Karriereabtaucher" verspotten.

Am wichtigsten ist in solch einer Situation zunächst die Kommunikation zwischen Vater und Mutter selbst. Erst wenn beide "auf Augenhöhe" über ihre
ambivalenten Rollenbilder und Erwartungen reden und gemeinsam nach einem für sie passenden Weg der Gleichberechtigung suchen, hat der "neue" Vater wirklich eine Chance.

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Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Ferdi, Saturday, 20.03.2004, 13:15 (vor 7993 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Wollen Frauen den neuen Mann? von Odin am 20. März 2004 00:39:36:

Hallo guten Morgen!

Umgekehrt ist es bei Frauen: Sie finden partnerschaftliche Einstellungen und Verhaltensweisen bei Männern und Vätern überwiegend hoch sympathisch,
[quote]aber nicht unbedingt männlich!
[/quote]

Wenn ich sowas wieder lese, packt mich der Zorn. Was soll eigentlich immer dieses dumme Gerede von "männlich"? Es ist doch klar definiert, was "männlich" heisst. Steht in jedem Biologiebuch. Bei Säugetieren (und der Mensch gehört dazu) ist ein Individuum männlich, wenn es Nachkommen zeugen kann. Weiblich ist ein Individuum, wenn es die Nachkommenschaft austragen und gebären kann. In der Welt der Säugetiere gibt es zahlreiche Fälle, in denen die Männchen und die Weibchen sich gemeinsam um den Nachwuchs kümmern und auch die damit verbundenen Aufgaben abwechselnd erledigen. Sind deswegen die Männchen dieser Tierarten "unmännlich"?

Allerdings - und hier scheint mir der gravierende Unterschied zwischen dem Menschen und den anderen Säugetieren zu liegen - bei den Tieren wird nicht angegeben. Beim Menschen ist das leider so. Hier werden Äusserlichkeiten, Statussymbolen, total überhöhte Bedeutungen beigemessen. Und solche Statussymbole sind für den männlichen Menschen der Beruf, die Karriere, das Auto, die Sauffestigkeit (als Bewertungssymbol für die Mit-Männer), die grosse Klappe und der Sport (aktiv oder passiv, ist egal). Wenn man das alles nicht mag, ist man schnell "unmännlich", jedem Biologiebuch zum Trotz. Ein Mann, der mit seiner Frau die häuslichen Aufgaben gemeinsam angeht, der Wäsche wäscht, die Kinder versorgt und auf sie aufpasst oder die Wohnung in Schuss hält, der wird demnach als "unmännlich" bezeichnet.

Hier zeigt sich mal wieder ganz deutlich, dass die Frauen nicht wissen, was sie wollen. Hier liegt ein ganz gewaltiges Konfliktpotential für die Partnerschaften. Weibliche Widersprüchlichkeit in höchster Vollendung. Als Elektroniker würde ich sagen "Rot ist Blau und Plus ist Minus". Wir sollten also das Wort "unmännlich" als Unwort des Jahrzehntes für immer aus unserem Wortschatz verbannen.

Komisch, dass man das Gegenstück so selten hört: "unweiblich". Nach der windschiefen Frauenlogik müsste Berufsausübung in jeder Form, besonders Soldatin, LKW-Fahrerin, Unternehmerin, Politikerin und vieles andere als "unweiblich" bezeichnet werden. Aber wenn man solch eine Ansicht vertritt, dann ist man ja sofort wieder "frauenfeindlich".

Ich weiss genau, warum ich überzeugter Single bin. Da kann ich tun und lassen was ich will und brauch mir solchen Seich nicht ständig anzuhören. Meine häuslichen Arbeiten muss ich selber machen, und merkwürdigerweise hat mir noch niemand deswegen gesagt, ich sei "unmännlich".

Wann ist endlich Schluss mit diesem Unsinn?

Gruss,
Ferdi

Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Odin, Saturday, 20.03.2004, 15:56 (vor 7993 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wollen Frauen den neuen Mann? von Ferdi am 20. März 2004 11:15:53:

Allerdings - und hier scheint mir der gravierende Unterschied zwischen dem Menschen und den anderen Säugetieren zu liegen - bei den Tieren wird nicht angegeben. Beim Menschen ist das leider so. Hier werden Äusserlichkeiten, Statussymbolen, total überhöhte Bedeutungen beigemessen. Und solche Statussymbole sind für den männlichen Menschen der Beruf, die Karriere, das Auto, die Sauffestigkeit (als Bewertungssymbol für die Mit-Männer), die grosse Klappe und der Sport (aktiv oder passiv, ist egal). Wenn man das alles nicht mag, ist man schnell "unmännlich", jedem Biologiebuch zum Trotz. Ein Mann, der mit seiner Frau die häuslichen Aufgaben gemeinsam angeht, der Wäsche wäscht, die Kinder versorgt und auf sie aufpasst oder die Wohnung in Schuss hält, der wird demnach als "unmännlich" bezeichnet.

Bei den Tieren wird sehr wohl "angegeben". Denke nur an das Balzverhalten, mit dem Männchen um Weibchen buhlen. Dabei werden Verhaltensweisen gezeigt, die, wenn man genau nachdenkt, eigentlich nichts mit "besseren Genen" oder mit besseren Überlebenstechniken zu tun haben (Pfauenrad, größter Kropf bei Vögeln, lautester Ruf bei Fröschen....). Ebenso wie ein Opel Manta nicht wirklich etwas über gute Gene aussagt.

Komisch, dass man das Gegenstück so selten hört: "unweiblich". Nach der windschiefen Frauenlogik müsste Berufsausübung in jeder Form, besonders Soldatin, LKW-Fahrerin, Unternehmerin, Politikerin und vieles andere als "unweiblich" bezeichnet werden. Aber wenn man solch eine Ansicht vertritt, dann ist man ja sofort wieder "frauenfeindlich".

Man hört selben davon. In der Vergangenheit war dies aber häufiger. Der Wildfang, war ein Mädchen, daß sich meist zu Jungen hielt und Fußball spielte. Ein Mädchen, daß sich nur in weite Hosen und Schlabberpullis kleidet, wird sicherlich bald darauf hingewiesen, sich doch etwas weiblicher zu geben.
Allerdings ist es Frauen "gelungen", männliche Verhaltenseigenschaften zu übernehmen, ohne gleich als unweiblich kritisiert zu werden (der Anfang war aber auch nicht leicht). Das dies mit der Zeit gelang, liegt aber zu einem sehr großen Teil an der Männerwelt, die dieses Verhalten doch erstaunlich gut tolerierte und sogar förderte. Im umgekehrten Maße - und davon spricht das Ursprungsposting - ist diese Toleranz leider nicht gegeben und viele Männer stolpern darüber.
Auch hier im Forum wurde ja schon oft darüber geschrieben, daß die Scheidungsrate bei Hausmännern überdurchschnittlich hoch ist. Dies alles verhindert, daß Männer "weibliche" Eigenschaften für sich erobern können, was ihnen sicher gut täte.

Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Ferdi, Saturday, 20.03.2004, 21:18 (vor 7993 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Re: Wollen Frauen den neuen Mann? von Odin am 20. März 2004 13:56:40:


Hi Odin!

Bei den Tieren wird sehr wohl "angegeben". Denke nur an das Balzverhalten, mit dem Männchen um Weibchen buhlen. Dabei werden Verhaltensweisen gezeigt, die, wenn man genau nachdenkt, eigentlich nichts mit "besseren Genen" oder mit besseren Überlebenstechniken zu tun haben (Pfauenrad, größter Kropf bei Vögeln, lautester Ruf bei Fröschen....)

Ich habe mir schon beim Schreiben meines Beitrages gedacht, dass Du so antworten würdest. Aber für mich ist da ein Riesenunterschied: Das Balzen machen die Tiere mit ihrem eigenen Körper bei der Partnersuche. Die kaufen sich doch das schöne Pfauenrad nicht beim Opelhändler für teures Geld. Ausserdem zeigt das auch was Interessantes: In der Tierwelt sind oft die Männchen die schöneren mit den schöner ausgestatteten Körpern. Ausserdem hören die Tiere sofort mit dem Balzgehabe auf, wenn sie eine passende Partnerin für die Zeugung der Nachkommen gefunden haben. Nur bei den Menschen müssen sich die Männchen in unerotische, unnatürliche und unansehnliche Scheckkarten auf zwei Beinen verwandeln, um bei der weiblichen Spezies Mensch Erfolg zu haben.

Während das Imponiergehabe der Tiere noch etwas mit den höchstpersönlichen Eigenschaften der einzelnen Individuen zu tun hat, die damit den Weibchen signalisieren, dass sie die geeigneten Partner für die Zeugung des Nachwuchses sind, weil sie den besseren Körperbau haben, kauft sich der männliche Mensch seine Imponierutensilien überall zusammen, um damit den weiblichen Menschen vorzuspiegeln, dass er der geeignete Partner für die Zeugung des Nachwuchses sein will, und die Weibchen der Spezies Mensch fallen kompanieweise darauf rein.

Das schöne Rad wächst dem Pfau im Laufe seines Lebens aufgrund seiner Natur und seiner Gene, ich habe aber noch nie gesehen, dass einem Männchen der Spezies Homo Sapiens ein Ferrari aus dem Hintern gewachsen ist, den schiebt er sich höchstens unter selbigen.

Menschen scheinen in der gesamten belebten Welt auf diesem Planeten die besten Fassadenbauer und Kulissenschieber zu sein.

Gruss,
Ferdi

Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Garfield, Monday, 22.03.2004, 15:50 (vor 7991 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Re: Wollen Frauen den neuen Mann? von Ferdi am 20. März 2004 19:18:56:

Hallo Ferdi!

Hm, also bei manchen Tierarten ist es durchaus üblich, daß die Männchen die Weibchen auch mit materiellen Gütern ködern. Vor allem bei Vögeln. Es gibt Vogelarten, bei denen das Männchen dem Weibchen ein Nest bauen muß. Das Weibchen inspiziert dieses Nest dann. Wenn es ihm gefällt, setzt es sich hinein, und das Männchen hat gewonnen. Gefällt es ihm jedoch nicht, dann reißt es das Nest auseinander und das Männchen muß es dann noch einmal bauen.

Bei "Genial daneben" kam vor kurzem eine gute Frage zu dem Thema. Und zwar wurde da gefragt, wieso Pinguin-Weibchen auf irgendeiner bestimmten Insel in der Antarktis häufig fremdgehen. Die Antwort war interessant: Auf dieser Insel gibt es relativ wenig Steine, die die Pinguine zum Nestbau benötigen. Die Männchen bauen auch dort die Nester, aber durch den Mangel an Steinen kommt es vor, daß ein Nest nicht so ganz perfekt wird. Dann lehnt das Weibchen das Männchen zwar nicht ab. Aber wenn das Männchen mal weg ist, sucht es sich ein Männchen, das kein Weibchen, aber ein Nest hat. Mit diesem Männchen paart es sich, und wenn es danach wieder geht, nimmt es einen Stein aus dem Nest dieses Männchens mit, der dann dem eigenen Nest hinzugefügt wird. Dieses Beispiel von Prostitution im Tierreich war mir auch ganz neu. :-)

Für Säugetiere fällt mir jetzt so auf die Schnelle kein ähnliches Beispiel ein, aber vielleicht findet sich hier ja ein Experte, der dazu noch etwas beisteuern kann.

Ich fürchte jedenfalls, daß die weiblichen Ansprüche an die Männlichkeit teilweise so tief sitzen, daß es wohl nicht möglich sein wird, das von heute auf morgen zu ändern. Auch wird man nie soviel Solidarität unter Männern erreichen, um die Frauen da schnell zum Umdenken zu zwingen. Es wird immer genügend Männer geben, die sich willig den weiblichen Ansprüchen beugen, um so leichter an Frauen heranzukommen.

Das wäre ja auch gar nicht sooo schlimm, wenn die Frauen sich endlich mal darüber klar werden würden, was sie denn nun eigentlich wollen. Wenn eine Frau sich einen Macho wünscht, dann sollte sie sich eben nicht darüber beschweren, wenn sie auch einen kriegt. Und umgekehrt sollte eine Frau, die sagt, daß sie sich einen Partner wünscht, der auch im Haushalt mithilft, ihn dann, wenn sie ihn gefunden hat, deshalb nicht als unmännlich betrachten. Leider werden die Frauen bislang aber so gut wie gar nicht dazu erzogen, ihr eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Was Frauen tun und denken, darf ja schon per Definition gar nicht schlecht sein. Schlecht sind ja immer nur die Männer, und nur die Männer müssen sich ändern - so schallt es uns seit Jahrzehnten aus sämtlichen Medien entgegen. Folgerichtig haben wir nun die Situation, daß Frauen ihre Wünsche an die Männer manchmal genauso schnell wechseln wie ihre Wäsche und daß Männer sich verpflichtet fühlen, diesen ständig wechselnden weiblichen Wünschen hinterher zu hetzen. Sobald sie das aber tun, gelten sie gleich wieder als Weicheier ohne eigene Meinung.

Die logische Konsequenz daraus kann nur sein, daß mann sich eben überhaupt nicht mehr um die Wünsche der Frauen schert. So ist aber eine Partnerschaft schlecht möglich. Da muß man bereit sein, auch mal Kompromisse einzugehen, aber das darf dann nicht nur einseitig sein. Vielen durch Frauenzeitschriften geschädigten Frauen ist das heute gar nicht mehr bewußt. Ihnen wird ja ständig eingeredet, daß sie ja sowieso schon toll und perfekt wären, und die Schuld für sämtliche Mißerfolge wird pauschal auf die Männer abgewälzt.

Nur wie kann man diesen Teufelskreis aufbrechen? Die Frauen, die solche Frauenzeitschriften lesen, tun das ja gerade deshalb, weil es ihnen gefällt, so beweihräuchert zu werden. Mir fällt auch immer wieder auf, daß Frauen regelrecht davor zurück scheuen, sich geistig mit Aussagen zu befassen, die den vorherrschenden Frauenbeweihräucherungswahn in Frage stellen. Ich denke, daß vielen Frauen sehr wohl bewußt ist, daß der Feminismus mittlerweile sehr männerfeindliche Formen angenommen hat. Aber gerade deshalb wittern sie in allem, was dem Feminismus irgendwie widerspricht, gleich Frauenfeindlichkeit. Während Männerfeindlichkeit für viele Frauen nicht unbedingt etwas Positives, andererseits aber auch nichts Störendes ist, stört Frauenfeindlichkeit sie natürlich sehr. Also blocken sie allein schon deshalb alles ab, was irgendwie danach aussieht. Dazu kommt noch, daß vielen Frauen ihre Bauchpinselung durch die Medien durchaus angenehm ist. Gerade für Frauen, die sich in einer Partnerschaft oder Ehe befinden, ist es natürlich sehr angenehm und bequem, wenn sie glauben können, daß sie ja sowieso völlig perfekt sind und daß sämtliche Probleme grundsätzlich nur von ihren Partnern ausgehen können. So kann frau sich beruhigt zurück lehnen und muß kein schlechtes Gewissen durch die eigene Trägheit haben. Frau muß ja am Valentinstag nicht unbedingt etwas verschenken, aber wehe, der Partner vergißt das mal... Und Frauen, die keinen Partner haben, können so auch prima den Männern daran die Schuld geben, denn Männer sind ja bekanntlich sowieso allesamt Schweine.

Das alles macht es sehr schwer, an die Frauen heran zu kommen. In Foren wie diesem finden sich ja auch nur Frauen, die entweder dem Feminismus kritsch gegenüber stehen oder aber zum radikalfeministischen Lager gehören. Die normale Durchschnittsfrau erreichen wir hier überhaupt nicht, und viele Frauen würden auch Bücher wie Arnes "Sind Frauen bessere Menschen?" grundsätzlich nicht lesen.

So kann man wohl tatsächlich nur über die Männer einen Bewußtseinswandel erreichen.

Freundliche Grüße
von Garfield

Re: Wollen Frauen den neuen Mann?

Peter, Saturday, 20.03.2004, 18:01 (vor 7993 Tagen) @ Odin

Als Antwort auf: Wollen Frauen den neuen Mann? von Odin am 20. März 2004 00:39:36:

Wollen Frauen den neuen Mann? (...) Sie finden partnerschaftliche Einstellungen und Verhaltensweisen bei Männern und Vätern überwiegend hoch sympathisch, aber nicht unbedingt männlich!

Dazu las ich gerade recht treffend in der Zeit im Internet
http://www.zeit.de/2004/13/Titel_2fMartenstein_13

Ich sagte: »Wenn ich so ein Männerleben führen würde, wie die Männermagazine es vorführen, wäre ich längst tot.« Man müsste morgens gleich nach dem Aufstehen eine Davidoff rauchen. Danach müsste man Sit-ups machen für die Bauchmuskeln. Dann Sex, anschließend Financial Times lesen. Danach mit dem Kabrio ins Büro. Im Büro, vor der Frühkonferenz, Sex mit der Sekretärin. Dann Karriere. Mittags joggen, im Park Ausprobieren der Anleitung für Eroberer aus Matador an Jessica, 25, Bildredakteurin, und an Ulrica, 30, Visagistin, danach einen Uhrenklassiker aus echtem Stahl und ein »Rosemary Mint Shampoo für feines Haar« kaufen, einen Malt Whisky trinken, nein, heute lieber zwei, wieder im Büro Sex mit der anderen Sekretärin, wobei die Sekretärin jünger sein muss als der Whisky, sonst zählt es nicht. Nachmittags schaut man sich im Büro auf Eurosport Autorennen an, macht Karriere und ersteigert bei eBay ein Internet-Date. Stärkungspräparat nehmen. Zweite Davidoff. In der Konferenz Rainer sagen, wo’s langgeht. Abends: (...)
Der andere Mann sagte: »Die Männermagazine hassen uns. Sie wollen, dass wir aussterben. Deutschland soll nur noch aus Witwen bestehen. Die Männermagazine gehören bösen Witwen.«
Dinge, die in mehr als 50 Prozent aller Männerleben eine Rolle spielen, aber selten oder nie in Männermagazinen auftauchen: Ikeamöbel aufbauen. Angst vor Haarausfall. Kochen. Aquarienfische kaufen. Hausaufgabenhilfe bei Halbwüchsigen. Angst vor Tanzkursen. Billige Werkstatt finden. Ausreden finden. Rauchen abgewöhnen. Keller aufräumen. Hautunreinheiten, Schuppen, Schnarchen. Das Alkoholproblem. Das Gedächtnisproblem, vor allem im Zusammenhang mit Geburtstagen.

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