"Frauen-sind-immer-Opfer"-Dogma
Als Antwort auf: Re: Die "besseren Menschen" und ihr Umgang mit Kindern ... von Jörg am 14. März 2004 12:11:50:
Hallo Sven,
interessanterweise scheint es bei diesem Dokumentarfilm wieder
einmal darum zu gehen, doch Verständnis für die Situation der Mutter
zu entwickeln.
Man stelle sich einmal vor, ein Vater läßt seine Kinder verdursten.
In diesem Falle wäre wohl kaum mit einem anschließenden
Dokumentarfilm zu rechnen, der um Verständnis für die Situation
des Vaters wirbt. Und erst recht hätte solch ein Film wohl kaum eine
Chance, jemals einen Dokumentarfilmpreis für besonders
herausragende filmische Leistungen zu erhalten.
Jörg
Natürlich nicht. Die Wahrnehmung fast aller Medien ist derzeit durch die unkritische Akzeptanz des - wie ich es nenne - "Frauen-sind-immer-Opfer"-Dogmas verzerrt. Das Problem ist, das dieses Dogma nur als solches identifiziert werden kann, wenn man die Realität ohne den verzerrenden Einfluß des Dogmas auf die Wahrnehmung betrachtet. Alle Schlüsse, die aus der durch durch das Dogma verzerrten Wahrnehmung resultieren, bestätigen nämlich die scheinbare Wahrheit des Dogmas. Das Dogma sorgt also selbst für seinen Bestand, es immunisiert sich selbst gegen Kritik - ein fast undurchdringbarer Teufelskreis.
Deshalb ist es m.E. auch nicht damit getan, lediglich Vorfälle zu finden und zu veröffentlichen, die jedem noch rational denkenden Menschen als Widerlegung des Dogmas erscheinen. Dieser Ansatz läuft nämlich bei allen bereits "infizierten" Dogmatikern vollkommen ins Leere, mehr noch, er ist sogar kontraproduktiv. Unter dem Einfluß des Dogmas wird die Schilderung der Realität nämlich nicht als das was sie ist erkannt, sondern als ANGRIFF auf "die Frauen", was ebenfalls die Wahrheit des Dogmas zu bestätigen scheint. Mit jedem dieser "Angriffe" wächst die Mächtigkeit des Dogmas.
Die einzig wirksame Argumentationsweise kann deshalb nur sein, die Wechselbeziehung zwischen Wahrnehmung und Dogma aufzudecken. Man sollte also eigentlich immer die Existenz dieses Dogmas direkt ansprechen, auch um es überhaupt erst ins BEWUSSTSEIN der Menschen zu bringen. Vielen ist einfach garnicht bewusst, daß ihr Denken durch dieses Dogma gestört wird.
Gruß,
Paul
gesamter Thread:
- Die "besseren Menschen" und ihr Umgang mit Kindern ... -
Sven,
14.03.2004, 13:53
- Re: Die "besseren Menschen" und ihr Umgang mit Kindern ... -
Jörg,
14.03.2004, 14:11
- "Frauen-sind-immer-Opfer"-Dogma - Paul, 14.03.2004, 21:17
- Re: Die "besseren Menschen" und ihr Umgang mit Kindern ... -
Jörg,
14.03.2004, 14:11