Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Nachts in Soho

Rüdiger, Friday, 12.03.2004, 01:21 (vor 8001 Tagen) @ Ferdi

Als Antwort auf: Sendung "Fliege" vom Montag von Ferdi am 10. März 2004 16:43:26:

Dann wurde noch ein junger lediger Mann vorgestellt, der in London in einem Etablissement, in dem angeblich Strip-Shows geboten wurden, fürchterlich über den Tisch gezogen wurde. Auf den Getränkekarten stand nämlich ganz kleingedruckt, dass wenn sich eine Frau zu ihm an den Tisch setzen würde, der Gast diese Zeche auch noch zu bezahlen hätte, und zwar ohne Limit. Als der junge Mann die Zahlung verweigerte wurde er vom "Geschäftsführer", einem Zweimeter-Kleiderschrank, bedroht und eingeschüchtert und am Verlassen des Lokals von zwei Kerlen im Sumoringer-Format gehindert. So ist er umgerechnet 1600 DM los geworden.

Was ähnliches passierte mir 1994 auch mal. Ich war neugierig auf so'ne Show und sagte mir: Nix essen und trinken, dann bleibt's auch billig. Ich war aber nicht schnell genug, als mich ein Mädel fragte, ob sie sich zu mir setzen dürfte, und nach 10 Minuten Small Talk präsentierte man mir eine Rechnung über 150 Pfund. Ich weigerte mich zu zahlen, und der Chef kam. Das Mädel versperrte die Treppe, die nach oben, nach draußen führte. Als ich mich an ihr vorbeizuschieben versuchte und dabei ihre Hand vom Geländer wegschieben wollte, meinte der Chef, das sei ja wohl Gewalt. "This is an offence!" Er packte mich seinerseits am Kragen und platzierte mich vor der Wand. Sollte ich so was noch mal versuchen, "then I'll use real force". (Er war zwar nur 1,75 m groß, wirkte aber proletenhaft und zur Gewalt entschlossen). Ich verlangte die Polizei - das ist doch alles Nepp, illegal. Chef führte ein fingiertes Telefonat mit der Polizei, schilderte mich als Finsterling und Zechpreller, erzählte mir, was auf dies und jenes stehe, hoffte wohl, ich würde zahlen und dann verschwinden. Als er merkte, daß ich mehr auf die Polizei hoffte als sie fürchtete, eröffnete er mir, was ich eh schon wußte: Daß das Telefonat nur fingiert war. Schließlich reduzierte er seine Forderung von 150 Pfund auf 30 Pfund, und als ich sagte, ich hätte nur noch 10 Pfund dabei - in meinem Portemonnaie war tatsächlich nicht mehr -, gab er sich auch damit zufrieden. "You have two seconds to get out of here" - ich war der einzige "Gast" in diesem ungastlichen Keller ....

Wenig später stand ich mit etwas wackligen Knien auf der Straße. Puh, dachte ich mir, ein Glück, daß er, als er mich am Hemd packte, nicht gemerkt hatte, daß darunter in einem Brustbeutel meine gesamte Urlaubs-Barschaft steckte ....

Monate später war ich nachts mit dem Auto unterwegs; aus dem Autoradio ein alter Schlager: "Darum ist es nie ohne Risikooooouuuuu .... nachts in Sohooouuuu ...." STIMMT :-)

Ganz in der Nähe kaufte ich übrigens in einer Buchhandlung ein Taschenbuch - die Memoiren der bekannten Domina Lindi St. Clair. Sie berichtete, sie habe schon etliche britische Parlamentarier "behandelt". Konservative Hinterbänkler wünschten sich oft, sie, die Domina, solle vor der Züchtigung eine Gummimaske mit den Zügen von Margaret Thatcher aufsetzen .... Oder sie wollten mit einer thatcherartigen Handtasche eins übergezogen bekommen ... puh, was müssen die sich unter Druck gesetzt gefühlt haben ;-)

Herzliche Grüße

Rüdiger


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