Sendung "Fliege" vom Montag
Hallo Forum!
Ich habe nach Hinweisen in diesem Forum die Sendung "Fliege", die am Montag ausgestrahlt wurde, aufgezeichnet. Heute habe ich mir die Aufzeichnung angesehen. Es war eine wirklich sehr gute Sendung und es ist bemerkenswert, dass diese Sendung ausgerechnet am Weltfrauentag ausgestrahlt wurde. Dafür zolle ich dem WDR meinen Respekt. Ich will versuchen den Inhalt der Sendung zusammenzufassen.
Es wurden fünf Männer als Gäste eingeladen. Der erste Gast war "C", ein Unternehmer aus Südtirol (Realnamen wurden in der Sendung genannt, lasse ich hier weg). Dieser Mann ist auf die Anzeige einer Heiratsschwindlerin hereingefallen, die ihre Opfer per Kontaktanzeige gesucht hat. Diese Frau war wie eine Prostituierte im Auftrage eines "Zuhälters" tätig, der noch vier andere Frauen "laufen" hatte und der schliesslich von einer angezeigt wurde. Urteil: 4 1/2 Jahre Gefängnis. "C", der vor Liebe blind und unzurechnungsfähig war (...wie war das noch mit den Dackeln?) gab dieser Frau hohe Geldbeträge und schoss immer wieder Geld nach, wenn er von der Tränen- und Augenklimper-Masche eingelullt und überwältigt wurde. Er hat damit sein gesamtes Vermögen verloren und sein Geld nie mehr wiedergesehen.
Der zweite Gast war "T". Dieser Mann wurde von seiner Partnerin immer wieder geschlagen und liess sich das gefallen, er war nicht in der Lage, zurückzuschlagen. Er suchte ständig die Schuld bei sich selbst und entschuldigte ständig das gewaltsame Tun seiner Partnerin. Ein im Studio anwesender Psychologe (aber nicht aus Kiel
) nannte das "besonders intensive Kommunikation".
Der dritte Gast war besonders interessant, und deswegen möchte ich hier sagen, wer das war: Horst Schmeil, Dipl.-Pädagoge aus Berlin. Er hat das erste Männerhaus gegründet, das aus einer grossen Wohnung nebst Kellerräumen und Dachboden besteht. Eigene Initiative! Er hat selber Gewalt erlebt und weist auf die Bedeutung von psychischer Gewalt hin, die von Partnerinnen besonders gerne angewendet wird und die auf die Zerstörung von Persönlichkeiten hinausläuft. Diese Gewalt wird u. a. durch Kindesentzug, Kontaktverbote, Verweigerung des Umgangsrechts, Verleumdungen, falsche Beschuldigungen und derartige Dinge ausgeübt. Er forderte, dass der Gewaltbegriff unbedingt auch auf diese Dinge ausgedehnt wird. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass ein Mann, der erst einmal mit solchen falschen Anschuldigungen und Verleumdungen konfrontiert wird, das nie oder nur sehr schwer wieder los wird. Er landet hilflos in einer Ecke, in die er garnicht reingehört und kommt da nicht mehr raus. Schmeil sprach in diesem Zusammenhang von einer "Verfolgungsmaschinerie". Er arbeitet mit dem Väteraufbruch für Kinder zusammen und bietet jeden Mittwoch Treffen für betroffene Männer an. Auf Flieges Frage, wie er denn die Spreu vom Weizen trennen würde, wie er Missbrauch seines Engagementes verhindern würde, antwortete Schmeil, dass solche Fälle äusserst selten vorgekommen seien. Er wendet ausserdem den sogenannten Lügendetektor (auf freiwilliger Basis natürlich) an, um sich in unklaren Fällen von der Wahrhaftigkeit zu überzeugen.
Fliege bat ihn, einen besonders schweren Fall aus seiner Praxis zu schildern. Schmeil berichtete von einem in Trennung lebenden Mann, der um das Sorgerecht für sein Kind kämpfte. Da traf ihn seine Expartnerin in der Innenstadt. Sie beschimpfte ihn auf offener Strasse, schlug ihm zweimal eine Bierflasche auf den Kopf und trat ihm auch noch zwischen die Beine. Diese Frau - so berichtete Schmeil kopfschüttelnd - hat das Sorgerecht für das Kind zugesprochen bekommen. Später konnte der Mann ein Besuchsrecht zwei mal die Woche durchsetzen. Die Frau erklärte im späteren Verfahren zu den Schlägen und Tritten, "es sei ja nicht so schlimm gewesen, wie er es dargestellt hätte". Der Psychologe im Studio erklärte das auf Anfrage so, dass diese Gewaltausbrüche ausschliesslich in der Jugend der Betroffenen "gelernt" wurden, weil sie in den Familien auch nur Gewalt erlebt haben. Da diese Gewalt schlimmer gewesen sein könne als die jetzt angewendete, bezeichnete die Frau das als "nicht so schlimm".
Dann wurde noch ein junger lediger Mann vorgestellt, der in London in einem Etablissement, in dem angeblich Strip-Shows geboten wurden, fürchterlich über den Tisch gezogen wurde. Auf den Getränkekarten stand nämlich ganz kleingedruckt, dass wenn sich eine Frau zu ihm an den Tisch setzen würde, der Gast diese Zeche auch noch zu bezahlen hätte, und zwar ohne Limit. Als der junge Mann die Zahlung verweigerte wurde er vom "Geschäftsführer", einem Zweimeter-Kleiderschrank, bedroht und eingeschüchtert und am Verlassen des Lokals von zwei Kerlen im Sumoringer-Format gehindert. So ist er umgerechnet 1600 DM los geworden.
Der letzte Gast war ein Bauingenieur russischer Herkunft, aber mit deutschem Pass, der sich in eine ebenfalls aus Russland stammende Frau verknallt hatte. Sie heirateten und die Frau bekam ein Kind. Eines Tages kam er nach Hause und fand eine leere Wohnung vor. Aus einem Brief, den diese Frau von einer Freundin bekam und den der Ingenieur in der Wohnung gefunden hatte, ging hervor, wie die Freundin die Frau beraten hatte, um das endgültige Aufenthaltsrecht bekommen zu können. Sie riet, weiter die liebende Ehefrau zu spielen bis das Kind da war, danach Sorgerecht und Unterhalt zu fordern und aus der gemeinsamen Wohnung zu verschwinden.
Diese Zusammenfassung kann natürlich nur lückenhaft sein und kann überhaupt nicht die Betroffenheit von Fliege selbst und auch von den überwiegend weiblichen Zuschauern herüberbringen. Ich habe im Zuschauerraum überhaupt nur betroffene Gesichter gesehen, auch von den Frauen. Ich habe den Eindruck gehabt, dass keine von den Zuschauerinnen die geringste Ahnung davon hatte, was es auf diesem Gebiet alles gibt. Auch daher fand ich es gut, dass der WDR am Weltfrauentag den Frauen - aber auch der deutschen Familienjustiz - mal diesen Spiegel vorgehalten hat und nicht einfach in den allgemeinen Lobgesang auf die ach so viel besseren Frauen, die immer nur Opfer sind, eingestimmt hat.
Schöne Grüsse,
Ferdi
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Sendung "Fliege" vom Montag von Ferdi am 10. März 2004 16:43:26:
Lest selbst.....
Jörg Rupp
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Re: Sendung "Fliege" vom Montag von HemmaNedDo am 10. März 2004 16:52:
Männerhaus
Lest selbst.....
Jörg Rupp
Interessant dazu auch diese Links:
http://www.daserste.de/fliege/forummessage_dyn~msgid,22772~forum.asp
http://www.daserste.de/fliege/forummessage_dyn~msgid,22773~forum.asp
http://www.daserste.de/fliege/forummessage_dyn~msgid,22774~forum.asp
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Sendung "Fliege" vom Montag von Ferdi am 10. März 2004 16:43:26:
Hi Ferdi,
ganz herzlichen Dank für diese ausführliche Wiedergabe der Sendung!
Ich kam am Montag leider nicht dazu, sie selbst zu sehen.
Freundlicher Gruß
Arne
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Re: Sendung "Fliege" vom Montag von HemmaNedDo am 10. März 2004 16:52:
Interessant dazu auch diese Links:
http://www.daserste.de/fliege/forummessage_dyn~msgid,22772~forum.asp
http://www.daserste.de/fliege/forummessage_dyn~msgid,22773~forum.asp
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Re: Sendung "Fliege" vom Montag von HemmaNedDo am 10. März 2004 16:52:
Männerhaus
Lest selbst.....
Jörg Rupp
Danke für den Hinweis,
ich hab den Link mal weitergeleitet an Horst Schmeil und andere
Re: Sendung "Fliege" vom Montag
Als Antwort auf: Sendung "Fliege" vom Montag von Ferdi am 10. März 2004 16:43:26:
Hallo Ferdi,
das grenzt schon an Mut, am Weltfrauentag, soe eine Sendung auszustrahlen - Respekt!
Aber Du rühmst leider den falschen Sender. Verantwortlich für Fliege ist der Bayerische Rundfunk (den ich höchst selten lobe...)
Gruß
Collantix
Nachts in Soho
Als Antwort auf: Sendung "Fliege" vom Montag von Ferdi am 10. März 2004 16:43:26:
Dann wurde noch ein junger lediger Mann vorgestellt, der in London in einem Etablissement, in dem angeblich Strip-Shows geboten wurden, fürchterlich über den Tisch gezogen wurde. Auf den Getränkekarten stand nämlich ganz kleingedruckt, dass wenn sich eine Frau zu ihm an den Tisch setzen würde, der Gast diese Zeche auch noch zu bezahlen hätte, und zwar ohne Limit. Als der junge Mann die Zahlung verweigerte wurde er vom "Geschäftsführer", einem Zweimeter-Kleiderschrank, bedroht und eingeschüchtert und am Verlassen des Lokals von zwei Kerlen im Sumoringer-Format gehindert. So ist er umgerechnet 1600 DM los geworden.
Was ähnliches passierte mir 1994 auch mal. Ich war neugierig auf so'ne Show und sagte mir: Nix essen und trinken, dann bleibt's auch billig. Ich war aber nicht schnell genug, als mich ein Mädel fragte, ob sie sich zu mir setzen dürfte, und nach 10 Minuten Small Talk präsentierte man mir eine Rechnung über 150 Pfund. Ich weigerte mich zu zahlen, und der Chef kam. Das Mädel versperrte die Treppe, die nach oben, nach draußen führte. Als ich mich an ihr vorbeizuschieben versuchte und dabei ihre Hand vom Geländer wegschieben wollte, meinte der Chef, das sei ja wohl Gewalt. "This is an offence!" Er packte mich seinerseits am Kragen und platzierte mich vor der Wand. Sollte ich so was noch mal versuchen, "then I'll use real force". (Er war zwar nur 1,75 m groß, wirkte aber proletenhaft und zur Gewalt entschlossen). Ich verlangte die Polizei - das ist doch alles Nepp, illegal. Chef führte ein fingiertes Telefonat mit der Polizei, schilderte mich als Finsterling und Zechpreller, erzählte mir, was auf dies und jenes stehe, hoffte wohl, ich würde zahlen und dann verschwinden. Als er merkte, daß ich mehr auf die Polizei hoffte als sie fürchtete, eröffnete er mir, was ich eh schon wußte: Daß das Telefonat nur fingiert war. Schließlich reduzierte er seine Forderung von 150 Pfund auf 30 Pfund, und als ich sagte, ich hätte nur noch 10 Pfund dabei - in meinem Portemonnaie war tatsächlich nicht mehr -, gab er sich auch damit zufrieden. "You have two seconds to get out of here" - ich war der einzige "Gast" in diesem ungastlichen Keller ....
Wenig später stand ich mit etwas wackligen Knien auf der Straße. Puh, dachte ich mir, ein Glück, daß er, als er mich am Hemd packte, nicht gemerkt hatte, daß darunter in einem Brustbeutel meine gesamte Urlaubs-Barschaft steckte ....
Monate später war ich nachts mit dem Auto unterwegs; aus dem Autoradio ein alter Schlager: "Darum ist es nie ohne Risikooooouuuuu .... nachts in Sohooouuuu ...." STIMMT 
Ganz in der Nähe kaufte ich übrigens in einer Buchhandlung ein Taschenbuch - die Memoiren der bekannten Domina Lindi St. Clair. Sie berichtete, sie habe schon etliche britische Parlamentarier "behandelt". Konservative Hinterbänkler wünschten sich oft, sie, die Domina, solle vor der Züchtigung eine Gummimaske mit den Zügen von Margaret Thatcher aufsetzen .... Oder sie wollten mit einer thatcherartigen Handtasche eins übergezogen bekommen ... puh, was müssen die sich unter Druck gesetzt gefühlt haben 
Herzliche Grüße
Rüdiger
Re: Nachts in Soho
Als Antwort auf: Nachts in Soho von Rüdiger am 11. März 2004 23:21:
Hallo Rüdiger!
Schließlich reduzierte er seine Forderung von 150 Pfund auf 30 Pfund, und als ich sagte, ich hätte nur noch 10 Pfund dabei - in meinem Portemonnaie war tatsächlich nicht mehr -, gab er sich auch damit zufrieden. "You have two seconds to get out of here" - ich war der einzige "Gast" in diesem ungastlichen Keller ....
Das nenne ich eine gelungene Preisverhandlung! 
Wenig später stand ich mit etwas wackligen Knien auf der Straße. Puh, dachte ich mir, ein Glück, daß er, als er mich am Hemd packte, nicht gemerkt hatte, daß darunter in einem Brustbeutel meine gesamte Urlaubs-Barschaft steckte ....
*ROTFL*
Monate später war ich nachts mit dem Auto unterwegs; aus dem Autoradio ein alter Schlager: "Darum ist es nie ohne Risikooooouuuuu .... nachts in Sohooouuuu ...." STIMMT
Vereinzelt war ich auch schon mal in solchen Animierschuppen
(muß man ja alles mal ausgetestet haben). Jetzt aber schon lange
Zeit nicht mehr - meine Gesundheit ist mir dann doch wichtiger. 
Ganz in der Nähe kaufte ich übrigens in einer Buchhandlung ein Taschenbuch - die Memoiren der bekannten Domina Lindi St. Clair. Sie berichtete, sie habe schon etliche britische Parlamentarier "behandelt". Konservative Hinterbänkler wünschten sich oft, sie, die Domina, solle vor der Züchtigung eine Gummimaske mit den Zügen von Margaret Thatcher aufsetzen .... Oder sie wollten mit einer thatcherartigen Handtasche eins übergezogen bekommen ... puh, was müssen die sich unter Druck gesetzt gefühlt haben
Unter der Fuchtel der "Eisernen Lady" herself zu stehen, muß wohl
für jeden Masochisten das schiere Paradies gewesen sein.
Ob die Dominas der bundesdeutschen Parlamentarier wohl eine
Merkel-Maske tragen? 
Gruß, Jörg
Re: Nachts in Soho
Als Antwort auf: Re: Nachts in Soho von Jörg am 12. März 2004 00:14:49:
Ob die Dominas der bundesdeutschen Parlamentarier wohl eine
Merkel-Maske tragen?
Gruß, Jörg
So pervers ist doch wohl keiner 
Re: Nachts in Soho
Als Antwort auf: Re: Nachts in Soho von Odin am 12. März 2004 11:39:26:
Ob die Dominas der bundesdeutschen Parlamentarier wohl eine
Merkel-Maske tragen?
Gruß, Jörg
So pervers ist doch wohl keiner
Die ziehen ´ne Alicemaske vor. Angela Merkel ist Physikerin und hat in dieser Disziplin logisches Denken gelernt. Und vor sowas fürchten sich die Nieten in Nadelstreifen doch wie der Teufel vorm Weihwasser.
Gruss,
Ferdi