Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

Archiv 1 - 20.06.2001 - 20.05.2006

67114 Postings in 8047 Threads

[Homepage] - [Archiv 1] - [Archiv 2] - [Forum]

Weichspüler Kerner und Beckmann

Der Bachelor, Friday, 27.02.2004, 23:39 (vor 8014 Tagen)

Vorgestern bin ich zufällig bei Kerner hängengeblieben. Und was seh ich da?
Alice S! Wie zu erwarten das ewig gleiche Geplapper, von wegen Frauen verdienen weniger, Frauen haben weniger Macht, Frauen zahlen mehr Krankenversicherung usw.
Kerner wie üblich unkritisch bis opportunistisch.
Ich meine, diese Art Journalismus perpetuiert den Femi-Wahn am laufenden Band. Solche Weichspüler müssen auch mal kontaktiert werden. Werde es demnächst machen, ich hoffe andere ziehen nach. Das Problem ist nämlich weitaus größer als nur der "Geschlechterkrieg".

Der Bachelor

Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Saturday, 28.02.2004, 00:45 (vor 8014 Tagen) @ Der Bachelor

Als Antwort auf: Weichspüler Kerner und Beckmann von Der Bachelor am 27. Februar 2004 21:39:08:

Vorgestern bin ich zufällig bei Kerner hängengeblieben. Und was seh ich da?
Alice S! Wie zu erwarten das ewig gleiche Geplapper, von wegen Frauen verdienen weniger, Frauen haben weniger Macht, Frauen zahlen mehr Krankenversicherung usw.
Kerner wie üblich unkritisch bis opportunistisch.
Ich meine, diese Art Journalismus perpetuiert den Femi-Wahn am laufenden Band. Solche Weichspüler müssen auch mal kontaktiert werden. Werde es demnächst machen, ich hoffe andere ziehen nach. Das Problem ist nämlich weitaus größer als nur der "Geschlechterkrieg".

Aber welche Alternativen wären da?
Wer macht überhaupt noch harten Journalismus?
Friedmann kann mensch da nicht nehmen. Nach den AS Editorials in EMMA würden hater Fragen in dem Fall nach Rache aussehen.
Bleiben gerade mal drei (Fernsehjournalisti) übrig, die es machen könnten:
Sonia Mikich, Sandra Maischberger und Gerd Skrobel.
Wobei ich gerade Skrobel zutaue, daß er genau die Fragen stellen würde, die ich auch stellte. Hat diese Eingenschaft immer den Finger in die Wunde zu legen, ohne dabei direkt zu sagen: "Hier geht es doch den Bach runter". Statt dessen: "Erklären sie bitte den Punkt mal etwas näher". Oder: "Ist es für sie kein Widerspruch einerseits zu sagen... aber andererseits auch festzustellen..." Und dabei immer nett.

susu

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Andreas, Saturday, 28.02.2004, 09:02 (vor 8014 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 27. Februar 2004 22:45:20:

Sonia Mikich, Sandra Maischberger und Gerd Skrobel.

WDR-Cheffeministin Mikich würde ich nicht gerade als echte Alternative bezeichnen! Die ist fast genauso schlimm wie A. Schwarzer!

Gruß
Andreas

Stimmt genau. (n/t)

Texaco, Saturday, 28.02.2004, 11:11 (vor 8014 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Andreas am 28. Februar 2004 07:02:45:

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Sunday, 29.02.2004, 02:33 (vor 8013 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Andreas am 28. Februar 2004 07:02:45:

Hallo Andreas

WDR-Cheffeministin Mikich würde ich nicht gerade als echte Alternative bezeichnen! Die ist fast genauso schlimm wie A. Schwarzer!

Kannst du mir da Beispiele bringen? Mir ist bislang nur ordentliche journalistische Arbeit bei Monitor aufgefallen, aber vieleicht habe ich ja etwas übersehen.

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Der Eman(n)ze, Sunday, 29.02.2004, 12:01 (vor 8013 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 29. Februar 2004 00:33:59:

Kannst du mir da Beispiele bringen? Mir ist bislang nur ordentliche journalistische Arbeit bei Monitor aufgefallen, aber vieleicht habe ich ja etwas übersehen.

Die ist mir dadurch im Gedächtnis geblieben, daß sie in einer Monitor-Sendung voll in die Kerbe "Arme Frauen müssen bei Versicherung xy höhere Beiträge zahlen" gehauen hat. Als geradezu skandalös wurde es dargestellt, daß eine Gruppe mit erhöhtem Leistungsinanspruchnahmewahrscheinlichkeit auch höhere Beiträge zu zahlen hat. Bezeichnenderweise verlor sie über äquivalente "Ungerechtigkeiten" wie z.B. die hohen Haftpflichtbeiträge für 18jährige, männliche, GolfGTI-fahrende Führerscheinneulinge kein Wort.

Wer derartigen boulevardfeministischen Quatsch kritiklos mitmacht, ist bei Kerner, Beckmann & Co wohl in bester Gesellschaft. Die InitiatorInnen dieser Versicherungs-Kampagne scheinen so blöd zu sein, daß sie die Folgen gar nicht mehr begreifen können (oder wollen?): Letztlich ziehen ALLE den Kürzeren: Männer und Frauen. Es läuft darauf hinaus, daß alle Beiträge der jeweils "benachteiligten" Gruppe nach oben korrigiert werden, so daß alle mehr bezahlen müssen.

Solch eine Oberflächlichkeit, solch ein Opportunismus, solch eine Phrasendrecherei können mir gestohlen bleiben.

Um so erstaunter bin ich, daß ausgerechnet DU, susu (!), diese Person jenseits der Kerner-Klasse angesiedelt glaubst.

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Sunday, 29.02.2004, 12:52 (vor 8013 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Der Eman(n)ze am 29. Februar 2004 10:01:21:

Die ist mir dadurch im Gedächtnis geblieben, daß sie in einer Monitor-Sendung voll in die Kerbe "Arme Frauen müssen bei Versicherung xy höhere Beiträge zahlen" gehauen hat. Als geradezu skandalös wurde es dargestellt, daß eine Gruppe mit erhöhtem Leistungsinanspruchnahmewahrscheinlichkeit auch höhere Beiträge zu zahlen hat. Bezeichnenderweise verlor sie über äquivalente "Ungerechtigkeiten" wie z.B. die hohen Haftpflichtbeiträge für 18jährige, männliche, GolfGTI-fahrende Führerscheinneulinge kein Wort.

Wobei die EU-Richtlinie die ja auch beseitigt. Und darüber nicht zu sagen ist besser als einige Kommentare, die ich gelesen habe, die forderten einseitig die höheren Tarife bei einigen Versicherungen für Frauen zu kürzen, sich aber deutlich dafür aussprachen, bei den Versicherungen, bei denen Männer mehr zahlen alles beim alten zu lassen.

Wer derartigen boulevardfeministischen Quatsch kritiklos mitmacht, ist bei Kerner, Beckmann & Co wohl in bester Gesellschaft. Die InitiatorInnen dieser Versicherungs-Kampagne scheinen so blöd zu sein, daß sie die Folgen gar nicht mehr begreifen können (oder wollen?): Letztlich ziehen ALLE den Kürzeren: Männer und Frauen. Es läuft darauf hinaus, daß alle Beiträge der jeweils "benachteiligten" Gruppe nach oben korrigiert werden, so daß alle mehr bezahlen müssen.
Solch eine Oberflächlichkeit, solch ein Opportunismus, solch eine Phrasendrecherei können mir gestohlen bleiben.
Um so erstaunter bin ich, daß ausgerechnet DU, susu (!), diese Person jenseits der Kerner-Klasse angesiedelt glaubst.

Ich halte die EU-Richtlinie für den richtigen Weg. Der Grund dafür ist: Nicht jeder GTI-Führerscheinneuling fährt ein paar Autos zu Schrott, nicht jede Frau lebt ewig, nicht... Die Risikoabschätzungen von Versicherungen sind letztenendes immer Pauschalisierungen, bei denen Individuen ein Beitrag auf der Basis von angenommenen Gruppeneigenschaften (Es gibt auch Versicherungen, die nach Sternzeichen differenzieren) ihre Beiträge zugewiesen bekommen. Es gibt IMO nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine individuelle Risikoabwägung - die wäre extrem teuer. Oder einen Einheitstarif. Der wird sich in etwa da einpendeln, wo jetzt der Durchschnittswert liegt (gleiche Gewinnspanne - anderer Tarife würden von der Konkurenz locker unterboten). Das die jetzige Risikoabwägung nicht zwingend Realitäten wiederspiegelt zeigt z.B. die differenzierung nach Sternzeichen. Bislang ist Astrologie noch keine harte Wissenschaft...

susu

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Der Eman(n)ze, Sunday, 29.02.2004, 13:36 (vor 8013 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 29. Februar 2004 10:52:14:

Wobei die EU-Richtlinie die ja auch beseitigt. Und darüber nicht zu sagen ist besser als...

Darüber nichts zu sagen und den Eindruck zu erwecken, unter einseitig höheren Versicherungsbeiträgen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer versicherungstechnischen Risikogruppe hätten nur Frauen zu leiden, und einen Einzelfall (der die Gruppe "Frauen" betrifft) explizit zu nennen, um ihn zu instrumentalisieren für das öffentliche "Frauen-sind-Opfer"-Bewußtsein, das ist nicht nur unseriös, das ist billigster Populismus.

susu, ich bin über Deiner Blindheit auf dem Mikich-Auge etwas erstaunt.

Denn letzlich ging es der Mikich nicht primär darum, gegen Kategorisierung eines Individuums aufgrund seines juristischen Geschlechts vorzugehen (das machen die Versicherungen ja z.T. bei der Risikogruppenbestimmung). Es handelte sich wieder mal um das rituelle Wehklagen über die es so schlimm habenden Frauen...

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Tuesday, 02.03.2004, 22:34 (vor 8010 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Der Eman(n)ze am 29. Februar 2004 11:36:30:

Hallo Eman(n)ze

Darüber nichts zu sagen und den Eindruck zu erwecken, unter einseitig höheren Versicherungsbeiträgen aufgrund der Zugehörigkeit zu einer versicherungstechnischen Risikogruppe hätten nur Frauen zu leiden, und einen Einzelfall (der die Gruppe "Frauen" betrifft) explizit zu nennen, um ihn zu instrumentalisieren für das öffentliche "Frauen-sind-Opfer"-Bewußtsein, das ist nicht nur unseriös, das ist billigster Populismus.
susu, ich bin über Deiner Blindheit auf dem Mikich-Auge etwas erstaunt.
Denn letzlich ging es der Mikich nicht primär darum, gegen Kategorisierung eines Individuums aufgrund seines juristischen Geschlechts vorzugehen (das machen die Versicherungen ja z.T. bei der Risikogruppenbestimmung). Es handelte sich wieder mal um das rituelle Wehklagen über die es so schlimm habenden Frauen...

In dem Bericht (der von Volker Happe stammt) gibt es u.a. folgendes Zitat der Wirtschaftswissenschaftlerin Prof. Dagmar Schiek:
"Ich denke zum Beispiel an die USA, wo es bereits 1985 eine Grundsatzentscheidung des Supreme Courts zu den Versicherungstarifen gab, und dort hat man die Versicherungstarife im Ergebnis abgelehnt, und zwar mit der Begründung, dass Versicherer auch Schlaffe und Fitte zum gleichen Risiko versichern, während Männer und Frauen als unterschiedliches Risiko behandelt werden."

Da geht es schon darum, daß wenn schon differenziert wird, bis auf die Ebene des Individuums gegangen werden sollte.

Es stimmt zwar, daß das Thema verkürzt behandelt wurde und diese Kritik halte ich auch für gerechtfertigt. Allerdings ist dann die Frage, ob er im Zeitrahmen bliebe, wenn er das tun würde. Allerdings ist der Bericht schon deshalb großartig, weil hier mal klar wird, wie Politik mit dem Thema Geschlecht umgeht und wie da auch mal ein Begriff ganz ungeahnte Bedeutungen haben kann:

Reporter: "Geht es nicht bei Gleichbehandlung darum, dass man Frauen und Männer ob ihres Geschlechts in allen Lebensbereichen möglichst gleich behandelt?"
Renate Schmidt, SPD, Bundesministerin für Familie und Frauen: "Nein..."

susu

Beitrag

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Odin, Wednesday, 03.03.2004, 00:49 (vor 8010 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 02. März 2004 20:34:41:

Danke für den Link:

Renate Schmidt, SPD, Bundesministerin für Familie und Frauen: "Weil es natürlich so ist, dass also z.B. Frauen in einer Lebensversicherung oder in einer Rentenversicherung eine deutlich höhere Lebenserwartung haben, und diese deutlich höhere Lebenserwartung muss versicherungsmathematisch berechnet werden, weil die Versicherungen können ja nicht irgendeinen Schmarn machen, weil sonst sind sie irgendwann mal pleite. Und dieses ist vollkommen ausgeschlossen, und deshalb muss man unterschiedliche Risiken in einer privaten Versicherung auch unterschiedlich bewerten."

Reporter: "Geht es nicht bei Gleichbehandlung darum, dass man Frauen und Männer ob ihres Geschlechts in allen Lebensbereichen möglichst gleich behandelt?"
Renate Schmidt, SPD, Bundesministerin für Familie und Frauen: "Nein, es gibt ein Prinzip. Und dieses Prinzip heißt Gender Mainstreaming. Und dieses Prinzip heißt, dass man Menschen in ihrer Unterschiedlichkeit berücksichtigt. Und Gott sei Dank sind Frauen und Männer unterschiedlich, haben unterschiedliche Risiken, und diese unterschiedlichen Risiken müssen auch irgendwo berücksichtigt werden."

Ich muß schon sagen, diese Frau ist zum verlieben. Was wir dagegen vorher für Kanaillen hatten!

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Der Eman(n)ze, Saturday, 06.03.2004, 00:18 (vor 8007 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 02. März 2004 20:34:41:

Hallo susu

"Ich denke zum Beispiel an die USA, wo es bereits 1985 eine Grundsatzentscheidung des Supreme Courts zu den Versicherungstarifen gab, und dort hat man die Versicherungstarife im Ergebnis abgelehnt, und zwar mit der Begründung, dass Versicherer auch Schlaffe und Fitte zum gleichen Risiko versichern, während Männer und Frauen als unterschiedliches Risiko behandelt werden."

Schön und gut, aber da gibt es ein rein praktisches Problem: Schlaff oder fit steht nicht im Paß, jur. männl. oder jur weiblich schon.

Würde ersteres im Paß stehen, hätten es die Versicherungen schon längst umgesetzt (da viel wirksamer als jur. männl. oder jur. weibl.) Aber gegen den gläsernen Bürger gibt es zum Glück (noch) mehr oder weniger wirksamen Datenschutz.

Es stimmt zwar, daß das Thema verkürzt behandelt wurde

Falsch. Dieses Thema [daß dieser Fall instrumentalisiert wurde für das "Frauen-sind-wieder-mal-Opfer-Schema] bzw. eine Relativierung, um eine Instrumentalisierung zu verhindern, wurde nicht behandelt.

und diese Kritik halte ich auch für gerechtfertigt.

Freut mich :-)

Allerdings ist dann die Frage, ob er im Zeitrahmen bliebe, wenn er das tun würde.

Nicht im Zeitrahmen bleiben zu können ist keine Entschuldigung für tendenziöse und suggestive Berichterstattung.

Allerdings ist der Bericht schon deshalb großartig, weil hier mal klar wird, wie Politik mit dem Thema Geschlecht umgeht und wie da auch mal ein Begriff ganz ungeahnte Bedeutungen haben kann

dito. s.o. "großartig" allerdings von meiner seite aus in "..."

Reporter: "Geht es nicht bei Gleichbehandlung darum, dass man Frauen und Männer ob ihres Geschlechts in allen Lebensbereichen möglichst gleich behandelt?"
Renate Schmidt, SPD, Bundesministerin für Familie und Frauen: "Nein..."

nix neues. Deswegen heirate ich nicht und zeuge kein Kind, obwohl es meine partnerin will.

Mit echter Gleichberechtigungs-Gesetzgebung statt Frauen-Lobbying wäre beides kein Problem.

Ich bin mir sicher, Du verstehst mich.

Der Eman(n)ze

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Monday, 08.03.2004, 20:27 (vor 8005 Tagen) @ Der Eman(n)ze

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Der Eman(n)ze am 05. März 2004 22:18:26:

Hallo Eman(n)ze

Schön und gut, aber da gibt es ein rein praktisches Problem: Schlaff oder fit steht nicht im Paß, jur. männl. oder jur weiblich schon.
Würde ersteres im Paß stehen, hätten es die Versicherungen schon längst umgesetzt (da viel wirksamer als jur. männl. oder jur. weibl.) Aber gegen den gläsernen Bürger gibt es zum Glück (noch) mehr oder weniger wirksamen Datenschutz.

Du kennst meine Meinung zu jur. männl. und jur. weibl. Das hat IMO nichts im Paß zu suchen.

Falsch. Dieses Thema [daß dieser Fall instrumentalisiert wurde für das "Frauen-sind-wieder-mal-Opfer-Schema] bzw. eine Relativierung, um eine Instrumentalisierung zu verhindern, wurde nicht behandelt.

Stimmt.

Nicht im Zeitrahmen bleiben zu können ist keine Entschuldigung für tendenziöse und suggestive Berichterstattung.

Doch. Ich halte eine einseitige Berichterstattung zu diesem Thema durchaus für legitim. Ich hielte es aber für wünschenswert, wenn es auch Sendungen gäbe, die z.B. die ungleichen Tarife bei Lebensversicherungen betrachten würden.

susu

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

MalSehen, Monday, 01.03.2004, 12:05 (vor 8012 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 29. Februar 2004 10:52:14:

Ich halte die EU-Richtlinie für den richtigen Weg. Der Grund dafür ist: Nicht jeder GTI-Führerscheinneuling fährt ein paar Autos zu Schrott, nicht jede Frau lebt ewig, nicht... Die Risikoabschätzungen von Versicherungen sind letztenendes immer Pauschalisierungen, bei denen Individuen ein Beitrag auf der Basis von angenommenen Gruppeneigenschaften (Es gibt auch Versicherungen, die nach Sternzeichen differenzieren) ihre Beiträge zugewiesen bekommen. Es gibt IMO nur zwei Möglichkeiten: Entweder eine individuelle Risikoabwägung - die wäre extrem teuer. Oder einen Einheitstarif. Der wird sich in etwa da einpendeln, wo jetzt der Durchschnittswert liegt (gleiche Gewinnspanne - anderer Tarife würden von der Konkurenz locker unterboten). Das die jetzige Risikoabwägung nicht zwingend Realitäten wiederspiegelt zeigt z.B. die differenzierung nach Sternzeichen. Bislang ist Astrologie noch keine harte Wissenschaft...
susu

Der Sinn einer Versicherung ist es Leute mit gleichem Risiko gegen selbiges Abzusichern. Was du gerne möchtest ist, das man Männer gegen das Riskio einer Schwangerschaft absichert. Das ist imho genauso unsinnig wie eine Kategorisierung nach Sternzeichen.
Während man bei der Versicherung nach Sternzeichen noch die Wahl hat, ob man sich dort versichern will, soll die Wahlmöglichkeit den Männern ja gerade genommen werden. Es steht jeder Versicherung frei einen Unisextarif anzubieten.

MalSehen

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Tuesday, 02.03.2004, 23:02 (vor 8010 Tagen) @ MalSehen

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von MalSehen am 01. März 2004 10:05:06:

Hallo MalSehen

Der Sinn einer Versicherung ist es Leute mit gleichem Risiko gegen selbiges Abzusichern. Was du gerne möchtest ist, das man Männer gegen das Riskio einer Schwangerschaft absichert. Das ist imho genauso unsinnig wie eine Kategorisierung nach Sternzeichen.

Der Sinn einer Versicherung ist es, Leute gegen bestimmte Risiken abzusichern. Eine Krankenversicherung springt bei medizinisch Notwedigen Augaben ein. Ein Risiko nicht Individuell, sondern nach der Zugehörigkeit zu einer Gruppe einzuschätzen ist unsinnig. Die Schwangerschaftskosten sind übrigens nicht der ausschlaggebende Punkt bei den Tarifen, sie werden durch Männer stärker betreffende Probelem locker wett gemacht (häufigere Behandlungen wegen gegen sie Verübte Körperverletzung, z.B.). Nur: Was auch immer da angeführt wird, es hat nichts mehr mit den Einzelnen Personen zu tun. Schwangerschaftsrisiko? - Warum dann der gleiche Traif für Unfruchtbare? Häufigere Arztbesuche? - Wiso gleiche Preise für die, die sie nicht in Anspruch nehmen? Es ist das Prinzip von Versicherungen, daß diejenigen, die keine Versicherungsleistungen in Anspruch nehmen, die Leistungen an anderen VersicherungsnehmerInnen bezahlen. Wenn due eine hast, mußt du die Brandschutzversicherungsbeiträge auch dann zahlen, wenn es bei dir nicht gebrannt hat.

Während man bei der Versicherung nach Sternzeichen noch die Wahl hat, ob man sich dort versichern will, soll die Wahlmöglichkeit den Männern ja gerade genommen werden. Es steht jeder Versicherung frei einen Unisextarif anzubieten.

Und dann nicht konkurenzfähig zu sein. Wo läge der Unisextarif preislich? Zwischen den üblichen Tarifen für Männer und Frauen: Die Versicherung wäre also für Männer teurer als andere, für Frauen billiger. Wer näme sie also in Anspruch? Das wiederum würde vermutlich zu höheren Kosten führen, der Tarif würde erhöht werden müssen (oder die Versicherung ginge in Konkurs) bis der Tarif schließlich da ankäme, wo er bei den differenzierten jetzt für Frauen steht. Wäre zwar Unisex, aber die Nutzung wäre es nicht. Wenn alle Versicherungen gezwungen werden werden die Tarife in der Mitte stabil beleiben. Und das gilt für alle Versicherungen die bislang geschlechtsdifferenziert abrechnen: Die private Rentenversicherung ist bislang für Männer billiger, weil sie kürzer Leben, die Lebensversicherung teurer, weil sie kürzer leben... Wer ein breites Spektrum an Versicherungen beansprucht wird letztenendes bei ca. +/- 0 landen.

susu

@susu

Andreas, Sunday, 07.03.2004, 17:53 (vor 8006 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 29. Februar 2004 00:33:59:

Hi susu!

WDR-Cheffeministin Mikich würde ich nicht gerade als echte Alternative bezeichnen! Die ist fast genauso schlimm wie A. Schwarzer!
Kannst du mir da Beispiele bringen? Mir ist bislang nur ordentliche journalistische Arbeit bei Monitor aufgefallen, aber vieleicht habe ich ja etwas übersehen.

Da müßte ich noch mal genauer im Archiv nachschauen. Als vor einigen Monaten diese Monitor-Sendung im Fernsehen lief, hat hier jemand (ich glaube, er nannte sich "Zeitungsleser"!?) auf einen taz-Artikel hingewiesen, in dem sich Mikich darüber aufregte, daß Bush und Blair im Zusammenhang mit ihren Anti-Terror-Maßnahmen von "Menschenrechten" sprechen, wo es doch dringender um "Frauenrechte" ginge.

Gruß
Andreas

Re: @susu

susu, Monday, 08.03.2004, 20:18 (vor 8005 Tagen) @ Andreas

Als Antwort auf: @susu von Andreas am 07. März 2004 15:53:48:

Hallo Andreas

Da müßte ich noch mal genauer im Archiv nachschauen. Als vor einigen Monaten diese Monitor-Sendung im Fernsehen lief, hat hier jemand (ich glaube, er nannte sich "Zeitungsleser"!?) auf einen taz-Artikel hingewiesen, in dem sich Mikich darüber aufregte, daß Bush und Blair im Zusammenhang mit ihren Anti-Terror-Maßnahmen von "Menschenrechten" sprechen, wo es doch dringender um "Frauenrechte" ginge.

Ich habe den Beitrag gefunden, leider aber nicht den taz Artikel (der war auch im Original nicht verlinkt). Allerdings finde ich diverse Kommentare von Mikich zum Afghanistan-Krieg (um den ging es beim Zeitungsleser) und da kritisiert sie, daß Bush, Blair und die anderen von Menschenrechten reden, obwohl es primär darum geht eine westliche Präsens im nahen Osten aufzubauen. Die genannte Argumentation fand ich nicht.

susu (dafür fand ich diesen Artikel, den ich allen ans Herz legen möchte, auch wenn es durchaus einige Punkte der Kritik gibt, die ich anführen würde)

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Arne Hoffmann, Saturday, 28.02.2004, 23:46 (vor 8013 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 27. Februar 2004 22:45:20:

Hi susu, :-)

Bleiben gerade mal drei (Fernsehjournalisti) übrig, die es machen könnten:

Sonia Mikich, Sandra Maischberger und Gerd Skrobel.

Wer ist denn Gerd Skrobel? Wo kann ich was von dem sehen/lesen?

Herzlicher Gruß

Arne

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

susu, Sunday, 29.02.2004, 01:25 (vor 8013 Tagen) @ Arne Hoffmann

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von Arne Hoffmann am 28. Februar 2004 21:46:30:

Hi susu, :-)

Bleiben gerade mal drei (Fernsehjournalisti) übrig, die es machen könnten:

Sonia Mikich, Sandra Maischberger und Gerd Skrobel.
Wer ist denn Gerd Skrobel? Wo kann ich was von dem sehen/lesen?
Herzlicher Gruß
Arne

Meine Güte, gleich ein Doppelter Tippfehler: Gert Scobel.

Ich gebe mal einen Link zu seiner Biographie an.

In guter Erinnerung ist mir ein Interview, das Scrobel mit Brigitte Zypires auf einem CSD (letztes Jahr - einer wo ich nicht war, Berlin?) führte. Zypries meinte sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sollten nicht in den Art. 3 GG aufgenommen werden, weil "Homosexuelle in Deutschland [/i]nie[/i] irgendeine Form von Dikriminierung erfahren" hätten. Worauf Scrobel extrem souverän ganz nett nachfragte. So von wegen Verfolgung im 3.Reich, 175, Adoptionrechten... Gehört zu den ganz großen Momenten der Journalistik, weil er so cool dabei blieb.

susu

Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel

Arne Hoffmann, Sunday, 29.02.2004, 12:27 (vor 8013 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Re: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 28. Februar 2004 23:25:25:

Meine Güte, gleich ein Doppelter Tippfehler: Gert Scobel.

Darum hab ich ihn nicht durch Google gefunden ...
Danke dir für die Info! :-)

Herzlicher Gruß

Arne

Wie bitte?

Bruno, Wednesday, 03.03.2004, 14:23 (vor 8010 Tagen) @ susu

Als Antwort auf: Microperlen, Schleudergang, Trockentrommel von susu am 27. Februar 2004 22:45:20:

Hallo susu,

Bleiben gerade mal drei (Fernsehjournalisti) übrig, die es machen könnten:

Sonia Mikich, Sandra Maischberger und Gerd Skrobel.

...meinst du unter Sonia Mikich, die gleiche subjektive Jouzrnalistin, die in Monitor vor kurzem die höheren Renten- und Krankenkassenbeiträge für Frauen so unausgewogen einseitig reißerisch formulierte?

fragt

Bruno

Re: Weichspüler Kerner und Beckmann

Der Frankfurter, Saturday, 28.02.2004, 01:57 (vor 8014 Tagen) @ Der Bachelor

Als Antwort auf: Weichspüler Kerner und Beckmann von Der Bachelor am 27. Februar 2004 21:39:08:

Vorgestern bin ich zufällig bei Kerner hängengeblieben. Und was seh ich da?
Alice S! Wie zu erwarten das ewig gleiche Geplapper, von wegen Frauen verdienen weniger, Frauen haben weniger Macht, Frauen zahlen mehr Krankenversicherung usw.
Kerner wie üblich unkritisch bis opportunistisch.
Ich meine, diese Art Journalismus perpetuiert den Femi-Wahn am laufenden Band. Solche Weichspüler müssen auch mal kontaktiert werden. Werde es demnächst machen, ich hoffe andere ziehen nach. Das Problem ist nämlich weitaus größer als nur der "Geschlechterkrieg".
Der Bachelor

Kann ich das mal bitte so festhalten:
Die Fernsehmedien als Milliardenimperien haben es absolut nicht nötig irgendetwas für die Zunahme von Verstand oder Intelliegenz einer Gesellschaft zu tun. Schon die finanzielle Austattung dieser Medienmogule läßt mich schaudern. Macht pur.
Solange Arbeiterlein,Bürgerlein, schlimmer noch Kinderlein(!) sein Hirnabschaltprogramm auf 100 Sendern jeden Tag, zu jeder Stunde,
seit Kindheit und bis zum späten Alter sehen kann,wird selbstständiges Denken kaum möglich sein! Manipulation als Tranquilizer;perfekt.
Über Ernsthaftigkeit derlei Inhalte mag ich wahrlich nicht mehr reden.
Das Wort Manipulation hat solange keine Bedeutung und schadet einer vermeindlichen Klugheit nicht, bis es wirklich klar wird, was sie ist.
Ab da konfigurieren sich Schnittstellen, die man bisher gar nicht kannte!
Übrigens halte ich von den ganzen katholischen Sonderschülern der öff.recht.Hetzanstalten nur soviel, daß ich es bewundere, wie sie mit ihrem eiskalten Schneid soooviel Geld verdienen können.
Kerner, Gottschalk, Jauch, Lippe, egal wie die alle heißen.

...ich habe nichts über die katholische Kirche gesagt!
Der Frankfurter

powered by my little forum