Antworten des Väteraufbruchs und der Zweitfrauen auf den KONKRET-Artikel
Quelle: www.vafk.de
Den Artikel setze ich mal als noch in Erinnerung voraus; er ist ja vor kurzem hier diskutiert worden.
Darauf erwidert nun:
a) der Bundesvorstand des Väteraufbruchs für Kinder mit folgendem offenen Brief:
--- Gleichstellung der Geschlechter heute nicht mehr nur einseitig sehen
Weniger Polemik und mehr sachliche Gewichtung
Die Frage einer Lobby für die gebrauchten Frauen und die gebrauchten Männer war das Thema eines Artikels von Magnus Klaue in der Zeitschrift "Konkret". Dabei bezieht sich der Begriff "gebrauchter Mann" auf einem Buchtitel von Karin Jäckel, welche sich über viele Jahre für das Recht des Kindes auf beide Elternteile einsetzt.
Das hat Frau Dr. Jäckel mit dem "Väteraufbruch für Kinder e.V." gemeinsam, die Überzeugung, dass nach einer Trennung zum Kindeswohl in der Regel beide Elternteile gehören. Dies allerdings als mit der Vorstellung einer bürgerlichen Kleinfamilie abzutun ist wohl wenig vom Kind her gedacht. Gerade aus diesem Grunde haben Väter die Pflicht, sich für eine Interpretation des Begriffs "Kindeswohl" einzubringen. Väter sehen sich ständig mit diesem Begriff konfrontiert und erleben, wie dieser Begriff als Worthülse für alles Mögliche herhalten muss.
Natürlich geht es den Mitgliedern des "Väteraufbruch für Kinder e.V." auch um die Differenzierung der Lebenswirklichkeit beider Geschlechter, denn Gleichstellungspolitik muss heute systemisch betrachtet werden. Die einseitige Frauenförderpolitik wurde durch den Amsterdamer Vertrag von 1999 korrigiert. Auswirkungen politischer Entscheidungen sollen zukünftig für Frauen und Männer gleichermaßen bedacht werden, Gender Mainstreaming genannt.
Diese Betrachtungsweise fehlt allerdings in dem einseitigen Artikel von Herrn Klaue vollkommen. Da wird der Väteraufbruch als Haus für einen Überlebenskampf gegen das weibliche Geschlecht verunglimpft, ihm wird die Restauration weiblicher Unterdrückung unterstellt. Frauen werden als Opfer in der Ehe dargestellt, während Männer dann selbstverständlich gewalttätig sind, nur um einige Unterstellungen anzubringen.
Die Ursachen einer Trennung oder Scheidung sind komplexer, als sie in besagtem Artikel dargestellt werden. Die Ehe kann für Kinder, Frauen und natürlich auch für Männer gleichermaßen als Krieg empfunden werden, welcher dann durch eine Scheidung aufgelöst wird. Aus diesem Grunde spricht man seit 1977 nicht mehr vom Schuldprinzip im Familienrecht, sondern vom Zerrüttungsprinzip. An einer Scheidung sind immer beide Elternteile beteiligt.
Dem Zerrüttungsprinzip hätten allerdings faire Elternvoraussetzungen folgen müssen. Bis 1998 wurde bei Scheidung das Sorgerecht in der Regel der Mutter zugesprochen. Die Männer wurden Opfer der klassischen Rollenaufteilung, berufliche Entwicklung für Männer und häusliche Betreuung durch die Mütter. Dieses Klischee trifft in der Praxis immer weniger zu, bei mangelnder Kooperation entscheiden Gerichte noch zu etwa 94 - 97 Prozent für die alleinige Sorge der Mütter mit der Begründung von Kontinuität und Bindung.
Zum neuen Kindschaftsrecht hat die Bundesregierung eine Begleitforschung in Auftrag gegeben, welche die Auswirkungen dieser Reform wissenschaftlich auswerten sollte. Das gemeinsame Sorgerecht wurde 1998 nur etwa zu 20 Prozent vergeben, vier Jahre später allerdings schon zu 80 Prozent. Es macht sehr wohl deutlich, dass bei entsprechender Vorgabe durch die Politik Wesentliches in der Geschlechtergleichstellung geschehen kann.
Dieser Gender-Mainstreamingprozess ist erst am Anfang und braucht heute eine differenzierte Sichtweise für Frauen und Männer. Frauenprobleme und Männerproblemen sind zwei Seiten einer Medaille, nur sind die Auswirkungen durch die gesellschaftlichen Rollenaufteilungen unterschiedlich. Der Väteraufbruch für Kinder e.V. ist in gewisser Weise die Antwort auf die Frauenemanzipation der 70-ziger Jahre als Massenbewegung. Dem Väteraufbruch geht es nicht um eine Renaissance alter Rollenbilder, sondern um eine Gestaltung gemeinsamer gleichberechtigter Zukunft in Beruf und Familie. Frauen konnten sich die Rolle als Familienarbeiterin nicht aussuchen, genauso wenig haben sich Männer die Rolle der Lohnarbeiter auswählen können.
Frauen haben sich in unzähligen Verbänden organisiert, welche durch öffentliche Gelder gefördert werden. Für die einzige bundesweite Männer- und Väterinitiative, "Väteraufbruch für Kinder e.V" gibt es solche Förderung nicht. Frauen haben schon seit Jahren in der Politik ihre Lobby, wenn auf Landesebene die hauptamtlichen Gleichstellungsbeauftragten vieler Bundesländer nur Frauen sein dürfen. Auf Bundesebene verrät schon der Name des Ministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wessen Lobby es ist. Für Männerfragen gibt es keine politisch instrumentalisierten Ansprechpartner, weil Frauen in den Ämtern über die Chancengleichheit der Geschlechter wachen.
Der Titel der Zeitschrift lautet "Konkret", die Artikel sollten nicht durch Polemik und Einseitigkeit hinter diesem Anspruch zurückfallen. Wir brauchen konkret eine systemische Gleichstellungspolitik für betroffene und diskriminierte Frauen und Männer. Dafür organisieren sich tausende Männer und Frauen im Verein "Väteraufbruch für Kinder e.V." in 80 Ortsgruppen und etwa 150 Kontaktstellen deutschlandweit. Ihnen pauschal die Redlichkeit absprechen zu wollen, muss als pauschale Verunglimpfung zurückgewiesen werden.
Dietmar Nikolai Webel
Bundesvorstand ---
b) die Sprecherin einer Zweitfraueninitiative mit folgendem offenen Brief:
--- Sehr geehrte Konkret-Redaktion!
Ihr Artikel bezüglich des "Väteraufbruch" ist mehr als schlecht recherchiert worden!
Es ist ständig von Frauenfeindlichkeit zu lesen, aber nichts von der Zweitfraueninitiative, den umgangsboykottierten Müttern und Müttern/Frauen, die mit ihren Partnern und Ehemännern am Rande des finanziellen Ruins um den Umgang mit deren Kindern kämpfen, zu lesen!
Es ist richtig, dass Männer heute gegen die Übermacht einer frauenbeherrschten und polemisch denkenden Gesellschaft ankämpfen müssen. Aber dem VafK zu unterstellen, er würde das Kindeswohl zu solchen Zwecken missbrauchen, ist frauentypisch!
Die Problematik liegt leider in der Unaufgeklärtheit der Öffentlichkeit. Wenn ein in Scheidung lebender Mann zum Anwalt geht, bekommt er zu 90% keine vernünftigen Informationen, was Unterhalt und Umgangsrecht betrifft. Er weiß nicht, dass es einen Unterschied zwischen Sorgerecht und Aufenthaltsbestimmungsrecht gibt. Und sollte er auf die Idee und den Anwalt fragen, was er gegen den Umgangsboykott der Mutter unternehmen kann, lautet die Antwort in 90% aller Fälle: nichts!
Frauen hingegen werden schon von den Medien zu perfekten Scheidungen erzogen! In jeder Frauenzeitschrift ist darüber zu lesen! Genügend Frauenbewegungen leisten ihr übriges dazu, und wer dann noch Fragen hat, kann sich bei jedem Anwalt aufklären lassen, wie sie am besten dem lieben Exmann mit ein paar netten Verleudmungen, gerichtlich unterstützt, ausbluten läßt!
Aufgrund der fehlenden Aufklärung der Väter geben schon viele vor der ersten Verhandlung auf und in dieser klein bei, denn laut öffentlichem Wissen und gewollter Unwissenheit der Anwälte sind sie den Frauen ja eh unterlegen!
Hätte sich Herr Klaue die Mühe gemacht und sich wie der VafK einmal für die Scheidungskinder interessiert, hätte er feststellen dürfen, dass
1. ein Großteil der Väter für ihre Kinder kämpft, die mit aller Macht ihren Vater sehen wollen, von der Mutter aus Protest weglaufen und trotz Kindschaftsreform im Jahre 1998 kein Gehör bei den zuständigen Institutionen finden
2. es leider Scheidungskinder gab, die sich aus Verzweiflung, da sich niemand für ihre Belange, sondern nur die der Mutter interessierte, umgebracht haben
3. die Psychologen und Kinderpsychatrien alle Hände voll zu tun haben, um Kinder aufzufangen, die durch die Allmacht der Mutter, seelische Probleme haben
4. die Erwachsenenpsychologen und Eheberatungsstellen voll sind mit beziehungsgeschädigten Scheidungskindern.
Der VafK hilft nicht nur mit Informationen, sondern steht den Vätern, Müttern und Zweitfrauen auch in Zeiten bei, in denen man Trost, neuen Mut und Durchhaltevermögen braucht!
Denn wenn die Kinder bei einem zufälligen Treffen des Vaters auf ihn zu laufen wollen und von der eigenen Mutter am Kragen zurück gerissen werden, die Kinder nach dem Umgang weinen und sich am Hals des selten anwesenden Elternteils krallen und ebenfalls diese Kinder resigniert von dem Allmacht der (überwiegend sorgeberechtigten) Mutter keine eigenen Wünsche und Gefühle mehr äußern, dann ist es schon nicht mehr 5 vor 12!
Damit sich diese Sachlagen ändern, dafür steht der VafK und nicht als eine frauenfeindliche Männerbewegung!
Ellen Söhring (weiblich, geschieden, eine Tochter mit einem umgangsberechtigten Vater und einem Lebensgefährten mit einem seelisch geschädigten Sohn) ---