Wieviel «Gleichberechtigung» verträgt das Land?

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Erschütternd! Wie Frauen immer noch benachteiligt werden

Frank, Sunday, 08.02.2004, 21:04 (vor 8033 Tagen)

So werden Frauen immer noch benachteiligt!

Chancengleichheit für Männer und Frauen? Von wegen! Wir verdienen weniger Geld, haben die schlechteren Jobs, zahlen höhere Versicherungsprämien. Warum? Weil wir Frauen sind. Identische Leistungen sind noch immer nicht gleich viel Wert. Das ist ein Skandal. 7 Beispiele, die uns wütend machen.

GEHÄLTER Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft beweist: Frauen verdienen im Schnitt 20 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. Haupt-Ursache: Frauen fallen öfter und länger aus, wenn sie Kinder kriegen, als Väter. Das entwertet die Berufserfahrung. Und: Obwohl sie genauso gut und oft sogar besser ausgebildet sind als Männer, hat nur jede zehnte Frau eine leitende Funktion. Grund? Männer stellen lieber Männer ein.

KINDER Wir kriegen sie und das ist auch in Ordnung. Aber: „Wer Kinder bekommt, kann andere Tätigkeiten nicht wahrnehmen und hat langfristig beträchtliche Einkommensverluste", so ein Gutachten des Bundesfamilienministeriums. Im Klartext: Kinder und Karriere passen nicht zusammen. 75 Prozent der Vollzeit beschäftigten Ingenieurinnen haben keinen Nachwuchs. Gerade sie haben es besonders schwer, Ausbildung, Haushalt und Kinder zu vereinbaren. Einziger Ausweg: Bessere Betreuungsmöglichkeiten, erweiterte Schulangebote und solidarische Männer.

HAUSHALT In vier von fünf Haushalten steht heute noch immer nur die Frau am Herd. Mütter kümmern sich im Durchschnitt 33 Stunden pro Woche um die Kinder, Väter beschäftigten sich nur 10 Stunden mit dem Nachwuchs.
SPORT Unsere Fußball-Frauen haben gekämpft und gesiegt! Leider nur auf dem Feld, nicht im wahren Leben. Für den WM-Titel gab es 15.000 € pro Frau. Die Jungs von Rudi Völler hätten für dieselbe Leistung pro Kopf 91.000 € kassiert. Wenn sie denn gewonnen hätten. Auch bei Olympia 2004 gibt’s unglaubliche Aussagen: Die griechische Archäologen-Vereinigung wehrt sich gegen die Austragung des Kugelstoßens 2004 im antiken Olympia. Begründung: Bei den historischen Spielen (zuletzt 383 n. Chr.) hätten niemals Frauen an den Wettbewerben teilgenommen.

FERNSEHEN Und auch im Fernsehen gibt es immer wieder Beispiele von Frauenfeindlichkeit: So auch bei einem Beitrag über Hormone für Frauen in den Wechseljahren im „heute journal". Obwohl mehrere Studien, die Europäischen Gesundheitsämter und sogar Beipackzettel vor erhöhten Brustkrebs-, Schlaganfall- oder Herzinfarktrisiken warnen, durften männliche Experten behaupten: „Die Wechseljahre können eine schwere Krankheit sein. Schlaflose Frauen traktieren ihre Familien mit schlechter Laune, sind nicht arbeitsfähig, manchmal sogar lebensunfähig. Dagegen helfen nur Hormone". Dafür bekam die ZDF-Sendung die „Saure Gurke 2003 für Frauenfeindlichkeit." Sie hat’s verdient.

VERSICHERUNGEN Frauen müssen höhere Beiträge in die private Rentenversicherung einzahlen als Männer. Die Versicherungen begründen dies mit der höheren Lebenserwartung von Frauen. „Das ist ungerecht“, sagt die EU-Sozialkommissarin Anna Diamantopoulou. Sie fordert gleiche Prämien. Denn: „Entscheidend für die Lebenserwartung ist nicht das Geschlecht, sondern Lebensstil, Ernährung, Wohnort und die Art der Beschäftigung."

BANKEN Die EU-Kommission hat festgestellt, dass viele Banken Frauen als Kunden benachteiligen. Sie verweigern Teilzeitkräften und Schwangeren oftmals das Recht, eine Hypothek oder einen Kredit aufzunehmen. Als Grund werden mangelnde Sicherheiten und zu große Risiken genannt. Und wie in früheren Zeiten steht bei Gemeinschaftskonten die Ehefrau nur an zweiter Stelle. Anna Diamantopoulou setzt sich auch hier für mehr Gleichberechtigung ein.

(Bild der Frau, Heft 3, 12. Januar 2004)

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