Offener Brief - Vorschlag
Hallo,
wir haben ja vor einiger Zeit über einen offenen Brief diskutiert, als eine Möglichkeit auf die Problematik von Männern bei einer Partnerschaft hinzuweisen. Ich habe mich bereit erklärt, mal was zu schreiben, was ich auch gemacht habe. Arne hat den Brief schon gelesen, beim VafK habe ich mal vorgefühlt, aber noch keine Antwort erhalten.
Hier hatte ich ihn noch nicht vorgestellt, weil andere Dinge dringlicher waren. Außerdem halte ich im Moment Brunos Petition und den anderen offenen Brief "Männer gegen länger" für wesentlicher. Dann wäre da auch noch die Frage, wie "groß" man die Sache aufzieht.
Trotzdem stelle ich den Brief mal hier zur Diskussion. Man kann ihn ja mal für später auf der "Warmhalteplatte" liegen lassen, falls genügend Leute die Thematik für wichtig genug finden. Also können wir erstmal den Brief diskutieren und vielleicht später die Vorgehensweise, ihn zu "vermarkten".
Offener Brief an
- das Bundeskanzleramt
- das Familienministerium
- deutsche Zeitungen und Zeitschriften
verteilt durch
- majuze.de Männer- und Jungenzentrale in Rosenheim
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Welche Risiken gibt es speziell für Männer in Partnerschaften?
Von Gesellschaft, Kirche und Staat wird Ehe, eheähnliche Gemeinschaft und Familien mit Kind gefördert, gefordert und steuerlich begünstigt (Ehegattensplitting), ohne auf die, besonders für Männer damit verbundenen, Risiken hinzuweisen. Wir sehen darin besonders staatlicherseits eine Versäumnis der Fürsorgepflicht für die betreffenden Bürger. Besonders viele geschiedene Väter, aber auch Väter unehelicher Kinder leiden unter dieser mangelnden Information und müssen sich im nachhinein als fehlgeleitet erkennen.
Mit diesem Brief wollen die Verantwortlichen und die Unterzeichnenden sowohl auf diese Risiken in der Öffentlichkeit aufmerksam machen, als auch ihren Protest an dieser Situation bekunden und fordern, geeignete Gegenmaßnahmen zum Schutze dieser Männer, zu einer Verbesserung ihrer Rechte und zu einer Verbesserung ihrer Situation einzuleiten.
Bereits geschiedene Männer haben oft keinerlei Möglichkeiten mehr, eine neue Familie zu gründen, weil finanzielle Forderungen der Vorfamilie bestehen. Ihre neuen Frauen haben oftmals nicht die Möglichkeit eigene Kinder zu versorgen, weil sie ebenfalls durch die Vorehe des Mannes, finanziell belastet sind.
In der Politik und in der Gesellschaft wird übersehen, dass nicht nur Mütter Kinder bekommen, sondern dazu auch ein Mann gehört. Bisher haben sich Förderungen, die mehr Kinder zur Folge haben sollten, ausschließlich an den Bedürfnissen der Mütter orientiert. Männer sind dadurch in die Situation gekommen, dass sie nur noch ob in der Ehe oder danach, ob freiwillig oder unfreiwillig für die finanzielle Versorgung zuständig sind.
Zum anderen ist es den Männern verwehrt, über Nachkommen frei zu entscheiden. Selbst wenn eine Frau ohne Wissen des Mannes die Pille absetzt, muss der Mann für die Folgen aufkommen. Steht er nicht zu dem Kind ist das ein Skandal. Umgekehrt kann jede Frau ihr Kind abtreiben. Tut sie es nicht, steht sie in der Öffentlichkeit als gute Mutter da im Gegensatz zum vermeintlich unwilligen, da oft ungefragten Vater. Wenn der Mann z.B. eine Schwangerschaft erzwingen würde, indem er die Pille austauscht, würde er sich damit strafbar machen. Der Mann hat daher im Gegensatz zur Frau keinerlei Wahlmöglichkeiten, sowohl sich FÜR, als auch GEGEN das Kind zu entscheiden.
Bei der überwiegenden Anzahl von Scheidungen, wird die Scheidung von der Frau eingereicht, da sie sich meistens als Sieger fühlen kann. Wenn die Scheidungsrichter geschlechtsneutraler wären und z.B. die Kinder öfters dem Mann zusprechen, würden Frauen vorsichtiger und überlegter an Scheidungen herangehen und es gäbe mehr intakter Ehen, in denen die Kinder lernen könnten, dass man sich auch nach einer Krise wieder zusammenraufen kann. Zum anderen würden sie nicht ständig lernen, dass Arbeit zum Verlierer macht, da eine Vollzeitarbeit eine sichere Voraussetzung ist, die Kinder zu verlieren und von dem Verdienst auch noch abgegeben werden muss, während der andere Elternteil versorgt wird. Ängste vor einer Gesellschaft, in der die Menschen sich nicht mehr durch Arbeit selber ernähren und für sich sorgen, sondern nur noch suchen, wen man für die Versorgung verantwortlich machen kann, wären unbegründet. Es würde wieder ein Bewusstsein entstehen, dass Arbeit nicht schändet. Stattdessen aber sind Männer oftmals gezwungen, nicht nur Kindesunterhalt, sondern auch noch für meist viel zu lange Zeit Ehegattenunterhalt zu zahlen, zusätzlich auch noch Geld für Prozesse, Anwälte und Gutachter aufzubringen, während der Expartner oft Prozesskostenhilfe bekommt. Ihre Kinder lernen, während sie dies alles von außen beobachten und ziehen Schlüsse für ihr künftiges Verhalten.
Ein Rechtsbruch geschieht auch oft noch dadurch, dass die Ehefrau, ohne Einwilligung des Partners, mit den Kindern die Wohnung verlässt. Dieser Rechtsbruch wird selten geahndet, stattdessen auch noch dadurch bekräftigt, dass die Fakten, die dadurch geschaffen wurden im Scheidungsverfahren zugunsten der Mutter berücksichtigt werden.
Schädigendes Verhalten der Mutter, indem sie ihren Kindern den Vater entzieht, wird selten geahndet, vielleicht sogar noch gegen den Vater verwendet, indem gesagt wird, dass eine Gemeinsamkeit in der Erziehung nicht gegeben ist und der Vater sich daher ganz aus der Erziehung heraushalten soll. Werte, die bisher meist vom Vater vermittelt wurden, fehlen daher sichtbar in unserer Gesellschaft. Forderungen an ein Kind zu stellen, ist ein waghalsiges Unternehmen geworden. Der leibliche Vater wird sich hüten. Würde ein Aufbegehren des Kindes ja nur von der Mutter begeistert begrüßt, da man es gut gegen den Vater verwenden kann. Der Stiefvater des Kindes ist leicht abzuwehren durch den gefürchteten Satz: Du bist ja gar nicht mein Vater. Die Folge ist eine Gesellschaft, in der traditionell männliche Werte wie Eigenverantwortung, Leistungsbewusstsein und Selbständigkeit zweitrangig sind.
Die Unterzeichnenden mahnen bei allen Verantwortlichen in unserer Gesellschaft, ob Politik, Kirche, Sozialverbände oder Medien ein Umdenken ein.
gesamter Thread:
- Offener Brief - Vorschlag -
Odin,
02.02.2004, 20:30
- Re: Offener Brief - Vorschlag - Garfield, 02.02.2004, 20:42
- Re: Offener Brief - Vorschlag - hquer, 03.02.2004, 16:42